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E_1931_Zeitung_Nr.102

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für jedes Vehikel ohne

für jedes Vehikel ohne Ausnahme ergeben haben. Wenn schon die Haftpflicht an den Fahrer bedeutend höhere Anforderungen stellt als bis anhin, so muss das Gesetz ihm auch eine Mindestgewähr bieten, dass ihm nicht aus Unterlassungssünden, welche das Parlament begangen hat, ein Strick gedreht werden kann. Dabei übersehen gerade die bäuerlichen Vertreter in den Räten, dass sie mit dieser für die Fuhrwerke erreichten Sonderstellung ihren Leuten einen recht schlechten Dienst erwiesen haben, weil die Vermeidung von Kollisionen sicher ebensosehr in deren Interesse liegt und selbst eine reiche Versicherungsentschädigung eingebüsste Glieder oder Gesundheit doch niemals ersetzen kann. In das nämliche Kapitel gehört auch die Minderung der Anforderungen an den Fussgänger, der nicht verpflichtet ist, auch den Zeichen der Fahrzeugführer Beachtung zu schenken. Einzig auf die Verkehrspolizei hat er zu achten. Als ob an jeder Ecke und Strassenkreuzung im ganzen Schweizerland ein Verkehrspolizist postiert wäre! Die überaus knappen Bestände an Polizeimannschaft in sämtlichen Städten bedingt, dass zahlreiche für den Verkehr nicht unwichtige und für die Benutzer nicht ungefährliche Oertlichkeiten ohne Aufsicht durch Verkehrspolizei bleiben müssen. Soll aber an diesen Stellen der Verkehr sich einigermassen geregelt und sicher abwickeln, dann sind Fussgänger und Motorfahrzeugführer auf gegenseitige .Rücksichtnahme und Aufmerksamkeit angewiesen. Nun ist der Schuss draussen! Zuerst eröffnet Bundesrat Musy den Feldzug mit der Ankündigung, er müsse zur Ausbalancierung seines Haushaltes (und zur Bekämpfung der Eisenbahnkonkurrenz) den Benzinzoll erhöhen. Dann geht Ständerat Klöti zur Attake über und möchte den Mehrerlös aus dem Benzinzoll den Bundesbahnen zum Ausgleich ihrer Finanzen zuhalten. Anlässlich der Behandlung der Bundesbahnen im Ständerat hat Dr. Klöti ein Postulat eingereicht, das den Bundesrat einlädt, Bericht darüber zu erstatten, ob nicht zum teilweisen Ausgleich des durch die Automobilkonkurrenz .entstandenen Einnahmenausfalles der künftige Mehrertrag des Benzinzolles den Bundesbahnen zuzuweisen sei. Dabei würde es sich um die Erträgnisse handeln, die über die 35 Mill. Fr. hinaus eingehen würden, Mit der durch die Räte geschaffenen einseitigen Belastung der Automobilisten" sind diese nicht nur stark benachteiligt, sondern auch die Gefährdung für Fussgänger ist eine weitaus grössere. Auch hier hat die Kurzsichtigkeit vieler Ratsmitglieder der Bevölkerung einen sehr zweifelhaften Dienst erwiesen. Die in Artikel 36 stipulierte Haftung für fremdes Verschulden und die den Gerichtsstand regelnden Bestimmungen bleiben als bedenkliche Schwächen des Entwurfes bestehen. Es ist daher mehr als begreiflich, wenn die schweizerische Strassenverkehrsliga in einer neuen Mitteilung erklärt, « es seien auch nach der neuen nationalrätlichen Intervention Unvollkommenheiten im Entwurf stehen geblieben, die es den Strassenverkehrsinteressenten schwer machen, dem Gesetz zuzustimmen». Es bleibt nun die Haltung des Ständerates abzuwarten, der neuerdings das Wort hat. In seiner Hand liegt das Schicksal des Entwurfes. Sollte er sich der in der jetzigen Session bezogenen Stellungnahme des Nationalrates nicht anschliessen können und die Position der Automobilisten nach seinen ursprünglichen Absichten verschlechtern, dann wird aller Einfluss und alle Autorität auch vom Vater des Gesetzes nicht mehr helfen und der « verlorene Sohn», dem jetzt noch Gelegenheit geboten ist, in das Vaterhaus zunickzukehren, wird schmählich untergehen. Dies