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E_1933_Zeitung_Nr.003

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u AUTOMOBIL-REVUE

u AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N° 3 steckt wurde. Die sprachliche Verschiedenheit erschwerte alle Verständigungsfüllthirn war von lauter Halluzinationen erversuche ausserordentlich. Auf die verzweifelten Fragen, woher diese plötzliche versicherte indessen dem französischen Humor Der abenteuerliche Schweizer Maler Ungnade rühren könnte, kam hloss das Journalisten, dass die überwältigenden halb verständliche «Auf Befehl des Königs » zur Antwort. In Belgrad angekomlebte, alle Entbehrungen aufwogen, bo. Eindrücke, die er vor allem in Indien ermen, wurde Amiguet von einem hohen Beamten empfangen, sofort in einen Rolls- Royce gepackt, und in rasender Fahrt Patentierte Kuriosa ging's zurück ins Königsschloss. Langsam Der menschliche Erfindungsgeist schrecjct dämmerten nun Amiguet die Zusammenhänge. Die Beauftragten waren der Mei- manchmal seine liebe Not, alle eingereichten vor nichts zurück, und das Patentamt hat nung gewesen, ihn zur Zusammenkunft Paterrtanträge registrieren zu können... mit dem König nach Belgrad führen zu Manche Menschen scheint es gestört zuhaben, dass Regenschirme so undurchsichtig müssen, und erst nach der Ankunft in der Hauptstadt merkten sie, dass der König sind. Flugs erfand einer einen Schirm, der die Sitzung nicht in der Stadt, sondern in mit — Fenstern versehen ist. Allerdings fehlt dem Park vereinbart hatte. Zu allem Unglück glaubten sie noch, die Sitzung be- Ein starker Raucher, der sich in seiner dabei — der Scheibenwischer. ginne um 9 Uhr, so dass die jugoslawischen Landstrassen mit 100 km durchrast Schirms gestört fühlte, erfand einen Zigar- Lieblingsbeschäftigung durch das Halten des wurden, und erst allmählich konnten sich renhalter, der, am Stock des Schirms angebracht, die Mühe des in der Hand Haltens die Insassen soweit, verständlich machen, dass Amiguets Zeichen, die Sitzung beginne ja um 10 Uhr, das halsbrecherische Um einem ganz dringenden Bedürfnis ab- erleichterte. Tempo etwas verlangsamten. So löste sich zuhelfen, erschuf ein Erfinder Strumpfbänder denn das grosse Missverständnis zur allgemeinen Zufriedenheit, und Monsieur wir sie nicht zur Zeit der ganz kurzen mit farbigen Glühlampen. (!!) Schade, dass Amiguet konnte seinen Pinsel vor dem Röcke gehabt haben. Ein Sommerfest mit königlichen Angesicht rechtzeitig zücken. Illumation hätte den Gastwirt keinen Rappen gekostet. Auch von Räuberbanden wusste Amiguet zu erzählen. Beim Ausgange einer Heizbare Stiefel, Herrenhemden mit auswechselbaren Hemdbrüsten (ganz früher, ver- Schlucht in Griechenland wurde er plötzlich von Flintenkugeln empfangen, und wandte man diese Hemdbrüste ohne auswechselbares Hemd und nannte sie: Brettchen. er zog eine ruhmlose Flucht einem ungleichen Kampfe vor, bei dem er auf jeden Wichtiges Requisit des Komikers), ein Nachtgeschirr mit Musikbegleitung seien der Ord- Reuartige Verwendunt Fall den kürzern gezogen hätte. Am Tage nach dieser Schiesserei nahm er zwei von veralteten Standbildernnung halber noch erwähnt. Wesentlicher ist Landstrassenwanderer auf, die sich als schon das sadistische Fahrrad. Das heisst, gesittete und hilfreiche Begleiter erwiesen. Erst