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E_1933_Zeitung_Nr.006

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10 AUTOMOBlt-REVUE

10 AUTOMOBlt-REVUE 1933 - N° Scljeibenanordmmg der neuen Fisher-Karosserien. Die hintere Scheibe ist vertikal verschiebbar, die vordere -um eine senkrechte Achse schwenkbar. — Usten: Draufsicht bei herausgeschwenkter vorderer Scheibe. gestellt ist, so übt die aussen an der Karosserie vorbeiströmende Luft eine Saugwirkung aus, die einen langsamen, gleichmässigen Abzug der verbrauchten Luft aus dem Wageninnern zur Folge hat. Schwenkt man dagegen das hintere Ende dieser Scheibe ins Wageninnere hinein, so wirkt die nach aussen ragende Kante als Luftfänger, und der Fahrtwind wird in starkem Strom ins Wageninnere hineingeleitet. Bei Regen lässt, sich ein wasserdichter Abschluss der Trennfuge beider Scheiben dadurch erreichen, dass man die senkrecht verschiebbare Scheibe nach oben kurbelt. Die Vorderkante der senkrscht verschiebbaren Scheibe schiiesst sich dann mit einem gummigefütterten Metallfalz an der Hinterkante der schwenkbaren Scheibe an. -s. Ein brauchbarer neuer Akkumulator? Der heute allgemein angewandte Bleiakkurnulator lässt in vielen Beziehungen zu wünschen übrig. Er ist vor allem empfindlich, schwer und anspruchsvoll in der Wartung* und sein Elektrolyt, verdünnte Schwefelsäure, hat die unangenehme Eigenschaft, fast alle Stoffe anzugreifen. Von den unzähligen Versuchen, die bisher in der ganzen Welt zur Verbesserung des Akkumulators angestellt wurden, führten nur diejenigen Edisons zu einem gewissen Erfolg. Der mit einem alkalischen Elektrolyten arbeitende Nickel-Eisen-Akkumulartor Edisons ist aber doch noch für viele Zwecke zu umfangreich und zu teuer, besonders auch für die Verwendung im Automobil. Er hat ausserdem einen Wirkungsgrad von nur ungefähr 50 Prozent, während der Bleiakkumulator von der aufgewandten Energie immerhin rund 75 Prozent zurückgibt. Anscheinend sind nun diese Nachteile zum erstenmal bei dem Jod-Akkumulator vermieden, den der französische Ordensbruder Ciro Francisco (Francois Boisier) zusammen mit den Brüdern Aretas und Archangel, Professoren an der Ecole des Arts et Metiers d'Erquelines, geschaffen hat. Laut den vorliegenden Berichten wurde bei amtlichen Untersuchungen im Laboratoire Central d'Electricite" von Paris bei diesem Akkumulator ein Wirkungsgrad von 70—80 % festgestellt. Die Leistung in Wattstunden, bezogen auf gleiche Gewichte, beträgt beim Jod-Akkumulator 25 w/h gegenüber 23 w/h beim Blei-Akkumulator, trotzdem die Zellenspannung, beim Jod- Akkumulator nur 1,2 Volt gegenüber 2,2 Volt beim Blei-Akkumulator beträgt. Ciro Francisco hofft, die Leistung sogar noch auf die 60 w/h pro kg Akkumulatorgewicht steigern zu können. Verwendet werden zum Aufbau des neuen Akkumulators Kohle und Zink, sowie Zinkjodid. Eine aus einem zylindrischen Kohlenstab bestehende Anode ist von granulierter Kohle umgeben, die durch einen Zylinder aus poröser Zellulose von der die Hülle bildenden Zink-Kathode umschlossen wird. Beim Aufladen des Akkumulators zersetzt sich der aus Zinkjodid von 60 Grad Beaume" bestehende Elektrolyt zu Zink, das sich an der Kathode niederschlägt, und Jod. das von' der granulierten Kohle aufgenommen wird. Bei der Entladung spielt sich der umgekehrte