Aufrufe
vor 4 Monaten

E_1931_Zeitung_Nr.086

E_1931_Zeitung_Nr.086

ununterbrochen folgenden

ununterbrochen folgenden Biegungen schwere Stösse auf die Geleise ausüben,-die-sich- auf das Strassersbett fortpflanzen und damit die Strasse zerstören. Sie befindet sich in einem entsprechend trostlosen Zustand und es ist begreiflich, wenn die Ba,udirektion nicht neue Aufwendungen für die Strasse machen will, bevor die Ursache ihrer Zerstörung entfernt ist. Fremdenverkehr und Auto, Nun ist auch das Auto auf den Plan getreten und hat sein Recht auf die Strasse, die bisher selbstherrlich von der Bahn allein beansprucht Wurde, geltend gemacht. Das Auto ist nicht mehr Alleingut Ser reichen Bevölkerungsklassen, es findet Verwendung auch in den Mittelstandskreisen, bis zu den Angestellten-Kategorien herab. Mittelstand und zahlkräftige Kreise sind es nun aber gerade, die als Gäste für das Gebiet des rechten Thunerseeufers in Betracht kommen, dessen Hotels und Pensionen auf diese Gäste- Kategorie eingestellt sind. Es ist nun ganz klar, dass die Gäste mehr und mehr für die Zu- und Abreise ihre Automobile benutzen und diese auch für regelmässige Ausflugsfahrten verwenden möchten. Die Gewohnheit, Ausflüge im Auto oder Autocar zu machen, ist aber auch bei den Nichtautobesitzern da, die diese Ausflüge, ausserordentlich schätzen. Die gewaltigen Reisendenzahlen bei den Alpenposten reden darüber deutlich genug. Nun ist es nicht jedermanns Sache, mit Motorfahrzeugen auf Strässen zu fahren, auf denen er auch bei Anwendung aller Vorsicht fortwährend der Gefahr von Züsammenstössen ausgesetzt ist und wo ihm die Furcht, plötzlich einen Bahnzug auftauchen zu sehen, die Freude an der ganzen Fahrt nimmt. Diese Furcht beschränkt sich dabei bekanntlich nicht auf den Wagenführer allein, sondern sie ist noch grösser bei den. Fahrzeuginsassen. Bei der heutigen Einstellung wird sich kein Automobilist durch solche Strassenverhältnisse davon abhalten lassen, sein Fahrzeug zur Ferienreise zu benutzen; er wählt einfach als Ferienort einen Platz, Wo er mit derartigen Schwierigkeiten nicht zu rechnen hat. Schon jetzt, geht der Durchgangsverkehr Thun—Interlaken grösstenteils über das lirtke Seeufer, wo eine moderne und gefahrlose Strasse zur Verfügung steht. Sind Fahrten auf der rechten Thunerseestrasse schon für den Einheimischen, der die Verhältnisse kennt, unangenehm, so sind sie für den Fremden, der sich auf solche Zustände in einem Fremdenverkehrsgebiet iiicht gefasst macht, direkt gefährlich. Wenn es zwischen Beatenbucht und Unterseen nicht schon zu schweren Unglücksfällen gekommen ist — kleinere Zus^mmenstösse. gab es schon genug — so ist dies nur. einem glücklichen. Zufall zuzuschreiben. Es hiesse aber das Schicksal herausfordern, gestützt darauf, die jetzigen Verhältnisse weiterbestehen zu lassen. Ständig nehmen auch die Klagen jener Gäste zu, welche die Gestade des Thunersees aufsuchen, um sich in der wohltuenden Ruhe dieser Gebiete von der Arbeit und der Hast der Stadt zu erholen. Der kreischende und sirenende Strassenbahnbetrieb ,vön mprgens früh bis a,bends spät Ist aber keineswegs dazu angetan, um ermüdete Nerven zu.beruhigen.. Die Folge hat sich seit Jähren schon bei den als wolle er ein göttliches Prinzip gegen die Zudringlichkeit