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E_1933_Zeitung_Nr.009

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10 ALTTOMOBIL-REVUE

10 ALTTOMOBIL-REVUE 1933 - N» 9 suchsmotor von 1 Liter wirksamem Zylinderinhalt bei verhältnismässig niedriger Tourenzahl eine Leistung von 40 PS entwickelt haben und sein Gewicht soll so massig sein, dass der Motor sich auch zum Einbau in Personenwagen oder Flugzeuge eignet. m. T^dvmt. Sf»c*ed*xaisBl Frage 8550. Wirkungsgrad ständig im Eingriff bleibender Zahnräder. Ist bei den modernen Automobil-Wechselgetrieben dadurch, dass verschiedene Zahnradpaare ständig miteinander im Eingriff bleiben, der Wirkungsgrad nicht wesentlich kleiner als bei den älteren Getrieben, bei denen immer nur gerade die arbeitenden Zahnräder mitliefen, während die anderen stillstanden? Wie verhält es sich mit der.Abnützung der ständig mitlaufenden Zahnräder? ' F. I. in T. Antwort: Durch das ständige Mitlaufen mehrerer Zahnräder ist bei den modernen Getrieben keine merkliche Abnahme des Wirkungsgrades zu befürchten. Die bei den unbelastet mitlaufenden Zahnrädern auftretende Reibung ist im Verhältnis zur Gesämtreibung nur sehr klein. Dasselbe gilt für die Abnützung. Gegenüber einem älteren Getriebe* das schon einige Zeit im Betrieb stand, dürfte bei einem modernen Getriebe mit ständig im Eingriff bleibenden Zahnrädern der Wirkungsgrad sogar noch höher sein, da hier die Zahnprofile durch das Schalten nicht verändert und beschädigt werden. at. Frage 8551. Ohne Zündung bergab. Ich schalte bei meinem Kleinwagen mit Batteriezündung bergab öfters die Zündung aus. Damit erhöht sich dje Bremswirkung, weil der Motor vom Getriebe mitgenommen werden muss. Ferner wollte ich dadurch die Batterie schonen, weil diese durch vielen Gebrauch des Anlassers ziemlich belastet ist und öfters extra aufgeladen werden muss. Die Dynamo lädt nicht genügend, da ich selten lange Strecken fahre. Riskiere ich irgendeinen Nachteil? Könnte ev. das im Leerlauf angesogene Benzingemisch die Schmierung in den Zylindern schädigen und erheblich Benzin ins Oel geraten? Ich glaubte bisher, dass die B.enzinzufuhr der Leerlaufdüse — der Motor mag davon knapp leer laufen — zu gering sei, dass sie Bchaden könne, besonders wenn die Zylinder heiss sind! und Kondensierung des Gemisches infolgedessen kaum eintreten wird. H. H. in G. Ä n t w o r t: Solange, wie normalerweise bergab gefahren werden kann, sind Schäden beim Abstellen der Zündung kaum zu befürchten. Es handelt sich dabei ja höchstens um wenige Kilometer. Beim häufigen Bergabfahren langer Passgefälle könnte sich allerdings die Oelverdünnung schon bemerkbar "machen. Hier empfiehlt es sich also, die Zündung eingeschaltet zu lassen oder dann gleichzeitig entweder auch die Benzinzufuhr abzustellen oder vor der Drosselklappe eine möglichst grosse Nebenluftöffnung vorzusehen. at Frage 8552. Behandlung einer Batterie. Meine 'Auto-Batterie muss im Säuregehalt ungenügend sein, denn trotz Laden derselben während zirka 60 Stutfden röit 3—5 Amp. konnte als Endresultat der Säuregehalt nicht höher gebracht werden als %% 24, 25 Baume in den S Zellen. Auch nach längeren Fahrten erhielt ich gleiches Resultat Die Batterie ist 2 Jahre im Gebrauch, wurde im Sommer i Monate nicht gebraucht aber entladen und wieder geladen. Nun muss ich für 2 Wochen in den Dienst und möchte in dieser Zeit die Batterie richten lassen. Ich denke, dass folgendes Vorgehen richtig ist: 1. Entladen aller Zellen, dann 2. Entfernen aller Säureflüssigkeit, dann 3. Einfüllen mit gleicher Säureflüssigkeit in alle drei Zellen, damit überall gleiche Konzentration, dann 4. Aufladen. Es würde mich interessieren, ob dieses Vorgehen richtig ist. Ich habe einmal in der Revue gelesen, dass nur so alle Zellen gleich sind, denn nur mit Säurezusatz