möge im allseitigen Interesse doch vermieden werden ! b. Eine Allianz gegen das Automobil Das Postulat Klöti. welche als Mindestertrag für kommende Jahre betrachtet werden. Vpn Herrn Klöti hätte man eigentlich nach seiner bisherigen Haltung in der Beratung des Verkehrsgesetzes einen derart absonderlichen Vorschlag am wenigsten erwartet. Er hat ja freilich schon mit seinem nunmehr zum Beschluss erhobenen Antrag, wonach die Versicherung gegen Unfälle bei Strolchenfahrten aus den Erträgnissen des Benzinzolles zu decken seien, erstmals mit Erfolg mit einem Bruchteil der Benzinmillionen jongliert. Nun freilich möchte er den Akt ausbauen und zu einem gefährlichen Experiment werden lassen. Man kann sich bei genauer Beachtung der bisherigen Entwicklung in diesem Feldzug gegen Automobil und Benzinzoll des Eindrucks nicht erwehren, dass es sich dabei nicht etwa um mehrere rein zufällige Einzelaktionen, sondern um einen fein eingefädelten Generalangriff handle. Zuerst taucht Bundesrat Musy auf und fordert mittelst Zollerhöhung grössere Einnahmen aus dem Benzinimport. Dann folgt Herr Dr. Klöti und hat gleich das Rezept in der Hand, wie diese Mehrerträgnisse am besten verwendet werden könnten, und schliesslich folgt noch Herr Bundesrat Pilet, der erklärt, dass das Baukonto der S.B.B, zwar wirklich überlastet sei, dass aber die Arbeiten im Interesse der Beschäftigung der Industrie vergeben worden seien und der Bund eventuell die Bahn aus diesem' Grunde unterstützen * müsse. SoJi diese Unterstützung vielleicht auch mittelst der Benzinmillionen erfolgen? Dann wäre ja der Kuchen unter den Eisenbahnprotektoren bald verteilt. Der Antrag Klöti ist für unser Land zwar neu, an und für sich aber nicht originell. Schon die französischen Staatsbahnen, welche mit einem geradezu erdrückenden Defizit belastet sind, verlangten eine Staatshilfe, welche teilweise durch die Automobilsteuer hätte finanziert werden sollen. Aus der Sache ist freilich nichts geworden. Nun wird der «Schlager» in die Schweiz importiert. Es würde dies gar nichts anderes bedeuten, als die Motorfahrzeugführer mit einer Sondersteuer zu belegen, zur Strafe, dass sie nicht die Eisenbahn benützen! Aus welchen Titeln der Staat sich bemüssigt fühlt, die Verkehrsmittel vorzuschreiben und die mit seinen Massnahmen zu erreichen, welche sich nicht daran halten, wird auch Herr Dr. Klöti uns bewegung. «Ausser dem etwas übertriebenen Ungartum, das man in Kauf nehmen muss, ist es...» Ein energisches Kopfschütteln unterbrach meine Rede. »Nein, nein!» stiess er heftig heraus. «Man darf doch sicherlich nicht alle in einen Topf werfen. Ein Grossteil ihrer hohen Herren ist ja so, leider! Aber es ist ein edles Volk, ein Herrenvolk, das sich seinen Platz an der Sonne mit der Klugheit des Kopfes und der Härte der Faust erkämpfte.» Mit langen Schritten ging der Oberst während meiner Betrachtungen im Zimmer auf und ab. «Mag sein,» brummte er zu mir herüber. «Aber wenn es unter ihnen einen gibt, der alle angeborenen Fehler seiner Herrenrasse als Fluch herumträgt, so ist es der Gyuri, bäcsi.» «Bis auf das Laster seines Nichtstuns bemerkte ich nichts an ihm, was...» «Wie lange kennst du ihn,» knurrte er dazwischen. «Wie lange?» Aus dem Halbdunkel des Zimmers war der Oberst hart an mich herangetreten, unter den finster zusammengezogenen, buschigen Augenbrauen sahen mich seine grauen Augen fast drohend an. «Ich kenne die Geschichte seines Lebens besser wie du. Von wo hat er noch etwas zu erhoffen? Unaufhaltsam gleitet er auf der schiefen Bahn abwärts. Wie lange kann es noch dauern? Ein Jahr... zwei Jahre... vielleicht morgen, ganz wie es sein Glück am Spieltisch oder die Unehrlichkeit seines Verwalters will. Wie ich