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E_1931_Zeitung_Nr.078

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Schriftsteller Feldhaus

Schriftsteller Feldhaus an die Dankesschuld erinnert hätte, die wir ihm als Nutzniesser seiner Ideen abzutragen haben. at. 3CBS Fall Die Behandlung der Starterbatterie Im Fahrzeug. Die Batterie muss leicht zugänglich untergebracht sein, damit sie gut beobachtet und gepflegt werden kann. Die Batterie-Anschlüsse sind dauernd leicht eingefettet zu halten, damit sie nicht oxydieren. Hat sich bereits Oxyd gebildet, so ist dieses vorher zu beseitigen. Oel oder Benzin darf mit der Vergussmasse nicht in Berührung kommen, weil sie sich hierdurch auflöst und die Elemente undicht werden. Werkzeuge oder sonstige Metallteile dürfen nicht auf die Batterie gelegt werden, um metallische Verbindungen zwischen den einzelnen Polen und damit Kurzschlüsse zu vermeiden. Auch in den Zellen können im Laufe der Zeit aus verschiedenen Ursachen Kurzschlüsse auftreten, welche sich durch hohe Temperatur der Säure, durch Mangel an Leistung oder durch Versagen der Batterie beim Starten bemerkbar machen. Wenn ein in einer Zelle aufgetretener Kurzschluss nicht in kurzer Zeit nach seiner Entstehung beseitigt wird, so kann dies eine vollständige Zerstörung der Zelle zur. Folge haben. Die Feststellung von Kurzschlüssen erfolgt durch den sogenannten Starter-Elementprüfer, der unter gleichzeitiger Entladung die Spannung der zu prüfenden Zelle anzeigt. Drückt man die Mess-Spitzen dieses handlichen Instruments kurze Zeit, etwa 5 bis 10 Sekunden, auf die Pole einer Zelle, so fliesst durch den eingebauten Widerstand ein Strom, der etwa dem Stromverbrauch beim Anlassen entspricht. Bei dieser Belastung darf die Spannung der einzelnen Zellen, wenn sie in Ordnung sind, nicht unter 1,4 Volt sinken Bei geringerer Spannung kann angenommen werden, dass in der Zelle Kurzschluss vorhanden ist. Eine Solche Batterie muss zur Instandsetzung abgeliefert werden, da ein Ausbau des betreffenden Elements erforderlich ist. Wird bei sämtlichen Zellen eine ungenügende Spannung festgestellt, so ist anzunehmen, dass die Batterie mir entladen ist. Sie muss daher vor Wiederholung der Prüfung aufgeladen werden. 01) die Batterie geladen ist, kann ausser an der lebhaften Qasentwicklung auch an der Säuredichte festgestellt werden; das spezifische Gewicht soll in geladenem Zustande 1,285 betragen. Die Nachprüfung der Säuredichte kann entweder mit einem Hebersäuremesser aus Glas oder einer Pipette aus Celluloid mit eingesetzten 3 Glasschwimmern vorgenommen werden. Diese Glasschwimmer sind auf die verschiedenen zu berücksichtigenden Säuredichten abgestimmt und es bedeutet: alle Schwimmer unten: Batterie ist entladen und muss sofort wieder aufgeladen werden. 1 Schwimmer oben: Batterie ist halb geladen. 2 Schwimmer oben: Batterie ist geladen. 