Aufrufe
vor 5 Monaten

E_1933_Zeitung_Nr.013

E_1933_Zeitung_Nr.013

14 AUTOMOBIL-REVUE

14 AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N° 13 folgenden Strecken, die nur aus Löchern — Löchern — Löchern bestanden. Es kam nicht nur einmal vor, dass man in die mit Wasser gefüllten Löcher hineinsauste und das Wasser über uns zusammenschlug! Zu unserer peinlichen Ueberraschung trafen wir auf mehrere schmale Holzbrücken, an denen vertrauensvoll ein Schild meldete: «Achtung, grosse Gefahr! Brücke hält nicht! » Na, man musste ja rüber — und sie hielten. Man fuhr stundenlang, ohne einen Menschen zu sehen. Nur Gottes schöne Welt' umgab uns in stets wechselnden Bildern. Die Berge, auf die wir hinaufklettern und die wir hinunterbremsen mussten, waren kahl bis zur Trostlosigkeit, nur durch ihre Farben wirkend. In allen Schattierungen leuchteten sie auf, grau, gelb, grün, blau, bald schillerndes Gestein, dann wieder feuerrote Erde, dann weissgelber Marmor. Unvergesslich wird mir das Bild bleiben, das ich im Morgengrauen auf dem Melunapass sah, mitten im tiefsten Griechenland, wo Adler, auf Felsblöcken sitzend, uns mit scharfen Augen verfolgten. Im Tal unten sah man einige Strohhütten — die Behausung der dort wohnenden Griechen. Erschütternd war der stete Anblick der jämmerlichen Behausungen und der Dreck, in dem die Griechen auf dem Lande ihr Dasein fristen. Wie anspruchslos der Grieche ist, kennzeichnet ein Ausspruch, den ein Franzose — auch ein Mitglied der Athener Peugeot-Mannschaft —, der im Kriege in Griechenland war, machte: «Ein Stück Brot — eine Zwiebel — ein Sonnenstrahl — und der Grieche hat sein Essen.» Jede kleinste Behausung beherbergt zwei bis drei Hunde, eine mir unbekannte Rasse; grosse, langhaarige, edle Tiere, oder kleine, weniger hübsche Köter, die uns mit wütendem Gekläff verfolgten. Da es geregnet hatte, war überall grosse Wäsche. Zwischen zwei Steinen wurden die Kleider in den Regenpfützen gewaschen und dann auf einem Felsblock zum Trocknen ausgelegt; So näherten wir uns Verria, 75 km von Saloniki entfernt. In unserem jugendlichen Leichtsinn dachten wir, dass zwischen diesen beiden Städten die Strasse besser würde. Wir wurden bitter genug enttäuscht. Denn was jetzt kam, das spottet jeder Beschreibung! Wir flogen, stockerten, hupften. Wir mussten uns buchstäblich durchackern. Wie bestaunten und bewunderten wir unseren braven Wagen, der dies alles aushielt und mit beruhigendem, gleichmässig klingendem Ton auch diese 75 km hinter sich brachte. Der wildeste Phantast kann sich in seinen regsten Träumereien nicht vorstellen, was man in Griechenland unter Strassen versteht. Wir, die sie befahren haben, können es heute fast nicht mehr glauben, dass es so etwas gibt. Von den elf in Athen gestarteten Wagen stellten sich nur mehr fünf der Kontrolle in Saloniki. Sechs waren die bemitleidenswerten Opfer der Strecke geblieben. Saloniki: Bunt, bewegt, laut, echtes Balkanleben. Bei der Kontrolle fanden wir liebenswürdige Herren des Automobil-Clubs. Wir bekamen eine warme Suppe, der Sechsliter drehte sich dann unj, um zu sehen, ob Herr Woerz nicht ausstieg. Aber nicht seine freundliche Physiognomie begegnete ihm, sondern ein wild grimassierendes Gesicht von ganz unverkennbar tatarischem Typus, und vor diesem Gesicht