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E_1931_Zeitung_Nr.101

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Die eidgenössische

Die eidgenössische Subvention für die Passwangstrasse. Der Kanton Solothurn hat, wie wir bereits früher ausführlich berichtet haben, beim Bund eine Subvention für den Bau der Strasse von Mümliswil über den Passwang bis Schachen bei Beinwil nachgesucht. Die Kosten des Baues sind auf 1,36 Millionen Franken veranschlagt, an die der Kanton eine Bundessubvention von 40% oder 544,000 Fr. erwartet. Der Kommissionsreferent hat in der Sitzung vom Mittwoch die Bedeutung der Strasse nochmals ins richtige Licht gesetzt. Sie stellt eine äusserst wichtige und stark verkürzte Verbindung zwischen dem Aare- und dem Birstal dar und wird die durch den Solothurner Jura bedingte scharfe Teilung des Kantons in zwei getrennte Gebiete überbrücken helfen. Durch diese engere Verbindung der beiden Kantonsgebiete erhofft man einen entsprechenden Aufschwung des kantonalen und durchgehenden Verkehrs sowie, eine bedeutende Belebung der Wirtschaft jener Gebiete. Auch wird der Autotourismus sich diese Strasse zunutze machen, da damit viele Juratäler erschlossen werden, welche reich an landschaftlichen Schönheiten sind und die bisher abseits jedes Motorfahrzeugverkehrs lagen. An der Erstellung der neuen Strasse haben nicht nur der Kanton Solothurn, sondern auch die Nachbarkantone dies- und jenseits des Passwang ein grosses Interesse. Herr Bundesrat Dr. Meyer weist auf die Bundesverfassung hin, welche die Unterstützung von Bauten von allgemein schweizerischem Interesse durch den Bund gestattet. Auch nach seiner Auffassung treffen für dieses Strassenprojekt die Voraussetzungen hiefür zu. Der Verkehr, welcher die Strassen beleben wird, hat nicht lokalen, sondern Durchgangscharakter. Um aber durch die Gewährung dieser Subvention den Appetit der übrigen Kantone nicht allzusehr anzuregen, möchte der Sprecher des Bundesrates festgestellt haben, dass mit der Kostenbeteiligung des Bundes am Passwang kein Präjudiz für andere interkantonale Strassenprojekte geschaffen werde. Wir haben zwar unsererseits je und je auf die Notwendigkeit einer regeren Beteiligung des Bundes an bedeutsamen Strassenprojekten hingewiesen und halten nach wie vor den jetzigen Zeitpunkt mit seiner beträchtlichen Arbeitslosigkeit als wirtschaftlich besonders günstig für die Ausführung von Strassenarbeiten. Der Rat beschliesst ohne Opposition Eintreten auf das Geschäft und es wird die Vorlage auf Ausrichtung des Bundesbeitrages in obenerwähntem Umfang einstimmig gutgeheissen. z. Was bedeutet die Psychotechnik für den Automobilisten? Aus einem Vortrag von Dr. F. Bossart. Um die Jahrhundertwende begann man in Amerika das Problem Mensch zu studieren und die experimentelle Psychologie, ihre Ergebnisse und Forschungsverfahren in den Dienst der Förderung praktischer Kulturziele zu stellen. Die Wissenschaft von den seelischen Vorgängen, schon im Altertum gepflegt, bekam es nun mit der Technik zu tun. In Deutschland fand sie rasch Eingang und mit allerhand mehr oder weniger komplizierten Apparaten wurden im Laboratorium Arbeitsproben und Leistungen von übbaren Fähigkeiten gemessen. Aus der Ueberlegung, dass man zwar Fähigkeiten üben, Intelligenz und Wahrnehmungen untersuchen, aber nur schwer Veranlagung und Charakter messen kann, entstand im Psychotechnischen Institut Total 100.00% Unvermeidlich war also ein ganz verschwindend kleiner Prozentsatz (1,37 %), während alle übrigen Unfälle irgendwie hätten ungeschehen bleiben können. Wichtig ist vor allem, dass mehr als vier Fünftel der Ereignisse auf menschliche Fehler und Mängel zurückzuführen sind. So bedenklich dies einerseits sein mag, so ermutigend ist diese Tatsache insofern, als doch die Möglichkeit besteht, durch Behebung oder Eindämmung dieser Unzulänglichkeiten eine Hauptgefahr für die Strassenbenützer noch