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E_1931_Zeitung_Nr.080

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1931 - N° 80 .fiuaammtnstcllunp der JfreffaerhnaffwJhmtn —— • jwn/fJtn/uArt auf den AeÜenivm lOHrffo. —— Schnittsgeschwindigkeit von etwa 30 bisendlich grossen Fahrtenzahl festgestellt, dass bei allen Makadamstrassen und allen Strassen mit dünnen Verschleissdecken der Luftreifen sogar ein grösserer Strassenzerstörer ist, auch wenn man Niederdruckreifen verwendet, als selbst der Vollgummireifen. Eine ganze Kette von Versuchen ergeben also mit unfehlbarer Sicherheit, dass die Vorzugsstellung des Luftreifens hinsichtlich der Strassenzerstörung ein Fehler war. Die Beschreibung der seismographischen Versuchsreihe wird in dieser Beweiskette noch den letzten Schlussstein ergeben. (Fortsetzung folgt.) " EüSr, vXL^--"* X.... ^fr^n-.»^,/-«««»,^ Das Auto als Eisenbahnfahrzeug. Wir ha- f\ r\ i »*~~. ^f.— s „^.iiicTri^-jt«*«/**»' ben schon vor längerer Zeit über die erfolg- *». s^ .^^ _ _ - vom V b t m a i n h i n t e n J S o t h r i n m f n i o , , „ , ; . , , , • , , ; ,>, u \ S^"^——^»_ -"•— - Jvsnu%Zd-Atit,nQ-^JL) reichen Versuche berichtet, luftbereifte Mo- \ -~~*^ Ljjrt*tui t MJi.u.»~>-u-ii->, ,...,~~ -"'**, auf diesem neuen Gebiet bahnbrechend vor- ifZ^^ ^^Sm rrrpxi ' angegangen ist. eeä'^ R/*^3^ Während die in Frankreich ausprobierten \ß */y A «Michelinen» ausschliesslich für einen Be- -*- ..--rLji * trieb verbrauch über dem neuen Firestone-Pneu mal auf Landstrassen fährt. Aus allen Unter- auf Eisenbahnstrecken gebaut wurden r\ C3£®E3 ._ liegt suchungen hat sich ja ergeben, dass dann alle und nicht auf Strassen betrieben werden N; Die Kurvenzüge der beiden untersuchten Reifen zu Strasserizerstörern werden. Hier können, sieht nun ein neues englisches Pa- -i __>TV f Pneu» sind in ihrer Lage so gut wie parallel, kommt nun ein Vorzug aller Elastikreifen tent eine Einrichtung vor, die jedem Motor- ( f i . . "T^f^II t llj > Bis ca> 20 Km.-Std. liegen sie nicht ungünstig, sehr stark zur Geltung: in der Regel lassen fahrzeug ein Uebergehen auf Bahnstrecken J wp-O\j/ ^jnj» ]_ darin steigen sie erst allmählich, aber von solche Reifen höhere Geschwindigkeiten gar erlaubt, sofern es nur die Spurweite der R/r^~~^ ^^^5\ etwa 42 Km.-Std. an stark an. Es ist also nicht zu und kochen dann aus, d. h. werden Bahngeleise besitzt ( ¥p£ ^8 ^vl eine mehr als kühne Behauptung, wenn man unbrauchbar. Mit dem Luftreifen kann weitef In der beistehenden Skizze ist die betref- JQ *''^JL bisher gesagt hat, dass der Luftreifen, vor gerast und die Strasse vorzeitig zerstört wer- fende Einrichtung in zwei verschiedenen —' "^ allem bei höherer Geschwindigkeit, ein den. Wenn also eine Behörde ihre Strassen Ausführungsformen zu sehen. Beiden Aus- Zwei Ausführungsfonnen der Einrichtung, die eiae Strassensdzoner wäre. Da verhält sich der besonders von Lastkraftwagen sachgemäss führungen liegt der gleiche Grundgedanke Umwandlung eines Automobils zum Eisenbahnfahrt/ f & e m^-Elastikreifen, Abb. 8 weit gün- und nicht vorzeitig abgenützt haben will so zugrunde. Wenn das Fahrzeug auf Schienen E^S^R^^SÄX stiger, wenn er auch bis etwa 30 Km.