in der Höhe von Philipps Kopf eine gelbe, sehnige Hand, die sich um einen Revolver schloss. Philipp machte unwillkürlich einen Sprung zurück. Er war nichts weniger als physisch feige, aber als Schiessscheibe für einen verrückten russischen Grossfürsten dazustehen, für den ein Menschenleben vermutlich weniger als Null bedeutete, machte ihm wenig Spass. Ein donnerndes: «Hände hoch!» vom Grossfürsten Hess ihn innehalten. Herrn Woerz' Stimme war verschwunden, und ein kraxendes Organ überschüttete Philipp in wunderlichem Russisch-Deutsch mit einer Sturzflut von Flüchen und Fragen. «So, so Monsieur! So, so! Pfui Teufel! Man ist ein Spitzel, man Hess mich im «Papillon» in die Falle gehen — schlau, schlau, Benzin und Oel, und dann ging's wieder los, in die Dunkelheit hinein. Tempo!! — Man musste Zeit schinden. Die Strassen wurden * ein bisschen besser. Bei einer Nebenkontrolle trafen wir ein Clubauto, das uns durch ein 15 km langes, fast unfahrbares Gelände führen sollte. Es leitete uns aber in der Dunkelheit und bei Schneegestöber in einen Sumpf. Der Führer dieses Autos war der einzige Idiot, den wir trafen... Unser armer Wagen schwankte toller wie das Schiff in der Bora hin und her, um endlich auf der rettenden Insel eines Ackers zu landen. Zwei Stunden dauerte es, bis er wieder heraus war. Zu dieser Schwerarbeit schickte uns der Himmel noch mehr Schnee und Regen. Das Führerauto zeigte uns dann einen besseren Weg. Dieser Weg war ein Bachbett. Auch es wurde überwunden und auf leidlich guten Wegen — man wird im Balkan anspruchslos — ging es nach Bulgarien hinein. Auf der griechischen Grenze ging es ziemlich schnell. Die Bulgaren aber nahmen sich mehr Zeit. Ich dankte Gott im stillen, dass es Nacht war, denn die Schlucht, die wir nach einigen Kilometern erreichten, war ungeheuerlich. Links hoher, nackter Fels, rechts tiefer Absturz, und ein ganz schmaler Weg, der aus auf- und nebeneinander geschichteten Felsplatten bestand. Die Spende des einstigen Zeitungsjungen. Dem Lord-Mayor von Birmingham kam kürzlich ein Scheck, lautend auf den hohen Betrag von 25 000 Pfund Sterling, zu. Als Empfänger der Summe war das Birmingham Generalhospital angeführt, der Absender war Mr. A. MacNamara, der Gründer und gegenwärtig leitende Direktor der Telsen Electric Co., einer sehr bekannten grossen englischen Radiofirma. Die Geschichte, wodurch sich Mr. MacNamara bewogen fühlte, diese grosse Summe' dem Hospital zu überweisen, ist der Mühe wert, erzählt zu werden. Vor fast zwanzig Jahren — der Spender war damals im Alter von knapp fünfzehn Jahren — befand er sich in keineswegs erfreulichen finanziellen Verhältnissen. Er fristete schlecht und recht sein Dasein durch den Verkauf von Zeitungen in den Strassen von Birmingham. Durch einen Strassenunfall erlitt der fünfzehnjährige Junge während der Ausübung seines Berufes eine lebensgefährliche Verletzung. Er wurd$ in das oben erwähnte Generalhospital ge-* bracht und einer Operation unterzogen. Sie verlief glücklich und nach einiger Zeit konnte der Junge wieder geheilt das Hospital verlassen, das in Anbetracht seiner Armut nicht einen Groschen Operations- oder Verpflegungskosten von ihm verlangt hatte. Schon damals betrachtete der junge MacNamara es als sein höchstes Ziel, einmal so viel Geld zu