bedeutend einlodie vor sich hin und trommelte dazu auf dem Deckel des Spinetts den Takt. Mit einem kurzen Ruck brach er ab, schritt auf mich zu und Hess sich in eine Kanapeecke fallen. Das mattgelbe Licht der kleinen Petroleumlampe warf im dunklen Zimmer seinen Lichtschein auf sein scharfgeschnittenes Landsknechtgesicht, das von der Erregung, in die er sich hineingesprochen hatte, leicht gerötet war. Ununterbrochen strich er sich über den kurzgeschorenen, ergrauten Stafchelkopf. «Du meinst vielleicht, wie viele, dass meine leidenschaftliche Hingabe für die Musik eine Alterstorheit sei. Das ist ein Irrtum. Schon als junger Offizier war ich nicht so wie die andern. Und trotzdem war ich j'ung und mir meiner Jugend bewusst, nur war ich es in einer andern Weise. Ich weiss, man lachte und spöttelte über mich, man zuckte bedauernd die Achseln, weil ich daheim auf meiner Geige kratzte, während die andern nichts im Kopf hatten wie Weiber und Pferde. Man hielt mich für einen entarteten Menschen, weil mir der Mittelsatz der zweiten Beethoven-Symphonie näher stand wie das Finish im letzten Derby, und betrachtete mich als minderwertig, weil mir der richtige Fingersatz in der grossen Kadenz von Leonard mehr galt wie ein gebrochenes Schlüsselbein.» Der alte Herr lächelte verächtlich. in Zürich eine neue Richtung der jungen und vielfach angezweifelten Wissenschaft der Psychotechnik. Ein solcher Seelenforscher und Menschenkenner, dem weder das Unheimliche des starren Gelehrten noch das Strenge des Inquisitors anhaftet, stand in der Person des Leiters dieses aufstrebenden Zürcher Instituts, Dr. Fritz Bossart, vor einem ansehnlichen Kreis von Mitgliedern der Sektion Zürich des T. C. S., um die Anwendung dieses Wissenszweiges auf den Automobilismus klarzulegen. Die Aufgabe Dr. Bossarts war nicht leicht, in dem gegebenen Rahmen eine leichtfassliche Abhandlung über das Wesen der Psychotechnik und der von ihr angewandten Methoden zu geben. Dass er ein hervorragender und geschulter Psychologe ist, bewies er am Mittwoch abend, indem er gut zwei Stunden seine Zuhörer im Bann einer nichtvertrauten Materie zu halten wusste. Vor allem galten seine Ausführungen der Untersuchung von Unfällen und den Ursachen, die sie veranlassen. Hier hat die Psychotechnik aus der Praxis weitgehende Erfahrungen gesammelt, die sie, im Unterschiede zum Gesetz, das nur die Uebertretung gewisser Vorschriften kennt, im mangelhaften Verhalten des Menschen sucht. Diese psychologisch bedingten Ursachen können durch Milieu- Einflüsse, durch unrichtiges Anlernen, durch mangelhaftes Reaktionsvermögen, durch ungeeignete Charakter-Veranlagung, mangelndes Verantwortungsgefühl und verschiedene andere in der Psychologie verankerten Eigenschaften gesucht werden. Sie in einer wirtschaftlich praktischen Zeit zu untersuchen und festzustellen, haben die im Zürcher Institut angewandten Methoden ermöglicht. Wenn die strenge Wissenschaft einwendet, dass der Arzt diese Beobachtungen nur im Verlaufe von Wochen anzustellen imstande ist, so stehen dem Psychotechniker, als dem praktischen Seelen- und Menschenkenner, nur wenige Stunden zur Verfügung, um sich ein feststehendes Urteil zu bilden. Hier hat auch die Kritik und das Misstrauen eingesetzt und nur langsam, aber mit stets wachsendem Erfolg, dringt sich die Erkenntnis durch, dass der Psychotechniker bei normal veranlagten Menschen, also bei solchen Individuen, deren Konstitution keiner ärztlichen Behandlung bedarf, in den allermeisten Fällen seine physische Eignung für gewisse Berufe nachweisen kann. Um auf den Automobilismus zurückzugreifen, wurde ausgeführt, dass sich auch die kantonale Automobilkontrolle in zweifelhaften Fällen •'•stets der Gutachten des Psychotechnischen Instistuts bedient. Aus den psychologischen Beobachtungen und Messungen, wozu noch gerne die Ergebnisse der Graphologie hinzugezogen werden, kann die Berufseignung stets mit einer