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E_1931_Zeitung_Nr.074

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Oklahoma und seit dem

Oklahoma und seit dem 18. August auch in Osttexas, hatte man im Gegenteil mit einem schärferen Produktionsrückgang gerechnet. Die auffallende Produktionssteigerung erklärt sich aus einem weitern starken Anstieg der Erdölgewinnung in Osttexas von 738 000 Fass im Tagesdurchschnitt der Vorwoche auf 848000 Fass gegenüber einer Tagesausbeute von rund 600000 Fass zu Beginn des laufenden Monats. Anfangs Juli betrug die Tagesausbeute noch 350 000 und anfangs März nur noch 100000 Fass. Die erneute Zunahme der Osttexasproduktion um 15% ist um so bemerkenswerter, als die Produktion in diesem Bezirk an den beiden letzten Tagen der Betriebswoche bereits geruht hatte. Berücksichtigt man die Tatsache, dass im östlichen Texasgebiet somit in der letzten Berichtswoche nur an fünf Tagen Rohöl gefördert wurde, so ergibt sich für dieses Territorium eine effektive Produktionszunahme von mehr als 60%. Diese Entwicklung beleuchtet deutlich die gewaltigen Gefahren, welche für die gesamte Petroleumindustrie Amerikas von Osttexas ausgingen und rechtfertigt die drakonischen Massnahmen der Gouverneure von Oklahoma und Osttexas zur Eindämmung der Petroleumfluten. In Oklahoma, wo bekanntlich zahlreiche Oelquelkn bereits seit einiger Zeit geschlossen sind, hat die Erdölgewinnung in der vergangenen Woche nur eine unwesentliche Zunahme von 264 000 auf 269 000 Fass aufzuweisen, während die Tagesproduktion vor drei Wochen noch 421000 und vor fünf nach 632 000 Fass betrag. In der vergangenen Woche haben dieBenzinvoTräte der Petroleumraffinerien in den Vereinigten Staaten von Amerika eine weitere Abnahme um 0,47 Mill. auf 34,07 Mill. erfahren. Ende Juli betrugen die Vorräte noch 37,29 Mill. Fass, Ende Juni 41,98 Mill., Ende Mai 45,45 Miü. und Ende März 47,44 Mill. Fass. Was die Entwicklung des amerikanischen Petroleummarktes anbetrifft, so bleibt die militärische Besetzung der sehr reichen Quellen in Osttexas so lange bestehen, bis die Käufer von •Rohöl bereit sind, pro Fass einen Dollar zu zahlen, ein Preis, der mit dem Gestehungspreis der kleineren Produzenten ungefähr übereinstimmt Natürlich kann dieses Niveau nur behauptet werden, wenn es den Raffinerien gelingt, für ihre Produkte einen Preis zu bedingen, der es ihnen ermöglicht, den vorgeschlagenen Betrag für Rohöl zu zahlen. Die Käufer von Benzin berücksichtigen indessen nicht den höheren Preis für Rohöl, also den höheren Gestehungspreis für Benzinprodukte. Der Preis für Benzin würde indessen auf Grund der Preiserhöhung des Rohstoffes nur dann eine entsprechende Erhöhung erfahren können, wenn eine Zufuhr aus andern Gebieten nach den Absatzterritorien unmöglich wäre. Augenblicklich zirkulieren Gerüchte, dass die unabhängigen Raffinerien in Osttexas beabsichtigen, Petroleum aus Russland zu importleren. Der Preiseinbruch im Middcontinentgebiet hat in Oklahoma zu einer schnellen Einschränkung der Produktion geführt. Dort hat somit der natürliche Anpassungsprozess bereits angefangen. In nachstehender Produktionsübersicht, wo die Tagesproduktion in Fass in den per 11. Juli, 22. und 29. August abgelaufenen Wochen enthalten ist, kommt die Restriktion in Osttexas noch nicht zum Ausdruck. Es scheint die Absicht zu bestehen, die Produktion auf 270 000 Fass pro Tag zu verringern. Osttexaa Oklahoma Ver. Staaten 11. JuH 381550 632 450 2 544 650 22. August 848000 269000 2608 250 29. August — 265 800 1771500 Die durch die Einschränkung im Middcontinentgebiet entstandenen Preiserhöhungen für Rohöl haben im allgemeinen keine erhebliche Kurssteigerung der Aktien der betreffenden amerikanischen Gesellschaften zur Folge gehabt, wie dies unter normalen Verhältnissen wohl der Fall gewesen wäre. Hier steht man wiederum dem grossen Misstrauen gegenüber, welche die Börsen