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E_1933_Zeitung_Nr.018

E_1933_Zeitung_Nr.018

Druck der Beweislast

Druck der Beweislast doch zu einem Geständnis herbeilassen musste. Die Strafe lautete auf drei Wochen Gefängnis und einjährigem Entzug der Fahrbewilligung wegen grobfahrlässiger Körperverletzung. Die Appellation hatte für den Fehlbaren den Erfolg, dass mit Rücksicht auf seinen Beruf, in dessen Ausübung er auf das Automobil unbedingt angewiesen ist, der Fahrbewilligungsentzug auf drei Monate beschränkt wurde. Es, ist menschlich sehr gut zu. verstehen, dass der Mann in der ersten Panik und dem Schrecken unmittelbar nach dem Unfall den Kopf vollständig verlor und sein momentanes Heil in der Flucht sah. Wir sagen ausdrücklich, dass dieses Verhalten menschlich begreiflich, keineswegs aber entschuldbar ist. Bedenklich aber wurde der Fall dann, als der Fehlbare es gar noch mit der Lüge versuchte. Gerade ein Erwerbender, der auf das Automobil angewiesen ist, sollte in bezug auf seine Strassendisziplin absolut einwandfrei sein. Fehlt es an der notwendigen moralischen Stärke, dann soll ihm eben Gelegenheit geboten werden, sich in dieser Hinsicht zu vervollkommnen. Mit solch milden Strafen wird der Betreffende vielleicht zwar schon belehrt sein, als eindringliche Warnung für Leute gleichen Schlages kann das Exempel aber wohl kaum dienen. Es muss nun darnach getrachtet werden, alle Fahrer, welche die gesetzlichen Bestimmungen aus Unkenntnis oder schlechtem Willen ausser acht lassen oder missachten, eines Besseren zu belehren. Zwar sollte ja die Verkehrsdisziplin jedem Automobilisten zur Selbstverständlichkeit, ja zur zweiten Natur werden. Solange wir aber noch nicht so weit sind, muss eben das Gesetz nachhelfen. Wir sind es dem neuen Gesetz, das uns doch mancherlei Fortschritt brachte, schuldig, uns zum mindesten mit seinen hauptsächlichsten Bestimmungen auseinanderzusetzen und vertraut zu machen. B. IfKl.tä».'**!.« Einführungskurse in den Motorwagendienst für Offiziere anderer Truppen. Wer die Manöverberichte aus dem Ausland näher verfolgte, konnte feststellen, dass die grossen militärischen Uebungen des vorigen Jahres fast durchwegs dadurch charakterisiert wurden, als sie überall zur Erprobung von weitgehend motorisierten Truppen dienten. Am eindrücklichsten kam dies bei den englischen Truppenübungen zur Geltung, wo Panzerdivisionen eingesetzt" wurden. Das gewaltige Interesse, welches dadurch von den obersten Führern grosser Heere dem Automobil und seiner Verwendung im Militär entgegengebracht wird, muss ohne weiteres zur Frage drängen, wie es in dieser Hinsicht bei uns selbst bestellt ist. Bekanntlich handelt es sich bei unserem Motorwagendienst um die jüngste unserer Waffengattungen, die, 1916 als Dienstzweig organisiert, erst 1924 ihre volle Selbständigkeit erhielt. Seither hat sie eine gesunde und vielbeachtete Entwicklung durchgemacht, die natürlich noch keineswegs abgeschlossen ist. Wenn auch in der Schweiz die grosse Rolle rechtzeitig und richtig erkannt wurde, welche das Motorfahrzeug im Heerwesen zu spielen berufen ist, so haben verschiedene, vorab finanzielle Gründe mitgespielt, dass die militärische Auswertung der Erkenntnis vielleicht nicht so umfassend kam, wie es mancherseits erwartet wurde. Es galt eben auch hier, den goldenen Mittelweg einzuschlagen und sich vor allzu grosser Eile und Optimismus, die kostspielige Lehren und eventuell sogar Rückschläge gebracht hätten, zu schützen. Die Ergebnisse der ausländischen Manöver haben neuerdings gezeigt, dass auch in bezug auf die Motorisierung des Guten zuviel getan werden kann, und neben der Unentbehrlichkeit und, vielseitigen Verwendungsmöglichkeit des Automobils ergab sich auch die Notwendigkeit, die übrigen Traktionsmittel und Verkehrseinrichtungen mit in die Rechnung einzubeziehen. Für viele ist der Motorwagendienst ein Buch mit sieben Siegeln, während anderseits gerade die unaufhaltsame