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E_1931_Zeitung_Nr.097

E_1931_Zeitung_Nr.097

Verkehrsdisziplin, durch

Verkehrsdisziplin, durch das Fallenlassen der Höchstgeschwindigkeiten, und im Zusammenhang damit durch die Schärfung des Verantwortlichkeitsbewusstseins bei den Fahrzeuglenkern herbeigeführt wird, zur Voraussetzung hat, wurde schon vom Bundesratstisch aus betont. Und neuerdings ist durch das Freiburger Autocar-Unglück der sprechende Beweis für die Unhaltbarkeit einer Bestimmung erbracht worden, wie sie uns in Art 44 des bundesrätlichen Entwurfes entgegentritt, der die Möglickheit offen lässt, den Haftpflichtigen an verschiedenen Orten einzuklagen. Man hätte beim Festhalten an dieser Bestimmung einen ganzen Rattenschwanz von Prozessen und eine unheilvolle Verzögerung der Urteilsprechung zu gewärtigen, die sich letzten Endes in einer Benachteiligung des Geschädigten auswirken würde. Eine geordnete, gleichmässige und rasche Rechtssprechung verlangt die Beschränkung des Gerichtsstandes auf den Wohnort des Beklagten. Die Strolchenfahrten. In direktem Widerspruch zu den Zielen einer modernen Verkehrsgesetzgebung steht auf alle Fälle der Antrag der ständerätlichen Mehrheit, der den Motorfahrzeughalter zwingen will, die Kosten für die Versicherung des Strolchenfahrers zu tragen. Die Aufnahme einer derartigen Bestimmung ins Gesetz würde der freundlichen Aufforderung an die Herren Automobildiebe gleichkommen, ihr gefährliches Handwerk ja recht fleissig zu betreiben. Man kann sich leicht vorstellen, wie es in diesem Moment um die Verkehrssicherheit auf unseren Strassen bestellt wäre, ganz abgesehen davon, dass der Versuch, den Eigentümer eines Motorfahrzeugs für den Schaden haftbar zu machen, den an seinem Eigentum zu Dieben gewordene Drittpersonen anrichten, jedem Rechtsempfinden widerspricht. Die kantonale Hoheit. Wie sieht schiiesslich die durch den bundesrätlichen Entwurf angestrebte Freizügigkeit des Verkehrs nach dem jüngsten ständerätlichen Eingriff aus? Das an sich verständliche Streben der Kantonsvertreter, eine möglichst geringe Beschneidung der kantonalen Hohheitsrechte zuzulassen, veranlasste den Ständerat zu einer Abänderung von Art 3, die in ihrer letzten Konsequenz den Kantonsinteressen selbst zuwiderläuft Im bundesrätlichen Entwurf wird den Kantonen das Recht eingeräumt, auf bestimmten Strassenstrecken, die nicht von Bundes wegen dem Durchgangsverkehr geöffnet sind, den Verkehr beschränkende Bestimmungen zu erlassen; dieses Recht wird aber für den Fall, dass es sich um dauernde Beschränkungen handelt durch die Pflicht der Einholung einer bundesrätlichen Genehmigung eingeschränkt Der Ständerat hielt dafür, dass die Kantone befugt sein sollen, auch Dauerbeschränkungen aus eigener Machtvollkommenheit anzuordnen, und beseitigte das bundesrätliche Einspracherecht vollkommen. Damit ist der kantonalen Willkür in der Verkehrsgesetzgebung aufs neue Tür und Tor geöffnet Ueber die Tragweite der vom Ständerat beschlossenen Abänderung von Artikel 3 hat sich übrigens Bundespräsident Häberlin in der Herbstsession sehr deutlich ausgesprochen. Er führte aus, dass die Kantone nach der neuen Fassung des betreffenden Artikels das Recht besitzen, ohne Begrüssung des Bundesrates auf den nicht ausdrücklich für den Durchgangsverkehr geöffneten Strassen funktionelle Beschränkungen einzuführen, das Recht auf Beschränkung des Ladegewichts, auf Vorschriften über die Bereifung in Abweichung von den bundesgesetzlichen Schranken, auf Beschränkung der Höchstgeschwindigkeit der Ladebreite usw. «Wenn SSe das recht ansehen, dann heisst das ear nichts anderes, *ls dass das Bundesgesetz auf den Kopf gestellt werden kann, weil die Kantone Verkehrsvorschriften erlassen können, die es nach «H«n Richtungen abändern, ohne dass der Bundesrat dabei begrünst würde. Meine Herren, das steht Kopt «Das ist nämlich so. Eigentlich ist der Gyuri bdcsi nicht nach Budapest gefahren, sondern ins Nationalkasino nach Budapest. Wenn er dort Glück hat, ist er mit seinem Geld beim Spielen gleich am ersten Tag fertig. Wenn er Pech hat dauert es vierzehn Tage. Denn dann hat er ja auch noch die Regien, und die sind bei solchen Herren nicht klein. Unter Champagner machen die es nicht. Darum sage ich, wenn er Glück hat ist er schon am ersten Tage fertig. Aber ein grosser Herr kann