verdienen, dass er dem Hospital seine Schuld mit Zinseszinsen abstatten könne. Aber beim Zeitungsverkauf sah begreiflicherweise nicht so viel heraus, dass er, ausser damit sein Leben zu fristen, noch grössere verfluchtes Gesindel, aber dann darf mari nicht seine Karte zeigen — hätte ich die jetzt nicht gesehen — Sie glauben wohl, Sie hätten mich schon in der Falle — es würde wieder nach Jekaterinoslaw gehen — ja freilich! Früher will ich Ihnen einen Denkzettel geben — wer zum Teufel sind Sie überhaupt — einer von Vivitz' Leuten, oder irgendein Neuer — ein Neuer, glaube ich...!» Die Worte strömten weiter aus seinem Munde, bisweilen halb unverständlich, aber • Philipp war ein Licht aufgegangen, und eine augenblickliche Pause benützend, rief er: «Aber Herr Woerz! Herr Woerz! Was reden Sie da von meiner Karte — das Ist meine Arbeitskarte aus dem Cafe.» «Mich kriegen Sie mit solchen Kniffen nicht dran!» brüllte Herr Woerz und schwang drohend den Revolver, fügte aber dann hinzu: «Kommen Sie her, lassen Sie mich sehen!» Philipp näherte sich vorsichtig der kaltfunkelnden Revolvermündung, der Grossfürst streckte eine lange, sehnige Hand aus, die Rechts neben uns ging es ein paar hundert Meter zur reissenden Struma hinab, die böse und eisig kalt zu uns herauf rauschte. Wo seid' ihr gutgepflegten Schweizer Gebirgsstrassenü dachte ich oft Nach allerhand Ueberraschungen, die uns die zweite Etappe noch bot, landeten wir schliesslich in Sofia. Sofia: eine weniger imponierende Stadt. Wieder Kontrolle! Guter türkischer Kaffee, im Automobil-Club von netten Herren angeboten, frischte uns wieder auf. Nachdem auch der Wagen seinen Teil bekommen hatte, ging's weiter, in den Schnee hinein. Auf einer endlosen Ebene wühlten wir uns durch Schnee und Eis. Mitten im tollsten Schneegestöber und Sturm mussten die Ketten montiert werden. In Dragoman, dem bulgarischen Grenzort, gab's Passkontrolle. Ein Zöllner fuhr ein Stück mit uns auf dieser unberührten Schneefläche, um den richtigen Weg nach dem Dragomanpass — dem im Weltkrieg heiss umkämpften — zu zeigen. Caribrod war serbischer Grenzort Nun kam bis Nish immer noch mehr Schnee, wo dann der vor uns gestartete Wagen mit gebrochenen Federn stand. Einige Kilometer folgten auf annehmbaren Strassen, dann kam die Dunkelheit und der Nebel. (Schhiss folgtJ Bunte Chronik aus aller Welt Ersparungen hätte machen können. Da kam vor etwa zehn Jahren das erste «Radiofieber» über England und die gesamte Kulturwelt. Sofort hatte der findige, nunmehr zum Manne herangereifte Zeitungsjunge, der sich einige Fachkenntnisse verschafft hatte, die grosse Bedeutung und Auswertungsmöglichkeit dieser neuesten Erfindung erkannt. Mit einem durch seinen Zeitungsverkauf erworbenen und spekulativ auf fünfzig Pfund vermehrten Kapital begann er in einem kleinen Laden mit der Erzeugung von einzelnen Radiobestandteilen. Das Geschäft ging infolge der rapiden Entwicklung des Rundfunks und der Amateurliebhaberei immer besser und heute beschäftigt die Firma mehr als 4000 Personen! Nun konnte der einstige arme Zeitungsjunge: seinen Dank an das Hospital abstatten und er hat es jetzt in vorbildlich generöser Weise getan! Seltsame InfektionsmöRHchkeiten. JEin, interessanter Artikel in einer amerikanischen Fachzeitschrift berichtet über folgende , Infektionserkrankungen, deren Ursprung; einiges Licht auf die immense Infektionsgefahr wirft, denen wir Menschen ausgesetzt sind: Ein Kind in Chicago erkrankt angeblich an Keuchhusten. Die Diagnose erweist sich als unrichtig, es ist nicht Keuchhusten, sondern eine ganz seltene und gefährliche Infektion durch den ägyptischen Blutwurm. Das Kind, das niemals in Aegypten war. hat diese Krankheit durch Schnecken erworben, die sich im Goldfischaquarium seiner Eltern befanden. — Auf der Insel Trinidad brach vor geschickt seine Brusttasche leerte, und las rasch die blauweisse Karte durch. Nach einem Augenblick senkte sich der Revolver, der Grossfürst starrte Philipp unschlüssig an, worauf er in seiner früheren Manier wieder anfing: «Ja, da hat sich der Woerz schön blamiert, mein lieber Herr. Der Herr muss schon entschuldigen — diese Kerle haben mich schon einmal beim Schlafittchen gehabt, und ich hab' geglaubt, der Herr ist ein Spitzel! Ist der Herr bös auf mich? Oder kommt er weiter mit dem Woerz?» Mehr und mehr belustigt von dem Abenteuer, erklärte Philipp sich hierzu bereit und bestieg wieder die Droschke. «Jetzt geht's aber doch ins Loch,» sagte der Kutscher, der den Auftritt voll Interesse verfolgt hatte. «Ins Loch, du dicke Kutschersau,» schrie Herr Woerz und ergriff wieder in seinem besten Hamburger Deutsch das Wort. Nachdem er dem Kutscher ein schlechtes Ende auf nicht langer Zeit eine mysteriöse Krankheit aus, die man sich zunächst nicht erklären konnte, bis sie schliesslich als Hundswut erkannt wurde, verbreitet durch blutsaugende Fledermäuse. — Dr. Sappineton aus Chicago weist nach, dass durch den stets wachsenden Autoverkehr und die Einschränkung von Pferdefuhrwerk auf ein Minimum der sogenannte Kinnbackenkrampf nahezu im Absterben begriffen ist: durch das Verdauungssy* stem der Pferde werden nämlich durch den Strassenschmutz Keime verbreitet, die selbst durch den kleinsten Hautriss in den menschlichen Körper gelangen und hier Unheil anrichten können.— Rekruten in den Baracken der englischen Flotte erkranken eines Tages an — wie man zunächst glaubt — Schnupfen und Influenza. Experten stellen fest, dass die Infektion auf Unreinlichkelten im Abwaschwasser zurückzuführen ist. Nach den neuesten Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass Abwaschwasser ein ungeheurer Nährboden für Bakterien ist. Dagegen gibt es nur ein Mittel: beim Spülen des Geschirrs mehr, und vor allem reines, wenn möglich fliessendes Wasser zu verwenden. Viele Erkrankungen, deren Ursprung man sich nicht erklären kann, werden durch schlampig gespültes Geschirr akquiriert. Dr. Grant, ein schottischer Arzt, ist erfahrungsgemäss. davon überzeugt, dass öffentliche Waschbecken immense Keimyerbreiter sind. Auch vor der Unsitte, Marken mit der Zunge zu belecken, anstatt sie mit Wasser