nachher erfuhr er dann, dass die oder vergisst, den Sicherungsmechanismus sadistisch wird es nur, wenn man es stiehlt beiden Männer zu einer Räuberbande gehörten, die in jenen Tagen nicht weniger dann dieses entsicherte Rad in eine Schräg- Josef von Sternberg Joe Stern jeder Grieche seine Rosinen im Brot haben bei Besteigen wieder auszuschalten. Sobald als dreissig Personen gefangen genommen lage (z. B. Kurve) kommt, sticht ein 25 cm Dolores del Rio hatten. langes, ausserordentlich scharfes Messerden Von allen Schwierigkeiten, die Amiguet peinlichst betroffenen Fahrer in die Rückfront. erlebte, erschienen ihm die in der Wüste Syriens am grössten. Er hatte auf die Angaben eines Beduinenlagers gehorcht und trotzdem den richtigen Weg verfehlt. Zwei Tage und zwei Nächte lang lag er mit defektem Wagen in der Wüste und musste Grauenvolles erdulden. Ständig wurde er von Fata Morgana-Erscheinungen geäfft, die ihm bald blühende Städte mit Palmen, bald grüne Oasen vorzauberten. Und als sich ihm endlich eine Karawane näherte, die ihn auf den rechten Weg führte, da glaubte er, bis er sie schliesslich deutlich hören konnte, nicht mehr an die reale Erscheinung. Sein Ge- hampton Road 138, anderseits wegen der Teilhäftigkeit an der Falschmünzeraffäre.» «Mein kleines Geschäft in Southampton Road 138?» sagte der Professor lächelnd. «Mich deshalb arretieren? Es fragt sich, ob sich das lohnt, Mr. Kenyon? Aber Ihr anderer Punkt ist schlimmer. Darf ich Sie bitten, mir zu sagen, welche Verbindung ich mit der Falschmünzeraffäre habe?» Seine Ruhe begann Kenyon zu imponieren, und mit etwas weniger selbstsicherer Stimme erwiderte er: «Darüber bin ich noch nicht ganz im klaren. Ich habe Sie erst seit heute nachmittag aufs Korn genommen, aber ein paar Dinge stehen schon fest. Heute morgen haben Sie mir zwei falsche Sovereigns aufgemutzt — ja, ja, Herr Professor, das haben Sie getan, und das war verflucht dumm von Ihnen. Und als ich heute abend Ihre Kasse untersuchte, fand ich mindestens vier falsche Pfund darin.» «Das schmerzt mich mehr als irgend jemand,» sagte der Professor, «in was für gewissenlosen Zeiten leben wir doch, Mr. Kenyon. Sechs Pfund an einem Tag! Wahrhaftig, was soll da ein armer Geschäftsmann noch profitieren! Aber geben Sie zu, dass Für den Automobilisten sind nicht nur Haftpflicht-Versicherungen notwendig, sondern auch Unfall- und Lebens- Versicherungen, die wirksamen materiellen Schutz vor mancherlei Schicksalsschlägen gewähren. Die kalifornischen Gerichte haben sich von den zuständigen Behörden eine Liste der wirklichen Namen von über zwei Dutzend männlicher und weiblicher Filmstars aufstellen lassen, für den Fall, dass diese mit den Gerichten irgendwie in Berührung kommen. Von dieser Liste dürfte folgende Auswahl das filmliebende Publikum interessieren; Künstlername: Greta Garbo Douglas Fairbanks Ramon Novarro Verlangen Sie unsere Prospekte und Offerte. 