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E_1931_Zeitung_Nr.086

E_1931_Zeitung_Nr.086

Der neue illustrierte

Der neue illustrierte Abreisskalender für Schweizer und Schweizerfreunde Einer vielseitigen Anregung Folge leistend, haben wir uns entschlossen, unter Mitwirkung der führenden Photographen unseres Landes, einen illustrierten Abreisskalender herauszugeben. Er ist ein getreues Abbild unserer herrlichen Heimat geworden. 15 Photographen, die nicht aufs Geratewohl drauflos knipsen, sondern das Tiefe und Grossartige der Natur auf die Platte zu bannen verstehen, haben ihre schönsten Bilder in den Dienst von Pro Helvetia gestellt. Ausserdem enthält Pro Helvetia zahlreiche mehrfarbige Reproduktionen bekannter Schweizer Künstler. Das graphische Gewerbe hat mit erstklassigem Tief- und Farbenoff setdruck dem Kalender ein vornehmes, ' F frisches Aussehen gegeben. Die Harmonie und Gediegenheit von Bild, Text und Ausstattung stempeln Pro Helvetia zu einem nationalen Kalender von einzigartigem Stil. enthält Bilder von folgenden Photographen: M. Burkhardt, Arbon E. Gyger, Adelboden C. Dürr, Minusio A. Klopfenstein, Adelboden J. Feuerstein, Schills H. Liuri, Bern Frei & Co., St. Gallen E. Meerkämper, Davos J. Gabereil, Thalwil Ls. Molly, Geneve S. Glasson, Bulle Societe Graphique, Neuchätel E. Gos, Lausanne Wehrli A.-G., Kilchberg enthalt Ansichten aus der ganzen Schweiz, und zwar: Ostschweiz (Zürich, St. Gallen, Appenzell, Glarus, Thurgau, Schaffhausen) 24 Graubünden 15 Zentralschweiz (ürkantone) 10 Nordschweiz und Jura 10 Bern und Berner Oberland 20 Sulsse Romande 27 Wallis 10 Tessin 10 Pro Helvetia erscheint in drei Ausgaben: deutsch, französisch und englisch. Pro Helvetia schmückt Ihr Heim und bereitet Ihren Bekannten im Ausland Freude. Ihr Buchhändler und Papeterist ist gerne bereit, den Kalender in einer soliden Kartönhülle für Sie ins Ausland zu schicken. Preis Fr* 4*"* Verlag HALLWAG, Bern Wenn Sie Pro Helvetia weder bei IhremBuchhändler noch bei Ihrem Papeteristen erhalten können, so senden Sie uns bitte den nebenstehenden Bücherzettel ein. BUCHERZETTEL Senden Sie mir: (Als Drucksache 5 Rp. Porto) Exemplare Pro Helvetia 1932 deutsch * französisch* englisch* Adresse: * Nicht Gewünschtes ist zu streichen.