3 Schwimmer oben: Batterie ist geladen, Säure ist aber zu stark und muss durch destilliertes Wasser verdünnt werden. Es darf nur das aus der Säure verdunstete destillierte Wasser ersetzt werden. Säure soll nur dann nachgefüllt werden, wenn solche nachweislich aus den Elementen vergossen worden ist. Es ist darauf zu achten, dass der Säurespiegel stets etwa 15 Millimeter über der Plattenoberkante liegt. Füllt man zuviel auf, so kann die Säure während der Fahrt leicht aus den Verschluss-Stopfen herausspritzen. Lässt man aber den Säurespiegel unter Plattenoberkante sinken, so leiden darunter die Elektroden und Holzscheider, weil sie mit der Luft in Berührung kommen. Ueber die Höhe des Säurespiegels kann man sich leicht durch Benutzung eines Holzstäbchens, das man durch die Einfüllöffnung des Elementes bis an die Oberkante der Platten führt, überzeugen. Liegt der Säurespiegel höher als vorstehend angegeben», so ist die überschüssige Säure mit Hilfe einer geeigneten Pipette oder des Hebersäuremessers abzuziehen Es wird in der Regel bei Wagen, die täglich benutzt werden, im Sommer alle 2 Wochen, im Winter vielleicht nur alle 4 Wochen destilliertes Wasser nachzufüllen sein, um stets einen normalen Säurestand über den Platten zu halten. Ergibt sich, dass immer nur bei einer bestimmten Zelle der Säurespiegel auffällig niedrig ist oder die Säure eine geringere Dichte als bei den übrigen Elementen anzeigt, so ist die Batterie näher zu untersuchen. Im ersteren Falle ist vermutlich die Zelle undicht und im zweiten Fall kann die Zelle durch Kurzschluss tiefer entladen sein als die benachbarten. AUTOMOBIL-REVUE 1931 - N« 78 Da die Verunreinigung auf die Arbeitsweise des Akkumulators einen schädigenden Einfluss ausübt, darf nur reine Akkumulatoren-Schwefelsäure und destilliertes Wasser verwendet werden. TeA Sp Frage 8068. Nichtfeuergefährliches Benzin. Wie verhält es sich mit der Feuersicherheit des kürzlich wieder von zwei Franzosen erfundenen Benzins? Angeblich kann dieses Benzin mit einem Streichholz nicht entzündet werden, lässt sich aber ohne weiteres in gewöhnlichen Flusrmotoren verwenden. H. E. in C. Antwort: Alle diese sogenannten nichtfeuergefährliehen Benzine sind nur beschränkt feuersicher. Es handelt sich dabei einfach um Benzin, dem die niedrig siedenden Anteile durch Destillation entnommen wurden. Derartiges Benzin lässt sich wohl nicht mehr durch ein harmloses Streichholzfeuerchen entzünden ist aber sonst praktisch fast ebenso gefährlich wie die üblichen Benzinsorten. Der Unterschied besteht nur darin, dass das nichtfeuergefährliche Benzin auf eine etwas höhere Temperatur erhitzt werden muss, bevor es brennt. -s. Frage 8069. Getriebearten, neues Getriebe. Was für Getriebearten (Uebersetzungen) sind bis heute erfunden und am Auto verwendet worden? Welche haben mit Erfolg funktioniert und werden heute noch an neuen Autos verwendet? Welche haben sich nicht bewährt und warum? Gibt es Getriebe, die patentiert sind? Fragender ist weder Mechaniker noch Techniker von Beruf, aber seit 10 Jahren Autofahrer, und habe mir im Laufe der Zeit verschiedene Kenntnisse in technischer Hinsicht am Auto erworben. Ich bin nun im Besitze einer Idee, die eine neue Getriebeart fürs .Auto versprechen soll. Nun beabsichtige ich, in Verbindung mit einem tüchtigen Automprhaniker die Sache auszuprobieren. Beim neuen System würde das Schalten mit gleichzeitigem Kuppeln wegfallen. Nun frage ich Sie noch an, wie ich mich gegenüber meinem Helfer zu verhalten habe, damit mir derselbe nicht nur die Kenntnisse abnimmt und mich damit im Stiche lässt. Würde sich ein solches System