Vorgang ab. Da eine Gasbildung in jedem Fall unterbleibt, kann die Zelle nach aussen luftdicht abgeschlossen werden und hat dann das Aussehen einer der bekannten Trockenbatterien, -s. cfle F«.ti Erneuern des Bremsbelages. Um einen neuen Bremsbelag zu montieren, verwendet man meist Kupfer- oder Aluminiumnieten, die in ihm etwas versenkt werden, damit sie nicht mit dem Innenrand der Bremstrommel in Berührung kommen; Zum Abschneiden des genau abzupassenden Stückes bedient man sich einer feinen und scharfen Metalisäge. Die beiden Enden des Belages werden entweder um die Enden der Bremsbacken gebogen und hier verstiftet oder verschraubt oder schief abgeschnitten, was ebenfalls am besten mit der Metallsäge geschieht. Ist def Belag besonders spröde, so kann man ihn, um ihn der Bremsbackenform leichter anzupassen, etwas vorwärmen, z. B. an einem Ofen, Herd usw., weil er sich dannn leichter biegen lässt. Eine Lötlampe dazu zu verwenden ist nicht ratsam, obschon das in manchen Prospekten empfohlen wird, es sei denn mit ganz leichter Flamme. Wenn der Belag beim Bremsen oft auch noch viel grösserer Hitze unterworfen wird, so geschieht es hier doch unter sehr starkem Druck, der beim Behandeln mit der Lötlampe nicht vorhanden ist. Im ersteren Fall wird ein eventuelles Verziehen des Qewebes durch den Druck verhindert, während eine Deformation im letzteren Falle noch immer möglich ist. Hat man die Bremsbacken mit neuen Belägen versehen, so müssen die Bremsen wieder neu eingestellt werden. Das geschieht zuerst durch Einregulieren des kurzen Hebeis, der die Bremsnocke betätigt. Dieser Hebel Richtig aufmontierter und an beiden Enden abgeschrägter Metallasbestbremsbelag. muss so stehen, dass er beim Anziehen der Bremse sofort wirkt, also nicht einen Moment leer arbeitet, wie das bei ausgeleierten Bremsen und abgenützten Bremsbelägen oft vorzukommen pflegt., Ist die Nocke„ stark abgenützt, so erneuert man sie am besten, Fehlerhaft aufmontierte und daher frühzeitig zerstörte Metallasbestbremsbackenbeläge. Links oben: falsch und, daneben rechts: rfcnQgf stehender Hebel rar Betätigung der Bremsnocke. Etwaiges zu grosses Spiel zwischen letzterer und den Bremsbackenenden kann durch Zwischenlager* (siehe Skizze links untenl) beseitigt werden. da ein Aufschweissen von Material oder einer Auflage gewöhnlich nicht lange hält und auch nicht präzis genug ausgeführt werden kann. Dagegen ist es sehr wohl möglich, zwischen die Enden der Bremsbacken und der Nocke ein entsprechend geformtes Stück Stahlblech so einzufügen, dass es das bisher hier vorhandene Spiel beseitigt. Das Blech muss durch Verstiften oder Verschrauben vor jeder Bewegung geschützt werden. Dass bei diesen Arbeiten auch zugleich die Rückzugfedern der Bremsbacken darauf untersucht werden, ob ihre Spannung noch genügend ist, versteht sich von selbst, wird aber manchmal übersehen, so dass die sonst so gut eingestellten Bremsen doch nicht einwandfrei funktionieren. -Hr.