sich so etwas bei uns erlauben. Haben Sie eine Ahnung, was in Ungarn ein Vizegespan ist? Was soll ich Ihnen sagen? So wie ein Statthalter im Komitat. Der Kaiser von Oesterreich könnte froh sein, wenn er in seinem Lande so viel zu reden hätte wie ein Vizegespan bei uns.» Ich stand neben dem Goldfuchs und klopfte Ihm liebevoll den Hals. «Na, und sehen Sie, gnädiger Herr, mit was für einen Geld fahrt der Gyuri bacsi? No—o—o—o? Mit meinen. Erst vor drei Monaten habe ich ihm 173 812 Gulden und 43 Kreuzer auf der Hand gelegt. Darauf hat er i>a Widerspruch mit dem Geist des eidgenössischen VerkehTsgesetzes. Wir wollen ein eidgenössisches Verkehrsgesetz, damit unter gleichen Voraussetzungen möglichste Einheit herrscht im Ranzen Lande. Wir haben ja nicht nur mit den Einwohnern des Kantons zu rechnen, dio in ihrem eigenen Kantonsgebiet herumfahren, wo meinetwegen die Regierung am besten in der Lage wäre, sachgemäße Vorschriften aufzustellen; es sind die andern Eidgenossen, die auch im Kanton herumfahren — letztes Jahr waren es in der Schweiz 100.000 bis 120,000 — und es gibt noch die über 160,000 fremde Wagen, die letztes Jahr in unserem Lande herumgefahren sind. Diesen Fremden müssen wir möglichst genaue Anhaltspunkte für den Verkehr bieten, nicht bloss in ihrem Interesse, sondern in unserem eigenen, damit sie in unserem Lande korrekt herumfahren, dass sie mit den richtigen Wa-gen kommen, dass sie wissen, welche Strassen sie auf längere Strecken befahren können, wo i sie auf Durchgangsstrassen, wo sie auf kantonalen Strassen verkehren können. Dem entspricht nun die Vorlage des Bundesrates, die dem Bund alle diese funktionellen Bestimmungen grundsätzlich reserviert.» Schlussfolgerung. Aus diesem kurzen Ueberblick dürfte man Wie erinnerlich, hat unmittelbar vor der letzten Ratssession Herr Ständerat Klöti einen Minderheitsantrag eingereicht, mit dem Inhalt, dass die vom Bund zugunsten von Personen abzuschliessende Versicherung, welche «durch den Betrieb eines Motorfahrzeuges geschädigt werden, jedoch wegen Nichtfeststellbarkelt oder Mittellosigkeit der Urheber, oder wegen Fehlens einer Haftpflichtversicherung füT das betreffende Fahrzeug keinen oder nur einen teilweisen Ersatz des Schadens erlangen können,> aus dem Anteil des Bundes am Ertrag des Benzinzolles zu finanzieren wäre. Dieser Vorschlag, der seinerzeit durch unser Blatt erstmals veröffentlicht wurde, sollte ein Korrektiv zu dem Mehrheitsantrag bilden, demzufolge die Prämien der Versicherung den haftpflichtversicherten Haltern von Motorfahrzeugen aufgehalst werden sollte; eine Massnahme, die das allgemeine Rechtsempfinden unbedingt verletzt hätte. Der Ständerat fand, dass für den Antrag Klöti die Unterlagen noch zu wenig geprüft worden seien und wies den Artikel zur neuen Prüfung und Berichterstattung an den Bundesrat zurück. Zur Abklärung der Angelegenheit hat dann das eidg. Justiz- und Pöllzeldepartement auf Ende Oktober eine Konferenz nach Bern einberufen, an welcher neben dem eidg. Finanzdepartement, dem Versicherungsamt und dem Bundesgericht auch die beiden grossen Automobilverbände vertreten waren. Die Konferenz sprach sich hauptsächlich über den Umfang der Versicherung aus, wobei die Auffassungen allerdings wesentlich auseinandergingen. Auf der einen Seite wurde die Einbeziehung aller Schäden verlangt, während anderseits mit Recht die Frage aufgeworfen wurde, ob es mit Rücksicht auf die daraus event. entstehenden Konsequenzen überhaupt angezeigt sei, eine derartige Versicherung einzuführen. Was die Höhe der Prämien anbetrifft, so wurde festgestellt, dass dieselbe je nach Crrösse des Wagens zwischen Fr. 2.— und Fr. 4.— für inländische Fahrzeuge schwanken würde, während für die ausländischen Automobile eine Einheitsprämie von zirka 30 Rr>. in Frage käme. Bei Ausrichtung der vollen Haftpflichtsleistungen würden sich die Prämien um 60 bis 100 Prozent erhöhen. Wird die Versicherung jedoch auf Strolchenfahrten beschränkt so hätte dies-eine Reduktion der Prämie von 20 bis 25 Prozent zur Folge. Dem Bericht des Bundesrates an die Bundesversammlung über die endgültige Regelung des Strolchenfahrts-Artikels entnehmen wir die nachstehenden beachtenswerten Ausführungen : die in dieser Frage herrschen. Man hoffe indessen, die Sachlage bald klären zu können. Die Interpellationen wegen den Strassenverhältnissen