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E_1933_Zeitung_Nr.006

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4 AUTOMOBIL-REVUE

4 AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N« 6 Luftfahrt Der Südpolflug von Ellsworth und Baichen. Die bekannten Polarforscher und Flieger Lincoln Ellsworth und Bernt Baichen rüsten zu einer antarktischen Expedition, die an Kühnheit vielleicht alle bisherigen Expeditionen dieser Art übertrifft. Sie haben sich vorgenommen, in einem Nonstopflug vom Rossmeer, über den Südpol nach dem Weddellmeer, sozusagen auf der andern Seite der Erdkugel, und ohne Zwischenlandung wieder zurückzufliegen. Da est nicht möglich ist, im Weddellmeer eine Expeditionsbasis zu errichten, werden sie die 4600 km lange Strecke ohne Zwischenlandung zurücklegen. Das Ziel der Expedition ist keineswegs etwa die Aufstellung eines neuen arktischen Flugrekordes. Ellsworth und Baichen wollen vielmehr erkunden, ob das südliche Polargebiet einen zusammenhängenden Kontinent bildet, oder ob die dicke Eisdecke Risse im Festland verbirgt. Man rechnet mit der Möglichkeit, dass das Rossmeer und Weddellmeer miteinander verbunden Sind, obwohl es bisher nicht gelang, eine solche Verbindung nachzuweisen. In der zweiten Hälfte von 1933 wird die kleine Expeditionstruppe in Dunedin auf Neuseeland aufbrechen, um den südlichen Eisgürtel mit einem norwegischen Segler am Rossmeer zu erreichen. Dort wird man an geeigneter Stelle ein Lager bauen und einen günstigen Moment für den grossen Flug nach dem Weddellmeer abwarten. Das Segelschiff der Expedition wird eine Besatzung von 9 Mann haben, während sich an der Durchführung der eigentlichen Expedition nur 5 Mann beteiligen werden. Unter ihnen befindet sich auch der Polarforscher Sir Hubert Wilkins. der bekanntlich mit dem Unterseeboot nach dem Nordpol fahren wollte, der aber diesmal nur als Presseberichterstatter an der Expedition teilnimmt. Zwei Mann, Ellsworth und Baichen, müssen die wichtigsten Aufgaben der Expedition allein bewältigen. Nur sie beide werden an der Flugexpedition teilnehmen. Ellsworth hat kürzlich sein neues Flugzeug, das den Langstreckenflug bewältigen soll, in Empfang genommen. Das Flugzeug ist ein Northrop-Tiefdecker und hat bei 225 km Geschwindigkeit einen Aktionsradius von 5800 km, kann aber Höchstgeschwindigkeiten bis v zu 300 km erreichen. Ein Flugzeug, das senkrecht steigen und sinken, in der Luft stillstehen und sogar rückwärts fliegen können soll. An Stelle fester Tragflächen hat sein Erfinder, William, einstellbare, um eine horizontale Achse rotierende Flächen angewandt Zum Antrieb dient ein 240-PS-«Whirlwind—Motor. Flugversuche in New York sind angeblich gelungen. (Photo: New-York-Times.) Abschluss der Pariser F. A. I.-Tagung. An der Tagung der Föderation Aeronauüque Internationale in Paris, wurde Fürst Bibesco von Bumänien einstimmig rum dritten Male zum Präsidenten des Welt-Luftfahrverbandes gewählt In den weitern Beratungen haben sich die versammelten Vertreter aller Länder in erster Linie mit der Prüfung und Annahme der neuen Satzungen und der Ausschreibung des im Jahre 1934 von Polen zu organisierenden Europa-Rundfluges beschäftigt. In diesem Wettbewerb können die einzelnen Länder inskünftig nur noch eine bestimmte Zahl von Flugzeugen teilnehmen lassen, und zwar muss diese Zahl in einem bestimmten Verhältnis zur Zahl der Stimmen in der F. A. I. stehen. Die goldene Medaille der F. A. I., die bisher De Pinedo, Alan Cobham, Lindbergh, Bert Hinckler, Costes, General Balbo und Dr. Eckener