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E_1933_Zeitung_Nr.008

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AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N° 8 BEVOR SIE SICH EINEN NEUEN WAGEN BESCHAFFEN BEACHTEN SIE DIE ELEGANTEN, WIRKLICH PREISWERTEN 4 und 6 Zylinder 6, 8 und 13 PS. HYDRAULISCHE BREMSE N (ALLE MODELLE) SYN CH RO-M ES H-GETRIEBE (6-ZYL-MODELLE) FORMSCHÖNE LINIE, REICHHALTIGE AUSSTATTU NG, AEUSSERSTER KOMFORT. MOQ. 508 . . Spider Serie 6 PS. - 4 Zyl. Spider j uxe Innenlenker • • • • Innenlenker luxe . . 4P1 4P1 Fr. 3.350 3.550 3550 3.750 PREISE franUo Ciinl bereif* DIE FÜHRENDE MARKE IflOQi ölö • • Innenlenker Serie . . 5 PL Fr. 5.975 luxe . . 4 PL m 6.975 8 PS. — 4 Zyl. Innenlenker Mod. 522.. Innenlenker Serie • • 5P1 Fr. 7.250 13 PS. — 6 Zyl. Innenlenker luxe . . 5 Pl 7.950 Cabnolet 4P1. 9.950 Innenlenker Sport. . 4P1 „ 10.400 Torpedo 5P1 7.500 Torpedo 7P1. H 7.700 Innenlenker • • • • 7P1 „ 7.950 MOU. 524 . . Innenlenker • • * 5P1 Fr. 8.950 13 PS.-6 Zyl, Innenlenker. . . . 7P1 M 10.500 r Cabriolet Spider . 2/4 Pl, 9.800 Mod. 508.. 6 PS. — 4 Zyl. Nutzlast: 0,35 T. Mod. 614.. Fourgonnette Camionnette Fr. 3.400 3.250 Nacktes Fahrgestell Fr. 4.400 5 PS. — 4 zyl. Fahrgestell mit Trittbretter und Kotflügel . „ 4.750 Mod. 621 L Nacktes Fahrgestell Fr. 7.400 13 f?' T ?o V Fahrgestell mit Trittbretter und Kotflügel . * 7.900 Nutzlast: 1,8 x« Mod. 621 R Nacktes Fahrgestell Fr. 7.650 13 PS. — 6 Zyl. Nutzlast: 1.8 T. SOFORT TOBT BIL H A FTE JSEaii»n nersbedin- iM;

N°8 - 1933 x aflUdies Vom internationalen Erdölhandei. Anlässlich der letzten Pariser Oelkonferenz wurden da und dort Vermutungen laut, wonach die Konferenzteilnehmer eine wesentliche Erhöhung der Benzinweltmarktpreise beschlossen hätten. Die damaligen Preissteigerungsschätzungen bewegten sich um 25 %, wobei gleichzeitig verlautete, dass mit ihrer Wirksamkeit schon in naher Zukunft gerechnet werden müsse. Was jedoch die statistische Lage des Erdölmarktes anbetrifft, so resultieren daraus betr. Preissteigerung gar keine Befürchtungen. Seit Jahren geht der entscheidende Einfluss auf die internationale Preisgestaltung von der Verfassung der amerikanischen Oelmärkte aus. Trotz weitgehender Beschränkung der Bohr- und Produktionstätigkeit während der letzten Jahre liefern die Vereinigten Staaten immer noch mehr als 60 % der Weltölerzeugung und beinahe 80 % der Weltbenzinerzeugung. Letzten Endes hängt es somit von der stat. Lage der amerikanischen Erdölmärkte ab, also vom Stand der Produk- ^tion und der Raffinerieverarbeitung, der "*^7orratshöhe und dem Inlandskonsum, zu welchen Preisen die Erdölprodukte auf dem Weltmarkt abgesetzt werden können. Nicht weniger als 16000 Unternehmungen sind in der amerikanischen Petroleumindustrie tätig. Von diesen gehören nur 8 bis 10 Firmen, obwohl zwar die grössten, dem Pariser Pakt an. Damit ergibt sich, dass mehrere Millionen Fass amerikanischer Erdölerzeugnisse ausserhalb der Pariser Abmachungen stehen, und wenn ihre kartellmässige Zusammenfassung nicht schon aus technischen Gründen eine Unmöglichkeit wäre, müsste ein Versuch nach dieser Richtung hin sicher- ^-—•»h an der Antitrustgesetzgebung schei- »-£rn, wie dies unlängst deutlich die Vorgänge innerhalb der Radiokorporation bewiesen haben. In Berücksichtigung dieser Umstände kann man somit nicht von einem Weltkartell der