N° IS - 1933 AUTOMOBIL-REVUE 15 Der modische Stil hat sich in letzter Zeit beruhigt und stabilisiert. Aus allen Elementen der Mode hat sich eine schöne Form herauskristallisiert, dass sie zweifellos dem Begriff der wahren Eleganz sehr nahe gekommen ist. Was bedeutet es, elegant zu sein, absolut, nicht nur ephemer elegant durch ein geistreiches Detail der neuen Mode? Tatsächlich elegant zu sein bedeutet, alle Elemente der bestehenden Mode gleichsam klassisch zu gestalten, eine Einheit zu schaffen, die an sich schon ein vollendeter Stil ist. Und das ist den geistreichen Schöpfern der Frauengarderobe gerade gelungen Qenau so, als ob aus einer mit zahlreichen Chemikalien vermengten Flüssigkeit alle wertlosen Elemente verdampft und sich verflüchtigt hätten und nur ein Pokal voll edelster Werte übriggeblieben wäre. So kommen einem alle die neuen allerletzten, wirklich guten Toiletten vor, die Strassen-, wie die Abendtoiletten, die neuesten Mäntel, die Hüte und Schuhe und alle die anderen Zubehöre der modernen Garderobe. Sie sind der billigen up to date-Effekte entkleidet, wobei hier al* lerdings nur an die allerschönsten Kleider gedacht ist, die von den ganz grossen Häusern in zahlreichen Modellen vorgeführt werden und die von der billigeren Konfektion kaum kopiert werden dürften, eben deshalb, weil sie nicht genug effektreich sind. Der erste der billigen Effekte kann das Material sein, nicht deshalb, weil der Stoff materiell billig wäre, sondern weil er stark ins Auge fällt. Also auffallend gemusterte Stoffe, aber auch auffallend gefärbte einfarbige Stoffe. Vor ein paar Monaten noch halben wir die Hände zusammengeschlagen angesichts mancher der neuen modischen Farbtöne: Was, dieses ins Rote hinüberspielende Lila wird man wirklich tragen? Dieses unerträgliche Blau, das die Magennerven beunruhigt, wenn man es längere Zeit ansehen soll? Gar nicht zu reden von Orange, das Ui grossen Flächen immer die Zielscheibe sein wird, die unzählige Witze auf sich konzentriert. Es hiess: Um wirklich elegant zu sein, muss man auf alle die bekannten, schönen Farben verzichten und sich in eine der neuen Zürcher Wochenprogramm ad Schauspielhaus ****** l* °& *«»- r tag nachm. 8H Uhr Di. abends 14. Febr. Volksaufführung (Fr. 1.-n. 2.-): Trudi Schoop mit Gruppe tanzender Komikerinnen. ML ibMiS 15. Febr. Dandin gib acht Ho. abends 16. Febr. Premiere: Zum goldenen Anker, Schauspiel von Marcel Pagnol, mit Leny Marenbach. Fr. abends 17. Febr. Dandin gib acht Abends 8 Uhr. Sonntaf nachmittag* 8 Uhr. Di. abends 14. Febr. Vorst. f. jug. Schulentlassene Die Fahrt ins Blaue. ML ablud: 15. Febr. ukmö (A-Ab. 12). Do. ibindS 16. Febr. 7% Uhr: VolksvorBtellunfc*: Tannhäuser. Fr. IbMiS 17. Febr. Viktoria u. Ihr Husar (A. Ab. 12). Sa nachm. 18. Febr. 2 Uhr: Geschl. Schülervorstellung: Wilhelm Teil. Sa. abends 18. Febr. 7 Uhr: Tristan und Isolde. $0. nachm. 19. Febr. Venus In Seide. So. abends 19. Febr. im weisstn R6«L Sa. abends 18. Febr. Zum goldenen Anker, mit Leny Marenbach. $0. nachm. II. Febr. Essi 9 und Oel (Ein Strick, ein Blick, ein Mädel). SO. abends 19. Febr. Dandin gib acht Odeon EDEEDQ hea Ba Sonnenqual 2 HDHQE Triumph der Eleganz Uhr und 20—23 Uhr: Leo Valbere, Chansonnier und Stimmungs-Sänger und die Jazz-Kapelle K. Schwank. Restaurant Hungarla, B»ungatse Nachmittags- and Abend-Konzerte. Willy Radinger mit seiner Wiener Eünstleiund Stimmungskapelle. Caf6 AstoMa, st. Peterstrasse 18 Künstler-Konzerte, täglich 3—6 und 8—11 Uhr. Orchester Enrico Carletti. CAFE-CONDITOREI SERREM Zürich - Stadelhofen empfiehlt hötl. seine angenehmen Ennschunqsräume. - Gelegenheit zum Parkieren. E1TC Der neue modische Stil DQXS\HU Errungenschaften kleiden. Nach einer gewissen Zeit aber hat es sich gezeigt, dass gerade