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E_1931_Zeitung_Nr.086

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11 AUTOMOBII>REVUE

11 AUTOMOBII>REVUE 1931 - N» 86 Auch in ihren Träumen hatte niemals ein Schornsteinfeger eine Rolle gespielt. Aber so ist eben das Leben. Es beginnt im Modesalon und endet im Schornstein ,, * Was bringt die Radio- Saison 1931-32 Nettes? Für den Bastler, für den bisherigen und zukünftigen Radiohörer wird immer der Herbst zu den interessantesten Zeiten gezählt. Nicht etwa nur dadurch, dass nun das gute Fernempfangswetter zu erwarten ist, nein auch dadurch, dass auf den Winter die neuen Empfängertypen auf den Markt kommen. Diese Erwartung hat sich bis diesen Sommer immer in der Weise ausgewirkt, dass weniger Käufe in den Sommermonaten ge- natürlich schwer feststellen. Einen gewissen Impuls gaben natürlich auch die beiden neuen Landessender, die nun auch in grösserer Entfernung einen störungsfreien und sicheren Empfang zulassen. Der zweite Schluss, der gezogen werden kann, ist der, dass im Empfängerbau eine gewisse Stabilisation eingetreten ist. Solange beim Publikum die Meinung herrscht, dass die jetzigen Empfänger in kurzer Zeit veraltet und unbrauchbar sind, so lange herrscht eine gewisse Passivität im Kauf. Durch die letztjährigen Diese beiden Punkte haben dazu hei getragen, dass das Interesse, das man sonst der im September in Berlin stattfindenden grossen deutschen Badioausstellung entgegenbrachte, kleiner war. In Berlin war gewöhnlich zum ersten Male das zu sehen, was der neue Markt bringen wird. Mit Interesse reiste man hin, auch wenn man es nicht nötig gehabt hätte. Mit Spannung betrat man die Hallen, überall, wo sich Menschen häuften, war man auch dabei, man wollte all die Neuerungen als erster sehen, um sie dann in alle Lande hinaus beschreiben zu können. Letztes Jahr fesselten die Neuerungen weniger, es war das Fernsehen, das anzog. Wie war es dieses Jahr? Merkwürdig still schon in der Radiopresse, die in früheren Jahren nach Tonfilmreklame aussah. Nicht, dass weniger ausgestellt wurde, oder weniger Stände waren, nein tätigt wurden. Wie die meisten Radiohändler heute erklären, war der diesjährige Sommer insofern eine Ausnahme, die Anzahl derselben ist eher gestiegen, als überhaupt keine tote Zeit eintrat. aber durchschlagende Neuigkeiten, die Wenn auch die Nachfrage nicht an dieals Non-plus-Ultra hätten bezeichnet wer- können, fehlen. Im Gegensatz zu frü- der Wintermonate heranreicht, so warden immerhin eine wesentliche Besserung gegen die vergangenen Jahre festzustellen. die Qualität. Hier liegt der Schwerpunkt her ist nicht das Neue Trumpf, sondern Aus dieser Tatsache lassen sich vorab der diesjährigen Empfängerfabrikation. zwei Dinge ablesen. Einmal das, dass Qualität sowohl im Empfängerbau selbst, Radio nun nicht mehr als Saison-Betätigung angesehen werden darf, sondern Die kreischenden Lautsprecher von anno als auch besonders in der Tonwiedergabe. auch im Sommer eine zahlreiche Hörergemeinde zu fesseln vermag. Inwieweit ligeren Empfängern sind elektrodynami- 1923 sind verschwunden. Auch in den bil- hier das diesjährige schlechte Wetter dabei in Betracht zu ziehen ist, lässt sich einer hohen Stufe steht, eingebaut. sche Lautsprecher, deren Wiedergabe