- Behandlung der Treibriemen. Wenn ein Treibriemen in sich gekreuzt werden muss, weil die Drehrichtung der angetriebenen Welle derjenigen der Treibwelle entgegengesetzt sein muss, so achte man darauf, dass das ziehende «Trom» des Riemens nicht auch in sich selbst verdreht wird. Im unbelasteten «Trom» des Riemens schadet diesem die Verdrehung viel weniger. Bekommt ein Riemen Schlupf und hat man kein Riemenharz zur Hand, so kann man sich auch mit Gummi Dehelfen. Ein Stück beliebigen Gummis wird mit einem Zündholz oder Taschenfeuerzeug erwärmt, bis es zu brennen anfängt und in Tropfen abschmilzt. Die Tropfen lässt man auf die Arbeitsoberfläche des laufenden Riemens fallen und wird dann beobachten können, dass der Riemen sofort fest zu packen beginnt. at •= Nebellampen Bosch, Riemann, Hesse A utoh eizungen Norih-East Frostschatzscheiben FuUon Auto-Electric-Service C.SCHÄEFER Bern Zürich Belpstrasse 24 Gütenbergstrasse 10 Tel. 28.701 Tel. 31.223 Fulton-Frost-Schild A - Motor • - Awpuff C - Luhföngtr D - WormluftMImttn E - HlUörp«. mit 1 T - Reghtrklappa 6 — Steuerung H - BodtnbreN I - Ventilotor K - AusloiiöfTnung WARMLUFTHEIZUNG (

N» « - 1933 AUTOMOBIL-REVUE 11 1 *•» III. Antwort 8487. Lieferanten von Handy-Re- Qltr. Zuschrift weitergeleitet. — Red. II. Antwort 8531, Geschwindigkeitsmesser-Antrieb. Zuschrift weitergeleitet. — Red. Blech bestehenden Spannungen vorzunehmen. Zudem soll das Blech an den defekten Stellen und deren Umgebung ausgeglüht werden, damit es wieder weich wird. Beim Verschweissen der -defekten Stellen ergibt sich diese Erweichung von selbst. Bedingung ist allerdings, dass die Reparatur von einem mit solchen Arbeiten genau vertrauten Spengler ausgeführt wird, wenn sie haltbar sein soll. Wenn Sie es noch nicht getan haben, würden wir Ihnen deshalb raten, sich an einen Autospengler oder Karossier zu wenden. Sollte der Erfolg auch dann noch ausbleiben, dann wechseln Sie die Frage 8538. Wahl von Bowdenkabeln. Bei meinem Kleinwagen werden der Ring der Zündverstellung des Magneten und die Luftklappe vom In-Kotflügestrumentenbrett aus durch Bowdenkabelzüge betä- am besten aus. tist. Nun zeigt sich immer nach verhältnismässi? kurzer Zeit, dass die Kabel innerlich rosten und bald darauf brechen. Eine wirksame Schmierung der Kabel ist nicht gut durchzuführen, weil Oel oder Fett durch herabtropfendes Benzin immer wieder weggewaschen wird. Ich habe dann die Uebels tan de durch Anwendung verzinnter Kabel zu beseitigen versucht. Die dickeren, verzinnten Kabel liehen jedoch nur schwer in den Hüllen. In welchem Verhältnis müss übrigens der Durchmesser der Kabel zur Lichtweite der Kabelhülle stehen ? Bisher verwendete ich Kabel von 1 mm Dicke in at. Frage 8540. Versebmubte Konuskupphinn, Bei unserem Lastwagen kann man oft fast nicht schalten, weil die Kupplung « hängen bleibt» Auch bei starkem Druck auf das Kupplungspedal will sich der Kupplungskonus im Schwungrad oft sekundenlang nicht lösen. Die Folge davon ist, dass die erklärt mir, dass ich ohne Verzug eine kleine Busse Gänge nur unter bedenklichem Krachen zum Eingriff gebracht werden können. Oft macht auch weil ich vor einer nicht zu übersehenden Kurve im Betrag von Fr. 10.— bis 30.