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E_1931_Zeitung_Nr.096

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1931 - N» 96 •Ansang- und TTeberströmmeriode. nals (c) angebracht ist. Das Gas strömt zuerst vom Vergaser durch die Federsteuerung: in das Kurbelgehäuse und wird auf normalem "Wege vorkamprimiert; die Federplatte schliesst bei Nachlassen des Unterdruckes automatisch. Während der Ueberstromperiode tritt das Brennstoff- Luftgemisch von dem Kurbelgehäuse in den eigentlichen Explosionsraum ein. Der Zylinder (Bohrung und Hub je 76 Millimeter) hat doppelte Auspuffkanäle, so dass diese niedriger gebalten werden können: auf die se Weise wird der Spülverlust im unteren Drehzahlbereich beträchtlich verringert. Die Leistung eines nach diesem System gebauten Motors von 350 Kubikzentimeters beträgt an der Bremse 11 PS. Die Verbesserung der Füllung im unteren Drehzahlbereich wird besonders deutlich in längeren Steigungen, wo der normale Zweitakter bei Ueberschreiten einer gewissen Tourenzahl einen starken Leistungsabfall erleidet (man muss ihn «auf Touren halten»), während der Motor mit der neuen Federsteuerung auch bei niedrigen Drehzahlen kräftig durchzieht. —zen— T««h S§»»«dhi Frage 8135. Ladestromregelung durch dritte Bürste. In welcher Richtung muss die dritte Bürste einer stromregulierenden Dynamo verschoben werden, damit der Ladestrom für die Batterie stärker wird? Woran kann man erkennen, ob die Dynamo die stärkere Stramabgabe überhaupt aushält? B. S. in N. Antwort: Die Stromabgabe nimmt zu, wenn Öie dritte Bürste in der Drehrichtung des Ankers verschoben wird. Massgehend für die Stram&bgabe, die der Dynamo zugemutet werden darf, ist die Temperatur, welche die Dynamowicklungen d»- bei annehmen. Mit Rücksicht auf das Isolationsmaterial der Wicklungen sollte die Temperatur Mut«ohell«n-M8&sll8trasse 1 Telephon 64.502 bringen ihre Anto-Repa- Prim 19.618 ratur- Werkstätte in empfehlend« Erinnerung. zirka 70 Gxad nicht übersteigen. Aussen soll man die Dynamo noch einige Sekunden lanjf anfühlen können, ohne sich dabei die Hand zu verbrennen. at. Frage 8136, Einstelluno eines Schwingungsdämpfers. Am Sechszylindermotor meines Wagens ist der Torsionsschwingungsdämpfer vorn auf der Kurbelwelle ganz locker geworden. Die Schwungscheibe, die mit der Kurbelwelle durch eine Reibungskupplung verbilligen ist, lässt sich ganz leicht von Hand drehen. Wie stark muss die Reibungskupplung angespannt werden, damit der Dämpfer wieder richtig arbeitet? F. J. in B. Antwort; Die richtige Einstellung ist für jeden Motortyp anders und kann auch in der Fabrik nur durch Versuche und Messungen gefunden werden. Ist die Kupplung zu wenig gespannt so rutscht der Dämpfer viel zu viel, entzieht dem Motor unnötig Energie, nützt sich rasch ah und dämpft die kurzwelligen Torsionsschwingungen nur ganz schwach. Wird die Kupplung umgekehrt zu stark gespannt und der Dämpfer damit auf der Welle mehr oder weniger blockiert, so tritt er zu spät oder gar nicht in Wirksamkeit. Da er die Eigenschwingungszahl der Kurbelwelle herabsetzt, kann er die Welle sogar direkt gefährden. Die richtige Spannung muss deshalb genau eingehalten werden. Zur Ermittlung dieser Spannung haben Sie sich an die Vertretung des Wagens, oder, wenn keine solche bestehen sollte, an die Fabrik27U wenden. -s. Spezial • Reparatur • Werkstätte für Martini-Waten. Prompte Bedienung. Lieferung von Pnenmatiks. Beste Referenzen. 