gewissen Sicherheit festgestellt werden. Beim Automobilisten wird vor allem die Geistesgegenwart neben seinen physischen Eignungen festzustellen sein. Die Geistesgegenwart ergibt sich aus verschiedenen Charakterelementen und deren lebendigem Zusammenspiel. Aber auch die automatische Reaktionsfähigkeit spielt beim Autofahren eine grosse Rolle, ebenso die rasche Auffassung. Einige interessante Beispiele konnten anschaulich die Bedeutung der psychotechnischen Pröfungsmethode veranschaulichen, die dem Kandidaten eigentlich niemals als eine entscheidende Prüfung zum Bewusstsein gebracht werden darf. Hier scheinen die von Dr. Bosshart und seinen Mitarbeitern angewandten Mittel neue, erfolgreiche Wege betreten zu haben, die vor allem die Hemmungen zu beseitigen wissen und dadurch ein «Zünde dir eine Zigarre an, mein Sohn. Ich weiss, ich langweile dich, aber ich bin gleich fertig. Allein es ist mir ein Bedürfnis, mein altes Herz ausschütten zu können, denn du bist doch einer meiner Herren, ein Stück von mir. Und hier in dieser Einöde kann ich mit niemandem vom Herzen weg reden. Höchstens mit der ErzsSbet. Sie ist die einzige, die mich versteht. Aber diese Janitscharen! Was willst du von Menschen haben, die sich an nichts begeistern können, als an dem albernen Gefiedel ihrer Zigeuner. Anfangs, als ich sie noch nicht verstand, Hess ich mich einmal verleiten und wollte sie bekehren. Ich nahm einem Zigeunerprimas seine Geige weg und spielte ihnen den Mittelsatz einer Violinsonate von Mozart vor. Zuerst sahen sie mich dumm an, dann... dann stimmte einer unter ihnen einen ihrer tatarischen Schlachtgesänge an, und als ich ihnen erklärte, das sei vielleicht bei den Siouxindianern Musik, und das Streichquintett von Beethoven in C-Dur werde noch leben, wenn der letzte Zigeuner krepiert sei, da fuhren sie wie die Besessenen auf mich los, und der alte Meszäros erklärte mir, krebsrot vor Wut, das sei eine unerhörte Beleidigung der ungarischen Nation, und erbot sich, mir am nächsten Tag eine Pistolenkugel in den Bauch zu schiessen, dass ich sechs Meter hoch in die Luft springe.» Der Oberst lachte AUTOMOBIL-REVUE 1931 - N° 101 Resultat zeitigen, das dann die moralische Verantwortung für das abgegebene Gutachten stärkt. Aus der lebhaft benützten Diskussion war zu ersehen, dass der Vortragende in ein wenig bekanntes und vielfach angezweifeltes Gebiet in verhältnismässig kurzer Zeit doch viel Einsicht gewährt hat. Wenn man bedenkt, dass die Psychotechnik heute schon in vielen Fabrikbetrieben und Unternehmungen aller Art gewissermassen als obligatorische Grundlage für die Berufseignung herangezogen wird, so kann man verstehen, dass ihre Anwendung auf den Autolenker von nicht zu unterschätzender Bedeutung geworden ist. Zum Schlitze des Einzelnen und der Allgemeinheit wird immer mehr die psychotechnische Untersuchune des angehenden Automobilisten notwendig. T. Strassenwesen am Thunersee. Im Jahresbericht des Verkehrsverbandes Thunersee findet sich folgende Stelle : Auf Grund einer dringlichen Eingabe des Verkehrsverbandes Thunersee an die Baudirektion des Kantons Bern wurde vor Beginn der Hochsaison die Strassenstrecke Tbun-Hilterfingen provisorisch instand gestellt und wenigstens die schlimmsten Mängel behoben. Trotzdem sind die Verhältnisse auf dem rechten Thunerseeufer für den Autoverkehr unhaltbar. Diese Strasse, welche mit Recht als die landschaftlich schönste Talstrasse der Schweiz bezeichnet wird, befindet sich teilweise in einem ganz schlechten Zustande. Dazu kommen die häufigen Ueberquerungen der S. T. I., die für die Automobilisten eine ständige Gefahr bedeuten und zur Folge haben, dass die Strasse je länger je mehr gemieden wird. Auf grossen Automobilkarten und in Automobilführern ist unsere rechte Thunersee-Strasse als Durchgangsstrasse überhaupt nicht aufgeführt. Zählungen auf der Strecke Beatenbucht-Interlaken und Därligen-Interlaken haben ergeben dass