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E_1931_Zeitung_Nr.078

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20 AUTOMOBIL-REVUE

20 AUTOMOBIL-REVUE 1931 — Motore mit dem gleichen lächelnden Liebreiz bändigen, mit dem sie alles Wilde, Ungebärdige und — Geliebte sich jeweils tributär machen können! Danken wir ihnen für ihr lebhaftes und warmes Interesse am Auto; sie sind es in erster Linie, die eine Note in diesen Sport bringen, der er nicht entraten kann und darf: der Eleganz und damit einer Steigerung des Vergnügens für alle die, denen die Herrlichkeiten der Welt sich erst zu erschliessen begonnen haben, da sie unabhängig von Fahrplänen geworden sind ! Ich bin die Stimme deines Herzens Wie liebe ich das Wort Frau! Schon tun jener tiefsinnigen Deutung willen: froh... die Frohmachende. Darin liegt alles. Es gibt so vieles, vieles auf der Welt. Die Frau ist alles. Die Frau ist nichts. Sie ist eine Orgel, die verstaubt in einer gotischen Halle steht. Die Menge geht vorüber. « Ein herrliches Instrument,» sagt einer, «nur schade: ich bin unmusikalisch. > Ein Stümper zieht die Register... und stümperhaft ist der Ton, den er den hohen Pfeifen entlockt. Ein Künstler phantasiert im Abendschein ... unbelauscht von Pöbelohren; die scheidende Sonne wirft durch die bunten Fenster einen mystischen Rosenkranz um das Haupt des Mannes... und wie Sphärenmusik beseligt ihn das Orgelbrausen. «0 wundervolles Instrument,» so spricht er, «wie tief und wonnevoll bist du, wie rein und zart, wie still und trunken, wie sanft und stark: du bist die Sehnsucht, du bist Erfüllung, du bist Leidenschaft und bist Vergütigung... o, wer bist dut» Und die Orgel antwortet: «Ich bin du. Ich bin die Stimme deines Herzens.. • ich bin die Melodie deiner Hände. Deine Kraft bin ich und deine Weichheit... spiele mich... spiele mich weiter...» « 0...» so spricht der Künstler, « Wunderorgel... so war es denn ich selber, der dich schuft So wäre deine Schönheit der Widerschein meines Wünschest Du hattest alles von mir... du wärst nichts ohne mich... ein stummes Instrumentt... Oder was wäre denn mein Alles, dürfte ich es nicht in dein Nichts hinüberströmen! Was wären diese Träume und Orgelmelodien in mir, wärst nicht du da, liebe Frau, um sie zu empfangen und im Empfangen sie mir erst zu schenken!... Ja, du, was wäre aller Reichtum des Himmels und der Erde, was wäre alle Kraft meines jungen Leibes, dürfte ich sie nicht verschwendent» Und wo wären schliesslich alle Wonnen des Vergehens, wäre nicht die Frau, die Frohmachendet Es ist süss, sich fraglos dahinzusprühen. Aber vielleicht ist es süsser, aus tiefer Ermattung die Augen aufzuschlagen und innig erstaunt zu fragen: « Was hält mich, dass ich nicht unterging im Versinken? Was legt schützende Arme um mich ? Was schenkt mich mir selbst zurück, da ich mich ganz verlor?... 0 du... wer bist du» «Ich bin das Gefäss deiner Sehnsucht! Ich sammle dich. Ich bin voll von dir. Der Anblick meiner Fülle macht dich reich.» ry. Mode-Bericht für die Herbstund Wintermode der Grand« Magasin Jelmoli S. A.. Zürich. In dieser Saison gilt es mehr als je. die Neuheiten der Mode durch ganz besondere technische und künstlerische Einstellung zum Verkauf geeignet zu gestalten. Die Betonung der Mode mit ihren extremen Auswirkung«! und phantasievollen Einfällen bedarf schaffender, produktiver Arbeit, um dieselbe der heutigen Zeit entsprechend