patentieren lassen? Was raten Sie mir? R. S. in N. Antwort: Die Zahl der Getriebe, die im Laufe der Jahre als Ersatz für das Automobil- Wechselgetriebe mit verschiebbaren Zahnrädern konstruiert wurden, geht in die Tausende. Einzig auf Getriebe mit beliebig variablem Uebersetzungsverhältnis wurden rund 1300 Patente beansprucht. In weitaus den meisten Fällen werden aber heute beim Auto immer noch Schubräder-Wechselgetriebe angewandt. Zu grösserer Bedeutung sind bisher neben ihnen einzig Planetcngetriebe angewandt. Ein solches Getriebe hatte bekanntlich auch der alte Ford. Ohne nähere Angaben können wir leider den praktischen Wert Ihrer «Idee» nicht beurteilen. An sich wäre allerdings die Lösung eines Getriebes, wie Sie es sich vorstellen, äusserst erwünscht. Wenn Sie von der Durchführbarkeit Ihrer Idee einigermassen überzeugt sind, raten wir Ihnen, sich mit einem Patentanwalt in Verbindung zu setzen. Dieser Patentanwalt wird Ihnen dann auch sagen können, ob es sich lohnt, die Sache weiter zu verfolgen und ob Aussicht besteht, dass darauf ein Patent erteilt wird. Gegebenenfalls sind wir auch gerne und unter Zusicherung strengster Diskretion bereit, Ihnen unsere Ansicht über die Brauchbarkeit der Erfindung mitzuteilen. Dazu bedürften wir aber nähere Angaben. at. Frage 8070. Frei lauf. Man spricht jetzt viel von Autos mit Freilaufeinrichtungen. Ich habe schon manchen gefragt, was hierunter eigentlich zu verstehen sei, jedoch keiner kann einem über deren Wesen richtig Auskunft geben. Vielleicht sind Sie in der Lage, mich über Baua*t und Wirkungsweise solcher Freilaufeinrichtungen aufzuklären. H. K. in Z. Antwort: Der Freilauf ist ein in die Uebertragimg eingeschaltetes Organ, das gestattet, dass der Motor die Räder in normaler Weise antreibt, jedoch umgekehrt einen Antrieb des Motors durch die Hinterräder (wenigstens zeitweise) ausschliesst. Der Automobil-Freilatuf wirkt damit also ganz gleich wie der Fahrrad-Freilauf. über dessen Wesen wir uns wohl lange Erklärungen ersparen können. Im Aufbau sind nicht alle bisherigen Freilauf- Vorrichtungen gleich. Die meisten zeigen aber ebentfalls Aehnlichkeiten mit Fahrrad-Freiläufen. Die Drehmoment-Uebertra'gung in der einen Drehrw-hhing geschieht bei ihnen durch Rollen, die sich Ewischen zwei schrägen Flächen verteilen, wobei die eine der Filächen als mit dem treibenden, die anderen als mit dem angetriebenen Teil verbunden gedacht werden muss. Bei einem anderen Preilauf-Systern geschieht die Uebertragung durch ein Stahlband, das sich bei der Rotation in der einen Drehrichtung auf einer Trommel aufwickelt und so festspannt. Bei einem Antrieb in der umgekehrten Richtung wickelt sich das Band ab, die Uebertragung ist gelöst. Bei den meisten Automobil-Freiläufea Ist die Möglichkeit vorhanden, die Freilauf-Wirkung auf Wunsch aufzuheben. Eine solche Aufhebung der Freilauf-Wirkung kann z. B. beim Befahren eines langen steilen Gefälles geboten sein, weil man ja natürlich nur mit aufgehobenem Freilauf den Motor zur Hilfsbremsung herbeiziehen kann. Der grösste Vorteil des Freilaufes am Automobil besteht in der Brennstoffersparnis und Motorschonung, die er ermöglicht. Ein mit Freilauf ausgerüsteter Wagen läuft natürlich nach dem Wegnehmen des Gases viel länger