19Winterthur" Schweizerische Lebens» Unfallverslcherungs- Gesellschaft Versichert! nas- Gesellschaft Starnamen, abgeschminkt Wirklicher' Name: Greta Gustavson Douglas Üllman Ramon Samaneigo Ihr Beweismaterial ein bisschen mager ist, Mr. Kenyon, im Verhältnis zu Ihrer Anklage!» «Bis auf weiteres,» sagte der Detektiv mit einem Versuch, seinen früheren überlegenen Ton wieder aufzunehmen, «reicht schon Ihr kleines Schwindelgeschäft in Southampton Road. Da sitzen Sie fest, kann ich Ihnen sagen, und...» «Regen Sie sich »nicht auf,» sagte der Professor. «Seien Sie lieber so gütig und sagen Sie mir, was Sie gegen mein — gegen M. Lavertisses Geschäft haben.» M. Lavertisse, der bis dahin schweigend dagesessen war, zuckte nun zusammen und zitterte wie Espenlaub, als Kenyon barsch erwiderte: «Das werden Sie schon auf dem Polizeiamt hören. Haben Sie die Güte und kommen Sie jetzt mit! Ihren werten Mitschuldigen habe ich da und Ihre Bücher auch.» «Aber die Arretierungsorder haben Sie vergessen sich zu verschaffen?» sagte der Professor lächelnd. Kenyons verdutzte Miene zeigte ihm, dass er richtig geraten hatte, und M. Lavertisses verstörte Züge erhellten sich wieder. «Das habe ich mir gedacht! Ein gewöhnlicher Anfängerfehler, Mr. Kenyon! Sie Samuel Goldwyn Gary Cooper Monte Banks Richard Arien Mae Murray Anita Page Ren& Adorie Gilda Gray Richard Dix Karl Dane Nancy Carroll Wenn Sie Cliche's benötigen.so senden Sfe uns Photos oder sonstiqe Unterlagen. damit wir 3hnen an Hand derselben Offerte für eine zweckentsprechende Ausführung unterbreiten körinen. HALLWAO BERN CLICMt-ABTEILUNG Lolita Dolores Asunsolo de Martinez Samuel Goldfish Frank J. Cooper Mario Bianchi Richard van Mattimore Maria Koenig Anita Pomares Jeanne de la Fönte Marianna Michilska Ernst Brimmer Rasmus Karl Thekelson Gottlieb Nancy la Hilf jedem Griechen seine Rosinen ins Brot! Den Griechen geht es gut. Ihre Regierung hat gesetzlich angeordnet, dass von nun an begreifen also, dass ich nicht mit Ihnen aufs Polizeikommissariat komme, wenn Sie mich einschüchtern wollen. Aber ich will Ihnen etwas sagen. Trotz Ihres jugendlichen Aufbrausens gefallen Sie mir — Sie wollen wirklich keinen Whiskygrog nehmen? — und ich verspreche Ihnen, dass ich mitkommen werde, wenn ich Sie nicht im Verlauf einer halben Stunde überzeugt habe, dass Sie mit mir kommen müssen!» «Mich überzeugt? Mit Gewalt?» fragte Kenyon hohnvoll. «Pfui, Mr. Kenyon, und man hat mir doch gesagt, Sie wären geistreich. Meine Ueberzeugungsversuche sind von ganz anderer Art. Kommen wir miteinander ins klare. Was haben Sie gegen mein Geschäft in Southampton Road?» «Was ich gegen Ihr Geschäft in Southampton Road habe?» schrie Kenyon ganz ausser sich. «Nichts anderes, als dass es der unerhörteste Schwindel ist, der mir in meiner ganzen Praxis untergekommen ist,» — der Professor lächelte diskret, was den jungen Detektiv aufs äusserste reizte — «und wenn meine Praxis noch nicht solange ist, so kenne ich doch auf jeden Fall die Verbrecher.- möge. Das muss ja ein herrliches Land sein, ein Land, wo Milch und Honig fliesst. Aber das scheint nur so, in Wahrheit sollen wir uns da keine Rosinen in den Kopf setzen lassen: diese ganze Rosinenaktion erfolgt nämlich nur, um den Leuten das Weizenbrot abzugewöhnen. Rosinen, getrocknete Trauben gibt es in Hülle und Fülle im eigenen Lande, aber den nahrhafteren Weizen muss man aus dem Ausland einführen, und das verträgt die griechische Handelsbilanz nicht mehr. Das griechische Finanzministerium hat daher die zwangsweise Verwendung von getrockneten Trauben im Brot angeordnet Man hofft, dadurch gegen 10 Millionen Kg. Weizen zu « ersparen > und so die Weizeneinfuhr bedeutend vermindern zu können. geschichte hier im Lande gut genug, und noch nie, Herr Professor, habe ich einen so gemeinen Schwindel gesehen! Ja, Sie entschuldigen schon! Sie annoniceren in allen Zeitungen des Landes.. .