allein seien die Verhältnisse nicht überall gleich. D. F. in D. Um die Säuredichte des Elektrolyten zu messen, bedient man sich einer Glasspritze, die ein Aräometer oder Dichtigkeitsmesser enthält Antwort: Wenn wir Ihre Angaben wörtlich nehmen, eo wurde während des Sommers in der Behandlung der Batterie ein schwerer Fehler gemacht. Die Batterie hätte niemals einfach entladen und dann sich selbst überlassen werden dürfen. Denn dadurch haben sich die Platten mit Säure angereichert und sind nun wahrscheinlich mehr oder weniger stark sulfatiert, was auch erklärt, weshalb die Konzentration der Säure jetzt nicht mehr auf die normale Höhe zu bringen ist. Richtig wäre es gewesen, die Batterie entweder durch periodisches, erneutes Aufladen (etwa alle 2 Wochen) beständig geladen zu erhalten oder dann aber wirklich ausser Betrieb zu setzen. Will man die Batterie ganz ausser Betrieb setzen, so müssen die einzelnen Zellen zuerst ganz aufgeladen werden, damit die Säure aus den Poren der Platten heraustritt; dann wird die Säure abgegossen und jede Zelle mit destilliertem Wasser nachgespült. Anschliessend lädt man nochmals mit schwachem Ladestrom, so dass auch der letzte Rest von Säure entfernt wird, und erst nach nochmaligem Auffüllen der Zellen mit frischem destilliertem Wasser kann dann die Batterie in frostfreiem Raum beiseitege- 1 stellt werden. ~

Bern, Dienstag, 31. Januar 1933 III. Blatt der „Automobil-Revue " No. 9 Kitsch, den das Leben dichtete Von Fritz Mack. Man sprach in unserer kleinen Gesellschaft wieder einmal vom Zufall. Zum soundsovielsten Male wurde die Frage erörtert, ob es überhaupt einen Zufall gäbe. Man wies auf das oft genug wirklich seltsame Zusammentreffen von Umständen hin. auf die Häufung ungewöhnlicher Ereignisse, die in manchen Fällen ans Wunderbare grenzten. Einer gab zu bedenken, ob man in der merkwürdigen Gleichzeitigkeit oder auch in dem Nacheinander verschiedener scheinbar in einem geheimnisvollen Zusammenhang stehenden Ereignisse nicht einen absichtsvollen Plan der Vorsehung, des Schicksals oder wie immer man das nennen möge, erblicken müsse. Ein anderer, okkulten Dingen zugeneigter Teilnehmer des Gesprächs stellte die kühne Hypothese zur Debatte, es käme möglicherweise eine uns bis jetzt noch nicht bekannte Fähigkeit einzelner Menschen in Frage, durch ein geheimnisvolles Zusammenwirken von Wunsch und Wille den Gang der Ereignisse in bestimmter Richtung zu beeinflussen. Zuletzt ergriff der Redakteur das Wort; er erklärte, sich an der Deutung des Begriffs Zufall nicht beteiligen zu wollen, dasregen wolle er aus seiner Sammlung von Zeitungsausschnitten einige verlesen, in denen die oft entscheidende Rolle des Zufalls Im Leben des Menschen sich besonders eindringlich dokumentiere : Die Yerhängnisvofle Flaschenpost. Crne Londoner Zeitung brachte vor Jahren diese Meldung: € Es ist eine uns allen bekannte Tatsache, Herrn Collins Abenteuer Roman Ton Frank Heller. (Fortsetxuni ans dem Hauptblatt) Wir sollten um 3 Uhr morgens von den Docks absegeln. Es war regnerisch, die Docks sahen grauer und düsterer aus als je, und der Weg hinunter durch Eastend war unheimlicher in seinem nackten Schmutz, als ich ihn je gesehen habe. Ich las einmal einen Ausdruck in irgendeinem Buch oder einer Zeitung, ich weiss nicht mehr wo: London, durch seine grauen Nebel gesehen, ist wie ein Alptraum von der Ewigkeit... Ich musste unwillkürlich daran denken, während ich in meinem Cab hierher fuhr, ein Alptraum von der Ewigkeit — aber genug mit diesen sentimentalen Ergüssen, ich werde doch nicht dieses Tagebuch führen, um mich von L. und G. auslachen zu lassen. Also, wir fuhren um 3 Uhr ab... eine Reihe fron Umständen, die ich nicht voraussehen TOURING dass Flaschenposten manchmal jahrelang auf dem Meere umhertreiben, bevor sie aufgefischt