diese Färben sich nur in der billigen Konfektion konzentriert haben, um so die Erscheinung der kleinen bescheidenen Bürgerfrauen und Mädchen zu verwildern, die sich dem irrigen Glauben hingeben, es den Mondänen gleichzutun. Die teureren und wichtigen Toiletten der geschmackvollen und wirklich mondänen Frau sind heute aus ruhigem Material gearbeitet, wobei Schwarz, Braun, Dunkelblau, Grau und Pastellfarben in Halbtönen vorwiegen. Einheitlichkeit, selten nur mit anderen Farben geschmückt, jedenfalls in diskretester Weise bloss. Aber wir wollen uns vorläufig nur mit dem Material befassen. Sämtliche glänzenden Stoffe sind endgültig vom Schauplatz verschwunden. Das gilt insbesondere für das Material der Abendkleider. Wirklich elegant sind nur die matten Abarten aller Textilien, von den glatten, dichtgewebten, matten Satins angefangen, bis zu den grobgewebten Krepps verschiedenster Namen. Dünne, wehende Stoffe werden ausschliesslich nur für ganz junge Mädchen verarbeitet. Vielleicht ist dies bedauerlich, denn sie waren wirklich schön. Aber für die neuen Macharten mit ihren Effekten lassen sich nur schwerfallende Seidenstoffe, echte und künstliche, oder Samt verwenden. Grosse Muster, wie man sie noch im Vorjähre in Crepe de Chine zu sehen gewohnt war, sind ganz vom Schauplatz verschwunden, sie kommen nur noch als Vorhangstoffe oder für Kissenüberzüge in Frage und ihr Preis ist dementsprechend auch wesentlich zurückgegangen. Abendgewänder werden meist aus schwarzem oder weissein Material gearbeitet, die dazwischenliegende Skala nur in diskreten Tönen. Das gleiche gilt in noch nachdrücklicherer Weise für die Wollkleider, die man daheim oder unter Mantel und Pelz trägt Die Kunstseide hat längst den bösen Klang verloren, der ihr einst eigen war. Noch vor einem Jahre pflegte man zu sagen, eine wirkliche Dame dürfe gar nicht daran denken, für den Abend ein Kleid aus Kunstseidenkrepp zu tragen, einem Material, das höchsten« als Stoff für ein Sommerkleid am See oder im Gebirge zulässig erschien. Heute bringen die bestrenommierten Seidenwebereien die herrlichsten Kunstseidenstoffe auf den Markt, die von reinseidenen Geweben kaum zu unterscheiden wären, wenn sie nicht noch kostbarer und prunkvoller aussähen. England hat die Mode der Abendkleider aus Wolle eingeführt. Allerdings ist diese Mode über die Schwelle der exklusivsten Gesellschaft nicht durchgedrungen. Ein Wollkleid bedingt kostbargewebten Stoff und einzigartige Ausarbeitung. Dabei kann nicht geschwindelt werden, und bei weniger glänzender Verarbeitung wäre eine solche Toilette eher ein Schrecken als ein Schaustück. Vom Material gelangen wir direkt zur Verarbeitung. Es gibt nicht eine feststehende Art, nicht zwei oder drei Abarten derselben. Praktisch herrscht eine unendliche Freiheit, die Abendloleider beispielsweise haben nur einen gemeinsamen Zug: den ganz, ganz langen Rock, der um die Hüften eng anliegt und sich unten reich erweitert. So viele Ideen, so viele verschiedene Taillen und Details. Aber auch hier eine einheitliche Note: Absolute Einfachheit, vornehm fliessende Linien, die beinahe an die Gewänder mahnen, die wir an den Figuren aus Tanagra zu sehen gewohnt sind, die neben künstlerischem Wert stets den Charakter unendlicher Eleganz haben. Raffungen, Falten, fliessende