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E_1931_Zeitung_Nr.099

E_1931_Zeitung_Nr.099

Aufstellung der

Aufstellung der Rentabilitätsberechnung und des Finanzierungsplanes; Durchführung der Finanzierung der Bau- und Betriebsgesellschaft. Eine absolute Grenze, wo die Wirtschaftlichkeit beginnt, lässt sich natürlich nicht ziehen. Allgemein glaubt die Denkschrift Dr. Nyffelers folgendes feststellen zu können : je niedriger die Taxe angesetzt werden kann und je stärker die Vorteile des Befahrens der Autostrasse die Taxe überwiegen, desto grösser und sicherer ist die Gewähr für die Wirtschaftlichkeit. Das weitere Vorgehen. Nachdem die auf dem ersten Autostrassen- Kongress umrissenen Gedanken der Ausgestaltung des B.I.A.R. durch die Tagung der Finanz- und Rechtskommission eine wertvolle, die Verwirklichung wesentlich näher rükkende Abklärung gefunden haben, werden nun auch die beiden andern Ausschüsse zusammentreten. Die technische Kommission soll nächstens durch ihren Präsidenten, Senator Puricelli, nach Mailand einberufen werden, während Tagungsort und -zeit der dritten, sozialen Kommission unter dem Vorsitz von Dr. GugHelminetti zur Stunde noch nicht feststehen. Wie er soeben die Finanz- und Rechtskommission in Genf getan hat, werden auch diese Ausschüsse nun ihr Arbeitsproigramm zur Antragstellung auf dem zweiten internationalen Autostrassenfrongresse ausarbeiten und damit die sichere Grundlage schaffen helfen, die dem ersten Kongress vom letzten Herbst begreiflicherweise noch gefehlt hat. Bi. Ausländische Bestrebungen zur Förderung des Fremdenverkehrs. In Nr. 88 der «Automobil-Revue» vom 27. Oktober wurde über die Bemühungen für den Fremdenverkehr in Frankreich, Italien nnd speziell in Deutschland berichtet. Es ist deshalb wohl auch interessant, noch kurz die Bestrebungen anderer Länder zur Förderung des Fremdenverkehrs zu skizzieren. Eine intensive Propaganda hat besonders in England eingesetzt. Der Fremdenverkehr hat dieses Jahr in England nämlich Rückschritte zu verzeichnen. So landeten in den britischen Häfen während der ersten sechs Monate dieses Jahres nur 162 077 ausländische Reisende, gegen 200 000 in der selben Zeit des Voräahres. Das zweite Quartal zeigt besonders starke Rückgänge. Das britische Parlament hat nun zur Förderung des Fremdenverkehrs durch den Publicity Act die Distrikts- und Gemeinderäte ermächtigt, aus öffentlichen Mitteln Beiträge an die Fremdenverkehrsorganisation «Travel Association of Great Britain and Ireland » zu gewähren. Diese vor zwei Jahren gegründete Organisation beginnt nun, besonders in der letzten Zeit, eine grosse Propaganda für England zu entfalten, und zwar vor allem in Ländern mit grossem Touristenverkehr. Dazu werden die grössten Anstrengungen gemacht, um die Engländer zu bewegen, kommenden Winter im eigenen Lande zu bleiben, und die an der Förderung das Fremdenverkehrs in der Schweiz interessierten Kreise und die Presse haben bereits Befürchtungen wegen dieser neuen Propaganda laut werden lassen. Eine Massnahme in dieser Richtung ist die Erhöhung der Eisenbahntaxen der Southern Railway für die Kontinental-Züge, ferner die Preiserhöhungen des Reisebureau George Lunn für Reisen nach dem Kontinent. Im laufenden Jahre hat auch Oesterreich einen starken Rückgang des Fremdenverkehrs zu verzeichnen, den man gegenüber 1930 auf ihrer schwierigen Lage durch Uebernahme der Trottoirbaukosten entgegen. Von den Ausbaukosten übernimmt der Staat zum vorneherein die Hälfte, von den Belagskosten den Löwenanteil. Mit Rücksichtnahme auf die hohen Baukosten und insbesondere auch in Anpassung an die Erfordernisse des Fremdenverkehrs soll die