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Angenommen, ich möchte mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 Std.-km von A nach B fahren. Unterwegs bemerke ich jedoch, dass ich eine Minute Verspätung habe. Wie lange muss ich nun rascher fahren und wieviel höher muss —ZVi t, Mod. 1930/31, r* von % auf Ballonreifen, mit geschloss. Kabine u. grosser J abbauwürdig." Brücke, solide u. schöne Ausführung, wird vorteilhaft abgegeben. Ev. wird Kettenwagenj geschloss. 4-Plätzer, europäischer Marke u. in gu- gfür 5 Tonnen Nutzlast.Jjj flwenn auch ohne Mo-5 tem Zustand, in Zahlung genommen. — Anfragen erbeten unter Chiffre Z 2117 an die Automobil- Revue. Bureau Zürich. die Geschwindigkeit sein, damit trotzdem der vorgesehene Durchschnitt zustande kommt? E. K. in Z. Antwort: Am einfachsten gibt Ihnen das untenstehende Diagramm auf die gestellten Fragen Antwort. Wir wollen dzrbei zuerst den Fall setzen, dass die verlorene Zeit von einer Minute mit einer Mehrgeschwindigkeit von 60 Std.-km ausgeglichen werden soll, und dass es uns interessiert, wie lange diese Mehrgeschwindigkeit aufrechterhalten werden muss. Wir finden dann aus dem Diagramm, dass der Schnittpunkt, gebildet aus der Senkrechten über der gewünschten Durchschnittsgeschwindigkeit 40, und der durch die Mehrgeschwindigkeit 60 hindurchgelegten Waagrechten auch von der (schrägen) 2-Minuten-Kurve geschnitten wird. Man muss also zwei Minuten lang mit 60 Std.-km fahren, um den Zeitverlust von einer Minute wieder einzuholen und dabei auf die Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 Std.-km zu kommen. Hätte der Zeitverlust 2, 3 oder 4 Minuten betragen, so hätte man proportional länger mit der Mehrgeschwindigkeit von 60 Std.-km fahren müssen, also 4, 6 oder 8 Minuten. Aus dem Diagramm geht weiter hervor, 10 20 30

Bern, Dienstag, 24. Nov. 1931 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 96 Dunkler Tag Der Himmel lastet voller düsterer Gedanken, Und meine Bücher atmen giftigen Sinn. Wie kommt es, dass ich heut' so traurig bin? Ich bin so schwach und fühle alles wanken Und bin verloren und vereinsamt und zerschlagen : Durch alle Leidenschaften, alle Lüste, Durch alle Wehen hat mich heut' mein Geist getragen... * Jetzt bin ich leer und aasgehöhlt und allen Lebens bar ... Mein Sinn flieht weit in meiner Kindheit frühste Zeiten, * Taucht ganz in jene süsseste der Seligkeiten Und tiefste, dunkelste Gefahr. Ko. Gespräch im Flugzeug Die beiden jungen Löwen kauerten verschüchtert im Flugzeug der Miss Peggy. Es war ihnen wirklich nicht anzumerken, dass sie so etwas wie Prinzen aus königlichem Geblüte waren, Söhne des Königs der Tiere. Aber war auch je erhört gewesen, dass vielversprechende Löwenkinder in so eine Teufelsmaschine gesteckt wurden, die sich einen Augenblick später in schwindelnde Höhen erhob, so dass man direkt seekrank wird ? Und dann war ihnen ihre Herrin und Reisegefährtin augenscheinlich alles eher denn sympathisch. « Schau' sie dir nur gut an >, flüsterte der eine der beiden Löwen seinem Bruder zu, « mit dem Helm auf dem Kopf und in dicken Lederhosen. Und das will allen Ernstes