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E_1931_Zeitung_Nr.092

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11 AUTOMO BIL-RE VUE

11 AUTOMO BIL-RE VUE 1931 — «N* 92 Schrott —• was ist eigentlich Schrott? Altes Eisen, zerbrochene Maschinen, etwas Unbrauchbares. Wenn Dinge den Namen «Schrott» bekommen, so sind sie tot, ihr Spiel ist zu Ende, und sie lagern, bis vielleicht einmal die Auferstehung kommt. Sie sind tot, aber sie haben ihre Geschichte. Ich ging täglich an so einem Schrottplatz vorbei, auf dem ein zerstörtes Auto lag. Verbogen, zerbrochen, verrostet Durch Zufall erfuhr ich seine Geschichte. Es war ein halbes Jahr vor dem Grossen Preis von Europa. Viele grosse Automobilwerke hatten ihre Nennungen gesandt Auch unser Wagen war darunter. Er war ein Meisterwerk, der Stolz und die Hoffnung der Fabrik. Monatelang hatte man an ihm gebaut und konstruiert Seine Stromlinienform war raffiniert berechnet, der Motor ein Wunderwerk. Den Wagen umgab ein Geheimnis. Nur III mer an Fr. 360.- Ein neuartiges «TreHbuch». Am Rathenau-Platz in Hannover, einem Verkehrsmittelpunkt der Stadt, an dem acht Strassen zusammentreffen, wurde ein grosses, weisses, in zahlreiche freie Felder un- fii om na onen vom Einfachsten bis zum Elegantesten von Fr. 875. - an au ig laiate von Fr. 95.- an Verlangen Sie unsere Offerte l weil ich mich kaum m der Verlogenheit falscher Einreden verliere. • Mit den sinkenden Abendstunden wuchs die Begeisterung der dicht gedrängten Masse. Mit roten Köpfen schaukelten die Paare durch 'den Saal. Der Handharmonikaspieler hmlt 'den Kopf zur Seite geneigt und lächelte 'stumpfsinnig. Der Wein funkelte in den Gläsern. Enger und enger pressten sich die Tankenden aneinander. Feucht zog der Atem /über ihre Gesichter. Die Burschen brüllten heiser. War es, weil sie ihrem Uebermut Luft machen mussten? Vielleicht war doch Uas dumpfe männliche Gefühl der Ueberlegenheit der Grund. Die Mädchen lachten 'gezwungen, halb aus Angst, halb aus Freude. 'An den Tischen legten sich alle breit nach Vorn, versuchten einander zu überschreien. Unaufhörlich klirrten die Gläser, der rote Wein lief ihnen über die Hände. Einige Bur- 'schen, die von Natur aus auf die Frauen keitien grossen Eindruck machten, sassen hun- 'grigen Auges seitlich den Wänden entlang tund massen mit ihren Blicken die Bauernfmädchen. i Der Handharmonikaspieler mit den vielen Zahnlücken kam nicht mehr zur Ruhe. Er klebte erschöpft auf seinem Stuhl und holte üie letzten Töne aus seinem Instrument. Es 'schien, als berausche er sich an seiner eigenen Ermüdung, an seinem HungeT, nur einmal auch mit einem Mädchenkörper durch die dicke Masse der Tanzenden sich durchwinden zu können. Der Abend war längst gesunken, trübe Lichter brannten, noch stärker war der blaue Rauch geworden, der an üer Decke hinkroch. ! Dann versank das dumpfe Gelärm hinter mir. Die klare, kalte Nacht stand über den Höhen. Der Wind zog kalt, Nebel kroch aus 'dem Tale. Vor mir gingen Schatten. Zwei Menschen. Ich sah, wie sie sich küssten. Immer das gleiche! Gnädige Frau, wieder dachte ich, was ich Ihnen schon so oft sagte. Unser Leben ist eng, eng, so grauenhaft schmal. Glücklich jene, die die Wände des Lebens nicht ahnen. Werden, Leben, Vergehen, auch