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E_1931_Zeitung_Nr.088

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« Nehmen Sie Zucker ?

« Nehmen Sie Zucker ? » « Ja. zwei Stück, bitte! » des Anrufers, die Verbindung mit dem Theater usw. herstellte. Während der Verbindung konnte sich der Teilnehmer dem Amt durch Blinkzeichen bemerkbar machen und die Umlegung auf ein anderes Kunstinstitut oder die Trennung der Verbindung verlangen, wenn ihm etwa einfiel, dass er ein wichtiges Telephongespräch zu führen hatte. In Deutschland dagegen gelang es trotz verschiedener Bemühungen vor dem Kriege nicht, die Opernübertragung einem grossen Hörerkreis zugänglich zu machen oder sie in der oben beschriebenen Form überhaupt aufzuziehen und ihr dadurch eine gesicherte wirtschaftliche Grundlage zu geben. Der Widerstand der Behörden war nicht zu brechen. Erst nach dem Krieg gelang es Süd- Deutschland, nach Freigabe der staatlichen Fernsprechleitungen zu Versuchen, eine führende Rolle zu übernehmen. Nach den 1924 begonnenen, zunächst nicht recht befriedigenden Versuchsübertragungen, gelang es nach weiteren mühevollen Vorarbeiten im Jahre 1927 den Spezialisten auf dem Gebiet der telephonischen Uebertragungstechnik, Ministeria !rat Dr. Steidler und Telegraphendirektor Winzheimer, das Problem der telephonischen Opernübertragung über Fernsprechleitungen in mustergültiger Weise zu lösen. Und so gibt es noch heute in Bayern HÖrgemeinden, die über ihre Fernsprechleitungen sowohl Opernübertragungen usw. als auch die Radio-Darbietungen empfangen. Diese Einrichtung heisst amtlich «Leitangsrundfunk». Die freie Wahl, ob Opernübertragung oder Rundspruch, gibt es nur noch in Regensburg selbst, während in den übrigen Orten des Oberpostdirektionsbezirks Regensburg sowie in den Bezirken Augsburg und Landshut der Leitungsrundspruch im Jahre 1927 ganz an die Stelle der Opernübertragung getreten ist. Zu der Uebernahme der Rundspruchsdarbietungen auf die Fernsprechanlagen hatte man sich damals auf Drängen der Teilnehmer an der Opernübertragung, die ein viel gestaltigeres Programm wünschten, entschlossen, sowie auch wegen der damaligen schlechten Rundspruch-Empfangsverhältnisse. Trotz der inzwischen erfolgten grossen Verbreitung des Rundspruchs und trotz der erleichterten und verbilligten volldrahtlosen Empfangsmöglichkeiten will man heute den Leitungs-Rundspruch noch nicht vermissen. Nehmen doch noch über 5000 Fernsprechteilnehmer daran teil. Gründe dafür sind nach den Veröffentlichungen bayerischen Sendeleitungen: Gleichmässige und störungsfreie Uebertnittlung der durch ein hochwertiges Empfangsgerät aufgenommenen Darbietungen sowie die Billigkeit der Einrichtung. Die Be- arbeiteten, waren wie auseinandergerissen von dieser fremden Melodie. Er wusste nicht einmal so schnell, dass die Melodie falsch war. Er spürte nur, irgendetwas war falsch. Irgendwo. Seine Nerven versagten. Mechanisch verweigerten sie sich dem fremden Rhythmus. Das Trapez schwang nach rückwärts. Seine Hände griffen hilflos vorwärts in die Luft. Jewell Angel starrte nach oben. Ein wahnsinniges, stummes Entsetzen hatte das bewundernde Artistenlächeln von ihren Lippen genommen. Diabolo fiel, mit dem Kopf nach unten. Im Schrei der Zuschauer verging das dumpfe Aufschlagen des Körpers und ein fürchterliches Knacken. Während man den Vorhang herunterliess, sah man, wie Jewell Angel