den preisregulierenden Massnahmen entgegenbringen. In einer Zeit, wo für Benzin infolge der Gewaltmassnahmen der Gouverneure von Osttexas und Oklahoma zur Hebung der Rohölpreise der Weltmarktpreis eine Nuance fester tendiert, schlägt der Benzinpreis in den Niederlanden eine abwärtsgerichtete Entwicklung ein. An den Tankstellen ist ein Preis von 5 bis 6 Cts. pro Liter die Regel. Nur wenige Tankstellen schlagen den noch immer geltenden Preis von 8 Cts. noch an. Sie halten sich wahrscheinlich darum nicht an den «offiziellen » Preis, da sich offenbar die in der Konvention vereinigten grossen Konzerne damit einverstanden erklären. Frei in die Garage geliefert wird Benzin sogar zu 4 Cts. angeboten. Die erste Frage, die diese verschiedenen Rätsel aufgibt, besteht darin, warum angesichts der allgemeinen Unterbietung der offizielle Preis nicht um 2—3 Cts. reduziert wird. Es ist begreiflich, dass man zögert, diese niedrigen Notierungen zu offiziellen zu erheben. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass zwischen den Gross-Konzernen und den Pumpenbesitzern ältere Verträge bestehen, die eine Lieferung mit einer in Cents festgelegten absoluten Spanne unter dem offiziellen Preis vorsehen, so dass bei einer Preisreduktion auch nur um 2 Cts. der Konzern das Benzin nahezu oder ganz kostenlos abgeben müsste. Die andere Frage stellt sich nach der Herkunft des freien Benzins und woher sich die Händler das meist rumänische oder auch amerikanische Benzin beschaffen. Rumänisches Benzin war monatelang erheblich billiger zu erhalten als amerikanisches, und das änderte sich erst bei der vor etwa zwei Monaten erfolgten Preisreduktion des amerikanischen Benzins. Oft war rumänische Ware für den Barkäufer auch bis zu 10% unter der offiziellen Exportnotiz zu haben; bisweilen auch amerikanisches unter offizieller Goldnotiz. Dazu kamen nicht selten Gelegenheitsquantitäten. Es kam nicht un-häufig vor, dass eine englische Reederei, um ihre Tanker zu beschäftigen, einige 1000 Hektoliter Benzin nach Europa verschiffte und diese nach und "nach zu stets sinkenden Preisen ausbot. Ein Teil davon gelangte nach den Niederlanden, andere Zufallpartien nach Deutschland und Belgien. Diese Ware stellte sich stets, trotz der auf diesen Sendungen haftenden doppelten Frachtkosten, billiger als direkter Bezug aus Amerika. Wy. Die Zahl der im Automobllgewerbe beschäftigten Personen geht teilweise aus den Ergebnissen der eidgenössischen Betriebszählung hervor, welche 1929 durchgeführt wurde, und deren Zahlen eine fortlaufende Bearbeitung durch das Eldg. Statistische Amt erfahren. Der Zusammenstellung entnehmen "wir, dass insgesamt 124 Betriebe die Fabrikation von Karosserien und Fahrzeugen betreiben und 3809 Personen bechäftigen. 1241 Betriebe befassen sich mit der Reparatur von Automobilen, in welchen 6940 Mann ihr Brot verdienen. 212 Unternehmungen beschäftigen sich mit dem Handel von Automobilen, Automobilbestandteilen und Traktoren und bieten 940 Personen Arbeitsgelegenheit. Diese Zahlen können freilich keinen Anspruch darauf erheben, ein vollständiges Bild vom schweizerischen Automobilhandel und -Gewerbe zu geben, da zahlreiche Betriebe, welche sich auf das Automobil spezialisiert haben, so Auto-Satt- ) lereien, -Spehglereien, Werkstätten für "Bat- 1 terien und elektrische Apparate und Unternehmungen, welche nicht ausschliesslich ' Reparaturen ausführen, hier nicht erfasst worden sind, sondern unter den betreffenden allgemeinen Betriebszweigen figurieren. Nach Kantonen geordnet steht Zürich durchwegs an erster Stelle, gefolgt von Bern, Genf, Waadt und Baselstadt. z. Tourenwagen 500-750 ce. 1100-1500 cc. 5000-8000 ee. Sportwagen 1100-1500 ce. 1500-2000 cc. 2000-3000cc Schwei Klasse 2000-3000 cc 3000-5000 ce. 3000-5000 cc. Rennwagen 500-750 cc. 750-1100 cc. 1100-1500 cc. 1500-2000 cc. 2000-3000 cc. Solo Solo 1. 2. 1. 2. 1. 2. 3. 1. 2. 3. 1. 2. 