Korrektion auf verschiedene Bauperioden verteilt werden. Die Arbeiten haben, wie die Besichtigung ergab, zuerst auf der schlechtesten Teilstrecke Greppen-Weggis zu beginnen. Die Vorarbeiten sind erledigt, so dass mit. dem Bau sofort eingesetzt werden kann. Das kantonale Bauhat er mich noch jedesmal hinausgeschmissen, aber ich hätte einen solchen Gelegenheitskauf in Zuckerrübensamen, ein Gelegenheitskauf, wie er noch nicht da war.» Unterwegs schüttete mir Katzenstein sein Herz aus. Wie schwer die Geschäfte seien, er habe zwar weit und breit die feinsten Kundschaften, aber die Konkurrenz, grosser Gott! Die Konkurrenz, und dann die Regien, die einem das bisschen Verdienst am lebendigen Leib auffressen, und dann die Steuern, und dann, grosser Gott! Jeden Augenblick legt sich einer um, darunter Leute, die man für hochprima halten möchte — mit einen Wort, gerade dass man das nackte Leben verdient und nicht einen Kreuzer mehr. «Ein schweres Dasein,» seufzte er und wackelte mit dem Kopf hin und her. «Ein Wunder, wenn man seinen Geld mit unberufen drei Prozent verzinst.» Vor zwei Jahren, da hätte er sein Glück machen können, wenn er ein kleines Betriebskapital in Händen gehabt hätte! Geheiratet hätte er damals, dann wäre es gegangen. «Ich sage Ihnen, gnädiger Herr, ein scheenes Mädl, grosser Gott! Was für ein scheenes Mädl... Fünfzigtausend Gulden Mitgift! Aber was habe ich von der Schönheit allein? Die Hauptsache sind ja doch, wenn man ein vernünftiger Mensch ist, die Zahlungsbedingungen. Nur die Frau zum Glücklicbmachen? 60—65 Prozent schätzt. Die Ursache hierfür liegt vor allem in der deutschen Ausreisesperre. Die Hotellerie macht darum die grössen Anstrengungen, um so viel als möglich Zu retten und hat deshalb auch eine Preisreduktion durchgeführt. Für die Einhelmischen wurde eine besondere Inlandspropaganda entaltet. Die österreichischen Bahnen geben nun auf Retourbillets 5 Prozent Rabatt, für amilien aber noch bedeutend grössere Rabatte (bis 50 Prozent). Bei einem Aufenthalt von einer Woche gewähren die Hotels einen Nachlass von 15 Prozent. Für die kommenden Wintermonate bereitet man Spezialkarten für vier Monate vor, die den Fremden Vergünstigungen auf Eisenbahnen, in Hotels, Theatern etc. gewähren sollen. Ungarn macht nun mit Regierungsunterstützung ebenfalls grosse Anstrengungen zur Förderung des Fremdenverkehrs. Zu diesem Zwecke wurden im Ausland zahlreiche ungarische Reisebureaux eröffnet, so auch in Zürich und Montreux. Frankreichs Fremdenwerbung besteht zu einem grossen Teil in der Förderung des Autotourismus. So wurden hierfür gewisse Erleichterungen geschaffen. Dieser Verkehr soll sich nun speziell für Ausländer besonders leicht abspielen. Ein Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Bahn und Auto in Frankreich sehen wir in der Tatsache, dass die Cie. des Chemins de Fer de l'Est beschlossen hat, Gesellschaftsreisen in den Vogesen und im Elsass zu veranstalten. Für diese Ausflüge sollen Raupenwagen in Dienst gestellt werden, die auch im Winter benutzt werden können. In Frankreich gewährt auch der Staat Erleichterungen in der Zahlung der Automobilverkehrsgebühren und sorgte für Autoparkplätze in der Nähe der Zollabfertigungsstellen. Zur Förderung des Reiseverkehrs sollen in Frankreich nun auch Radiovorträge veranstaltet, wie auch die Abgaben der Kasinos, deren Einnahmen in den letzten Jahren sehr zurückgingen, reduziert werden. Wir sehen also, dass das Ausland grosse Anstrengungen zur Förderung des Fremdenverkehrs macht. Auf kommenden Winter werden wir besonders mit der Propaganda Englands und Oesterreichs zu rechnen haben. Es muss daher alles getan werden, um unseren