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E_1933_Zeitung_Nr.009

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ländische Touristen in

ländische Touristen in die Schweiz zu vorübergehendem Aufenthalt eingereist sind. Es ist nun "schon letztes Jahr an dieser Stelle darauf hingewiesen worden, dass wohl durchschnittlich' mit einem Aufenthalt von fünf Tagen; in "der Schweiz gerechnet werden darf, so dass; sich ein Total von 2 900000 Aufenthaltstagen ergibt. Dass man mit diesem Durchschnitt glicht zu hoch gegriffen hat, bezeugen auch die zahlenmässigen Angaben der St. Moritzer. Fremdenverkehrsstatistik der letzien Jähre.' — Bei'einer Durchschnittsausgabe von Fr. 25,pro Tag und Wageninsasse — auch dieser Ansatz ist unter Einbeziehung von Unterkunft, Verpflegung, Garage, Brennend Betriebsstoffen für den Wagen, Reparatu". ren, Einkäufe und sonstige Ausgaben eher zu tief als zu hoch berechnet — ergibt sich ferner, dass die öbgenahnten 580 000 ausländischen Autotouristen letztes Jahr den recht ansehnlichen Betrag von 12 X AMillionen guter Schweizerfranken in unserm Lande gelassen haben, ein Betrag, der in unserer Handelsbilanz eine ganz respektable Rolle spielt und über welchen unsere gesamte Volkswirtschaft nur froh und dankbar sein kann. Es mutet daher geradezu unverständlich an, wenn man von autofeindlicher, resp. bahnfreundljeher Seite glaubt, dem Autoverkehr immer noch neue Schwierigkeiten und finanzielle Belastungen in den Weg legen zu, müssen und dass es auch die S. B. B. nicht lassen können, auch dem Personenautoverkehr immer wieder, am Zeug flicken zu wollen. Gerade das Beispiel Frankreichs zeigt, wie Erschwerungen des Autoreiseverkehrs in finanzieller Hinsicht sich äusserst ungünstig auf den internationalen Autotourismus auswirken und dem Lande gewaltige finanzielle Einbussen, bringen; Wenn so einerseits verlangt werden muss, 'dass jegliche Erschwerung des Autoreiseverkehrs unterbleiben möge, so muss anderseits ein/ernstes. Mahnwört für die Einführung weiterer Erleichterungen und die unermüdliche Propagierung des Atitotöurismus in der Schweiz gesägt werden. Denn man soll sich darüber klar sein: Die vorstehend genannten Zahlen des internationalen Automobilreiseverkehrs in der Schweiz werden im Ausland Aufsehen erregen und ein nachhaltiges Echo finden. Man wird dort alle Anstrengungen für die Förderung des Autotöurismus vervielfachen, neue ! Erleichterungen suchen, eine stärkere Propaganda entfalten, kurz alles tun, unreinen Teil des nach der Schweiz gehenden Aütoströmes nach dem eigenen Lande abzuüenkenii Gewiss, v es ist in der Schweiz schön allerhand unternommen Worden, um den- internationalen Autoreiseverkehr zu fördern, aber es bleibt doch noch vieles zu tun, um ein Maximum des Möglichen zu erreichen. Darum sei den hiefür zuständigen und verantwortlichen Amtsstellen und Verkehrskreisen der nachstehende « Wunschzettel» zur ernsten E rmahnung unterbreitet: 1. Nachhaltige-Förderung des Ausbaues und der Verbesserung des Strassenwesens.^ Projekte wie Walenseestrasse, Sustenstrasse, Ausbau der Bergstrassen etc. verdienen besondere Beachtung. Auch die Staubfreimachung der eigentlichen Töuristenstrassen muss im Hinblick auf die Anstrengungen des Auslandes (yide Italien) rascher gefördert werden. 2. Aufhebung des Passzwanges für alle Touristen der wichttgerh europäischen Länder.