Erdölproduzenten reden. Folgerichtig wird man daher auch Ton den lediglich auf die Regelung der europäischen Absatzmärkte gerichteten Abmachungen keine tiefgreifenden Rückwirkungen auf die amerikanischen Märkte und somit keine wesentliche Steigerung der Weltmarktpreise für Erdölprodukte zu erwarten haben. Wie wir schon des öftern dargelegt haben, erscheint es im günstigsten Falle möglich, dass durch das Aufhören der rumänischen Schleuderkonkurrenz zunächst der auf den kontinentalen Märkten lastende Ueberdruck reduziert wird. Sofern es gelingt, auch die Russen in das Erdölabkommen einzubeziehen, so dürfte das Ueberangebot noch weiter abnehmen, so dass die alsdann erzielte Erleichterung vermutlich auch auf die Golfexportmärkte ausstrahlen dürfte. Die Entlastung am Golf kann wiederum auf die inneramerikanischen Märkte stimulierend einwirken, und aus der Wechselbeziehung zwischen den amerikanischen Binnen- und Exportmärkten könnte so allmählich eine freundlichere Grundstimmung und mit ihr eine langsame Preiserholung auf dem Weltmarkt in Erscheinung treten. Wei viel Zeit bis zu diesem Moment verstreichen und in welchen Grenzen sich die Preiserhöhung gegebenenfalls bewegen wird, hängt von zu vielen Unsicherheitsfaktoren ab, als hierüber heute schon auch nur im entferntesten eine klare Antwort gegeben werden könnte. Sicher ist, dass in allernächster Zukunft eine nennenswerte Verteuerung der Benzinpreise, von eventuell zollpolitischen Manövern abgesehen, nicht zu erwarten ist. Die Erhöhung der internationalen Benzinpreise, welche im Anschluss an die verschiedenen Erdölkonferenzen als Korrelat für die zu tiefen Preise zu beobachten war, sowie die Einfuhrsteuer in Höhe von 8 d pro Gallone auf eingeführte Mineralöle nach Grossbritannien, haben dazu geführt, dass sich die Vorbedingungen für eine Ausdehnung der bisher relativ schwachen englischen Benzolproduktion wesentlich verbessert haben. In Anbetracht eines jährlichen Benzoleinfuhrbedarfes von rund 2 Milliarden Gallonen ist es verständlich, wenn in England alle Anstrengungen zur Deckung dieses Einfuhrpostens durch die ungeheuren eigenen Kohlenreserven gemacht werden. So ist die Cunard-Schiffahrtsgesellsehaft dazu übergegangen, sich auf die Oelfeuerung bei Verbrennung heimischer Bunkerkohle umzustellen. Der englische Chemietrust, die Imperial Chemical Industries, haben in Deavenport eine neue Benzolfabrik errichtet, von der man sich eine rentablere Auswertung der Kohlenverflüssigung verspricht. Die gesamte Produktion wird von der dortigen städtischen Verkehrsgesellschaft für den Betrieb ihrer Autobusse abgenommen. Die Wandlungen innerhalb der englischen Kokswirtschaft sind schon soweit fortgeschritten, dass der Präsident dieser Organisation sagen kann, dass le* diglich die Benzolproduktion in den beiden letzten Jahren , die Kokereiindustrie am Leben erhalten konnte. Auf Grund neuer Verfahren sind weitere Benzolwer^ke in Rotherham und in Peckton errichtet worden. Die zur Standard Oil-Gruppe gehörenden amerikanischen Petroleumgesellschaften verteilen für das letzte Quartal des abgelaufenen Jahres Dividenden im Gesamtbetrage von 44,1 Mill. Dollar, was gegenüber der Parallelperiode' des Vorjahres einem Minus von 4,4 Mill. Dollar gleichkommt, und 38,9 Mill. Dollar oder 47 % weniger als im vierten Quartal 1930, in welchem die Dividendenausschüttung der Standard Uil-Gruppe eine