— zu bezahlen hätte, schon das Herausnehmen eines Ganges Schwierigkeiten. Ist es möglich, dass diese Störung nur mitbeträgt zirka 300 m. Diese von ihm zitierte Gefähr- vorgefahren wäre. Die Distanz Vorfahrstelle-Kurve einer Verschmutzung des Kupplunajsbelages zusammenhängt, oder muss die ganze Kupplung demon- dann aber eine Rostbildung nicht mehr zu befürchten sein, besonders wenn noch verzinnte Kabel aneewandt werden. Damit das Kabel in der Hülle leicht rleitet, soll die Lichtweite der Hülle eher zu gross . als zu klein sein. Für ein Kabel von 1 mm Dicke ist also mindestens eine Hülle von 2 mm Lichtweite zu wählen. Besser fahren Sie jedoch, wenn Sie konsequent nur Kabel von 1,5 mm Dicke und Hüllen von 3 mm Lichtweite anwenden. Brüche dürften dann bei der geringen Beanspruchung der Kabel fast ausgeschlossen sein. at. Frage 8539. Risse in den Kotflügeln. Ich habe einen älteren Wagen, der im allgemeinen noch eanz gut geht, bei dem aber immer wieder in den Kotflügeln an den Befestigungsstellen Risse entstehen. Es handelt sich dabei vermutlich um Risse, an denen die Vibrationen der Kotflügel schuld sind. Die Reparatur wurde bisher von einem Spengler meist durch Unterlegen einer Blechunterlage an der defekten Steile und Vernieten vorgenommen. .Trotzdem breiteten sich die. Risse manchmal weiter ^ns. Was kann man da tun? Auch das Verschweis- »en der Risse führte nicht immer dauernd zum Erfolg. F. I. in G. Antwort: Bei ungenügender Eigenfestigkeit der Kotflügel oder zu knapp bemessenen Auflagesteilen verursachen die Vibrationen, wie Sie richtig vermuten, an bestimmten Stellen im Blech Ermüdungserscheinungen. Das Blech wird kristallinisch, hart und spröde, und es bilden sich Risse. Dass sich die Risse nicht weiter verbreiten, kann man provisorisch dadurch verhindern, dass man dort, wo der Riss ausläuft, ein Loch von 3—5 mm Weite bohrt. Auch dann, wenn an den Befestigungsstellen eine Unterlageplatte eingenietet wird, ist eine solche Bohrung zur Verteilung der noch im einer Hülle von 1,5 mm Lichtweite. Bietet es einen Vorteil, Hüllen von grösserer Lichtweite zu immer etwas Fett an den Belag herausgeschleudert, tiert werden? Vom Drucklager der Kupplung wird verwenden?. das dann zusammen mit dem Strassenstaub auf Antwort: In erster Linie sollten Sie, umdem Asbestgewebe-Belag eine klebrige schwarze den Störungen der Kabelzüge abzuhelfen, den primären Ursachen der Rostbildung zu Leibe gehen. tuell am besten entfernen? K. M. in Z. Schicht bildet. Wie lässt sich dieser Schmutz even- Es lässt sich doch sicher irgendwie vermeiden, dass Antwort- Die Verschmutzung des Kupplungsbelages kann ohne weiteres genügen, um die nor- Benzin auf die Kabelzüge tropft. Bei gründlichem Einfetten der Kabel vor dem Einziehen sollte male Wirkungsweise der Kupplung und des Getriebes empfindlich zu beeinträchtigen. Nehmen Sie auf alle Fälle vorerst einmal eine gründliche Reinigung des Kupplungskonus vor. Ob das ohne Demontage der Kupplung möglich ist, können wir vom grünen Tisch aus mangels näherer Angaben nicht entscheiden. Vermutlich lässt sich aber nach dem Entspannen und Lösen der Kupplungsfeder der Konus so weit auf der Welle zurückschieben, dass der Belag überall freiliegt. Der Schmuti wird dann zuerst am besten mit einem scharfkantigen Gegenstand, beispielsweise dem Rücken eines Sägebhttes oder Messers, abgekratzt und schliesslich noch mit Benzin oder Petrol abgewaschen. at. Frage 8541. Ausschleifen der Bremstrommeln. Durch das Ausschleifen von Bremstrommeln wird deren Innendurchmesser und damit auch der Spielraum zwischen der Trommelwandung und den Bremsbacken vergrössert. Wie wird nun dieser übermässige Spielraum besser beseitigt: indem man an den Stellen, an denen die Bremsnocke an den Backen angreift, Distanzplatten