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E_1933_Zeitung_Nr.007

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Barockgotteshaus, neben

Barockgotteshaus, neben das Steinjuwel der Karlskirche, und vor der technischen Hochschule, wo er ja freilich hingehört, haben sie an einem der schönen Tage des vergangenen Monats Oktober dem kleinen, grossen Herrn Marcus ein Denkmal enthüllt. Vielleicht haben sie dabei gedacht: «Wenn alle untreu werden, so bleiben wir getreu, damit die Lieb' auf Erden nicht ganz verschwunden sei! » Und, wie fein, sie haben das Denkmal neben ein anderes verhindertes österreichisches Genie der Technik gestellt, neben Joseph Ressel, den Erfinder der Schiffsschraube, die hinterher dann von robusteren englisch-französischen Interessenten nochmals erfunden wurde. Wettrennen zwischen Bär und Auto Ein sicherlich höchst ungewöhnliches und abenteuerliches Erlebnis hatten kürzlich einige junge Juristen aus der Bezirkshauptstadt Tione im (italienischen) Tirol. Sie hatten einen Autoausflug nach der hübschen Ortschaft Borzago gemacht und dort den Abend vergnügt verlebt. Dann traten sie in ihrem Mietauto die Rückfahrt nach Tione an. Als sie in die Gegend kamen, die den romantischen Namen « Delizia d' ombra » (Wonne des Schattens) trägt, bemerkte der Chauffeur beim Lichte der Scheinwerfer dicht an der Mauer, die an der einen Strassenseite entlang lief, eine grosse, braune, bewegliche Masse. Wie gross war das Erstaunen des Mannes, als er entdeckte, dass es sich um ein Prachtsexemplar eines braunen Bären handelte. Das Tier musste von den Bergen des « Val Rendena» bis ins Tal heruntergestiegen sein! Nun zeigte es sich, dass es entschieden weniger ungemütlich ist, wenn man einem solchen •« Mutz » im Auto begegnet als zu Fuss! (Wieder ein Grund mehr, um sich ein Auto anzuschaffen!) Denn das Tier geriet durch das grelle Licht der Scheinwerfer in einen furchtbaren Schrecken. Es jagte in wilder Flucht über die Strasse davon, immer dem Automobil voraus. Freund Mutz erwies sich als ein ganz vorzüglicher Schnelläufer. Denn mehrere Kilometer weit gelang es ihm, einige Meter vor dem Auto, das in raschem Tempo fuhr, die «Führung» zu behalten. Als dann aber zur Seite der Strasse Gebüsch und Waldung sichtbar wurden, schlug sich unser erschrockener Schnelläufer schleunigst seitwärts in die Büsche. Am anderen Morgen fanden die Leute auf der Strasse überall die zurückgelassenen Spuren der « Durchreise » des Herrn Mutz. Man nimmt an, dass das Tier einem kleinen Rudel Bären angehört, das im vergangenen Sommer mancherlei Unheil angerichtet hat. Die Tiere brachen damals mehrfach aus den Wäldern der Berge des « Val Rendena » hervor und stürzten sich auf die Viehherden, die dort, von ihren Hirten gehütet, friedlich auf den Wiesen weideten. Die Hirten erlitten damals grosse Verluste. Mehrere Stück Vieh wurden von den Raubtieren zerrissen. Man sah sich daher gezwungen, früher als gewöhnlich von den Bergen in die Ebene hinabzusteigen. Dass den Hirten aber einer der braunen Gesellen nachsteigen und sich sogar mit einem Auto in einen Wettlauf einlassen würde, das hat sicher niemand in der ganzen Umgegend erwartet! Dr. R. H. Der Tagesfilm Ein « Kenner » der Schweiz. Ein ergötzlicher Artikel war kürzlich in der sonst als durchaus seriös bekannten deutschen Zeitschrift « Universum » zu lesen. Wir möchten diese Mär, die ein Deutscher seinen Landsleuten von den Schweizern zu erzählen weiss, unsern Lesern nicht vorenthalten. Lächerlichkeit wirkt bekanntlich tödlich — mit einem ernst zu nehmenden Gegner hat man es also nicht zu tun: «Wer in der Schweiz reist, bemerkt nicht allzuviel vom eigentlichen Leben der