3. 4. 6. 6. 1. 2. 3. Solo Solo 1. 2. 3. 4. 1. 2. 3. Solo 1. Solo Solo Solo Bigler G. Walser P. Schafroth W. Müller P. I*rau Dold-Uster C. Straumann Gübelin H. Peter L. Frey A. „Ben6" Burgerhoufc Küderli O. Scheibler A. Schmid-Colliard H. Herbst W. Keller A. Willy Th. Frl. Ortelli H. Zwimpfer O. Gloggner E. I Matzig C. Guntern G. Koch E. Kündig T. Dr. Karrer Burggaller E. G. Battaglia G. Strittmatter J. Herbst W. Willy Th. Iten Fred Markiewicz E. Kessler H. Steinweg R. Frankl E. Stuber H. Frl. Münz AUTOMOBIL-REVUE 1931 — N° 74 Experte Amateur Experte Experte Amateur Experte Experte Experte Experte Experte Experte Experte Experte Experte Trotz der anfänglich unerfreulichen Witterung bringt die letzte Veranstaltung des Rennkalenders einen unerwarteten sportlichen und wohlverdienten organisatorischen Erfolg. — Es wurden insgesamt 12 neue Klassenbestzeiten aulgestellt. — A. Scheibler auf Chrysler fährt beste Tourenwagenzeit, Dr. Karrer auf Bugatti holt sich neuerdings den Lorbeer bei den Sportwagen, und H. Stuber auf Bugatti erreicht neue Bestzeit der Rennwagen und des Tages. «Ende gut, alles gut!» war das Motto, auf das die vielbeachteten Worte von Herrn Dr. Mende am Bankett abgestimmt waren und wir halten es bei diesem Ausspruch mit dem Zentralpräsidenten des A. C. S. Er hat sich hier in doppelter Hinsicht bewährt. Einmal löste gegen Mittag ein klarer Himmel und Sonnenschein den trostlosen und fröstelnden Morgen ab (die Wettermisere ist leider zum Dauerjammerthema dieser Saison geworden) und dann hat diese Veranstaltung den würdigen Abschluss des diesjährigen nationalen Sportkalenders gebracht. Man hatte sich männiglich gefreut, als sich die Sektion Luzern des A.C.S., wenn auch verspätet, entschlossen hatte, die dritte Wiederholung des Kriens-Eigenthal-Rennens anzumelden, und der Veranstaltung kam durch den Ausfall des Kilometer lance von Giubiasco ganz besondere Bedeutung zu, indem es als letzter Lauf der Meisterschaft in Anrechnung kam. Dass sich Kriens-Eigenthal in so kurzer Zeit eine grosse und vor allem treue Anhängerschaft gesichert hat, kam am Sonntag bei der stattlichen Zuschauermenge und bei der vorzüglichen Besetzung der Nennliste deutlich zum Ausdruck. Mit 43 Meldungen allein für das Autorennen und über 50 Konkurrenten bei dem vorausgehen- 'den Motorradrennen konnte das Organisationskomitee unter der zielbewussten Leitung von Ing. Bartholomäi einen Erfolg zum Voraus buchen, den man bei aller Sympathie die Veranstaltung kaum erwartet hatte. Die 6,5 km lange Rennstrecke, welche bei 14 Prozent maximaler Steigung 490 m Höhendifferenz überwindet, ist schon bei trokkener Strasse ein tüchtiges Stück Arbeit. Am Sonntag morgen, nach einer Regennacht, sah die Piste teilweise schon mehr trostlos aus und mit sorgenvoller Skepsis sah man dem Regen entgegen. Ein aufhellender Tag hat dann freilich die Voraussetzungen etwas günstiger gestaltet, allein es galt für alle Fahrer, ihre bestes Können und höchste Sicherheit und Präzision einzusetzen, wollten sie nicht trotz allem « rudern » (und es wurde auch tüchtig « gerudert») in schlechtes oder gar gefährliches «Fahrwasser» kommen und die bestehenden Bestzeiten überbieten. Der Tag hielt aber eine reiche sportliche Ernte, und mit 9 verbesserten Klassenrekorden und 3 erstmals aufgestellten Bestzeiten ergibt sich ein Fazit, das unsern schweizerischen Fahrern und den an- Resultate vom Kriens-Eigenthal-Rennen Bang Solo Fahrer Amateur Experte Amateur Experte *• Experte Marke Austin Fiat Alfa Romeo Fiat Bugatti Talbot Chrysler Fiat Bianchi Chrysler Chrysler Chrysler Chrysler Austro-D. Martini Chrysler Ford Chrysler Chrysler Bugatti Bugatti Bugatti Fiat Bugatti Bugatti K. Bugatti K. Alfa R. K. Bugatti Martini Ford Ford Austin K. Amilcar K. Amilcar K. Bugatti K. Bugatti K. Bugatti K. Kviens - Eigei&tSial - Rennen Zylinder- Inhalt 748 1438 1500 1438 2992 2505 2790 2516 2260 3938 4273 