hier! Noch grollte der Lärm der Tanzenden fern. Vielleicht morgen schon weinten die gleichen, welche jetzt lachten- Das Schicksal ist dumpf und gemein. Arthur Schnitzler, der tote österreichische Dichter, hat der Gemeinheit, in der man steckt, mehr als einmal Ausdruck gegeben. Es sind immer die gleichen Wiederholungen, die gleichen Verhängnisse, die gleichen Berauschungen, die wir im Begriff Leben zusammenfassen. Was können wir 'aber Besseres tun, als uns mit dem Schicksal unserer Vorbestimmung abzufinden? Und Versuchen, aus unserer Verlorenheit ein Glück zu machen? Uns ganz zu versenken, 'zu belauschen. Das Leben gerade deshalb zu lieben ! „Schrott" Von W. A. Baumfeld. Ihre Güte scheint mir der beste Beweis, das das Leben verdient, geliebt zu werden. Und nun sehe ich auch, dass der neblige Himmel dieses Tages dennoch sich lichtet! Ich bleibe in dankbarer Verehrung Ihr bo. ein ganz kleiner Kreis Sachverständiger kannte sein Inneres — seine Seele nur einer. Man pflegte diesen Wagen und behütete ihn, und als er bei seiner Jungfernfahrt über die Rennbahn brauste, fasste seinen Führer ein Rausch — der Rausch der Geschwindigkeit! Der Fahrer war jung. Aufmerksam horchte er auf den stählernen Pulsschlag seines Wagens — er war ja der einzige, der ihn kannte. Und wen liebte er mehr, die Maschine oder das blonde Mädchen, das ihm mit grossen Augen von der Tribüne aus zusah? Der grosse Tag des Rennens kam. Der Kampf um den Sieg, die Ehre und den Titel. Unseren Wagen kannten wenige, er sah unscheinbar aus in seinem gTauen Aluminiummantel. Ein Wagen wie viele andere — nicht zu vergleichen mit dem heissen Favoriten. Und doch zitterte ein Menschenleben — der junge Fahrer — um ihn, lebte auf, wenn der Motor sein gleichmässiges Lied sang. Man hatte ihm den Wagen anvertraut und er wollte dieses Vertrauen rechtfertigen, — siegen wollte er — siegen mit dem Wagen, den er so liebte. Noch hatte der Kampf nicht begonnen. Die Tribünen sind gefüllt, Internationale Gesellschaft Schöne Frauen. Soignierte Herren. Und dann die Masse. Die Masse der Zehntausende, die den Helden des Tages* »den Sieger auf ihre Schultern heben wird. Noch 10 Minuten! Die Wagen gleiten hinter die Linie. Die Fahrer sind in ihre Rennkleidung vermummt Die Motoren summen. Noch 6, 5, 4, 2, noch eine Minute. Im letzten Augenblick donnern die Motoren wie das Trommelfeuer einer beginnenden Schlacht Jetzt — dal! Zehntausend Menschen halten den Atem an, und dann senkt der Starter kühl und sachlich die Flagge. Das Brummen der Motoren schwillt an zu einem infernalischen Dröhnen, der Platz ist grau von den Abgasen. Als der Schleier sich löst ist die wilde Meute, Menschen auf Geschossen aus Stahl, Rädern und Gummi, schon fast den Augen entschwunden. Unser Wagen schnellt über die Bahn, die Kolben hämmern ihr rhythmisches Lied. Hinter ihnen sitzt ein junger Mensch, dessen Zukunft von ihrem Takt abhängt Der Fahrer BEIM FAHREN Chem.Waschansttft undKleiderfäfbenL werden Ihre Kleider voll dieselben wieder bei der Za babw M aUan toten Uhrmachern MURGENTHAL GASTHOF STERNEN empfiehlt IIIUnUklllllHb sich den Herren Automobiligten vig. ävi Kahnnof bestens. Ia Butterküche, Bachforellen, Biirespeck, Uarage Tel. 6. I.DlSTIB.KEIEB gibt mehr Gas. Der kleine Zeiger klettert; 140 — 145 — 150 Kilometer — noch mehr. Er liegt ja auf der Geraden. 