tragbar und verkäuflich, aber doch sehr modisch zu formen. Die bereits im Hochsommer lancierten neuen, knappen Postillon- oder Jägerhüte im Geschmack der Kaiserin Eugenie (1877—80) liessen von vornherein eine stilisierte Mode vorahnen. Da aber die moderne Frau nicht kostümiert, sondern gut angezogen zu sein wünscht, haben die Pariser Modeschöpfer eine Linie erfunden, welche an diese Zeit anklingt, jedoch modern und zweckentsprechend ist. — Eine trpische Eigenart der neuen Kleider besteht darin, dasB man von einer einheitlichen Liniengebung nicht sprechen kann. Fast jedes Modehaus bringt eine eigene Linie, so dass es der Trägerin vollkommen überlassen ist, sich sowohl zeitgemäss, als auch ihrem Geschmack entsprechend zu kleiden. Die Schultern sind fest umspannt, die Taille streng modelliert und der Rock ist in seiner unteren Hälfte stoffreich und weit, teilweise schon von der Hüfte an. Vormittagskleider. Die Form der Vormittagskleider bleibt sportmässig und einfach. Die Kleider sind mit Biesen und viel mit tief eingelegten. Falten versehen. Stoffe für VormittajgskleideT: neben den beliebten, kleingemusterten Tweedstoffen werden Wollmarpcain, Diagpnalgewebe, Boucll- und Frise- Stoffe, jerseyartige "Wollstoffe und sehr grobmaschige Wollgewebe, ähnlich wie Wolltüll und Wollfrotte verwendet. Es werden viele Wollkleider aus grobmaschigen Wollgeweben als Opposes verarbeitet gebracht, z. B. schwarzer Jupe mit giftgrünem Kassak oder negerbrafuner Jupe mit tangofarbigem Kassak. Diese kombinierten Kleider wirken sehr flott und jugendlich. Nachmittagskleider. Die besseren Nachmittagskleider sind nicht mehr ausschliesslich aus Seide, die Mode hat sich auch auf schöne Wollstoffe verlegt. Die Dame trägt vielfach bis abends^em Wollkleid. AU absolute Neuheit bringt Patou persische " Stickereien, sowohl an Kassaks und Westen/ wie auch Stickerei-Effekte an Gürteln und insbesondere an H&lsuxnT&hznungen. An seidenen Nachmittagskleidern werden viel Rüscheneffekte und gerüschte Drapierung« als Neuheit gezeigt, ferner Volants in den Hüften. Bevorzugt sind schwere Georgettes, Crepe Romain, matte Seidenstoffe und ein neues Gewebe, genannt Rosebrille, ganz feine, trikotartige Bindung, das als Spezialität in der Schweiz hergestellt wird und von allen Modehäusern sehr stark aufgenommen ist. Die seidenen und wollenen Nachmittagskleider sind viel mit Pelz und Pelz-Imitation, vornehmlich Breitschwanz, garniert und auch Wollspitzen finden viel Verwendung, besonders bei den besseren Wollkleidern, oft in Kontrastfarben als Westen- und Blouseneffekte. Die Aermel haben entweder am Armloch den grossen Buff oder sind über den Ellenbogen weit, nach vorne bis zum Handgelenk eng anliegend. Hauptfarben für Nachmittagskleider: Johannisbrotbraun, Grün in mehreren Schattierungen, Persischrot und immer noch sehr viel Schwarz. Abendkleider, Die Abendkleider sind in dieser Saison symmetrisch gearbeitet, der Rock eher etwas länger als bisher, jedoch sind Schleppeneffekte nuT vereinzelt. Das für Abendkleider bevorzugte Material ist Velours Chiffon, Crepe satin. reichglänzend und schwer im Faltenwurf, viel laizeartige Spitzen und Tüll, uni und mit Punkten versehen. Neuheit ist ein Gewebe, genannt Peau d'ange, schwer und matt, ähnlich wie sämisch Leder wirkend. Man sieht viele Kleider aus Chiffon und Georgette mit breiten Seidenspitzen, desgleichen am Rock sehr viel stufenweise