eine Frau sein. Hast du jemals in dem Kraal, in dem wir zur Welt gekommen sind, eine in diesem Aufzug herumstolzieren gesehen? Oh, wie schön war Fatme mit den braunen Gazellenaugen, die ihre schlanken Glieder züchtig unter dem weiten Schleier verbarg! Und wie melodisch war ihre Stimme. Ganz etwas anderes wie dieses heisere Kreischen. > Da war der Unzufriedene einigermassen im Unrecht, wenn auch Peggys Organ durch ihren kühnen Flug einiges an Wohlklang eingebüsst hatte. Der Sprecher seufzte melancholisch und das rührte seinen weichherzigen Bruder wiederum derart, dass ihm die heissen Tränen über die Wangen herunterkollerten. Der andere aber gab sich jetzt einen energischen Ruck und meinte : « Überhaupt, was bildet sich unsere Brotgeberin eigentlich ein ? Sind wir vielleicht Schosshunde, ausgefressene asthmatische Möpse oder Putzkatzerln, die sich an der Schürze ihres « Frauerls > Teiben ? » — « Pst ! ps»t ! » machte der andere warnend, denn Peggy hatte sich nach ihm umgedreht und sagte eben mit stolzer Genugtuung zu ihrem Begleiter, dem englischen Piloten : * Auf die zwei bin ich am meisten stolz!» Der Pilot gähnte phlegmatisch und meinte: «Sag' mal, Peggy, was ist das überhaupt für eine snobistische KateTidee von dir gewesen, die beiden unnützen Esser auf dem Flug mitzunehmen ? Als ob wir so viel Ueberfluss an Ratz hätten. Oder sollen sie am Ende ein Amulett darstellen ? Dafür sind sie doch schon ein wenig zti ausgewachsen.» Peggy Die vorletzte Liebe der schönen Frau Erzsebet. Roman Von Oskar Sonnlechner. (Fortsetzung aus dem Hautitblatt.) Beide hatten wir uns erhoben, und im Lichtkegel des dunklen Zimmers kreuzten sich über dem Tisch unsere Gläser. Kling! Klang! Ein leichtes Räuspern Hess uns aufblicken. Mit versteinerter Miene flüsterte der Diener mit den papageigrünen Aufschlägen und den Fünfkronenknöpfen einige ungarische Worte. Der Vizegespan nickte, und hinter dem verschwindenden Domestiken tauchte eine gedrungene Gestalt im Halbdunkel des Zimmers auf. Pinkas Katzenstein! Katzenstein Pinkas! Katzenstein Pali! In seiner unförmlichen, faltenreichen Ringkämpferhose, dem Halbpelz mit dem mottenzerfressenen Zobelkragen aus Katzenfell, lächelte verschämt und sagte: « Aber lieb sind sie. Und ich glaube, sie haben sich schon ganz an mich gewöhnt. » Frauen irren nämlich manchmal. Sogar wenn sie im Flugzeug sitzen. Bei diesen ihren Worten sah sie freilich so mädchenhaft glücklich aus, dass der Pilot seine Pfeife aus dem Mund nahm und sie bewundernd anblickte. « Weisst du, Peggy, dass du eigentlich wunderschön bist ?» brachte er mühsam genug hervor und es war ihm deutlich anzumerken, dass die Galanterie nicht gerade seine Hauptstärke bildete. Peggy wurde ihrerseits blutrot und wandte sich mit ein wenig gekünstelter Geschäftigkeit dem Lenkruder zu. « Gib lieber Wie soll man Kiczi Czomlowa beschreiben? Nimm ein schlankes, geschliffenes Glas, fülle es mit einem fenris-perlenden Champagner, lege um den Fuss des Glases eine hektische Orchidee und lass von einem unsichtbaren Orchester ein Bruchstück russischen Expressionismus intonieren — dann wirst du ahnen können, was Kiczi Czomlowa war — eine Frau... Ich sehe noch die blauende Dämmerung über der Küste von Genua. Wenn ich die Ausren schliesse. kann ich den Ton der schmachtenden