auf Grosses Gewicht wurde der Senderverteilung entsprechend auf die Selektivität gelegt. Es ist dies ein sehr heikler Punkt, da dieselbe auch von der Antenne und der Entfernung des nächsten grossen Senders in gewissem Masse abhängig ist. Dementsprechend haben auch die Bezeichnungen der Empfänger etwas geändert. Von den Bezirks- und Fernempfängern ist man abgerückt. Denn was sagt im Grunde genommen dieser Name? Mit einem Bezirksempfänger konnte man auch die grösseren Sender aufnehmen, auf der andern Seite mit einem Fernempfänger natürlich auch Empfänger aber war zu sehen, dass die Bezirks- oder Ortssender, wie man sie grundlegende Aenderungen nicht zu erwarten sind. Der Netzanschluss, das heisst bei uns nennt. die vollständige Speisung einer Empfangsanlage unter Umgehung der Akkulen Firmen nach der Anzahl der Ab- Die heutige Benennung erfolgt bei viemulatoren und Batterien, direkt aus dem stimmkreise. Es ist dies wohl eine etwas Lichtnetz, ist da. Die einfache Bedienung technischere Bezeichnung, die aber sofort ist auch bei allen Empfängern anzutreffen, also was will man noch mehr? erwartet werden darf. So kennen,wir erkennen lässt, was von einem Apparat die.;. sen Winter die Einkreis-, Zweikreis-, Dreikreis- und Vierkreis-Empfänger. Die Röhrenzahl ergibt sich wie gewöhnlich zu 2-3-4 und mehr Röhren. Die Bezeichnung der Anzahl der Abstimmkreise gibt nun ein Bild, welche Selektivität von den Empfängern erwartet werden darf. Bei den Einkreisempfängern handelt es sich in der Regel oder überhaupt nur um die sogenannten Ortsempfänger, die auf den benachbarten Sender eingestellt werden, und deren Selektivität nicht gross ist und nicht gross zu sein braucht. Bei den Zweikreis-Empfängern ist dieselbe schon grösser, die Empfindlichkeit aber sehr stark gesteigert, so dass mit guten Antennen Fernempfang möglich ist. Die Selektivität ist aber hohen Anforderungen noch nicht gewachsen, so dass man zweckmässig nach den Dreikreisempfängern, besser noch zu den Vierkreisempfängern greift. Die Dreikreisempfänger sind gewöhnlich als Vierröhrenapparate ausgeführt, die Vierkreisempfänger als 5- und Mehrröhren-Apparate. Es sind dies dann aber Empfänger, die zu den besten gerechnet werden können. Die Ausgangsleistung ist sowohl bei den 4- als auch bei den Mehrröhren-Empfängern schon so gross, dass einige Firmen sogar auf die in Europa noch so beliebte Rückkopplung verzichten. Ein gutes Omen.

N° 86 - 1931 AUTOMOBIL-REVUE LDEiro BDaat Pelze sind der Autofahrerin ein ver-odetrauter Artikel, und Pelzdecken gehören in Gesellschaft fährt, ohne selbst am zu den grössten Annehmlichkeiten auf längeren Fahrten. Aber wichtiger sind der Automobilistin Pelzmantel, Füchse und andere Pelzsachen, die sie vor Kälte und Wind schützen und ihr schmeicheln. Frauen im Auto werden von gar vielen beobachtet und beurteilt, und darum ist es wichtig für sie, hübsch auszusehen. Diesen Herbst und Winter finden sie denn hiezn reichlich Gelegenheit. Der sonst der Autofahrerin vorwiegend als Sportpelz bekannte Fohlen ist heute ein begehrter Modepelz. Freilich werden die derben, glatten Qualitäten wie die hellgetönten nicht für elegante Mäntel und Jacken genommen. Es handelt sich meistens um schwarze und dunkelbraune oder bis mittelbraun schattierte Felle mit