und dem Adressaten zugestellt werden. Die Empfindungen, die solche Flaschenposten bei dem Empfänger auslösen, werden in der Regel solche der Trauer sein, da sie ja fast immer von Personen herrühren, die das Meer als Opfer forderte. Daher dürfte der folgende Fall einzig in seiner Art sein : Ein englischer Baronet befand sich auf einer Seereise. Das Schiff geriet in einen schweren Sturm und wurde so schwer beschädigt, dass mit seinem Untergang gerechnet werden musste. In dieser Situation schrieb der Baronet einen Abschiedsbrief an seine Frau, den er als Flaschenpost dem Meer anvertraute. Das Schiff ging auch tatsächlich unter, das Boot aber, in dem der Baronet sich befand, wurde von einem Dampfer gesichtet und der Baronet gerettet. Mehrere Jahre später, als der Baronet gerade mit seiner Familie beim Frühstück sass, wurde der Frau des Hauses der Brief überbracht, der in der erst jetzt aufgefundenen Flaschenpost enthalten war. Dieser Brief enthielt neben rührenden Abschiedsworten auch Mitteilungen über verschiedene eheliche Fehltritte des Baronets. die dieser in seiner letzten Beichte seiner Frau zu bekennen sich verpflichtet gefühlt hatte. Wäre dieser Brief gleich nach der Rettung des Baronets in die Hände seiner Frau gelangt, so hätte diese ihm wahrscheinlich verziehen; im Laufe der Jahre hatten sich aber die ehelichen Verhältnisse so zugespitzt, dass die Gattin des Baronets in dieser Flaschenpost konnte, hatten mich verhindert, bei den «Drei Matrosen> zu sein, wo L. mich erwarten sollte, um mir Bescheid zu geben, ob das Erwartete wirklich an Bord gekommen war. Mein Cab hatte eine ungewöhnlich miserable Schindmähre und einen nicht viel besseren Kutscher. In Nile End Road glitt das Pferd richtig in der Strassensauce aus und stürzte, und alle Anstrengungen des Kutschers konnten es nicht wieder auf die Beine bringen. Ein anderer Cab war natürlich in einer solchen Gegend weit und breit nicht zu sehen, und es war wirklich noch Glück im Unglück, dass es mir schliesslich gelang, einen uralten Taxi aufzugabeln und überhaupt noch zum Abgang des Schiffes zurechtzukommen. Es fehlten kaum mehr als zehn Minuten und ich hatte absolut keine Zeit, zu den «Drei Matrosen» zu gehen. L. musste jedoch irgendwie erraten haben, dass etwas passiert war, denn im letzten Augenblick kam er angelaufen, als Dockarbeiter verkleidet und fand mich heraus. Ich stand natürlich auf dem Verdeck und lugte nach ihm aus. Er kam ein willkommenes Beweismittel sah. um die Ehescheidungsklage gegen diesen einzuleiten. » Das Inserat. Einer andern englischen Zeitung ist die nachfolgende Geschichte entnommen : « Der Nachtwächter der englischen Stadt Leicester, mit Namen Saddington, führte ein überaus ärmliches Leben und wohnte im dunkelsten Viertel der Stadt. Eines Morgens sass er, müde von der anstrengenden Arbeit, auf einer Bank von Leicester und las in einer von irgend jemanden zurückgelassenen Londoner Zeitung. Plötzlich entdeckte er ein Inserat, durch das die Erben eines in Australien verstorbenen Engländers namens Saddington gesucht wurden. Der Nachtwächter erinnerte sich, gehört zu haben, dass einmal ein Onkel von ihm als Arbeiter nach Australien ausgewandert sei. Er meldete den Fall seinem Vorgesetzten, der die Angelegenheit weiter verfolgte. Bald stellte sich heraus, dass der Nachtwächter der alleinige Erbe des Vermögens des Verstorbenen war, das sich auf 50,000 Pfund belief. Der Onkel war bereits vor zwanzig Jahren gestorben und die Behörden hatten durch verschiedene Ausschreibungen vergeblich nach dÄi Erben gesucht. Die Ankündigung in der Londoner Zeitung sollte die letzte sein. Seltsamer < Zufall» wollte es, dass gerade diese Nummer in die Hände des armen Saddington fiel. Er hätte sonst kaum je etwas von der Erbschaft erfahren.» Mutter and Kind. In einer