Schweizer; denn zur Reisezeit richtet sich das ganze Land nach den Fremden; die ganze Schweiz ist ein einziges grosses Hotel; jeder halbwegs gebildete Schweizer spricht zu den drei Muttersprachen selbstverständlich Englisch. Erst wenn, die Fremden abgereist sind, zwischen Sommer und Winter, erwacht der Schweizer zu seinem eigenen Leben. Was tut er da? Er ist bedürfnislos, bewahrt seine Eigenarten und frönt dem seit den Tagen Teils bevorzugten Nationalsport. In Bern findet alljährlich das grosse Kantönalschützenfest statt, bei dem 450 000 Franken als Preise zu gewinnen sind. Aus allen Gauen der Schweiz strömen die Menschen herbei, alle Vereinsmitglieder müssen kommen oder- 10 Franken Busse bezahlen. Das ist eine Menge Geld für einen armen Landmann oder Knecht. Jeder trägt, sofern er nicht selbst Schütze ist, einen Degen oder einen alten Säbel; das schliesst nicht aus, dass er auch einen Regenschirm mit sich trägt. (Der Verfasser hat offenbar mal etwas von einer Appenzeller Landsgemeinde gehört oder gelesen.) Da stehen sie nun zusammen, alte Männer mit prächtigen Barten, den Regenschirm aufgespannt und sich auf den Säbel stützend, und junge Burschen, und plaudern. Völkerwanderung nach den Schiessplätzen. Der schwere Schlag der grosskalibrigen Scheibenbüchsen AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N° 7 Herr Schlauberger ermüdeten die ewigen Handsignale über Gebühr darum.,« riistete er seinen Wagen reichlich mit Winker- und Signalapparaten aus, bis er..» eines Tages beim Anblick eines Eisenbahn-Signal- um alsdann j G d er Sorge um die Zeichengebunj Postens auf die Idee kam, sich diese Einrichtung enthoben zu sein, zunutze zu machen... kontrastiert lebhaft das helle Peitschenknallen der Pistolen; mit unendlicher Ruhe wird anvisiert und Druckpunkt genommen, kein Muskel bewegt sich, kein bisschen gemuckt; ganz langsam krümmt sich der Finger, ehe der Schuss bervorsingt. Ausscheidungskämpfe auf Ausscheidungskämpfe, immer enger wird der Kreis gezogen zwischen den konkurrierenden Schützen. Und dann ist das riesige Schützenfest vorbei. Grosse Schlussfeier: Aufmarsch aller Vereine, die Blechmusik voran, unter Fahnen und Flaggen vor den Spitzen der Eidgenossenschaftsbehörden, und dann zieht wieder die beschauliche Ruhe ein, bis der grosse Strom der Fremden wiederkommt aus allen Teilen der Welt, um Erholung und Ruhe zu suchen in den gigantischen Bergen der Schweiz. Selbst in Deutschland wird man über solch blühende Phantasie lachen. Dem Manne aber sei angeraten, von den Teilen-Nachkommen einmal das richtige Zielen zu erlernen, damit er das nächste Mal nicht mehr so jämmerlich daneben trifft... mb. Humor Das letzte Mittel. Der berühmte Arzt Virchow konnte nichts weniger vertragen, als wenn man ihn ausserhalb seiner Sprechstunde mit ärztlichen Fragen behelligte. Da gab es kein Pardon, er wurde sacksiedegrob, ganz gleich, um wen es sich handelte. Eine in der internationalen Politik hochberühmte Persönlichkeit machte trotzdem auf einer Gesellschaft den Versuch, ihm sein Leid zu klagen. Er habe seit Wochen in allen Gliedern unerträgliche Schmerzen, er könne weder liegen noch stehen noch sitzen. Ob es nicht irgendein Mittel dagegen gäbe ? « Freilich gibt es das ! » brummte Virchow, « hängen Sie sich auf! > seinen Fauteuil. «Und für einen guten Kurs,» fügte er gedankenvoll hinzu, «sechs Pfund das Stück.» Grosse Tränen kollerten über Mr. Isaacs' Wangen. Der Mann war verrückt! Fünfzehntausend mal sechs — sein Hirn taumelte, als er die Zahl zu fassen suchte. «Lassen Sie uns miteinander plaudern. Mr. Isaacs,» sagte sein Quälgeist und setzte sich auch auf einen Fauteuil. «Lassen Sie uns miteinander ins klare kommen, dann