sich der Autoverkehr durchschnittlich zu 80 bis 90% linksufrig und nur zu 10 bis 20% rechtsufrig abwickelt. Diese Zustände bedeuten einen ausfierordentlich schweren Schaden für unsere Hotellerie am rechten Seeufer, und es muss daher mit allem Nachdruck eine rasche und zufriedenstellende Lösung der Strasscnfrage angestrebt werden. Solange sich aber unsere Behörden und vor sich hin. «Als wir damals mit Mühe und Not friedlich auseinandergingen — nach dieser masslosen Beschimpfung der ungarischen Nation durch mich —, war es allen klar, dass ich ein geschworener Feind Ungarns sei. Nur der Aladär von Takäcs nahm mich nachher vertraulich unter den Arm und beruhigte mich, besser gesagt, entschuldigte seine Connationalen... das sei halt einmal deren Schwäche... und wenn der Ungar die dritte Flasche Wein im Leibe habe und noch dazu Zigeunermusik höre, dann dürfe man von ihm nicht verlangen» dass er zurechnungsfähig sei. Das verstünde wieder ich nicht. Er sei auch meiner Ansicht, aber... Musik sei doch Empfindungssache ... für die es kein Exerzierreglement gäbe. Nur möge ich es, Gott behüte, den andern nicht verraten, dass er meine Meinung teile, Du musst nämlich wissen, mein Sohn, der Aladär von Takäcs ist eine Missgeburt, denn seine Mutter ist eine Baronin Kellermann. Jeden Dienstag spielen wir bei mir Trio. So auch heute.» «Wieso Trio, Herr Oberst?» «Klaviertrio. Der Aladär spielt Klavier, ich die Geige und mein Polifka Cello. Den habe ich mir seiner Zeit als junger Offizier als Burschen genommen, weil er vom Cello eine Ahnung hatte. Weisst du, der Polifka spielt noch ärger wie ich. Aber zur Not geht es. Jetzt übt er gerade den Triolensatz aus dem Verkehrsinteressenten in bezug auf die Traktionsfrage in zwei feindlichen Lagern gegenüberstehen, kann jedoch auch mit der so überaus dringenden Strassenkorrektions-Frage auf keine Lösung gerechnet werden. Möge daher recht bald eine Einigung erzielt werden, die allen Beteiligten diejenigen Vorteile bringt, deren sie zu ihrer gesunden Weiterexistenz dringend bedürfen. Unsere Leser kennen den Standpunkt der Automobilisten in dieser Sache zur Genüge; der Leidensweg am Thunersee ist in unserem Blatt in allen Tonarten geschildert worden; niemand ist kräftiger für die Beseitigung der rechtsufrigen Verkehrsschwierigkeiten eingetreten als wir. Den Vorwurf, dass die grossen Autokarten und Führer die rechtsufrige Seestrasse nicht als Durchgangsstrasse kennzeichnen, können wir nicht gelten lassen, "wir haben hierüber unsern Standpunkt wiederholt an massgebender Stelle zum Ausdruck gebracht. Früher wurde in den von uns herausgegebenen Karten und Führern die rechtsufrige Seestrasse der linksufrigen Strecke gegenüber in Vordergrund gestellt; durch Einlage des Bahntrace hat die Rechtsufrige ihren Charakter als Durchgangsstrasse eingebüsst; abgesehen von dem inzwischen erfolgten grosszügigen, linksufrigen Strassenbau wäre es ein unverzeihlicher Fehler gegenüber allen Automobilisten, welche die Strassenverhältnisse nicht kennen, wenn Karten und Führer von den Schwierigkeiten der rechtsufrigen Strecke keine Notiz nehmen wollten. Vollständig einig gehen wir mit dem Verfasser des Berichtes, dass, so lange die Traktionsfrage der Bahn und die Strassenkorrektion nicht geregelt ist, die rechtsufrigen Verkehrsinteressenten aus dem Automobil nicht diejenigen Vorteile ziehen können, die sie für ihre Weiterexistenz dringend bedürfen. Die Red. Verkehrsunfälle und ihre Ursachen. London, Dez. 1931. Mit der Einführung des neuen Verkehrsgesetzes in England ist nun auch die Verkehrsstatistik auf gesetzlichen Boden gestellt. Vor diesem Zeitpunkt war es der privaten Initiative überlassen, dieses Zahlenmaterial zu sammeln und daraus die für die Verkehrsgestaltung wichtigen Schlüsse zu ziehen. Der englische Safety First-Verband hat seinerzeit diese Aufgabe übernommen und seit 1926 alljährlich mit Unterstützung durch die Mehrheit der