dir es schon sagte — er weiss nur, was er einst besass, aber nicht, was er besitzt. Aber noch eines weiss er,» ich sah, wie sich die Fäuste des alten Soldaten krampfhaft ballten, «wo er schönen Weibern nachgehen kann, wahrscheinlich um in den Armen der Seligkeit eines Tages in die Tiefe zu sausen.» Tief aufatmend hielt er inne. «Mit einem Wort, mein Sohn, hänge dich nicht an ihn, du und niemand. Und wenn jemals etwas dein Herz bedrückt,» er legte mir liebevoll die Hand auf die Schulter, «dann komme zu deinem alten Oberst. Mein Herz und mein Haus stehen dir offen.» Eine lange Pause des Stillschweigens lag zwischen uns. Durch das im Abenddunkel versunkene Zimmer wandelte der alte Herr, die Hände auf dem Rücken, auf und ab. Was ging zwischen diesen beiden Männern vor? Ich hatte mich erhoben, ich sah, es war für mich das beste, zu gehen. «Ich will dich nicht aufhalten,» wandte er sich noch immer mit nachdenklicher Miene zu mir, «um so mehr, als ich den Aladär erwarte, damit unserer musikalische Geheimsitzung beginnt. Wir wollen die kommende Woche die Erzsäbet überraschen. Und wenn du zu Tolnays kommst, dann grüsse sie von mir und auch ihren Mann, und sage ihr, ich freue mich schon heute auf den Tag, an dem ich sie wieder bei mir sehe und sie mir Sonnenschein ins Haus bringt.» Arm in Arm AUTOMOBIL-REVUE 1931 - N" 102 nicht auseinandersetzen können. Dagegen wissen wir, dass es die Vertreter der Eisenbahninteressen im Rate (und als Mitglied des Verwaltungsrates der S. B. B. wird man ihn wohl als solchen ansprechen müssen) bei der Beratung des Verkehrsgesetzes darauf abgesehen hatten, das Automobil so viel wie möglich gegenüber den Bahnen zu benachteiligen und in seiner Aktions- und Bewegungsfreiheit einzuschränken. Herr Bratschi, der Apostel der Eisenbahner, ist dafür ein leuchtendes Beispiel. Herr Dr. Klöti scheint nun seinen Eisenbahninteressen ebenfalls noch ein Zeichen der Zuneigung schuldig zu sein und beglückt uns mit seinem Postulat. Stellt man sich dessen Auswirkung in der Praxis vor, so wird man gleich erkennen, dass es ad absufdum führt. Das Automobil soll einerseits stärker belastet und die sich daraus ergebenden Einnahmen der Bahn überwiesen werden. Warum? Um die Konkurrenzierung der Bahn durch das Auto einzuschränken und die erstere für diesen Wettbewerb, der teilweise zu ihren Ungunsten ausfällt, zu entschädigen. Weil also eine Partei in einem wirtschaftlichen Bewerb sich als die schwächere ausweist, wird die erfolgreichere dadurch in ihrer Entwicklung gehemmt, dass sie zur Unterstützung des weniger erfolgreichen oder unterliegenden Gegenspielers herangezogen wird! Die Fabriken X werden zur Deckung des Defizits bei den Werken Y herangezogen, da es sich ergeben hat, dass wegen besserer Bedienung der Kunden durch X der Absatz bei Y nachgelassen und deren Profit entsprechend zurückgegangen ist. Also, so schliesst der in Wirtschaftssachen so weise Staat, ist nichts so sehr gerechtfertigt, als dass X der Gruppe Y finanziell hilft! Es ist bemerkenswert, wie aisgemach der Appetit nach den Benzinmillionen sich regt und geltend macht. Die Finanzierung der Versicherung gegen Strolchenfahrten gab das Signal dazu. Wir haben schon damals, als der Vorschlag bekannt wurde, darauf hingewiesen, dass die zahlenden Motorfahrzeugführer noch weit bessere Verwendungen für diese Einnahmen wüssten und dass diese Lösung nur deshalb angenommen werden könne, um die Ungerechtigkeit zu vermeiden, dass die Automobilisten für ein Unrecht verantwortlich sein sollen, das sie nicht verübt haben. Wenn Herr Klöti beispielsweise den Vorschlag gemacht hätte, dass zur Arbeitsbeschaffung und zur bessern Sicherung des Verkehrs einige der gefährlichsten Nifaaujiibergänge