werden Sie sehen, dass Sie meine Handlungsweise billigen.» Und während Mr. Isaacs ihn mit funkelnden Augen betrachtete, zündete er sich eine Zigarette an und fuhr fort: «Da Sie es schon erraten haben, will ich vor allem einmal zugestehen, dass ich Professor Pelotard bin, Ihnen zu dienen, Mr. Isaacs. Wie Sie sich vielleicht entsinnen werden, trafen wir uns in Monte Carlo, wo Sie so freundlich waren, mich zum Diner einzuladen. Dabei rühmten Sie mir die Aktien der Digammagesellschaft, und da ich an Ihrem Tische sass und an Ihre Aufrichtigkeit glaubte, kaufte ich Ihre fünfhundert Aktien. Als ich wieder nach England kam, hörte ich nicht darauf, was die Leute über Ihre Gesellschaft sagten, denn ich war vollkommen überzeugt, dass Sie, Mr. Isaacs, so wie Brutus ein ehrenwerter Mann seien. Sie können sich mein Staunen denken, als ich gestern morgen aus den Zeitungen ersah, dass die Digammagesellschaft, für die Sie so grosse Hoffnungen hegten, am Rande des Ruins stehe — böse Zungen behaupteten, es sei der reine Schwindel. Ich fragte meinen Agenten, was ich glauben sollte. Er bestätigte mir, ; syMt und nasskaltes Wetter leiährden Ihre Gesundheit! Zu Hause, auf der Reise, in den Ferien hilft Ihnen bei Erkältungen, Rheumatismus etc. das •Heizkissen! Das BALLY-Heizkissen kann ohne Umsohaltung überall an alle Spannungen angeschlossen werden. Amtlich geprüft 1 Nicht radiostörend t Grosse 30x40 cm. Wfut OQ In Gesohenkkarton nur * • • •••»• Zu beziehen durch die Elektr.-Werke und Fachgeschäfte, Wo nicht erhältlich, Bezugsquellennachweis durch Bally - Apparatebau, Bassersdori- Zürich dass die Lage der Gesellschaft leider eine verzweifelte sei, und dass sie nur gerettet werden könnte, wenn irgendeine bekannte Persönlichkeit in die Bresche träte. Sofort dachte ich an Sie, Mr. Isaacs! Mr. Isaacs, sagte ich mir selbst, ist der rechte Mann, denn er glaubt an die Gesellschaft, und er hat sie mit gegründet. Aber, was soll ich tun? Gehe ich zu Mr. Isaacs und wünsche ihn zu sprechen, so ist er gewiss beschäftigt, werde ich vorgelassen, so sagt er: Mon Dieu, Professor, daran habe ich keine Zeit zu denken, ich habe viele Eisen im Feuer. Und doch wusste ich in meinem Innern, dass Sie eingreifen und die Gesellschaft retten würden, wenn Sie nur Ruhe und Frieden hätten, über die Sache nachzudenken. Ruhe und Frieden, sagte ich mir, das ist es, was Mr. Isaacs braucht, und darum Hess ich Sie gestern in so unzeremoniöser Weise in diesen stillen Winkel führen, wo ich hoffe, dass Sie es so halbwegs gehabt haben? Eh bien, Mr. Isaacs, nachdem ich Ihnen also unter meinem Dache eine Freistatt für die Nacht gegeben hatte, hielt ich mich für berechtigt, mir dieselbe Freiheit unter dem Ihren zu nehmen, und begab mich folglich zu Ihnen, wo ich mit grösster Zuvorkommenheit empfangen wurde. Wie Sie sich erinnern werden, fand sogar Ihre Freundin, Mrs. Bell, eine gewisse Aehnlichkeit zwischen uns, und mit ein bisschen Kunst, nicht wahr... alles fiel zu meiner Zufriedenheit aus, und Ihr Wein ist ausgezeichnet, namentlich Ihr Lafite, apropos, wie fanden Sie meinen Clos Vougeot? Seltene Marke, wenn ich das selbst sagen darf. — Aber genug, heute morgen verliess ich Ihre Wohnung und fuhr zur Börse, sind äusserst unangenehm. Dieselben verschwinden aber nach kurzer Zeit beim Gebrauch von unschädliches Mittel gegen Verdauungsstörungen Gegen Appetitlosigkeit, Magenschmerzen. Magenkrampf, üebelkeit. Erbrechen. Magendrücken. Sodbrennen Blähungen. Aufstnssen übelriechenden Atem. Preis pro Schachtel Fr. 8.