der Erdenmenschen schützen. Ein kleiner Umweg über Sils Maria, ein Blick nach dem Häuschen hin, wo der wohnte, für den man solchen Umweg macht; und dort die Halbinsel seiner morgendlichen Gänge: ein waldiger Hügel im blauen See. Ja, siehst du, Muckepick, hier ging er seinen Weg, nach seiner Halbinsel, in seinem wehenden, weiten Mantel, ein etwas komischer, kurzsichtiger Professor: und nun wundert man sich, dass die Strasse, auf der seine Sohlen gingen,'eine ganz gewöhnliche Strasse ist und keine Spur mehr-trägt von den Schritten, die sie tragen durfte und die in die Jahrhunderte forthallen. Silser See: Traumstille, Traumeinsamkeit, Traumgrösse. Das nicht mehr Sagbare ist hier erfüllt. In allen Tönungen von gelb zu blau steht der abendliche Himmel über der erdunkelnden Landschaft. Die Schneeberge der Bernina, unwirkliches Farbenmärchen, erglänzen plötzlich in--rosarot:''letztes' Aufleuchten vor dem Dunkel dör gestirnten Nicht., Hier, auf der, höchsten Höhe, hinter-der der grosse Absturz kommt;, mag dir wohl scheinen, als ob die Seele sich von der Erde abschwingt und eins wjrd mit dem unendlichen Geist. Was ist hier noqh Schmerz? Und was Glück? Fast sind beide hier einsgeworden. «Wer auf den höchsten Bergen steigt, der lacht über alle Trauer-Spiele und Trauer- Ernste...» ''' ' ' : 7 " .• So kreuzenwir Mälofö;, und.nun .sejik't sich die Strasse in gewaltigen Stürzen hinab ins Bergeil. Dort unten, tausend Meter unter der Passhöhe, rauscht ein Flüsschen, die Maira, in Hotels bemerkbar gemacht, welche unmittelbar an der Strasse liegen, und dies sind fast die Mehrzahl der Gaststätten. Die Fremden, welche die Unzuträglichkeit dieses geräuschvollen Tramverkehrs kennen, wollen auf keinen Preis Zimmer auf der Strassenseite oder meiden die an der Strasse liegenden Hotels überhaupt, um sich anderspo oder gar in anderen Gegenden für ihre Ferien niederzulassen. Die Strassenbahn hat sich dergestalt zu einer eigentlichen Kalamität für die Hoteliers der rechten Uferseite ausgewachsen. Sie machen denn auch keinen Hehl aus ihrer Ablehnung gegen die Strassenbahn, und ihre Beschlüsse, an einen Umbau der Strassenbahn nicht einen Cent an Beiträgen zu bewilligen, spricht eine nnmissverständliche Sprache. Und dennoch können wir im Gutachten lesen, dass die Aufhebung des jetzigen Verkehrssystems «mit den allgemeinen Interessen im Widerspruch stünden». !!! Wer ist der Schuldige ? Was : hat nun Herr Remy weiter zu diesen Verhältnissen zu sagen? Er anerkennt, dass die Strasse in einem schlechten Zustand und unübersichtlich ist. Als rechter Eisenbahner aber schiebt er die Schuld glatt auf das Auto. Besonders deutlich gibt Herr Ing. Tripet aus Neuenburg, einer der Mitarbeiter am Gutachten Remy, darüber seiner Meinung Ausdruck, indem er folgendes schreibt: « Grosse Schwierigkeiten im Strassenverkehr berettet die Frage der Geschwindigkeit der Autofahrzeuge, die ständig zunimmt, namentlich die der Lastkraftwagen, ohne dass man ein wirksames Mittel dafür besitzt, dass die Wagenführer die vorn interkantonalen Konkordat und von den lokalen Behörden vorgeschriebenen Geschwindigkeitsgrenzen innehalten. Diese Geschwindigkeit; welche die eidgenössischen Räte gegenwärtig ins Kraut schiessen zu lassen im Begriffe sind, verträgt sich nicht mit