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E_1931_Zeitung_Nr.074

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1931 - 74 auf Montag den 14. September 1931, 13 Uhr, angesetzt haben. Es würde uns ausserordentlich freuen, wenn auch Ihre Sektion in corpore an dieser A.C.S.- Fahrt teilnehmen könnte. Abgesehen davon, dass ein Besuch der Hyspa viel Interessantes bietet, werden wir bemüht sein, unseren Clubkollegen mit ihren Familienangehörigen in der grossen Festhalle beim Mittagsbankett eine fröhliche Zusammenkunft zu bieten. Wir bitten Sie um recht ausgiebige Bekanntmachung dieser Veranstaltung in Ihrer Sektion; sehr erwünscht wäre es, wenn Sie uns die Besucherzahl Ihrer Sektion ein bis zwei Tage zum voraus bekanntgeben könnten. Mit hochachtungsvollem Clubgruss: Sektion Bern. PS. Bezüglich der Parkierung der Wagen Ist mit den Verwaltern des offiziellen Parkes ein Abkommen getroffen worden, wonach für diese Zusammenkunft ein bestimmter Teil des bewachten Parkes für die Mitglieder des A. C. S. reserviert wird. Die Gebühr beträgt für diesen besonderen Anlass nur Fr. 1.20. Als Ausweis für die Clubmitglieder dient das Clubfähnlein oder das A. C. S.-Abzeichen. SEKTION BERN. Autofahrt Asyl Gottesgnad Wyler-Bern. Letzten Samstag fand die alljährliche Ausfahrt der Pfleglinge dieser Anstalt in gewohnter Weise statt. 15 Automobilisten des Automobil-Clubs Bern hatten ihre Wagen zur Verfügung gestellt. Leider stand der Anlass nicht gerade in besonderer Gunst des Wettergottes. Bei strömendem Regen und brausendem Herbststurm ging's über Frauenkappelen nach Murten, wo in der «Krone» den Pfleglingen das obligate «Zvieri» wartete. Musik und Ansprachen sorgten für geistigen Genuas. Der idyllische Murtensee zeigte sich heute von einer andern, aber nicht minder schönen Seite. Seine blau-graue, stunngepeitsoht* Wasserfläche mit den weissen Wellenkämmen bot ein herrliches Bild des Aufruhrs in der Natur. Die Rückfahrt ging über das Kraftwerk Mühleberg. Die Reichhaltigkeit der Wetterkarte wurde noch erhöht durch kurze, aber um so herrlichere Sonnenblicke, die den lieblichen Wohlensee in herbstliches Sonnengold tauchten. Wie begeistert und wie dankbar wurde diese Freundlichkeit des Wettergottes entgegengenommen I Ja, Freude und Dankbarkeit, das sind so recht A. C. S. A. C. S.-Zusammenkunft an der Hyspa. Werte Clubkollegen! Mit Vorliegendem -teilen wir Ihnen mit, dass wir auf Wunsch mehrerer Sektionen und Clubmitglieder eine A.C.S.-Zusammenkunft in der Hyspa die Begleiter dieser Ausfahrten. Ob die Sonne scheine, ob es regne und stürme, die Leutchen freuen sich einfach wie die Kinder, die das Gebotene mit dankbarem Herzen entgegennehmen, ohne lange zu hadern, so oder anders wäre es noch schöner gewesen. Schön ist's ganz einfach, gerade so wie es ist. Und wie rührend ist die Dankbarkeit! «Euch habe ich sofort gesucht und herausgefunden!» frohlockte ein fast 8Ojähriges Mütterchen, als sie einen ihr seit Jahren von den Fahrten her bekannten Automobilisten wiedersah. «Wisset Ihr auch, Herr X., wie «mängisch» wir jetzt zusammen ausgefahren sind?» fragte sie ihn. «Ich kann es Euch genau sagen, ich habe jedesmal einen Strich in die Brattig gemacht, gerade 10 Mal sind's mit heute. » — neues Vorstandsmitglied, so dass das Komitee fol- hatte, übernahm Herr Vizekonsul F. K. Nägeli als «Werdet Ihr uns nicht vergessen, wenn wir imgende Zusammensetzung aufweist: Präsident: Herr Frühling ins neue Asyl züglen?» fragte ängstlich eine andere. «Vergessen, wo denket Ihr auch hin! Da brächten wir uns ja um den schönsten