Verkehr zu fördern. Ein wichtiger Schritt ist zweifellos der Beschluss der Wintersporthotels, die Minimalpreise zu reduzieren. Damit lässt sich die wirksamste Propaganda entfalten. Hoffentlich geschieht dies auch in wirksamer Form. - ü> Englands Erfahrungen mit dem neuen Verkehrsgesetz. Das neue, zu Beginn dieses Jahres in Kraft getretene englische Verkehrsgesetz brachte bekanntlich den Wegfall der zahlenmässig beschränkten Höchstgeschwindigkeiten. Es hat ebensowenig in England wie in der Schweiz an kritischen Stimmen gefehlt, welche vor dieser Neuerung warnten und eine Vermehrung der Unfallziffern als unausbleibliche Folge prophezeiten. Der Safety First-Verband hat es sich angelegen sein lassen, die diesbezügliche Entwicklung genau zu verfolgen und war, dank der Unterstützung durch die Polizeidirektionen der Grafschaften, in der Lage, genaue statistische Erhebungen hierüber zu machen. Die Ergebnisse für die ersten neun Monate dieses Jahres zeigen nun ein äusserst erfreuliches Bild, indem die Zahl der tödlich verlaufenen Unfälle von 3675 im vergangenen Jahre auf 3280 für die ersten neun Monate 1931 zurückgegangen ist, was einer Vermin Noch mehr Regien, noch mehr Spesen... und auf was hinauf? Ich hab' dem alten Grünhut gleich gesagt... dass Ihre Tochter glücklich wird, dafür kann ich Ihnen garantieren, aber der Mitgift... Kassa im vorhinein. Und möchten Sie das für möglich halten, sein Gegenangebot ... zwanzig Prozent Anzahlung, den Rest in sechs Monatsraten auf drei Jahre Ziel. Und von der Anzahlung zieht er sich fünf Prozent Kassaskonto ab. Haben Sie gehört! Fünf Prozent Kassaskonto! Sehen Sie, gnädiger Herr, ich bin ein gerechter Mensch, und darum sag 1 ich Ihnen... fünf Prozent Kassaskonto, das ist nur ein Jud imstand.» Schmerzbewegt wackelte sein Assyrierkopf zwischen dem mottenzerfressenen Kaninchenkragen. «Was habe ich dem alten Grünhut ins Gewissen geredet. So wollen Sie Ihr Kind glücklich machen mit solche Zahlungsbedingungen, habe ich ihm gesagt. Auf dieser Weise? Alles umsonst. Zum Schluss hat er gesagt, er gibt mir auf den Saldo einen Deckungsakzept. Aber, hab' ich mir gedenkt, was hab' ich von einen Dekkungsakzept? Bis ich das begeben hab', die Diskontspesen, und dann — ich bitt' Sie, gnädiger Herr, weiss ich den Grünhut seine Bonität nach einen Jahr, von drei Jahr gar nicht zu reden? In meinen Leben habe ich nicht gehört, dass sich das verzinst, was man sagt, aus Liebe heiraten. Umgekehrt! Zuerst ein Geld, dann kommt die Liebe von selber. Ohne AUTOMOBIL-REVUE 1931 - derung von rund zehn Prozent entspricht. Wenn dagegen die Zahl der Unfälle mit Personenverletzungen oder Sachschaden von 96 000 auf 102 200 in der nämlichen Periode zugenommen hat, so ändert dies wenig oder nichts an dieser erfreulichen Tatsache. Seit dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes besteht nämlich erstmals die Verpflichtung, sämtliche Verkehrsunfälle, durch die Polizei aufnehmen zu lassen, wodurch die Zahl der Unfallereignisse, welche der Polizei zur Kenntnis kamen, entsprechend anstiegen, indem früher alle Kollisionen mit nur unbedeutender Schadenfolge nicht gemeldet wurden. Die Zunahme dieser Kategorie von Verkehrsunfällen Ist deshalb nur eine scheinbare und darf die Entwicklung bei den Unglücksfällen mit tödlichem Ausgang als allein massgebend gewertet werden. Wie sehr zu diesem erfreulichen Resultat die Bemühungen der Safety First-Organisationen beigetragen haben, geht deutlich aus den Zahlen für die einzelnen Städte hervor. Anlässlich der sogenannten Sicherheitswoche haben sich eine Reihe von Städten besonders durch aktive Propaganda und Verkehrsaufklärung ausgezeichnet und