den Unebenheiten, die dem Strassenbelag infolge Vorhandenseins eines Bahngeleises in der Strasse anhaften, und es kommt schliesslich soweit, dass die Urheber des Uebels, nicht zufrieden damit, Fussgänger, Fuhrwerke und Bahn zu gefährden, über- die Bahn herfallen. » Also, die Geleise sind Schuld an den Unebenheiten im Strassenbelag, aber die Automobilisten, die gegen diese Unebenheiten protestieren, weil durch sie der Verkehr gefährdet wird, sind freche Kerls. Wie sich übrigens Herr Tripet seine Kenntnis des Verkehrs am rechten Thunerseeufer und die Unterlagen für seine Untersuchungen über den Zustand des Geleises angeeignet hat, zeigt folgender Passus aus seinem Bericht: Da die mir für die Ausarbeitung des Berichts zur Verfügung gestellte Zeit zu kurz ist, um,-selber Kontrollarbeiten auf einer über 20 Jkin längen Strecke Vorzunehmen, tue ich am besten, auf Ihrei? Befund (den der Direktion der Thunerseebähn, die; das Gutachten bestellte, die Red;) abzustellen. Die gegenwärtige Schneeperiode, die am Tage meines Besuchs in Thun begonnen hat, erweist sich zudem für solche Untersuchungen als wenig günstig. > Ein Kommentar über den Wert solcher Gutachten und der ihm beigegebenen Ratschläge ist wohl überflüssig. Aber auch Herr Remy hat, trotzdem er an mehreren Stellen des Gutachtens die Unübersichtlichkeit und Gefährlichkeit der Strasse zugibt, für die übrigen Strassenbenützer nur gute Ratschläge. Geradezu klassisch ist folgender Satz: «Muss man nicht anerkennen, dass die rechtsufrige Thunerseebähn ihre Nützlichkeit in gewissen Fällen "auch darin dartut, dass sie eine mässigende Wirkung auf die auf der Strasse gefahrenen Geschwindigkeiten ausübt, indem den Süden hinein. Tannen wachsen an seinen Ufern; und dann kommt irgendwo ein Dörfchen mit Apfelbäumen und dem ersten schüchternen Feigenbaum. Die Luft wird warm. In Terrassen fällt Land und Strasse weiter hinab, Magnolien und fremdartige Nadelhölzer stehen in den Gärten, und schwarzhaarige Buben und Mädel lärmen in einer fremden Sprache über holprige, enge Gä'sschen. Muckepick und ich, wir fahren in dies Land, hinein, wir sehen es kaum, wir ahnen es fast, nur;, die Nacht hüllt alles in schwarzen, Schleier, Einmal spritzt es unter uns auf, die Räder stehen in Wasser; wir halten mit einem Ruck. Hinter uns, vor uns murmelt und gurgelt es. Wir sind in einen Wildbach geraten; und haben doch die Landstrasse nicht verlassen? Der Scheinwerfer spielt im Rund. Ein Bach, geschwollen wohl von grossen Gewittersturmeh, hat,die Landstrasse überschwemmt. Vorsichtig fahren wir hindurch. Da beginnen

N° 86 - 19U AUTOMOBIL-REVUE 3 chem Umfang und mit welcher Ubiquität die Gefährdung der Verkehrssicherheit durch Alkoholisierte erfolgt. Die Untersuchung in dieser Richtung ist in gleicherweise wichtig für die Anklage wie für die Entlastung, da auf Zeugenaussagen nicht abgestellt werden kann und nur durch die quantitative Erfassung des Alkoholgehaltes in der grossen Mehrzahl der Fälle der rechtlich bündige Beweis zu erbringen ist. Die quantitative Alkoholuntersuchung ist für die Abklärung gewisser Motorfahrzeugunfälle von grösster rechtlicher, moralischer und finanzieller Tragweite; es sollte daher die Ermächtigung zur Vornahme dieser Untersuchung in allen Fällen, wo der Verdacht