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E_1931_Zeitung_Nr.102

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18 AUTOMOBIL-REVUE

18 AUTOMOBIL-REVUE 1931 — .N*» 102 sehen wir mitunter auch kleinere Stehkragenformen. Die hochstehenden Schalkragen sind dieses Jahr besonders beliebt. DieAermelgarnitur variiert in Streifen unmittelbar hinter dem Ellbogen oder in der grossen Bananenform, auch Patten schräg aufgenäht Wirken sehr kleidsam und schick. Das kleine Hermelinhalspelzchen erfreut sich immer noch grosser Sympathie, desgleichen Marder als zweiteiliges Coliier verarbeitet, überrascht mit vornehmer Wirkuii^. Die Handschuhmode: Für die Strasse bevorzugt man die Zwei-Druckknopfform und den kurzen Schlupfer, der den Manschettenhandschuh verdrängt zu haben scheint. In Stoffhandschuhen bringt man den längeren Strassenschlüpfer mit abgepasstem Futter, das in Manschettenmanier umgeschlagen werden kann. Viel getragen werden die über Mäntel und Kostümärmel zu tragenden Schlupfhandschuhe aus Ziegenleder, die mit neuartiger Steppgarnitur ausgestattet sind. Der faltige, in Keilform geschnittene Schlupfer mit zweifarbig aufgeteiltem Oberteil ist in der Ausarbeitung interessant. Für Ballund Gesellschaftshandschuhe steht der 12- und 16-Knopf-Glacehandschuh, neben Pastellfar- •ben-Braun, besonders Schwarz u.Weiss. Diese Muskatairform ist phantasievoll durch abstechende Blenden und ergibt effektvolle neue Nuancen. Für Tee- und Abendkleid dürfte die halblange Minotform in Glace schon dadurch von Bedeutung sein, dass man sie durchwegs ajouriert, im Muster der Madeirastickerei bringt, und anderseits glatt mit durch Tüll unterlegten grossen Punktmotiven zeigt, die schräg angeordnet sind. Der Rand der Minots ist fast immer in Zacken gestanzt. Material : Glaceleder, Chairleder (Suede) Wildleder, Nappa, Lederimitation, gewirkte und gestrickte Handschuhe, Trikot. Applikationen in neuartiger Zeichnung, Blenden in farblichkontrastierenden Motiven, Biesen und viel Steppereien sind sowohl bei Leder- als auch bei Stoffhandschuhen charakteristisch. Aus dem Schlüpfer für den Strassenanzug fällt die zwei- und dreimal abschattierte Blendeneinfassung auf. Farben: schwarz, weiss, braun und marine, schwarz-weiss, weiss-schwarz, marine, braun- II Winter in den Schweizerbergen Breit und drohend erheben sich die schneo- und oisnmpanzerten Massive der Bliimlisaln und dos Bietschhorns. (Fliegerphoto «Alpar Born».) wenn Sie einen meiner Barometer täglich konsultieren. Rande Barometer, poliert, Fr. 20.- J „ Eichenrahmen Fr. Feldstecher, Jagdglas. Fr.45.- Photogr. Apparate von Fr. 16.- an, Zeiss-lkon, Leica etc. Brillen für Arbeit and Sport Zeiss- Sportbrille mit Blendschutz Fr. 44.- SpeiUUussieli Theodor Das Wetter spielt Ihnen keine Streiche Marktg. 46, Bern beige. Das Material des Herrenhandschuhs ist Nappa (auch gefüttert), Rehleder, Glace, Schweinsleder, Wildleder, Lederimitation, Trikot, Strick- und Wirkware. Der auf ein oder zwei Druckknöpfe gestellte Handschuh steht zum Herbst und Winter an erster Stelle. Dann ist der Riegelhandschuh dem Schlupfer Auto- Karten mit Führern von allen Ländern Europas Preis je Fr. 5.- 14 verschiedene Ausgaben Feldstecher und Photoapparat gehören zu den wenigen Utensilien, die den Autler neben seinem Wagen zu interessieren vermögen. Denken Sie schon jetzt an die Fahrten vom nächsten Sommer! Dann wissen Sie, dass Fernglas und Photo-Apparat unentbehrlich sind. Geschenke von bleibendem Wert! Besuchen Sie uns, wir beraten Sie gern. Optiker BUCHT, Bern, Spitalgasse 18 Kombinationen für verwöhnte Anspräche efer neue t/nc/ebs j'si /7Af m/efessan/ez vernehme* *S/»Msr* Jm Zx'mme* 'ie gÄfi Aos/en/fe/ &osj>eJ& senden BERUFS- UND AUTOMANTEL FÜR DAMEN U. HERREN in erosser Auswahl and nach Maes feinster und solider Ausfertigung t RUDOLF SCHINDLER & CIE. ZÜRICH BERN LAUSANNE Mühlegasse 9 Bollwerk 31 Rue Petit Chene 36 Verlangen Sie kostenlos Verzeichnis «ALL WAS JERN AMERICAN BOSCH Modell 20—BSK Superheterodyne . . . . . fr. 1580.