ausgelassen, so dass dieselben etwas mehr Reibung auf der Strassenfläche besitzen. Die Lenkung wurde dadurch allerdings etwas schwerer, doch habe ich seit mehreren Monaten kein Flattern mehr verspürt. R. W. in M. Frage 8089. Dichtungsmittel Purit. Wer kann mir den Fabrikanten oder Lieferanten des Dichtungsmittels « Purit », das in der Schweiz erzeugt werden soll, nennen ? H. B. in W. Frage 8090. Behandlung von Kugellagern. Wie gebt man am besten vor, um Kugellager von einer Getriebewelle abzunehmen von der sie stramm aufgezogen sind? Dürfen sie mit Hammerschlägen von der Welle abgetrieben werden, oder entsteht daiurch Schaden? E. K. in A. Antwort: Je nachdem, ob das Lager nach dem Abnehmen zum alten Eisen geworfen oder weiter verwendet werden soll, muss natürlich verschieden vorgegangen werden. Legt man Wert auf Schonung des Lagers, so sind jedenfalls die beiden skizzierter Methoden nicht geeignet. In beiden Fällen haben die Kugeln beträchtliche seitliche Kräfte vom einen auf den anderen Laufring zu übertragen, wodurch sie selbst, vor allem aber die Laufringe, Formveränderungen erleiden können. Soll das Lager geschont werden, so dürfen die Hammerschläge nur gegen den inneren Ring gerichtet sein. Wenn möglich stülpe man dabei vom entgegengesetzten Ende her ein Rohr über, die Welle und wirke dann auf dieses Rohr, anstatt direkt auf das Lager ein. Das Rohr darf aber ebenfalls nur auf dem inneren Laufring des Lagers aufliegen, at. Rechnung war ein Monat für gutes Funktionieren Frage 8091. Glyzerin als Frostschutzmittel. Dabei ordentlicher Behandlung garantiert. Auf die wir wieder dem Winter entgegengehen, bitte ich um Auskunft, ob eine Glyzerin-Wassermischung als Kühlerfüllung für den meist milden Winter im Tessin- genüge und wie die Mischung vorzunehmen ist. Irgendwelchen schädlichen Einflus3 auf Metallteile oderj'Gummiverblndungsschläuche etc. wird X31yzerin wohl kaum haben? Für eine objektive Auskunft bin ich sehr verbunden und verdanke sie bestens. P. J. M. A^n t w o r t : Ein Zusatz von 35 Prozent Glyzerin zum Kühlwasser schützt bis zu Temperaturen von mindestens 13 Grad unter Null, also für alle in Ihrem Gebiet normalerweise vorkommenden Kältegrade. Wenn ausdrücklich «säurefreies > Glyzerin verwendet wird, sind keinerlei schädigende Wirtungen auf das Kühlsystem zu erwarten. Gewöhnliches Industrie-Glyzerin enthält allerdings in den meisten Fällen Säuren, deren Vorhandensein daran zu erkennen ist, dass im Innern des Kühlers ein grüner Belag entsteht Die Mischung von Wasser und Glyzerin wird am besten ausserhalb des Motors vorgenommen, indem Sie beispielsweise 3,5 Liter Glyzerin und ß,5 Liter Wasser zusammengiessen und durch Rühren gut miteinander vermischen. at Frane 8092. Abgenützter Schwungrad-Zahnkranz. An unserem Vierzylinder-Liefemngswagen versagt seit einiger Zeit manchmal der Anlasser, da der Zahnkranz auf dem Schwungrad durch das Anlasser-Ritzel seitlich abgenützt ist. Man hat uns angeraten, das ganze Schwungrad zu ersetzen, da die Verzahnung in dieses eingeschnitten und nicht etwa aufgeschraubt ist. Wenn möglich, möchten wir aber die hohen Kosten eines solchen Ersatzes vermeiden. Wäre es nicht möglich, das Schwungrad abzudrehen und mit einer neuen Verzahnung zu versehen? K. R. in Z. Antwort. Ein neues Verzahnen des Schwungrades würde wahrscheinlich fast ebenso hohe Kosten verursachen wie ein komplettes neues Schwungrad, denn es brächte, abgesehen von den unmittelbaren Demontage-, Fräs- und