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E_1931_Zeitung_Nr.091

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AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE 1931 - N»91 Tahrilc UUTER BACHMANN »C'l UCTCT1I tfatfcmurÖtäca/iatwde** ja£fot*> wnundlicbcn VartratutMueli b». ERNST WIRZ Konstrnktions • Werkst&tte U ET IKON a. See Kilometerzähler^ Reparaturen lassen Si« nur in der Spezialwerksttttte Adolf KUSTERER, Zimmers. 9 Zürich 8 ausführen. — Vertreter der Stewart Wapner«, A. C, Watthatn- NorthEast&Oia Kilometerzähler AUe Ongina -Frsatzteile im l VerlaK. Administration. Druck und Oliehiri» HALLWAO A-G Hallersche Buehrfrui-Wni WaffTiProrhp

N»91 II. Blatt BERN. 6. November 103t IA l^& N°91 II. Blaff BERN. 6. November 1Q31 Tedhn. Rundschau Lenkungen mit verschiedenen Uebersetzungsverbältnlssen. Je nach dem Gewicht und dem Charakter eines Wagens werden heute in der Uebertragung der Lenkradbewegung auf die Lenkzapfen der Vorderräder andere Übersetzungsverhältnisse angewandt. Bei schweren Wagen ist man zur Anwendung höherer Uebersetzungsverhältnisse gezwungen, weil sonst die Betätigung des Lenkrades bei niedrigen Fahrtempi unbequem schwer ist. Umgekehrt kann man sich bei leichten Wagen ein niedriges Uebersetzungsverbältnis gestatten. Durch eine relativ kleine Lenkradbetätigung wird dann schon ein ziemlich grosser Ausschlag ,der Wagenräder erreicht. Rein fahrtechnisch ist die Lenkung mit nieärigem UebersetzungsverhäJtnis günstiger Solange das UebersetzuTigsverhältnis nicht aJlzu niedrig ist. erlaubt sie ein viel sichereres Führen des Wagens bei hohen Geschwindigkeiten. Vor allem aber bietet sie den Vorteil, dass man im Fall eines Schleuderns viel rascher die nötigen Gegenbewegungen ausführen kann. Bei der hochübersetzten Lenkung dagegen ist man bei hohen Fahrgeschwindigkeiten dauernd zu starken Richtungskorrekturen gezwungen. Gerät der Wagen einmal ins Schleudern oder sollte man auch nur vor einem plötzlich auftauchenden Hindernis rasch ausweichen, so reicht manchmal die Zeit nicht mehr aus, um einem den erforderlichen Radeinschlag zu gestatten. Das Ergebnis ist, dass man die Herrschaft über den Wagen gänz-lich oder teilweise verliert. /Früher oder später wird man deshalb dazu gelangen, bei schwereren Wagen Lenkgetriebe mit veränderlichem Uebersetzungsverhältnis anzuwenden. Die hohe Lenkübersetzung würde dann beim langsamen Fahren in der Stadt, beim Befahren stark gewundener-Strassen oder zum Manövrieren angewandt, d. h. in allen Fällen, in denen ein rasches Reagieren der Lenkung weniger wichtig, ein leichtes Spielen des Lenkrades aber erwünscht ist. Auf der freien offenen Strasse, wenn die Geschwindigkeit gesteigert wird, würde dann auf das niedrisre tTeberser.zunsrsverhältnis umgeschaltet, das nun auch eine raschere, wenn auch etwas härtere Wirkung der Lenkung ergibt. Technisch bietet die Konstruktion einer solchen Lenkung keine Schwierigkeiten. Eine sehr einfache Lösung des Problems wäre z B. die, dass man die Lenkschubstange nicht immer am Ende des Lenkstockhebels, sondern,, wenn ein