der Alkoholintoxikation vorhanden ist, gesetzlich gefordert werden. Die Durchsicht der neueren Gesetzgebungen in anderen Ländern zeigt, wie intensiv der Kampf gegen die Alkoholintoxikation der Motorfahrzeuglenker bereits geführt wird, und dass auch die blosse Gefährdung der öffentlichen Verkehrssicherheit durch alkoholisierte Motorfahrzeuglenker empfindlich bestraft wird. Die Erfahrung zeigt, dass eine grosse Anzahl von körperlich oder geistig Untauglichen oder nur bedingt Tauglichen sich zum Führen von Motorfahrzeugen melden. Es muss daher gefordert werden, dass eine obligatorische ärztliche Durchuntersuchung für alle Bewerber stattfinde und dass periodische Kontrolluntersuchungen vorgenommen werden, oder —wenn man das nicht will — dass (wie im englischen Gesetz) der Bewerber die Verantwortlichkeit für seine gesundheitliche Tauglichkeit in vollem Umfange in aller Form übernehme. Bedingt Taugliche sind nicht allen Führeraufgaben gewachsen und deshalb nicht für alle Fahrzeuge zuzulassen; es müssen Abstufungen gemacht werden: die höchsten gesundheitlichen Anforderungen sind an Führer von Beruf zu stellen; weniger hohe Anforderungen an nichtberufsmässige Führer. Die Durchsicht der ausländischen Vergeh rsgesetze zeigt die Berechtigung der Postulate. Ausstellungen Olympia-Schau. Am letzten Donnerstag wurde in den Londoner Olympia-Hallen die diesjährige grosse englische Autoschau eröffnet. Wie schon in Paris handelt es sich hier um eine Jubiläumsausstellung. Auch die Olympia-Schau ist dieses Jahr zum 25. Mal auferstanden. Die Wirtschaftskrise hat die Organisatoren nicht von der Durchführung der Veranstaltung abgehalten, obschon anfänglich davon die Rede war. Nicht zu Unrecht erblickt aber die Mehrzahl der Aussteller gerade in der Olympia- Schau immer noch einen mächtigen Faktor zur Belebung des Marktes. Die diesjährige Schau lehrt vor allem, dass sich auch die englische Automobilindustrie noch keineswegs hat unterkriegen lassen. Einige berühmte Firmen sind zwar der Ausstellung fern geblieben; die Gesamtzahl der Aussteller zeigt mit 552 gegen 592 im letzten Jahr einen Rückschritt. Man hofft aber zuversichtlich, dass die Lage sich bis zum nächsten Jahr wieder bessern wird und dass auch die englischen Firmen, die ihren Betrieb gegenwärtig eingeschränkt haben, dann wieder mitmachen wenden. Von der Gesamtzahl der Aussteller sind 63 mit Automobilmarken vertreten. 50 Aussteller haben die Karosseriestände beschickt, 15 Aussteller sind Reifen-Firmen, 276 teilen sich in die Stände des allgemeinen Zubehörs auf den Galerien, 78 Aussteller zeigen Objekte aus dem Gebiet des Auto-Service und des Garagewesens, und der Rest hat die Ausstellungsobjekte der gleichzeitig in den Hallen untergebrachten Motorboot-Schau gestellt. In der Aufmachung der Hallen wurde mit Rücksicht auf die ungünstige Wirtschaftslage sichtlich gespart. Die Ausstellung macht aber trotzdem einen ansprechenden Gesamteindruck, um so mehr, als die Versuche zur Dekoration früher mit dem Charakter der Gebäulichkeiten nicht immer besonders gut harmonierten. Sensationelle Neuigkeiten sind noch weniger zu sehen als am Pariser Salon. Der englische Konstrukteur ist im allgemeinen eher konservativ und baut nur — dafür allerdings mit einem geradezu instinktiven