— «VPEX Modell 31—C Fr. 1410.— GULBRANSEN Modell 13—CSK Superheterodvne Fr. 1200.— GULBRANSEN Modell 23—BSK Superheterodyne . . . . . Fr. 1760.— LYRIC Modell PK Fr. 1080.— Verlangen Sie sofort Gratis-Prospekt sowie unverbindliche Vorführung bei Ihrem Händler. — Wo nicht erhältlich, Bezugsquellen • Nachweis durch die General-Vertretung für die Schweiz: ER & Co. A.-G. BERN RADIO-ABTEILUNG

N° 102 - 1931 AUTOMOBIL-REVUE 19 für die kalte Jahreszeit voranzustellen. Der sich zu behaupten wissenden Waschhandschuh — das Ziegenkder ist durch kombinierte Gerbung zum Waschleder umgewandelt — rangiert neben dem aus Doppelwirkware hergestellten Schlupfer unter die Sporthandschuhe, speziell für Autofahrer. Für den Reitsport bringt man zu feinfarbigem Leder braune Innenhandflächen, für den Qolfsport einen Handschuh mit verstärkter Ballenpartie. An Stoffhandschuhen ist der Wechselstich, vielfachen in hellerem Farbton, zu beachten. Farben: dunkles Braun und mittelgraue Töne bei Lederhandschuhen. Bei Stoffhandschuhen: Schokolade, beige und mode. Tendenz: Der Strickhandschuh ist allem Anschein nach wieder zum Favoriten geworden. Aus praktischer Erwägung herausbringt man zum Winter blaue Strickhandschuhe für den Ski- und Trainingsanzug mit weiten, innen gerauhten Manschetten. Neu sind ferner Fäustlinge in bunter nordischer Dessinierung. Die gewalkten Handschuhe haben Jacquardstulpen, Flausch- oder Angoramanschetten. cb. Weihnachtsgrass an den verlorenen Sohn Von Dorothea Hollatz. Es hing eine grüne Lampe tief über den Tisch, auf dem das Schiff lag, aus Baumrinde geschnitzt, mit Bug und Heck, mit drei Masten und einem Steuer, mit Kiel und Rettungsbooten. Neben dem Schiff lagen die Hände des Grossvaters; er selbst hatte sich ins Dunkel zurückgelehnt. Die Hände waren erdfarben und verwittert wie die Borke, die sie verarbeitet hatten. — «Und was machst du nun mit dem Schiff?» fragte der kleine Junge. — «Du wirst es sehen,» sagte der Grossvater. «Morgen, am Weihnachtstag, um 4 Uhr, kannst du mit mir kommen.» — «Willst du es schwimmen lassen? Jetzt im Winter?» — «Ja, mein Kind.» — «Werden die beiden Matrosen mitfahren?» forschte der kleine Junge und drehte zwei Holzpuppen in der Hand, auf deren Leib der Grossvater blaue Anzüge mit viereckigen Kragen gemalt hatte. — «Gewiss. Sie müssen steuern.» — «Aber sie werden frieren, Grossvater. Denk' doch, am Weihnachtstag, wo alles so warm und gemütlich beisammen sitzt, wo es Aepfel gibt und Nüsse und Lebkuchen, da sollen sie auf dem kalten Wasser fahren!» — «Ein Matrose friert nie!» — «Wirst du die Fahne aufziehen, Grossvater? Wirst du die Segel hissen?» — «Warf es doch ab, Kind. Morgen wirst du ia alles sehen.» Morgen, morgen! Wie sollte der kleine Junge denn schlafen in dieser Nacht! Das Schiff war fertig und morgen sollte es davonsegeln. Hinaus in die Welt! Aus der engen Stube in die Unendlichkeit! Die Nacht wurde dem kleinen Jungen fast unerträglich. Dem Grossvater jedoch war sie nicht lang genug. Er nahm einen Bogen Papier und einen Federhalter und schrieb und schrieb. Es wurde ihm schwer, denn er hatte lange nichts mehr geschrieben, aber allmählich ging es besser, und als das Schriftstück fertig war, hatte es ein sehr sauberes Gesicht. Der Grossvater rollte das Papier zusammen, klemmte es in eine Blechhülle und bastelte am Schiff, bis sich