höheres Uebersetzungsverhältnis erwünscht ist, auf dessen halber Länge angreifen liesse. Der Lenkstockhebel müsste dazu als eine Art Kulisse ausgebildet werden, in welcher das Anschlussstück der Lenkschubstange auf- und abwärts verschoben werden könnte. m. Eine neue Absatzmöglichkeit für Automobile ? In der amerikanischen Fachzeitschrift « Automotive Industries » glaubt ein bekann-, ter Wissenschafter, eine neue Lösung zur Behebung der Absatzkrise in der AutomobMindustrie vorschlagen zu können. Die vorgeschlagene Lösung besteht in der Herstellung einer Wagentype, die sich diesmal nicht, hinsichtlich der Grosse und der Stärke von den bisherigen Typen unterscheidet, sondern lediglich in der Lebensdauer. Dem Käufer stehen bis jetzt eigentlich nur zwei Wagenkategorien zur Verfügung : Neue Wagen von verhältnismässig grosser Lebensdauer, aber auch verhältnismässig hohem Preis, und gebrauchte Wagen. Für den « kleinen Mann » kommt der neue Wagen meist von vornherein nicht in Frage. Der Ankauf eines ge- von überzeugt. Er weist darauf hin, dass alle Nachstellmöglichkeiten an der Ventilsteuerung, den Bremsen, der Kupplung und alle andern auf langen Betrieb des Wagens berechneten Finessen weggelassen werden können, was allein schon eine grosse Verbilligung der Konstruktion ermöglicht. Auch die Qualität des Materials braucht dann vielfach nicht so hoch zu sein wie bisher. Es müsste jedoch auch streng berücksichtigt werden, dass der Käufer eines solchen Wagens nur ein Minimum an Unterhaltsspesen aufbringen kann. Alle Teile müssten deshalb sehr leicht und rasch ersetzbar sein, denn die Reparatur komplizierterer Teile in einer Garage verursacht immer ganz unverhältnismässig grosse Kosten. Die Schmierung müsste soweit vereinfacht werden, dass sie jeder Fahrer in kürzester Zeit selbst erledigen könnte. Die Fabrik hätte eine Organisation zu treffen, die eine Rückgabe des Wagens nach vielleicht einem Jahr für ungefähr den halben Ankaufspreis erlauben würde. Diese zurückgenommenen Wagen müssten dann in der Fabrik nach rationellen, im grossen betriebenen Methoden ausgebessert und für ein weiteres Jahr betriebsfähig gemacht werden. Nach diesem zweiten Gebrauchsjahr wären sie dann reif zum Einschreiten. Bei einer nach diesem Plan betriebenen Fabrikation könnten, wie der Verfasser des Artikels annimmt, zwei grosse neue Käuferklassen gewonnen werden. Die eine Klasse würde sich aus den Käufern der neuen, und brauchten Wagens bedeutet aber für ihndie zweite aus den Käufern der ausgebesserten Wagen rekrutieren. Die Käufer der neuen mindestens ein grosses Risiko, weil wegen dessen schwer kontrollierbaren jeweiligen Wagen hätten eine grosse Gewissheit, mindestens ein Jahr störungsfrei und ohne Repa- Zustandes eine Berechnung der Kilometerbetriebskosten kaum mit einiger Genauigkeit raturnotwendigkeit fahren zu können. Auch möglich ist. Vorgeschlagen wird nun eindem Käufer der zweiten Klasse dürfte noch besser gedient sein als manchem, der heute einen Wagen aus zweiter Hand erwirbt, -s. Fahrzeug, das von vornherein nur für eine Betriebszeit von 