4070 4398 3614 4380 3535 3200 3535 6308 1495 1495 1495 1438 1992 1992 2260 1750 2992 4380 3200 3200 748 1094 1094 1495 1989 2292 Zellen 9'66,0" 8'20,6" 7'15,8" 7'63,6" 7'52,8" 8'36,4" 8'12" 8'18,8" 8*33,6" 7'27,4" 7'36,2" 7'52,8" 6'68,6" 7'11,O" 7 > 18,0" 7*24,6" 7'26,4" 8'08,0" 7*24,2" 7*20,4" 8'15,0" 8'24,4" 8'52,8" 8*11,6" 6*13,4" 6*13,6" 6'40,2" 6*44,4" 7*11,6" 7*15,0" 8'19,0" 7*26,4" 6'24,0" 6*44,0" 6*29,4" 6*03,6" 6*37,4" Bemerkungen Klassenrekord aufaufgestellt Neuer Klassenrekord Neuer Klassenrekord Beste Zeit der Tourenwagen, neuer Kategorie- und Klassenrekord Neuer Klassenrek. Neuer Klassenrekord Beste Zeit d. Sportwagen, neuer Ka tegorien- und Klassenrekord Neuer Klassenrekord Klassenrekord aufgestellt Neuer Klassenrekord Klassenrekord aufgestellt Beste Zeit der Kennwagen, neuer Streckenrekord wesenden internationalen Gästen ein glänzendes Zeugnis ihrer Fähigkeiten ausstellt. Dabei kein einziger nennenswerter Unfall. Freilich hat das Rennpech auch hier seinen Schabernack getrieben, teilweise geradezu gehaust, aber das ist einem Konto aufzuschreiben, welches nicht mehr in den Büchern des A.C.S. Luzern enthalten ist! Die Tourenwagen setzten das durch die Motorräder bereits eröffnete Rennen fort. Der schweizerische Meisterfahrer Hänni auf Condor hatte mit seiner Bestzeit für Motorräder bereits den bestehenden von Stuber anno 1929 aufgestellten Streckenrekord um eine Fünftelssekunde unterboten. Diese Vorlage mochte wohl die Konkurrenten der Kategorie erst recht animiert haben, einen Generalangriff auf die geltenden Rekorde einzuleiten. Dazu war die Kategorie mit 26 Konkurrenten, worunter einige scharfe Kämpen, so besetzt, dass man sich zum voraus auf einen spitzen Kampf gefasst machen konnte. Mit dem Austin-Wagen von Bigler waren erstmals die «Kleinen» im Eigenthal vertreten, die aber gleich von allem Anfang an recht gute Figur machten. In der Klasse bis 1500 cem vermisste man allgemein den Zürcher A. Keller, der mit seinem Alfa-Romeo immer Bewegung und Tempo in die Gruppe brachte. Er ist zu den «Grösseren» (nur punkto Kaliber) übergegangen. Seine Maschine scheint aber im Zürcher Schaffroth einen tüchtigen Nachfolger und Meister gefunden zu haben, der freilich bei seinem ersten Rennen nicht auf seine Rechnung kam. Ein vor ihm gestarteter Konkurrent war bald aufgeholt, doch vermochte Schaffroth seinen Vorsprung nicht auszunützen, indem er über 500 m hinter dem Vormanne herpilotieren musste, bis er endlich sich die Passage erzwingen konnte und nun, allerdings verspätet, freie Bahn hatte. Immerhin hat er trotz dieser Behinderung, für welche übrigens der andere Fahrer disqualifiziert wurde, den bestehenden Klassenrekord mit seiner Zeit von 7.18.0 umgelegt. Auf ein- • gereichte Beschwerde wurde ihm ein zweiter Start erlaubt, bei welchm er sein Resultat um gut zwei Sekunden noch verbesserte. Dieser Zwischenfall scheint dem Starter etwas in die Glieder gefahren zu sein, und um ähnliche Wiederholungen zu vermeiden, wurden die Startzeiten stärker distanziert, gegen den Schluss hin freilich so reichlich, dass einige eigentliche Kunstpausen entstanden. Von dieser allzu prononcierten Gewissenhaftigkeit der Startorgane abgesehen, hat die Organisation tadellos gespielt, zu welchem Erfolg nicht zuletzt auch der flotte Nachrichtendienst der Sektion Bern des Militärfunkerverbandes beigetragen hat, welcher auch hier das Telephon mit 7 Stationen erstellt und überwacht hat. Herr Dr. Hübscher, der Sektionspräsident, ersuchte am Bankett unsere Zunft um wohlwollende Kritik; aber bei aller Lust zum Kritisieren, hätte auch ein Nörgeier herzlich wenig oder überhaupt keinen Stoff zu einer Tirade gefunden, es sei denn, er hätte sich mit Witterungsbetrachtungen befasst! In der Klasse bis zu 3 Liter holte sich die Zürcher Amazone Frau Dold-Uster einen wohlverdienten Erfolg, der dann noch durch den Ausfall von Muff, mit der schweizerischen