— Machen Sie einen Versuch und Sie werden von dessen Güte wie schon Hunderte anderer Kunden überzeugt sein. Einzig erhältlich bei wo ich mit derselben auserlesenen Höflichkeit empfangen wurde wie zu Hause bei Ihnen. Denn wer kennt Mr. Isaacs nicht? Alle kennen Mr. Isaacs. Ich fand zu meiner Betrübnis, dass die Stellung der Digammagesellschaft sich noch verschlechtert hatte, denn neue Gerüchte über Mr. Maxwells Experimente hatten zu zirkulieren begonnen, und die Aktien der Gesellschaft standen nicht einmal mehr auf Pari. Gleich nach Beginn der Verhandlungen ergriff ich das Wort und sagte: .Gentlemen, Sie kennen mich alle, Sie wissen, dass ich es war, der die Britische Digammagesellschaft gestartet hat. Ich tat es in bester Absicht, ich wollte der Allgemeinheit ein gutes Spekulationspapier schaffen, das allen erreichbar war; ich wollte der Stadt Shorewich, die ich persönlich schätzen gelernt habe, Arbeit schaffen, die Wissenschaft ermuntern, mit einem Worte, unserem gemeinsamen Vaterland England Ehre machen. Ich sehe, dass meine Handlungsweise missdeutet worden ist, dass böse Zungen die Solidität der Digammagesellschaft anzweifeln, dass die Lage der Gesellschaft für den Augenblick prekär scheint. Nach reiflicher Ueberlegung, meine Herren, habe ich daher den Entschluss gefasst, den ich Ihnen jetzt mitteilen will. Da ich derjenige bin, der die Gesellschaft gegründet hat, will ich auch in ihre vorübergehenden Schwierigkeiten eingreifen und mache mich hiermit erbötig, die Aktien aller jener Personen aufzukaufen, die es wünschen, entweder hier oder noch besser morgen in meinem Kontor.' MAGENSCHMERZEN „COLUMBA"-Magenpulver Apotheke zur Taube, Schaffhausen (Fortsetzung folgt.) 28.222 „Bern" ist unsere Telefonnummer. Sie sollten sich bei Vergebung von Drucksachen aller Art in Ihrem Interesse ihrer erinnern. Wir drucken alles, auch der kleinste Auftrag wird von uns mit grösster Sorgfalt ausgeführt! HALLWAG Zürcher Wochenprogramm Stadttheater Di. abends 24. Jan. Mi. abends 25. Jan. Do. abends 26. Jan. Geschlossen. La finta semplice (B. Ab. 10). Venus in Seide. Fr. abends 27. Jan. Der Waffenschmied, neu einstudiert, Oper von A. Lortzing (B. Ab. 10). Sa. nachm. 28. Jan. Sa. abends 28. Jan. So. nachm. 29. Jan. So. abends 29. Jan. Di. abends 24. Jan. Mi. abends 25. Jan. Do. abends 26. Jan. Fr. abends 27. Jan. Sa. abends 28. Jan. So. vorm. 29. Jan. So. nachm. 29. Jan. So. abends 29. Jan. Volksvorstellung Trudy Schoop. Viktoria und ihr Husar. Die Fledermaus. Viktoria und ihr Husar. Abends 8tt Uhr. tag nachm. 3H Sonnühr. Die Fahrt ins Blaue. Vor Sonnenuntergang. Premiere: Roulette, Lustspiel von Wladislaus Fodor. Vor Sonnenuntergang. Roulette. 10K Uhr: Gasfsp. Trudy Schoop. Vor Sonnenuntergang. Roulette. Abends 8 Uhr, Sonntag nachmittags 3 Uhr. Sonnenquai ^ 16—18 Uhr und 20—23 Uhr: Gastspiel «Dolly's three Singbirds». Nachmittags- und Abend-Konzerte. Leo Fagel mit seiner Wiener Künstler- Stimmungskapelle. von Restaurant Hlingarla, Beatengasse und Caf6 AstoHa, st. Peterstrasse 18 Künstler-Konzerte, täglich 3—6 und 8—11 Uhr. Orchester Enrico Carlptti.

N° 7 - 1933 EDE1DP HDU HE Amerika — Paradies der Frauen... und der Schrecken der Männer! Nirgends in der Welt wird die Frau so angebetet wie in Amerika, aber auch nirgends wird sie von den Männern so gefürchtet wie da. In anderen Ländern hat man nur vor der zürnenden Frau Angst, in Amerika fürchtet man sie auch, wenn sie lächelt. In der «Neuen Welt» schützt man die Rechte der Frau mit wahrhaft drakonischen Gesetzen. Amerika ist eines von den wenigen Ländern, in denen die Männer ihre Versprechungen halten müssen... Dass diese Strenge viel von der Schönheit der Liebe wegnimmt — steht ausser Frage. Aber auch vielen Enttäuschungen wird dadurch vorgebeugt. Diese Umstände schufen eine merkwürdige, neue Art von Flirt: die nüchterne, heitere