sich mit unverständlichen kleinen Schreien über den Körper des Mannes warf. Ihr Mund hastete wie wahnsinnig über die dicken Blutstreifen, die über das ganze Gesicht liefen. Es war wie der gut gespielte letzte Akt eines Dramas. Cheng. der Kapellmeister, sah es mit dem gleichmütigen, harten Gesicht eines gelangwerlten Zuschauers. Nur seine beiden Hände fanden sich unter dem Dirigentenpult zu einem langen, besinnungslosen Druck, teiligung am Leitungs-Rundspruch kostet der wie eine Umarmung war. Sie sagten sich, neben der monatlichen Rundspruchgebühr dass sie glücklich wären. von 2 Mark weitere 2.30 Mark für die Ueberlassung der technischen Einrichtung, die, (Berechtigte Uebersetzung von Leni Rhan.) wohlgemerkt, nur Kopfhörerempfang gestattet. Wünscht der Teilnehmer Lautsprecherempfang, so muss er sich ein einfaches Verstärkergerät selbst beschaffen und Radio und Leitungsrandspruch im Hause Man hat beobachtet, dass der Leitungsdazuschalten. Rundspruch dem volldrahtlosen Rundspruch nicht nur keinen Abbruch getan hat, sondern Das «Etectrophone» in London wurde von dass er im Gegenteil ein wichtiger Werbefaktor für ihn geworden ist, indem das In- der National Telephone Company nach einem in Paris bestehenden Vorbild eingerichtet. Jeder Teilnehmer konnte über seinen Ferngedanken erst durch den Leitungs-Rundspruch teresse weiter Kreise für den Rundspruchsprechanschluss mit Theatern, Konzertsälen, geweckt worden ist. Die Befürchtungen der Kirchen usw. erhalten. Die Anlage wurde so Handels- und Industriekreise, die eine Schädigung des Rundspruchs durch seinen klei- stark in Anspruch genommen, dass 1920 ein neues Elektrophonamt in Betrieb genommen neren, der Leitung entlang kriechenden, Bruder vorausgesagt hatten, haben sich jeden- werden musste. Wollte sich ein Teilnehmer einen Kunstgenuss verschaffen, so verlangte falls nicht erfüllt, was in der starken Zunahme der Radio-Hörer zum Ausdruck er bei seinem Fernsprechamt Verbindung mit «Electrophone», das, je nach den Wünschen kommt. Dieselben Befürchtungen hatten übrigens Industrie und Handel vor zwei bis drei *) Siehe auch No. 86 AUTOMOBIL-REVUE 1931 — Jahren hinsichtlich der Radio-Vermittlungs- Grossanlagen, wie wir sie als Radioversorgungsanlagen für Wohnsiedelungen in Dornstadt, Frankfurt a. M. usw. finden, gehabt. Auch hier sind die anfänglichen Befürchtungen grundlos gewesen. Im Gegenteil, man kann wohl alle ähnlichen Einrichtungen als mittelbare Werbeanlagen für Radio ansprechen. Denn wie selbst der normale Rundfunkhörer oder gar der Bastler nach vollkommeneren Empfangsgeräten strebt, so sicher auch der Hörer, der die Rundfunkdarbietungen gewissermassen erst aus zweiter Hand (wenn auch vielleicht besser) und in einer ihm vielleicht oder, man kann wohl sagen, gewiss nicht zusagenden Programm- Der Gesellschaftsraum des Sanatoriums war stark besucht, wie immer; — alles sass still und wartete auf die Gesundheit. Man sprach miteinander nicht, da man vom andern eine Krankheitsgeschichte befürchtete — oder Zweifel an der Behandlungsmethode. Es war unsagbar öde und langweilig, und die faden deutschen Sinnsprüche, mit schwarzen Glanzbuchstaben auf weisse Kartons gepappt, wirkten wie ein Brechreiz. An einem Tische, mir gegenüber, sass ein kleiner Junge, den ich beständig ansah, weil ich sonst meinen Kopf in eine noch unbequemere Lage hätte bringen müssen. Geschmacklos angezogen, sah