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E_1931_Zeitung_Nr.100

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S ttB* £• X S C£ n Krise im Unterhalt der deutschen Landstrassen. Die schwere Krise, die gegenwärtig auf der deutschen Wirtschaft lastet, findet ihre Auswirkung bis in die feinsten Verästelungen. Nachdem schon im Jahre 1930 durch die starke Ueberbelastung des Automobilwesens eine Stagnation in den Einnahmen durch die deutsche Automobilsteuer festzustellen war, schuf nun die kritische Situation der deutschen Reiehsfinanzen in diesem Jahre auch in der Strassenunterhaltungs-Wirtschaft einen katastrophalen Zustand. Durch den verminderten Eingang von Steuergeldern, die für Strassenbauzwecke bestimmt sind, mussten im ganzen Reiche begreiflicherweise die Bauprogramme erheblich eingeschränkt werden. Die unmittelbare Auswirkung zeigt sich etwa am deutlichsten in der Entlassung grosser Mengen von Strassenbauarbeitern. Nach Angabe der "bayerischen Strassenbauzentrale fallen allein in dem ihrer Aufsieht unterstellten Gebiet in diesem Jahre 500,000 Arbeitswerktäge aus. Auch aus den preussischen Provinzen und den grösseren deutschen Städten mehren sich die Mitteilungen über die Zunahme der Arbeitslosenziffern im Strassenbaugewerbe. Diese erzwungene Ruhe bedeutet für den Zustand der Strassen eine grosse Ge- "fahr. Ein mehr oder weniger unmittelbarer Verfall des bisher Geschaffenen und 'der ausbaunotwendigen Strecken ist bei längerem Anhalten dieses Stillstandes kaum abzuwenden. Bei den in Frage kommenden Strassen handelt es sich zum grossen Teil um wassergebundene Schotterstrassen alter Bauart ohne bituminöse : Schutzdecke. Der kommende Winter wird sie derart herrichten, dass sie voraussichtlich zum grossen Teil erneuerungsbedürf- ,tig sein werden. Unter diesen Umständen dürfte für Deutsehland ein Rückgang in der Gesamtqualität des Strassennetzes erfolgen. Ihr Wert ging nach zuverlässigen Schätzungen bereits vor zwei Jahren von 21 Milliarden Mark um etwa ein Drittel auf «14,8 Milliarden zurück, so dass also im Jähre 1929 schon ein Minus von 6,2 Milliarden von diesem wertvollen Aktivum eines Volksvermögens verbucht werden musste. Je schlechter natürlich die Strassen werden, desto schlimmer steht es axich mit dem Fahrkomfort bestellt. Viele deutsche Automobilisten werden dankend darauf verzichten, durch unendliche Reihen von Schlaglöchern ihre Reparaturrechnungen ins Ungemessene anwachsen zu lassen, und auch die Fremdenindustrie dürfte mit der Zeit die schlechten Strassenverhältnisse in verschiedenen Teilen des Reiches zu spüren bekommen. Schreitet der Zerfall der Strassen im gleichen Tempo weiter, und wird nichts Entscheidendes dagegen unternommen, so werden die gesamte Automobilindustrie in Deutschland, der Handel mit Automobilen und alle direkt oder indirekt mit dem Auto verbundenen Gewerbe darunter zu leiden haben. Es stand deshalb auch zu erwarten, dass sich in Deutsehland Stimmen energisch gegen den drohenden Zerfall .der Strassen wehren. «Hilfe! Unsere Landstrassen verfallen!», so lautet der Ruf einer grossen Berliner Tageszeitung. Doch, woher die Abhilfe! Der oben kurz geschilderte Zusammenhang scheint sich nur durch einen radikalen Systemweehsel ändern zu lassen, der neue Bewegung in den ganzen unhaltbaren Zustand bringt. Es wird deshalb eine Reichszentrale für den Strassenbau und ein System von Reichsstrassen gefordert, für deren Unterhalt der Staat nicht nur das teure Geld auslegen muss, sondern