-Std. muss sie Elastikreifen vorschreiben und die übergehen soll, werden neben seinen Rädern Rollen. G) Verriegelung etwas mehr Kraft verbraucht als der bereits Höchstgeschwindigkeit auf 50 Km.-Std. be- auf der Innenseite an Armen befestigte Rolmit '3000 km gefahrene Luftreifen. Aber schränken. Es ergibt sich dann eine Durch- len heruntergeklappt, welche die fehlenden Spurkränze der Räder ersetzen und das dann nähert er sich stark diesem Reifen und „ Fahrzeug damit auf den Schienen führen. Die schneidet ihn bei 44 Km.-Std., um dann in '^j^^^^^^^^-il "'! " ' *~ • --" -.• „- Rollen lassen sich natürlich in der herunterseinem Kraftverbrauch sogar zu fallen. Der HESP^*?^*^ ' " " , , *.1«J . -Vv'*'* .'•" ^ geklappten Stellung fest verriegeln und die neue Pneu liegt weit höher in seinem gesam- Zar ~iL. ' • ,- **^6fc' " "' ' ^"^^1. fV'-" "^^K." Vorderräder des Wagens können ebenfalls ten Kraftverbrauch. rT-".*"**''*'^"'TBI ' ^ ^^»' *'•**.**' §s '•'*' -"'^^^ * festgestellt werden. Umgekehrt werden beim Ueberraschend günstig ist die Kombination „" f ' jS ',' W& '^K r *^^vWL-.*~ /•*•'- ,;"f ~%*iS * Uebergehen des Fahrzeuges auf die Strasse vorn Ueberriese, hinten Hochprofil (Elastik), ;*' v ' ,.* '~"" : ""j^*;. '.^" |^- ! - """**'.' ''"TT^ ll"> *" die Rollen wieder hochgeklappt und die Len- AbbVS. Sie liegt in ihrem Kraftverbrauch bis -'*( ' *'g'' / "' ; - *T".> • - V ''•"' --'l/r' kung der Vorderräder freigegeben, zu 42 Km.-Std. am besten von allen Reifen, "' "* " 'f$ ' \ / ' ' •*,*.* ." •"- j,V; , .',*!. * Ob das System schon praktisch ansproteilweise überaus günstig. Und zwar gerade l-, . £* . / ' *iv. •* / * '•''" "?/ '•• • biert wurde und mit welchem Erfolg, entzieht in den Geschwindigkeiten, für welche ein S^Y C " -- •-oif^'V -- 1 sich . "• '* * %* \., •' .'•' •««•.- '' •' unserer Kenntnis. Ein prinzipielles Lastkraftwagen, besonders ein Schwerlast- ' '*' *"'*-'- •••' : -* " vs "'."'•' 'w- • • ^Ü» ' .' Hemmnis, das seiner Anwendbarkeit entgewagen, nur verwandt werden sollte. Es ist "./" [\"\ " ' ' ' ; .T^—"-';. , '_ x ^ts^*1 Steuer-PS, mit elektr. Licht ü: Anlasser Bosch, 2 Reserveräder, Lederpolstorung, fahrbereit, 9254 Drelselten-Motorklpper sehr gut erhalten, mit Luftbereifung vorn od«r auf allen vier Rädern nach Wahl, umständehalber sehr günstig abzugeben, eventuell mit Zahlungserleichterungen. — Anfragen unter Chiffre 11734 an die iU Automobil-Revue, Bern. NEUE GASGEFULLTE -AUTO-LAMPIN Fr. 900.— Mercetfes-Bcnz-Automobll A.-G., Zürich, Badenerstrasse 119. Tel. 51.693. ST. GALLEN Ständiges Lager in la. Occaslons-Automobilen. Fabrikvertretung der OPEL Personenund Lastwagen. WlöLER & HURICH GARAGE ZUM STAHL TELEPHON 2711 ST. GALLEN Grosse mechanische Reparatur-Werkstätten. Alles für Ihr Automobil. Schnelle, preiswürdige Bedienung!