zwischen Oberentfelden u*-' Schöftland und der Wynentalstrasse beantwortete der Sprecher der Regierung mit dem Hinweis darauf, dass der Ausbau der Strassen durch die Bahnen, die gleichzeitig diese Strassen benützen, verzögert werde. Es müsse zuerst noch versucht werden, mit ihnen ein Abkommen zu treffen, das die Situamir eine Sicherheit auf 42 Joch Felder regeben. Zinsen habe ich ihm gerechnet, wie wenn er mein eigenes Kind wäre. Nun habe ich ihm gestern einen Vertrag gebracht dass er die 42 Joch verkauft an eine hochprima Gesellschaft aber schon hochprima, habe ihm einen Preis herausgedrückt oei die Leute, wie ihn kein Mensch mehr in Ungarn bezahlt. Und haben Sie gesehen, was er für einen Theater gemacht hat? Aber ich kenne das, das macht er immer. Auf diesen Vertrag habe ich dem Gyuri bäesi noch 43 000 Gulden herausbezahlt, und mit denen ist er nach Budapest gefahren. Aber sagen Sie selbst, was soll ich tun? Gebe ich ihm Geld, schimpft er, gebe ich ihm kein Geld... Gestern war ich geradezu sein Lebensretter.» «Na, Katzenstein, Sie haben dem Gyuri bäesi auf diese Weise wohl schon öfter das Leben gerettet?» «Oefters? Das hängt vom Gyuri bdcsl ab, aber nicht von mir. Warum kommen Sie nicht zu mir? Oder der Herr von Hevesy? Oder der gnädige Herr von Tolnay?» (Fortsetzung folgt.) AUTOMOBTL-REVUE 1981 - N» 97 die Ueberzeugung gewonnen haben, dass die eidgenössischen Räte bei der Korrektur des bundesrätlichen Entwurfes vielfach von falschen Voraussetzungen ausgingen, dem von allen Strassenbenützern verfolgten Ziel einer Erhöhung der Verkehrssicherheit und der Aufstellung von für das ganze Land verbindlichen, den neuzeitlichen Anforderungen entsprechenden einheitlichen Vorschriften in manchen Teilen unbewusst direkt entgegenarbeiteten. Man wird deshalb im Interesse aller Strassenbenützer wünschen müssen, dass auf die zum Schaden der angestrebten einheitlichen Verkehrsregelung am bundesrätlichen Entwurf getroffenen Abänderungen in den kommenden Beratungen der eidgenössischen Räte wieder verzichtet wird, und dass darüber hinaus auch jene Punkte, in denen der bundesrätliche Entwurf selbst hinter der Entwicklung zurückbleibt, im Sinne einer Förderung der Verkehrssicherheit geregelt werden mögen. VI. Der Strolchenfahrt-Artikel im Verkehrsgesetz Zum Vorschlag des Bundesrates. cNach eingehender Prüfung der Frage gestatten wir uns, Ihnen folgende Formulierung yon Art. 52bis vorzuschlagen : Besondere Versicheruno. 1. Der Bund schliesst bei zum Geschäftsbetrieb in der Schweiz zugelassenen Versicherungsgesellschaften eine Versicherung zugunsten von Personen ab, welche getötet oder verletzt werden durch den Betrieb eines Motorfahrzeugs, das ohne Verschulden des Halters von einem Dritten eigenmächtig gebraucht wurde. Die Versicherung besteht für die Personen nur insofern, als der Dritte für den Schaden gemäss Art 36 aufzukommen hat. 2. Die Vereicherungsleistungen bestimmen sich nach den für die obligatorische Unfallversicherung geltenden Grundsätzen. Den gegen Unfall obligatorisch versicherten Personen wird auf Grund dieser Versicherung keine Entschädigung gewährt. 3. Mitfahrende Personen, denen der eigenmächtige Gebrauch des Fahrzeugs bekannt ist, besitzen gegenüber der Versicherungsgesellschaft keinen Anspruch. 4. Dem Versicherer «teht im Umfang seiner Leistungen an den Geschädigten der Rückgriff regen die haftpflichtigen Personen zu. &. DU Kosten der Verslcherunq werden MS dem Anteil des Bundes am Ertrage des Benzinzolls bestritten. Nach unserem Vorschlage soll sich die Versicherung nur auf Schäden beziehen, die durch Strolchenfahrer verursacht werden. Die Ausdehnung auf Schäden, die durch Motorfahrzeuge verursacht werden, für die keine Haftpflichtversicherung besteht, oder deren Führer nicht festgestellt werden kann, erachten wir aus verschiedenen Gründen ala überflüssig. In erster Linie muss bemerkt werden, dass nach dem Antrag Bratschi durch den die Frage aufgeworfen wurde, lediglich eine Schadenreparation für Strolchenfalrrten angestrebt wurde. Die Fälle einzubeziehen. in denen die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung fehlt, erübrigt sich schon deshalb, weil nach Art 49 des Entwurfes das Aussetzen oder Aufhören der Versicherung der kantonalen Behörde mitgeteilt werden muss. Solange die Mitteilung nicht stattgefunden hat, haftet die