für die er auch verantwortlich ist. Man verlangt ferner eine Stelle, die die ausschliessliche Verwendung von Strassenbaugeldern für diese Zwecke überwacht und dafür sorgt, dass die für die Strassenunterhaltuhg von dem Automobil aufgebrachten Mittel nicht anders verwendet werden. Da indessen bei dem berüchtigten Labyrinth der deutschen Reichs- und Landesbehörden die praktische Erfüllung der Forderungen, auch wenn sie von weitesten Kreisen mit Nachdruck unterstützt werden, trotz allem sehr auf sieh warten lassen wird, fordert man, um dem Trott des Amtsschimmels zuvorzukommen, sofortige Selbsthilfe. Mit den geringen, dem Strassenbau in Deutschland momentan noch zur Verfügung stehenden Mitteln soll versucht werden, die gefährdeten Strassenstrecken — wenn auch nicht-zu bessern — AUTOMOBIL-REVUE 1931 - N° 100 doch in ihrem jetzigen Zustande zu erhalten, um sie mehr oder weniger gut noch über den kommenden Winter zu bringen. Es wird deshalb sofortige Oberflächenbehandlung vorgeschlagen, mit deren Hilfe noch vieles erhalten werden könnte. Man wird jedenfalls in dem schwer geprüften Nachbarlande alles tun, um die geschilderte Situation zu retten und einen weiteren Zuwachs des unheimlichen Arbeitslosenheeres auf den Winter hin zu vermeiden. bo. Die Strasse auf den Feldberg fertig. Die verkehrsreiche Schwarzwaldstrasse Bärental- Feldberg ist nunmehr vollkommen ausgebaut, verbreitert und in den Kurven verbessert worden, dass auch die grössten Verkehrsomnibnss-e sich ohne Gefahr begegnen können. Diese Strasse ist damit zu einer besonders für den Kraftwagenverkehr geeigneten Höhenstrasse geworden. Für den Fussgänger und Wanderer ist oberhalb der Autostrasse ein parallel laufender neuer staubfreier Fussweg angelegt worden, der hinter dem Schulhaus von Bärental von der Strasse abzweigt und beim Caritas-Jugendheim wieder die Autostrasse erreicht; von hier aus führt ein alter Fussweg zum Feldberghof und zum Feldberg hinauf. Der neue Fussweg führt grösstenteils durch Wald und ist teilweise in den Felsen eingehauen. rdv. Italiens grosszügige Strassenpolitik wird neuerdings durch einen jüngst im Amtsblatt veröffentlichten Beschluss illustriert. Demzufolge stellt der Staat im kommenden Jahre für den Ausbau des Strassennetzes einen ausserordentlichen Kredit von nicht weniger als 40 Millionen Lire zur Verfügung. Wir können daneben nur mit wachsender Besorgnis feststellen, wie herzlich wenig unsere Landesregierung für das Strassenwesen übrig hat, obwohl besonders der Ausbau und Unterhalt des schweizerischen Alpenstrassennetzes, das für den internationalen Verkehr von grösster Bedeutung ist, den Kantonen wegen der knappen finanziellen Mittel äusserst schwer fällt und nur sehr langsam voran geht. Derweilen geht der Ausbau in den Nachbarstaaten mit Riesenschritten voran und es wird für sie bald keiner besonderen Anstrengung mehr bedürfen, um den Strom des internationalen Autotourismus auf ihre Mühlen umzuleiten. ß Die Rentabilität der Automobilstrasse Hamburg-Frankfurt-Basel war Gegenstand eingehender Erörterungen anlässlich der kürzlich stattgefundenen Tagung der Hafraba in Frankfurt a. M., die wir in Nr. 97 erwähnten. Es wurde dabei festgestellt, dass bei einem Anlagekapital von 300,000 Rm. pro Kilometer Autostrasse die Rentabilität der Route gesichert sei. Den Berechnungen lagen Verkehrszählungen auf der Main-Neckarstrecke zugrunde, auf welcher ein täglicher Durchschnitt von 4600 Wagen festgestellt wurde. Es ergäbe sich aber selbst