er unendlich stupid aus mit seiner niedrigen Stirn. — An seinen Sammetärmeln und Hosen hatte die Mutter weisse Spitzenbesätze befestigt. — Auf uns allen lastete die Zeit, — sog uns aus wie ein Polyp. Ich hätte mich nicht gewundert, wenn plötzlich diese Menschen wie ein Mann, ohne so» genannte Veranlassung, mit einem Wutgeheul aufgesprungen wären und alles — Tische, Fenster, Lampen — in Raserei zertrümmert hätten. Warum ich nicht selbst so handelte, war mir eigentlich unverständlich; vermutlich unterliess ich es aus Furcht, dass die anderen nicht gleichzeitig mitmachen würden, und ich hätte mich dann beschämt wieder niedersetzen müssen. Dann sah ich wieder die weissen Spitzenbesätze und fühlte, dass die Langeweile noch quälender und drückender geworden war; — ich hatte das Gefühl, als ob ich eine grosse graue Kautschukkugel in der Mundhöhle hielte, die immer grösser wurde und mir ins Gehirn hinein wuchs. In solchen Momenten der Oede ist einem sonderbarerweise auch der Gedanke an irgend eine Veränderung ein Greuel. Der Junge reihte Dominosteine in ihre Schachtel ein und nahm sie dann in fieberhafter Angst wieder heraus, um sie anders zu legen. — Es war nämlich kein Stein mehr übrig, und doch war die Schachtel nicht ganz voll — wie er gehofft, — es fehlte bis zum Rande noch eine ganze Reihe. auswahl vorgesetzt bekommt. Denn wenn schon der normale Hörer durch die Anzahl der Programme nur schwer zufrieden zu stellen ist, wie wird es erst bei den Unterhörern sein. Sie werden sich über kurz oder lang doch selbständig machen wollen und vollwertige Radiohörer werden, nachdem sie erst einmal die Annehmlichkeiten des Radio kennen und schätzen gelernt haben. Man wird ja dem Leitungs-Rundspruch keine allzu grosse Weiterentwicklung voraussagen können, denn die Einrichtung mutet vielleicht sogar nicht mehr recht zeitgemäss an. Ueber die Gedankengänge Edvard Bellamys (Rückblick aus dem Jahr 2000), der alle Häuser Bostons durch Telephon (nicht drahtlos) mit den verschiedensten Konzertsälen, Theatern usw. verbunden sah, sind wir in gewissem Sinne ja schon weit hinaus, in-' dem wir uns die Darbietungen drahtlos und nicht nur aus derselben Stadt, sondern von weiter her, von den Kulturzentren der Welt heranholen. Immerhin verdient der Leitungs- Rundspruch Interesse und Beachtung; nützt er doch vorhandene Verkehrseinrichtungen, nämlich die Fernsprechanschlussleitungen, die ohnehin in den für den Rundspruch hauptsächlich in Frage kommenden Abendstunden durch den Fernsprechverkehr recht wenig belastet sind, wirtschaftlich und praktisch aus. Er ermöglicht auch in den Gegenden mit anerkannt schlechten Empfangsstationen vielen den Rundspruchempfang, die ohne ihn darauf verzichten müssten, weil sie sich die örtlich notwendigen, hochwertigen Empfangsapparate nicht zulegen können. Jedenfalls scheinen sich seine Benutzer recht wohl mil ihm zu fühlen, und auch die für den Rundspruch verantwortungsvollen Stellen sehen keinerlei Nachteile aus der Einrichtung de? Leitungs-Rundspruchs für den drahtloser Radio. Und das sind doch schliesslich die beiden ausschlaggebenden Gesichtspunkte füi die Beurteilung der ganzen Sache. d. Atmosphäre des Krankseins Von Gustav Meynnk. Er packte seine Mutter endlich heftig beim Arm, deutete in wilder Verzweiflung auf diese Asymmetrie und brachte nur die Worte her* aus: «Mama, Mama!» — Die Mutter hatte soeben mit einer