Gerichtspräsidenten nicht nur die Zahl der Verkehrsunfälle, sondern vorab ihre Verursachung registriert. Die Analyse dieser Zahlen musste mithelfen, Mittel und Wege zur Herabminderung der Unfallhäufigkeit zu finden. Tatsächlich zeigten denn auch bald die Resultate der sich jährlich wiederholenden Erhebungen, dass den Zahlen eine gewisse Konstanz und Gesetzmässigkeit zukam und aus ihnen vielerlei für die Behebung der Unsicherheit auf der Strasse abzuleiten war. Ermuntert durch die Resultate der Enqueten in den Jahren 1926 bis 1928 (über welche Ihr Londoner Korrespondent in der «Automobil-Revue» seinerzeit ausführlich berichtet hat) wurde die Statistik im Jahre 1929 erweitert, indem nicht nur zwei Sommermonate, sondern das ganze zweite Halbjahr statistisch erfasst wurde. Die Ergebnisse der zweimonatlichen Beobachtung im Jahre 1929 wurden bereits in diesem Blatte kommentiert («A.-R.» Nr. 104, 1929). Erst im Laufe dieses Sommers sind nun die Ergebnisse der erweiterten Beobachtungsperiode bekanntgegeben worden. Sie verdienen noch ausserhalb des Landes Beachtung, insbesondere auch deshalb, als u. W. keine Unfallstatistik so sorgfältig und eingehend geführt wird, wie gerade die englische. Als Berechnungsgrundlage dienten 2110 gerichtlich abgeurteilte Verkehrsunfälle, welche den Tod von 2194 Personen zur Folge hatten. Es sind also nur die schwersten Unfälle berücksichtigt worden, deren Verursachung durch Polizei und Sachverständige mit aller Sorgfalt und Gründlichkeit festgestellt worden ist. Die nachstehenden statistischen Ergebnisse sind deshalb absolut zuverlässig und es haften ihnen keinesfalls die Mängel jener Untersuchungen an, welche sich nur auf einen ersten Polizeirapport stützen (wie dies z. T. auch für einzelne schweizerische Unfallstatistiken gilt). Die Unfallursachen wurden dabei nach folgenden Hauptgruppen gesichtet: Fehler durch Menschen verursacht Tiere 84,69% 0.85% MangelndeT Strassen zustand 3.08% Mangelhafter Zustand von Fahrzeugen Wetterunbilden 2.47% 3,03% Feuer 0,24% Zusammenwirken unglückl. Umstände 4,27% Unvermeidbare Unfälle 1.37% Schubert-Trio in Es-Dur. Das ist bei mir allerhöchster Dienst. Manchmal denke ich mir im stillen auch, Zigeuner spielen besser. Es hört natürlich niemand zu, ausser der Erssebet, und der gefällt es. Das ist die Hauptsache. Und nach jedem Satz steht der Aladär von Takäcs auf und küsst der Erzsebet die Hand, weil es ihr so gut gefiel. Dabei hat sie gewöhnlich gar nichts gesagt. Aber die Erzsebet hat recht, wenn sie sagt, Musik, an der man sich begeistern kann, die kann man nie schlecht genug spielen. Schade, mein Sohn, dass du nicht wenigstens ein bisschen Bratsche kannst. Sehr schade.» Dann musste ich dem alten Herrn noch berichten, wo ich überall bereits Besuch gemacht habe. Bei jedem Namen nickte er mit dem Kopf. «Warum warst du noch nicht bei Tolnay?» «Herr von Szöky will mich dort selbst einführen.» Die buschigen Brauen des alten Herrn zogen sich finster zusammen. Er schob siehe aus dem Lehnstuhl und wanderte schweigen auf und ab. Die abgerissenen Töne des Cellos, auf dem Meister Polifka die Schubert-Triolen exerzierte, drangen zu uns herauf. Die Hände in den Hosentaschen vergraben, blieb der alte Herr vor mir stehen und sah mir scharf ins Gesicht. (Fortsetzung folgt.)

101 - 1931 AUTOMOBIL-REVUE zuschränken und die Strasse dementsprechend sicherer zu machen. Dieser Feststellung kommt aber auch noch in einer anderen Beziehung besonderes Gewicht zu. In der jetzt in der Schweiz waltenden Diskussion wegen Aufhebung der zahlenmässig beschränkten Geschwindigkeiten ist vielfach auf das Beispiel Englands, das bekanntlich seit Beginn dieses Jahres diese Vorschriften aufgehoben hat, hingewiesen worden. Gegner der Aufhebung in der Schweiz haben dann aber in zahlreichen Artikeln erklärt, dass das englische Beispiel für ihr Land nicht in Frage komme, weil dort die Fahrzeugführer und Fussgänger bedeutend mehr diszipliniert und der Dienst der Ve.kehrspolizei viel besser ausgebaut sei. Nun haben aber schweizerische Unfallstatistiken (so z. B. die zürcherische, siehe «A.