170 — 180 km. Er drückt den Kompressor durch. Wie ein rasendes Raubtier, das urplötzlich doppelte Kraft in sich fühlt, heult der Wagen auf und schiesst mit furchtbarer Fluggeschwindigkeit dahin. In der Ferne ein heller Punkt. Das ist der Gegner. Er kommt näher — näher — er kommt Noch ein Stück. Seite an Seite. Vorüber! Weiter — weiter! Halt! Ersatzteillager! Neue Reifen, Benzin, — weiter — weiter!! Die Masse jubelt — rast — tobt Er schafft es. Jetzt ist er Dritter. Noch zwei Runden — dann ist der Sieg sein. Ja, noch zwei Runden. Noch eine Runde — er ist Zweiter. Jetzt die letzte Runde, bravo!! Erster. Wie eine Rakete schiesst der Wagen über die Bahn. Letzte Runde — in der Ferne das Ziel — noch ein Kilometer — 500 Meter — eine Sekunde — durchs Ziel — Sieger! — Gewonnen!! Aber was ist das? Der Wagen stoppt nicht. Er rast mit ungehemmter Kraft vorwärts. Der Fahrer hat sich verzählt, er glaubt noch eine Runde vor sich zu haben. Ein Taumel, ein Rausch hat ihn gepackt — der Rausch der Geschwindigkeit Der Wagen brüllt und heult Er sieht die Bahn wie ein silbernes Band, das unter ihm weggezogen wird. Er sieht ein blondes Mädchen mit grossen Augen; die Augen locken und locken, er sieht einen Augenblick nichts, und dann — grau, riesengross und verderbenbringend steht plötzlich die Kurve wie eine Mauer vor ihm. Er will sich besinnen — reisst das Gas weg, wirft sich gegen die Bremse, — aber schon schleudert der Wagen und rotiert wie von der Faust eines Riesen oder Teufels geschwungen, bis er sich überschlägt und den Fahrer unter sich begräbt Das Spiel ist zu Ende. Tot Zwei Herzen haben in einem Augenblick aufgehört zu schlagen. Jetzt weiss ich, was Schrott ist Zerstörtes und zerbrochenes altes Eisen, das aber vielleicht doch seine Geschichte hat... Der Tagesfilm Der Basler und der Ochsnerkübel. Den Ochsnerkübel für die Kehrichtabfuhr haben nun auch die Basler. Ein Boshafter, der sieh mit dieser Tatsache nicht leicht abfindet, schreibt in witziger Art der «National-Ztg.»: Nichts kann das unaufhaltsame Portschreiten des demokratischen Gedankens deutlicher illustrieren als dieses Ereignis. Der Normal-Mistkübel dünkt uns ein schlichtes, aufrechtes Bekenntnis zur Gleichheit und Brüderlichkeit. Er ist nicht nur ein demokratisches Bekenntnis, er ist auch eine Forderung an die Bürger und Bürgerinnen unserer Stadt: nicht mehr Mist zu produzieren, als in dem Normal-Mistkübel Platz hat Welch ungeheures Vertrauensvotum spricht unsere Behörde damit uns allen und nicht zuletzt sich selbst aus! Hoffen wir, dass es belohnt werde... I Staub, Oel- und Fettflecken, lassen Sie In Ordnung bringen. Tel. 85.297, Service-Auto. Direkte Postsendungen werden prompt erledigt. Cngröi'mr'diV Schwätzt Äurüole Wotch Co, fobtilcotton und Export, General Watdi Co,.B(eL::;.:: Cliches Hallwag sind erstklassig BASEL Hotel Basler-Hof Flacht CHRISTLICHES HOSPIZ Erstes Familienhotel II. Ranges, nahe Bahnhof. Moderner Romfort. Zimmer teils mit fHess. Wasser, kalt u. warm, von Fr. 4.- bis 7.-. Staatsteleph. n. Privatbad Alkoholfreie Rettanration, best bürgerlich t Pension von Fr. 10.— bis 14.