sind deren Polizeibehörden nunmehr in der glücklichen Lage, eine Verminderung der Verkehrsunfälle von 25—33 Prozent gegenüber dem Vorjahre zu vermelden und dies trotz aufgehobenen Geschwindigkeitsvorschriften. Der Generalsekretär der nationalen Safety First-Organisation erklärte, dass die statistischen Ergebnisse nur die Erfahrungen bestätigen, welche jeder aufmerksame Beobachter des Verkehrs machen könne. Die Neuregelung der Verkehrsgesetzgebung habe nämlich in grossem Umfang zu einer Steigerung des Verantwortlichkeitsgefühls aller Strassenbenützer geführt, wobei die Motorfahrzeugführer vermehrte Rücksicht auf die Fussgänger nehmen und diese wiederum sich bedeutend vorsichtiger im Strassenverkehr verhalten. Wenn auch die Erfahrungen in England nicht ohne weiteres auf schweizerische Verhältnisse übertragen werden dürfen, so beweisen sie immerhin, dass die Aufhebung von Geschwindigkeitsgrenzen noch keineswegs mit einer erhöhten Unfallgefahr identifiziert werden darf und wir alle Berechtigung haben anzunehmen, dass sich die Neuerung auch bei uns mit der Zeit in ähnlich vorteilhafter Weise auswirken werde. ß Verwarnung statt Busse. Kapital kann man kein Geschäft führen. Und was ist der Ehe? Ein Geschäft wie jedes andere. Erzählen Sie mir nix.» Pinkas Katzenstein seufzte in Erinnerung seines verlorenen Glückes in einem Tonfall, wie ein hochgespannter Kessel Dampf abbläst. «Und, gnädiger Herr, wenn Sie einmal eine feine Partie brauchen täten, ein Wort, wenn Sie sagen, und ich erkläre Ihnen, das Geschäft ist gemacht. Lachen Sie nicht, ich kenne alle Leute hier auf ihre Bonität. Ich garantiere Ihnen schon heute Zahlungsbedingungen ...» Es war ein Glück, dass Jan Szivak seinen Wortschwall unterbrach, indem er mit der Peitsche vor sich wies. «Dort wohnt der hochwohlgeborene Herr von Oberst. Bitte gehorsamst.» Mitten in der sonnendurchglühten Ebene, die sich wie die Unendlichkeit des Meeres am Horizont verlor, Kraut, Erdäpfel, Kukuruz, Kraut, Erdäpfel. Kukuruz, angelehnt an ein winziges Pa-zellchen Buschwerk, stand ein unansehnliches, stockhohes, reizloses Haus, kleine Wirtschaftsgebäude ringsumher verstreut. Der Schwenkarm eines Ziehbrunnens starrte steif in die Luft. Die Wagenräder knirschten vor der Hauseinfahrt. Jan Szivak sorang vom Bock und riss meinen Wagenschlag auf. wie wenn ein Pascha mit drei Rossschwei ; en angefahren käme. Nichts regte sich. Ich klinkte die Bekanntlich hat das Polizei-Inspektorat der Stadt Zürich die Neuerung eingeführt, dass leichte Fälle von Polizeiübertretungen durch blosse Verwarnung geahndet werden sollen. Bei dieser Verfügung handelte es sich um den Ausbau einer schon seit einiger Zeit eingeführten Verwarnungspraxis. Danach kann jeder Polizeimann bei Feststellung einer Uebertretung an Stelle einer Verzeigung den Fehlbaren entweder an Ort und Stelle oder per Telephon oder nach Zitation auf einer Wache mündlich verwarnen. Wenn jedoch nachträglich aus einer besondern Kontrolle hervorgeht, dass der Fehlbare wegen der gleichen Uebertretung in letzter Zeit bereits verwarnt worden ist, so erfolgt eine Verzeigung und schliesst sich das gewöhn liehe Verfahren in Bussensachen an. Es is ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass wede ein Recht des Fehlbaren auf eine Verwarnung' wegen Geringfügigkeit der Uebertretung, noch eine Pflicht des Polizeimannes auf blosse Verwarnung statt Verzeigung besteht. Wichtig ist noch, dass die durch die Polizeiorgane erfolgten Verwarnungen nicht in die Strafenkontrolle der kantonalen Motorfahrzeugkontrolle gemeldet werden und keine Kosten entstehen. Wenn wegen einer Uebertretung eine Vereigung an den Polizeirichter oder