Tag im Jahr,» erwiderte der gefragte Automobilist. So hat sich mit den Jahren ein eigenartiges Band um die Herzen gelegt. Auf den ersten Blick scheint es, dass die einen geben und die andern empfangen. Sieht man aber die Sache etwas näher an, so ergibt sich ein anderes Bild: Beide geben und beide empfangen! Wer erhält mehr, wer gibt mehr? Jedem Teil scheint es, der andere gebe mehr und so ist es gerade recht. Die Glückseligkeit des Schenkens wird damit beiden Teilen beschieden. So seid denn ganz sicher, liebe Leutchen, die Automobilisten werden euch auch im neuen Heim nicht vergessen. Auf Wiedersehen im nächsten Jahr! SEKTION GRAUBÜNDEN. Die Jahresversammlung der Sektion Graubünden des A. G. S. findet am 13. September in Flims statt. Bei schönem Wetter ist anschliessend an, die Versammlung ein Picknick am Gaumasee vorgesehen; der Nachmittag soll der Geselligkeit gewidmet sein. Um das sportliche Moment zu betonen, soll mit der Jahresversammlung eine Zielfahrt verbunden werden, wofür einige hübsche Preise ausgesetzt sind- Dabei handelt es sich in erster Linie um den grossen Wanderpreis (Pokal der Jahresversammlung), den der verdiente Gründer und erste Präsident der Sektion, Herr Major G. Demmer in Zürich (seinerleit in Davos). in verdankenswerter Weise, gestiftet hat Es steht zu erwarten, dass der Anlass zahlreich besucht werde und einen ebenso befriedigenden Verlauf nehme wie die vorausgegangenen Jahresversammlungen. Alles Nähere ist aus dem den Mitgliedern zugehenden Zirkular ersichtlich. Dr. A. Keuli. •SEKTION GRAUBÜNDEN, Ortsgruppe Oberengadin. Die diesjährige ordentliche Generalversammlung der Ortsgruppe Oberengadin, als deren Ort Pontresina bestimmt worden war, vermochte einen ansehnlichen Trupp Getreuer zu mobilisieren. In seinem Jahresbericht entwarf der Vorsitzende, Herr P. Lareida, einen Rückblick auf die vielseitigen Aufgaben, welche die junge Ortsgruppe im Lauf des vergangenen Jahres zu Nutz und Frommen des Clubs tmd des Automobilismus im allgemeinen zu erledigen hatte, Aufgaben, deren Kreis sich stets noch erweitert. Als Institution im Dienst der Autotouristik hat das Sekretariat seinen Wert vollauf bestätigt und könnte nicht mehr gemisst werden. Auch seine Arbeit hat gegenüber dem Vorjahr eine weitere Steigerung erfahren, was die Statistik deutlich genug illustriert. Erfreulicherweise schliesst auch die Mitgliederbewegung mit einem Zuwachs ab. Keine grossen Wogen warfen die Wahlen, da sich mit einer einzigen Ausnahme sämtliche Mitglieder des Vorstandes für eine weitere zweijährige Amtsdauer zur Verfügung stellten. Mit Akklamation wurde der bisherige verdiente Präsident. Herr P. Lareida, bestätigt und mit ihm auch die übrigen Vorstandsmitglieder. Die Nachfolgeschaft von Hrn. Dir. Heuberger, der eine Wiederwähl abgelehnt Lareida, Mitglieder: 0. R. Lüscher, Dir. Martin, Vizekonsul Nägeii, alle St. Moritz, Präs. Gaprez (Pontresina), Ing. Fontana (Samaden) und Dr. Ritter (Sils). Der Demission von Herrn Dr. de Giacomi zufolge musste das Präsidium der Touristikkommission neu besetzt werden, und die Versammlung berief hier in Herrn Lüscher the right man on the right place. Ihm zur Seite bleiben wiederum die Herren Gust. Töndury und Dr. Ritter. Für die Clubtour im Herbst einigte man sich nach ausgiebigem Meinungsaustausch auf zwei Projekte: Gortina d'Ampezzo mit Dolomiten oder Venedig. Welches davon zur Durchführung gelangen wird, bleibt dem Entscheid eines Plebiszites innerhalb der Ortsgruppe vorbehalten. Auf jeden Fall aber wird die Fahrt zur Generalversammlung der Sektion in Flims