Meisterschaft, für welche sich die Dame eingeschrieben hatte, gekrönt wurde. Darob natürlich eitel Freude und Stolz im Lager der Mitglieder des Damen A. C, der durch eine ebenso sportbegeisterte wie liebenswürdige Delegation vertreten war, um ihrem Mitgliede alsbald zu dem erwarteten Erfolg gratulieren zu können. Frau Dold, welche erst letztes Jahr am Rheineck-Walzenhausen die Feuertaufe bestand, hat sich gleich in der ersten Saison, welche sie vollständig absolvierte, als Damenfahrerin ausgezeichnet, und der Zentralpräsident hat es denn auch nicht unterlassen, am Bankett den Damen ein ganz besonderes Kränzlein zu widmen, das wir ihnen gerne gönnen. Straumann, von Basel, ist mit seinem Talbot-Cabriolet erfreulicherweise ein regelmässiger Gast der Rennen geworden und hat wiederum ein recht beachtliches Resultat erzielt. H. Gübelin, der schon verschiedentlich erfolgreich «gastierte», erschien diesmal mit einem geschlossenen Chrysler am Start und holte sich bei den Experten trotz der Behinderung durch die geschlossene Karosserie den ersten Preis. Es wäre nur zu begrüssen, wenn ihn dieses löbliche Ergebnis nunmehr dazu bestimmen könnte, die nächste Saison als ständiger Konkurrent zu bestreiten, um so mehr, als er bei einer Beteiligung an der Meisterschaft nicht die letzten Aussichten hätte. L. Peter, der unserer Lesergemeinde als der

TÖÜ i7l 1021 einzige helvetische Konkurrent an der Alpenfahrt bekannt ist, folgte als sicherer Zweiter; Bei der Gruppe von 3—5 1 erschien ein Chrysler-Massenaufgebot am Start und es •« chryslerte » nur so auf den ersten Plätzen. Ein Lausanner Herrenfahrer, der unter angenommenem Namen fuhr (und dabei durch die ungewollte Indiskretion eines Bekannten sein Inkognito an massgebender Stelle doch nicht sichern konnte!) setzte sich an die Spitze der Amateure, gefolgt von BuTgerhont, Bern. Das Bild hätte freilich leicht einen wesentlich anderen Aspekt annehmen können, wenn nicht A. Muff durch Defekt der Zündspule aus dem Rennen geworfen worden wäre. ET war, nachdem er sich bereits an den vorhergehenden Rennen als tüchtiger Fahrer ausgewiesen hatte, nicht nur Anwärter auf den Klassenersten, sondern auch auf den Meisterschaftstitel, dem er nach der bisherigen Punktzahl am nächsten stand. Dieser unverdiente, ja lächerliche Zufall hat nun im letzten Augenblick die Aussichten auf Meisterschaftsehren gründlich verdorben. Muff ist aber, als mehrjähriger Motorradrennfahrer, Sportsmann genug, um darob die Flinte nicht ins Korn zuwerfen und wir werden sicheT das nächste Jahr um so mehr Gelegenheit haben, ihn als angehenden Meister unseren Lesern vorzustellen. Bei den Experten hat Scheibler seine frühere Erfolgserie wieder einmal um einen glänzenden Sieg bereichert. Mit dem Zwimpfer'schen Wagen sei. Angedenkens (Zwimpfer hat mit diesem Chrysler letztes Jahr die Meisterschaft ausgefahren) weiss Scheibler ebensogut umzugehen wie der Vorgänger und in seinem eigenen Draufgängertum, das aber mit entsprechendem Können verbunden ist, •holte sich der Berner die beste Zeit der Tourenwagen und reduzierte den geltenden Rekord um 24 Sekunden, womit neuerdings das Berner Tempo in ganz anderem Licht erscheint und die bald abgegriffene Redensart revisionsbedürftig wird! Viel beachtet wurde auch das Rennen von Schmid auf Austro-Daimler, der trotz des erheblichen Wagengewichtes und der Chassislänge die Strecke in guter Manier und anerkennenswerter Zeit hinter sich brachte. Keller, der in dieser Klasse min auftaucht und einen geschlossenen Chrysler fuhr, musste natürlich im Range andern den Vortritt lassen. Aber gemessen an den bei dieser Karosserie noch gebotenen Möglichkeiten hat er eine Zeit herausgefahren, welche noch den alten Routinier erkennen lässt. Das nämliche •gilt für den Luzerner Willy auf Ford, dessen' Zeit manchem grösseren Kaliber noch Ehre machen würde. Die Reihe beschloss Frl. Orfelli, die den Guidon des Motorrades, den sie seit Jahren mit Sicherheit geführt, nunmehr mit dem Volant vertauscht hat. Sie wird im nächsten Jahr wahrscheinlich die Rangleiter allmählich hinaufklettern. 