Nachbarin über Dienstboten und ähnliche ernste Dinge gesprochen, die das Frauenherz bewegen, und blickte nun glanzlos — wie ein Schaukelpferd — auf die Schachtel. — «Leg' die Steine quer,» sagte sie dann. Im Gesicht des Kindes blitzte ein Hoffnungsstrahl auf, — und von neuem ging es mit lüsterner Langsamkeit an die Arbeit. — Wieder verstrich eine Ewigkeit. Neben mir knisterte ein Zeitungsblatt. — — Wieder fielen mir die Sinnsprüche in die Augen, — und ich fühlte mich dem Wahnsinn nahe. Jetzt! Jetzt! Das Gefühl kam von aussen über mich, sprang mir auf den Kopf, wie der Henker. Ich starrte den Jungen an, — von ihm zog es zu mir herüber. Die Schachtel war jetzt voll, aber ein Stein war übrig geblieben! Der Junge riss die Mutter fast vom Stuhl. — Sie hatte schon wieder von Dienstboten gesprochen und stand auf und sagte: «Wir gehen nun zu Bett, du hast lange genug gespielt.» — Der Junge gab keinen Laut von sich, er stierte nur mit irren Augen um sich, die wildeste Verzweiflung, die ich je gesehen. — Ich wand mich in meinem Fauteuil und krampfte die Hände, — es hatte mich angesteckt. Die beiden gingen hinaus, und ich sah, dass es draussen regnete. Ich träumte von all den trüben Erlebnissen meines Lebens, —• sie sahen mit schwarzen Domino-Augen eiij* ander an. als ob sie etwas Unbestimmtem suchten, und ich wollte sie in einen grünen Sarg einreihen, — — aber jedesmal waren ihrer zuviel oder zuwenig. * * Im Recht «Elli hat mich zu ihrer goldenen Hochzeit eingeladen.» — «Zu ihrer Goldenen Hochzeit ? Wie soll ich das verstehen ? » — « Na ja, sie heiratet doch einen Millionär.» Jetzt ist es jedermann möglich, sich eine Selbstaufzug-Uhr anzuschaffen, denn die AUTORIST zieht sich durch die Bewegungen Ihres Handgelenke* selbst auf und ist trotzdem billiger als manche gewöhnliche gute Uhr. Ein 2-3-stündiges Tragen genügt, um der Autorist eine Gangreserve von Ober 30 Stunden zu verschaffen. Wer eine Autorist trägt, braucht sich nie mehr über vergessenes Aufziehen und dessen lästige Folgen zu ärgern. 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88 — AUlUMUBiL-KtVUb EDEEQ HD «SB Gemeint ist damit «la femme d'hiver». Die Franzosen können es sich — dank ihrer Sprache — erlauben, sie so zu nennen und sind dabei noch liebenswürdig galant. Ins Deutsche aber Hesse es sich nicht gut übersetzen, ohne unhöflich zu sein und den Sinn zu verwirren. Wie man sieht, können zwei Nationen dasselbe sagen und es ist doch nicht dasselbe. Vieldeutig ist der Begriff einer «femme d'hiver», allzu eindeutig der einer «Winterfrau». Brrr, wie alt und dem Grabe nahe! «Im Deutschen lügt man, wenn man höflich ist», deshalb wird mir jede «femme d'hiver» diese Lüge gerne verzeihen. Und im Grunde genommen ist es gar keine Lüge, denn den Franzosen ist es ganz gleichgültig, wie alt eigentlich eine «femme d'hiver ist; ihr Hauptvorzug, ihr Hauptreiz liegt ja, so paradox es auch klingen mag, darin, dass sie nicht mehr jung ist, dass sie anders denkt und empfindet als die Jugend, dass sie mit anderen Ohren hört, mit anderen Augen sieht, mit anderer Zunge spricht. Ihre Sinne haben sich in der Hölle traurigen Geschehens geläutert, in dem Geniessen glückseligen Erlebens verfeinert. Vieles an ihr ist Reflektion eines durchlebten Lebens — somit Vergangenheit und Gegenwart zugleich. Dieser Dualismus löst ganz reizvolle Wechselwirkungen aus, besonders dort, wo sie rhythmisch