Kameradschaft, bei der die Yankee-Frau in der Liebe nicht zu kurz kommen kann. Ein einziger Zeuge — sei es die Mutter der Miss — oder ein Liebesbrief, der auf Heirat zielt, genügen, um den sich sträubenden jungen Mann durch gesetzliches Urteil zur Ehe •mit der (mehr oder minder) Schönen zu zwingen. Ein leichtsinniges Wort, schon muss der arme Mann büssen. Darum ist auch der Yankee äusserst vorsichtig. Er schreibt nicht, er verspricht nicht, spricht nicht einmal im Traume. Ist es dann ein Wunder (und doch, wie viele wundern sich darüber), wenn die amerikanische Mutter ihre junge Tochter mit dem «boy-friend» ausgehen lässt? Sie hat*«arme, unverstandene» Frau prompt beschützte. Er drohte Chaplin mit vollkom- gar nichts dagegen, wenn das Paar zusammen ins Theater oder soupieren geht, es kann menem Boykott seiner Filme, falls er den weite Autotouren machen, auch auf Sommerreisen fahren, die Mama weiss genau, dass würde. Chaplin bekam einen Schreck. Mit Wünschen seiner Frau nicht nachkommen niemand auf ihre Tochter mehr acht geben Recht, wie jeder zugeben wird, der diese ^_;rd, als der Verehrer selbst. Ausführungen gelesen hat. (Den dicken Fatty '"Dieser übertriebene Schutz der Frau hat hat vor ein paar Jahren der Boykott der aber auch zu vielen Missbräuchen geführt. Frauen zugrunde gerichtet.) Auch dem Regisseur von Sternberg hat der Club stark zu- Plötzlich erschienen die « gold-diggers », die Goldgräber. Sie haben zwar keine Aehnlichkeit mit den rauhen Gesellen, die am Anfang Dietrich seine Sympathien zuzuwenden. Seigesetzt, weil man ihn verdächtigte, Marlene des vorigen Jahrhunderts scharenweise zum nen letzten Angriff wandte der Frauen-Club Klondike-Fluss wanderten, um Gold zu suchen gegen Sinclair Lewis, den neuen Nobelpreisträger für Literatur. Und zwar gefiel den — sie tragen keine Rucksäcke, sondern seidene Kleider und statt Spitzhacke ein entzückendes Gesichtchen — und doch werden liche, launische Frau Dodsworth (die Frauen- Clubmitgliedern die leichtsinnige, oberfläch- sie von dem Amerikaner am meisten gefürchtet. Club war der Meinung, dass Lewis durch gestalt in Lewis Roman) nicht. Der Frauendiese Frau Dodsworth die Amerikanerin aufs Die Goldgräberin sucht nicht nach Gold, tiefste beleidige. So schrieben die Beleidigten sondern nach Versprechungen. Sie entzückt Artikel gegen den Schriftsteller und traten in und bezaubert so lange, bis der Partner in Versammlungen öffentlich gegen ihn auf. Es dem sandigen Berg faden Hofmachens den war fast soweit, dass Lewis sein Vaterland matten Schein einer unvorsichtigen Aeusserung aufblitzen lässt, den sie mit Hilfe eines verlassen musste. Nur der Nobelpreis hat die furchtbar Beleidigten endlich zum Schweigen bereitwilligen Zeugen oder Advokaten zum gebracht. Nach all diesem ist es wohl kein blinkenden Goldkorn eines Heiratversprechens auswäscht, womit sie dann freude- Wunder, wenn man sagt: Amerika sei das Paradies der Frau: (Und der Schrecken der ^j-ahlend vor den Richter tritt. Der Mann Männer!) M. F. will sofort den friedlichen Ausgleich. Einige geschickte Manöver genügen, und die Goldgräberin kann sich in eine eigene Villa zurückziehen, wenn eine grössere Versprechung Modische Splitter nicht mit der Heirat endet. Es gab eine Zeit, in der sich die Goldgräberinnen so vermehrten, dass der Gesetzgeber gegen sie mit grosser Strenge vorzugehen gezwungen war. Das «Goldgraben > wurde ein schwerer Beruf. Heute unternehmen es nur noch ganz verwegene Amerikanerinnen. Sie wurden am bittersten von den Frauen selbst bekämpft, von dem «American Women's Club» (dem grössten amerikanischen Frauen- Verein). Dieser Club wurde ungefähr vor zehn Jahren gegründet, mit dem