—. Telephon 21.807 der Stunden Was erfüllt unser Leben? Anblicke, die Gefühle auslösen. Ewig ist rings um mich dasselbe, Will es mir scheinen. Blödsinnig vertürmelte Villen, Rosenfarbene Arbeitshäuser, Bohnen, Lilien und Salatgrün. Dam sind die rastlos tönenden Klaviere da, Die unendliche Langeweile erzeugen und Vergessen spenden. Ja, sie lassen einen alles vergessen, Jeden Schmerz, jede Lust. Schwalben segeln vorbei und stossen schnäU dende Zwitscherlaute aus. Liebst du Kakteenblüten? Zinnoberkelche, mit glänzenden gelben Sei' denquasten? Siehe, feuerrote Autos lösen sich festlich Aus schlummergelben Nachmittagsstünden. Sie entführen lichtblonde Feen, Die vom Zauber der Bewegung erfasst Leicht und lächelnd die Regungen einer schönen, Einer eleganten, ja vielleicht einer starken Liebe vergessen. Alles ist so geträumt leicht und so flüchtig —> Wie Schatten, wie Licht, wie Ton oder Duft Eine Turmuhr schlägt — schlägt; sie will nicht aufhören: Alles ist eins, alles! Der Akazie gefiederte Blätter beben im Winde, Erschauern gestreichelt. Das Leben ist bis in das Kleinste unendlich bewegt, Und du möchtest weinen — Vor Lust und auch vor Sehnsucht nach festen Formen Und einem grossen einzigen Augenblick der C. E. Borel. terteiltes Plakat mit "der Aufschrift novers Treffbuch, Notizen für Verspätete» angebracht. Die neue Einrichtung erfreut sich grosser Beliebtheit; das «Treffbuch» — oder vielmehr die «TrefftaM» — iet stets bis auf den letzten weissen Fleck beschrieb ben mit Botschaften an die «verabredeten» Bürger und Bürgerinnen der Stadt, die sich auf diesem Wege in die nahegelegenen Cafes und Vergnügungslokale bestellen. — Zürcher Wochenprogramm Stadttheater DL abends 10. NOV. Vorstellung für schulentlassene Jugendl.: Der Revisor. Hi. abends 11.NOV. Im weissen RBssl (ausser Ab.) Dd. abends 12. NOV. Wozzeck, Volksvorstellung. Fr. abends 13. NOV. Der Freischütz (10. Ab.). Sa. abends 14. HOY. Andre Chenler, PremiSre, Oper von Umberto Giordano. So. nachm. 15.NOV. Im weissen Rössl. So. abends 15. Nov. Wozzeck. Schauspielhaus ^ ^ Di. abends 10. NOV. Gastspiel Freie Bühne Zürich: Vogel f riss oder stirb, Komödie von Cäsar von Arx. lii. abends 11. Nov. Candida. DO. abends 12. NOV. Flucht, Schausp. v. J.Galsworthy. Fr. abends 13. Nov. Die fünf Frankfurter. Sa. abends 14. Nov. Flucht. So. nachm. 15. NOV. Die fünf Frankfurier. So. abends 15. Nov. Candida. Cinema Apollo Die Marqulse von Pompadours, Tonfilm. Variete Corso abends sx TU»-. Journal der Liebe. Grosse Wiener Revue. Cabaret Mascotte abends x$ Uhr. Gastspiel des Intimen Theaters Berlin: Hoheit steigt fünf Treppen etc. COrSO Bar b. Bellevue: Täglich abends 8 Uhr: Gastspiel der Tanzkapelle «The Melody-Dandies». Grand Cafe" ÄStOrlast. Feterstrasse: Tägl. nachm. n. abends: Eddie Dittke and his Boys in seiner unvergleichl. Bühnenschau. Cafe Esplanade u. Barutadtthiatir: Tanzkapelle «Nie Fuslys Band». ReSt. GlobUS Bahnhofbrücke: f Nachmittags und abends Künstlerkonzerte. Rest. Hungarla Beatengasse: Nachmittags und abends Künstlerkonzerte. Odeo BCX b. Bellevue: Alph, Ritter aus München: Humorvolle Dnterhaltungs- und Tanzkapelle,