Bern, Dienstag, 29. Sept. 1931 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 80 Auf den Nachttisch gelegt Dass dies Herz nimmer schlägt — Dass der Mund nimmer spricht, — Dass dies alles vorbei — Ach, ich glaub' es noch nicht! Dass ich tot bin, ach tot, Und kein Morgen mehr naht, Und kein Wein und kein Brot, Und kein Neid und Verrat. Ach, ich weiss wohl, es ist Schon das Beste für mich! Und hab' Angst wohl so arg, Dass ich nichts mehr dann sprich. Dass kein Hoffen mehr weint, Dass kein Weg mehr verschneit, Keine Sonne mehr scheint Und kein magdliches Kleid. Und was hilft schon Dein Fleh'n! Und Dein Knien, Dein Gebet! Und die Uhr blieb halt steh'n... Und es war auch schon spät. Jakob Haringer. Lohn der Höflichkeit Von Kelvin Lindemann. Meist wohne ich auf dem Lande; aber hin und wieder pflege ich in die Stadt zu fahren, um in der Admiralstrasse, dort wo ich wohne, nach dem Rechten zu sehen. Neulich, als ich wieder mal dort ankam, sah ich vor meiner Villa Nr. 20 jemanden stehen, der offenbar nicht hinein konnte. Er machte vergeblich immer neue Versuche, das Schloss aufzuschliessen. In der Admiralstrasse pflegen wir einander in kleinen Nöten beizustehen. Ich trat deshalb an ihn heran und fragte, ob ich ihm nicht mit irgend etwas behilflich sein könnte. Es war ein noch ziemlich junger Mann in Sporthosen, hellem Jackett und mit einem Schillerkragen. «f Ja, wissen Sie », begann er zu erklären, « ich bin nämlich der Neffe von den Leuten, die hier wohnen — Fagerlund heissen sie — und meine Tante hat mich gebeten, das Silberzeug abzuholen, das sie F E U I L L E T O N «Typ Evelin» Autosportroman von Karl Schmidl. (Fortsetzung aua dem Hauptblatt.) Sealson nannte fast flüsternd einen Namen. Frank war sprachlos. Er dachte lange schweigend nach. Dann sagte er langsam: «Es wird auf einmal taghell in mir, Herr Sealson, Sie haben wohl recht, sehr recht. Glauben Sie, dass er auch Soerner ermordet hat?» «Ja.» «Das ist furchtbar! — Aber es stimmt! Wer konnte sonst ein Interesse daran haben, Ihren Start verhindert zu sehen?» «Niemand sonst, nicht wahr?» «Und was kann ich für Sie tun?» «Sie werden meinem Vetter Sid Morton eine Stelle als Ingenieur bei Sinnisfaere verschaffen.» «Gut, ich werde es tun.» «Ich habe mich nicht in Ihnen getäuscht und hoffe, dass die Zeit bald wieder kommen wird, in der wir Schulter an Schulter arbeiten werden. Heute habe ich Ihnen noch dieses zu übergeben.» Er reichte dem Erstaunten ein schmales Kuvert mit der Aufschrift: «Herrn Frank Hörn.» vergessen hat, und in den Tresor zu tragen. Nun hat sie es mit der Angst zu tun bekommen, dass jemand einbrechen und es mitnehmen könnte — meine Tante ist nämlich zur Zeit auf dem Lande.» Zum Beweis für die Wahrheit seiner Worte zeigte er mir eine Tasche vor, in der er das Silberzeug mitnehmen sollte. « Zuhaus scheint niemand zu sein», sagte ich. « Die Gardinen sind zugezogen. » «Nein, natürlich nicht — sie sind ja auf dem Lande, und das Schlimmste ist, dass ich die Schlüssel vergessen habe! » « Können Sie nicht durch eines der Fenster hineingelangen? » fragte ich. « Nein, alle Fenster sind geschlossen — ich habe schon nachgesehen.» «Auch das Speisekammerfenster? Das pflegt man doch gewöhnlich offen zu lassen, auch wenn man verreist. » Er lächelte mir liebenswürdig zu. « Darauf habe ich nicht geachtet.» tfDann wollen wir doch ums Haus gehen und nachsehen — hinein wollen Sie doch gern!» « Ach, Sie sind sehr freundlich — aber irgendwie werde ich es schon allein schaffen, hineinzukommen. Ich möchte Sie nicht solange bemühen.» «Es ist 'doch selbstverständlich, dass ich Ihnen beistehe, so gut ich kann. Einen Orden will ich dafür nicht haben! » sagte ich zuvorkommend. Nun gingen wir gemeinschaftlich um das Haus herum nach der Gartenfront und sahen nach dem Speisekammerfenster hinauf. Es stand offen. Ich bückte mich ein wenig, und er kletterte auf meinen Rükken. Nach fünf Minuten hartnäckiger