Montage-Arbeiten, den Neu-Einbau des Anlassers und alle möglichen anderen Umänderungen mit sich. Sehr oft lassen sich aber gerade bei Vierzylindermotoren Abnützungen am Zahnkranz unschädlich machen, indem man das Schwungrad um 90 Grad auf seiner Welle versetzt. Die Abnützung tritt ja fast immer nur an zwei einander gegenüberliegenden Punkten des Sehwungrades auf. Nachdem das Schwungrad versetzt ist, wird es beim Vierzylindermotor immer so stehen bleiben, dass unabgenützte Stellen dem Anlasser-Ritzel gegenüberstehen. Ziemlich sicher greift dann das Ritzel wieder normal ein, und der Eingriff wird auch durch die abgenützten Stellen der Verzahnung nicht mehr gestört, wenn die Umdrehung einmal eingesetzt hat. at. Sa»»4&d* tHHD Anfrage 1090. Strolchenfahrt. Wenn in einer grossen Hotelgarage in der Nacht mit Wissen des Garagechefs aus einer verschlossenen Boxe ein Privatwagen " zu' einer Storolchenfaihrt herausgegeben wird und der Wagen ist am Morgen total zusammengefahren, wer ist verantwortlich für den Schaden ? Das Hotel, das einen solchen Chef anstellt, oder die Versicherung, wenn Strolchenfahrer und Garagenchef nicht für den Betraa aufkommen können? Wie wird ein solcher Fall strafrechtlich behandelt? T. (A). Antwort: Der Geschäftsherr, vorliegend also der Hotelier,, haftet für den Schaden, den seine Angestellten oder Arbeiter in Ausübung ihrer dienstlichen oder geschäftlichen Verrichtungen verursacht haben, wenn er nicht nachweist, dass «r aale nach den Umständen gebotene Sorgfalt wendet habe, um einen Schaden dieser Art zu verhüten, oder dass der Schaden auch bei Anwendung' dieser Sorgfalt eingetreten wäre. Die Sorjtfaltspflicht besteht darin, dass er 1) bei der Auswahl der Angestellten sich über dessen Befähigung, berufliche Ausbildung, Spezialkenntnisse, körperliche, geistige und moralische Befähigung im Hinblick auf seine ganze Tätigkeit und die besondere, anlässlich welcher die schädigende Handlung eingetreten ist, vergewissert hat, dass or 2) dem Angestellten die" notwendigen Weisungen und Mittel gibt, wobei er bei besonderer und erkennbarer Gefahr auch Weisungen im Hinblick auf diese erteilen muss, dass er 3) den Angestellten in seiner Tätigkeit beaufsichtigt und Überwacht hat oder hat überwachen lassen, besonders auch im Hinblick auf die erteilten Instruktionen. Für den Umfang der Sorgfaltspflicht spielen Bildung und Stellung des Angeschuldigten, die Organisation und Grosse des Geschäftsbetriebes, di« Kenntnis des Geschäftsherrn über den Sachverhalt, soweit er sich diese zu verschaffen hart, sowie die (besonderen GefahTsmöigliichkeiten. eine Rolle. Der Geschäftsherr muss den Beweis erbringen, dass er die gebotene Sorgfalt d. h. die Sorgfalt, wie sie von einem umsichtigen Geschäftsherrn verlangt werden darf, unter Berücksichtigung der gegebenen Umstände, aufgewendet habe. Er rryiss nachweisen, dass er die objektiv gebotenen Massnahmen zur Vermeidung eines derartigen Schadens getroffen hat. Ohne die Verumständungen genatu zu kennen ist es natürlich für uns schwierig zu sagen, ob ein« Haftung des Hoteliers in Frage kommt oder nicht. Immerhin ist das Bundesgericht bezüglich Sorgfaltspflicht des Geschäftsherrn ziemlich streng. Es wäre in erster Linie zu untersuchen, wie der Hotelier bei der Anstellung, Instruktion und Ueberwachung des betreffenden Garagechefs vorgegangen ist. Was die strafrechtliche Seite der Angelegenheit betrifft, so ist dies in jedem Kanton anders. Die StrolchenfahTt als solche ist in den Strafgesetzen bis heute nicht vorgesehen. Das neue Automobilgesetz wird in dieser Beziehung Remedur schaffen. Man behilft sich dann oft mit Sachbeschädigung, Diebstahl von Benzin usw., je nachdem das in Betracht fallende kantonale Strafgesetzbuch Anhaltspunkte und Möglichkeiten bietet. * Anfrage 1091. Mängelrüge. Ein Freund kaufte mit meinem Beisein im September 1930 ein Auto, Marke Lafitte (mit luftgekühltem Motor), für Franken 1750.