schöner bis ganz erlesener, mit Breitschwanz fast zu verwechselnder Zeichnung. Erlesene Fohlenpelze sind wirklich kleidsam und werden gerade von jungen Damen dem Persianer vorgezogen. Diese Jäckchen werden der Autolenkerin willkommen sein, da sie durch die kurze Form beim Fahren freier ist als im Mantel. Sie kann diese Jacke ganz in Fohlen arbeiten lassen, oder sie mit hübschem Besatz als Kragen und Aermelgarnitur in Skunks, Persianer, Castor oder Seal-Bisam herausputzen. Und wenn sie ganz modern aus ihrem Wagen auf die Strasse treten will, mag sie sich aus dem Garnierpelz einen kleinen Muff zulegen und vielleicht ihr neues Hütchen noch mit einem Pelzstreifen versehen lassen. Pelzhüte trägt man, glücklicherweise, hierzulande ja nicht! Die kurze, vorn meist abgerundete, vielleicht auch einmal etwas mit Enforme-Schösschen versehene Jacke wird von einem Gürtel gehalten; auch zu ganz geraden Formen kommt er hinzu. Und er sitzt auch gerne auf Mänteln aus Fohlen, die mit hoher, ganz leichter Taillenlinie gearbeitet werden oder ganz gerade fallen dürfen. Für das Auto ist Fohlen wohl der praktischste Pelz. Wer dagegen zu Besuch SflE TTBE EQXJft Die neue Pelzmode Volant zu sitzen, der mag dann seiner Persianer oder Seal-Bisam oder echten Breitschwanzmantel tragen, der mit eleganten Pelerinenärmeln bis zum Ellbogen versehen ist, aus dem der vordere Aermel schlank herausgeht. Der herrenmässig geschnittene Aermel praktisch-einfacherer Modelle begnügt sich öfters mit einem Pelzring auf dem Oberarm, oder es sitzt ein Pelzdreieck mit langgezogenem, etwas geschwungenem Band auf dem Aermel, das kelchartig wirkt. Oft ist es auch ein Pelzstreifen, der sich serpentinartig hinzieht. Die Pelzmäntel sind ungefähr 1,20 Meter lang, auch für sehr grosse Frauen noch länger; sie müssen das Kleid decken; zwischen langem Mantel und den kurzen Jäckchen gibt es keine Zwischenstufen. Abstechende Pelzbesätze sind hier nicht besonders häufig; dagegen haben wir neben braunem Astrachan auch oft grauschattierten Naturpersianer, der wirklich verlockend aussieht. Die weichen, alle leicht gerauhten und fast wie geschorener Pelz aussehenden Mantelstoffe, wie der sich jetzt en vogue befindliche Bastrac, der wirklich astrachanähnlich ist, oder der Bakyrol aus Wolle mit reiner Seide, der zu den eleganten Saisonstoffen zählt, auch der immer noch en vogue stehende Granya, sind nicht zu vergessen. Herbstmäntel werden oft aus schweren Crespellas gemacht und mit Persianer oder weichem Iltis besetzt, der schon diesen Sommer von eleganten Frauen auf schwere Ensembles in Seide oder aus leichtem Wollstoff gesetzt wurde. Die Kragen, die aufgesetzt werden, entsprechen jenen der Pelzmäntel. Es sind Stehumlegkragen, innen in ausstrahlende Falten gelegt, mit hohen Ecken, von denen aus die Linie herabführt. Kutscherrevers, aber auch plastronartige Pelzpartien sitzen auf den Mänteln. Andere sind hochgeschlossen und haben" eine verdeckte Knopfleiste, über die der Pelz bis zum Mantelsaum reicht. Die Pariser Haute r Graues Sportkleid mit kurzer Jacke aus Soniinerhßumelia. (Phot. Philipp.) Couture bringt Pelzgarnierungen auf Wollstoff in massigem Umfang an. Und die aparten Formen von Kragen, Aermelbesätzen, Gürteln, Plastrons aus Pelz sind für die Eleganz entscheidend, nicht