am 13. September in Form einer Clubtour organisiert für diejenigen, die sich nicht an der Zielfahrt beteiligen. Mit der Verzögerung im Ausbau der Engadinerstrasse, dieser wichtigen Durchgangsroute für den internationalen Verkehr, zeigte sich die Versammlung durchaus nicht einverstanden; in einer Eingabe an die Sektion wird diese ersucht, die Angelegenheit an der Generalversammlung zur Sprache zu bringen und bei den Behörden die nötigen Schrit- 'te einzuleiten, um das Tempo der Korrektionsarbeiten zu beschleunigen. lr. SEKTION ZÜRICH. Provencefahrt. Bis anhin hat sich die zweite Auslandsfahrt der Sektion Zürich des A. C. S. sehr gut angelassen. Schon früh machte man sich am 2. September hei schönstem Reisewetter von Genf aus auf den Weg. Das Sekretariat der Sektion Genf des A.C.S. hatte es in zuvorkommender Weise übernommen, die Ausstellung der Laissez-Passer-Karten und die Eintragungen in die Zolldokumente schon am Vorabend zu besorgen. Auf stets sehr guten Strassen ging ea in die Seidenmetropole Lyon. Lyon besitzt den Ruhm, diejenige Stadt Frankreichs zu sein, wo man ausgezeichnet isst. Die Zürcher Automobilisten sahen sich denn auch in ihren Erwartungen nicht getäuscht. « Glänzendes Essen» meldet der frohe Reisebericht, der übrigens von einer vorzüglichen Stimmung, die die Reiseteilnehmer vom ersten Tag an beseelte, zu erzählen weiss. S. V. C. S. Autosektion St. Gallen-Appenzell. Verschiebung der Ballonverfolgung. Allen frommen Wünschen zum Trotz liess sich, der Wettermacher nicht erbarmen, über St. Gallen auf letzten Sonntag hin einen blitzblanken Sonnensonntag strahlen zu lassen. Die unendlichen Regengüsse vom Samstag setzten auch am Sonntagvormittag nicht aus, so dass schüchterne und unverbesserlich optimistische Gemüter am Sonntag früh von der Telephonzentrale St. Gallen, der Regen draussen gegen die Scheiben prasselte, mit einem leicht belustigten « Verschoben » voll Enttäuschung zurückgelassen wurden. So blieben eben die Ballons ohne ihren kräftigenden Gasinhalt, die Automobile standen geduldig in der Garage, und die Teilnehmer verlegen ihre Hoffnungen und ihre Erwartung auf den nächsten Sonntag, den 13. September, der nun bestimmt mit einem besseren Wetter aufwarten muss. Das Programm bleibt das gleiche, wie wir es in der letzten Nummer veröffentlicht haben. Die vielen Automobile auf der Verfolgung der beiden Ballons werden für St. Gallen etwas durchaus Neuartiges bedeuten. Es ist deshalb zu hoffen, dass auch am nächsten Sonntag neben den vielen Konkurrenten sich möglichst zahlreiche Zuschauer zur Füllung des Ballons und zum StaTt einfinden. Bereits auf den Sonntag hin war in St. Gallen das Interesse für den Anlass, der bekanntlich von der Sektion St. Gallen-Appenzell und der Sektion «Säntis» des Aero-Club der Schweiz organisiert wird, sehr gross. Mag nun die grosszügige Veranstaltung auf den zweiten Anhieb hin gelingen! In der nächster Nummer werden wir noch einmal die genaueren Umrisse des Programmes veröffentlichen. AUTOSEKTION ZÜRICH. Pariserfahrt CO Mitglieder der Auto-Sektion Zürich reisten am Samstag mit dem Zug nach Paris zur Besichtigung der Kolonial-Ausstellung und verweilen gemäss Programm eine Woche in der Hauptstadt Frankreichs. Ein äusserst reichhaltiges Programm: Besuch der Kolonial-Ausstellung, Rundfahrten, Besichtigung der Museen, Besuch der Opera, Ausfahrt nach Versailles, Teilnahme am Pferderennen etc. etc., sorgt dafür, dass die T. C. S.