mit Subvention aus den Benzinmillionen beseitigt würden, dann hätte man sich mit dem Antrag befreunden können, ,weiJ er nicht einseitigen Interessen dient, niemand wirtschaftlich schädigt und für Eisenbahn und Auto gleicherweise nützlich gewesen wäre. Es wird sich aber niemals eine Mehrheit im Volke finden lassen, welche eine derartige wirtschaftliche Vergewaltigung schon we?en ihren Konsequenzen als Präiudi7,fal] srutheissen könnte, wie sie nun gegenüber dem Automobil voreesehen ist und wozu sich eine Pegie mit tüchtiaren Kräften gefunden hat. deren wahre Absichten auch die freundlichste Szenerie nicht zu vertuschen vermag. Es ist eine Allianz geeen das Automobil, der es reoMzeitie und mit aller Energie enteesrenrutreten gilt. Sie ist um so bprlenkliVher als sie die gesnannten wirtschaftlichen Verhältnisse nur noch mehr erscW^rf «nd Vomniiziert anstatt. rTass st>Ti die Kräfte für eine F.ntsmannwne finden. B- führte er mich zur Tür. «Und sobald mir etwas Zeit bleibt, sattle ich meinen «Andante con moto» und reite zu dir hinüber. Der «Andante con moto» ist nämlich mein Lieblingsschlachtross. Ausgedienter Tramwayvollblüter, aber für meine alten Knochen gerade der richtige. Dann wollen wir...» Draussen wurden Stimmen laut; mit einem hastigen Ruck wurde die Tür aufgerissen, und der Gyuri bäcsi stand im Zimmer. Einen Augenblick blieb der Vizegespan an der Tür stehen und verbeugte sich leicht vor denv Oberst, der den Eintretenden mit erstaunter Miene anstarrte. Mit einem leichten Lächeln trat der Vizegespan auf ihn zu und reichte ihm wortlos die Hand hin, die dieser langsam und zögernd ergriff. Dann erst wandte sich der Vizegespan zu mir und nickte mir zu. Schweigend blickten sich die beiden Männer an. Ich sah, ich war überflüssig. Ich fuhr erschreckt zusammen. Jan Szivak neben mir war aufgestanden und wies, mit der Hand die Augen beschattend, in die Ferne. Jetzt erst kam ich zu mir. Ich lag in der Gluthitze des Hühnerschiessens in dem kleinen Schattenkreis eines Weidenbusches, und neben mir stand Jan Szivak. Ich hatte geträumt. Mühselig erhob ich mich und blickte in das grelle, blendende Licht der untergehenden Sonne, in dem Mückenschwärme tanzten, aber, wie sehr ich meine Augen auch anstrengte, ich konnte nichts vernehmen. Nur ein kleines Staubwölken schien zwischen den Bäumen der fernen Akazienallee aufzutauchen, aber in dem flimmernden, zitternden Sonnenglanz vermochte ich nichts zu unterscheiden. «Was gibt's?» Unser Aussenhandel Im November. 5,17 Millionen Umsatz in Motorfahrzeugen im November 1931 gegenüber 4,76 Millionen im November 1930. Die Einfuhr im vergangenen Monat beläuft sich auf 723 Stück (602 Stück im November 1930), 792 047 kg (723177), zu einem Wert von 3 475 769 Fr. (3 547 240). Wir können aus der Tatsache, dass sich die Stückzahl der Einfuhr um 121 und das Gewicht um 68 870 kg vermehrt, der Wert der eingeführten Motorfahrzeuge sich aber um 71471 Fr. gesenkt hat, auf eine bemerkenswerte Preisreduktion schliessen. Die neun bekannten Zoll-Kategorien des Motorfahrzeug - Aussenhandels nehmen wie folgt an der Einfuhr teil: Motorzwei- und -dreiräder ohne Lederüberzug: 160 §tück (90), 26 064 kg (18 464), 206334 Fr. (146 181). — Motorzwei- und dreiräder mit Lederüberzug: 5 Stück (2), 1834 kg (825), 11 726 Fr. (5838). — Automobile und Chassis im Stückgewicht unter 800 kg: 44 Stück (50), 32 317 kg (36 313), 151327 Fr. (194 852 Fr.). — Automobile und Chassis im Stückgewicht zwischen 800 und 1200 kg: 250 Stück (233), 279 008 kg (259 119), 954 515 Franken (986 897). — Automobile und Chassis im Stückgewicht zwischen 1200 und 1600 kg: 218 Stück (172), 309 790 kg (249 742), 1 309 45G Franken (1 214 866). — Automobile und Chassis im Stückgewicht