> «Nur den besseren,» unterbrach der Professor rasch, aber Kenyon fuhr fort, ohne ihn zu beachten: «Ja, hol' mich der Teufel, habe ich Ihre Annonce nicht schon so oft gesehen, dass ich sie auswendig weiss? Psychische Forschung: Professor Pelotard aus Paris sucht zu grosser wissenschaftlicher Arbeit Mitteilungen über verschiedene Manien und Sammlerwut. Da es bekannt ist, dass solche Geistesrichtungen meistens mit hochgradiger Zerstreutheit, seelischer Unruhe und Gedächtnisschwäche zusammenhängen, werden Sie gebeten, bei eventueller Antwort gütigst anzugeben, ob das bei Ihnen der Fall ist. Vollständige Diskretion wird zugesagt. Die unangenehmen Folgeerscheinungen, die die Zerstreutheit und die Erschlaffung des Gedächtnisses zu einer wahren Geissei für den machen, der darunter leidet, werden nach Professor Pelotards neuer psychischer Methode verhütet und effektiv geheilt...» (Fortsetzung folgt.) Znglnlt nnd nasskaltes Wetter gefährden Ihre Gesundheit! Zu Hanse, auf der Reise, in den Ferien hilft Ihnen bei Erkältungen, Rheumatismus eto. dag •Heizkissen! Aber nur das BALLY-Heizkissen kann ohne Umschaltuna Überall an alle Spannungen angeschlossen werden. Amtlich geprüft! Nicht radiostörend! GröBse 30x40 cm. pn QO In Gesohenkkarton nur * * • **•• Zu beziehen dnroh die Elektr.-Werke und Faohgesohäfte. 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3 - 1938 AUTOMOBIL-REVUE 15 Die Sehnsucht nach der Ehe Eine Umfrage. Die wirtschaftliche Selbständigkeit vieler moderner Frauen ist für uns ein selbstverständlicher Begriff geworden. Entspricht sie aber im tiefsten wirklich dem Wesen der Frau? Diese Frage ist sehr schwer zu beantworten; die meisten werden darauf allerdings mit « Nein » antworten. Eine Frau, ein junges Mädchen mögen in ejnem Berufe wohl Befriedigung finden, er wird ihnen aber niemals vollwertigen Ersatz für das Glück einer harmonischen Ehe bieten können. Doch — gibt es nicht überall eine starke Ueberzahl an Frauen? Und sind die Männer von heute nicht heiratsscheti? Wie findet eine Frau unter diesen Umständen einen Mann, wie sind die Heiratsaussichten? Wir wandten uns, um Antwort auf, diese alle Eltern und Töchter bewegenden Fragen zu erhalten, an eine Reihe kompetenter Persönlichkeiten. Hier ihre Ansichten^ Man sucht die Arbeitskameradin. Die Leiterin eines Heiratsvermittlungsbureaus äussert sich: «Es gab einmal eine Zeit, und sie liegt noch gar nicht so weit zurück, in der die Hausangestellte wegen ihrer guten wirtschaftlichen Ausbildung eine bevorzugte Heiratskandidatin war. In unserer Zeit hat die Hausangestellte dagegen recht wenig Aussicht, « unter die, Haube zu kommen >. Es klingt paradojp, aber es ist so: In unserem Zeitalter besitzt auch der kleine Angestellte meist ein solches Mass an Klassenstolz, dass er glaubt, ein Dienstmädchen wäre für ihn nicht «standesgemäss ». Diese Tatsache lässt es begreiflich erscheinen, dass immer weniger Mädchen in Stellung gehen. Welches Mädchen möchte schliesslich « sitzenbleiben »? Die Arbeiterin stellt schon einen höheren Prozentsatz der Eheschliessenden dar. Das erklärt sich aus der ganzen