0. Zwimpfer, der letztes Jahr nach erreichter Meisterschaft, den Entschluss gefasst hatte, künftige Rennen nur noch als Schlachtenbummler zu besuchen, hat der Versuchung erfreulicherweise doch nicht ganz widerstehen können und ist zum letzten Gang mit einer nagelneuen 8-Zylinder- Chrysler-Limousine aufgerückt und hat sich gleich noch einen Rekord zugelegt, der aller Beachtung wert ist Mit ihm hat das Chrysler-Defile (es waren 9 Wagen dieser 'Marke im Feuer) seinen flotten Abschluss gefunden! Die Sportwagen setzten die Erfolgsserie in neuer Auflage fort. Ihr Kampf war durch die Beteiligung von ausländischen Gästen doppelt interessant und dessen Ausgang ungewiss. Der Luzerner Gloggner hat die Farben der veranstaltenden Sektion ehrenvoll vertreten und sicherte sich mit einem neuen Rekord auch gleich die Klassenbestzeit. Die 3-Liter- Klasse sah vier Kämpen im Ausstich, die sich in manchem cGang> schon hervoragend ausgewiesen hatten. Es gilt dies vor allem von unserem nationalen Meister Dr. Karrer und seinem deutschen Markenkollegen Burggaller, der erstmals am Eigenthal startete. Er steuerte seinen Bugatti-Kompressor mit erstaunlicher Sicherheit über die ihm wenig vertraute Piste und seine Zeit von 6.13.6 rief grösste Ueberraschung hervor, da man kaum ernstlich mit solchen Spitzenleistungen rechnete, nachdem die Bestzeit auf 6.48 stand, die kein Geringerer als Rosenstein aufgestellt hatte. Man wusste freilich, dass Dr. Karrer diesem Resultat sehr nahe kommen, ihm eventuell zusetzen könnte, allein die ausgesprochene Ebenbürtigkeit des Gegners, der als Berufsfahrer wohl noch über die grössere Erfahrung verfügt, Hessen einen nationalen Sieg sehr ungewiss scheinen. Dr. Karrer hat es aber geschafft. Es ging spitz zu: mit einer Fünftelssekunde, nur dem empfindlichen Instrument des Chronometreurs wahrnehmbar, hat er seinen schwierigen Gegenspieler in Rückstand versetzt Damit ist der Kategorie- Rekord um die fast unwahrscheinlich anmutende Differenz von mehr als 34 Sekunden unterboten worden. Unser Zürcher Meister hat damit wohl die überzeugendste Leistung seiner diesjährigen Sporttätigkeit erbracht. A propos ausländische Gäste sei zusammenfassend erwähnt, dass ihnen das Eigenthal wenig Glück gebracht hat. Einmal kam Burggaller nicht zum erwarteten Sieg, dann wird auch der in der gleichen Klasse gestartete G. Battaglia aus Luino auf Alfa-Romeo nicht ganz auf seine Rechnung gekommen sein und wohl die schweizerischen Bergprüfungsfahrten oder dann seine Mitkonkurrenten etwas unterschätzt haben. Er hat aber auf alle Fälle seine Visitenkarte in flottem Stil abgegeben und kommt hoffentlich wieder zu uns als Gast. Graf Rusca, ein liebenswürdiger Herrenfahrer, der erstmals dieses Jahr am Gurnigel fuhr, hatte sich auch für das Eigenthal-Rennen eingeschrieben und tüchtig trainiert Am Sonntag morgen bei der Ausfahrt der Konkurrentenkolonne aus dem Park wollte er einen kurzen «Morgen- und Probegalopp» absolvieren, wobei er mit einem anderen Wagen, der glücklicherweise nicht für das Rennen selbst vorgesehen war, in schärferem Tempo kollidierte und dabei den Motor schwer havarierte, so dass die Maschine nur noch zum Heimtransport und reif für die Klinik verladen werden konnte. Man hat es allgemein bedauert, den sympathischen Italiener nicht am Start zu sehen. Schwarzes Pech hatte auch der Südfranzose Ralph aus Nizza, der auf Bugatti zu starten beabsichtigte. In anstrengender Tagund Nachtfahrt war er von seinem Wohnort gekommen und befand sich mit dem Lastwagen, auf welchem der Renner verladen war, vor Gross-Höchstetten, als er beim Ausweichen in einen Acker hinausfuhr und dabei den Bugatti havarierte, so dass er überhaupt nicht einmal probeweise die Strecke