Anstrengungen erwies es sich, dass er so nicht hinaufgelangen konnte. Das Fenster lag viel zu hoch, im ersten Stock. Atemlos kroch er wieder herunter. « Es ist wirklich sehr liebenswürdig von Ihnen, sich meinetwegen soviel Umstände zu machen — aber » «Aber keine Ursache,», meinte ich freundlich. «Ich helfe Ihnen doch gern, ins Haus zu kommen, wenn Sie die Silbersachen Ihrer Tante abholen sollen. Irgendwie werden wir es schon schaffen. Aber das war das einzige offene Fenster.» Franks Herz hämmerte. Er kannte diese Schrift. Rasch öffnete er den Brief. Ein schmaler Goldreif mit einem funkelnden Rubin kam zum Vorschein und ein Kärtchen, auf dem stand: «Ich danke Ihnen und bitte Sie um Verzeihung. Evelin.» Taumelnd vor Glück stieg Frank die breiten Treppen hinab, an seiner Rechten glänzte der Ring Evelins. Nach Stockholm zurückgekehrt, hatte Frank mit Gritt eine längere Unterredung, die sich um das grosse Rennen von Saint Feiice sur mer, das noch vor dem internationalen Rennen « Quer durch die Alpen» stattfinden sollte, drehte. Frank hätte mit Holm starten sollen, Nun hatte er sich aber anders besonnen. «Ich habe in der nächsten Zeit soviel Arbeit zu bewältigen,» sagte er zu Gritt, «dass mir keine Zeit übrig bleibt. Fahren Sie selbst mit oder geben Sie Holm einen anderen Beifahrer. Für mich heisst jetzt die Losung: Sportwagen verkaufen! Haben Sie bereits erfahren, dass Maurus Sportwagen baut?» «Jawohl — na meinetwegen! Ich habe ja auch nicht viel Zeit, das französische Rennen will ich jedoch ganz gern mitmachen. Aber das internationale Alpenrennen?» «Mache ich mit! Bis dahin ist noch Zeit. Uebrigens, dass ich das nicht vergesse. Ein entfernter Verwandter von mir, ein Engländer, «Wie soll ich denn dort hinaufkommen? » fragte der junge Mann missmutig und rückte an seinem Schillerkragen. « Vielleicht probieren Sie einmal, ob die Birke dort vor dem Hause nicht zureicht! » Er versuchte, hinaufzuklettern, aber ohne Resultat; sie bog sich fortgesetzt nach der andern Seite. «Es geht nicht», sagte er resigniert. « Ich werde wohl nicht hineinkommen. » «Ich habe eine Idee », sagte ich. « Der eine Nachbar hier hat eine Baumleiter; vielleicht können wir sie gebrauchen. » «Sie sind wirklich zu liebenswürdig und freundlich — » « Aber nicht doch! » sagte ich und lief nach der Leiter. Ein paar Minuten später kam ich damit zurück. Wir lehnten sie an die Hauswand, und der Mann mit dem Schillerkragen stieg hinauf. Sie reichte eben bis an das Fenster, und er kletterte hinein, worauf ich die Leiter absetzte und auf den Boden legte. Es war, als hätte die verdriessliche, graue, monotone Folge der letzten Regentage die Erinnerung an die Soldatenköst- hat mich gebeten, ihm zu einer Stellung als Ingenieur in unserem Werk zu verhelfen. Ich mache solche Protektionsgeschichten nicht gerne, doch habe ich mir gedacht, dass es Ihnen vielleicht leicht wäre, bei unserem dauernden Ausbau den jungen Mann unterzubringen. Er ist in seinem Fach tüchtig, in seinem Privatleben allerdings ein leichtsinniger Bursche.» «Hm, ja. Es wird schon möglich sein, ihn unterzubringen.» Frank frohlockte schon. Aber er erschrack, als Gritt fortfuhr: «Würde er sich bereit erklären, nach Amerika zu gehen? Für das Zweigwerk in Chicago werden Leute gebraucht.» In tiefer Verlegenheit, jedoch ohne sich etwas anmerken zu lassen, erwiderte Frank: «Ich denke schon.» «Allerdings, gleich kommt er nicht hinüber, er muss sich zuvor einige Monate hier in Stockholm einanbeiten.» Frank fiel eine Last vom Herzen, und befreit aufatmend antwortete er: «Ich denke, George wird damit einverstanden sein. Ich will ihm mal schreiben.» «Es wäre gut, wenn er seine Zusage möglichst früh geben kann.» «Ich hoffe, in acht Tagen Antwort zu haben.» So kam Sealsons Vetter Sid Morton unter dem Decknamen George Birdley in das Sinnis- « Wissen Sie auch, wo das Silberzeug liegt? » rief ich hinauf. «Aber gewiss! » rief er zurück, «und