Lebensauffassung dieser Bevölkerungsschicht. Es ist in den Kreisen der Arbeiter vielfach üblich, zu heiraten, auch wenn die wirtschaftliche Basis zu einer Eheschliessung nach alter bürgerlicher Auffassung noch nicht gegeben ist. Der Arbeiter -sagt sich eben, dass er in der Ehegemeinschaft vorteilhafter lebt, weil ja nicht nur er allein arbeitet, sondern auch die Frau mitverdient, die zudem besser hauszuhalten versteht als er. Für die Arbeiterin kann daher die Heiratschance als verhältnismässig günstig bezeichnet werden. Aber auch sie wird von einer Geschlechtsgenossin aus einem Lager überflügelt, wenn man so sagen will, von der sie es gewiss am wenigsten erwartet: von der Studentin. Nach meinen Erfahrungen hat die Studentin meist die besten Heiratschancen, und zwar die Studentin aller Kategorien. Die Gründe? Es sind in gewissem Sinne ähnliche wie bei dem Arbeiter. Der Student und die Studentin gehen häufig von dem Gedanken aus, dass zwei Menschen, vor allem, wenn sie das gleiche Berufsziel haben, sich besser durch das Leben schlagen können als der einzelne. Darauf ist es zurückzuführen, dass so häufig Eheschliessungen zwischen jungen Aerzten und Aerztinnen, zwischen Juristen ud dergleichen vorkommen. So mancher junge Arzt oder Jurist könnte sich bestimmt nicht selbständig machen, er würde diesen bedeutungsvollen Schritt jedenfalls nicht wagen, hätte er nicht in seiner tapferen Berufskollegin und Frau eine tatkräftige Hilfe. Es hat also gar nichts mit einer « Konjunkturerscheinung» zu tun, dass die Studentin am meisten « gefragt » ist». * Die Sonderstellung der Beamtin. Eine festangestellte Beamtin meint: «Sie fragen mich nach den Heiratsaus- •sichten für die Beamtin? Die sind nicht besonders günstig. Sie wären es vielleicht, wenn Der beliebte Gummistiefel für Automobilisten und Chauffeure Preis Fr. 1 9 50 Versand gegen Das Haus für bewahrte Schuh-Qualitäten Vater Staat den Beamtinnen gegenüber weniger ungerecht wäre. Geht ein männlicher Beamter eine Ehe ein, so hat dieser Schritt gar keinen Einfluss auf seine Beamtenstellung. Das ist bei der Beamtin ein wenig anders. Die Tendenz, sie eventuell abzubauen, wenn sie heiratet, ist .nicht zu verkennen, und besonders, wenn « rationalisiert» wird, muss die .verheiratete, im Staatsdienst stehende Frau mit allem rechnen. Unter diesen Umständen ist es leicht begreiflich, dass eine Beamtin es sich überlegt, ehe sie den Schritt in die Ehe Wagt Als Beamtin hat sie eine immerhin sichere Existenz, während sie kommt. Wir müssen einen Mann, sollen wir ihm zuliebe unsere Arbeit aufgeben, wahrhaft lieben, sonst bleiben wir lieber das moderne « berufstätige Mädchen ». Die Aussichten der Angestellten. Eine erfahrene Angestellte in besserer Stellung führt aus: «Ich habe mich schon seit langem für die Frage interessiert, warum die Heiratsaussichten bei den einzelnen weiblichen Berufsarten so verschieden sind und bin zu folgenden Ergebnissen gekommen: Unter den weiblichen Angestellten haben die Verkäuferinnen, vor allem die in modischen Betrieben, die geringste Heiratschance. Die heute vorsichtigen und auf Wirtschaftlichkeit der Frau bedachten Männer neigen zu der meist falschen Ansicht, dass die Verkäuferinnen oft einen Hang nach Luxus haben. Wesentlich begehrter sind dagegen die Sekretärinnen, besonders, wenn