befahren konnte. Steinweg, München, seinerseits hat trotz sauberer Fahrt seinen Meister In H. Kessler gefunden, wie noch zu melden sein wird. Einzig der Wiener Frankl, der auf Bugatti als Solist in einer Rennwagenklasse fuhr, vermochte sich mit seiner Zeit, die zugleich eine erstmalig aufgestellte Bestzeit der Klasse bis 1500 ccm darstellt, in Front zu setzen. Nun zurück zur Sportwagenklasse 2—3 1. Als Vierter figurierte Strittmatter, Zug, der in der Tourenwagen-Kategorie gemeldet hatte und ob welcher Einschreibung die nationale Sportkommission wiederum Probleme betreffend das Reglement und Proteste zu wälzen hatte. Der Umstand, dass der nämliche Wagen bereits zweimal an nationalen Rennen als AUTOMOBIL-REVUE Tourenwagen laufen konnte und nun nachträglich eine Versetzung erfährt, lässt doch die Frage aufkommen, ob das Reglement nicht irgendwie ergänzt oder gewisse Bestimmungen präzisiert werden könnten, um derartig verschiedenartigen Klassierungen nämlicher Wagen vorzubeugen. Strittmatter wollte sich nach Bekanntgabe des Entscheides in die Rennwagenklasse versetzen lassen, was nun die Abnahmekommission wiederum nicht zuliess. So landete er bei den Sportwagen und ausgerechnet in der schärfsten Klasse. Strittmatter ist freilich, was Rennpraxis anbetrifft, kein heuriges Häslein mehr, aber dass er als ausgesprochener Herrenfahrer gegen Konkurrenten, die, wie Burggaller hochqualifizierte Berufsfahrer sind, nicht aufkommen konnte, lag auf der Hand. Mit 6.44.4 gab er aber für die mitkonkurrierenden Kanonen kein schlechter Gesellschafter ab. In der folgenden Klasse begegnete man endlich wieder einmal einem Martiniwagen, der übrigens mehr als gute Figur machte und samt einem neuen Klassenrekord auch gleich den Klassensieg heimfuhr. Der Konkurrent, W. Herbst, erhielt übrigens als erfolgreichster Luzerner Fahrer den Wanderpreis Schild der Sektion. Willy erreichte auf seinem Ford in dieser Kategorie nochmals einen Achtungserfolg, während der Basler Iten, der auf einem Ford Special anrückte, wegen Kerzenstörungen seine Maschine leider nicht wie beabsichtigt präsentieren konnte. Die Rennwagen brachten noch den richtigen Pfeffer zu dem bereits vorliegenden Rekordragoüt. Markiewicz, dessen Zeit als erstmals für seine Klasse aufgestellte Bestzeit registriert wird, hätte weit mehr Tempo vorlegen können, wenn die Kupplung seines Austin nicht plötzlich gebockt hätte und den Meister zwang, die grössere Hälfte des Rennens im ersten Gang zu beschliessen. H. Kessler hatte seinen letzten Lauf für die Meisterschaft nicht geschenkt bekommen. In Steinweg stand ihm ein Konkurrent gegenüber, der sich an verschiedenen internationalen Veranstaltungen dieser Saison vorzüglich ausgewiesen hatte, und denn auch hier eine flotte Zeit fuhr. Mit H. Kessler ist aber auf der Rennbahn nicht so leicht Kirschen essen und er hat mit einem klaren Vorsprung von 20 Sekunden, womit auch der bestehende Rekord um fast eine Minute überrannt wurde, bewiesen, dass er 'der Meisterschaft würdig ist, die ihm mit der »maximalen Punktzahl zufiel. , t Der Wiener Frankl auf Bugatti hat sich mit einer Zeit von 6.29.4 vorzüglich eingeführt und es wird nächstes Mal eines tüchtigen Anlaufes bedürfen, um das Resultat zu verbessern. Nun ist noch H. Stuber fällig. Der Berner Meisterfahrer hat sich dieses Jahr erfreulicherweise durch den Militärdienst nicht abhalten lassen, den letzten Lauf für die Meisterschaft zu bestreiten und damit bei höchster Punktzahl seine diesjährige Rekordserie wieder einmal mit dem offiziellen Meisterschaftstitel abzuschliessen. H. Stuber ist wirklich ein Kapitel für sich. Man ist sich an seine Rekorde und Tagesbestzeiten schon so gewöhnt, dass man fast versucht wäre, die jeweiligen neuen Bestleistungen als selbstverständlich zu taxieren. Und doch muss auch er unter Einsatz seiner vollen Fahrtechnik und Führerkunst unseren Bergstrecken jede Sekunde