aus als einer ohne diesen. Unter Umständen lassen sich diese « Gratis- Fahrstrecken » so in die Länge ziehen, dass Brennstoffersparnisse von 20% und mehr Zustandekommen. Dadurch, dass der Motor seltener mit hoher Tourenzahl läuft, ist seine Abnützung geringer. Ein FreMauf kann auch nachträglich in einen Wagen eingebaut werden. Dabei ist allerdings Vorsicht am Platz. Es muss zuerst untersucht werden ob die Bremsen den neuen viel grösseren AnspTÜchen genügen und ob die Ladeleistung der Dynamo und die Kühlarbeit des Ventilators und der Wasserpumpe auch bei niedrigeren Motortourenzahlen ausreichen werden. at. C DUTTÜHGER - AUTOMOBILES ZÜRICH - DUFOURSTRW, TU. 44232 Z5Ltr.,13PS mU

N° 78 - 1951 AUTOMOBIL-REVUE 15 Frage 8071. Links- oder Rechtslenkung. In Automobilkreisen wurde schon oft die Frage aufgeworfen, aus welchem Grunde die meisten Automobilfabriken dazu übergegangen sind, ihre Erzeugnisse mit Linkslenkung zu versehen. Ich fuhr früher verschiedene Wagen, die mit Rechtslenkung versehen waren. Seit ca. 2 Jahren habe ich einen links gelenkten Wagen und bin noch nicht hinter das Geheimnis gekommen, welcher Vorteil ein solcher Wagen hat gegenüber der früher — wenigstens bei Europäerwagen — üblichen Rechtslenkung. Nach meinem Dafürhalten ist die Linkslenkung in Ländern, in denen rechts gefahren wird, ein glatter Unsinn und hat ohne Zweifel schon viele Unglücke verursacht. Tatsache ist, dass alle Fahrer mit linksgelenkten Wagen die Tendenz haben, mehr links zu fahren. Dies aus dem einfachen Grunde, weil Eie das rechte Strassenbord nicht sehen können und speziell bei Nacht lieber etwas zu •weit nach links halten anstatt nach rechts. Aber auch bei Tag hat der entgegenkommende Fahrer stets das Gefühl, der andere wolle nicht ausweichen, obwohl er vielleicht dank seiner Linkslenkung selbst nicht scharf rechts hält. Bei der früher üblichen Reohtslenkung konnte man gefahrlos bis an den rechten Strassenrand und war damit — speziell auf kurvenreichen Strassen — einigermassen gegen Ueberraschungen gesichert. Man sah, wie weit man rechts halten konnte, ohne in den Strassengraben zu geraten, und die Bahn war für entgegenkommende Wagen frei. Bei schmalen Bergstrassen ist ein Wagen mit Linkslenkung für mich unangenehm. Keiner getraut sich bis an den äusseren Strassenrand, und wenn man genötigt ist, mit einem linksgelenkten Wagen an einem Abgrund entlang zu zirkeln, ohne zu sehen, wieviel Platz noch vorhanden ist, so ist dieses Gefühl alles andere als angenehm. Der eiizige kleine Nutzen, den ich bisher gefunden habe, ist, dass bei Linkslenkung in den Rechtskurven etwas bessere Sicht ist, während man bei Linkskurven ja ohnehin rechts fährt und also dadurch schon ziemlich gute Sicht hat. Damit scheinen mir aber die Vorteile der Linkslenkung erschöpft. Ich kann kaum annehmen, dass nur aus diesem Grunde die Fabriken alle zur Herstellung von linksgesteuerten Wagen übergegangen sind; ank» derseits habe ich aber auch noch niemand gefun- ^* den, der mir wirklich einen triftigen Grund angeben konnte. J. L. in M. Antwort: Das Hauptargument zugunsten der Linkslenkung ist das, dass man mit dieser Lenkungsanordnung beim Ueberholen eines andern Fahrzeuges eine bessere Sicht nach vorn hat. Man erkennt leichter, ob