Versicherungsgesellschaft weiter. Hat sie stattgefunden, so haftet sie noch während 14 Tagen seit Eingang der Meldung bei der kantonalen Behörde. Während dieser 14 Tage kann aber die kantonale Behörde dafür sorgen, dasa dem in Frage stehenden Halter der Fahrzeugausweis und die Schilder entzogen werden. Nach unseren Erkundigungen ist die 14tägige Frist «1s genügend zu betrachten. Demnach kann es normalerweise unter der Herrschaft des eidgenössischen Automobilgesetztes nicht mehr vorkommen, dasa anfangs eines Jahres, solange der Fahrzeugauweis noch nicht erneuert worden den ist, Motorfahrzeuge zirkulieren, für die keine gültige Haftpflichtversicherung mehr besteht. Esbleiben somit nur noch die Fälle, in denen ein Fahrzeug zirkuliert, für das weder Fahrzeugausweia noch Schilder bestehen oder das mit den Schildern eines andern Fahrzeugs versehen wurde. Die erstgenannten Fälle kommen wohl überhaupt nie, die letztgenannten nach Angaben von fachmännischer Seite nur selten vor. Es rechtfertigt sich deshalb nicht, für diese seltenen Fälle eine besondere Versicherung einzuführen. Vielleicht würde dadurch nur bewirkt, dass die strafbare Uebertragung der Schilder von einem Motorfahrzeug^ auf ein anderes in vermehrtem Masse stattfinden würde, da ja für die Folgen eines Unfalles eine t Bundesversieherung » aufkommen würde. Wollte man diese Fälle in die Versicherung «inbeziehen so wire es lofischerweise ebenso erwünscht, eine besondere Versicherung für die Fälle IU besitzen in denen dnrch den Betrieb eines Motorfahrzeugs ein Schaden verursacht wird, eine ETsatzpflicht des Halters jedoch deshalb nicht besteht, weil der Unfall durch höhere Gewalt odeT durch grobes Verschulden eines insolventen Dritten verursacht wurde. Unseres Erachten« sollten auch diejenigen Fälle nicht in die Versicherung einbezogen werden, bei denen der Führer durch FluchteTgTeifung den Folgen seine Haftpflicht zu entgehen sucht. Dies vor allem aus zwei Gründen. Einmal kommen selten Fälle vor, bei denen der Täter nicht eruiert werden kann. Die Fahndung nach diesem ist eine so intensive, dass «r in der Regel ermittelt wird. So ereignete sich beispielsweise im Jahre 1930 im Kanton Bern kein Unglücksfall, bei dem der Schadenstifter nicht gefasst werden konnte. Die Einführung einer besonderen Versicherung könnte der intensiven Fahndung nach dem Täter nur schaden. Der Einführung steht weiterhin ein mehr psychologischer Grund entgegen. Wenn zum vornherein bekannt ist, dasg dem Verunfallten für den erlittenen Schaden Ersatz geleistet wird, so lieg die Gefahr nahe, dass für den nicht charakterfesten Automobilisten kein« genügenden Gründe mehr vorliegen werden, nm bei der Verursachung eines Unfalles anzuhalten. Ein solcher wird, da dem Verunfallten der erlittene Schaden durch den Bund ersetzt wird, wenn der Urheber unbekannt bleibt, wahrscheinlich nur noch an sich denkend das Weite suchen, um der strafrechtlichen Verfolgung und damit auch der Gefahr des Entzuges des Führerausweises zu entgehen. Diese Möglichkeit darf nicht bestehen. Der Gesetzgeber muss alles unterdrücken, wa« derartige Folgen nach sich riehen könnte. Die Ausdehnung der Versicherung auf die durch unbekannte Autos verursachten Unfälle würde aber geradezu das Gegenteil bedeuten. Zudem gilt auch hier die Einwendung, dass, wenn dieser Fall in die Versicherung einbezogen werden soll, noch weitere darunter fallen müssten (die Fälle, in denen dem Geschädigten infolge höherer Gewalt usw. der Schaden nicht ersetzt wurde). Aus diesen Gründen erachten wir es als gegeben, die Versicherung auf Strolchenfahrten zu beschränken.» Im weitern wird vorgeschlagen, dass mitfahrende Personen, denen der eigenmächtige Gebrauch des Fahrzeuges bekannt ist keinen Versicherungsanspruch besitzen sollen. Was die Finanzierung der Versicherung anbetrifft so äussert sich der Bundesrat wie folgt: tWaa die Kosten der Versicherung anbelangt, so sind wir der Meinung, dass die Entnahme aus dem Anteil des Bundes am Benzinzoll zu erfolgen hat. Wir folgen damit der Lösung, die wir grundsitslich mit dem Bundesbeschluss über die Benzinzollverteilung akzeptiert haben, indem ia tatsächlich auch hier ein Zusammenhang zwischen den von den Automobilisten aufgebrachten Leistungen und einer zu ihrer Entlastung vorgenommenen und gleichzeitig einer sozialen Idee dienenden Leistung des Bundes besteht. Wenn die Prämie für die Schweizerautos mit durchschnittlich Fr. 2.