bei einer Frequenz von nur 2000 Wagen täglich eine Rentabilität der Strasse. Die Frage der Gebührenerhebung dürfte nach Ansicht der Hafraba-Organe die Verwirklichung des Projektes kaum erschweren, indem den Motorzeugführern, welche die Autostrasse nicht zu benutzen wünschen, noch andere Verkelirsverbindungen zur Verfügung stehen. Die für das Befahren der Autostrasse erhobene Abgabe ist also als eine freiwillige zu betrachten und wird deshalb zu keinerlei Konflikt mit der geltenden Gesetzgebung führen. B. An unsere Abonnenten Im Ausland. Um einen Unterbruch in der Bediemme m verhindern, bitten wir alle Bezüger im Ausland, ihr Abonnement für 1932 rnchtzoitig zu erneuorn. In den folgenden, der bezüglichen internationalen Uehereinluinft beigetretenen Ländern bann die Bestellung direkt beim Postamt am Wohnort des Zeitungsompfängers zu einer gegenüber dem am Kopf der Zeitung aufgedruckten Schwpizerpreis nur um die ausländische Zeitungstaxe erhöhten Gebühr erfolgen : Aogypten, Belgien. Dänemark. Deutschland, Finnland. Frankreich, Italien, Litauen, Luxemburg. Niederlande, Norwegen, OesterroiYh. Portugal Rumänien, Schweden, Tschechoslowakei, Ungarn. Wo beim Postamt des Zeitungsempfängers Unklarheiten bestehen bzw wo die postamtliehe Bestellung in einem dieser Länder nicht angenommen wird, wolle uns der Bezüger diea mitteilen. Erfolgt die Bestellung aus diesen Ländern direkt bei uns oder handelt es sich um Staaten, mit welchen keine bezügliche postalische Vereinbarung besteht, so kann der Versand nicht zur Zeitungstaxe erfolgen, sondern es kommt dann die teurere Auslands-DruckRachene-ebühr in Betracht. Das Abonnement beträgt in diesem Fall Schweiz. Fr. 9. — im halben Jahr. Die Zahlung muss alsdann ebenfalls direkt an uns erfolgen; sie kann durch internationale Postanweisung, Postgiro (auf unsere Rechnung III/414 Bern) oder mittelst Bankcheck vorgenommen werden. Verlag Automobil-Revue. Bern. Les pistons en alliaga leger tra!te"s et ameliores thermiquement perdent leur degr6 de resistance, lorsque ils sont successivement soumis aux temperatures elevees - en particulier dans les moteurs surchauffes en cöte (temperatures atteignant jusqu'ä 700° C env.) - et ä un refroidissement lent ä Karret. Ils s'usent rapidement et exigent bientöt leur remplacement. Les pistons ordinaires en alliages leger possedent un coefficient de dilatation eleve. Pour qu'ils ne gripoent ou ne serrent pas pendant le fonetionnement du moteur, il est necessaire de les monter avec un jeu relativementi important ou de les munir de fentes qui permettent la dilatation. Dans le premier cas, les pistons claquent ä froid et sont la cause de remontees d'huile et d'une consommation exageree de lubrifiant; ils provoquent l'ovalisation des cylindres du fait qu'ils ne possedent pas un bon guidage. Dans le deuxieme cas, les pistons legers perdent leur prineipal avantage, la bonne conduetibilite de la chaleur du fait des fentes qui interrompent la conduetton calorifique. Le mauvais mecanicien dit: Les pistons en alliage leger ordinaires sont ä recommander aux clients, car un jeu de plusieurs centiemes de mülimetres n'y fait rien est leur montage ne demande pas des soins et une peine aussi grands que les pistons exaets. Le dient ne comprend rien ä ce travail ou n'en remarque le mauvais effet que beaueoup plus tard. PISTONS Pas plus chers que les autres pistons! Ces pistons augmentent la puissance du moteur, produisent une economie d'essence et d'huile et ne claquent