-R.» Nr. 85, 1931) ergeben, dass ebenfalls vier Fünftel der Unfälle auf das menschliche Element und knapp ein Fünftel auf anderweitige Verumständungen zurückzuführen sind. Diese Gleichheit der Ve hältnisse lässt es also wohl als gerechtfertigt erscheinen, die englischen Erfahrungen auch in der Schweiz zu berücksichtigen. Motorfahrzeugführer 33.22% Fuhrwerkführer 0.80% Velofahrer 9.34% Passa-giere von Motorfahrzeugen 1,23% Fussgänger 40.10% Total 84.69% Was nun diese Zahlen anbetrifft, so weisen sie im grossen ganzen die nämlichen Proportionen auf wie in den Vorjahren. Einzig das. Verhältnis zwischen Fahrern und Fussgängern hat sich etwas verschoben, und zwar zugunsten der Fahrer, indem deren Anteil von durchschnittlich 36 % auf 33,2 % zurückgegangen ist, währenddem das Verschulden der Fussgänger um einige Prozent zugenommen hat. Bei den Fussgängern ist es noch angebracht darauf hinzuweisen, dass von total 40 Prozent etwas mehr als die Hälfte, nämlich 22,5 Prozent, den Erwachsenen und 17,7 Prozent den Kindern zur Last fallen. Hier zeigt sich nun bereits die wohltuende Wirkung der Verkehrserziehung durch die Safety First Kampagne, welche hauptsächlich bei den Jugendlichen eingesetzt hat. Vor wenigen Jahren waren nämlich mehr als die Hälfte der verunfallten Personen Kinder unter fünfzehn Jahren, währenddem sich das Verhältnis nun zu ihrem Vorteil verändert hat. Der häufigste Fehler, der überhaupt gemacht wird und weitaus die meisten Opfer fordert, ist das achtlose Verlassen des Trottoirs durch Fussgänger, die, ohne sich über den Verkehr in der einen oder anderen Richtung Rechenschaft zu geben, unvermittelt die Fahrbahn betreten. 14,75 Prozent aller Unglücksfälle sind auf diese üble Gewohnheit zurückzuführen. Mit 12,2 Prozent folgt dann eine Unart der Motorfahrzeugführer, und zwar die, das Tempo nicht den gegebenen Umständen anzupassen. Als dritthäufigste Unsitte folgt mit 6,1 Prozent das Spielen der Kinder auf der Strasse, und an vierter Stelle mit 5,3 Prozent die schlechte Fahrgewohnheit der Führer, nicht genügend auf ihrer Fahrseite zu bleiben, sondern die Fahrbahn entgegenkommender Vehikel nicht nur zu tangieren, sondern stark zu schneiden. Schon diese wenigen Zahlen, welche durch eine ganze Tabelle der verschiedenen Unarten aller Strassenbenützer ergänzt werden könnte, geben einen deutlichen Fingerzeig, wo und wie die Bestrebungen zur Verkehrserziehung einzusetzen haben. Dass man sich diese Winke bereits mit Erfolg zunutze machte, zeigt am besten der bedeutende Rückgang der Kinderunfälle um wenigstens 5 Prozent. Man darf im weiteren wohl auch annehmen, dass das verminderte Verschulden der Motorfahrzeugführer ebenfalls auf die unablässige Belehrung durch die Verbände und hauptsächlich der «Safety First» erzielt worden ist. Es ist, verglichen mit den Zahlen der vorhergehenden Jahre, allerdings nur ein sehr langsamer, aber doch konstanter Fortschritt zu verzeichnen. Wenn man bedenkt, welcher gewaltigen Anstrengungen es bedurfte, um diese Besserung überhaupt einmal einzuleiten, so ist man verblüfft, wie herzlich wenig man behördlicherseits in der Schweiz zur Erziehung der Strassenbenützer unternimmt. Schon nach der Zürcher Statistik Ist erwiesen, dass in der grossen Mehrzahl der Unfälle auch dort das menschliche Element die Hauptschuld trifft. Will man also die grösste Gefahr für den Strassenverkehr zurückdämmen, so muss hier eingegriffen werden, und das ist mit Vorschriften, Paragraphen und Bussen nicht allein möglich. Erziehung und Belehrung wird eine solidere Grundlage für korrektes Verhalten auf der ^trasse abgeben und deshalb sollte man nicht Zögern, auch aus den durch das Ausland gebotenen Lehren Nutzen zu ziehen. By. Sd» Konferenz der kantonalen Automobllexperten. Die