technischen Verständnis und Geschick — auf schon bestehenden Grundlagen auf. «Bessere Wagen zu den bisherigen Preisen» dürfte ungefähr als Motto für die diesjährige Olympia- Schau am nächsten liegen. Tatsächlich haben fast alle bisherigen Modelle Verfeinerungen erfahren, ohne dass ihre Preislage wesentlich verändert wurde. Mehrere Firmen haben ihre Luxusmodelle zu Standard-Modellen gemacht, eine Tendenz, die man in vermindertem Masse auch schon am Pariser Salon beobachten konnte. Eine ganze Anzahl führender englischer Firmen ist neu zum Bau kleiner billigerer Wagen übergegangen. Von den bisher bekannten Kleinwagen wurden viele aus einem «gelegentlichen Viersitzer» zu einem richtigen Viersitzer umgewandelt. Kleine Wagen mit verhältnismässig grossen Karosserien bilden heute schon mehr die Regel als die Ausnahme. Noch vor zwei Jahren hätte man die raffinierte Raumausnützung dieser modernen Kleinauto- Karosserien kaum für möglich gehalten, jedenfalls nicht in Verbindung mit ihrer äusseren, durchaus harmonischen Formgestaltung. Ebenso deutliche Fortschritte wie die Transportfähigkeit der Kleinwagen hat deren Abfederung durchgemacht. Mancher dieser Kleinwagen kann es heute punkto allgemeiner Federungseigenschaften ohne weiteres mit jedem Mittelgewichtswagen aufnehmen. Da auch die Geschwindigkeit und das Beschleunigungsvermögen der Kleinwagen kaum mehr hinter dem der Mittelgewichtstypen nachstehen, dürften diese ja auch in der Wirtschaftlichkeit meist stark überlegenen Fahrzeuge eine immer raschere Verbreitung erfahren. Typisch für den englischen Autobau sind die praktischen Bequemlichkeiten, die an fast allen Gebrauchsfahrzeugen anzutreffen sind. Auf leichten Unterhalt und wirkliche Fahrbequemlichkeit wird im allgemeinen bedeutend mehr Wert gelegt als auf Eleganz und sportliches Aussehen. Geradezu auffallend oft sind bei geschlossenen Wagen Schiebedächer anzutreffen. Vergleicht man die allgemein technischen Tendenzen mit denen des Pariser Salon, so verwischen sich natürlich die Unterschiede, denn hier wie dort handelt es sich ja um eine internationale Schau. Die Verbesserungen in der Uebertragung — leicht bedienbare oder automatische Kupplungen, leicht schaltbare, mit mehreren geräuschlosen Gängen arbeitende Getriebe, Freilauf usw. — sind also auch hier an der Tagesordnung. Wir werden in der nächsten Nummer noch Gelegenheit haben, die wichtigsten konstruktiven Neuerungen und Tendenzen in Wort und Bild einzeln zu beleuchten. - s. DJe Prag6r AutomobilaussteHung boykottiert. Die Prager Automobilausstellung, welche vom 22 bis 28. Oktober stattfindet, wird dieses Jahr wesentlich von ihrem internationalen Charakter einbüssen. Die deutschen Automobilfabriken haben beschlossen, als Protest gegen die prohibitiven tschechischen Automobileinfuhrzölle, die Ausstellung nicht zu beschicken. Andere ausländische Unternehmen sollen sich diesem Protest anschliessen. Die deutsche Automobilindustrie ist nämlich durch die Erhöhung der Einfuhrzölle auf durchschnittlich 100 Prozent ihrer Exportmöglichkeit nach der Tschechoslowakei praktisch vollständig beraubt worden. Es. verlautet bereits, dass die teschechische Regierung sich daraufhin entschliessen werde, die Einfuhrzölle mit Wirkung ab Januar 1932 auf ein erträgliches Mass