Ziele, zum Treffpunkt der Frauen aller Berufe zu werden, um für die gemeinsamen Probleme Interesse zu erwecken und zum gemeinsamen Handeln zu erziehen. Mit der Zeit wurden die Mitglieder so zahlreich, dass das alte, bescheidene zehnstöckige Clubhaus zu eng wurde. Man musst& sich nach grösseren Räumlichkeiten umsehen. Heute gehört dem Der beliebte Gummistiefel für Automobilisten und Chauffeure _ Preis Fr. 19 50 Hohe Hüftstlefel mit Anschnallriemen zu Fr.23 50 GebrbderJ^f Versand gegen Nachnähme Das Haus für bewährte Schuh-Qualitäten S IEB-GTIE ILFDQX^HJ Club ein 12 Stock hohes Haus in New Yorks Zentrum und ein ähnliches in San Franzisko. Für sehr wenig Geld (ein paar Dollar wöchentlich) kann jedes Mitglied in dem Clubhaus wohnen, leben und versorgt werden. Der Club hat sechs Tennisplätze, sechs Schwimmbassins, einen kleinen Golfplatz, in dem Clubhaus befinden sich eine Turnhalle und eine Kunsteisbahn. Es steht den Mitgliedern eine Bibliothek zur Verfügung, zu jedem Zimmer gehört ein Badezimmer. Die Vertreterinnen der verschiedenen Berufe halten in dem Clubhaus ihre Versammlungen ab. Dort wird es entschieden, was man von den Abgeordneten der Frauen verlangen wird, von hier aus wird der Kampf geführt, um die Bestimmung der Arbeitszeit und Altersgrenze der arbeitenden Kinder. In der jüngsten Vergangenheit hat der Frauen-Club auch zu anderen Fragen Stellung genommen. Der kalifornische Zweig ist z. B. vor ein paar Jahren gegen- Chaplin aufgetreten. Charlie, der Liebling der ganzen Welt, lebte damals in Scheidung. Die Frau des grossen Künstlers hat die Abfindung, die ihr Chaplin geben wollte, die Tränen, die er über die Scheidung vergoss (bzw. nicht vergoss), und das Aufsehen, welches die Scheidung erregte, für zu gering gefunden. Sie wandte sich zum Schütze an den kalifornischen Club, der die « La robe porte-bonheur 1933.» Zugunsten des französischen Croix-Rouge ist in Paris eine neuartige Wohltätigkeitsaktion in die Wege geleitet worden. Die grössten Lyoner Seidenindustriellen haben unzählige Coupons ihrer schönsten Seidenund Samtstoffe zur Verfügung gestellt und die ersten Pariser Couturiers haben sich verpflichtet, dieses Material kostenlos, aber dennoch nach ihren Entwürfen und mit ihrer main-d'ceuvre zu verarbeiten. Nun hat man, mit grosser Menschenkenntnis, nicht nur an die Grossmut der französischen Damen appelliert, sondern auch ihre Eitelkeit in Erwägung gezogen. Man bietet ihnen ein Abendkleid, aus dem kostbarsten Stoff und vom besten Schneider, auf ihr Mass angefertigt, um einen minimalen Preis an. Durchaus nicht die Märehenpreise der Rue de la Paix und der Cham'ps-Ejysees. In der Rue Royale ist für diesen Zweck ein Verkaufslokall eingerichtet worden, in dem Damen der Gesellschaft die Verkäuferinnen abgeben; zwischen Bergen leuchtender Samte, glänzender Tafte plaudert man. lacht man, aber man bemüht sich auch, dem wohltätigen Zweck zu dienen. « Madame », so apostrophiert man dfe Besucherin, « Sie werden sich ein Abendkleid F. spiizDarih-erreb, Zürich 8 SILBERSCHMIED BERWAREN Sportpreise Feldeqqstrasse 58 — Telephon 27.464 AUTOMOBIL-REVUE 15 bestellen, «la robe porte-bonheur». das Ihnen viel Glück, den Arbeiterinnen bezahlte Beschäftigung und dem Roten Kreuz den ganzen Erlös eintragen soll. > Und wenn die Käuferinnen erstaunt fragen, wozu ein Abendkleid, nachdem man in Paris fast gar nicht mehr ausgeht und fast nie Abendtoilette macht, so geben die mutigen Verteidigerinnen einer bessern Zukunft die Versicherung ab, dass man in der nächsten Zeit eben Gelegenheit haben wird, auszugehen. Das traditionelle Nachtleben von Paris muss wieder auferstehen und das Glückskleid von 1933 soll es magnetisch