Statthalter erfolgt ist, so bleibt es wie bis anhin dabei, dass entweder eine Busse ausgefällt oder der Verzeigung keine Folge geleistet wird, oder auf Begehren um gerichtliche Beurteilung und Ergänzung der Untersuchung die Busse aufgehoben oder herabgesetzt wird. Eine blosse Verwarnung im Sinne der eingangs erwähnten Verfügung des Polizei-Inspektorats ist dagegen nicht mehr möglich. Allerdings kann der Polizeirichter bei Uebertretung städtischer Polizeivorschriften, z. B. betr. Parkierung und Einbahnstrasse, gestützt auf Art. 183 der allgemeinen Polizei- Verordnung der Stadt Zürich an Stelle einer Busse eine schriftliche Verwarnung verfügen. Diese Verwarnung kommt aber in die Strafenkontrolle, hat Kosten für die Ausfertigung und Zustellung zur Folge und kann wegen der Gleichstellung mit der Busse auch vor Gericht gebracht werden. Bei Verletzung kantonaler oder Konkordatsvorschriften ist jedoch eine solche schriftliche Verwarnung, im Gegensatz zur mündlichen Verwarnung durch das Polizei-Inspektorat nicht möglich, weil diese Uebertretungen gemäss den betreffenden gesetzlichen Vorschriften mit Busse bestraft werden müssen. Dr. Meyer-Wild. Ausbau der Seestrasse Greppen-Vitznau. Die Sirasse Greppen-Weggis-Vitznau zur Kantonsstrasse erklärt. Der Grosse Rat des Kantons Luzern hatte sich am 1. Dezember zu einem Dekretsvorschlag betreffend Versetzung der Gemeindestrassen Greppen-Weggis-Vitznau in die Klasse der Kantonsstrassen auszusprechen und über die Korrektion und den Aubau dieser wichtigen Verkehrsader zu beschliessen. Der Referent der Grossratskommission stellte fest, dass alle Bedingungen zur Versetzung, dieser Strasse, mit Ausnahme einer einzigen, erfüllt seien: Die Gemeinden seien nicht in der Lage, den notwendigen Ausbau deT Strasse aus eigenen Mitteln zu bewerkstelligen. Durch das Dekret wird der Regierungsrat berechtigt, die Strasse auszubauen und dem grossen Autoverkehr links des Ufers anzupassen. Die Breite der Strasse soll von der Kantonsgrenze bei Greppen bis nach Weggis auf sechs Meter ausgebaut und mit staubfreiem Belag versehen werden. Der Rest des Strassenstückes soll annähernd auf gleiche Breite gebracht werden. Die Berechnungen haben für den Ausbau, den modernen Belag und das Trottoir eine Voranschlagssumme von 1,71 Millionen Fr. ergeben, wovon 1,18 Millionen Fr. auf die Korrektionskosten und 0,53 Millionen Fr. auf die Erstellung des Belages entfallen. Die Regierung kommt den Gemeinden angesichts schwere Eingangstüre auf und stand in einer kahlen, mit abgenützten Steinfliesen bedeckten Vorhalle. Im Halbdunkel des Hintergrundes, dort, wo das einzige Fenster etwas Licht einliess, sass mit dem Rücken gegen die Tür, durch welche ich eingetreten war, ein menschliches Wesen, zwischen den Knien ein Cello eingeklemmt, vor ihm auf einer Kiste ein aufgeklapptes Notenheft, brummte und summte eine Melodie vor sich hin, während er mit dem Cellobogen den Takt schlug. Ich räusperte mich. Wie der Blitz sprang der Musiker auf, stand stramm wie eine Bildsäule, während er sein Instrument wie ein Gewehr bei Fuss hielt. Der Typus des alten Offiziersdieners. «Der Oberst zu Hause?» «Zu Befehl.» Mit einer strammen Bewegung machte er kehrt und marschierte auf eine Seitentüre los, dass seine halbhohen Reiterstiefel auf den Steinfliesen dröhnten. Wenige Augenblicke später stand er wieder vor mir und schritt mir in das obere! Stockwerk voran. Einfach und schlicht eingerichtete Zimmer von peinlicher Sauberkeit. Die Töne einer Geige schlugen an mein Ohr. Ein musikalisches Haus. Mein Führer riss eine Tür vor mir auf, blieb stramm vor derselben stehen und Hess mich eintreten. (Fortsetzung folgt.)