über 1600 kg: 41 Stück (45), 133 886 kg (143 241), 799 974 Franken (936 757 Fr.). — Karosserien aller Art für Automobile: 1344 kg (950), 6354 Fr. (5576); — Elektrokarren: 0 Stück (1), 0 kg (11490), 0 Fr. (10 362). — Traktoren ohne Karosserie: 5 Stück (9), 7804 kg (13374), 36 089 Fr. (45 911 Fr.). Die eingeführten Motorfahrzeuge verteilen sich auf folgende Herkunftsstaaten: 290 (252) Automobile und Chassis aus den Vereinigten Staaten von Amerika, 121 ,(81) aus Frankreich, 88 (64) aus Deutschland, 46 (87) aus Italien, 4 (6) aus Grossbritannien, 3 (2) aus Oesterreich und 1 (8) aus Belgien. Die Gesamtzahl der eingeführten Motorfahrzeuge beträgt 553 (500). Die Ausfuhr unserer Motorfahrzeugindustrie stellt sich auf 38 (20) Fahrzeuge, in einem Wert von 1 700 450 Fr. (1 215 295). Die Mehrausfuhr beziffert sich demnach auf 18 Stück oder 485 155 Franken. Verteilt man diese Totalzahlen auf die bekannten Zoll-Kategorien, so ergibt sich das nachstehende Bild: Motorzwei-und-dreiräder ohne Lederüberzug: 2 Stück (10), 4943 kg (19 015), 52 053 Fr. (169892). — Automobile und Chassis im Stückgewicht unter 800 kg, sowie Anlasser und Apparate für die elektrische Beleuchtung: 11161 kg (14 707), 121120 Fr. (161377). — Automobile und Chassis im Stückgewicht über 1600 kg: 36 Stück (10), 161 404 kg (106835), 1 437 257 Fr. (882141 Fr.). — Karosserien aller Art für Automobile: 0 kg (124), 0 Fr. (1885). — Traktoren ohne Karosserie: 5149 kg (0), 90 020 Fr. (0 Fr.). Wir werden in einer der nächsten Nummern auf die weitern Details der Aussenhandels- Ergebnisse des Monats November zurückkommen. Jt.,r Aber die Falkenaugen meines Slowaken sahen weiter. «Der Gyuri bäcsi.» 4. Das Staubwölkchen wurde grösser und grösser... die kleine Silhouette eines Reiters wurde sichtbar... und nun erkannte auch ich ihn... der Reiter schwenkte seinen Gaul herum und trabte über die Felder auf mich zu. Schon von weitem winkte er mit dem Reitstock. Zwei Schritte vor mir riss er seinen Gaul herum, dass die Ackerschollen stoben, und streckte mir die Hand hin. «Servus, amice.» Er zog die Beine aus den Bügeln und Hess sie schlaff herabhängen, nahm den steifen schwarzen Hut ab und fuhr sich mit dem Taschentuch über den nassen Kahlschädel. «Was sagst du über die Schweinehitze? Aber gut für Hühnerschiessen. Wie viele?» «Vierzehn, Gyuri bäcsi.» «No, was hast du dir gedacht, wie ich gestern abend zwischen dir und dem alten Dickschädel ins Zimmer platzte?» Der Vizegespan lachte über das ganze Gesicht. «Hast du dir ihn angeschaut? Wie eine Katze, wenn es donnert.» «Und warum, Gyuri bäcsi, warum?» fragte ich neugierig dazwischen. Die lachende Miene des Vizegespans versteinerte. «Warum? Das kann ich dir schwer erklären! Na! Reden wir von etwas anderem.» «Gyuri bäcsi,» lenkte ich das Gespräch in eine andere Richtung, «wie ging es in Budapest?» (Fortsetzung folgt.)

Verkehrserleichterungen an der schweizerisch-französischen Grenze. Aufhebung der provisorischen Visa. Wie bekannt ist, hat im Frühjahr dieses Jahres die französische Generalzolldirektion versuchsweise Erleichterungen in den Visaformahtäten vorgenommen, die darauf hintendieren sollten, den Grenzvermerk eventuell gänzlich aufzuheben. Die französische Handelskammer für die Schweiz ist dann bei der Zollverwaltung vorstellig geworden mit dem Ersuchen, diese Massnahmen zu verallgemeinern und zu befestigen. Die Generalzolldirektion hat nach Prüfung der Sachlage und nach den gemachten Er fahrungen anerkannt, dass die Aufhebung des Visas gerechtfertigt sei für Personen der Nachbarschaft, den Zollbehörden in gutem Sinne bekannt. Für solche Grenzpassanten haben die Massnahmen Anwendung auf Grenzscheine und Identitätsurkunden einerseits, auf