N» 9 - 1933 Sportnachrichten Nach der Sternfahrt nach Monte Carlo Die XII. internationale Sternfahrt nach Monte Carlo ging am vergangenen Sonntag mit der offiziellen Preisverteilung zu Ende. Die Konkurrenten waren bekanntlich schon am Mittwoch in dem berühmten Rivieraort eingetroffen. * Der Donnerstag war als Ruhetag frei von jeder Veranstaltung; die übermüdeten Fahrer werden dagegen auch kaum etwas einzuwenden gehabt haben. Die gewohnte Schönheitskonkurrenz der Sternfahrtwagen folgte am Freitag, das Bergrennen auf den Mont des Mules fand am Samstag statt, und den Abschluss der grandiosen internationalen Veranstaltung bildete das Defilee der Wagen und die Preisverteilung am Sonntag. Insgesamt sind in Monte Carlo zur gegebenen Zeit 72 Wagen eingetroffen. 39 Fahrer mussten ihre Fahrt frühzeitig unterbrechen, ganz abgesehen von jenen Konkurrenten, die nicht einmal bis zum Startort vordringen konnten. Monte Carlo bot am Mittwoch ein interessantes Bild, als die von der langen Reise erschöpften Konkurrenten mit ihren Wagen eintrafen. Auch die Riviera hatte von der Kälte abbekommen, die Europa vor einer Woche heimsuchte, sie wurde nur gemildert durch herrlichen Sonnenschein, der auf die Stadt niederstrahlte. Schon vor 10 Uhr, also noch vor der offiziellen Eröffnung, stauten sich die Wagen, in der Mehrzahl geschlossene Fahrzeuge, dazwischen aber auch die kleinen englischen Sportwagen als die wenigen offenen Autos vor dem Ziel. Die vielen Zuschauer überlief unwillkürlich ein Frösteln, als sie diese paar offenen Wagen entdeckten. Zu verwundern war es bei der gegenwärtigen Bärenkälte nicht, wenn — wie erwähnt — auf der Strecke zwei Tallinnfahrer halb erstarrt Ton ihren Sitzen weggetragen werden mussten. Mehrere dieser Konkurrenten hatten einige Tage hinter sich, ohne mehr als nur ein paar wenige, durchgerüttelte Stunden geschlafen zu haben. Es gab Fahrer, die auf der ganzen Reise das Lenkrad nicht aus der Hand Iiessen. Die Frauen strahlten trotz ihren müden Gesichtern vor Freude, als sie die Sonne von Monte Carlo verspürten, und die meisten Männer wirkten in ihren dicken, sportlichen Winterkleidern nnd in ihrem unrasierten Zustande gleich Halbwilden. Unmittelbar nach der Ankunft absolvierten 'die Konkurrenten noch die Beschleunigungsond Bremsprüfungen, die sich bis in den späten Nachmittag hinein ausdehnten. Die Aufrabe war, den Wagen von einem bestimmten Punkte aus auf einer Strecke von 100 m auf das rrösste erreichbare Mass zu beschleuniren, um nach Passieren der 100-m-Linie das Fahrzeug auf kürzestem Wege abzubremsen. Nicht weniger als 16 Konkurrenten erhielten bei dieser Prüfung noch Strafpunkte zudiktiert Wie wir schon In unserer letzten Nummer betont haben, schnitten die in Tallinn Gestarteten bei der diesjährigen Sternfahrt am besten ab. Die 15 Tallinn-Fahrer belegten sämtliche die vorderen Plätze des Gesamtklassements. In grosser ZahTliefen auch die in John O'Groats abgefahrenen Engländer in Monte Carlo ein, ebenso wie die Konkurrenten aas Valenca, Stavanger, Umea, Palermo, Amsterdam und Berlin. Wie schon gesagt, waren die in Athen und Bukarest aufgebrochenen Teilnehmer die grossen Leidtragenden der diesjährigen Monte Carlo-Sternfahrt. Keiner von ihnen ist auch nur bis nach Mitteleuropa vorgedrungen. Bekanntlich haben sich die Basler Schnell und Tennenbaum auf Ford ebenfalls für den Startort Athen entschieden. Einige Tage lang war es um die beiden totenstill, nun berichten sie uns von Saloniki aus •on einer beispiellos anstrengenden Fahrt von Basel nach Athen, die sie 200 km vor Athen abbrechen mussten. Der Bericht der beiden Basler lässt erahnen, mit welchen geradezu grauenhaften Schwierigkeiten alle