die Häufung des Materials. Sparsam aber nicht so selten erscheinen schmale Pelzbesätze an Kleidern; bis in die elegante Abendtoilette wagen sie sich und geben dieser ein eigenes Cachet. E.Sch. Radio and Leitungsrandsprach im Hause i* Wie entstand der Leitungsrundspruch? — Seine Einführung in der Schweiz. — Vom Leitungsrundspruch zum Radioempfanz. Opernübertragung durch Leitungsrundspruch ist in der Schweiz nur von vereinzelten Versuchen her bekannt, während im Ausland, wie die nachstehende, sich auf die deutschen Verhältnisse be2iehende Abhandlung von Telegrapheninspektor Spohn zeigt, schon seit Jahren eingeführt ist. Ganz unvermutet sind nun in den letzten Monaten von Interessenten im Kanton Graubünden zusammen mit den Organen der eidgenössischen Telegraphenverwaltung Versuche angeordnet und ausgeführt worden, und man denkt in diesen massgebenden und zunächst interessierten Kreisen ernstlich daran, den Drahtrundspruch auch in unserem Laride einzuführen. Nun sind wir in den letzten Wochen in der Schweiz wieder einen Schritt weiter Begangen. Der Drahtrundspruch wird nach erfolgreich beschlossenen Versuchen vorläufig in Basel, Genf, Zürich und Lausanne eingeführt. St. Gallen, Luzern, Biel, Ölten u. a. m. werden in kurzer Zeit ebenfalls Abschlüsse erhalten. Der Gedanke, Konzert- und Theaterdarbietungen zu Hause zu hören, ist schon alt und lange vor der Geburtsstunde des Rundspruchs verwirklicht worden, allerdings nicht drahtlos, sondern über die Fernsprechanschlussleitungen und die Vermittlungsstellen der Post oder auch über eigens dazu bestimmte Drahtleitungen. Diese Einrichtungen werden manchem unter der Bezeichnung «Opernübertragung» bekannt sein. Die erste derartige Einrichtung wurde in Deutschland in Berlin im Jahre 1911 geschaffen. Diese Opernübertragung übertrug die Darbietungen aus den Opernhäusern «Unter den Linden» und «Am Königsplatz» über die normalen Fernsprechanschlussleitungen zu den Abonnenten. Bis 1918 wurden mit ihr regelmässig Opern mit Lautsprecherempfang nach dem Kronprinzenpalais und im Jahre 1912 sogar über eine 500 km lange Fernleitung nach Danzig-Langfuhr (Kopfhörerempfang) übertragen. 1924 wurde die Einrichtung modernisiert und wieder in Betrieb genommen. Auch in Frankfurt a. M. gab es vor dem Krieg * ScWuss folgt in Nr. 88. Kennen Sie DEN NEUEN QuimmcmhmiiMnindnmmklim MIDI RADIO? Er ist das, was Sie sich schon lange gewünscht haben: Ein Apparat mit absoluter Einknopf- Einstellung für Kurz- und Langwellen-Empfang mit automatischer Lautstärke-Regulierung, welche die lästigen Fadingschwankungen zum grossen Teil aufhebt, und einer Tonwiedergabe, die seinesgleichen suchtl Lassen Sie sich diese Anlage unverbindlich durch Ihren Radiohändler vorführen, oder wenden Sie sich an die Wir holen Ihren Apparat für 5 Tage zu uns» Sie werden ihn nachher kaum mehr erkennen. Er gibt Grammophon-Aufnahmen plastisch, kräftig und mit wunderbarer Fülle wieder, wie es nur elektrische Verstärkung möglich macht. Eine einfache Umschaltung, und der gleiche Apparat verbindet Sie mit den Radio- Sendern Europas. Gegenwärtig kann die Arbeit zu besonders günstigen Bedingungen ausgeführt werden. » Telephonieren Sie heute noch 24.864 oder schreiben Sie eine Karte. 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