—. Fr. 1000.— wurden sofort bezahlt, für den Rest musste er einen Wechsel unterzeichnen und ich war Bürge. Der Käufer hatte einige Kenntnisse in der Autobranche, ich aber wenig. Bei Kanfsabschluss hatte der Verkäufer noch einige Reparaturen und Aenderungen am Auto versprochen, nur mündlich und Zeugen hatten wir keinen, auch versprach er gehöriges Anlernen, weil stark abweichend von andern Autos. Der Wagen wurde gebracht, der Käufer zwei bis drei Stunden gelernt, von den Reparaturen war nichts gemacht. Am andern Tag konnte er mit dem Vehikel nichts mehr anfangen, der Motor sprang nicht an. Auf der Mängelrüge hatte der Verkäufer nur Beteuerungen und Ausflüchte. Der Wagen konnte nicht gebraucht werden, der Wechsel wurde fällig, meine Bürgschaft kam zur Geltung, gab Gerichtssachen, denn wir verlangten Wandelung. Der/Verkäufer "efckjärte mir und unserm Rechtsbeistand, das Auto für uns zum gleichen Preis verkaufen zu können. Er holte dieses im März wieder, erhielt aber nur Offerten' von zirka Fr. 700.—. Im August gingen wir wieder zum Verkäufer, diesmal mit Fachmann und Zeugen, wobei mündlich vereinbart wurde, dass ich das Auto übernehme, an der Restscauld von Franken 750.— wurden Fr. 250.— nachgelassen, der Wagen musste in fahrbarem Zustand nach B. gebracht werden, die Fr. 500.—, zahlbar nach Erhalt. Nach dessen Eintreffen sandte Ich sofort die Hälfte, die andere Hälfte wollte ich nach der Prüfung bezahlen. Die Prüfung erfolgte vier Tage nachher, der Wagen fiel aber durch, der Rückwärtsgang und die Handbremse waren zu schwach. Ich verlangte Ersatz der Kupplungsscheibe, die ausgelaufen war, am Telephon hatte er mir diese versprochen, Montage zu meinen Lasten, der andeTe wollte aber erst den Restbetrag und dann die Scheibe geben. Der Verkäufer hat die Generalvertretung dieser Marke, für die Schweiz inne und diesen Bestandteil auf Lager. Ein hiesiger Garagist demontierte den Motor und sandte die ausgelaufene Scheibe dem Generalvertreter dieser seltenen Marke, erhielt aber zur Antwort, dass er erst das Restsruthaben verlange und nachher eine Scheibe liefere. Der .Garagist verlangte per Charge die alte Scheibe zurück, auch diese folgt nicht mehr und wir können nun gar nichts machen, während ich das Auto fast jeden Tag brauchen sollte. Von Bedeutung sind heute nur. dass das Auto die Prüfung nicht bestand und dass der Verkäufer als Generalvertreter uns mit der Scheibe im Schach hält. Ich bitte um Rat. L. B. in B. Antwort: Die Situation, in der Sie sich be^ rinden, ist ziemlich schwierig. Wenn Sie ohne Gerichtsverfahren durchkommen wollen, so bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als den geschuldeten Restbetrag zu bezahlen. Wollen Sie dies nicht, dann müssen Sie Ihrem Verkäufer gegenüber sofort die vorhandenen Mängel rügen, sofern dies nicht schon geschehen sein sollte, und ihn an seinem Wohnt sitze auf Herabsetzung des Kaufpreises gerichtlich einklagen. Das gleiche ist der Fall, wenn Sie auf der Rücksendung der alten Kupplungsscheibe beharren wollen. Der