Athen-Fahrer zu kämpfen hatten. Viele Strecken wiesen überhaupt gar keine Aehnlichkeit mehr mrt Strassen auf, durch halbmeter hohen Dreck und Kot mussten sie ihre Wagen durchbringen. Einmal blieben sie mitten in der Nacht in gewaltigen Schneemassen stecken und mussten von der Grenzpolizei wieder befreit werden. Mit Ochsen Hessen sie den Wagen in die nächste Stadt ziehen. Für eine Strecke von 30 km brauchten die Basler, die sechs Tage und Nächte lang nicht mehr aus ihren Kleidern gekommen waren, sieben Stunden! Das Tragische an der Niederlage der Athenfahrer ist, dass jene drei Fahrer, die sich mit ihren besonders gebauten Wagen durch die schwersten Etappen durchkämpfen konnten, ausgerechnet nahe der österreichischen Grenze, bei der ungarischen Stadt Raab, von 2 Meter hohen Schneemassen unrettbar behindert wurden. Noch in unserer letzten Nummer haben wir auf das glänzende Abschneiden des Schweizer Rennfahrers Braillard hingewiesen, der zusammen mit Knebel als Mechaniker und Brunner als Routenfahrer Siebenter des Gesamtklassements wurde. Braillard telegraphierte uns von Monte Carlo aus, dass sie die erste Etappe Tallinn-Riga bei Temperaturen bis zu 30 Grad unter Null zurücklegen mussten. Eis und Schnee machten die Fahrt sehr schwierig. Von Riga bis Königsberg trafen die Schweizer ungeheure Schneemassen, auf vielen Strecken mussten sie sich durch 60 cm hohen Schnee durcharbeiten. Die Etappe von Warschau nach Berlin war, wie schon erwähnt, sehr gut überwacht und die Strassen waren vorher besonders gebahnt worden. Von Berlin aus verlor die Fahrt ihre grösste Schwierigkeit. Auch Braillard gehört zu denjenigen, die auf der ganzen, fast 4000 km langen Strecke den Wagen stets allein führten. AUTOMOBIL-REVUE Das vollständige GesamiklassemenL 1. M. Vasselle (Hotchkiss), Tallinn, 979,05; 2. R. Guyot (Renault), Tallinn, 978,80; 3. Frau Rouault - M. Quinlin (Salmson), Tallinn, 974,29; 4. Frau Schell- L. Schell (Talbot), Tallinn, 973,89; 5. Lord de Clifford (Gardner-Diesel-Bentley), Tallinn. 973,60; 6. R. Bravard (Amilcar), Tallinn, 972,86; 7. L. Braillard (Bugatti), Tallinn, 971,63; 8. Prinz L. Narischkine (Fiat), Tallinn, 971,30; 9. H. Battu (Citroen), Tallinn, 970,94; 10. G. de Lavalette (Peugeot), Tallinn, 970,32; 11. H. Schreiber (Tatra), Tallinn, 969,20; 12. F. Pousse (Amilcar). Tallinn, 965,62; 13. Frau M. Mareuse - Frl. Lamberjaek (Peugeot), Tallinn, 962,91; 14. M. Lacroze-W. Beigrare (M.G.), Tallinn, 943,75; 15. N. Black (Hudson- Essex), Umea, 907,71; 16. & Bryde jun. (Studebaker), Stavanger, 907,20; 17. Ch. de Cortanze (Peugeot), Utnea, 902,43; 18. J. W. Whalley (Ford), Stavanger, 900,56; 19. G. F Dennison (Riley), Umea. 900,38; 20. Mrs. R. Gough (Riley), Umea, 898,60; 21. Per Bergan (Austin), Stavanger, 896,96; 22. Blow-Comte Van Heiden (Panhard), Umea. 896,28; 23. M. Klinke (N'.A.G.), Riga, 892,04; 24. L. Martin (Humber), John O'Groats, 847,73; 25. Col. A. H. Loughborough (Lanchester), John O'Groats. 846,69; 26. H. J. Allington (Frazer-Nash), John O'Groats, 844,10; 27. Mrs. L. Martin (Hillman), John O'Groats 943,91; 28. Lt. Cr. G. M. D. Maltby (Riley), John O'Groats, 841,61; 29. P. E. Cremetti (Riley), John O'Groats, 841,42; 30. R. H. W. Jatpies (Rolls-Royce), John O'Groats. 841,18; 31. Ph Runciman (Alvis) John O'Groats, 841,16; 32. W. T. Platt (M.G.), John O'Groats, 839,01; 33. T. J. Mann (Lagonda), John O'Groats, 838,97; 34. Frl E. Stackeiberg (Hupmobile), Umea, 837,74; 35. H. T. H. Van Marken (Chrysler), John O'Groats, 837,63; 36. D. C. Love (Lagonda), John O'Groats, 835,98; 37. F. S Barnes (Singer), John O'Groats, 835,41; 38. J. V. Crisp (Alvis), John O'Groats, 833,48; 39. F. M. Lighfoot (Morris), Jobn O'Groats, 831,93; 40. Miss S. P Richardson (Ford). John O'Groats, 830,54: 41. J. W G. M. Staal (Bugatti), Valenca, 828,27; 42. P. Des pouys (Renault), Valenca. 