gesetzte Volants und in den Stoff eingesetzte Spitzen. Als Garnierungen für Abendkleider viel breite Strass-Agraffen. Zu den Abendkleidern werden als Komplettierung hübsche Jacken aus Velours chiffon und Brokat gebracht, vielfach mit reichem Pelz-Besatz. Die Farben für Abendkleider sind reichhaltiger als in der letzten Saison. Velours chiffon- und Spitzenkleider sind zwar vornehmlich in Schwarz und Braun, während in Crepe satin sehr viel lebhafte Farben gebracht werden. Als besonders neue Abendfarbe gilt die Eierschalenfarbe (gelblichweiss). Sport- und Relse-KostDme sind aus groben Wollstoffen tmd Homespun. Dieselben sind streng schneidermässig verarbeitet, knapp anliegend, in der Taille geknöpft, vielfach auch mit Pelz garniert. Bedingt durch die kleinen Hütchen sind Jäckchen aus Pelz und Pelz-Imitationen, speziell Breitschwanz in SchwaTz und Braun, mit geschweifter Taillenlinie und oft sogar mit abstehenden Schösschen. Mäntel. Die Mäntel sind es. die in der Wintersaison am sichtbarsten die Mode zeigen. Die Schnitte der Mantelmodelle betonen die Taille in der Linienführung. Sie haben einfache und doppelte Revers, breite Pelzkragen und Pelz-Schalkragen. Im Gegensatz zu der unbecpiemen Mode, welche die Dame zwang, ihren Mantel zuzuhalten, wird der diesjährige Mantel wieder zugeknöpft und mit einem Ledergürtel getragen. Neuartig ist schon die Farbgestaltung und die Art des Stoffes. Mit Vorliebe werden rauhe Wollstoffe verwendet, ferner englische Shetlands, für schwarze Mäntel weiche, veloursartige Stoffe und Drape\ Neu sind die Farben Russisch-grün und Dunkelbraun. Die Herbsthandtasche Seit die Handtasche vom nur zweckdienlichen Gebrauchsgegenstand zum modischen Artikel sich wandelte, ist sie auch zum Modebarometer der Jahreszeiten geworden. Die* Herbsthandtasche von 1931 bedeutet zum Teil Weiterentwicklung des im Sommer angeschlagenen Stils, zum Teil bringt sie Neuschöpfungen, die schon Vorläufer der Wintermodelle sind. Der Erfolg von Braun mit Weiss wird gegenwärtig von der Pariser Haute Couture in die Umkehrung forciert: Weiss mit Braun. Und während Braun, favorisiert durch die Pariser Kolonialausstellung, sich etwas überlebt zu haben scheint und schon wieder durch Schwarz in manchen Modellen ersetzt wird, verbreitet sich Weiss in grossen Flächen oft über die ganze Tasche. Die Formen suchen ebenfalls neue Wege einzuschlagen. Die Couverttasche, zu eingeführt umsäozlich aus den Kollektionen zu verschwinden, sieht neue Bügeltaschen neben sich auftauchen. Die sehr dekorativen Effekte dieser Bügel, deren Verschlüsse viele Neuheiten bringen, werden den Erfolg .der neuen Taschen mitentscheiden. Emaille, Schwarz. Schwarz-Weiss, Schwarz-Elfenbein, auch rote Effekte, scheinen besonders viel verwendet zu werden. Die Verschlüsse der kostbaren Taschen kombinieren auch echte Materialien, z. B. Elfenbein und Ebenholz oder schwarzen Onyx und Silber, die fast alle wieder die schwarz-weisse Farbenzusammenstellung einhalten. Die logische Folgerung, die Bügeltasche mit der entsprechenden trapezförmigen Silhouette zu kombinieren, findet noch immer nicht ganz offenen Ausdruck. Winkel von etwa 75 Grad ergeben immer noch starke Angleichungen an die gewohnte Rechtecktasche. Ausgeprägter sind schon sehr geräumige neue Taschenformen, deren breiteingesetzte Seitenkeile meist bei stark schräg geneigten geraden oder geschweiften, nach oben enger werdenden Schnitten