99 - 1931 AUTOMOBIL-REVUE departement rechnet damit, das Teilstück von der Grenze bei Küssnacht bis zur anderen , Grenze bei Lützelau vor dem Einsetzen der Hochsaison 1932 ausgebaut zu haben. In der Abstimmung im Grossen Rat wurde der Dekretentwurf glatt angenommen. Mit diesem Beschluss des luzernischen Grossen Rates wird ein seit Jahren dringliches Strassenbaupostulat am Vierwaldstättersee verwirklicht, lt. Schwe Ständerat und Strolchenfahrt-Artikel. Die Kommission des Ständerates für das Verkehrsgesetz hat unter dem Vorsitz ihres Präsidenten, Dr. Bolli, und in Anwesenheit von Bundespräsident Dr. Häberlin den Vorschlag des Bundesrates zur Neuformulierung des Art. 52bis (siehe A.R. Nr. 97) durchberaten. Die Mehrheit entschied sich prinzipiell für das Projekt des Bundesrates, wonach sich die durch den Bund abzuschliessende Versicherung nur auf Personen-, nicht aber Sachschäden bezieht. Der ursprüngliche Antrag von Dr. Klöti sah aber die Deckung beider Schadensarten durch die Versicherung vor, und er hielt an dieser Fassung fest. Weiterhin wünscht er die Einbeziehung der Sachschäden in die Versicherung, wenn der Fahrer, welcher das Unfallereignis verursacht hat, flüchtig ist oder nicht eruiert werden kann, oder wenn für das Fahrzeug, das die Kollision herbeigeführt hat, keine Versicherung besteht. Eine zweite Variante eines Minderheitsantrages deckt sich mit dem bundesrätlichen Entwurf, will aber den Sachschaden mit einbeziehen. Ein dritter Gegenantrag schliesst sich der Fassung Dr. Klöti an, will aber nur den Sachschaden einbezogen wissen ohne 'die weiteren von ihm vorgesehenen Schadensfälle. Es wimmelt also nur so von Anträgen, und es scheint, als ob dieser Artikel im Plenum noch eine ausgedehnte Diskussion erfahren wird. Hoffentlich erfährt der bundesrätliche Entwurf durch Erweiterungen oder Abstriche aller Art nicht eine allzustarke Abänderung und Entstellung. Man kann entschieden in Humanitäts- und Versicherungsbestrebungen auch zu weit gehen. Die Renovation der Berner Kornhausbrücke beendigt. In den ersten Tagen dieses Monats wurde die Kornhausbrücke in Bern, die seit dem 3. August für den Fahrverkehr gesperrt war, wieder freigegeben. Das frühere Holzpflaster ist nun einem hartkörnigen Gussasphaltbelag gewichen. Der Randstein der iTrottoirs wurde von 6 auf 22 cm erhöht, womit unseres Erachtens das gefährliche Ueberfahren des Trottoirrandsteines durch Automobile in den meisten Fällen verunmöglicht wird. Der Brückenunterbau wurde in verschiedenen Teilen ausgebessert. Neben der neuen Lorrainebrücke, die mehr als die Hälfte des Fahrverkehrs zwischen der Inner- sowie Oberstadt und dem Breitenrainquartier aufnimmt, wird nun die verbesserte Kornhausbrücke wieder den andern Teil des Verkehrs bewältigen und den zeitgemässen Ansprüchen wieder Genüge leisten. lt. Autobus-Verkehr Thun-Dürrenast-Gwatt. Die Frage der Errichtung einer Autobuslinie zwischen Thun und den Vorortsgemeinden Dürrenast und Gwatt hat bekanntlich viel Staub aufgeworfen, da die Lötschbergbahn die Errichtung dieser Autobuslinie als Beschneidung ihrer Verkehrsinteressen betrachtete. Das Konzessionsgesuch der Initianten, die sich durch die starken Anfechtungen nicht beirren Hessen, liegt gegenwärtig bei der Oberpostdirektion. Vor einigen Tagen debattierte man in einer Versammlung in Dürrenast in lebhafter lind langdauernder Aussprache das Für und das Wider der Einführung des Autobusverkehrs zwischen Thun und Gwatt. Es wurde dabei festgestellt, dass der- Bahnverkehr den an der Staatsstrasse Thun-Spiez gelegenen Quartieren recht wenig nützt und dass allein der Autobus den Vorteil habe, die Ausdehnung der Gesamtgemeinde Thun, die sich speziell am linken Ufer vollziehen müsste, zu fördern. Die Vertreter der Quartierleiste Dürrenast und Gwatt kritisierten die skeptische Haltung der Behörden gegenüber dem Projekt und stellten fest, dass die allzu starke Rücksichtnahme auf die Lötschbergbahn den Forderungen der einheimischen