824,29; 43. G. J. G. Duchamps (BaUot), Valenca, 820,52; 44. F. de Ribeiro- Ferreira (Delage), Valenca, 820,52; 45. Frau Le- Manc-Frl. Hustinx (Peugeot). Valenca). 820.51; 4ß. Bilder von der Sternfahrt nach Monte Carlo Ankunft der Sternfahrer am Ziel in Monte Carlo. Der Sieger der Sternfahrt, Vasselle auf Hotchtiss (JUttte), mit seinen Begleitern. Dr. M. Jamot (Peugeot), Valenca, 819,90; *7. D. E. Cabral (Bugatti), Valenca, 819,88; 48. C. Schade (Mercedes-Benz), Valenca, 819,30; 49. F. Ellena-J. de Buriane (Peugeot), Valenca, 819,06; 50. W. T. Townend (Tllbot), John O'Groats, 818,94; 51. A. D. Costa (Citroen), Valenca, 818,89; 52. J. Van Abbe (Rockne), Valenca, 818,42; 53. C. Hansberger (Mathis), Valenca, 811,20;; 54. J. Gellweiler (Citroen), Valenca, 809,71; 55. H. C. Hobson (Austin). John O'Groats. 782,77; 56. J. S. Couldrey (Essex-Terraplane), John O'Groats, 757,82; 57. E. M. Liddel-H. C Liddel (Lagonda), Harrogate, 739,65; 58. V. A. Budge (Standard), John O'Groats 736,62; 59. R. Stoclet (Lancia), Lwow, 729,86; 60. J. Broere (Nash), Berlin, 726,59; 61. Baron de Montpellier - M. Schaar (Chrysler), Tallinn, 716,23; 62. S. Graf (Steyr), Berlin, 714,30; 63. G. Larue-J. Larue (Peugeot), Oslo, 712,07; 64. Q. W. J. H. Wright (M.G.), John O'Groats, 712,03; 65. W. Zweerts-de Jong (Auhurn), Amsterdam, 668,0; 66. G. E. Stott (Daimler), John O'Groats, 663,56; 67. P. M. K. Powel (Fiat), Amsterdam, 662,62; 68. J. B. Bainbridge (Rolls-Royce), Harrogate, 633,58; C9. F. Longman (Andre V), John O'Groats, 498,00; 70. R. K. L. von Shoenburg-Waldenburg (Lancia), Palermo, 441,61; 71. Herbaux-Flipo (Peugeot), Palenno, 340,89. An der Schönheitskonkurrenz, die am Freitag durchgeführt wurde, beteiligten sich rund 60 Sternfahrer mit ihren Wagen, die sich nach durchgeführter Reinigung wieder blitzblank und wie neu präsentierten. Vor einer illustren Jury, die sich aus Prominenten des Automobilismus verschiedener europäischer Länder zusammensetzte, defilierten die ebenso zweckmässig wie schön gebauten Fahrzeuge. Den Grossen Ehrenpreis errang der Engländer W. T. Townend mit seinem Talbot. Der 1. Preis der Wagen über 1500 ccm fiel ebenfalls Townend zu, währenddem in der kleineren Kategorie Ch. De Cortanze mit seinem Peugeot erfolgreich war. Nach alter Tradition schloss sich an die (Photo« Meuriss«.) Sternfahrt nach Monte Carlo am Samstag das Bergrennen auf den Mont des Mules an, das für die Sternfahrer als fakultative Veranstaltung reserviert war. Die kurvenreiche, 3 km lange Strecke befand sich in sehr gutem Zustande. Vierzig Konkurrenten nahmen an dem Rennen teil, das den Sieg des Engländers Wright auf M.G. ergab. Der StreJckenrekord von Prinz Djordjadze auf Mercedes-Benz wurde nicht gebrochen. Die Resultate des Rennens: Klasse 750 ccm: 1. W. T. Platt (M.G.), 8 Min. 35 Sek. % (Stundenmittel 50,092 km). Bis 1100 ccm: 1. G. W. J. H. Wright (M.G.), 3 Min. 9 Sek. X (Stundenmittel 56,962 km), neu« Klassenrekord, beste Tageszeit; 2. G. F. Dennison (Riley). Bis 1500 cem: 1. H. J. Aldington-Berry (Frazer- Nash), 3 Min. 22 Sek. (Std.-Mittel 53,465 km), neu« Klassenrekord; 2. M. Lacroze (M.G.). Bis 2000 ccm: 1. T. C. Mann (Lagonda), 3, Min. 32 Sek. % (Stundenmittel 50,799), neuer Klassenrekord; 2. H. C. Liddell (Lagonda). ' ' Bis 3000 ccm: 1. J. W. Staal (Bugatti), 3 Min. 27 Sek. & (Std.-Mittel 52,123 km); 2. Prinz Tan Schoenburg (Lancia). Bis 5000 ccm: 1. W. Whalley (Ford),' S Min. 28 Sek. % (Std.-Mittel 51,773 km); 2. F. de Ribeiro- Ferreira (Delace). Bis 8000 ccm: 1. Lord