Violinen von Portofino wiedeT einfangen — und wenn ich meine Finger über den geschnitzten Ebenholzschrein hingleiten lasse, der den venetianischen Schal, die blitzenden kleinen Seidenschuhe umschltesst, spüre ich von neuem die Nähe einer Mädchennatur, deren seltsame Snaltung vor meinen Sinnen zu heisser Harmonie 'zusammenschmolz. Es gibt Stunden, in denen ich, krank vom Starren in den magischen Spieerei der Erinnerung, mein Etui mit Zigaretten fülle und eine Rundreise durch die Grossstadt unternehme : die lebhaftesten Restaurants und die intimsten Bars suche ich auf. nur um den Klang eines Lachens zu vergessen, das so Vlar war wie die rieselnden Wellen am Strande von OspecWetti, um die Erinnerung an einen Blick, dunkel wie die Nachtfinsternis über dem Lido d'Albaro, wenn der 'Sommermond hinter den Bergen verschwunden war, zu betäuben. März an der italienischen Riviera: funkelnder Sommerhimmel über dem blauen Golf von Genua und den weissen Villen von Nervi und San Margherita, goldener Glanz über Tuja, Palme und Agave — weiche, duftende und wärmende Brisen an blühendenTerrassen entlanc: so sah dip WHt aus. als in das Hotel Excefsior bei Portofino ich meinen Einzug hielt. Bei einem Cocktail am Lido war ich hierher empfohlen worden von irgendeinem Freunde, und ich war glücklich hier. In meiner Gesellschaft war Gervaise la Poignol, eine kleine französische Tänzerin, jung, sanft, die eben ein glänzendes Debüt in Paris hinter sich hatte und meine Erfahrungen auf mancherlei Gebieten sowie meine lässige Art, das Geld auszugeben, zu schätzen wusste. Ich mietete ein paar Zimmer für Gervaise und mich und trug uns als Mann und Frau in die Fremdenliste ein. den zerbeulten, steifen Hut ununterbrochen zwischen den Händen drehend, starrte Katzenstein mit ängstlicher Miene auf seinen allgewaltigen Herrn, dem er ein Schriftstück überreichte. Der Gyuri bäcsi, in seinem altertümlichen Lehnstuhl versunken, die Beine übereinandergeschlagen, das Monokel ins Auge geklemmt, blickte mit gerunzelter Miene auf das Papier. 1 «Du entschuldigst, amice, wenn ich ungarisch...,» und im selben Augenblick ballte er das Papier in seiner Faust mit einem Ruck zusammen und warf es, keuchend vor Wut, Pinkas Katzenstein vor die Füsse, während eine Flut ungarischer Worte, schreiend, drohend, zürnend auf diesen niederprasselte. Ohne eine Miene zu verziehen, Hess Katzenstein alles, wie wenn es ihn nichts anginge, über sich ergehen, nur wenn der Redeorkan des Vizegespans dröhnend anschwoll, schob 'sich sein unrasiertes Kaninchengesicht tiefer zwischen die Schultern, um, wenn der Redesturm abflaute, langsam wieder emporzusteigen. Der Gyuri bäcsi hielt erschöpft, bleich vor innerer Aufregung, in seinem Redezorn inne Das schöne Fieber Von Holger Boetius. acht, dass wir den Rekord halten», rief sie ihrem Reisegefährten zu, «noch sind wir nicht in Kapstadt ! » « Dort sprechen wir weiter », sagte der Pilot, «und nicht wahr, Peggy, wenn aus uns zwei ein Paar wird, dann schaffen wir uns lieber etwas anderes Kleines an, an Stelle der beiden Löwen ? » Peggy schwieg tödlich verlegen. Die Löwen jedoch knurrten verdriesslich und der eine sagte zum andern* « Schau dir diese Menschen an, nicht einmal im Flugzeug können sie die Dummheiten sein lassen. Gebe Gott, dass wir