N° 92 — 1931 Von Josef Robert Harrer. Jedes Jahr wieder kommt nicht nur der Weihnachtsmann, sondern ein wenig früher schon der Herbst. Und wenn diese besonnte und bedachtsame Jahreszeit auch hauptsächlich nur deshalb nicht auszusterben scheint, damit die vielen Dichter ihre originellen Verse von den fällenden Blättern schreiben können, so ist der Herbst in Wahrheit doch die Jahreszeit der Frauen, ebenso wie es der Frühling, der Sommer und schliesslich auch der Winter bis zu einem gewissen Grade ist. Während die besagten Blätter lyrisch von den Bäumen rieseln, blühen die Frauen. Sommerflirts werden begraben oder setzen sich in Ehen nm; die zarten Sommerkleider werden in den Kasten gehängt, um noch zarteren Herbstkleidern Platz zu machen; die neuesten Tonfilme erscheinen und leben zu 99 Prozent vom Reiz und von der süssen Stimme einer Diva, die schmäl und zierlich ist wie eine Herbstzeitlose. Frauen, die neben dir durch sommerliche Gärten gingen,'waren damals übermütig und hatten leider oft zu wenig Interesse an der liebe und ihren Kleinigkeiten; jetzt aber, in den Gärten des Herbstes, dürfen sie sich bisweilen eng an dich schmiegen, weil die Luft doch schon kühler weht, sie dürfen melancholisch werden und von der Musik der fallenden Blätter lispeln... Und von der Melancholie bis zum treuen 'Augenaufschlag ist keine Weltreise, das welsst du, und du liebst den Herbst, weil er die Frauenherzen weicher und zärtlicher macht als der überschätzte Frühling. Frauen im Herbst stechen aus der Natur heraus wie Irische Rosen, die auf deinem ernsten Schreibtische stehen. Rosen im Sommerpark werden übersehen; Frauen aber im Herbst, Rosen im welkenden Herbst fallen auf, sind schöner als sonst... Die Frauen im Herbst sind die lachende, ewige Brücke in den Winter. .... „Warum ziehen die Männer — dumme Frauen vor" Unsere Diskussion: Diese verblüffende Frage versuchte eine Schriftstellerin in Nr. 90 des Autler-Feierabends zu beantworten. Dass der psychologisch interessante Wahrheiten aufzeigende Artikel allgemeine Aufmerksamkeit erweckte, bewiesen sowohl mündliche wie schriftliche Zustimmungen. Hier zwei Antworten : «... Ich habe den Artikel mit Interesse gelesen und möchte dazu folgendes bemerken: Ich glaube, dass viele Männer eine «dumme Frau» sich als Ehegespons wählen, weil sie fürchten, eine gescheite Frau wolle ihr Wissen «an den Mann» bringen, ihn belehren oder könne ihn zum mindesten fühlen lassen, dass sie ihm ebenbürtig sei. Es liegt nun aber einmal in der Natur des Mannes, tonangebender Teil zu sein. Fühlt sich die Frau nun auf derselben geistigen Stufe wie der Mann, so sollte sie ihn das niemals fühlen lassen, sondern ihm zu verstehen geben, dass sie doch von ihm lernen kann und möchte. Vor allem in Dingen, die Sache des Verstandes und der Technik sind. Das wird einen Mann immer freuen, und dadurch bekommt er das Gefühl der Ueberlegonheit auch der dem Manne scheinbar ebenbürtigen Frau gegenüber. Nur dem Mann nie merken lassen, wie sicher sich die Frau in ihrem Wissensfeld fühlt! Sich ja nie auf die weibliche Intelligenz berufen oder gar rechthaberisch werden! Eine Frau wird neben dem Umgang mit Männern noch reichlich Gelegenheit haben, ihr Wissen zu verwerten und sich als intelligente Frau zu zeigen. Wird nicht eine solche Frau viel die bessere Erzieherin für die Kinder sein als eine «dumme Frau»? Kann nicht eine Frau auch in der Führung des Hauswesens ihr