pas. Rectification des cylindres et equipement des moteurs en pistons Diatherm dans les delais les plus courts. Representants dans la Suisse Romande, Barth & Co., Morges. Les pistons Diatherm ne sont pas traites thermiquement. Ils ne sont pas influencables par la chaleur et resistent infiniment plus longtemps, sans jamais gripper dans le cylindre. Les pistons Diatherm sont construits au moyen de l'alliage Special en Alpax, dont le coefficient de dilatation est le plus voisin de celui de la fönte. Ils sont donc montes avec un jeu presque aussi faible que les pistons de fönte, ne claquent pas ä froid, ont un guidage constamment egal ä lui meme, ne causent pas de remontees d'huile ni aueun dommage aux cylindres. ils ne sont pas fendus et leur avantage reside avant tout dans Pexcellence de la conduetibilite de la chaleur, gräce ä la forme speciale et brevetee de leur jupe. Le bon mecanicien dit: Des pistons Diatherm seulement sont montes par moi, quoiqu'ils exigent du travail tres precis et tres soign6. Le dient m'en est reconnaissant par la suite. Demandez notre liste des prix et la brochure explicative: „Notice concernant les pistons Diatherm", LLURGIE Adresse telegraphique: Plomblei utfenz Telephone Bäle 26.050

N c 100 - 1931 Das Verkehrsgesetz vor dem Ständerat Der Strolchenfahrt-Artikel mit der knappen Mehrheit von einer Stimme genehmigt. Gleich in der ersten Sitzung der Wintersession hat der Ständerat am Montag Vormittag die Beratung des Verkehrsgesetzes wieder aufgenommen. Er hatte sich am 17. September zum letzten Mal mit der Vorlage befasst, konnte aber nicht zur Verabschiedung des Gesetzes kommen, da der Artikel 52bis, der sog. Strolchenfahrtartikel, zu dem Herr Dr. Klöti einen Minderheitsantrag gestellt hatte, an den Bundesrat zum Berichte zurückgewiesen wurde. Der eingeforderte Bericht liegt nun vor und ist in der « Automobil-Revue •» bereits eingehend besprochen worden. Aber aus dem einen Minderheitsantrag waren inzwischen drei geworden, die alle drei dem Mehrheitsantrag der Kommission auf Zustimmung zu folgendem bundesrätlichen Vorschlag gegenüberstehen: Besondere Versicherung. 1. Der Bund sehliesst bei zum Geschäftsbetrieb in der Schweiz zugelassenen Versicherungsgesellschaften eine Versicherung zugunsten von Personen ab, welche getötet oder verletzt werden durch den Betrieb eines Motorfahrzeugs, das ohne Verschulde» des Halters von einem Dritten eigenmächtig gebraucht wurde. Die Versicherung be- Fragen gekümmert! Anders steht es mit der steht für diese Personen nur insofern, als derrein praktischen Seite der Angelegenheit. Dritte für den Schaden gemäss Art. 36 aufzukommen hftt. 2. Die Versicherungsleistungen bestimmen sich nach den für die obligatorische Unfallversicherung geltenden Grundsätzen. Den gegen Unfall obligatorisch versicherten Personen wird auf Grund dieser Versicherung keine Entschädigung gewährt. 3. Mitfahrende Personen, denen der eigenmächtige Gebrauch des Fahrzeugs bekannt ist, besitzen gegenüber der Versicherungsgesellschaft keinen Anspruch. 