2—3 Jahren oder ca. 50,000 Fahrkilometer berechnet und gebaut ist. Dieses Fahrzeug würde dem « kleinen Mann » den gleichen Dienst erweisen wie ein zufällig in gutem Zustand befindlicher secondhand-Wagen. Ueberraschungen unliebsamer Natur wären dabei aber ausgeschlossen. Die Frage ist nun die, ob sich ein solcher gewissermassen neuer second-hand-Wagen so billig wie ein wirklicher second-hand-Wagen herstellen INsst. Der InUiant der Idee ist da- Statistik der meist vorkommenden Störungen. Der englische Automobilclub gibt jedes Jahr eine Statistik heraus, aus welcher prozentual ersichtlich ist, welche Organe des Automobils am meisten Störungen verursachen. Diese unten reproduzierte Statistik wird auf Grund der Berichte des Strassenhilfsdienstes aufgestellt, den der Kgl. Automobilclub in ganz Ensrland ausgebreitet hat. 1924 1925 1926 1B27 1928 1929 1930 Zündung 20.7 22.7 22.5 21.0 22.7 20.3 20.4 Vergasung 41 3.0 2.5 2.6 26 2.62.8 Zylinder und ' Kolben 5.8 6.9 8.0 10.2 10.5 10.9 10.4 Ventil- und Steuerungsmechan. 1.0 1.0 0.9 0.7 0.4 0.6 0.7 Ventile 0.7 0.5 0.9 1.4 1,4 1.5 1.5 Schmierung 3.7 3.0 2.3 2.7 2.5 3.12.8 Wasserumlauf 0.9 1.3 1.7 1.1 2.2 3.1 2.6 Kurbelwelle 0.7 0.7 0.5 0.5 0.5 0.4 0.7 Nicht angeführt 5.9 7.1 6.6 6.4 5.8 6.1 5.9 Anlasser 0.8 0.4 0.6 0.9 1.0 1.0 1.0 Kupplung 4.1 4.0 4.4 4.9 5.1 5.9 6.4 Getriebe 3.7 3.6 2.8 3.2 2.6 2.4 2.3 Kardangelenke und Kardanwelle 4.3 5.0 4.6 4.9 4.1 4.3 4.1 Bremsen 0.5 0.4 0.3 0.2 0.1 0.2 0.3 Differentialwelle 12.8 12.4 12.6 13.6 13.8 14.0 14.2 Differential 1.6 1.3 1.2 1.4 0.7 0.9 1.0 Winielantrieb 1.6 1.1 1.2 0.7 1.0 0.80.9 Vorderachse u. Lenkunjr 5.3 4.1 4,3 3.1 3.3 2.4 3.3 Räder und Federung 6.4 6.1 5.9 4.1 4.2 4.54.3 Beleuchtung 3.2 2.3 2.1 2.2 2.0 2.4 22 Unfälle 12.2 13.1 14.1 14.2 13.5 12.6 12.2 Total 100 100 100 100 100 100 100 Aus der Statistik geht einmal die erfreuliche Tatsache hervor, dass die Unfälle prozentual seit 1924 den geringsten Betrag ausmachen und auch im Vergleich zu den Störungen mechanischer Art relativ selten aufreten. Bei den mechanischen Störungen machen sich durch eine hohe Zahl die Hinterachsstörungen sehr unliebsam bemerkbar. Defekte der Differentialwellen kommen ja nach der Statistik sogar an erster Stelle der mechanischen Störungen und haben, was alles andere als erfreulich ist, seit dem letzten Jahr noch zugenommen. Im Zunehmen begriffen sind ebenfalls die Kupplungsstörungen, während sonst fast überall eine Abnahme oder doch nur unbedeutende Schwankungen gegenüber früher zu verzeichnen sind. Die grosse Empfindlichkeit der Hinterachse und Kupplungen dürfte wohJ mit der weitern Steigerung der Motorleistung zusammenhängen, die natürlich mit einer entsprechend höhern Beanspruchung der Uebertragungsorgane verbunden ist. -s. Die gef ährliche Jahreszeit hat begonnen. Regen, Schnee, Nebel und glitschige Strassen vermehren die Gefahren. Der neue Ballon-Reifen mit dem griffigen Gleitschutz verschafft Ihnen erhöhte Sicherheit. KAUFEN SIE FISK, DEN QUALITÄTS-REIFEN! TtmeTo Rr-tii* CBTAFiSKl ll€£iiiüCI SfaiiffadiersCrasse 41 Telephon Kr. 39.122 •• •n