gegeben worden war, ist dem Konstrukteur des Schraubenflugzeuges, de la Cierva zuerkannt worden. Die Tagung nahm im weiteren einen Vorschlag für eine internationale Haftpflichtversicherung an, die Drittpersonen gegen Schäden bei Landungen versichern soll. Die Rekordtahellen der F. A..I. werden erweitert Es werden Rekorde für Flugzeuge des Typs de la Cierva usw. geführt; ferner Schnelligkeitsrekorde für Flug« zwischen Hauptstädten (Minimaldistanz 2000 km), und zwar mit folgenden Städten als Start-, resp. Ankunftsort: New York, San Franzisko, Tokio, Buenos Aires, London, Paris, Berlin und Rom. Schnelligkeitsrekorde (ohne Unterschied der Flugzeuggattung und der Motoren) werden auch anerkannt auf den Strecken New York-San Franzisko; London - Kapstadt; London- Sidney; Paris - Saigon; Paris - Tananarive; Amsterdam - Batavia- Friedrichshafen -Rio de Janeiro: Rom - Kapstadt und Rom - Rio de Janeiro. Die F. A. I. hofft damit das Sportfliegen und die technische Vervollkommnung der Schnellflugzeuge fördern zu können. Verordnung über die Organisation des Militärflugdienstes. (Januar 1933.) Der schweizerische Bundesrat, restützt auf Art. 4 des Bundesbeschlusses vom 18.. Dezember 192-1 betreffend die Organisation des Heeres (Truppenordnunjr) beschliesst: Abschnitt L Organisation. Art. 1, — Dem Militärflugdienst liegt di« Ausbildung und die Verwaltung der Fliegertruppe (Truppengattung) ob. Es gelten hiefür sinngemäss die Bestimmungen der Militärorganisation und ihre Ausführungsbostimmungen, die für die Ausbildung und die Verwaltung der übrigen Truppengattungen aufgestellt sind. Zu den Aufgaben des Militärflugdienstes gehören insbesondere: a.) das Studium der Fliegerverwendung bei verschiedenen Kriegslagen; die Mobilmachungsvorbereitungen der Fliegertruppe; b) die Bearbeitung des Fliegerbeobachtunjs- und Meldedienstes; c) der Erlass der Flug-dienstvorschriften und die Bearbeitung der Reglemente für die Fliegertruppe; d) die Leitung des Personellen der Fliegertruppe; e) das Studium der technischen Weiterentwicklung der Flugzeuge und deren Beschaifungsweise, beides in Verbindung mit der Kriegstechnischen Abteilung; die Mitwirkung bei der Beschaffung, Erprobung und Abnahme von Flugzeugen und Zubehör; f) die Vertretung des Militärflugdienstes in offiziellen, wissenschaftlichen und fach technischen Kommissionen. Art. 2. — Der Militärflugdienst ist bis auf weiteres dem Chef der Generalstabsabteilung unterstellt. Diesem kommt mit Bezug auf den Militärflugdienst die Stellung eines Abteilungschefs zu (Art. 169 bis 171 M. O.). Er genehmigt die Flugdienstvorschriften. Art. 3. — An der Spitze des Militärflugdienstes steht ein Stabsoffizier des Instruktionskorps (Chef des Militärflugdienstes), dem die unmittelbare Leitung übertragen ist. Ihm sind unterstellt: a) das Instruktionskorps der Fliegertruppe. Hieraus kommandiert er Instruktionsoffiziere als Mitarbeiter auf sein Bureau; b) ein Flugplatzdirektor mit dem erforderlichen Personal zur Leitung und Besorgung des technischen und administrativen Dienstes (Verwaltung der Flusrplatzanlagen und des F'ugzeügparkes. Unterhalt und Reparatur des Flugmaterials, Kontrolle der vom Flugdienst direkt bestellten Ersatzteile, Rechnungswesen. Personaldienst); c) das Sekretariat und das Kontrollbureau. Art. 4. — Sofern die technische Ausbildung und die Dauer der Anstellung es als angezeigt erscheinen lassen, ist das nicht der Fliegertruppe angehörende Personal des Militärflugdienstes zur Fliegertruppe zu versetzen. Im Falle einer Mobilmachung leistet auch das bei andern Waffengattungen eingeteilte Personal des Militärflugdienstes den Aktivdienst bei der Fliegertruppe. Abschnitt II. Ausbildung. Art. 5. — Die Dauer der Instruktionskurse &et Fliegertruppe ist folgende: Rekrutenschule . i • « • 75 Tag» Unteroffiziersschule • • • • 35 Offiziersschule • • • • • 105 Pilotenschule . • • • • • 171 Beobachterschule . • i > • 88 Wiederholungskurse . . . . 