herabzusetzen, z. Der Salon von Brüssel. Vom 9—20. Dezember findet als dritter wichtiger europäischer Automobilsalon der Wintersaisön die belgische Automobilausstellung in Brüssel statt. Da es sich um die 25. Ausstellung ihrer Art handelt, so soll die Veranstaltung durch besondere Festlichkeiten doppelt gefeiert werden. Wie der Generalkommissär des Salons mitteilt, ist der ganze zur Verfügung stehende Ausstellungsraum vergeben worden und steht die Zahl der beteiligten Firmen keineswegs hinter dem Vorjahre zurück, z. Die deutsche 30-Tagefahrt. Vergangenen Donnerstag sind 20 Wage» zu der 30-Tage-Prüfungsfahrt auf dem Nürburgring gestartet. Wie wir bereits auszugsweise aus dem Reglement in Nummer 85 der «A.-R.» berichtet haben, handelt es sich darum, die Wirtschaftlichkeit des Automobils darzutun und auf eine harte Probe zu stellen. Die Veranstalterin, die deutsch-amerikanische Petroleum A.-G., sagt weiterhin über den Zweck der Veranstaltung, dass es sich um eine Propaganda für die Benutzung des Kraftfahrzeuges und damit für die notleidende deutsche Automobilindustrie handle. Man wolle erweisen, dass bei sachgemässer Behandlung und ökonomischer Betriebsweise das Automobil ein erstklassiges wirtschaftliches Hilfsmittel sei. auf das man in Krisenzeiten erst recht nicht verzichten wolle. Man will auch gegen den überhandnehmenden Pessimismus und die Mutlosigkeit der Volkswirtschaft ankämpfen. Am besten kommt dies im Motto zum Ausdruck, unter welchem die Veranstaltung organisiert wurde : « Die Zeiten sind schwer, Die Zeiten sind schiecht. Leg jeder mit Hand an, Dann wird's wieder recht!» Der Veranstaltung wird grösstes Interesse entgegengebracht, und am Tage des Startes zeigte der Nürburgring ein bewegtes Bild wie anlässlich der grössten dort abgehaltenen Rennen. Es handelt sich bei den Wagen Es rekordelt in Montlhgry. Mrs. Stewart, die bekannte Rekordfahrerin hat neuerdings auf einem Derby-Miller-Wagen einen neuen Welt- und zwei internationale Rekorde auf- durchwegs um billige Gebrauchsfahrzeuge mit geschlossener Karosserie und Motoren mit maximal 2100 m 3 Inhalt. An Marken sind Vertreten D. K. W., B. M. W„ Brennabor, Opel, Stoewer, Hanomag, Adler, Mercedes- Benz und Ford. Die Ergebnisse der Beobachtungen werden interessantes Vergleichsmate, rial fördern, das auch über die Eignung des Vorderradantriebes für Kleinwagen Auskunft zu geben bestimmt ist, da eine Anzahl Wagen gestellt. mit dieser Antriebsart beteiligt sind. Daneben starteten noch einige Nutzfahrzeuge, bis zu 5 Tonnen Tragkraft. An Marken sind hier Ford, Opel, Hansa Lloyd und Bussing- N. A. G. vertreten. Reges Interesse beanspruchen darunter vor allem zwei mächtige 2000 und 5000 Liter fassende Tankwagen. Um die Wagen richtig einfahren zu können, ist für die ersten drei Tage eine stark herabgesetzte Stundengeschwindigkeit vorgeschrieben, welche für die Personenwagen maximal 30 km, bei den Lastwagen höchstens 20 km pro Stunde beträgt. Sämtliche Wagen sind mit einem Fahrer und einem unparteiischen besetzt, wobei sich drei Ablösungen in die Bemannung der Fahrzeuge teilen. Auch rein äusserlich bietet diese Prüfungsfahrt, an der über 200 Fahrer und Offizielle beteiligt sind, ein eindrucksvolles Bild. Sämtliche Fahrzeuge sind gleichmässig rot gestrichen und alle