— (Lastwagen und Motorräder Fr 1. 50; Personenautomobile Fr. 2. 60) eingesetzt und mit einem Zukunftsbestand von zirka 150,000 Motorfahrzeugen gerechnet wird, so beträgt die Prämie für Schweizerautos Fr. 300,000. Dazu kommt die Prämie für die ausländischen Fahrzeuge. Diese macht, wenn wir mit 200,000 ausländischen Automobilen und mit einer — hoch angesetzten — Prämie von 30 Rp. rechnen, einen Betrag von FT. R0.0O0 aus. Durch die Beschränkung der Versicherung auf Strolchenfahrten reduziert sich die Gesamtsumme von Fr. 360,000 um mindestens 20%, d. h. auf ungefähr Fr. 280,000. Die Gesamtbelastung des Bundes für die abzuschliessende Versicherung dürfte jedoch noch geringer sein, da durch diese nur Personen-, nicht aber Sachschäden erfasst werden sollen. Selbstverständlich handelt es sich nur um schätzungsweise Angaben, die jedoch der Entwicklung des Automobilverkehrs einigermassen Rechnung tragen. » Die Automobilistengemeinde wird mit Genugtuung konstatieren, dass der Antrag Klöti in seinen prinzipiellen Erwägungen auch vom Bundesrat übernommen worden ist und der Bundesversammlung zur Annahme empfohlen wird. Die Uebernahme der finanziellen Verpflichtung durch den Bund ist die einzigmögliche Lösung, will man nicht den Automobilisten für Unrecht haftbar machen, für das er keineswegs verantwortlich ist eine Ungeheuerlichkeit, wie sie in der Rechtsgeschichte wohl einzig dagestanden hätte. Die sorgfältigen Berechnungen ergeben auch, dass die Versicherung eine für den Bund sehr wohl tragbare Belastung mit sich bringt die anderseits mit Rücksicht auf die durch Strolchenfahrer Verletzte gerechtfertigt ist, damit diese nicht zur Schädigung und Gefährdung an Leib und Leben auch noch die Kosten der ärztlichen Behandlung und des Lohnausfalles auf sich zu nehmen hätten. ß Strassenfragen Im aargauischen Grossen Rat Anlässlich der Herbstsession des aargauischen Grossen Rates kamen auch verschiedene Strassenfragen zur näheren Behandlung. Wir haben die während der Session ZUT Beantwortung gelangten Interpellationen seinerzeit in unserm Blatte zitiert. Sie beziehen sich alle auf schlechte Strassenverhältnisse im Kanton. So wird der Zustand des vielbegangenen und vielbefahrenen Strassenstückes Aarburg-Rothrist in einer Interpellation kritisiert. Weiter wurde auf die unhaltbaren Verhältnisse der Strasse Oberentfelden-Schöftland hingewiesen; die betroffenen Gemeinden haben auch schon wiederholt Eingaben gemacht. Auch die Wynentalstrasse soll nach Verlangen einer Interpellation verbessert werden; sie stelle mehr ein Steinbett als eine Strasse dar und das Aufschütten von Kies mache die Verhältnisse auf dieser Strassenstrecke nur schlechter. Endlich wird auch der Zustand der* Zurzacherbergstrasse kritisiert deren Korrektion dringend notwendig sei, da die Strasse im Winter ständig vereist wäre, könne sie während einigen Monaten von Automobilen überhaupt nicht benutzt werden. Baudirektor Studier übernahm die Beantwortung der Interpellationen. Er wies darauf hin, dass der Staat so viel wie möglich für die Verbesserung seiner Strassen unternehme, allein es sei ausgeschlossen, alle Projekte miteinander zu verwirklichen. Bezüglich der Interpelation betreffend den Zustand des Strassenstückes Aarburg-Rothrist wies der Referent auf die verschiedenen Meinungen hin,

N° 07 — 1931 AUTOMOBIL-REVUE tlon besser übersehen lasse. Dass die Hindernisse auf diesen Strassen so rasch als möglich beseitigt werden müssen, damit gehe auch die Regierung einig. Die Zurzacherbergstrasse soll vorerst noch nicht ausgebaut werden, da man sich geeinigt habe, zuerst die RheintalstTasse auszubauen und dann die Aarestrasse, die sich jetzt im Bau befindet und mit der neuen Rheinbrücke dem Betriebe übergeben wird. Man könne in einem Bezirk nicht alle Aufgaben auf einmal lösen. Die Interpellanten erklärten sich von den Antworten nur teilweise befriedigt. Weitere Strassenfragen kamen anlässlich der Beratung des Abschnittes Nachtragskredite zur Behandlung. Der Regierungsrat machte in seinem Bericht vom 16. März dieses Jahres dem Qrossen Rat einlässlichere Ausführungen über vermehrte Aufwendungen des Staates für den Strassenunterhalt. Nach diesen Angaben sollen die Beiträge des Staates an den Unterhalt der Ortsverbindungsstrassen erhöht werden. Ferner wurde beantragt, eine Reihe bisheriger Ortverbindungsstrassen zu Landstrassen zu erheben. Der Regierungsrat stellte die folgenden drei Anträge : 1. Von der vom Regierungsrat beschlossenen Neuordnung für die Berechnung der Gemeindebeiträge an die Landsträssen in zustimmendem Sinne Kenntnis zu nehmen. 