14 Trainingskurse f. Piloten n. Beobachter 5 Dazu kommen 2 Tage für Organisation und Entlassung gemäss Art 115 des Bundesgesetzes vom 12. April 1907 über die Militärorganisation. Art. 6. — Die zur Einberufung in eine Offbiersschule vorgemerkten Unteroffiziere der Fliegertruppe haben eine sanitarische und psychotechnische Untersuchung zu bestehen. Sie haben sich ausserdem schriftlich zu verpflichten, nach AbsoMe-r rung der Schule, je nach Eignung, eine Pilotenoder Beobachterscnule zu bestehen und den in Art. 10 hienach vorgeschriebenen Dienst zu leisten. 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N° 6 - 1933 AUTOMOBIL-REVUE Die Welterdölproduktion im Jahre 1932. Nach vorläufigen Berechnungen belief «ich die Welterdölgewinnung im Jahre 1932 auf rund 1300 Mill. Fass (7 Fass = 1 t) gegen 1369 Mill. Fass im Vorjahre, 1410 Mill. Fass 1930 und 1484 Mill. Fass im Haussejahr 1929. Demnach hat sich die Rohölproduktion im Verlaufe der letzten 4 Jahre um rund 12 Prozent ermässigt. Dieser Eückgang darf im Vergleich zu den bei fast allen andern Industrien zu verzeichnenden unverhältnismässig bedeutend schärfern Produktionsdrosselungen als auffallend klein bezeichnet werden. Im Jahre 1932 wurden in den Vereinigten Staaten von Amerika rund 789 Mill. Fass produziert, was gegenüber dem Vorjahre eine Annahme um 8 Prozent tind gegenüber 1929 eine solche um 21,5 Prozent bedeutet. Bussland, das seit 1931 an iweite Stelle der Petroleumproduzenten aufrückte, erzeugte 1932 ungefähr 154 Mill. Fass. oder nur 1 Prozent weniger als 1931, jedoch 55,5 Prozent mehr als 1929. Venezuela vermochte im abgelaufenen Jahre die Stelle als drittgrösster Erdölpröduzent zu behaupten; seine Produktion belief sich auf 122,5 Prozent, was gegenüber dem Vorjahre eine Zunahme um etwa 2,5 Mill. Fass bedeutet. Im Vergleich zu 1929 verzeichnet dieses Land jedoch eine Verkleinerung der Ausbeute um 11 Prozent. In der Bangordnung der Petroleumproduzenten folgen alsdann Rumänien und Persien mit einer letztjährigen Produktionsquantität von je 45 Mill. Fass; Die persische Produktion, welche heute durch den Konflikt mit der Anglo-Persian Oil im Zentrum der Diskussion steht, hat gegenüber den beiden Vorjahren keine nenenswerten Veränderungen auszuweisen. Aeusserst roh sind die Schätzungen für die rumänischen Produktionsziffern angegeben. Einerseits glaubt man, dass die Produktionsquantität 1932 diejenige des Vorjahres übersteigen könnte, und anderseits verlautet, dass sie sich ungefähr um 1 Mill. Fass niedriger erweise. Gegenüber 1929 verzeichnet jedoch dieses Land eine Zunahme um rund 10 Mill. Fasa oder um 29 Prozent. Niederländisch-Ostindien vermochte im abgelaufenen Jahre an die 6. Stelle vorzurücken, indem es Mexiko an Bedeutung überflügelte. Die ostindische Rohölgewinnung ist 1932 gegenüber dem Vorjahre von 33 auf 37 Mill. Fass gestiegen, womit,die 1929er-Produktionsquote von 38 Mill. Fass beinahe wieder erreicht wurde. Einen unterbrochenen Bückgang verzeichnet weiterhin die mexikanische Erdölausbeute. Während diese 1924 noch 140 Mill. Fass betrug, fiel sie bis 1929 auf 45 MilL Fass und 1932 auf 32 Mill. Fass. Die Petroleumproduktion