-ler eine schöne Woche verleben werden, die ihnen Paris so zeigt, wie es lebt. (Mitget.) Gratis benützen kann jeder Abonnent unsere Sprechsäle. Die Fragen sind mit den notwendigen Detailangaben zu versehen, aber doch so knapp als möglich abzufassen. Wir beantworten jede Frage, soweit uns dafür Unterlagen zur Verfügung stehen und das Thema in den Rahmen eines Sprechsaales passt. Wenn wir nicht in der Lage sind, selber die gewünschte Auskunft zu erteilen, versuchen wir doch, dem Fragesteller auf die Spur zu helfen. Anfragen nach Bewertung bestimmter Wagenmarken oder Markenartikel entsprechen nicht dem Programm unserer Sprechsäle. 3 sondern warnen sollen Sie die StrassenbenQtzer. verstärken Sie den guten Eindruck Ihres Wagens durch ein angenehm klingendes Signal! Lassen Sie sich ein BOSCH-Horn einbauen. Sein weitreichendes und wohltönendes Signal wird von jedermann beachtet. Es ertönt, sobald Sie auf den Knopf drücken, keinen Bruchteil einer Sekunde später. Ersetzen Sie deshalb die veraltete Ballhupe, die misstönende Sirene durch das zuverlässige, gegen jedes Wetter unempfindliche Hörn von ROBERT BOSCH A.-G., GENF-ZÜRICH C A M I O N S OMNIBUS CARS ALPINS les meilleurs Wichtig ist es, die richtige Flüssigkeit und die Qualität zu wählen. 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N°74 AUTOMOBIL-REVUE 11 Anfrajje 1075. Feuerpolizei. Es wird schon Jahre in einem Gebäude eine Autoroparatur-Werkstätte (Garage) betrieben, in der im Winter nur mit einem freistehenden, gewöhnlichen Ofen geheizt wird. Im gleichen Gebäude, nur abgeteilt, sind Einstell-Garagen vermietet für einige Automobile, welche fast täglich benützt werden. In sämtlichen Lokalen sind nur Holzdecken. Entspricht dies den feuerpolizeilichen Vorschriften, oder kann man gesetzlich gezwungen werden, baulich« Veränderungen vornehmen zu müssen? Z. X. (A.) Antwort: Mit Rücksicht auf die Gefährlichkeit der Benzindämpfe und der Explosionsgefahr im Automobilbetrieb überhaupt ist es ganz ausgeschlossen, dass in einer Automobilxeparaturwerketätte ein gewöhnlicher, freistehender Ofen benutzt werden darf. Dieser Ofen entspricht jedenfalls keineswegs den feuerpolizeilichen Vorschriften, ^olzdecken sind unter Umständen gestattet, immerhin nur auf polizeiliche Bewilligung hin. Die Feuerpolizei ist befugt, die Anbringung der erforderlichen Schutzmassnahmen zu verlangen. * Anfrage 1076. Mängelrüge. Ich habe dieses Frühjahr einen neuen Wagen gekauft mit Fabrik- Garantie für 6 Monate, •worin Spesen für Montage, also Arbeitslohn, inbegriffen sind. Heute ist der Kühler defekt, er verliert Wasser an drei Stellen und die Batteri« ist unbrauchbar geworden. Inzwischen ist meinem Verkäufer die Vertretung weggenommen worden und der neue Vertreter hat mir den Kühler auf Rechnung der Fabrik geflickt. Habe ich das Recht, nach 4 Monaten nach Erhalt "des Wagens auf Ersatz der Batterie und des Kühlnetzes zu dringen oder muss ich mich zufrieden geben, wenn beide repariert werden ? Kann ich eventuell später, nach Ablauf der Garantie, wenn sich nochmals Rias© im Kühler zeigen würden, auf Ersatz des Kühlers klagen ? R. B. (A). Antwort: Der Verkäufer haftet dem Käufer, dass die verkaufte Sache keine Mängel aufweist. Festgestellte Mängel sind sofort zu rügen. Wenn der von Ihnen gerügte Mangel am Kühler so repariert werden konnte, dae* der Mangel dauernd behoben ist, so ist der Verkäufer seinen Verpflichtungen nachgekommen. Dasselbe ist der Fall bezüglich elektrischer Installation. Wird aber durch die Reparatur der Mangel nicht behoben, eo haben Sie Anspruch auf Ersatz des betreffenden Bestandteiles od«r Apparates. Selbstverständlich können Sie aber eine solche Reparatur auT -unter dem