die Hülle gut zwischen den Masten befestigen Hess. Als am nächsten Tag die Stunde gekommen war, konnte der kleine Junge seine Ungeduld nicht mehr bezähmen; sie brannte wie Feuer in seinem erwartungsvollen Herzen. «Wann, Grossvater, wann lassen wir das Schiff schwimmen?» — «So komm, wir wollen gehen.» — Der Grossvater trug das Schiff in der einen Hand und an der anderen hielt er Eisblumen auf dem St. Moritzer-See den kleinen Jungen. Es war dämmrig, die Laternen brannten, und durch die Fenster sah man schon Weihnachtsbäume. — «Gehen wir den Feldweg? Da kürzen wir viel ab und kommen schneller ans Ufer.» — Der Grossvater nickte. Er sah ernst und feierlich aus, als ginge er in die Kirche. — «Hat das Schiff kein Licht? Es wird schon dunkel.» — Doch der Grossvater hatte an alles gedacht; es war auch Licht in dem Borkenschiffchen. Der kleine Junge wagte nichts mehr zu Sagen; beklommen und voll zitternder Erregung stapfte er neben dem Grossvater einher. — «Kennst du Onkel Heinrich noch?» fragte der Grossvater. — «Nein,» sagte der Junge, denn er konnte sich nicht entsinnen, je von einem Onkel Heinrich gehört zu haben. «Der Heinrich,» sagte der Grossvater mehr zu sich als zu dem Knaben, «der kommt wieder! Mein Jüngster! Wildes Blut hat er gehabt, die Heimat ist ihm zu eng gewesen, er hat sich losgerissen und ist fortgestürmt, der Wilde, ist ausgeflogen vor Tau und Tag. Möcht' ihn wiedersehen, den Jungen, möcht' ihn so gern wiedersehen.» — Der kleine Knabe verstand nur wenig, denn der Wind sang in bangen Tönen und von weitem orgelte Etsblumen •HriKtjft* fi-3HEfflaiüs s K*:-M£: t w Wünsche treffen 0 heTssT die hreude stetem! (Photo Alb. Steiner, St. Moritz) das schneetrübe Wasser. Der schwarze Acker bog sich unter ihren Tritten, der Wiesenweg seufzte und unten trieb der grosse Fluss seine bleidunklen Wellen. Der kleine Junge befeuchtete seine Finger und hielt sie prüfend in die Höhe. «Wir haben Südwind, Grossvater, das ist das beste für unter Schiff.» — Aber der Grossvater hörte nicht. Er starrte ins Wasser, so unbeweglich, dass dem Kleinen die Furcht ans Herz schlich. «Grossvater?» — Ja, gleich, mein Kind.» — Sie legten Steinblöcke aneinander, dass eine kleine Mole entstand. Dann entzündete der Grossvater das Licht an der mittleren Mastspitze und wog das Schiff abschiednehmend in der Hand. «Da drinnen, in der Blechhülle, ist ein Brief an Onkel Heinrich. Brauchst ihn nicht zu lesen, bist noch zu jung dazu. Später einmal, wenn es dich packt und du in die Welt hinausschwimmen willst, dann werd' ich dir sagen, was drin gestanden hat.» — «Sitzt er auch fest, Grossvater? Denk' doch an die Stürme über dem Ozean.» — «Er ist fest eingeklemmt.» — Und nun kam der Augenblick, da dem kleinen Jungen das Herz fast stillstand vor Andacht und Erwartung: Der Grossvater beugte sich vor und gab den Wellen das herrliche Geschenk, legte gläubig auf die einsamen Wogen des Flusses das kleine Borkenschiffchen. Dabei betete er in sich hinein: «Gleite, liebes Schiff, den Strom entlang, hinaus ins grosse Meer. Eile dich, dass du noch weit kommst an diesem Tag. Stosse dich nicht an den Riffen, hüte dich vor den Sandblöcken. Sei ein kluges, ein tapferes Schiffchen! Lebt wohl, ihr beiden Matrosen! Steuert gut und sicher und grüsst das Meer. Träumt nicht, ihr nordischen Seelen, sondern handelt. Und wenn der gewaltige Sturm kommt, klammert euch an die Masten und gebt acht, dass das Licht nicht ausgeht.» Indes begannen die Wellen das Schiffchen zu schaukeln und weiterzutragen, und der Junge presste die Ellbogen an den fröstelnden Leib vor übermenschlichem Glück. Es eilte schnell dahin; das Licht schrumpfte zu einem Punkt, einem winzigen Schimmer. 