der hauptsächlichsten Erzeuger entwickelte sich während den letzten 4 Jahren folgendermassen: Millionen Fass: 1929: 1930: 1931: 1932: Weltproduktion 1484 1410 1369 1300 Verein. Staaten 1007 896 856 789 Sowjetrussland 99,5 130 158 154 Venezuela 137,5 141 120 122,5 Rumänien 34,7 39 46 45 Persien 42,1 43,5 46 45 Niederländisch- Ost-Indien 38,1 38 33 37 Mexiko 44,7 39,5 34 32 Wy. Die Einfuhr von Benzin und Benzol nach der Schweiz ist zahlenmässijj in den statistischen Quellenwerken der Schweiz dargestellt. Der Import nahm den Angaben in Heft 24 vorerwähnter Publikation zufolge nachstehende Entwicklung: Herkunftsland: Menge in t Wert in 1000 Fr. 1930: 1931 1930 1931 Deutschland 296 523 134 192 Belgien 755 765 353 247 Rumänien 15,809 16,150 4,302 2,468 Russland 6,526 10,252 1,544 1,352 Mesopotamien, Persien, Afghanistan 37,040 45,394 9,278 6,895 Straits Settleraents 5,187 3,243 1,195 654 Niederl. Indien 6,695 12,862 1,595 1,958 Ver. Staaten 80,545 66,453 20,130 9,459 Mexiko 1,419 4,157 309 593 Venez., Guyana 4,572 10,444 1,013 1,611 Peru 71 11,359 21 1,496 üebrige Länder 173 292 69 88 Total 158,888 181,894 89,941 26.913 Die Angaben zeigen schlaglichtartig die gewaltige Aenderung auf dem Preismarkt. Obwohl 23 000 Tonnen mehr eingeführt wurden, so ist der Wert der Importe um rund 13 Mill. Franken gesunken. Dieses anormale Zahlenverhältnis erhält noch seine krasse Krönung durch einen Vergleich mit der gleichzeitigen Entwicklung des Benzinzolles. Trotz der erheblichen Entwertung des Brennstoffes vereinnahmte der Fiskus mit insgesamt 39 Mill. Fr. ganze 4 Millionen mehr als im Vorjahre. Wenn diese ungeheuerliche Belastung des Benzins für den Konsumenten» dank der aussergewöhnlich niedrigen Detailpreise, vielleicht auch weniger fühlbar war, so darf nicht vergessen werden, dass bei der Rückkehr normaler Verhältnisse der Zoll um so mehr ins Gewicht fallen muss. Deshalb erscheint die Diskussion über eine weitere Erhöhung des Zolles um so unbegreiflicher, da bei einem Preisausgleich auf dem Weltmarkt ein nochmals gesteigerter Zoll wirtschaftlich einfach untragbar werden rnuss und zu einer Verkehrsschrumpfung führt, die unweigerlich gerade das Gegenteil von dem bringen wird, was der unersättliche Fiskus erwartet, nämlich einen Einnahmenrückgang, anstatt vermehrte Benzinmillionen. Die Zusammenstellung zeigt auch in anschaulicher Weise, wie sich die Marktverhältnisse verschoben haben. Nordamerika hat als Lieferant seine dominierende Stellung zwar beibehalten, dagegen musste es sich einen recht fühlbaren Rückgang des lieferbaren Quantums gefallen lassen und zusehen, wie andere Staaten ihre Position auf seine Kosten festigten. Am augenfälligsten ist die Zunahme des Importes aus Peru, das ganz unvermittelt in die vordersten Reihen unserer Lieferanten vorrückte. Deutschland, Russland, Niederl.- Indien, Mexiko, Persien, Mesopotamien, sowie Venezuela und Guyana haben ebenfalls beträchtlich von dem Mehrbedarf profitiert. Belgien und Rumänien behielten ihre bisherigen Positionen fast unverändert bei, und nur die Strait Settlements sind neben Nordamerika unter den Leidtragenden, für welche der schweizerische Markt an Bedeutung ejngebüsst hat. Wenn da und dort gejammert wird, dass der einheimische Benzinbedarf, der nun leider einmal hundertprozentig im Ausland gedeckt werden muss, unsere Aussenhandelsbilanz ganz bedenklich belaste, so darf nicht vergessen werden, dass den 27 Mill. Fr., welche als Gegenwert für die Ware ins Ausland gehen, die kokette Summe von 39 Mill. Fr. an Zolleinnahmen gegenüberstehen. Jedes Ding hat eben seine zwei Seiten! z. Jahresbilanz des Aussenhandels 1932. Nach den monatlichen Angaben der Oberzolldirektion konnten wir die folgenden Totalziffern für den Aussenhandel in Motorfahrzeugen während des vergangenen Jahres berechnen : 1 Einfuhr : 11,247 Einheiten (13.488 Im Jahre i?