lange Bodenseiten, kleinere Oberseite mit Bügelverschluss ergeben. Diese Taschen sind auch ziemlich hoch. Sie verbrauchen mehr Leder als die Ueberschla«- tasche, aber sie bieten auch Platz für alles,, was Jede Frau unbedingt bei sich haben muss und für das, was sie ebenso unbedingt dazu einzukaufen hat. E.F. Die Medizinflasche. Ein Schiffsarzt war bei der Mannschaft sehr unbeliebt, weil er sich nicht gern mit Untersuchungen plagte, sondern in den meisten Fällen, sofern sie nicht gerade Typhus oder Cholera betrafen, als erste Medizin Seewasser verordnet©. Nun ereignete es sich eines Taees, dass der Schiffsarzt beim Angeln das Gleichgewicht verlor und ins Wasser plumpste. Ein Offizier, der das Aufschlagen des Körpers auf dem Wasser hörte, fragte einen Matrosen, der auf Deck arbeitete, was denn los, sei. • Der Matrose, ohne seine Arbeit zu unterbrechen, antwortete leichthin: «Oh nichts, der Schiffsarzt ist nur in seine Medizinflasche gefallen!» Die feinsten durststillenden, den Gaumen nicht reizenden Sommer-Bonbons als angenehme Begleiter auf fluto-Tou ren In den 130 Filialen des Kaffee - Spezial • Geschäftes „MERK U R" Looping-Purophon P. 200 J)cmm^Mmtmm tyM^zifil PwJtfUofi, kw/mn^^Sfiu CHIFFLXNDEPLAT2 22-b.BE Parkplatz beim Haus« LLEVUE | -2 5 JiA H R Ef M Ö B E L H AU S R Ü H L E | Glttckl. Heirat wünsch, reiche Ausländerinnen, vennögd. deutsche Damtn. Einheiratuncen. Herren, auch ohne Vermögen, Auskunft sofort Stabny. Berlin. 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1931 AUTOMOBIL-REVUE Paradies Siam Von Ebbe Kornerup. Weit mehr als bei uns ist der dänische Welt- „ reisende, Schriftsteller und Kunstmaler Ebbe Kornerup in England und in seiner nordischen Heimat bekannt. •:. ' Ein grosser Handkoffer, über und über mit den Etiketten der Hotels aller Erdteile bedeckt, prall bepackt mit dem Wichtigsten, zu dem der Schriftsteller in allererster Linie seine Portable-Schreibmaschine und seine Malutensilien zählt, ist alles, was dieser Globetrotter auf seinen Reisen mit sich führt Bald ist er da, bald ist er dort. Unstet durchstreift er die "Welt. Sein Fuss watete im Sande der afrikanischen Wüsten. Sein Arm teilte den Busch in den Urwäldern Amerikas. Er badete in •den Flüssen Perus, war Gast indischer Märchen- Könige und ruhte unter den Palmen der herrlichen Südseeinseln. Ueberall, wo er hinkommt, erfreut er sich grösster Sympathien. Sein vornehmes Wesen, sein charmanter Plauderton und sein sprühender Humor fesseln jeden. Kürzlich ist von diesem bedeutenden Künstler das Buch « Paradies Siam » im Safari-Verlag, Berlin, erschienen. Ebbe Kornerup will in seinem neuen Werke nicht lehrhaft wissenschaftlich fundierte Tatsachen verbreiten, er will vielmehr Kunde geben von einem Lande, das vermöge seiner ausserordentlich glücklichen Lebensbedingungen, mit seiner kulturell hochstehenden Bevölkerung, auf den Reisenden stärkste Wirkung ausübt. Mit Erlaubnis des Verlages bringen wir nachstehend einen Abschnitt des auch in Englisch erschienenen Werkes «Paradies Siam» zum Abdruck. P. Q. Chleng Kai. Zwischen Chieng Rai und Korat ist Flugzeuzverbindung, und die Post, die früher Monate unterwegs war, wird jetzt in wenigen Stunden besorgt. Da wir keinen Proviant mitgenommen hatten und sich weder Hotel noch Wirtshaus fand, fuhren wir zu einem Missionar, an den ich eine Empfehlung hatte. Die Stadt lag sehr malerisch an einem steilen Flussufer, mit