Anregung des Automobilexperten vom Kanton Schaffhausen für eine gemeinsame Aussprache aller kantonalen Experten über eine Reihe beruflicher und administrativer Fragen ist auf guten Boden gefallen. Wie wir erfahren, haben sich die meisten Amtsstellen in zustimmendem Sinne geäussert. Nun ist auf Beginn der nächsten Woche eine anderthalbtägige Konferenz nach Zürich einberufen worden. Es harren eine i Menge Fragen einer Abklärung und gegen- | seitigen Aussprache. Wir erwähnen aus der ! reichgesoiekten Traktandenliste nur folgende : Anforderungen an Bremsen. Bereifungen, Schalldämpfer, Beleuchtungen und Abblendvorrichtungen. Handhabung des internationalen Abkommens über den Kraftfahrzeugverkehr Normen für Minimalanforderungen an Sehschärfe und Gehör von Personen, welche die Fahrbewilligune: nachsuchen. GeUungsbereich der kantonalen Bewilligungen in andern Kantonen usw Es steht ausser Zweifel, dass eine solche Konferenz erhefiüch zur Vereinheitlichung der Verkehrsvorschriften in der Schweiz, zur Vereinfachung der Administration und zu einem leichteren Verkehr zwischen kantonalen Amtsstellen unter sich und mit dem Publikum beitragen kann. Es ist ihr deshalb ein voller Erfolg zu wünschen ufld zu hoffen, dass die Konferenz zu einer dauernden Institution wird. b. Der Tram-Disput in Genf. Das Bundesgericht hat auf den im Auftrage der Genfer Verkehrsinteressenten von einem dortigen Rechtsanwalt eingereichten Rekurs hin die vorläufige Suspendierung des Entschlusses vom genferischen Staatsrat verfügt. Staatsrat und eidgenössisches Eisenbahndepartement hatten, wie früher gemeldet, die Einsprache der Anwohnerschaft nicht berücksichtigt und der Tramverwaltung den Bau eines Doppelgeleises am Quai des Bergues zugestanden. Durch den Entscheid des Bundesgerichtes tritt nun auf alle Fälle die ganze Angelegenheit wieder in das Stadium der Wiedererwägung. z. sind besser Die Zufahrtsstrassen zum Völkerbundspalast in Genf. Kürzlich fand eine Besprechung zwischen Mitgliedern des Genfer Staatsrates und Vertretern des Bundesrates statt, in der vom Bau der Ztifahrtsstrassen zum neuen Völkerbundspalast die Rede war. Der Kostenvoranschlag für diese Strassen stellt sich auf 4 Millionen Fr. Prinzipiell wurde an dieser Konferenz eine Beteiligung des Bundes an den Kosten befürwortet. Vorerst soll aber der Vorschlag dem Bundesrat und den eidgenössischen Behörden unterbreitet werden, damit das Mass der Beteiligung bestimmt «'erden kann. Die Stadt Genf selber wird an diese Strassenbauten rund 800,000 Fr. beisteuern lt. Radfahrerwege in Basel. Im Basler Grossen Rat kam kürzlich die Schaffung von Radfahrerwegen zur Behandlung. Wie Regierungsrat Brenner mitteilte, werden sich die Gesamtkosten der Erstellung von Radfahrerwegen in den Stadtgebieten, in denen diese Neuerung notwendig ist, auf rund 100,000 Fr. belaufen. Der Rat bewilligte ohne grosse Diskussion den geforderten Kredit. x. XI. Internationale Sternfahrt nach Monte Carlo. Die Vorbereitungen für die nächste Internationale Sternfahrt nach Monte Carlo, die bereits wieder in nächste Nähe rückt, nehmen ihren Fortgang. Ständig laufen neue Meldungen ein, die wieder einen grossen Erfolg dieser einzigartigen Winter-Sternfahrt erwarten lassen. Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkte haben sich' 23 Fahrer angemeldet. Die Nennungen der bekannten Konkurrenten Louis Chiron, D. Healey, Karl Kappler, Lord de Clifford haben wir bereits erwähnt. Neu hinzugekommen ist u.a. die Meldung des bereits im letzten Jahre gefahrenen Schweizers Peter Escher (Bugatti), der Bruder des bekannten Rennfahrers William Escher. Rupert St. G. Riley meldete sich mit einem Wagen seiner Firma zum Start in Athen an. Frau Eva Stackeiberg aus Stockholm schrieb sich für den Speziaipreis für Damen ein, nach dessen Bestimmungen sie kein männlicher Passagier auf der Fahrt begleiten darf. Eine Zeitlang ging das Gerücht, dass Fahrer, die