sie in grossen Betrieben tätig sind. Die männlichen Berufskollegen gleichen Ranges, Buchhalter, Sekretäre und dergleichen, die täglich mit den weiblichen Kollegen zusammenarbeiten, kommen mit diesen allmählich in ein kameradschaftliches Verhältnis, das dann nicht selten zur Liebe und zur Ehe führt. Ein Verkäufer dagegen wird sich selten mit einer Verkäuferin verheiraten. Er stellt schon «höhere Ansprüche» Es ist überhaupt eine typisch männliche Erscheinung, immer aus dem Milieu herauswachsen zu wollen. Sehr gute Heiratschancen haben, was ja nicht weiter verwunderlich ist, die weiblichen Angestellten in gehobenen Stellungen, Abteilungsleiterinnen und dergleichen. Hier zeigt sich wieder einmal der Egoismus des Mannes, der sich durch eine gute Heirat einen wirtschaftlichen Vorteil sichern will. > HÄRDER Reinach c Aarg.TeM29 Prompter Posrversind. = Kleider mit Oelflecken werden wie neu Viele überzählige Frauen ! Ein namhafter Statistiker meint: « Es ist ja allgemein bekannt, dass wir in fast allen europäischen Ländern eine Ueberzahl an Mädchengeburten gegenüber den Knabengeburten und dass wir etwa elf Millionen überzählige Frauen in Europa haben. Dass unter diesen Verhältnissen die Heiratsaussichten der Mädchen überall recht ungünstig sind, liegt auf der Hand. Wir haben zwar in ganz Europa in der Nachkriegszeit eine geringe Zunähme an Knabengeburten zu verzeichnen, eine Erscheinung, die nach jedem Kriege zu beobachten ist; aber diese Tatsache vermag ja nichts daran zu ändern, dass die Heiratsaussichten für unsere jungen Mädchen aus den schon genannten Gründen dennoch schlecht sind.» Das Opfer eines Lebens Paul Elbogen, der uns aus der Geschichte der •deutschen Kultur di« grossen Sammelwerke der « berühmten Briefe» schenkte, tritt uns neu als Gestalter entgegen. Aus seinem Wissen von den Menschen kulturerfüllter alter Tage schrieb er das Buch der Frauen, die die Liebe eines vom Schicksal Hervorgehobenen, die Liebe tu ihm eine Zeitlang befieligte und die dann von ihm vergessen, vielleicht auch sterbend verlassen wurden. Die schmerzlichen Geschicke der Ottilie v. Goethe, der Gattin Tolstois, der Elisa Radzi- •will, der Kaiserin Josephine, der Braut Theodor Körners, die Schicksale der Fürstin, der Künstlerin, der schlichten Tochter des Volkes zeichnet er in diesem Buch «Verlassene Frauen » (Rowohlt-Verlag, Berlin) mit dem Stift des Künstlers, mit der Hand eines zartfühlenden und bis in kleinste objektiven Darstellers. Eins der erschütterndsten unter diesen zehn Bildern ist das der Elise Lensing, die für Friedrich Hebbel einmal Heimat, Sicherheit bedeutete — und die er masslos verwundete und um einer andern willen von eich stiess. Das Genie löste sich so von der in Enge Gebundenen. "Wir geben hier einen Teil dieser Schilderung wieder. «Ich schlief unter damastenen Decken mit goldenen Fransen..., las Elise (im Briefe Hebbels aus Wien) mit angstvollem Lächeln. Es ist ihr letztes Lächeln. Wenige Tage später stürzt ohne Warnung die Welt, die sie mühsam aufgebaut und gehegt hat, tonlos in sich zusammen: Hebbel hat sich nach dem dritten Besuch mit der achtundzwanzigjährigen Burg-Schauspielerin Christine Enghaus verlobt, wird sie Ende Mai heiraten und ihrem siebenjährigen unehelichen Sohn Karl seinen Namen geben. Keine Entschuldigung, kein Wille