Wissen kundtun und da sogar auf eine Art, wo es der Mann sehr angenehm empfindet, wenn eine Frau versteht, es mit dem richtigen Feingefühl zu tun? Eine Frau hat auch reichlich Gelegenheit, ihr Können im Beruf und in gemeinnütziger Betätigung zur Geltung zu bringen, wo sie zum grossen Teil unter Frauen sein kann, die sie und ihre Intelligenz sicherlich schätzen und achten werden. Gibt das einer gescheiten Frau nicht genug Befriedigung? Mir scheint, es sollte! Denn lässt eine Frau einen Mann, dem sie zugetan ist oder den sie liebt, fühlen, dass sie ihm zum mindesten ebenbürtig ist, so ist sie überhaupt keine richtige Frau mehr, .die weiss, sich dem Manne anzupassen, an ihn und seine Intelligenz zu glauben und ihn auch ein wenig zu bewundern. Ich will nun durchaus nicht behaupten, dass einem Manne dadurch die hochentwickelte geistige Stufe einer Frau entgehen wird; denn im Laufe der Zeit wird er doch merken, dass er eine intelligente Frau neben sich hat. Um so mehr wird der gebildete Mann die freiwillige Anpassung der Frau an seinen Intellekt zu schätzen wissen. Es werden immer Stunden und Augenblicke kommen, da der Mann des Rates der Frau bedarf, und um so glücklicher wird er sein, wenn er eine gescheite Frau hat, die ihm zu raten und zu helfen weiss. Und kann man überhaupt ermessen, ob zwei Menschen sich ebenbürtig sind? Ist nicht der eine auf diesem Gebiet beschlagener, der andere auf einem andern, wodurch immer Ergänzungsmö'glichkeiten sich bieten? Weiss eine Frau ihr Wissen dem Manne gegenüber in den Schatten zu stellen, dann erst nenne ich sie eine gescheite Frau, und eine solche Frau wird der Mann immer einer «dummen Frau» vorziehen.» hy. AU1 UMObIL-ktV ÜÜ und Sport EDEI HDtUE SEBITIE Frau ITR Frauen im Herbst DP/^ Teilnehmerinnen am alljährlichen Damen-Autorennen auf der Rennbahn In Brooklands. Das kürzlich stattgefundene Damen-Autorennen in Brooklands in England gewann Mjsa Taylour auf. Talbot. Unser Bild zeigt die Siegerin links aussen. Weiter sind auf dem Bilde erkennbar die Teilnehmerinnen am Rennen (v. 1. n-r.): Miss Taylour, Miss Schwedler, Mrs. Joan Ghetwynd, Miss Alwynne, Miss Dees und Miss McOstrich. In der letzten Nummer wurde die Frage aufgeworfen: «Warum ziehen die Männer dumme Frauen vor?» Die Frage scheint mir nicht ganz vollständig zu sein. Es sollte doch wohl heissen: «Warum ziehen gescheite Männer dumme Frauen vor?» Ich hoffe, es wird niemand bestreiten, dass es unter den zahlreichen männlichen Exemplaren des Homo sapiens auch solche gibt, die man ruhig mit dem Adjektiv «dumm» schmücken darf. Dasa sich diese die «ebenbürtige» Partnerin erwählen, ist nicht zu verwundern. Aber die «Gescheiten»? Da ist die Frage nach dem Warum oft verschieden zu beantworten. Etwas, was in besagtem Artikel ganz ausser acht gelassen wurde, ist das: Bei so und so vielen Ehen spielt das Materielle eine grosse Rolle. Dass aber Geld und Intelligenz nicht immer und überall zusammentreffen, ist nicht neu. Junge Mädchen aus vermögenslosen Familien sind viel eher gezwungen, ihre natürlichen geistigen Anlagen zn vervollkommnen. Sie wissen, dass sie später sehr wahrscheinlich auf sich selber angewiesen sein werden. Sie müssen, um in irgend einem Beruf vorwärts zu kommen, ihr Wissen