Verkäufer ist nicht berechtigt, diese zurückzubehalten. Wenn er sich aber weigert, sie zurückzugeben, so kann er eben nur gerichtlich dazu gezwungen werden. Ein Retentionsrecht an einem Gegenstände kann nur dann geltend gemacht werden, wenn sich dieser Gegenstand mit Willen dessen Eigentümers oder Besitzers im Besitzo desjenigen befindet, dor das Retentionsrecht geltend macht. Aus Ihrer Anfrage geht jedoch hervor, dass Ihnen daran gelegen Ist. den Wagen so rasch wie möglich betriebsbereit zu machen. Aus diesem Grunde bleibt wohl nichts anderes übrig, als den Bedingungen des Verkäufers nachzugeben. Selbstverständlich Weiht es Ihnen auch nachher unbenommen, ihn vrezen den vorhandenen Mängel auf Preisminderung einzuklagen. Deutliche Schrift und genaue Adresse sind erstes Erfordernis für eine richtige und prompte Beantwortung von Anfragen. Unleserliche oder fehlende Adressen veranlassen uns zu einem prinzipiellen Verzicht auf diö Beantwortung. AUTOMOBIL-REVUE 11 TOURISTIK Der Strassenhilfsdienst des T. C. S. Aufhebung ab 20. Oktober bis 1. Mai 1932. Die Erfahrungen der letzten zwei Jahre im Strassenhilfsdienst des T.C.S. lehrten, dass der Motorfahrzeugverkehr in den Wintermonaten sich stark verringert, weshalb die verantwortlichen Behörden im T.C.S. es für richtig erachteten, den Strassenhilfsdienst flir sechs Monate zu unterbrechen und die hohen Kosten damit zu verringern. Sie hielten die Auffassung, die damit frei werdenden Summen seien für die Ausdehnung des Sommerhilfsdienstes zu verwenden, als zweckmässiger. Auf Dienstag den 20. Oktober wurde daher eine Generaldemobilisation des Strassenhilfsdienstes und des Grenzhilfsdienstes (der übrigens schon vom 1. Oktober weg suspendiert war) angeordnet. Die Agenten werden in* zwei Gruppen die Rückfahrt nach Genf antreten: Die Gruppe A — Agenten aus dem Tessin, von St. Gallen, von Kreuzungen, von Basel, von Zürich — wird in Ölten zusammentreffen, von wo aus sie nach Bern fahren wird. Dort wird sich ihnen der Agent, der den Dienst zwischen Bern-Interlaken und Bern- Freiburg besorgte, zugesellen. In gemeinsamer Fahrt wird die Kolonne am Nachmittag den Place du Tunnel in Lausanne erreichen. Auf diesem Platze werden sie bereits die Gruppe B vorfinden, die aus den Agenten im Wallis, im Neuenburgischen, sowie für die Strecken LausanneJVIurten und Genf-Lausanne besteht. Das gesamte Detachement wird unter der Führung von Herrn Pautex nach Genf fahren und dort durch einen Vertreter des Generalsekretariates empfangen werden. Die Kolonne wird sich dann unverzüglich in das Depot des Strassenhilfsdienstes begeben, das in einem Anbau der Motosacochewerke in Acacias installiert ist. Die Maschinen werden dort eingestellt und die Fahrer, nachdem sie ihre Douchen genommen haben werden, verpflegt und ins Hotel geführt Der 21. Oktober ist der Materialabgabe und der Entlassung gewidmet. Während der sechsmonatigen Winterperiode wird alles Material einer Generalrevision unterzogen und ergänzt, damit am 1. Mai das Detachement den Strassenhilfsdienst wieder mj| bester Ausrüstung aufnehmen kann. Die Fahrer werden für diese Zwischenperiode nis?ht entlassen. Diejenigen unter ihnen, die den Wiederanstellungsvertrag für'das nächste Jahr unterzeichnet haben, werden ab 20. Oktober eine monatliche Warteentschädigung erhalten. (Im Vertrage wird es ihnen freigestellt, in der Zwischenzeit eine Anstellung zu wählen.) Die Polizei- und Justizdirektionen sämtlicher Kantone auf deren Strassen der