Triptyks, Kautionsquittungen und Hinterlage-Bestätigungen anderseits. Die versuchsweise Anwendung dieser Visums-Freiheit hat sichtliche Vorteile erbracht, nicht nur dem Touristen, sondern auch der Zollverwaltung (Vereinfachung von Grenzverkehr und Grenzdienst), so dass nunmehr letztere den Entschluss gefasst hat, die Neuerung vom 1. Januar 1932 weg als definitiv zu betrachten. So können auch zukünftig bei den französischen Zollämtern gut beleumdete, aus der schweizerischen Nachbarschaft zu vorübergehendem Aufenthalt nach Frankreich einreisende Automobilisten die französische Grenze ohne Zollvisa befahren. Sie sind als Träger eines Triptyks, einer Kautionsurkunde, oder einer Hinterlagebescheinigung auf einer Liste vermerkt, die für jedes Bureau erstellt wird. Die Einfuhrdokumente für vorübergehenden Aufenthalt tragen die Anmerkung: « Personne connue du Service ». Der Grenzfibertritt kann bei jedem beliebigen Bureau geschehen, mit Ausnahme des ersten Ein- und letzten Austritts, der im Bureau zu erfolgen hat, in dem der Passant persönlich bekannt ist. Die französische Handelskammer erteilt an Interessenten jegliche weiteren Auskünfte. Jlu 102 — 1931 AUTOMOBIL-REVUfc 3 >n Kan4«»n«»n Zulassung der quadratischen Kontrollschilder im Kanton Schaifhausen. Die Polizeidirektion des Kantons Schaffhausen hat auf Antrag des Automobilexperten verfügt, dass die kantonale Motorfahrzeugkontrolle in Zukunft auch quadratische Rückschilder abgeben könne. Sie begründet diesen Entschluss wie folgt: « Wir haben festgestellt, dass das Automobilkonkordat keine Bestimmungen über die Dimensionen der Kontrollschilder von Motorfahrzeugen enthält; dass in Deutschland und Frankreich für das auf der Rückseite eines Motorwagens anzubringende Kennzeichen sowohl die quadratische als die rechteckige, früher in der Schweiz einzig übliche Form zulässig ist; dass die vom Auslande bezogenen Automobile neuerdings zu einem grossen Teil mit einer Grundplatte oder mit Stützen ausgerüstet sind, die sich für die Montage quadratischer, nicht aber rechteckiger Kontrollschilder eignon; dass, besonders bei Personenautotnobilen mit rückwärtigem Koffer, die Anbringung eines rechteckigen Kontrollschildes gelegentlich mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden ist; dass demgemäss in Automobilistenkreisen ein begründetes Interesse an der Zulassung quadratischer Kontrollschilder vorhanden ist. und dass acht schweizerische Kantone das Beispiel unserer Nachbarstaaten befolgt haben, indem sie entweder auf Wunsch auch quadratische Kontrollschilder abgeben oder aber eine entsprechende Zusammensetzung zerschnittener Kontrolltafeln zulassen.» Die neue Schilderform zeigt im obern Teil des Quadrates die vierstellige Ziffer und darunter in gleicher Höhe das Schweizerwappen, den Buchstaben, der zur Kontrollziffer gehört und rechts das Kantonswappen. Erfahrungsgemäss ist die obere Fläche des Nummern Schildes, d. h. in diesem Falle die Ziffer, besser beleuchtet und daher bei Nacht auch besser leserlich. Die Verschmutzung stuft sich von unten nach oben ab, so dass auf jeden Fall die Zahl, bei der übrigens zwischen der zweiten und -dritten Ziffer von links ein Zwischenraum eingeschaltet ist, besser zu erkennen ist. Die Dimension der neuen Schilder ist nach dem Beispiel des Kantons Bern und in Anlehnung an die deutschen Schilder auf 280 X 280 mm festgesetzt worden. Der Erlass verdient die Anerkennung der Autofahrer, lt. Eine Bachtelstrasse. Auch der weitherum bekannte Aussichtspunkt des Zürcher Oberlandes, der 1199 m hohe Bachtel, soll eine Autostrasse erhalten. Der Verband der Verkehrsvereine des Zürcher Oberlandes hat in Verbindung mit der Bachtelgenossenschaft das Projekt eingehend diskutiert und