Aussicht auf eine violett getönte Bergkette. Längs der Wege standen schattige Regenbäume; Verwaltungseebäude, Krankenhaus und Schulen lagen auf grünem Rasen. Chankaos Familie wohnte in der Nähe, und da er sie gern besuchen wollte, fuhr ich mit ihm dorthin. Es wurde pechschwarze Nacht, bevor wir da waren. Das Auto hüpfte auf dem holprigen Dschungelpfad, der voller Löcher war. Wir fuhren und fuhren. « Sind wir noch nicht bald da, Chankao ? » « Gleich, Sir.» Das hatte er schon so oft und oft gesagt. SchHesslich tnussten wir vor einer eingestürzten Brücke halt machen, er ging den Rest des Weges zu Fuss, und ich blieb im Auto sitzen und wartete auf ihn. Nicht weit von der Landstrasse leuchtete ein Feuer in einer Hütte; ich ging dort hin und grüsste einen Mann, der mir gleich eine Matte hinschob, mich zum Sitzen aufforderte, das Feuer anfachte, so dass es hell aufflammte, und nach seiner Frau rief, die kurz darauf mit warmem Tee und Bananen herauskam. Diese armen Buddhisten waren gastfrei. Sie gaben dem fremden Mann zu essen, ohne dass er darum bat. Ein kleines Mädchen und ein Junge, die aus der Dunkelheit aufgetaucht waren, starrten mich an, schmutzige, entzückende Kinder. Der Junge stapelte Brennholz zusammen, baute ein Haus, das Mädchen spielte — bis Chankao wieder erschien. Dann fuhren wir wieder zurück. Als wir am nächsten Morgen im Auto mit der Fähre über den Fluss gesetzt wurden, sassen Leute mit riesengrossen Strohhüten am Ufer und warteten darauf, dass sie hinüberkommen konnten. Wir fuhren drauf los und hielten schon vor Mittag vor dem Hause des Ampörs in Chieng Sen Mehkee. Der Ampör war verreist, seine Frau aber empfing uns mit grösster Liebenswürdigkeit. Sie setzte uns ein Frühstück vor, Hess auf dem besten schattigen Platz für uns decken, beugte sich tief, auf den Knien liegend, als wir gingen, und dankte uns, weil wir ihre Speisen gegessen hatten. Wir besahen den Tempel, begrüssten die Priester und fuhren weiter. Man hatte offenbar noch kein Auto in dieser Gegend gesehen, die Einwohner scharten sich darum, kamen über die Felder herbeigelaufen, um das Phänomen zu betrachten: den Wagen ohne Ochsen, ohne Pferde. Höchst sonderbar, meinten sie. Als bergauf ein anderer Gang des Motors eingeschaltet wurde und die Maschine lauter schnurrte als vorher, sagte einer: Das ist genau wie bei Elefanten. Wenn der Weg bergauf führt, und die Last ihnen zu schwer wird, brüllen sie auch. Jetzt verstanden sie endlich das Automobil. Wir nahmen einen Jungen mit und fuhren mit grosser Geschwindigkeit. Es sass mit strahlenden Augen da und starrte auf die Landstrasse, die vorbeiflog. Ochsen jagten vor dem Auto davon, mit hoch erhobenem Schwanz. Als wir den Jungen an einem Ort HIMMELREICH ob Luzern in einzig wundervoller, aussichtsreicher Lage. Als Ferien- und Ausflugsziel vorzüglich geeignet. 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Eine alte indische Pagode lag in dem Dschungel versteckt, von Gräsern wie mit einem langen Bart bewachsen. Plötzlich kamen wir zu einer antiken Mauer und fuhren durch eine Oeffnung in einen kühlen Wald. Es war die Stadtmauer von Chieng Sen. Chieng Sen war einst die grösste Stadt von Siam. Siamesen und Birmesen lagen beständig im Streit miteinander, bisweilen war Chieng Sen siamesisch, bisweilen birmesisch. Der Wald war noch voller Ruinen. Wo die Landstrasse endete, lag die Stadt am Ufer des Flusses. Bunte