fortwährend .erweitern. Sie müssen lernen und immer wieder lernen, um nicht von Kolleginnen im Können überflügelt und dadurch im Rennen um den besten Platz eliminiert zu werden. Das ergibt eine ganz andere Art des Denkens als bei vielen Mädchen aus begüterten Familien. Manche von diesen werden geheiratet, bevor sie dazu kommen, an Wichtigeres als die Verschönerung ihres eigenen hübschen Persönehens zu denken. Andere sind zu beguem, sich in geistiger Richtung weiter zu entwickeln, denn Wissen fällt niemandem mühelos in den Schoss. Können doch selbst die teuersten Pensionate diesen Mädchen im besten Falle eine ausgezeichnete Erziehung geben, niemals aber den sicheren Blick, den geschärften Verstand, den ein mit Ernst und Pflichtbewusstsein ausgeübter intellektueller Beruf einbringt. Auch sind sie viel zu sehr behütet. Es denken zu viele andere für sie. Leider gilt es gerade bei uns in der Schweiz immer noch in vielen Kreisen als nicht «standesgemäss», ein junges Mädchen richtiggehend arbeiten zu lassen. Ist eine Frau aber zugleich vermögend und sehr intelligent, der Mann aber nur letzteres, so ergeben sich für ihn vielleicht folgende Erwägungen: Ist mir die Frau, die Geist und Geld besitzt, im Grunde nicht eigentlich überlegen? Wird sie es mich nicht irgend einmal fühlen lassen? Männer sind leicht verwundbar. Sie würden eine solche Verletzung jhrer Eitelkeit nicht ertragen. Nehmen sie sich aber eine mittelmässige oder gar dumme Partnerin, werden sie immer die Ueberlegenen bleiben. Und wenn es einmal darauf ankommt, wird es ihnen leicht fallen, diese Frauen zu überzeugen, dass eigentlich sie es waren, die zu ihnen herabstiegen. Alle diese Ueberlegungen kommen natürlich mir dann in Frage, wenn bei einer Wahl kühle Berechnung die Hauptsache ist. Hat die Liebe — und nur sie allein — die Hand im Spiel, so kann der gescheiteste Mann die dümmste Frau heiraten. Für ihn wird sie trotzdem die Klügste sein. Es ist dies das uralte Mysterium, das wir nicht mit dem schärfsten Verstand, noch mit den klügsten Reden jemals aufklären werden. Nun gibt es aber auch andere Fälle, die einen Mann die dumme Frau der intelli- mm Zürich Neu-SeidenhofUraniastorGerbu-a* F. SDitzbartn Grleb. Zürich 8 SILBERSCHMIED BERWUN Sportpreise Elegante Pelz-Jaquettes Fr. 140.—, 160.— 176.—, 200.— 250.—, 300.— etc. Pelz-Mäntel Persianer von Fr. 1600. Seal-Bisam von Fr. 1300 Natur-Bisam von Fr. 850.— an Fohlen von Fr. 510.— an etc. etc. Feldegqstrasse 58 — Telephon 87.464 genten vorziehen lässt. Ich kann da 1 zur Illustrierung eine kleine Episode wiedergeben, die mir einer unserer Freunde erzählte. Er zeigte mir das Photo eines hübschen, klug aussehenden Mädchens, das er einmal sehr gerne hatte. Und doch hätte er sie nie geheiratet. Warum? «Schau», sagte er, «wenn wir zum Beispiel abends einen kleinen Bummel machten, dabei über eine blühende Wiese oder durch einen von be- Prima Wagendeoken welohe für die Bedrohung einiger WG 8tb.utten einmal gebraucht wurden, sind zu sehr günstigen Preisen abzugeben. Diese Decken sind Qualität e -w ar & wasserdioht und in jeder Grösto erhiltlioh. Verlangen 8le Offert« von Zelt- u. Deckenfabrikation Picard, Biel 7i:iDlf*U Neueste Formen und Schnitte In erstklassiger Ausführung DAUMUnCCTDAeCE Kl