ausdrücklichen Vorbehalte annehmen, dass Sie sich bei neuerdingi auftretenden Mängeln den ETsatz des Kühlers oder der elektrischem Anlag« vorbehalten. Bezüglich der letztern sei erwähnt, da*s eine Garantie nur besteht, wenn sie Ihnen ausdrücklich zugesichert worden ist. Sonst fallen gemäss TJsancen im Autoinobilhatodel die elektrischen Anlagen nicht unter die Garantie. Anfrage 1077. Gebühren und Steuern bei Fahrzeugverstellung. Ich habe einen Wagen mit Ber- •lerschildern; nun möchte ich den Watten bis ca. !0. September hier im Kanton Aarcaiu haben. Ich nöchte ihn verkaufen. A m 20. September kehre •ch definitiv wieder in den Kanton Bern zurück. Nun verlangt mir die aargauische Polizei, dass u'h den Wagen noch prüfen lassen müsse, die Versicherung kontrollieren und die aariraui»chen Gebühren und Steuern zu bezahlen habe, nachdem alles schon in Bern bezahlt iet G. (A.) Antwort: In Ihrem Falle müssen. Sie swei verschiedene Dinge auseinanderhalten: Einmal reklamiert der neue Standortfcanton eine neue Prüfung des Wagens and verlangt die entsprechenden Gebühren hiefür. Und ferner will er Ihr Fahrzeug auch noch besteuern. Was nun die Prüfung des Fahrzeuges betrifft, so heisst es allerdings in Art. 8 des Autokonkordates, dass die von einem Konkordatjskanton ausgestellte Verkehrsbewilligung für sämtliche Konkordatskantone Gültigkeit besitze. Der Ausdruck Gültigkeit will hier aber nicht besagen, dass der in einem Kantone geprüfte Wagen bei Standortänderung in einen andern Kanton von diesem nicht noch einer nochmaligen Prüfung unterzogen werden dürfe. Vielmehr, bedeutet der Ausdruck Gültigkeit in allen Konkordartskantonen, dass das betreffende Fahrzeug ausserhalb seines Standortskantones von den andern Konkordatskantonen zur vorübergehenden Zirkulation zugelassen werden müsse. Wenn aber date Fahrzeug seinen Standort verändert, d. h. sein Eigentümer in einem andern Kanton Wohnsitz nimmt und das Fahrzeug: definitiv dorthin verstellt, so kann der neue Wohnsitz- und Standortkanton eine erneute Prüfung des Fahrzeuges verlangen, wobei er berechtigt ist. den Fahrzeuginhaber zu verhalten, die von der kantonalen Gesetzgebung geforderten Eigenschaften des Fahrzeuges zu erfüllen. Wir denken hier an Kantone, die zum Beispiel den Rückwärtsspi«Jtel vorschreiben odeT verlangen, dass die Fahrzeuge mit einer wirksamen Schalldämpfvorrichtung versehen seien, die so beschaffen sei, dass ihre Wirkung vom F«hTzeugführer nicht unterbrochen, vermindert oder aufgehoben werden könne. In Barem Fall» wird es nun daro« abhängen, ob Ihr Fahrzeug tatsächlich den Standort gewechselt hat oder ob iSie nur zu einem vorübergehenden Aufenthalt im andern Kanton weilen. Haben Sie tatsächlich den Standort Hrres Fahrzeuges verlegt, eo kann unseres Erachtens die Behörde des Standortkantones eine erneut« Prüfung des Fahrzeuges verlangen und die entsprechenden Gebühren beziehen. Was nun die Besteuerung des Fahrzeuges betrifft, so kommen hier die bundesrechtlichen Grundsätze über Doppelbesteuerung zur Anwendung. Danach wird Ihr Fahrzeug erst nach 90 Tasen Aufenthalt im Kanton Aaxgata steuerpflichtig, d. h. es werden nicht genau 90 Tage gezählt, sondern die Abgrenzung der Steuerhoheit zwischen den Kantonen Bern und AaTga,n geschieht nach Vierteljahren. Ist zum Beispiel Ihr Fahrzeug Mitte April verstellt worden, so hätte der Kanton Bern das Recht, auf die Steuer im ersten und zweiten Vierteljahr, d. h. vom 1. Januar bis 30. Juni, während der Kanton AaTgau nur die Steuer vom 1. Juli bis SO. September einfordern könnte, da Ihr Wagen Ende September