Linien, das ist das Klassische, das ich anfangs erwähnt habe. Wieviele Möglichkeiten es da nur gibt, wo überall man am Rocke Falten anbringen kann! Raffungen, fächerartig sich entfaltende Teile — eine wandelbare und wandlungsfähige Schönheit, ein fast unerschöpflicher Reichtum, der sich der Phantasie erschliesst. Ein zweites Charakteristikum der Eleganz ist der Ausschnitt des Kleides. Die Toilette besitzt sozusagen eine Architekur, gesetzmässige Proportionen, die den Geboten der Aesthetrk unterliegen. Ein kleines Leibchen mit dem oder jenem Ausschnitt ist sozusagen der architektonische Kontrapunkt des Rockes: deshalb müssen die Unglücklichen stets über Fehlschlag klagen, die es sich einfallen lassen, in den Modezeitschriften vielleicht die Taille einer Toilette zu wählen, den Rock einer zweiten und zum Schluss noch in genialer Lässigkeit ein paar Korrekturen nach eigenem Ermessen auszuführen. Währen jemand wirklich Genialer ursprünglich ein harmonisches Ganzes erdacht hatte, dessen Einheitlichkeit jene arme Seele nicht im entferntesten begriff. Auch die Pelerinchen, die Boleros und kurzen Jäckchen, die eine Ergänzung des Abendkleides bilden, müssen harmonisch mit dem Ganzen übereinstimmen. Es geht durchaus nicht an, einfach etwas zu ersinnen und es zu allem und jedem zu tragen. Es geht ""zumindest nicht, wenn man wirklich die ästhetische Schönheit des Ganzen vollkommen erhalten will. Verzierungen? Sie sind auf etwas zusammengeschrumpft, was tatsächlich neu ist: auf Spangen. Schliessen und Knöpfe aus Strass, Imitation von Edelsteinen, Perlen etc., Spangen aus Silber und anderen Metallen, wenn es sich um Kleider für den Tag handelt. Auf den Achseln, an der Brust, an den Hüften oder in der Taille — überall dort, wo die Verzierung als Schlussstein wirken soll (jener runde Stein, der gleichsam die einzelnen Rippen der Gotik zusammenhält). Man betrachte nur eines der wirklich wichtigen Modelle in den neuesten Heften der Modezeitschriften und man wird zu dem Schlüsse kommen, dass keine einzige der Verzierungen nur einfach sinnlos hüigepappt ist. Heute, da Raffungen und Ueberknöpfungen so häufig sind, finden sich an jedem Kleide ein paar logische Stellen, die eine Verzierung erfordern. Also aufpassen, wo die Verzierung angebracht wird. Auch die Akzessorien zum Vor- oder Nachmittagskleid dürfen nicht mehr kunterbunt sein. Das ist die logische Folge des allzu häufigen Missbrauchs der bunten Schals, Plastrons, Einsätze usw. Die eleganten Frauen verwahrten sich allmählich dagegen: es mochte ja schön sein, aber all dies ist schon so billig geworden, dass man lieber darauf Der Tonreu - Onkel rast höchstpersönlich an die Biviera, um festzustellen, auf welchen Strassen man Jetzt am besten dorthin and wieder zurückgelangt. Also telepbonieren oder schreiben Sie sofort dem Touren-Onkel auf dem Touristlkbiir© der Automobil-KeTue, Bern Telephon £8.222 Er gibt Ihnen jede autotouristische Auskunft gratis und freut sich über jeden Einzelnen, dem er mit seiner Erfahrung dienen kann. verzichtet Sie wissen, dass sie wieder vollendet elegant sein werden in ihren einfachen, vollendet ausgearbeiteten, einfarbig ergänzten Toiletten, denen die weniger exklusive Frau ausweicht, weil sie immer und überall nach der allerletzten Mode gekleidet sein