aus der Gegenrichtung ein anderes Fahrzeug entgegenkommt oder nicht. Beim rechtsgelenkten Wagen dagegen muss man unter Umständen ziemlich stark nach links hinüberfahren, um neben dem vor einem befindlichen Fahrzeug nach vorn sehen zu können. Zu vermehrter Bedeutung gelangt diese Tatsache im Stadtverkehr, wo man oft hinter Trams und anderen langsameren Fahrzeugen herfahren muss und jede Möglichkeit zum Vorfahren ausnützen möchte. Die Amerikaner, deren Autoverkehr sich grössteiiteils in Städten abwickelt, sind deshalb auch die Hauptbefürworter der Linkslenkung. Hierzu kommt dann noch der von Ihnen erwähnte Vorteil der Linkslenkung und schliesslich der Umstand, dass bei der nun fast überall üb- liehen Kugelschaltung das Getriebe mit der rechten Hand bedient werden kann, wenn der Wagen links gelenkt wird. Trotzdem sind wir durchaus mit Ihnen einig, dass die Linkslenkung bei unseren Verhältnissen Anlass zu Erörterungen geben kann. at s P 2. Antwort 1074. Geschwindigkeitsbusse Im Kanton Schwyz. Ein Leser schreibt uns: Ich kann Ihnen mitteilen, dass ich diesen Sommer eine Busse, welche mir auf Grund einer versteckten Kontrolle im Kanton Schwyz aufgesalzen wurde, mit Erfolg bestritten habe. Ich hatte nämlich in einer Zeitung gelesen, dass die Gemeindepräsidenten im Kanton Schwyz zu einer Konferenz eingeladen waren, wobei allgemeine Richtlinien für die Bussenausfällung bei Ueberschreiten der Geschwindigkeit von Motorfahrzeugen aufgestellt wurden. Es wurde beschlossen, dass keine Bussen auf Grund von versteckten Kontrollen mehr gefällt werden sollten, sondern die betr. Fahrer seien sofort anzuhalten und eventuell die Bremsen zu untersuchen. Meine Busse stammte von der Gemeinde Tuggen und wurde, wie gesagt, unter Hinweis auf obige Richtlinien aufgehoben. G. B. in Z. Anfrage 1083. Wandlung oder Mängelrüge? Im Januar dieses Jahres wurde ich von einem Geschäftsfreunde beauftragt, ihm einen guterhaltenen Oocasionswagen zum Preise von zirka Fr. 3500.— zu verschaffen. Er hatte mir zur Bedingung gemacht, dass der Typ nicht unter Jahrgang 1927 sein darf. Nach kurzer Zeit fand ich bei einem Privatmann einen passenden Wagen, der mir denselben unter folgenden Angaben offerierte. Modell 1927, vollständig durchrevidiert, Benzinverbrauch i2 J, Oelverbrafuch Y% l auf 100 Stundenkilometer, maximale Geschwindigkeit 95 Stundenkilometer. Der Wagen könne sogar mit Garantie abgegeben werden. An Hand dieser Angaben kaufte ich den Wagen zum Preise von Fr. 3300.— und zahlte ihn bar aus. Kaum war der Wagen in meinem Besitztum, zeigten sich schon Mängel an der Zündung und in der Kupplung. Auch musste ich konstatieren, dass der Benzinverbrauch 17 1 war und Oelverbrauch 2 1 auf 100 Stundenkilometer. Kurzerhand, ich habe den Wagen meinem Freund abgetreten, indem ich ihm diese Uebelstände bekannt gai). Letzterer Hess den Wagen in einer Garage kontrollieren; deT Motor wurde auseinander genommen und es stellte sich heraus, dass überhaupt keine Revision vorgenommen wurde und dass es sich um Modell 1925 handelte. Die Zylinder mussten ausgeschulten und neue Kolben eingesetzt werden, um den Oel- und Benzinverbrauch zu verrur gern. Der Wagen erreichte vorher bloss noch eine maximale Geschwindigkeit von 68 Stundenkilometer. Des weiteren musste die Kupplung und der Magnet neu ersetzt werden. Alle diese Mängel habe ich meinem Verkäufer mitgeteilt, der mir in arroganter Weise jede Verantwortung ablehnte, mit der schwachen Begründung, meine Angaben entsprechen nicht den Tatsachen. Mein Freund hat mir inzwischen den Wagen unter Kostenfolge zur Verfügung gestellt. (Reparaturkosten FT. 1700.