Budapester Zeitung wurde diese merkwürdige Geschichte gefunden : < Vor etwa 30 Jahren verschwand aus dem kleinen Pusstadörfchen Alattyan ein junges Mädchen namens Ilona, die Tochter gerade, als man den Landungssteg einzog, und machte mir eine Grimasse und eine Geste, deren Bedeutung ich verstand: All right. Das Erwartete ist gekommen und wartet nur auf Sie... ich nickte rasch zurück und ging in meine Kajüte, wo ich jetzt sitze und dies schreibe. Noch habe ich keine Zeit gehabt, das Terrain zu rekognoszieren, damit muss ich bis morgen warten, und es hat ja auch keine Eile. Hol's der Teufel! Ich zünde mir eine Pfeife an und gehe aufs Deck! Ich bin zu nervös — es ist lächerlich, mehr als lächerlich. Hunderttausend und kein besonderes Risiko. 20. Oktober, 12 Uhr Mitternacht. Ich habe mit den übrigen Passagieren erster Klasse und dem Kapitän Bekanntschaft gemacht Ich habe gegessen, Whisky getrunken und mit dem Pastor aus Malta Schach gespielt. Ich bin nicht mehr so nervös, aber ich bin auch nicht schläfrig, und um mir die Zeit zu vertreiben... „Ecke des guten Beispiels* 4 Später Dank nach 20 Jahren. Es war im Jahre 1911. An einem Sonntag nachmittag fuhr ich mit dem Auto von Basel nach Zürich. Einige Kilometer vor Rhein' ielden traf ich auf der Landstrasse einen Wanderer, der mir zuwinkte, und als ich den Wagen anhielt, mich bat, ihn bis nach Zürich mitzunehmen. Da er mir. einen guten Eindruck machte, lud ich ihn gerne zum Mitfahren ein, und wir erreichten auch unser Reiseziel ohne jede Panne, was damals noch eine Leistung war! Mit vielem Dank nahm mein Passagier Abschied von mir und für mich war diese Angelegenheit erledigt. Letztes Jahr sass nun ich mit meiner Frau in einem Restaurant, als am gleichen Tisch ein Herr Platz nahm. In dem nun folgenden Gespräch fragte er mich, ob ich mich noch daran erinnere, dass ich ihn vor vielen Jahren einmal von Rheinfelden nach Zürich mitgenommen habe. Ich musste dies zuerst verneinen, da ich inzwischen schon sehr viele andere Passagiere mitgenommen hatte. Erst nach längerem Nachdenken und Erzählen erkannte ich, dass ich den oben erwähnten Wanderer vor mir hatte. Er berichtete mir dann, dass er damals gänzlich mittellos war; da er aber am folgenden Montag in Zürich eine Stelle antreten konnte, war er gezwungen, diese Reise zu Fuss zu machen. Er habe in all diesen Jahren schon manchmal an mich gedacht und es freue ihn jetzt, mir nochmals persönlich danken zu können. Sein Angebot, meine Zeche zu bezahlen, habe ich dankend abgelehnt, denn diese Anerkennung nach zwanzig Jähren hat mir eine besondere Freude bereitet, und auch sie darf als ein gutes Beispiel gewertet werden. K. M. in Z. Der Pastor aus Malta! Ja, das ist ein gelungener Kauz! Oder was soll man von einem weisshaarigen alten Geistlichen sagen, der die Lungenschwindsucht hat und an allen Gliedern zittert, wenn es von einer Türe zieht, und nun nach Malta fährt, um sich begraben zu lassen! Ja, tatsächlich, um sich begraben zu lassen — er hat den Grabstein mit an Bord! Ein Mordsklotz, sagte der'Kapitän, wiegt einen halben Zentner oder mehr. Er will zwar noch sehen, was das Klima für ihn tun kann und hofft, dass es Wunder wirken wird, aber sein Neffe, der mit ihm ist, scheint keine Hoffnung zu haben. Jedesmal, wenn der alte Pfarrer von der Luft spricht und dem wunderbaren Einfluss, den sie auf Personen gehabt hat, die er kennt, schüttelt der Neffe nur verstohlen den Kopf, wenn er auch versucht, so hoffnungsvoll als möglich auszusehen, sowie der Alte ihn ansieht .Aber während dieser noch so vom Klima und allem anderen spricht, bekommt er plötzlich wieder einen Hustenanfall, und wenn er vorüber ist, keucht er: Neubau ehemals Seidenpost ca. 250 m vom Hauptbahnhof Rohrpost-Anlage Telephon in sämtlichen Zimmern Fliessendes Wasser Zimmer mit Bad 7.50