Rekordhöhe aufzuweisen hatte. Der für 1932 verteilte Dividendenbetrag ist der niedrigste im Verlaufe der letzten sieben Jahre. In Rouen wurde eine riesige Petroleumraffinerie des Shellkonzerns eröffnet. Die Anlage, mit einer Produktionskapazität von. jährlich 600 000 t, gehört zu den modernsten Raffineriewerken der Welt. Vor kurzem nahm die Shellgruppe in Bordeaux ein Raffineriewerk mit einer Jahresleistungsfähigkeit von 250 000 t in Betrieb. Die französischen Shellraffinerien verarbeiten ausschliesslich Petroleum aus den zur Royal Dutch-Gruppe gehörenden Erdölfeldern von Venezuela und Niederländisch Indien. Mit dem 1. Januar haben die rumänischen Oelgesellschaften die Beschlüsse der letzten Pariser Petroleumkonferenz in Kraft gesetzt und die Tagesproduktion von 2400 auf 1850 Waggons reduziert. Gleichzeitig trat für den Inlandsmarkt wie für das Exportgeschäft eine Erhöhung der Petroleumpreise ein. Deutschlands Benzoleinfuhr wurde im abgelaufenen Jahre wegen der Auswirkung des 1930 eingeführten und 1931 stark erhöhten Benzolzolles merklich gedrosselt. In den ersten 11 Monaten des vergangenen Jahres belief sich der Import auf nur noch 76 000 t im Werte von 18,4 Mill. RM, gegen 131000 t in der gleichen Vorjahresperiode und einer Höchsteinfuhr von 163000 t im Betrage von 56,3 Mill. RM von Januar bis November 1930. Diese Einfuhrdrosselung wirkt sich, da Deutschland Benzol so gut wie gar nicht exportiert, in einer Entlastung der deutschen Zahlungsbilanz im Vergleich zu 1930 um jährlich mehr als 40 Mill. RM aus.* Der Ertrag der deutschen Benzolzölle, der sich in den ersten 11 Monaten 1930 auf brutto 4,5 Mill. RM belief und 1931 auf 10,5 Mill. RM zunahm, ist im letzten Jahre, hauptsächlich infolge der scharfen Einfuhrdrosselung, um annähernd die Hälfte auf 5,3 Mill. RM zurückgegangen. Die Gegensätze zwischen dem Benzolverband und dem Reichsverband der deutschen Automobilindustrie, die ihre Ursachen in den verschiedenen Auffassungen über die Treibstoffpolitik haben, führten zum Austritt des Benzolverbandes au« dem Reichsverband der Automobilindustrie. ' Wy. Vom amerikanischen Automobilwesen. Nach einer vorläufigen Statistik bezifferte sich die Zahl der in den Vereinigten Staaten auf 1. Januar 1933 verkehrsberechtigten Motorfahrzeuge auf 24,3 Millionen, wovon 21,2 Millionen Personenwagen. Gegenüber dem Stande am 1. Januar 1932, wo total 25,9 Millionen Fahrzeuge, wovon 22,5 Millionen Personenwagen, angemeldet waren, bedeutet dies einen kuckgang um 6,2 Prozent. Bemerkenswert ist, dass diese rückläufige Bewegung sich mit Ausnahme von Washington, das eine Zunahme von 5.6 Prozent aufwies, in sämtlichen übrigen Staaten geltend machte. Den stärksten Rückgang wies Montana mit 15,2 Prozent auf. B. Die Wirkung der Zollmauern auf den amerikanischen Automobilexoort. Während den ersten drei Quartalen des abgelaufenen Jahres belief sich der Exportabsatz der amerikanischen Automobilindustrie auf 61.8 Millionen Dollar. Im Vergleich zur entsprechenden Vorjaliresperiode entspricht dies einem Rückgang von 51 % und um 79 % gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 1926/1930. Wy. Verantwortliche Redaktion Dr. A. BGchi. W. Mathys — H. Labhart Telephon der Redaktion: 28.222 (Ballwag). Außerhalb der Geschäftszeit: 23.295. Redaktion für die Ostschweiz: Dr. A. Bucht. Sprechstunden nach Vereinbarung mit der Geschäftsstelle Zürich