Hilfsdienst gearbeitet hatte, wurden vom Generalsekretariat des T.C.S. in Genf von der bevorstehenden Demobilisation und der Unterbrechung der Tätigkeit benachrichtigt. Verschiedene Kantone haben auf diese Bekanntmachung bereits geantwortet und den Zentralbehörden des T.C.S. volle Anerkennung für die gute Organisation und die bewährte Tätigkeit des Strassenhilfsdienstes ausgesprochen. Der Polizeidirektor des Kantons Freiburg sprach beispielsweise den Dank mit folgenden Worten aus: Wir ergreifen die Gelegenheit, um Ihnen wiederum zu danken für die anerkennenswerte Initiative, die einer grrossen Zahl von Strassenbenützern ausgezeichnete Dienste geleistet hat.» lt. Noti Die Statistik der Strassenverkehrs-Uniälle. Die Statistik der Strassenverkehrsunfälle, welche die Monate April bis Juni 1931 umfasst, weist erfreulicherweise nur eine sehr geringe Zunahme der Unfälle gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres auf. Es ereigneten sich in dieser Zeit 918 Unfälle, also 22 mehr als im Vorjahre; 583 (gegen 549) verursachten nur Sachschaden, während 335 Kollisionen (gegen 347) Personenverletzungen zur Folge hatten. Die Zunahme geht also ausschliesslich auf Konto der Sachschäden. Bei den Personenverletzungen haben die Fälle mit leichten Verletzungen zugenommen, wogegen die schwereren, gesundheitlichen Schädigungen einen leichten Rückgang aufweisen. Vor allem ist die Zahl der Todesopfer um die Hälfte, auf vier, zurückgegangen. Der verursachte Sachschaden beziffert sich auf 181000 Fr. und steht damit um 19000 Fr. froher als im Vorjahre. Was die Beteiligung der einzelnen Kategorien von Strassenbenützern an den Unfällen anbetrifft, so weisen ausnahmsweise Motorräder und Velos einen Rückgang auf. Dagegen waren fühlbar mehr, nämlich 570 (gegen 526) Personenautos und 306 (gegen 276) Nutzfahrzeuge beteiligt. Die Kollisionen, bei welchen die Strassenbahnen in Mitleidenschaft gezogen wurden, haben ebenfalls zugenommen; gegenüber dem Vorjahre sind auch 7 Fussgänger mehr, nämlich 162 beteiligt. Auf alle Fälle berechtigt die bisherige Entwicklung im Jahre 1931 zu der Erwartung, dass die Unfallstatistik für dieses Jahr doch ein etwas wenig düstereres Gesicht mache als in den Vorjahren. Wie erinnerlich, ergab das erste Quartal sogar eine Abnahme. Hält sich die Zunahme in den beiden verbleibenden Quartalen in den nämlichen bescheidenen Grenzen des zweiten Vierteljahres, oder kann sogar neuerdings eine Abnahme erzielt werden, dann würden sich endlich in sichtbarer Weise die Bemühungen von Verbänden und Presse um eine bessere Verkehrsdisziplin auswirken. 2. Die zürcherischen Verkehrsbewilügungen. Das von der kantonalen Motorfahrzeugkontrolle speditiv veröffentlichte Nachtragsverzeichnis über die zwischen dem 1. Juni und 30. September 1931 erteilten Verkehrsbewilligungen zeigt gegenüber dem Vorjahre wiederum einen Zuwachs. Die für die einzelnen Fahrzeugkategorien ausgegebenen Bewilligungen sind aus folgender Zusammenstellung ersichtlich : Personenwagen Gesellschafts wagen Lieferungswagen Lastwagen Sept. 30 1. Sept. 31 Zunahme in Prozent 10 325 11383 10,2 113 134 19,4 1152 1204 4,5 2 237 2531 10,6 Traktoren 172 184 7,0 Total 14 049 15 436 0.8 Abgesehen von den Gesellschaftswagen haben sich Personen- und Lieferungswagen also am stärksten vermehrt, und zwar mit einem leicht über dem Mittel liegenden Prozentsatz. Wenn sich die Zunahme auch etwas gegenüber dem Vorjahre verlangsamt hat, so hat sie sich, mit Rücksicht auf