muss, und sollte dies auch nur durch billige Effekte zu erzielen sein. So werden denn Hüte aus Samt in der Farbe des Kleides und des Mantels getragen, höchstens um einen Ton heller oder dunkler. Der handgestrickte Wollschal muss in der Farbe zum Anzug passen, nur die Wolle muss noch schöner, die Strickart noch geistreicher sein. Der Mantel wird in der Farbe des Kleides getragen. Also wieder ein Anlauf zum Ensemble, dessen Variante in dem abweichenden Tweed vor etwa drei Jahren noch erinnerlich ist. Auch das Pelzwerk harmoniert mit dem Mantel: braun zum braunen, schwarz zum schwarzen Mantel und auch sonst tunlichst unauffällig. Das gilt auch für Schuhe, Handschuhe usw. Also eine vollkommene Revolution, wenn auch umgekehrt, vom Kühnen zum Zahmeren. Ich glaube nicht, dass die Frauen dadurch geschädigt werden. Wer kleidsam angezogen sein will, wird auch weiterhin an der grösseren Farbigkeit festhalten, die ja keine Sünde ist, wenn sie auch nicht mehr den Ehrenplatz einnimmt wie vor ein paar Monaten. Die Frauen aber, die sich dessen bewusst sind, wte kleidsam Einfarbigkeit sein kann, wenn sie nur die richtige Farbe kennen, werden sich dem neuen Modegebot gern unterordnen. Und die Sache hat einen Vorteil: man sieht sich an der harmonisierten Einfarbigkeit lange nicht so schnell satt, wie an den augenblicklich augenfälligen Auffälligkeiten exzentrischer Farben, Schnitte und Akzessorien. Und was Stil hat, das ist und bleibt auch immer schön. p. Psychologie weiblicher Attribute ? Französische «Psychologen» haben es sich jetzt angelegen sein lassen, die Bestandteile des weiblichen Reizes festzustellen, die in ihrer Gesamtheit die Liebe des Mannes wekken. Diese Ingredienzien bestehen aus fünf Elementen: Schönheit, körperliche Koketterie, geistige Gefallsucht, Klugheit und Seelenadel. Ein Pariser Blatt teilt mit, wieviel Prozent von jeder dieser Eigenschaften die Frau haben muss. Die wirklich begehrenswerte Frau beginnt ihre Laufbahn mit 16 Jahren mit einem Fonds von 80 Prozent Schönheit und 20 Prozent geistiger Koketterie, während Klugheit oder Seelenadel in dieser Eröffnungsbilanz fehlen. Etwas später entwikkelt sich dann die körperliche Gefallsucht und bildet von nun an einen stetigen Anteil von 10 Prozent. Bis zu ihrem 25. Jahr hat es die Frau nicht nötig, ihre Klugheit einzusetzen, während der Zusatz des Seelenadels erst mit dem 30. Lebensjahr wichtig ist. Wenn sie dann 50 Jahre alt geworden ist, ist die Schönheitssubstanz nur noch mit einem Anteil von 10 Prozent beteiligt. Noch immer spielt aber die körperliche Koketterie ihre Rolle, dagegen ist ihre geistige Spielart verschwunden. Die hauptsächlich wirkenden Eigenschaften sind dann Seelenadel und Klugheit, die mit je 40 Prozent den Bestandteil der Reize der alternden Frau ausmachen. Institut Lemania, Lausanne Moderne Sprach- u. Handelstachscbule mit abschlie*. sendem Diplom. Gründliche Erlernung des FRANZÖSISCHEN. Rationelle Vorbereitung auf Universität (Haturitit) und Polytechnikum. Internat und Externat. S»»rU Knaben-Erziehungsheim „Alpina" waiiiser Aipen Champery 1070 in 1. M. für Kniben und Jünglinge von 8 Jahren an. Höhenluft- and Sonnenkur. — Unterricht aa( sämtl. Sehulsluten. - Gründl. Erlernung des FrunzSsischen. Gymnastik und Sport, Schwimmbad. Sommerferienkurse