anziehen. Den Anfang hat die Comedie Francaise gemacht; am 2. Dezember tanzte .man im Hause Molieres nach 214 Jahren wieder zum erstenmal. Als die Opernbäille im Jahre 1715 eingeführt wurden. Hess es die Socie 1 - taires der Come'die nicht ruhen, bis sie auch ihre Tanzfeste feiern konnten. Dasselbe Podium, das der berühmte Architekt Gabriel später im Theater von Versailles errichtete, nivellierte Parterre und Bühne und sowohl der Hof wie die Bourgeoisie besuchte diese glänzende Bälle der Comedie, in den prachtvollen Kostümen des 18. Jahrhunderts, der charakteristischen Tracht eines jeden gebornen Franzosen. Bald wurden diese Feste eingestellt, und erst in diesem Winter, nach zwei Jahrhunderten, wieder aufgenommen. Glaubte man da nicht, zwischen russischen Ballettszenen, französische Opernarien, Rumba und Tanaro tanzenden modernen Paaren, die Schatten Louis XIV. und Moliöres vorüberhuschen zu sehen ? So versteht man es in Paris, auch den Jahrmarkt der Eitelkeiten in den Dienst der Wohltätigkeit zu stellen. Königin Wolle. Es gab eine Zeit, da die Wolle auf die Seide eifersüchtig war und diese nachzuahmen versuchte; damals trug man ganz feine Wollstoffe von seidigem Glanz, mit satinierten, broschierten, glänzenden Dessins. Die Seide ihrerseits nahm den Kampf auf und spielte Wolle — eine flüchtige Epoche, als man in Seide grobe Marocains und karierte Schottenstoffe imitierte. Heute ist jedes der beiden Materiale wieder zu seiner ursprünglichen Domäne zurückgekehrt, keines ist Siegerin, keines Besiegte. Seide bleibt Seide, und Wolle Wolle. Keines ist schöner als das andere, keines weniger edel. Und doch sollte dieser Streit um die Hegemonie der Wolle den grösseren Vorteil bringen, verstand sie es doch, im Laufe weniger-Sareons zu immer grösserer Schätzung zu gelangen, so dass sie nun mit Fug und Recht das stolze Prädikat der «Unentbehrlichkeit» verdient. Die weichen, wolligen Gestricke und Gewebe, die Jerseys sind heute das unbestrittene Lieblingskind der Mode aller Stände, sie haben durch die Vielfalt ihrer bald geschmeidig-weichen, bald herben, kernig-markigen Struktur, durch die Fülle der interessanten Dessins und reliefartigen Zeichnungen der Mode den schicken Akzent von heute gegeben. Dabei besitzt das moderne Jerseykleid nicht mehr sportlichen Charakter als alle anderen Tageskleider; es ist praktisch und jugendlich, smart und fesch: das Alpha und Omega in der Garderobe jeder Dame. Gefällige Schnittlinien, die schmale Hüften und kräftige Schultern betonen, Plastrons und Halsdrapierungen, Aermelpuffen und aparte Capeideen zeichnen in leichten und flaumig weichen Jerseys die Silhouette der Frau von heute! Auch die nach russischem Stil gearbeiteten Eislaufkleider aus interessant gerauhten, flauschigen Stoffen, die Blusenjumper und Kurzwesten, die feschen Kasaken aus Reliefjersey oder feinmaschigem Trikot sind jetzt an der Tagesordnung. Mit der ersten weissen Schneedecke trat in den Bergen, auf Hang und Tal der Ski-, Eislauf- und Schiittelsport wieder in seine Rechte. Gross und klein, in ihren feschen, warmen Sportdress ziehen sie hinaus in den Wintermorgen, mit Rufen und Lachen... und ein besonders heller Jauchzer gilt dem Lob der «Königin Wolle»!... Noch mehr Samthandschuhe. Wie man aus Paris berichtet, trägt man dort den Samthandschuh mit der Lederinnenseite nicht nur zum Abendkleid, sondern in einer etwas kürzeren Form auch zum Jakkenkleid und den anspruchsvolleren Nachmittagkleidern. Rest. Schmiedstube, Solothurn empfiehlt seine gute Küche, sowie prima Weine Hedy Lehmann, vorm. Büffet Bern Tourismus Kleiner Bummel durch die U. S. A. in.