noch einmal vielen Dank für Ihre ausserordentliche Freundlichkeit — » «Nichts zu danken», gab ich zurück. « Auf Wiedersehen! » « Auf Wiedersehen, Herr, und — » Aber ich hörte nicht mehr, was er sagte, ich eilte die Strasse weiter. An der Ecke stand ein Polizist. Ich rief ihn heran. « In Nummer 20 ist ein Dieb; er ist auf einer Leiter zum Fenster hineingeklettert. Aber er kann nicht wieder heraus — ich habe die Leiter umgelegt.» « Aber wie kommen wir hinein? » fragte der Polizeibeamte. « 0, ich habe Schlüssel », sagte ich. «Ich wohne nämlich in Nummer 20. Mein Name ist Fagerlund. » (Aus dem Dänischen von L. Trortierr Funder.) Regiment im Regen lichkeiten: Sonnenschein und trockene Wege, ganz begraben und zugedeckt. So weit man fröstelnd und unfroh zurückdenken mochte: nichts wie Nässe, nichts wie triefende Erde, feuchte Luft und tiefhängender, bleierner Himmel mit unendlichen, ununterbrochenen Regengüssen, Stunde um Stunde, Tag und Nacht, am Morgen und am Abend und am Mittag. So waren sie nun schon den sechsten Tag unterwegs. Oder war es länger her? Oder mochte doch noch nicht so viel Zeit verstrichen sein? Teufel auch, wer konnte das genau wissen? Das Gedächtnis schlammig, ein Brei, eingeregnet, überschwemmt, infacH ersoffen*. Heute morgen, zur Zeit der Tagwache — jetzt erinnerte man sich wieder daran mit einem dünnen, mageren Lächeln, mit einem Lächeln, das nur den einen grossen Mangel hatte: es wärmte nicht — da hatten alle noch mitgelacht, wie ein Spassvogel, allen voran dem Stroh entschlüpft, vor das Scheunentor zum Ausguck nach dem Wetter gesprungen war und von draussen über die Reihen der säumigen, schläfrigen Kameraden weg gewiehert hatte, dass sie mit einem Ruck die Decken von sich warfen und in die Höhe fuhren und plötzlich sehr wach auf den Beinen standen: « Gott sei Dank, endlich wieder einmal Regen! » Aber auch dies lag nun schon recht weit hinter ihnen, begraben von dem Öden Einerlei der nachfolgenden Stunden, und hatte keine Kraft mehr. An was konnte man sich halten, womit sich erwärmen und aufrichten? An welchem Strohhälmchen und Fädchen Freude? Ach, alle Freude war einem einfach verregnet, ein Greuel, nass, verschmiert, leblos, erstickt und ertrunken. Die Kopfe ducken sich unter den harten Käppis tief in die Schultern hinein, als wollten sie sich verkriechen. Wie eingerammt, festge- faerewerk. Als er sich Jon Gritt vorstellte, glaubte ihm dieser gute Ermahnungen erteilen zu müssen. «Mein Herr, nur der Fürsprache unseres Herrn Hörn haben Sie es zu. verdanken, dass wir Sie in unsern Arbeitsverband aufnehmen; ich erwarte von Ihnen, dass Sie sich bemühen, durch Fleiss und exaktes Arbeiten unser Vertrauen zu verdienen. Sie sind noch jung und ich lasse gern gelten, dass der Jugend ein Stück Leichtsinn nicht übel genommen werden darf. Aber im Werk, — verstehen Sie — im Werk können wir keinen Leichtsinn brauchen.» Sid Morton, der Typ des flotten, eleganten, leichtsinnigen jungen Mannes hatte diese Predigt lächelnd angehört. Nun antwortete er: «Ich merke, dass mein lieber Vetter Frank Ihnen schon meine ganze Biographie erzählt hat. Es ist wahr, dass ich so manchmal ein bisschen sehr stark leichtsinnige Sachen gemacht habe. Ich bin vielleicht so etwas wie der verlorene Sohn in meiner Familie. Doch über meine Arbeit hat sich noch niemand beklagt und das andere ist Privatsache. Wenn Sie auch mit diesen öden Salbadereien anfangen, wie mein Vetter Frank Hörn; so laufe ich Ihnen gleich heute davon, Herr Gritt, so gerne ich Geld verdiene und so gerne ich es bei Ihnen verdienen würde.» (Fortsetzung fnlst.) Tessin ist Heimaterde, Sonnenland, Gesundbronnen und ein unvergessenes Erlebnis für jedes Schweizerherz! Grosse, elegante Strandbäder, bis Ende Oktober im Betrieb. Traubenkuren. Ermässigte Hotelpreise. Prospekte, Hotelverzetohnisse und Auskunft« kostenlos durch die öffentlichen Verkehrsbureaux in Lugano, Looarno oder Bellinzona.