des Verständnisses mehr, kein Wohlwollen, keine Erklärungen solchen Verhaltens! Zuviel hatte Elise für ihre Liebe erduldet, geopfert! Niemand sollte ihre Tränen sehen, ihren namenlosen Gram, nur ihm selbst wollte sie ein letztesmal alle Einzelheiten vor Augen stellen — er sollte nicht denken, sie füge sich, selbst nach solcher Erniedrigung, demütig wie ein geprügelter Hund! Nur in stillen Stunden der Nacht befreite sich die Seele in wilden Aufschreien, die sie allein hören durfte; an den Rand eines alten Briefes aus Paris kritzelte sie: «Leide ich jetzt durch seine Grausamkeit, wo jedes Gefühl der Teilnahme für mich erloschen ist — nicht viel mehr?!! — Er entwürdigt das tiefste heiligste Gefühl in 'mir und wirft mir mein Herz mit Hohn und Spott zu Füssen einer Schauspielerin —ich hab' nun einmal keinen Glauben zu diesen Leuten; sie wechseln wie mit Kleidern somit Gefühlen.» Wäre es ein bürgerliches Mädchen, man könnte selbst jetzt noch verzeihen — aber eine Komödiantin! Nein, keine Entschuldigung! Seine Untreue unterschied sich in nichts vor der eines Durchschnittsmenschen; er hatte eine gealterte Frau und sein krankes Kind verlassen, um eine wohlhabende junge Person mit einer hübschen Larve zu heiraten: genau wie der «Schurke» aus dem schlechten Theaterstück. Ja, er hatte schlimmer gehandelt; denn ihr schien es, als hätte gerade der mit Genie begnadete Mensch die heilige Pflicht, geringeren Wesen Vorbild zu sein. Dies alles schrieb sie ihm in vielen anklagenden Briefen, ohne Rücksicht gegen sich selbst, verschwieg nichts, beschönigte nichts; mochte er ihr auch immer von neuem ihre geänderte Haltung vorwerfen. Allmählich — wohl auch weil zu Ende des Jahres das Kind, das ihm seine Frau geboren hatte, mit sechs Wochen gestorben war — wurde er milder, begann ihre Abwehrstellung zu verstehen, ja, schlug ihr im Frühling vor, als die unbenannte Krankheit des kleinen Ernst sein Leben gefährdete, mit dem Kinde nach Wien zu kommen oder es ihm in Leipzig zu übergeben. Nein — nein — ihren einzigen Trost sollten sie nicht bekommen — nein, der Knabe blieb bei ihr, sie würde ihn gesund pflegen, aufziehen, ihn zu einem guten Menschen machen, zu einem besseren, als sein Vater war. Es war ihr allerletzter Besitz auf Erden. Eine Woche später hielt sie den entseelten Körper des Kindes in den erstarrten Armen... MAGENSCHMERZEN sind äosserst unangenehm Dieselben verschwinden aber nach kurzer Zeit beim Gebrauch von „COLUMBA"-Magenpulver unschädliches Mittel gegen Verdauungsstörungen Gegen Appetitlosigkeit, Magenschmerzen, Magenkrampf, üebelkeit, Erbrechen, Magendrücken. Sodbrennen. Blähungen. Aufstossen, übelriechenden Atem. Preis pro Schachtel Fr. 3.— Machen Sie einen Versuch und Sie werden von dessen Güte wie schon Hunderte anderer Kunden überzeugt sein, EinziB erhältlich bei 1 Apotheke zur Taube, Schaffhausen Zuviel der Qual — der Tod wendet zum ersten Male sein ehernes Antlitz anderen Opfern zu und lässt die ihm mehr als Verfallene noch einmal sich aufrichten, bevor er sie fällt. Hebbels Frau Christine bat mit sehr einfachen Worten, die nicht zu verkennen waren, Elise in ihr Haus... Tourismus Kleiner Bummel durch die U. S. A. Der Sommer war gekommen und mein Zigeunerblut Hess mir keine Ruhe mehr. Sobald ich 150 Dollar erspart hatte, das stand fest, würde