verstellt wird. Die zuviel bezahlte Steuer müsste Ihnen der Kanton Bern PTO Rata temporis zurückerstatten, d. h. für diejenige Zeit, welche Ihr Wagen, nach Vierteljahren berechnet, im Kanton Aargau gestanden hat. Sollten die einen oder andern kantonalen Behörden dieser Rechtslage nicht Rechnung tragen wollen, so müssen Sie binnen SO Tagen seit Eröffnung der kantonalen Verfügung den staatsrechtlichen Rekurs an dae Bundesgericht ergTeifen. Statuten und Mitgliederverzeichnis des Schweiz. AutostrasSenvereins. Um den immer wiederkehrenden Anfragen über Organisation und Zusammensetzung des S.A.V. Rechnung zu tragen, hat sioh der leitende Ausschuss (entschlossen, alles Wissenswerte über den Autostrassenverein in einer kleinen Broschüre, die zweisprachig herausgegeben wurde, zusammenzufassen. Sie enthält neben den Statuten eine Uebersicht über die Vereinsorgane, sowie ein Mitgliederverzeichnis, aus dem hervorgeht, dass bis Ende Juli 1931 neun Kantone. 32 Gemeinden, verschiedene leidgenösisisohe Institutionen, zahlreiche Verkehrs- und Landesverbände, Hoteliervereine, sowie Handels- und Gewerbekammern und ein stattlicher Barst juristische Personen und Einzelmitglieder dem Verein angehören. Der Mitgliederbestand ist seit 1. Januar 1930 bis Mitte diese« Jahres von 108 auf 157 Mitglieder angewachsen. Eine Karte zeigt das Schema des Schweizerischen Fernverkehr-Strassennetzes, welches als Programm aufzufassen ist, nach dem der Ausbau der nationalen Fernverkehrsstrassen gefördert werden soll. Dieser Tage -werden die Projektierungsarbeiten an den drei Hairptverkehrsstrassen Basel-Bern, Basel- Zürich und Zürich-Bern vergeben. z. Ein Anliegen der Strassenbau-Arbeiter. Von einem im Strassenbau tätigen Einsender erhalten wir die folgenden, beherzigenswerten Zeilen: t Es gibt leider immer wieder Automobilisten, welche überhaupt keine Rücksicht kennen, und es muss gesagt sein, es sind zum geringen Teil Ausländer. Trotz der Warnungstafeln c Vorsicht, Baustelle! » wurde von manchen Fahrern drauflos gehupt und gefahren, unbekümmert um die Arbeiter. Es ist nicht zu vermeiden, dass bei solchen Arbeiten Steine auf der Fahrbahn liegen. Ist nun trockenes Wetter, so schleudern die Pneus den Leuten im Graben Steine ins Gesicht; regnet es aber, so bespritzt der rücksichtslose Fahrer die Arbeiter mit Kot Das also ist der Dank an die Strassenarbeiter, welche dem Automobilisten oft unter schwierigen Verhältnissen eine einwandfreie Fahrbahn schaffen helfen. Oft ist es ja nur der Erfahrung dieser Arbeiter zu verdanken, wenn es nicht mehr Unfälle beim Strassenbau gibt. Die Leute sind gewitzigt und weichen den Fahrzeugen nach Möglichkeit aus. Solche Fahrer schaden unbedingt dem gesamten Automobilwesen. Kein vernünftiger Mensch wird etwas dagegen haben, wenn der Fahrer auf guter, genügend breiter Strasse seinen Wagen laufen lässt. was der Motor hergeben kann. Aber der tüchtige Fahrer hat seinen Wagen auch lieb. Er kennt ihn wie einen lieben Freund, schont die Maschine, wenn es nötig ist, lässt laufen, wenn der Weg frei und übersichtlich ist, und schont damit nicht nur seinen guten Wagen, sondern auch Passanten. StrassenaTbeiter und nicht zuletzt sioh selbst Ich möchte noch einmal speziell bemerkt haben, dass es eine direkte Herausforderung ist, wenn deT Fahrer unbekümmert um das Leben seiner Mitmenschen an bezeichneten Baustellen vorüberrast Die Arbeiter, welche dem Automobilisten Strassen und Wege in fahrbaren Stand stellen, sollen" ee-; achtet, nicht aber zu ihrer Arbeit hinzu noch gefährdet werden. H.E.inL. $€«»«am*«>mrv