Chronik Der gemütliche « Nautilus •». Der «Nautilus», der auf seiner Nordpolfahrt so sehr von Missgeschick verfolgt wurde, ist in echt amerikanischer Grosszügigkeit mit allem erdenklichen Komfort ausgerüstet worden, und Sir Hubert Wilkins und seine Gefährten werden sich, was ihre Bequemlichkeit anbelangt, unter dem arktischen Eise genau so wenig zu beklagen gehabt haben, als ob sie in einer modern eingerichteten und mit allen Schikanen ausgestatteten Luxuswohnung sässen. Wie schon Jules Verne ahnte, ist es die Elektrizität, die den «Nautilus» zu einem gemütlichen Aufenthaltsort gemacht hat; denn in der Ausrüstung des Unterseeboots sind gerade elektrische Haushaltsapparate besonders stark vertreten. Zunächst führt der «Nautilus», wie paradox es auch klingen mag, einen elektrischen Kühlschrank neuesten Systems mit, der die Nahrungsmittel für die Besatzung auf Ihre Söhne u. der langen Fahrt unter dem Eise frisch erhalten soll; denn die Temperatur im Innern des Bootes wird auch am Nordpol warm genug sein, um Fleisch verderben zu lassen. Dann gehören zu seiner Ausstattung eine Reihe von künstlichen Sonnen, die den Nordpolfahrern mit ihren ultravioletten Strahlen das fehlende Sonnenlicht ersetzen und sie gesund erhalten sollen. Elektrische Ventilatoren sind natürlich in grosser Zahl vorhanden; und selbstverständlich sorgt ein wundervoller Radioapparat für die Unterhaltung der Mannschaft. Weniger selbstverständlich ist schon, dass ein elektrischer Staubsauger vorhanden ist, der das Grossreinemachen besorgen soll; und besonders Ehre macht es dem Sauberkeitsbedürfnis der Polarfahrer, dass sogar eine elektrische Waschmaschine mitgenommen wurde. Gekocht und gebraten wird natürlich ebenfalls elektrisch; und schliesslich fehlen auch mehrere Heizsonnen nicht, auf dass die Mannschaft stets warme Füsse habe. Es war wahrlich eine Expedition de Luxe, die die Tiefen des arktischen Meeres erforschen wollte; und manche Hausfrau wäre glücklich, wenn sie all die herrlichen Elektroapparate ihr Eigen nennen könnte, mit denen sich diese rauhen Wikinger ihr gefahrvolles Unternehmen zu einem gemütlichen Ausflug gestalteten. Auto-Anekdote. Der bekannte Dichter Herbert Eulenberg erzählt: Ich fuhr mit meiner Frau durch Süd- Italien — plötzlich spuckt der Motor, ruckt ein paarmal^und — aus! Soviel verstehen wir schon, dass wir feststellen konnten: der Tank ist leer! Dabei ist Abend, weit und breit kein Auto, die nächste Ortschaft wohl einen Kilometer entfernt. Wie wir noch ziemlich zwecklos darüber nachsinnen, was da zu machen wäre, verfällt meine Frau auf die Idee, die grosse 1-Liter-Flasche mit Eau de Cologne, die sie als kostbaren Schatz mit sich führt, aus dem Koffer zu holen. Wir schütten den Inhalt in den Tank und ich setze mich, von heftigen Zweifeln geplagt, ans Steuer. Der Motor springt an, der Wagen fährt, fährt wirklich — treu und brav und als sei nichts gewesen, in die nächste Ortschaft. Wir waren sehr stolz auf diesen unseren Rekord, der einer ist, weil es noch niemals einen Wagen gegeben hat, der im Auspuff so gut gerochen hätte, wie der unsrige... erhalten eine gute kaufmännische Ausbildung in der Widemannschen Handelsschule Kursbeginn 21. Oktober BASE L DI« Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich in O. R. Wagners OH Tourlng, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. S. 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