2. Der Regierungsrat wird ermächtigt, den Gemeinden aus den Automobilgebühren an die Landstrassenbeiträge und für den Unterhalt der Ortsverbindungsstrassen Beiträge auszurichten. 3. Zustimmung zum Dekretsentwurf über die Errichtung neuer LandstrasseiL Die Kommission stellte zu diesen Anträgen noch einige Ergänzungsanträge; so schlug sie vor, dass der Regierungsrat bei der Ausrichtung der Beiträge sich nicht nur an die Innerortsstrecken halten, sondern auch mit den Gebühren darüber hinausgehen solle. Der Beitrag aus den Automobilgebühren soll nach dem Antrag der Kommission von 50 000 auf 100 0000 Fr. ertöht werden. Die höheren Beiträge sollen bereits pro 1931 ausgeschüttet werden. Ferner sollen die Gemeindestrassenwärter künftig vom Staate übernommen werden. Die erwähnten Anträge der Regierung und 8er Kommission wurden nach kurzer Diskussion zum Beschlüsse erhoben. mb. Vor dem Entscheid in der Bertier Bahnhoffrage. Die ausgiebige Diskussion in der Berner Tagespresse über die drei Varianten der Zufahrt von Ölten und Thun in den Berner Hauptbahnhof zeigte allerhand interessante Gesichtspunkte, die einmal mehr darlegen, wie weit auseinander die Ansichten der Fachleute verschiedenster Färbung unter sich und im Verhältnis zu den Meinungen der Laien liegen. Wir freuen uns ob des Eifers, der in den Besprechungen dieser städtischen Tagesfragen waltet Der Automobilist bekundet ans zwei Gesichtspunkten heraus sein Interesse an diesem Brückenbau- und Bahnführungsproblem: Erstens will er wissen, wie die Verkehrsadern der Stadt durch die Bahnführung beeinflusst werden, und zweitens ; versucht er sich ein Bild zu machen, in welcher Weise die Gelder der Steuerzahler durch den Staat verwaltet werden. Wir skizzierten die drei Projekte in Nr. 93 tmd gaben eine Abbildung des Reliefmodelles bei, das in genügendem Masse die drei Projekte auseinanderhielt Die Jüngsten Verhandlungen. Am 24. November fanden nun neue Verhandlungen über die Frage der Bahnhofzufahrt zwischen den Vertretern des bernischen Regierungsrates, des bernischen Gemeinderates und der Generaldirektion der Bundesbahnen statt, in denen die Bundesbahnen auf ihren Beitragsforderungen beharTten. Immerhin zeigte sich bei allen Vertretern der deutliche Wille, bald zu einer Einigung auf eine ProjektvaTiante zu kommen. Der Chef des Eisenbahn- und Strassendepartementes des Kantons Bern, Herr Regierüngsrat Bösiger, referierte über die bernischen Wünsche für den Fall der Verwirklichung der Lorrainehaldelinie. Offenbar muss •zwischen der Stadt und dem Kanton ein Zusammenlegen der Interessen erfolgt sein, das ermöglichte, eine Basis für die Verhandlungen zu schaffen, die vermutlich auf die Durchführung der Lorrainehaldelinie hintendieren. Dieser entschiedene Schritt muss in seiner vollen Bedeutung anerkannt werden. Wie heissen nun die gemeinsamen Vorschläge? «1. Die Stadt Bern übernimmt nur Kosten in der Höhe, wie sie durch den Ausbau der Jetzigen ^Mnle bedingt wären. 2. Sie übernimmt von der -s. B. B. das freiwerdende Terrain der ietziqen Linie zu einer halben Million Franken. 3. Die Abtretung des Terrains auf der SchQtzenmatte soll nach den Regeln der Expropriation geschehen. 4. Die Bern- Zollikofen-Salothurn-Bahn muss in den Hauptbahnhof eingeführt werden, wofür die S. B. B. ein Projekt zu erstellen haben. 5. Durch die S. B. B. soll Innert einem Zeitraum von fünf Jahren auf dem Wyler eine Güter- und Personenstation erstellt werden.» Bei den S.B.B, herrschte bis anhin die Auffassung, die Erstellung der Lorrainehaldelinie und der Bau eines Wylerbahnhofes sei mit Hilfe von Beiträgen der Stadt und der Interessenten zu erstellen. Durch den Verzicht auf die Engehaldelinie ist offenbar das finanziell günstigere Projekt in den Vorzug genormten worden, was wohl die Stadt Bern und den Kanton berechtigt, von den Bundesbahnen entsprechende Leistungen im Interesse der günstigen Entwicklung der Verkehrsverhältnisse der Stadt zu verlangen. Die Vorteile des Lorrainehaldeprojektes. Das Lorrainehaldeprojekt berührt, wie