4. Dem Versicherer steht im Umfang seiner Leistungen am den Geschädigten der Rückgriff gegen die haftpflichtigen Personen zu. 5. Die Kosten der Versicherung werden aus dem Anteil des Bundes am Ertrage des Benzinzolls bestritten. Die bestehenden abweichenden Meinungen beziehen sich erstens auf die Ausdehnung der Versicherung: soll diese nur für getötete oder soll auch Sachschaden entschädigt werden? Die zweite Differenz betrifft die Frage ob die « besondere Versicherung» nur für die Strolchenfahrten eingeführt werden soll oder auch für Unfälle deren Urheber entweder unbemittelt oder nicht feststellbar sind. Herr Dr. Klöti stellt zu beiden Punkten weitgehende Anträge, indem er sowohl für Sachschaden als auch für Tötung oder Verletzung | eine Versicherung verlangt, die sich auf alle nicht durch Haftpflicht gedeckten Unfälle erstreckt. Dagegen will der Schwyzer Konservative Suter nur die körperlichen Schäden versichern, während Herr Huonder (Graubünden) den Bereich des Artikels auf die sog. Strolchenfahrten beschränken möchte. Zu diesen drei geäusserten Meinungen gesellte sich noch ein vierter «Minderheitsstandpunkt» des Kommissionsreferenten Bolli. Der Schaffhauser Parlamentarier, der heute auf eine 25- jährige parlamentarische Tätigkeit zurückblickt (wovon ein Blumenstrauss auf seinem Pulte ein farbenfrohes Zeugnis ablegt), kann sich nicht mit der vorgeschlagenen Ordnung befreunden. Er hält die Angelegenheit weder grundsätzlich, noch tatsächlich für so abgeklärt, dass sie schon heute durch ein Gesetz entschieden werden könnte. Es dürfte, seiner Meinung nach, sehr schwer sein, einen verfassungsmässigen Rechtsgrund für die Uebernahme der Versicherungspflicht durch den Bund zu finden. Aber man hat sich da seit dem Kriege sehr wenig um konstitutionnelle Hier dürfte es zum Schden des Bundes sehr schwierig sein, die nötige Kontrolle zu üben. Der Redner gibt gerne zu, dass der Begriff der Strolchenfahrt in der bundesrätlichen Vorlage auf den ersten Blick annehmbar umschrieben ist. Aber wie viele solcher Strolchenfahrten ereignen sich im Jahr? Wie hoch berechnet man die dadurch entstehenden Personen- und Sachschäden? Ueber diese und ähnliche Fragen lässt uns der bundesrätliche Bericht im Stich. Bei der Ungewissheit könnte der Strolchenfahrt mancher Schaden zu Unrecht zugeschrieben werden. Herr Bolli glaubt nicht, dass ein solcher Zustand zur Hebung der «Strassenmoral» beitragen würde. Dann ist noch zu bedenken, dass der Bund ja keine Polizei, also auch nicht die nötigen Organe für die Kontrolle und Aufsicht besitzt. Wie kann er eine Versicherung übernehmen auf einem Gebiet, das seiner Handhabung gänzlich entzogen ist? Noch von anderer Seite wurde ein ablehnender Standpunkt vertreten, wenn auch anders begründet. In der Nachmittagssitzung, die den Abschluss der Beratung brachte, sprach sich der Neuenburger Regierungsrat AUTOMOBIL-REVUE Beguin für Rückweisung des Artikels an den Bundesrat aus. Nach dem «edlen » Motto : «Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen», wollte er die Last der Versicherung den durch Diebstahl ihres Wagens geschädigten Automobilisten auferlegen. Aus der am Vortage erfolgten Ablehnung der eidgenössischen Altersversicherung schloss er kurzerhand auf eine allgemeine Abneigung des Volkes gegen staatliche Versicherungen und aus dem kürzlich erschienenen Bericht von Bundesrat Musy über die finanzielle Lage der Eidgenossenschaft auf die Unmöglichkeit, dem Bunde noch neue Lasten aufzubürden". Der Bundesrat sollte sich mit den Automobilverbänden in Verbindung setzen zwecks Organisierung einer beruflichen Versicherung für die Strolchenfahrten, deren Kosten die Versicherten übernehmen müssten. Dieser Rückweisungsantrag wurde von Bundespräsident Haeberlin mit der Bemerkung bekämpft, dass die in Frage kommenden Verbände sich bereits einstimmig im verneinenden Sinne geäussert hätten, was man ihnen nicht verargen kann. Die von Beguin wieder aufs Tapet