sich an die Gemeinderäte von Hinwil und Wald gewandt, damit dieselben, in Verbindung mit dem kantonalen Meliorationsamt, möglichst bald den Ausbau der Strasse als Notstandsarbeit zur Beschäftigung Arbeitsloser in Angriff nehme. Die Strasse, die natürlich in land- wie forstwirtschaftlicher Beziehung Bedeutung hat, dürfte sich wohl in erster Linie als Touristik- Route entwickeln. Wenn das heutige Bachtelsträsschen ausgebaut und zur Automobilstrasse geworden ist, dann wird der markante Aussichtspunkt des Zürcher Oberlandes lebhaften Besuch durch die schweizerischen Automobilisten erhalten. Wenn auch jetzt schon Stimmen laut werden, dass dadurch dieser schöne Ausflugspunkt für die Fussgänger viel an Reiz verliere, so ist einzuwenden, dass durch Schaffung von Spazierwegen auch der Fussgänger wie bis anhin seinen Genuss an einer Bachtelwanderung haben wird. Lr. AUSLAND Die monatliche Autosteuer für Deutschland. Die katastrophale Zunahme der Abmeldungen von Kraftfahrzeugen — über die saisonmässig bedingte «Einwinterung» der Kraftfahrzeuge hinaus haben zahlreiche Besitzer wegen der immer noch verlangten Steuervorauszahlungen auf mindestens ein Vierteljahr gezwungenermassen ihr Fahrzeug aus dem Betrieb genommen — in Verbindung mit Vorstellungen der grossen Kraftfahrerverbände, hat den Reichsverkehrsminister veranlasst, die monatliche Ratenzahlung der Automobilsteuer zu erwägen. Nachdem schon vor einiger Zeit dem Reichsfinanzminister ein vom Verkehrsministerium ausgearbeiteter Vorschlag unterbreitet wurde, hat jetzt der Finanzminister nach Prüfung der Unterlagen dem Verkehrsministeriura von seiner grundsätzlichen Zustimmung zur monatlichen Zahlung der Kraftfahrzeugsteuer Kenntnis gegeben. Es ist daher in kürzester Frist damit zu rechnen, dass den Finanzämtern, welche die Steuer erheben, chnellstens entsprechende Weisung gegeben wird. Wir kommen in nächster Nummer auf die in prinzipieller Hinsicht bedeutende Steuermassnahme zurück. B. Ausstellungen Keine Frühjahrs-Automobiiausstellung in Berlin. Man erwartete von Anfang an, dass bei den jetzigen wirtschaftlichen Umständen in Deutschland mit einer Automobilausstellung im Frühjahr 1932 in Berlin kaum gerechnet werden dürfe. Nun wird auch bekannt, dass der im Frühjahr dieses Jahres rstmals angesteHe Versuch einer Frühjahrsausstellung in Berlin keine Wiederholung finden wird. x. Sa» «h« Die neue Kategorie der Amateurfahrer in Italien. Wir haben schon in verschiedenen Artikeln auf die Neuschaffung einer Kategorie der Amateure («dilettanti») in Italien hingewiesen, die in der anfangs dieses Monats stattfindenden Sitzung der italienischen Sportkommission des R. A. C. I. genehmigt wurde. Da die Amateurfrage im Automobilsport auch in verschiedenen andern Ländern aktuell ist und nicht zuletzt auch in der Schweiz seit einiger Zeit Anlass zu Diskussionen gibt, mögen die neuen italienischen Bestimmungen interessieren, die die Amateurfahrer genau definieren. Als solche gelten in Italien alle Inhaber nationaler oder internationaler Lizenzen, die den folgenden Bestimmungen entsprechen: 1. Fahrer, die nicht unter irgend einem Titel im Dienste einer Automobil- oder Motorradfirma, von Markenvertretern, Garagen etc. standen oder stehen; 2. Fahrer, die nie den bezahlten Beruf eines Automobilführers ausgeübt haben oder ausüben; 3. Fahrer, die nie eine Vergütung für ihre Teilnahme an autosportlichen Veranstaltungen erhalten haben oder erhalten; 4. Fahrer, die nie auf Rechnung von Automobilfirmen, Verkaufsagenten, Vertretern oder Rennställen an Rennen teilnahmen oder teilnehmen; 5. Fahrer, die im gegenwärtigen Zeitpunkte keinerlei wirtschaftliche oder industrielle Beziehungen mit den Automobil- und Motorradfirmen haben. Dies