ich Los Angeles verlassen, um den «Wilden Westen» richtig kennen zu lernen. Mir träumte von Urwäldern, in denen Bären, Wildkatzen und Coyoten hausten, von Gebirgsgegenden, die noch kaum eines Weissen Fuss betreten, von endlosen Wüsten und Steppen, in welchen die einzige Erhebung ein Indianerzelt bildete, und wo am Abend ein feiner Rauch kerzengerade zum orangefarbenen Himmel emporstieg, der einen wundervollen Kontrast bildete zu den tief violetten Konturen der Bergketten weit, weit weg. (Dieses alles gibt es nämlich noch im westlichen Teil der Vereinigten Staaten.) Wie schön, wie beruhigend musste die Wildnis wirken nach dem Grossstadtbetrieb! Und etwas weniger romantisch: die berühmten amerikanischen National-PaTks wollte ich besser kennen lernen, als mir dies im vorigen Sommer möglich gewesen war. Zwei bis drei Monate sollten die 150 Dollar und das Vagabundenleben dauern, und ich malte mir schon das entsetzte Gesicht meiner Cousine aus, wenn sie mich im Herbst vollkommen verwildeTt, abgebrannt und ausgefranst in Chicago empfangen würde. Einen bestimmten Reiseplan hatte ich keinen. Reisen richtige Zigeuner nach einem bestimmten Plan? Ich wartete auf eine Eingebung, wie ich es bisher immer getan. Sie kam: in der «Zeitung der Schweizer Kolonien am Pacific» suchte eine Schweizerin eine feinsinnige, naturliebende Kameradin, um mit ihr die Ferien in den Bergen zu verbringen. Feinsinnig Hess ich dahingestellt, aber naturliebend konnte ich mich mit gutem Gewissen nennen. Ich schrieb also, und wir einigten uns, für die zweite Hälfte Juli ein möbliertes Zelt im Yosemite National Park zu mieten und uns dort zu treffen, sie von San Francisco, ich von Los Angeles. Kurz vor der Abreise hatte ich ein Missgeschick beim Lenken des Autos einer Bekannten. Die Reparatur riss ein tiefes Loch in meinen Reisefonds und ich dachte mit Entsetzen daran, dass die Fahrt im Omnibus nach Yosemite 16 Dollar kostete. Mit der Bahn kam sie noch teurer. Die Eisenbahn ist in den Vereinigten »Staaten (nach dem Flugzeug natürlich) das teuerste Beförderungsmittel, mindestens doppelt so teuer wie bei uns. Etwa die Hälfte einer Eisenbahnfahrt kostet die Fahrt im Autobus, bedeutend billiger reist man im eigenen Auto, da Automobil- und Benzinpreise viel niedriger sind als in Europa (durchschnittlicher Benzinverbrauch in U. S. A, drei Rappen pro Kilometer), am allerbilligsten im Auto anderer! Also! Doch suchte ich vergeblich unter der Rubrik « Reisegelegenheiten » in der Zeitung, ob gegen halbe Bezahlung des Benzins jemand einen Passagier nach Yosemite mitnehmen wollte. Eine Dame mit eigenem Auto und Zelt suchte eine Gefährtin für drei Wochen Lagerleben. Aber ich hatte ja schon mit meiner Schweizerin zusammen ein Zelt gemietet. Ein junger Mann hatte einen Platz frei in seinem Wagen für die Reise nach Yellowstone. Ein Ehepaar hätte gern zur Gesellschaft ein junges Mädchen mit nach Chicago genommen. Gratisbeförderung nach New Orleans gegen Mithilfe im Lenken Billige Lektüre er verein gute Schriften in Bern, Distel weg 16, hat seine vor 1930 erschienene Literatur im Preise so angesetzt, dass fast jedes Bändchen nur noch 20 Rp. kostet, einige ganz grosse 60 Rp. Wer für wenig Geld ein gutes Buch erwerben will, wende sich an obige Adresse um Gratiszustellung des Verzeichnisses.