ineinander greifen. Eine «femme d'hiver» wird ob dieser brillierenden Eigenschaften zur Repräsentantin einer bevorzugten Kultur, ist Mittelpunkt aller gesellschaftlichen Ereignisse und holt sich von dort ihre gesellschaftlichen und anderen Erfolge. Sehr zustatten kommt ihr natürlich hierfür der Winter, und wenn man besonders galant sein wollte, könnte man ihr auch einreden, dass sie daher ihren Namen hat. Sie zeigt sich fast immer nur bei künstlichem Licht in grosser Aufmachung. Sie sieht nie jung aus, aber auch nicht alt — nur etwas müde. Ihre Bewegungen sind sparsam, ihr Lächeln kaum merklich, aber vielsagend, ihre Rede wohlerwogen, mit kleinen akzentuierten Unterbrechungen, und nur die Pointen lassen noch auf Temperament schliessen. Nichts an ihr wirkt unmittelbar, spontan, man steht unter dem starken Eindruck, als wäre alles erst durch einen seelischen Filter gegangen. Der Franzose hat hierfür ein besonderes Verständnis und deshalb liebt und verehrt er seine «femme d'hiver», ob sie nun mütterliche SEITE IFIER/fl& Die Frau ohne Alter Freundin oder bloss Freundin ist. Aber nicht nur die Männer erliegen ihrem Zauber, sondern auch die Frauen und jungen Mädchen, und sie verzeihen sogar oft eine «Vergangenheit», weil sie die Gegenwart dadurch interessant macht. Dies ist offenbar auch das Geheimnis um Ninon de Lenclos. Die Verehrung und Bewunderung der Frauen für sie ging so weit, dass fünfzig Jahre nach ihrem Ableben die Gemahlin des Sonnenkönigs, Maria Laczinska, nach einem damaligen Hofbrauch, zum Allerseelentag den Totenkopf dieser «femme d'hiver» mit Blumen und Bändern schmücken liess und ihre Andacht vor «ma belle mignonne» — wie sie sie dabei zärtlich nannte — abhielt. Ninon de Lenclos traf aber auch wie keine andere die Kunst des Altseins. Sie wurde noch bis ins Greisenalter begehrt, sie hatte den Mut und den Charme, mit der Erfüllung eines Liebeswunsches ihres letzten Galans bis zu ihrem achtzigsten Geburtstag zu warten. Und als er sich nach einem Jahr von ihr zurückziehen wollte, tat er es auf dem Umweg einer Reise, um sie nicht zu kränken. Die so Verabschiedete spielte noch ihren letzten Trumpf aus. Sie ertrug den Gedanken nicht, dass es einen Mann gäbe, der sich rühmen könne, ihrer überdrüssig geworden zu sein. Deshalb schrieb sie schnell, damit er ihr nicht etwa zuvorkomme, die lakonischen Worte: «Die kürzesten Narreteien sind die besten.» Ganz ohne Sentiment — sogar etwas frivol — beschloss sie damit ihr rauh, schmiegsam, verdrängen Seide, Das Neueste, die moderne Frau mit der schicken so reiches Liebesleben. Vielleicht war ihr Chinakrepp und Romain für den Tag. AmSporthose und dem weissen Jumper mit Rcissveisohluss. innerlich ganz anders zumute, sie wusste aber Abend herrscht Luxus. Abendkleider grossen Stiles haben kleine Schleppen und tiefe, nur zu genau, was sie sich schuldete. Die kleinste Unvorsichtigkeit hätte aus einer gewagte .Decolletes, kleinere Abendkleider «grande amoureuse», einer «femme d'hiver» enden zwei Finger breit oberhalb des Parketts. Vetements sind Mode, lange Mäntel sondern wirklich Blau, dieses helle Marine, mierte unbedingt ein «schönes Braun» ist, eine Greisin, eine Vieille gemacht, über die alle — besonders aber die Frauen, mit Spottgelächter hergefallen wären, was zur weit konnten nicht durchdringen und werden das so kleidsam bleibt und für den Herbst nur spärlich gezeigt. Welche