Bevölkerung zuwiderlaufe. In verschiedenen Voten kamen auch Vorteile zum Ausdruck, die der Autobusverkehr der Stadtbevölkerung bieten wird. Die 150- köpfige Versammlung plädierte mit 100 ge- ^en 34 Stimmen und einigen Enthaltungen Wirkungsvoll für die Durchführung des Projektes. Der Gemeinderat Thun ist prinzipiell für das Projekt, nimmt aber, da er den Bahninteressen nicht zu nahe treten will, eine unbestimmte Haltung ein, die zwischen Autobus und Bahn lavieren will. Das nächste N Wort in der Angelegenheit wird nun die Oberpostdirektion zu sprechen haben. U s*> «h« Die Rennfahrer-Equipen der nächsten Saison. Bereits kennt man, von gewissen zu erwartenden Aenderungen noch abgesehen, die Equipen der offiziell an den grossen Rennen der nächstjährigen Saison teilnehmenden Firmen. Alfa Romeo wird für 1932 Campari, Nuvolari und Borzacchini an die Rennen entsenden. Je nach Umständen wird die Equipe der Mailänder-Firma durch Minoia, Marinoni und Minozzi ergänzt. Es steht bereits fest, dass Alfa Romeo nächstes Jahr an allen grossen in- und ausländischen Rennveranstaltungen teilnehmen wird, so z. B. am Grossen Preis von Monte Carlo, der Mille Miglia, der Targa Florip, dem Grossen Königspreis von Rom, dem Montenero-Rennen, 24 Stunden von Spa, englische Tourist-Trophy, 24 Stunden von Le Mans und an den grossen internationalen Preisen. Auch Bugatti hat seine Equipe für das nächste Jahr bereits formiert. Die Fahrer sind, wie dieses Jahr, Varzi, Chiron und Bouriat. Varzi soll unter Umständen auf Maserati an verschiedenen italienischen Rennen als Einzelfahrer teilnehmen. In Italien nimmt man diese Meldung des « verlorenen Sohnes » mit grosser Freude auf, da Varzi auf diese Weise seine alte Anhänglichkeit zum Heimatland dokumentiert. Auch Bugatti beabsichtigt, seine Equipe an alle grossen Autosportnale Rekorde konnten aufgestellt werden, Fahrern ausgezeichnet. Elf neue internatioveranstaltungen des nächsten Jahres zu entsenden. Wir werden so eine Fortsetzung des Rekorde: von denen zwei Weltrekorde sind. Die neuen 6 Stunden: 940,300 km (Stundenmittel: 156,718 interessanten Zweikampfes Bugatti-Alfa Romeo erleben, der in diesem Jahre zu keinem 12 Stunden: 1872,469 km (Stundenmittel: 156.039 Kilometer). definitiven Ergebnis gelangte. Kilometer). 2000 km: 13 Std. 5' 3" 94/100 (Stundenmittel: Als Dritter im Bunde kommt natürlich auch 152,854 km). wieder Maserati hinzu, der, wie wir bereits 3000 km- 19 Std. 26' 25" 73/100 (Stundenmittel: gemeldet haben, in aller Stille seine Vorbereitungen trifft. Bis jetzt hat sich der Kon- 2000 Meilen: 20 Std. 49' 29" 7/100 (Stundenmit- 154.317 km). strukteur A. Maserati, seinen Bruder E. Maserati sowie Fagioli für die nächste Saison ge- Kilometer). tel: 154.560 km). 24 Stunden: 3703,489 km (Stundenmittel: 154,312 sichert. Wie verlautet, soll Caracciola mit 4000 km: 26 Std. 30' 38" 2/100 (Stundenmittel: Maserati in Engagements-Verhandlungen eingetreten sein. Nähere Angaben über die Ge- 3000 Meilen: 31 Std. 48' 60/100 (Stundenmittel: 150,888 km). 151,824 km). rüchte fehlen allerdings noch. Maserati beginnt bereits in den nächsten Tagen mit der 151,021 km). 5000 km: 33 Std. 6' 28" 97/100 (Stundenmittel: Ausprobierung des neuen Dreiliter-Achtzylinder-Rennwagens mit Vorderradantrieb, x. mittel: 151.232 km). 4000 Meilen: 42 Std. 33' 57" 87/100 (Stunden- 48 Stunden: 7292,069 km (Stundenmittel: 151,918 Neue internationale Rekorde in Monflhery. Kilometer). Die italienischen Fahrer Zehender, Pesato Zwei von diesen elf neuen internationalen und Chinetti starteten vergangenen Samstag Klassenrekorden sind gleichzeitig auch Weltrekorde aller Kategorien, nämlich: 4000 Mei- auf der Bahn von Montlhery mit einem Alfa Romeo-Sechszylinder (1750 ccm), um die len: 42 Std. 33' 57" 87/100 (Stundenmittel bestehenden internationalen Rekorde dieser 151*232 km), ferner 48 Std.: 7292,069 km Klasse anzugreifen. Der Versuch gelang den i (Stundenmittel 151.918 km). x. Der neue HANOMAG mit ein bequemer, geräumiger 