auflegt, oder indem man unter dem ganzen Bremsbelag einen Metallstreifen von der Dicke des zu beseitigenden Spiels unterlegt? R. F. in Z. Antwort: Wenn die Bolzen, um die sich die Bremsbacken auf der der Bremsnocke entgegengesetzten Seite drehen, nicht einstellbar sind, ist die zweite Methode der ersten bei weitem vorzuziehen. Nur sie ermöglicht dann, dass sich die Bremsbeläge gleichmässig abnützen. Bei einer Korrektur des Spielraumes nach der ersten Methode dagegen kommen beim Anziehen der Bremsen nur die der Bremsnocke benachbarten Teile der Bremsbacken zum Anliegen an die Bremstrommel. Die eesamte Bremsarbeit muss von einer kleinen Fläche des Belages geleistet werden, was selbstverständlich eine rasche Abnützung des Belages an diesen Stellen zur Folge hat. at. Sp» '«»«Im Anfrage 228. Polizeikontrolle und Bussen-Sicherungsmassnahmen. Es war am 8- September, an einem Sonntag, als ich auf der Fahrt von Lausanne nach Genf, zirka 18 Uhr, vor Celigny einen Wagen überholte. Solches tue ich nur mit höchster Vorsicht. Ungefähr 150 bis 250 m vom Ueberholungsorte weiter entfernt stand ein grauer Verkehrspolizist Dieser yeranlasste mich durch Zeichen «um Anhalten. Weitere 100 m ist eine Kurve, um die herum man vom Standort des Polizisten nicht sehen kann. Er tritt an den Wagen heran und verlangt in sehr freundlichem Ton meinen Fahrausweis und lichkeit dieser Handlung bestritt ich ebedso freundlich wie bestimmt. Ich schlug ihm richterliche Untersuchung vor und wollte wegfahren. Er behielt aber den Fahrausweis zurück. Das war nun für. mich wieder ungemütlich und nur um wieder in seinen Besitz zu gelangen, bezahlte ich gegen Quittung die Mindostforderung. 1. Ist es einem Polizeimann gestattet, den Fahrausweis wegen Nichtbezahlung einer Busse zurückzubehalten? 2. Wie soll ich mich in ähnlichen' Fällen verhalten? H. in Z. Antwort: Nach der uns von Ihnen gegebenen Darstellung wurden Sie in C. von einem uniformierten Polizisten angehalten. G. ist eine. Enklave des Kantons Genf. Art. 156, AI. 2, des eenferischen Reglement g&- neral sur la Securite et la circulation publiques vom 1. Juni 1917 gibt den Polizisten ganz allgemein das Recht, bei Fahrzeugführern, die die Widerhandlung gegen die Verkehrsvorschriften bestreiten, deren Fahrzeuge oder anderweitige Objekte mit Beschlag zu belegen. Weiter verfügt der Art. 90, AI. 3, des nämlichen Erlasses, dass die Fahrbewilligung entzogen werden kann, wenn die Busse und Kosten, welche zufolge einer Widerhandlung gegen die Verkehrsvorschriften ausgefällt werden, nicht binnen einer vom Bureau de l'Enregistrement gesetzten Frist bezahlt werden, und so lange entzogen'bleibt, bis diese Zahlung erfolgt. Es ist nun möglich, dass die genfarischen Behörden entweder die eine oder die andere Bestimnung des vorzitierten Erlasses so auslegen, dass dem ausserkantonalen Fahrer die Fahrbewilligung zu beschlagnahmen ist, wenn der Fahrer bestreitet, eine Widerhandlung gegen die Verkehrsvorschriften begangen zu haben, oder aber dass das Bureau de I'Enregistrement verfügt, die Fahrbewilligung sei ausserkantonalen Fahrern sofort zu entziehen, sofern sie nicht sogleich die Busse und Kosten bezahlen. Dafür würde auch der Ihnen vom Polizisten vorgewiesene Tarif sprechen. Die gesetzlichen Bestimmungen sind allerdings nicht sehr präzis