—). Minderwert gerechnet werdem. Möglich ist aber auch, dass der Wagen trotz Revision nicht mehr in den vom Käufer bei Vertragsabschluss gewünschten Zustand gebracht werden kann, dann bleibt nur Wandlung übrig, d. h. Rückgabe der gekauften Sache gegen Rücknahme des Kaufpreises. Der Käufer muss sich allerdings alüällice Vorteile, die er aus der Benutzung der Sache gezogen hat, anrechnen lassen. Hingegen kann er dem Verkäufer gegenüber den Schaden ersetzt verlangen, welcher ihm durch die Lieferung fehlerhafter Ware entstanden ist. Zusammenfassend kommen wir ta. Direm Falle zu folgenden Schlüssen: a) Täuschte Sie der Verkäufer absichtlich und verleitete Sie so zum Vertragsadischluss. so können Sie den Vertrag als unverbindlich erklären gemäss Art. 28 und 31 OR. und Schadenersatz verlangen, gegen Rückgabe des Wagens. b) War der Verkäufer bei seinen Angaben gutgläubig, so dürfte nur die Preisminderungsklage ohne Schadenersatz in Frage kommen. c) Gab Ihnen der Verkäufer absichtlich falsche Angaben, speziell wegen des ETstellungsjahres und der Revision, so könnte das Gericht vielleicht zur Wandlung nebst Schadenersatz kommen. Da die Würdigung dieser Umstände ziemlich schwierig ist, und man zur Beurteilung des Vorgehens den genauen Sachverhalt kennen sollte, so empfehlen wir Ihnen, die Angelegenheit einem Anwalte zu übergeben. * Ein Kaufvertrag zwischen dem Verkäufer und mir besteht nicht, dagegen sind Zeusen da, welche die Angaben des erstem bestätigen können. Ich möchte nun wissen, ob ich in diesem Fall Wandlung oder nur Schadenersatz verlangen kann. L. E. in Seh. Antwort: Nach Threr uns angegebenen Darstellung weist der gekaufte Oocasionswagen mehrere Mängel auf, von denen Ihnen der Verkäufer einige offenbar absichtlich verschwiegen hat, resp. Ihnen unrichtige Angaben vermittelt hat. Verleiteten Sie diese unrichtigen Angaben zum Vertragsabschluss, so können Sie den geschlossenen Kaufvertrag wegen absichtlicher Täuschung anfechten, vom Verkäufer den Kaufpreis samt üblichem Zinse seit Zahlung zurückfordern und noch Schadenersatz wegen der Ihnen durch die Täuschung verursachten Auslagen fordern, gegen Rückgabe des Wagens. Diese Lösung wäre für Sie die vorteilhafteste, allerdings müssen wir aber beifügen, dass aus Ihnen uns gemachten Angaben nicht ohne weiteres hervorgeht, dass Sie durch die Täuschung des Verkäufers zum mündlichen Vertraesabschluss bewogen worden sind. Dies könnte man nur entscheiden, wenn man alle Tatumstände genau kennen würde. Sind Sie vom Verkäufer nicht absichtlich getäuscht worden, d. h., wenn er die Mängel selbst nicht gekannt hat (er kaufte den Waeen z. B. selber kurze Zeit vorher als durchrevidiert), so stehen Ihnen aber immer noch die WandlungsMaige, eventuell Preisminderungsklage zu. Im allgemeinen wird die Wandlungsklage beim Kauf von Occasionswagen von den Gerichten nur selten zugelassen. Denn die Gerichte gehen von der Voraussetzung aus, dass der Oocasionswagen seines niedereren Preises wegen nicht die Eigenschaften des fabrikneuen Fahrzeuges aufweisen können. Wesentlich für die Entscheidung, ab Wand- Die elektrische Ausrüstung des Kraftfahrzeuges, Teil III. Verlag M. Krayn, Berlin, von Dr. Friedrich Trautmann. (Automobilteehnische Bibliothek.) 