4-PIätzer. Zentral- Chassisschmierung, hydraulische Innenbackenbremse,4 hydraulische Stossdämpfer, öl-, Luft-, Benzin-Filter. Vorzügliches Beschleunigungsund Steigvermögen. Widerstandsfähiger Bergwagen. Nur 6 Steuer-PS. Blick in den Salon der Lastwagen in Paris. Ganzstahl - Karosserie BASEC/chlofferbecic^üRicH VAUTOMOBILE A.GV Tel. 24.860 Tel. 26.964 (Photo Meunsse.) London-Brighton-Rennen der Patriarchen. Die traditionelle «Renn»-Veranstaltung London-Brighton der Automobile, die vor dem Jahre 1905 gebaut wurden, fand kürzlich wiederum bei einer Beteiligung von 51 Maschinen statt. Auf der aufregenden Hetzfahrt ging verschiedenen Patriarchen des Automobilismus die Puste aus. 18 Wagen legten die Strecke mit einer das Stundenmittel von 20 Meilen überschreitenden Schnelligkeit zurück. Der erste der atemraubenden Konkurrenz stellte ein Stundenmittel von 24,2 Meilen auf. Unter den Teilnehmern war auch der Weltrekordfahrer Sir Malcolm Campbell, der auf einem Rolls-Royce 1903 dem Ziel entgegengondelte. Die Resultate : 1. A. H. R. Fedden (Mercedes 1903), Stundenmittel: 24,24 Meilen; 2. 0. R. Shuttleworth (Panhard- Levassor 1897). Mittel: 21.95 Meilen; 3. S. G. Cummings (Peugeot 1900), Mittel: 22.12 Meilen; 4. Fiat Ltd. (Fiat 1901), Mittel: 24,30'Meilen; 5. W. Keppel (De Dion Bouton 1901), Mittel: 22,95 Meilen. Verbesserung der Targa Florio - Rundstrecke. Wie erinnerlich, gingen zu Beginn dieses Jahres über Sizilien schwere Regenstürme nieder, die gewaltige Ueberschwemmungen verursachten. Ein grosser Teil der bekannten kleineren Rundstrecke der Madonie, auf der jedes Jahr das Targa Florio-Rennen ausgetragen wurde, fiel den wilden Fluten zum Opfer. Man musste deshalb dieses Jahr das Rennen auf der grossen, nicht stark beschädigten Rundstrecke austragen lassen, die indessen zu viele Schwierigkeiten aller Art bietet, als dass ihre erneute Benützung sich lohnen würde. Der tatkräftige Präsident des Automobilclubs von Sizilien, Vincenzo Florio, verlangte von der Regierung die Gewährung grösserer Kredite zum sofortigen Ausbau der teilweise zerstörten Strecke. Wie nun bekannt wird, bewilligte die Regierung für die Korrekttansarbeiten einen Betrag von 1,500,000 Lire. 700 Arbeiter wurden sofort nach der Madonie entsandt, um die Arbeiten in Angriff zu nehmen. Neben dem Ausbau der ganz oder teilweise zerstörten Strassenrundstrecke wird auch eine 10 km lange, vollständig neue, den modernsten Verhältnissen entsprechende Strecke erstellt werden. x. VarzJ und Chiron auf Bugatti beim Grossen Prefs von Schweden. Achille Varzi und Louis Chiron, die beiden hervorragenden Bugattifahrer, haben die feste Absicht, im Jahre 1932 schon früh wieder aktiv einzusetzen. Die Organisatoren des Grossen Winterpreises von Schweden, der am 28. Februar ausgefahren wird, haben die beiden berühmten Fahrer zur Teilnahme eingeladen, und es darf als feststehend angenommen werden, dass das schwedische Rennen durch die Teilnahme der beiden Konkurrenten bereichert wird. Der Grosse Preis von Schweden wird auf einer Rundstrecke ausgetragen, die 50 km lang ist und achtmal befahren werden muss; sie befindet sich ungefähr 150 km nördlich von Stockholm. x. Ehrung italienischer Rennfahrer. Die italienische Regierung hat einen neuen Beweis ihrer grossen Sympathie für den Automobilsport abgelegt. Die hervorragenden italienischen Rennfahrer Campari, Nuvolari, Varzi und Maserati wurden von der italienischen Krone mit den folgenden Titeln beehrt: Campari wurde zum Kommandanten und Nuvolari, Varzi und E. Maserati zu Offizieren ernannt. mb. Damen-Sternfahrt Parls-St-Raphael. Zum vierten Male findet vom 24.—28. Februar, organisiert vom französischen Automobilclub du Var, dem «Journal» und dem «Auto», die Damen-Sternfahrt von Paris nach Saint-Raphael statt. Die Konkurrenz zerfällt in vier Tagesetappen: Paris-Vichy; Vichy-Grenoble; Grenoble-Digne und Digne-Marseille-Saint- Raphael. Die Veranstaltung ist mit 100 000 franz. Franken an Preisen dotiert. x