wir in Nr. 93 bemerkt haben, die Strassenverhältnisse am wenigsten. Die jetzige Ueberbrückung der Ausfallstrasse nach Zollikofen Zufolge Stoffandranges kommen wir erst heute dazu, ausführlicher auf die Ergebnisse der letzten Sitzung der Nationalen Sportkommission einzutreten, die um die Mitte des Monats in Zürich stattgefunden hatte. Herr Töndury, Vizepräsident der Kommission, der zusammen mit dem Präsidenten Decrauzat an der Sitzung der Internationalen Sportkommission in Paris teilgenommen hatte, erstattete einen ausführlichen und interessanten Bericht über die Ergebnisse dieser Tagung. Er hatte die Genugtuung, seinen Kollegen mitteilen zu können, wie sehr der Verlauf und das Ergebnis der Internationalen Alpenfahrt 1931 von der obersten internationalen Sportinstanz anerkannt worden war. Das in Paris gespendete Lob galt den beiden Herren Decrauzat und Töndury nicht nur als Vertreter des A. C. S., sondern als hauptsächliche Organisatoren der ganzen Veranstaltung. Es konnten Modelle von den an die siegreichen Fahrer und Teams abzugebenden Preisen vorgezeigt werden. Ebenso stand ein Exemplar wird versetzt, womit die Möglichkeit gegeben ist, die unleidlichen Verhältnisse, die nach Erstellung der Lorrainestrassenbrücke dort entstanden sind, zu korrigieren. Im Wyler, der vorläufig vom Verkehr nicht so stark berührt wird wie das Bollwerk, werden die durchschnittenen Strassen entweder unter- oder dann übergeführt. Niveauübergänge kommen überhaupt nicht in Betracht. Sollten die gemeinsamen Vorschläge, von Stadt und Kanton vertreten, durch die SBB angenommen werden, so würde sehr wahrscheinlich auch die Zollikofen - Solothurn- Bahn von der wichtigen Ausfallstrasse nach Zollikofen entfernt, wenigstens für eine Teilstrecke. Die Entlastung des Bahnhofplatzes und der Bollwerkstrecke durch diese Massnahme wäre sehr zu begrüssen. lt. Sporitiachpiclitett Die Sitzung der Nationalen Sportkommission der in Prägung gegebenen Erinnerungs- Medaille zur Verfügung, die nicht nur allen Konkurrenten und Offiziellen, sondern auch allen übrigen Instanzen, welche sich mit der Alpenfahrt beschäftigt haben, überreicht werden soll. Was die nächstjährige Alpenfahrt anbetrifft, so hat das Zentralkomitee ja bereits im Prinzip entschieden, dass.der A.C.S. durch die Organe der Nationalen Sportkommission an der Durchführung wiederum teilnehme unter der Voraussetzung, dass am Reglement noch einige kleine Aenderungen vorgenommen werden. Für die Internationale Bergmeisterschaft, welche dieses Jahr bekanntlich ausfällt, soll ein Ersatz geschaffen werden, wobei für die Wertung fünf der massgebenden internationalen Bergrennen herangezogen werden, um für die Austragung eines Championat des Alpes die Unterlage zu erhalten. Der Wunsch nach einem Ersatz für die Internationale Bergmeisterschaft war vor allem in schweizerischen Kreisen, mit Rücksicht auf das nächstes Jahr wieder durchzuführende Klausenrennen, laut geworden, da auf diese Weise für die Bedeutung und Beschickung des Rennens bereits wertvolle Vorarbeit geleistet wäre. Erstmals wurde dieser Gedanke in Kreisen der Nationalen Sportkommission formuliert und durch unsere französische Ausgabe übernommen. Wir selbst sind damals auf diese Anregungen noch nicht eingetreten, nicht etwa weil wir dieselben nicht für äusserst glücklich hielten, sondern weil wir an der Möglichkeit einer Durchführung schon für das Jahr 1932 zweifelten. Auf alle Fälle ist es keineswegs das Verdienst einer Zeitung, die Nationale Sportkommission auf diesen Gedanken gebracht zu haben, wenn Ijucn ein ostschweizerisches Blatt sich diesen Nimbus verleihen möchte, weil es den Gedan- AUBURN BUGATTI Bewährte amerikanische u. europäische Wagen, für deren sorgfältigen und fachkundigen Unterhalt unsere Spezialisten sorgen. SERVICE-STATION UND ERSATZTEILLAGER Accessoires BENZIN-ESSO Telephon 44.650/62 GARAGE MÜHLEBACH A.