gebrachte Lösung hätte auch den Nachteil, dass für die durch Fahrzeuge sehr zahlreichen nicht organisierten Halter verursachten Unfälle keine Versicherung bestanden hätte. Die Kosten der vom Bundesrat vorgeschlagenen Versicherung würden 240000 Fr. kaum übersteigen. Aber auch den Abänderungsvorschlägen Klöti, Huonder und Suter gegenüber, die die finanzielle Tragweite der vorgeschlagenen Lösung bedeutend erhöhen würden, verhielt sich der Sprecher des Bundesrates ablehnend. Er würde sich jedoch, um dem Artikel, der Stra'ssenverhältnisse im Bezirk Zurzach. leicht ein Schicksalsartikel des Gesetzes Bekanntlich wird die Rheinbrücke bei Koblenz Mitte 1932 vollendet sein. Da die neue werden könnte, zur Annahme zu verhelfen, gegebenenfalls der von Huonder beantragten Brücke eine Zunahme des Verkehrs au! den Einbeziehung der Sachschaden nicht widersetzen. Die Ausdehnung der Versicherung wird, sollten mangelhafte Strassen noch mög- aargauischen Zufahrtsstrassen bedeuten auf alle Schäden, für die keine Haftpflichtversicherung besteht, erachtet er dagegen als verkehrsstrasse durchs Aaretal aufwärts ist lichst bald ausgebaut werden. Die Haupt- überflüssig und sogar als schädlich, da sie bereits korrigiert und wird den zu erwartenden Verkehr voraussichtlch bewältigen kön- bei den Fällen, wo der Führer durch Fluchtergreifung den Folgen des durch ihn verursachten Unfalles zu entgehen sucht, den Wilnen. Schlimmer verhält es sich mit den Strassen der Nebentäler. In erster Linie ist len zur Fahndung des Täters lähmen könnte. hier auf den misslichen Zustand der durch Im übrigen kann festgestellt werden, dass bis das Surbtal nach Niederweningen zur Zürcher Grenze führenden Strecke hinzuweisen. jetzt die Fälle, bei denen der Schadenstifter Diese Strasse ist sehr mangelhaft, sie könnte nicht ermittelt wurde, äusserst selten sind. indessen als Notstandsarbeit leicht ausgebaut Nachdem sich noch der Walliser Evequoz werden und zahlreichen Arbeitslosen will- Verdienst bringen. aus verfassungsrechtlichen Gründen im Sin-kommenen x. ne von Beguin, also gegen die vorgeschlagene Versicherung durch den Bund ausgesprochen, wurde abgestimmt. Sämtliche Abänderungsanträge, sowie der Rückweisungsantrag wurden abgelehnt und der Art 52bis in der oben angeführten Fassung mit 17 gegen 16 Stimmen gutgeheissen. Die ganze Vorlage wurde hierauf mit 24 gegen eine Stimme (Savoy, Freiburg) vorläufig angenommen und dem andern Rate zur Bereinigung der Differenzen überwiesen. Der Nationalrat hat also jetzt das Wort. Er wird vor allen Dingen zu den vom Ständerat im September vorgenommenen bedauerlichen Aenderungen in bezug auf die Geschwindigkeitsvorschriften Stellung nehmen müssen. Rheinbrücke Koblenz-Waldshut. Der Grosse Rat des Kantons Aargau behandelte kürzlich die von den paar Gemeinden Koblenz, Rietheim, Zurzach und Rüfenach eingereichte Kosteneinsprache betreffend den Bau der Rheinbrücke Koblenz-Waldshut. Die Gemeinden verlangen wesentliche Ermässigung der ihnen auferlegten Kosten. Nach einer längern Diskussion, in der die Opposition, vor allem gestützt durch die ablehnende Haltung der Regierung, sich deutlich gegen eine Ermässigung der Belastungen aussprach, ergab sich bei der Abstimmung mit 51 gegen 47 Stimmen trotzdem die Gewährung einer Kostenerleichterung, so dass die Gemeinden nun kleinere Beträge zu zahlen haben. x. SCHNEEKETTEN aas Edelstahl sowie mit Hartgummi • Gelenken. Schneeketten • Spanner. 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