diesen Flug bereits hinter uns hätten. Dann gehen wir alle beide in Pension zum Hagenbeck...» Es war dies die erste Saison des Hotels Excelsior, und es war deutlich, dass der Wirt es sich nach besten Kräften hatte angelegn sein lassen, das blasierte Rivierapublikum einzuiangen. Da sab es Tennis- und Golfplätze, warme Seebäder in pompejanischem Stil und blumengeschmückte Steingrotten für den five o'clock Tee. mehreremal wöchentlich wurden grosse Festlichkeiten, bei denen ausländische Balletstars und Grossen anderer Art mitwirkten und die jedesmal von einem prächtigen Feuerwerk beschlossen wurden, arrangiert. Gervaise war entzückt. Wenn wir gegen Abend die Promenade entlansr sdneren und sommerliche Melodien vom Hotel herab hinter uns drein klangen, geschah es zuweilen, dass sie ihr blondes Puopenkönfchen an meine Schulter lehnte und zu flüstern begann. Leise sprach sie in mein Ohr. dass ihr nur eins zu wünschen übrigbliebe in der Welt — nämlich, dass jene EintTae-une. die in der Fremdenliste zu lesen, seiTWährheit würde..." Und ich war nicht mehr weit entfernt davon, schwach zu werden. Ich hatte eine reichlich bemessene und ziemlich bunte Jungeesellenzeit hinter mir, hatte nach und nach Geschmack an häuslicher Gemütlichkeit zu finden angefangen und war des wilden Tempos meiner Freunde eigentlich schon ein bisschen müde. Gervaise war lieb, Gervaise war sanft, Oervaise war jung — wer weiss? Vielleicht wäre sie eines schönen Tages meine Frau geworden, wenn nicht... Gleich am ersten Abend fiel mir Kiczi Czomlowa auf. Es wäre auch kaum anders möglich gewesen. Kiczi Czomlowa war überall dabei. Sie nahm an allen Sport- und Wettspielen teil, lancierte die pikantesten Badetrachten der Saison und benahm sich funkelnd und kühn beim abendlichen Tanz. Die Männer scharten sich um sie; jeden blendete sie durch den Scharm ihres Wesens, Schwer zu -sasren, worin eigentlich ihr Scharm bestand. Bald erinnerte sie flüchtig an einen britischen upper-ten-flapper, bald glich sie einer Französin der grossen Weit und nicht weH^r häufi" 1 Bemannte sie an eine russische Demimonde. Ich geriet immer mehr in Zweifel, in welche Kategorie ich sie einreihen sollte. — Dass Gervaise sie gewöhnlich, falsch und unerträglich fand, ist nur natürlich. und mass mit langen Schritten, mit dem Reitstock auf die Stiefelschäfte klatschend, das niedrige Zimmer. Im Gesicht Pinkas Katzensteins regte sich keine Miene. Nur seine Augen folgten dem rastlos hin und her wandernden Vizegespan. Plötzlich blieb mein 'Gastgeber stehen und wandte sich zu mir herüber «Was kostet bei dir ein Joch vom besten Weizenboden?» «Gyuri bäcsi, ich habe nicht die Absicht ...» «Ich weiss! Ich weiss! So meine ich das nicht. Ich meine nur, wenn ... verstehst du, wenn du verkaufen würdest.» «Wenn es Zeit hat, würde ich es morgen aus meinen Büchern feststellen. Auswendig kann ich es jetzt nicht sagen.» Er nickte kurz vor sich hin. Und plötzlich riss ihn die Wut herum, und mit drohend geschwungenem Reitstock stürzte er auf Katzenstein los, dessen Kopf zwischen den Schultern verschwand. «Hinaus!» (Fortsetzung folgt.) Und dann geschah es eines Abends, dass Kiczi Czomlowa mich ansprach. — Gervaise hatte Erlaubnis bekommen, sich zu ein paar Bekannten aus Paris zu setzen, und ich hatte mich in die Bar