-G. Mühlebach-Holbeinstrasse, Zürich ken für ein Championat des Alpes näher präzisiert hat. Die Nationale Sportkomniission wird beim Zentralkomitee die nötige Kompetenz nachsuchen, um über einen Kredit bis zu 2000 Fr. zu verfügen, sofern es sich darum handeln sollte, diesen Alpenpreis durch die fünf organisierenden nationalen Clubs finanziell zu dotieren. Es wird nämlich vorgesehen, für diesen Preis 10 000 Fr. zur Verfügung zu stellen. Dieser Betrag wäre durch die fünf nationalen Clubs gleichmässlg zu bestreiten. Die Hälfte der Summe würde für die Sieger der Rennwagen-Kategorie und die andere Hälfte für die erfolgreichsten Fahrer der beiden übrigen Wagen-Kategorien reserviert, wobei jeweils dem Ersten die Hälfte ( 10 /»°)i dem Zweitplacierten "l 20 und dem Dritten */2» überwiesen würden. Die Nationale Sportkommission wird sich mit den veranstaltenden Clubs folgender internationaler Rennen in Verbindung setzen: Gaissbergrennen (Oesterreich), Schauinsland (Deutschland), Stelvio (Italien) und Ventoux (Frankreich), um über die Ausgestaltung des beabsichtigten Preises und die genauen Modalitäten, zu beraten. Bezüglich der Schweizerischen Meisterschaft wurden an der Sitzung die Ergebnisse pro 1931 homologiert Das Reglement der Ausschreibung für das kommende Jahr bleibt im grossen ganzen das nämliche. Im Laufe der Rennberichterstattung zur diesjährigen Saison hatten wir verschiedentlich Gelegenheit, auf die Schwierigkeiten aufmerksam zu machen, die sich bei der Einreihung einzelner Wagen in die Tourenwagen-Kategorie ergaben. Die Sportkommission hat nun die Herren Decrauzat und Pierrehumbert beauftragt, die Bestimmung bezüglich der Tourenwagen neu resp. genauer zu fassen, damit der Begriff des Tourenwagens ein für allemal genau und eindeutig abgeklärt wird. Die Aufgabe, welche sich die Nationale Sportkommission damit gestellt hat, ist keine leichte. Der Entschluss ist aber um so begrüssenswerter, als die sich in Zweifelsfällen jeweilen im Schosse der technischen Abnahmekommission ergebenden Diskussionen nicht immer sehr erhebend waren. Anderseits wird damit den wirklichen Amateuren Gewähr geboten, dass sie mit ihren ausgesprochenen Tourenwagen nicht durch die Konkurrenz verkappter Sportoder gar Rennwagen handicapiert werden. Die Versammlung sah sich leider auch ver* anlasst, Sanktionen gegen drei Automobilisten zu ergreifen, welche trotz ausdrücklicher un^ mehrmaliger Warnung durch die Organe des A. C. S. an dem geschlossenen Rennen Locarno-Monti teilnahmen, obwohl dieses durch den A. C. S. nicht anerkannt war. Die drei unbelehrbaren Fahrer werden bis auf weiteres suspendiert und können damit keine Rennlizenz beziehen. Da sowohl die Schweiz als Italien und weitere Länder Fahrer nur dann starten lassen, wenn sie im Besitz einer nationalen Lizenz,sind, so kommt der Sanktion nicht etwa nur theoretische Bedeutung zu. Der nationale Sportkalender soll zu Beginn des Monats Dezember bereinigt werden, da die Anmeldefrist für nationale Rennen erst am 1. Dezember abläuft. Die Sportkommission wird dann in einer nächsten Sitzung den Kalender festlegen und ihn dem Zentralkomitee am Vorabend der Delegiertenversammlung in Langenthai zur Genehmigung unterbreiten. z. Grossef Preis von Deutschland 1932. Der Grosse Preis des Automobil - Clubs von Deutschland für Renn- und Sportwagen, dessen Termin auf den 17. Juli 1932 festgesetzt ist, wird — wie in diesem Jahre — über die grosse Nordschleife des Nürburg - Ringes (22,8 km), und zwar über eine Entfernung von rund 570 km ausgefahren werden. Für die Motoren der zugelassenen Fahrzeuge sind wieder alle einengenden Konstruktionsvorschriften fallen gelassen worden, ebenso ist eine Begrenzung des Hubvolumens nicht vorgesehen. Um der Kleinwagen-Industrie und den Privatfahrern von Wagen mit kleinem Zylinderinhalt Gelegenheit zu geben, sich mit Aussicht auf Erfolg an dem Grossen Preis des A. V. D. zu beteiligen, ist eine Wertungsgruppe bis zu 1500 ccm vorgesehen, die weniger Runden zu fahren hat und für die Sonderpreise in Aussicht genommen sind. Der Grand Prix von Irland für nächstes Jahr abgesagt. Der Kgl. A.C. von Irland gab dieser Tage seinen Entschluss bekannt von der Durchführung des nächstjährigen Grossen Preises abzusehen. Die Mitteilung hat in internationalen Sportkreisen sehr überrascht, erfreute sich doch dieses grosse Rennen seit Jahren einer hervorragenden internationalen Besetzung. Der A.C. musste sich aber trotz der grossen Unterstützung, welche ihm auch von Seiten der Regierung zuteil wird, aus finanziellen Gründen zu diesem Schritt entschliessen. Trotz der beträchtlichen Einnahmen hat der Grosse Preis seit Jahren mit einem Defizit abgeschlossen und sah der Club keine Möglichkeit, noch weitere finanzielle Opfer auf sich zu nehmen. (Weiten Sportnachrichten siehe Seite 5.)