Dänemark zu passieren hätten, auf ernstliche Schwierigkeiten stossen würden, da im dortigen Parlament ein für Autosportveranstaltungen ungünstiger Antrag eingereicht wurde. (!) Wie nun bekannt wird, haben die Wohl kaum wurde ein Artikel mit soviel Enthusiasmus von den Automobilisten aufgenommen wie die neue ?ire$tone=Batterie Alle Aufträge m Jeder Quantität können sofort ausgeführt werden! ZÜRICH «k« Mehr Strom Grössere Widerstandskraft Längere Lebensdauer LAÜÖAJ^NE Sicherheit auf der ganzen Linie! Die Massnahmen zur Erzielung grösserer Verkehrssicherheit halten in einer grossen deutschen Stadt nun sogar dazu geführ, die Streckenwärter der städtischen Strassenbahnen mit den sog. Katzenaugen zu versehen. Die am Arme befestigten Punkte leuchten im Lichte der Scheinwerfer nachts sofort auf und schützen so diese im Strassenverkehr besonders exponierten Arbeiter. Die Giesskaimen warnen in ihrer rotweissen Farbe, auf die ein drohendes Ausrufzeichen aufgemalt ist, sehr ausdrücklich vor dem nahen Verkehrshindernis. (Deutsche Presse-Photozentrale.) Sternfahrer wegen Erschwerungen der Durchfahrt nichts zu befürchten, da der Gesetzesentwurf erst noch beraten und im Falle der Annahme frühestens im April in Kraft treten wird. bo. Nürburgring-Rennen im nächsten Jahre. Ein grosser Erfolg für den Nürburgring und die Industrie war bekanntlich die 30-Tage- Fahrt vom November dieses Jahres. Was sich in den 30 Tagen hier abspielte, stellt alles bisher Dagewesene weit in den Schatten. Zwanzig Wagen rollten dreissig Tage und dreissig Nächte über den Nürburgring, ein grosser Stab von Fachspezialisten, Ingenieuren und Chemikern, von Clubfunktionären und von fachlich vorgebildeten Kontrolleuren sorgte für eine einwandfreie Durchführung dieser grössten Wirtschaftlichkeitsprüfung der Welt. Sehen wir nun weiter ins Jahr 1932, so können wir feststellen, dass schon jetzt die Vorarbeiten für die nächstjährige Saison getroffen sind. Und wenn nicht alles trügt, wird auch das nächste Jahr wiederum eine stattliche Zahl grosser Veranstaltungen auf dem Nürburgring bringen. Der «Grosse Preis für Motorräder», veranstaltet von der O.M.B. (19. Juni), und der «Grosse Preis für Wagen», veranstaltet vom A. v. D. (19. Juli), liegen bereits fest. Auch die Verhandlungen über das Eifelrennen, das im nächsten Jahr vom A.D.A.C.-Gesamtclub am 5. Juni veranstaltet werden soll, stehen vor dem Abschluss. Dieses Rennen soll wieder sehr gross aufgezogen werden. Im Juni findet dann noch die vom A.D.A.C-Gesamtclub veranstaltete «Internationale 144-Stundenfahrt für Automobile» statt. Die üblichen kleinen Veranstaltungen werden nicht fehlen; wahrscheinlich auch nicht — und das wiederum ist als grosser Erfolg zu werten — die zweite 30-Tagefahrt für Wagen, für die heute bereits beste Stimmung in den Kreisen der Industrie zu finden ist. Mercedes am Scheidewege. Die Verhandlungen zwischen den Daimler-Benz-Werken und den Mercedes-Fahrern Caracciola und Stuck, die sich schon mehrere Tage hinziehen, haben noch zu keiner Lösung geführt. Noch immer bleibt es ungewiss, ob Mercedes im nächsten Jahre wieder offiziell an den Rennen teilnehmen wird. Auf die Einwände der Fahrer, um der sich stets weiter entwickelnden ausländischen Konkurrenz erfolgreich entgegentreten zu können, müssten noch schnellere Sportwagen gebaut werden, entgegnet die Direktion, bei dem gegenwärtigen Zeiten wäre eine solche Neukonstruktion unmöglich, es könnten daher 1932 keine Rennen mit grossen Siegeschancen bestritten werden. Anderseits verkennt man auch in Kreisen der Direktion die Bedeutung der Rennen als Propagandamittel nicht. Man vertagte nun die endgültigen Entscheidungen bis zu der in ungefähr 14 Tagen stattfindenden Aufsichtsratssitzung; auch Caracciola hat seine Entscheidung bis zu diesem Zeitpunkte verschoben. Hans Stuck soll noch in diesen Tagen nach Südamerika verreisen, wo er das dortige Winter-Autosportprogramm be-