* Und als dann schliesslich die Holper-Maschine mit der schweren Ladung in der Mittagshitze des Julitages langsam bergauf keuchte, wurde der Motor so heiss, dass meine sonnverbrannten Beine Qualen ausstanden. Auch dem Lenker wurde es offenbar zu viel. Er Hess seine schwer bestiefelten Extremitäten zur Linken aus dem Wagen hängen, ich meine blaubesockten Füsse zur Rechten. So fuhren wir elegant bergan, hin Photograph war leider nicht zur Stelle. Als es wieder abwärts ging, setzte er mich ab; ich schenkte ihm eine Birne und zog vergnügt weiter. Es war schön, seine Glieder wieder ein bisschen zu strecken. Bald lud mich wieder einer ein. Er wollte am gleichen Tage Delano, noch 50 km nördlicher als Bakersfield, erreichen. Das war günstig für mich. Diesmal bestand die Ladung a^s 150 leeren Obstkistchen. Der Mann fuhr jede Woche dreimal nach Los Angeles mit Melonen. Für jeden Transport kriege er 50 Dollar, müsse aber für seine Verpflegung und alle Ausgaben seines Trucks selbst aufkommen, erzählte er. Wie froh war ich, mit jemandem zu fahren, der diese Strecke genau kannte. Denn die «Ridge-Route» ist eine gefährliche Bergstrasse, die auf einer Länge von etwa 80 km in unendlichen, steilen Windungen auf und ab führt, oder dann wieder auf dem Grat mit wenigen Fuss zwischen sich und dem Abgrund. Ich bewunderte die Sicherheit, mit der mein neuer Freund die halsbrecherischen Kurven nahm, und da ich mich nicht fürchtete, hatte ich auch einen Genuss von der Fahrt. Es herrschte nicht viel Verkehr auf dieser Strecke. Die Automobilisten ziehen offenbar die östliche Strasse durch die Wüste mit Umgehung des Gebirges vor. Hie und da begegneten uns andere Lastwagen, oder es flitzte ein kleiner Sportwagen mit zwei halbwüchsigen Jungen vorbei. Ab und zu gab jemand, der uns überholte, meinem Führer ein Zeichen: Wir hatten Kistchen verloren. Es gab einen Halt. Wir suchten die Kistchen auf der Strasse zusammen und mit vereinten Kräften packten wir sie wieder auf und banden sie fest. Das war eine lustige Abwechslung. Mein Wohltäter war offenbar spanischer Abstammung; er sprach geläufig englisch, doch mit einem Akzent. Wo ich her sei. Schweiz und Schweden (Swiss und Swedish) war für ihn dasselbe. Meinen Beruf und ob ich verheiratet sei, wollte er wissen. In Amerika ist es nämlich nicht üblich, das Abzeichen des Ehestandes am Finger zur Schau zu tragen! Aber verlobt? Da ich nicht wusste, wo die Sache hinaus wollte und auch gemerkt hatte, dass ich ihm gleich am Anfang gut gefallen hatte, bejahte ich diese letzte Frage. Ganz ohne weiteres gab er mir nach diesem Interrogatoire seine Lebensgeschichte zum besten. Er war verheiratet. Da hätte ich ja nicht zu schwindeln brauchen, dachte ich. «Aber sehr unglücklich verheiratet», gestand er. Doch gut, dass ich sagte, ich sei schon verlobt! Seine Frau wolle immer zum Tanz oder ins Kino und habe keine Freude an der Natur, während er gern mal für ein paar Tage an einem Bach im Walde sein Zelt aufschlage und fischen gehe. Der gute Mann dauerte mich. Er war wirklich so nett, so freundlich und anständig. Um 4 Uhr wurde Halt gemacht bei einem Berghotel, und er lud mich zu Kaffee und Kuchen ein. Konnte er schon, er mit 150 Dollar Wochenlohn, einem Mädel, das mit weniger als 150 Dollar zwei Monate leben und bis Chicago reisen wollte. Endlich kamen wir in die Ebene hinunter, fuhren in der Dunkelheit durch das hell erleuchtete Bakers- ) Siehe auch Nummer 3 und 5 des A. F. Der Verein gute Schriften sucht überall, wo er noch keine Ablage hat, Wiederverkäufer unter Zusicherung von üblichem Rabatt, Zurücknahme der verbleitfenden Ware und Vergütung bezüglicher Rücksendungskosten. Man wende sich an den Inhaber der Hauptablage, Fritz Muhlheim, Lehrer, in Bern. Distel weg 15.