Fahrer und Kontrolleure tragen die nämliche einheitliche Kleidung. Der Konkurrenz ist jeglicher Charakter eines Rennens auch dadurch genommen, indem ausdrücklich darauf hingewiesen wurde, dass es Sämtliche Alpenstrassen noch offen. Dank dem wundervollen Herbst, der, in klimatischer Hinsicht wenigstens, den trostlosen Sommer etwas weit zu machen scheint, sind bis heute noch die sämtlichen Alpenstrassen im ganzen Alpenbogen, vom Mittelländischen Meer bis nach Wien, noch dem Verkehr geöffnet. Dies ist eine nicht alljährlich in Erscheinung tretende Tatsache, denn in der zweiten Hälfte Oktober waren sonst immer die höher gelegenen Alpenstrassen fürs Rad gesperrt. Hoffen wir, dass der jetzige 7.ustand noch möglichst lange andaure, hoffen wir aber auch zugleich, dass im Frühling die Strossen ebenso früh für den Verkehr geöffnet werden, wie sie jetzt bis in den Spätherbst noch fahrbar sind. lr. sich keineswegs um einen Kampf zwischen den beteiligten Marken handelt, sondern um eine einheitliche Propagierung der Wirtschaftlichkeit des Automobiltransportes. Es ist ein seltsames Bild auf der Bahn, auf welcher jeweilen die flinken Rennwagen in rasendem Tempo vorbeizogen, nunmehr diese gemächliche Prozesion von Fahrzeugen aller Art zu verfolgen, die gruppiert entsprechend den für die verschiedenen Klassen vorgeschriebenen Maximalgeschwindigkeiten nunmehr während 30 Tagen ihre Runden auf dem abwechslungsreichen Nürburgring ziehen. B. Regelmässigkeits-Fahrt Paris—Nizza 1932. Das Reglement für die XI. Regelmässigkeitsfahrt Paris-Nizza, das vom 18.—25. März im nächsten Jahre stattfinden wird, ist mit 272,000 Fr. an Preisen dotiert. Das Reglement enthält in grossen Zügen die gleichen Bestimmungen wie das dieses Jahres. Die Veranstaltung ist offen für Tourenwagen sowie Autobusse mit Benzin-, Schweröl- oder Gazogenebetrieb. Bugatti in Südamerika. Bugatti scheint seinen Einflussbereich auf Südamerika ausdehnen zu wollen. Jedenfalls sind die beiden erfolgreichsten Fabrikfahrer L. Chiron und A. Varzi bestimmt worden, um demnächst eine Reise nach jenen Staaten auszuführen und an der dortigen Sportsaison, welche im Winterhalbjahr ihren Höhepunkt erreicht, teilzunehmen. Es werden drei neue Bugatti- Rennwagen und das gesamte dazugehörige Ersatzmaterial zu gleicher Zeit verschifft. Die beiden Fahrer werden erst im späten Frühjahr 1932 zurückerwartet. z. Der Weltrekord ging über die Strecke von 200 km,, welche in 1 h. 01' 14" 52/00, d. h. mit einem Stundenmitte! von 195,94 km zurückgelegt wurde. Der alte Rekord, den Kaye Don auf Sunbeam im Herbst 1929 erzielt hatte, stand auf 194,6 km- Stundenmittel. Als internationale Rekorde erreichte Mrs. Stewart eine neue Bestzeit für 100 Meilen, welche in 49' 19" 65/00, also mit einer Stundengeschwindigkeit von 195,75 km gefahren wurden (alter Rekord 188,78 Stimdenmittel). Ferner wurde eine neue Bestzeit für die 200 Kilometerstrecke aufgestellt, die bei einem Mittel von 195,94 km in 1 h. 1' 14" 52/00 absolviert wurde (alter Rekord 189.17 km Stundenmittel). Z. Autosalons in Paris und London. Die Aurqmobilausstellungen sind festgesetzt auf: 15.—24. Oktober; Tourenwagen-Salon ?n London. 5.—14. November: Salon der Schwergewichte in London. 28. Nov. bis 6. Dez.: Salon der Schwergewichte in Paris.