gefasst, lassen aber diese Auslegung zu. Sie können sich im allgemeinen der sofortigen Bezahlung einer Busse entziehen, indem Sie ein Depositum leisten und gerichtliche Beurteilung des Falles verlangen. Dieses Depositum muss aber so bemessen werden, dass es für eine afifällige Busse und die Kosten des Gerichtsverfahrens ausreicht. Das Depositum wird deshalb gewöhnlich einen grösseren Betrag ausmachen, als wenn die Busse sofort erlegt wird. * Anfrage 229. Zollermassiguna für unkarosslertt Chassis. Ich habe vor zwei Monaten aus ein«r Hinterlassenschaft in Basel ein Automobil-Chassis erster italienischer Marke gekauft. Das Chassis ist absolut neu, war noch nie karossiert. Eine Notkarosserie ist lediglich zum Zwecke des Einfahrens von der Fabrik angebracht worden. Laut Anfrage bei der Fabrik wurde es am 10. August 1928 über Domodossola-Brig eingeführt und laut Bescheinigung der Oberzolldirektion damals auch verzollt. Das Gewicht betrug bei der Abnahme 1820 kg. Ich habe nun den Wagen in Basel zum Karossieren gegeben. So viel ich mich erinnere, habe ich vor längerer Zeit in der « Automobil-Revue » gelesen, dasa ein Teilbetrag des erlegten Zolles rückerstattet wird für unkarosfiierte Wagen, die später in der Schweiz selber mit Karosserie versehen werden. Für mich erheben eich nun folgende Fragen: 1. Besteht diese Bestimmung tatsächlich? 2. Wenn ja, ist diese Bestimmung rückwirkend auf obiges Datum (10. 8. 28)? 3. Habe ich ein Recht auf Rückerstattung, trotzdem das Chassis aus zweiter Hand stammt und ein anderer den damaligen Einfuhrzoll bezahlt hat? 4. Wie war der damalige Zollansatz im Verkehr mit Italien? (1820 kg). 5. Ist es meine 'Sache oder die der karopsierenden Firma mit der Oberzolldirektion in Verbindung zu treten? H. in B. Antworjt: Laut Bundesratsbeschluss vom 25. August 1931 in Kraft getreten am 10. September 1931, wird für nachweislich im Inlande zu Personenautomobilen karossierte, d. h. mit Karosserien schweizerischer Herkunft versehene Chassis nach der erfolgten Karossierung 40% dee Einfuhrzolles rückvergütet. Chassis für Lastwagen sowie solche für Atftocars und Autobusse eind von dieser Vergünstigung ausgeschlossen. Das Gesuch um Rückvergütung ist nach Fertigstellung der Karosserie unter Beilage der Zollquittung an die Oberzolldirektion zu richten. Da die erwähnte Bestimmung seinerscit zur Hebung des Schweizerischen Karosseriegewerbes erlassen wurde, und somit Arbeitsbeschaffung bezweckte, hat die nachtragliche Karossierung Ihres Chassis ebenfalls Anspruch , auf diese Vergünstigung. Regelmässisr unternimmt der Karoseeriefabrikant nach erfolgter Karossierung die nötigen Schritte bei der Oberzolldirektion. Sie können sich nun Ihrerseits aber auch an ditee Behörde wenden und die Reduktion für sich beanspruchen, vorausgesetzt, dass Ihnen der Karosseriefabrikant eine Zession, d. h. eine Verzichterklärung auf diese Vergünstigung ausstellt Die Rückvergütung wird Ihnen dann gestützt auf die beigelegte Zollquittung sowie eine kurze Begründung des Gesuches von der Zolldirektion zurückerstattet Was Ihre Frage über den Zollansatz im Verkehr mit Italien im Jahre 1928 ajibotrifft. so beträgt er Fr 170— nro 100 fc«r Chassis^e^'^t * Caro Bronze-Ronre für Lager- und Bolzenböchsen •tfordam wenig Bearbeitung, vermefdea MaterialverliKto. Genauigkeit Vu