äl). 12,861,203 (14.616,190) kg, 53,793,707 (67.045,638V Fr. Die Verminderung der Einfuhr beträgt: 2241 Einheiten. 1,754,987 kg, 13,251,931 Fr. Ausfuhr: 153 (870) Einheiten. 1,642,143 (2.307,751) kg, 14,653,529 (18,363,945) Fr. Die Abnahme der Ausfuhr stellt sich auf 717 Einheiten, 665,608 kg. 3,710,416 Fr. Wir werden über die Jahresbilanz des Motorfahrzeugaussenhandels 1932 In einer der nächsten Nummern ausführlich berichten. r.-lt. Verfehlte Benzlnzollpolitik. Die Steigerung der Benzinzölle und der Automobilsteuern hat In Deutschland dazu geführt, dass gegenwärtig über 580 000 Motorfahrzeuge, darunter mehr als 300 000 Wagen, ausser Verkehr gesetzt worden sind. Entsprechend sind die Einfuhrmengen an Benzin und andern Brennstoffen stark zurückgegangen. Die Zollstatistik gibt für die ersten sechs Monate der Jahre 1931 und 1932 folgende Zahlen an: 1932 1931 Benzin 460 702 Tonnen 710058 Tonnen Gasöl 163 203 . 183 675 Schmieröl 143133 » 180 886 » Der Rückgang ist so stark, dass trotz den erhöhten Zollansätzen für den Fiskus keine Mehreinnahmen erzielt wurden. Dagegen erleidet der Staat wesentliche Ausfälle an Automobilsteuern, trotzdem auch diese in den letzten zwei Jahren erhöht wurden. Die Steuereinnahmen betrugen: Jahr Oktober April bis Oktober 1930 18,69 Mill. 134,95 Mill. Mk. 1931 16,79 Mill. 13100 Mill. Mk. 1932 14,55 Mill. 113,39 Mill. Mk. Diese Zahlen zeigen, dass die Belastungsmöglichkeit des Automobilverkehrs ihre Grenzen hat. Die Erhöhung der Benzinzölle und Steuern brachte in Deutschland eine Verminderung der fiskalischen Einnahmen des Staates, dazu aber noch eine vermehrte Arbeitslosigkeit. Nach den gemachten Erhebungen sind gegenwärtig in Deutschland 160 000 Chauffeure und Angestellte der Automobilfabriken und Garagen arbeitslos. Das muss auch uns zu denken geben. Die geplante Erhöhung des Benzinzolles hätte bei uns ähnliche Folgen. (sk.) Reorganisation der französischen Nordbahn. Der Leiter der französischen «Nordbahn», Javary, erklärte in einem Interview, er habe die Absicht, drei Viertel der Bahnhöfe seiner Geseilschaft stillzulegen und das restliche Viertel zu Sammelbahnhöfen zu machen. Die An- und Abfuhr dieser Bahnhöfe sollen Lastkraftwagen und Omnibusse übernehmen. Man verspricht sich daraus eine wesentliche Beschleunigung und Verbilligung des Betriebes. ALPNACH BERN ZÜRICH ÖLTEN Bahnhofplatz Tel. 7 Rue d'Etraz 20 Tel. 22.028 Sägestrasse Tel. 7.11 Rue St-Honore 7 Tel. 8.38 Laupemtr. 8 Tel. 28.483 Markthalle Tet. 22.300 Corso Pestalozzi 8 Tel. 11.58 Zuchwilstrasse Tel. 8.68 stein wiesstr. 40 Tel. 24.381 LAUSANNE BASEL CHUR U. Bahnhofstr. 230-231 Tel. 1.47 Rue du Midi Tel. 4.61 Römerstr. 14 Tel. 7.88 BIEL Neuengasse 6 Tel. 20.77 FRAUENFELD LUGANO SITTEN AARAU NEUCHATEL SOLOTHURN SCHWYZ Tel. 122 igeiweid 22 Tel. 16.83 TECHNISCHE RUNDSCHAU Industrielle, Techniker, Kaufleute, Gewerbetreibende finden in der regelmässigen Lektüre unserer volkswirtschaftlich-technischen Revue Stetsfort wertvolle Anregungen. Abonnementspreis nur5 Franken im halben Jahr. Bestellungen wirden vom Verlag jederzeit entgegengenommen. ALLGEMEINE INDUSTRIE- UND HANDELSZEITUNG ZENTRALBLATT FÜR INDUSTRIE, GEWERBE UND HANDEL DER TECHNIK mVerlag und Redaktion: Breitenrainstrasse 97, BERN