Frau könnte Geltung hat, wird dem Persianer, dem traurigeren Folge für sie gehabt hätte, so behauptet» Christi Leoster, dass alle Männer — den Luxus der aufeinander abgestimmten Astrachanfell verliehen. Der pelzbesetzte Harmonie zwischen Abendrobe und Mantel und fellinkrustierte Mantel ist also ganz um nicht gleichfalls lächerlich zu werden — unumschränkt mitmachen? «uni» blau! Ein neuer Samt ergänzt die ihren Salon für immer gemieden hätten. Ein wenig kümmert sich, wie man sieht, Auswahl. Lose und weichfallend, an Drap die Mode um die Weltkrise. In die dra-dpierten Decolletes ist man verliebt. Sie herr- Smyrne erinnernd, sieht er aus, als wäre Mit ihrem Freund Larochefoucauld, dem geistreichen Spötter und erbitterten Gegner schen bei Tag und am Abend. Hochinter- Richelieus, der in seinen «Maximes» behauptet, dass das Alter die Hölle der Frauen sei. stritt sie sich diesbezüglich herum und .als er nicht nachgeben wollte, bestand sie darauf, dass er — um der Wahrheit die' Ehre zu geben — hinzufügen müsse, dass Ninon de Lenclos eine Ausnahme sei. Und sie behielt recht bis zu ihrem letzten Atemzug, denn sie starb als — Ninon de Lenclos... Es ist wahrhaftig nicht leicht, eine «femme d'hiver» zu sein, und schon gar nicht, eine zu bleiben, denn sie bleibt sie nur, solange man sich nicht dafür interessiert, nicht danach fragt, wie alt sie ist. Marineblaue Pelze Ein Modeschöpfer erzählt: Auch in Paris zeigt sich die Weltkrise! Vielleicht etwas schwächer als im übrigen Zentrum Europas. Aber die Modellhäuser sind unternehmend und bringen sehr viel. Die Kollektionen sind reich, beinahe so vielfältig wie im Vorjahr. Die verringerte Kauflust? Amerika ist kaufmüde geworden. Seitdem in New York einige erste Modesalons gestützt werden mussten, kommen die Chefs nicht mehr selbst nach Paris, sondern beauftragen ihre Angestellten, den spärlich gewordenen Einkauf zu besorgen. Auch in Paris gibt es mehrere Salons de Couture, die von Kopf bis Fuss auf «Moratorium» eingestellt sein müssen. Die Modemerkmale? Sehr interessante Aermel, sehr stark betonte Taillenlinien, Godets für Kleid und Bock. Schwarz, die Vormacht der Modefarben, soll durch Patous Willen verdrängt werden. Pafou, der Modediktator, bringt ein neues Braun, «Caroubier». schwärzlich und stumpf und elegant. Aber die Welt will von Diktaten und allgemeinen Vorschriften auch bei der Mode nichts wissen; man bleibt manchmal gern konservativ, und ein Drittel aller Kleider in den Modehäusern ersten Ranges ist — schwarz. Schwarz wird auch für den Nachmittag «die Farbe» bleiben. Wollstoffe, eigenartig, ißfsant sind die reichen Pelzverbrämungen. lEdle Pelze, Breitschwanz und Nerz, Hermelin und Persianer, Silberfuchs, Blaufuchs und kostbarste Zobel, schmücken die eleganten Mäntel. Dunkelblauer Persianer! Nicht das «Pelzblau», das für Uninfor- Die kommende Wintermode seine Fadenstollung lockerer, weicher, dünner. In dunklem Rot ist dieser Samt prachtvoll; er ist nur einem einzigen Hau« vorbehalten. Interview beim Filmstar. «...und wann wünschen gnädiges Fräulein geboren zu sein ? » Pelzhaus R.Schreiber, Kürschner, Zürich Stockerstr. 47 Tel. 34.992 Tram 1, 7, 8,21, 22 empfiehlt sein reichhaltiges Lager in fertigen Pelzen, sowie in Fellen für Besatz zu billigsten Preisen. Sämtliohe Pelzarbeiten werden auf das sorgfältigste ausgeführt. 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