hart abringen und je länger er Rekorde stürmt, um so knapper wird die Marge werden, die für eine Verbesserung deT früheren Leistungen überhaupt noch bleibt. Schade, dass Stuber nicht mehr Zeit zur Verfügung hat. um unsere nationalen Farben an internationalen Veranstaltungen des Auslandes häufiger zu vertreten. Wir sind überzeugt, dass er nicht nur in der Schweiz, sondern auch im Ausland seine Erfolge erweitern und damit gleichzeitig weitere wertvolle Erfahrungen sammeln könnte. Auf alle Fälle gebührt ihm, wie keinem zweiten, die Auszeichnung, welche er sich durch die vollständige Absolvierung der Meisterschaft erwarb. Seine heurige Rekordzeit steht wiederum fast volle 17 Sekunden besser, als das Resultat vonanno 1929. Und last not least, die Amazone unter den Rennfahrern, Frl. Münz. Sie hat sich natürlich nach bekannter Ueberlieferung wiederum den Damenpreis gesichert und mit ihrer Zeit, die sich ebenfalls beträchtlich unter der Siebenminuten-Grenze hielt, ihre Klasse bestätigt. Das Bankett versammelte eine grosse Zahl von Gästen im Gotthard Luzern, denen der Sektionspräsident, Herr Dr. Hübscher, einen äusserst liebenswürdigen und formvollendeten Willkomm entbot. Er weiss die Verdienste aller, welche sich um das Rennen verdient gemacht haben (und hiezu zählen nicht zuletzt die Behörden von Stadt und Kanton Luzern) ins richtige Licht zu setzen. Seinem Beispiel folgt der Zentralpräsident Dr. Mende, der mit seinem fröhlichen Ausführungen die Lacher bald auf seiner Seite hat. Er feiert auch seinerseits den durchgehenden Erfolg des 3. Kriens—Eigenthal- Rennens, der dem schweizerischen Automobilsport und dem A. C. S. so gut ansteht. Endlich kommt auch noch der Rennleiter, Ing. Bartholomäi vor versammelter Korona zum Wort, um die Leistungen der Fahrer zu würdigen und die Preisverteilung vorzunehmen, zu der ein wohlvorbereiteter und überaus gediegen dotierter Gabentisch geradezu einlud. Bei dieser Gelegenheit wurden auch noch die Ergebnisse der diesjährigen Meisterschaft proklamiert, für welche vier Lorbeere, worunter an eine Dame verteilt werden können, Rück- und Ausblick. So wäre denn die Sportsaison 1931 bereits hinter uns. Nach dem Kriens-Eigenthal gilt das Signal « Ende Feuer ! », Der Rückblick kann in sportlicher Hinsicht vollauf befriedigen. Auch die Beteiligung von Seiten der Fahrer und des Publikums hat die Befürchtungen und Unkenrufe wegen eingetretener Rennmüdigkeit Lügen gestraft. Freilich haben uns zwei grosse, internationale Veranstaltungen, welche das Ansehen des schweizerischen Rennsportes weit über die Landesgrenzen hinausgetragen, das Klausen- und das Berninarennen, gefehlt. Auch der einzige noch verbleibende Kilometer lance auf der hierfür wie geschaffenen Strasse von Giubiasco fiel in letzter Minute dahin. Dieser empfindliche Ausfall hauptsächlich auf internationalem Boden wurde durch die Alpenfahrt keineswegs wettgemacht, nachdem sich praktisch die gesamte schweizerische Autosportwelt an dieser Veranstaltung desinteressierte. Dafür hat allerdings die Organisation, für welche die Schweiz ja dieses Jahr verantwortlich zeichnete, einen um so glänzenderen Erfolg mit internationaler Anerkennung erzielt. Ein verdienstvolles Wagnis war das erste internationale Rundstreckenrennen, welches den Genfern schon im ersten Wurf gelungen ist, wenn auch die Wahl der Strecke sich nicht als die glücklichste erwies. Es darf aber des Bestimmtesten erwartet werden, dass diese Art von Veranstaltung auch im kommenden Jahresprogramm figurieren werde. Findet dann wiederum ein Kilometerrennen statt, und nimmt das Klausenrennen wieder seinen gewohnten und bedeutsamen Platz ein, dann haben wir eine Saison für 1932 in Aussicht, wie man sie besser und vielgestaltiger kaum wünschen könnte. In technischer und propagandistischer Hinsicht hat der diesjährige Sportkalender bestimmt seine guten Früchte gezeitisrt. und wenn auch •uraiBDi