die ungünstigeren wirtschaftlichen Voraussetzungen, doch in bemerkenswerter Höhe gehalten. Bekanntlich ist die Summe der Bewilligungen nicht ganz identisch mit der Zahl der tatsächlich verkehrsberechtigten Fahrzeuge, welcher Bestand etwas hinter diesen Angaben zurücksteht. Mit der Ausgabe der Kontrollschilder ist man bei 512 Z angelangt. Es wird sich nun nach Erreichung der Nummer 1000 Z vorerst darum handeln, die noch in der ganzen Reihe bestehenden Lücken aufzufüllen, um dann allerdings nachher vor der Notwendigkeit zu stehen, für eine zweite Serie, welche mit Nr. 1 beginnt, ein weiteres Unterscheidungsmerkmal beizufügen. Ob dies in der Verwendung von zwei Buchstaben bestellt, wie dies ausländische Staaten gemacht haben, steht zur Zeit noch nicht fest. z. Zweite Lesung des Verkehrsgesetzes im Nationalrat. Die nationalrätliche Kommission zur Beratung des Verkehrsgesetzes, der die Aufgabe zufällt eine Bereinigung der Differenzen gegenüber der ständerätlichen Fassung vorzunehmen, wird am 13. November 8 Uhr 30 im Hotel Beau-Rivage in Genf zusammentreten, lt Die neue Stossstrasse im Bau. Vergangene Woche wurde mit dem Bau der neuen Stossstrasse i begonnen, die durch die bekannte Verscfrüttung notwendig geworden ist. Gegenwärtig benutzt der Fahrverkehr eine Strecke der alten Stossstrasse. Die den Bau des neuen Stückes ausführenden Unternehmer beschäftigen 80 Arbeitslose aus dem Kanton Appenzell. go. Handel 1. KLEINE Ctf RON Ein Fordfilm. Vergangenen Sonntag vormittaj lud die Zürcher Ford-Vertretung einen grösseren Interessentenkreis zur Vorführung eines Film»» über die Fordfabriken in Detroit ein. Der gross» Saal des Apollo-Kinos in Zürich war bis auf den letzten Platz von einer Schar gefüllt, die den interessanten Darbietungen sichtliches Interesse entgegenbrachte.. Die fast eine Stunde in Anspruch nehmende Vorführung gab ein anschauliches Bild von den ungeheuren Ausmassen der Fabrik, sowie von der Sorgfalt, .die auf, die, Herstellung der Fordwagen verwendet wird. Der Beschauer sah sich in die Rolle eines Besuchers versetzt, der am Bahnhof in einem Ford-Autocar abgeholt und im Eiltempo durch die einzelnen Fabrikanlagen geführt wird. Zwischendurch bestieg man auch ein Flugzeug, um einen Blick über das gesamte Areal zu erhaschen. Von den langen Ford-Eisenbahnzügen kam man über die verschiedenen Metallgiessereien in die Montage-Werkstätten, wo man ein aufschlussreiches Bild über die Arbeit am berühmten laufenden Band erhielt. Andernorts wurden stählerne Schiffsrümpfe autogen zerschnitten, die einzelnen Bestandteile unter einer hydraulischen Presse von ungeheuren Ausmassen wie Papier zusamtnengepresst, um wieder der Giesserei zuzuwandern. — Ein Abstechet in die Zementfabrik, in die Koksberoitung und Erzgruben zeigte, wie Ford in allen Teilen Selbstversorger ist, so dass man tatsächlich sagen kann, dass Ford seine Wagen und Flugzeuge vom Hochofen für die Erzschmelzung an bis zur Fahrt auf der Landstrasse, bzw. zum ersten Flug in der Luft, mit Ausnahm« der Gummirsifcn vielleicht, selbst erreugt. Besonderem InteretM beftyntt* am SehhuM im Films die Kontroll» der .einzelnen Fabrtk*ti»n*> Phasen für Automobile und Flugzeuge In bezug mtf Zuverlässigkeit des Materials," wobei bewiesen wird, dass Ford wirklich sein Hauptaugenmerk auf höchste Zuverlässigkeit richtet und dass die Preiswürdigkeit Keiner Erzeugnisse der bis auf die allerhöchste Spitze getriebenen Rationalisierung in den Arbeitsmethoden zu danken ist.