begeben und war froh über die Gelegenheit, wieder einmal allein zusein. Plötzlich sass Kiczi Czomlowa auf dem hochbeinigen Stühlchen an meiner Seite. Es war durchaus nicht üblich, dass sich die weiblichen Gäste des Hotels allein an die Bar setzten. Aber trotzdem nahm ich ganz und gar keine Notiz von der exzentrischen jungen Dame — ich machte mir nichts daraus, zu ihren Eroberungen gezählt zu werden. Standhaft starrte ich nach der anderen Seite und rauchte meine Zigarette in isolierter Ruhe. Aber ich hatte ein merkwürdig deutliches Gefühl, dass sie mich betrachtete. Es war, als würde mein Nacken von einem elektrischen Strahl getroffen. Ich m u s s t e mich umwenden. Und da begegnete ich denn ihrem Blick — diesem dunklen, brennenden Blick und ihrem wunderbaren Lächeln... «Monsieur sind einsam und verlassen», flüsterte sie. « Wann werden Sie zu mir kommen ...? Alle anderen tun es — früher oder später.» «Mademoiselle sind allzu bezaubernd, um sich im Romanstil auszudrücken», erwiderte ich, und meine Stimme war bewusst spöttisch und trocken. Sie nippte an einem Cocktail und zündete sich eine Zigarette an. «Wissen Sie übrigens, dass ich Sie in- und auswendig kenne?» fuhr sie fort. Ich starrte sie ein wenig überrumpelt an. «Was meinen Sie damit?» «Sie sind Junggeselle, Monsieur, und Sie haben eine entzückende kleine Freundin, von der Sie annehmen, dass Sie Ihnen treu ist. Sie sind ein Liebhaber schöner Dinge — Sie lieben Kunst ebensosehr wie schöne Landschaften. Sie sind welterfahren; aber Ihre Natur ist zurückhaltend, und Sie fühlen sich von Leuten, die herausfordernd und geräuschvoll auftreten, abgestossen. Sie sind ein blinder Heide, aber Sie lieben die armen, irrenden Menschenkinder.» Ich fürchtete, mein Gesichtsausdruck trug den Stempel offensichtlicher Verblüffung dumm und deutlich zur Schau. Alles, was sie mir gesagt hatte, schien mir schlagend richtig. Sie legte ihre Hand auf meinen Arm.. Mir war, als erzitterte meine Seele unter der Berührung. «Das braucht Sie nicht zu kränken, Monsieur», flüsterte sie. « Ich bin die einzige, die es sah. Jetzt gehe ich — aber wir sehen uns wieder. Vergessen Sie mich nicht!» Und dann war sie verschwunden. Sonderbar eigentlich — aber die Art und Weise, wie sie gesagt hatte: .Vergessen Sie mich nicht', verwandelte sie vollständig in meinen Augen. Es war, als ob mir die drei unschuldigen Worte den Schlüssel zu einem verborgenen Teil ihres Wesens in die Hand gegeben hätten. Der Tonfall war so entblösst von jenem exzentrischen Gehabe, das sie sonst kennzeichnete. Vergessen Sie mich nicht! So rein, fast fromm hatte es geklungen — wie das Abschiedswort einer demütigen Sklavin an ihren Herrn... Am nächsten Tage hatte Gervaise sich zu einer Autofahrt mit ihren Bekannten aus Paris verabredet. Ich mischte mich zum ersten- Kein Verzicht auf Kaffee, auch abends nicht, zu keiner Stunde, von Niemand, ob gesund oder krank, Kind oder Greis, dank des Kaffee Hag. Echter, herrlicher Kaffee, weltberühmt, von Millionen Menschen getrunken wegen seiner vorbildlichen Güte und seiner absoluten Unschädlichkeit, das ist Kaffee Hag, für dessen volkshygienische Bedeutung bis heute 30073 Arzte schriftlichZeugnisabgelegt haben. Jede Bohne Qualität Jeder Tropfen ein Genuss Herz u. Nerven schonend Das ist KAFFEE HAG