314 Abbildungen. Broschiert 22 RM., gelung oder bloss Preisminderung in Frage kommt, ist für das Gericht der Umstand, ob der Käufer bunden 24 RM. Es handelt sich hier nicht um einen nur oberflächlichen Einblick, der dem Leser die Sache trotz der Mängel gebrauchen könne, oder ob die gekaufte Sache für ihn praktisch wertlos aus der Durchsicht des Werkes geboten wird, sondern dieses Buch bietet einen wertvollen Behelf, sei. um sich auf dem Spezialgebiet der Vorrichtungen Nach der uns von Ihnen gegebenen Darstellung und Apparate, die in einem Motorfahrzeug elektrische Energie verbrauchen, tiefe und erschöpfende könnte man fast glauben, dass der Mehrkonsum an Brennstoffen der Revision einigennassen behoben Kenntnis holen zu können. Einen Begriff von der worden ist. Auch die MaximaJeesohwindigkeit Reichhaltigkeit des Buches kann schon das Inhaltsverzeichnis vermitteln, das wir hier kapitelweise an- scheint sich seither gebessert zu haben. Somit würden nur noch die unrichtigen Angaben über de Jahrgang des Wagens und die Re- Zeichengeber, Sichtzeichengeber, Scheibenwischer, führen wollen: Beleuchtungskörper, Anlasser, SchalU vision bleiben. War das Erstellungsjahr dem Verkäufer selbst als 1927 bekannt, so könnte von einer messer, Heizvorrichtungen, Messinstrumente, Lei- Elektrische Bremsen, Brennstofförderer, Brennstoff- absichtlichen Täuschung nicht gesprochen werden; tungen samt Sicherungen und Schalter. Es würde wohl aber, wenn er wusste, das der Wagen im Jahre zu weit führen, wollte man in diesem Rahmen alle 1925 erbaut worden w-air und Ihnen dies verschwieg jene Qualitäten des Buches würdigen, die in den und absichtlich ein anderes Jahr angab (1927), indem er dachte, dass Sie diese Angabe zum Ver- 325 Seiten starke Werk wird durch das am Schluss einzelnen elf Kapiteln zum Vorschein kommen. Das tragsabschlüsse bewegen werde. Wir kommen daher zur Schlussfolgerung, dass wenn der Verkäufer erst recht handlich gemacht. Nebst der Reichhaltig- angefügte Sachverzeichnis leicht übersichtlich und selbst den richtigen Jahrgang nicht kannte und in keit des gebotenen Textes muss besonders auch auf guten Treuen das Jahr 1927 angab, dieser Umstand allein nicht für die Wandlung genügen Abbildungen hingewiesen werden, die das Verständ- die vielen ins Detail gehenden, überaus instruktiven würde. Auch die unrichtige Angabe über die Revision dürfte an sich kaum einen absoluten Grund dem behandelten Fachgebiet einen gründlichen Einnis bedeutend fördern und dem Wissbegierigen von zur Wandlung bilden, da deT Wagen durch eine blick vermitteln. Revision in einen besseren Stand gestellt werden kann. Diese Revisionskosten können dann als La machine ä ecrlre suisse de precision,construiteparE.Paillard & Co. S. A., Yverdon-SteCroix. Offre plus pour un prix superieur. St-Pierre 2 Lausanne Agents dans toute la Suisse. 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