die Definition des italienischen «Amateurs». Die italienische Sportkommission glaubt nun, dass alle die Fahrer, die aus reiner Freude an der sportlichen Betätigung sich für den Autosport interessieren, sich in grosser Zahl in die Kategorie der Amateure als Konkurrenten aufnehmen lassen werden. Man darf so auf die Resultate der italienischen Amateurmeisterschaften 1932 gespannt sein. Es bleibt wohl fraglich, ob bei den gegenwärtigen wirtschaftlichen Umständen die Sportfreunde unter mehr oder weniger grossen Kosten einen idealen Sport betreiben wollen, bei dem sie keinerlei Anspruch auf eine Wiedereinholung ihrer Auslagen auf diese oder jene Art hegen dürfen. Das italienische Experiment wird zeigen, ob die ideale Freude am Sport über die materiellen Bedenken siegt. Begreiflich ist es wohl, dass nicht alle Sportkreise in Italien von dieser Lösung vollauf befriedigt sind. Wir haben auch bereits darauf hingewiesen, dass sich in Frankreich, das ebenfalls eine Neuregelung der Fahrereinteilung vornehmen will, eine mehr oder weniger deutliche Opposition gegen die italienische Lösung bemerkbar macht. Das «Auto» schreibt, dass es überzeugt sei davon, dass sich in Frankreich niemals Fahrer dazu bereit finden würden, in einer dem italienischen Muster entsprechenden französischen Kategorie der Amateure unter den geschilderten Umständen zu starten. In der Schweiz wird man ebenfalls mit grossem Interesse dem Ausgang der italienischen Amateur- Meisterschaften im nächsten Jahr entgegensehen, da man unter Umständen von deren Ergebnissen wertvolle Fingerzeige ableiten kann. mb. Wettfahrt zwischen Auto und Flugzeug. Im Rahmen eines grossaufgezogenen, kürzlich stattgefundenen Meetings auf dem neugeschaffenen, hervorragenden Littorio-Autodrom in Rom fand auch ein Wettkampf zwischen Flugzeug, Motorrad und Automobil statt Den Kampf zwischen dem bekannten römischen Motorradrennfahrer Taruffi auf Norton und einem Flugzeug endete mit dem Sieg Taruffis, der mit einer Sekunde Vorsprung das Duell beenden konnte. Weniger glücklich erging es Nuvolari auf Alfa Romeo Fussgänger regeln den Verkehr selbst! In zahn reichen Strassen von Paris sind neuerdings Verkehrsampeln angebracht worden, die je nach Bed:trf von den Fussgängern selbst eingeschaltet werden können, um die Ueberquerung der Strasse zu ermöglichen, unser Bild zeigt zwei kleine Knirpse, die das Haltesignal einschalten, um auf dio anders Strassenseite gelangen zu können. (Photo Keystone.) im Zweikampf mit einem Flugzeug. Er musste sich geschlagen geben, allerdings mit dem sehr kleinen Unterschied von 2 /s Sekunden! Die Konkurrenten hatten fünfmal die Rundstrecke des Autodroms zurückzulegen (total 18,5 km). mb. Fred Schneider Gewinner der amerikanischen Automobil-Meisterschaft Die Sport« kommission der American Automobil Association proklamierte den Sieger des Grossen, Preises von Indianapolis 1931 als Gewinner der diesjährigen amerikanischen Automobilmeisterschaft. Nach Schneider folgen im Klassement als Zweite ex aequo Fred Frame und Ralph Hepburn. x. Dreyfus bleibt bei Maserati. Der französische Rennfahrer Dreyfus, der dieses Jahr bekanntlich auf Maserati die Saison bestritt, wird auch 1932 bei dem Bologneser Konstrukteur als Equipenfahrer verbleiben. Dreyfus wird zusammen mit E. Maserati, dem Bruder des Konstrukteurs, und Fagioli die wichtigsten in- umd ausländischen Rennen des nächsten Jahres bestreiten. bo. Die Projekte Etancellns. Philippe Etancelin. wohl einer der befähigtsten und besten Einzelfahrer, der schon verschiedene grosse Siege eingeheimst hat, beabsichtigt, die Sportsaison 1932 noch einmal auf Alfa Romeo zu bestreiten, nachher will er vom Schauplatz des internationalen Rennsportes abtreten. x.