0 wie schnell! Es tanzte mutig auf dem dunklen Strom, weiter, weiter; ein zitterndes Lächeln in dem ernsten Antlitz ä*er Natur, ein flimmernder Stern in dem tiefen Dunkel der Weihnacht. Schwamm es bis Sonnenaufgang? Brachen die zierlichen Mäste an einem Fels? Trug der grosse Strom die holde Last behutsam bis an die Grenze des Meeres, legte das Meer die WÄHLEN SIE fremde Bürde gütig in die Arme des Ozeans? Wer fand das Schiffchen und wo ward es gefunden? Wer entfaltete den Brief, der in der Blechröhre zwischen den Masten vor Wetter und Unbill geschützt lag? Welcher Sohn fing den inbrünstigen Ruf eines Vaters auf? Lieber Sohn! Hast du das Borkenschiffchen erkannt? Als du klein warst, habe ich dir ein ähnliches geschnitzt. Hast du das kleine Licht gesehen? Du, mein lieber Sohn in der Fremde, komm zurück! Kehr zurück, zu deiner Heimat. Ihre Arme sind mild und stark zugleich, und ihr Herz ist warm wie Herdfeuer. Du, mein wilder, mein liebster Sohn, ist dein Blut so zornig^und heiss? Komm' nach Hause! Ich weiss, dass du kommen wirst; bring' auch das Borkenschiffchen mit und die beiden Matrosen. Ich will sie lieben, weil sie so klug und tapfer durch Winter und Dunkelheit den Weg zu dir fanden. Und weil sie den Weihnachtsabend unter dem Tannenbaum opferten, um dich zurückzuholen zu deinem Vater... Bunte Chronik Reminiszenzen an Arthur Schnitzler. Gegen Ende des ersten Jahrzehnts dieses Jahrhunderts kam an manchen recht bedeutenden Bühnen die Mode auf, durch rabenschwarze Nacht auf der Bühne Stimmung zu erzeugen. Zu jener Zeit brachte das Wiener Burgtheater die Uraufführung von Schnitzlers « Der einsame Weg ». Der Dichter sass bei der Generalprobe im Parkett und der damalige Intendant der Burg, Baron Berger, fragte ihn : « Nun, wie gefällt es Ihnen, Herr Doktor ? » — « Ich weiss nicht», lautete Schnitzlers Antwort, « man sieht ia sein eigenes Wort nicht.» Schnitzler und Hugo von Hofmannsthal wollten sich vor etlichen Jahren bei den Salzburger Mozart-Festspielen treffen und Schnitzler, der früher nach Salzburg kam, sollte die Eintrittskarten besorgen. Er tat also und drahtete an Hofmannstahl -. « Sitze besorgt Hotel Römischer Kaiser. Schnitzler. » Schon nach wenigen Stunden traf ein Telegramm Hofmannsthals ein des Wortlauts : Warum sitzest besorgt Römischer Kaiser ? Hofmannsthal. » Der Teufel fährt Auto, Einen köstlichen Scherz erlaubte sich der bekannte französische Humorist Charles Richepin in Paris. Er stieg in einen Taxi ein und wies den Chauffeur an, ihn nach dem Gasthof « Zur Sonne» zu fahren. Auf der Fahrt sprang der Spassmacher unbemerkt aus dem Automobil heraus und versteckte sich in einem Hausgang. Der Chauffeur hielt vor dem Gasthof, bemerkte, dass sein Fahrgast verschwunden war und machte sich wieder auf die Heimfahrt. Auf diesen Augenblick hatte Richepin gewartet. Aus der Dunkelheit sprang er auf das Auto zu und gelangte wieder unbemerkt hinein. Als der Chauffeur an seinen Halteplatz angelangt war, sah er zu seinem masslosen Schrecken den verschwundenen Fahrgast wieder im Auto. Er war um nichts in der Welt zu bewegen, Geld anzunehmen. « Lieber Teufel •», sagte er mit klappernden Zähnen, «behalte dein Geld und lass mich in Frieden.» Und Richepin hatte gar nichts dagegen einzuwenden... Nur Verheiratete dürfen Autos lenken. In Stambul hat der Stadtrat beschlossen, Autoführerscheine nur noch an verheiratete Leute über 25 Jahre zu geben, weil statistisch festgestellt worden sein soll, dass die meisten Unfälle von Unverheirateten verursacht werden. ' ^M^~ GOLDSCHMIED ZURICH 1 25 Jahre am Weinplatz Das Vertrauenshaus für Brillant- Gold- und Silberwaren Eigene Werkstätte Fachmännische Bedienung