Popularisierung des Automobils und die neue Aera des Strassenverkehrs es mit sich gebracht haben, dass man sich selbst in Kreisen von Motorfahrzeugbesitzern eine unrichtige, meistens übertriebene Vorstellung von der Verwendung eigentliche Arbeit ihrer Formationen an- so besteht keine Möglichkeit, sich des neuzeitlichen Transportmittels in derbetreffen, Armee macht. Die Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit, mit der sich der Betrieb Der Kommandant beschränkt sich auf dieThun, und die Grundlage dazu bildet eine näher mit dem Motorfahrwesen zu befassen. verschiedenen Abteilungen des Parkes in. eines privaten Fahrzeuges heute abwickelt, übliche Fühlungnahme mit dem Motorwagenoffizier und passt seine Befehle an diesen und Erklärung der Arbeitsweise der verschie- konzentrierte, aber leichtfassliche Darstellung lässt die vollständig verschieden gearteten Voraussetzungen übersehen, unter welchen dem allgemeinen Arbeitsplan an. Ohne genauere Sachkenntnis und näheren Einblick in Theorien. denen Teile des Motorfahrzeuges, in mehreren sich der militärische Automobilverkehr abzuwickeln hat. den Motorwagendienst werden aber nicht nur Die praktische Ausbildung erfolgt getrennt Mit der in jährlichem Turnus erfolgenden die Befehle, sondern auch die dienst'ichen für Kursteilnehmer, welche im Zivil bereits Neuausbildung von rund 400 Rekruten des Beziehungen im Stabe zwischen Kommandant Fahrer sind, und Anfänger, also « solche, die MWD. wurde es allmählich möglich, die anfänglich nur auf dem Papier aufgestellten lassen und nie ein Optimum in der Ausbiltiker lehren die Kunst der Führung von und Motorwagenoffizier zu wünschen übrig es werden wollen ». Alte Routiniers und Prak- Formationen auch ins Leben zu rufen und dung und der Gemeinschaftsarbeit erzielt Motorrädern, Personen- und Lastwagen und ihnen den nötigen Nachwuchs zukommen zu werden können. Mangelnde Beurteilung der zeigen bei aller «Kriegserfahrenheit» die lassen. Es konnten die den einzelnen Divisionen direkt zur Verfügung stehenden Ko- übersetzte Anforderungen an Mannschaft und ihre Zöglinge. Natürlich wird in weiser Vor- Verwendungsmöglichkeiten des Automobils, Geduld und das Verständnis einer Amme für lonnen bemannt und auch die Sonderkolonnen, Material, unrichtige Einschätzung der Rolle aussicht der im Budget bereits einkalkulierten welche den Verpflegungstruppen und der und Aufgabe der zugeteilten Fahrer und den Sonderüberraschungen und Karambolagen Artillerie zugeteilt sind, formiert werden. Das für sie verantwortlichen Cadres etc. finden den jüngsten Adepten des Lenkrades nicht Auto hat aber nicht nur bei den beiden vorerwähnten Waffengattungen, die über beson- Vertrautheit des Befehlshabers mit dem dem es werden angehende Museumsstücke, alle ihre Hauptursache in der mangelnden etwa das modernste Modell anvertraut, spn-; dere Kolonnen verfügen, Einzug gehalten, Motorwagendienst. sondern es findet für alle möglichen Zwecke Diese Lücke zu überbrücken, fällt nun den bei den Stäben, den Genietruppen, bei der Einführungskursen zu, die von der Sektion Sanität, den Trainformationen, ja sogar bei für Motorwagendienst organisiert und kommandiert werden und Offiziere der Kavallerie Verwendung und wäre, nach- vereinigen, dem es sich überall rasch eingebürgert bat, gar nicht mehr zu entbehren oder wegzudenken. Nun haben aber, abgesehen von der Artillerie, die übrigen mit Motorfahrzeugen bedachten Waffengattungen und Einheiten keine Gelegenheit, schon in den Rekrutenschulen mit diesen zusammenzuwirken und sich aufeinander einzuarbeiten. Die gegenseitige Fühlungnahme und die gemeinsame Lösung von Aufgaben bleibt den Wiederholungskursen und hier wiederum vielfach nur den Manöverwiederholungskursen vorbehalten. Da aber gerade diese Dienste die Einheits- und höheren Kommandanten weitgehend mit Aufgaben belasten, welche die Im Jahre 1931 schwankten die monatlichen Ergebnisse unserer Motorfahrzeug-Ausfuhr zwischen 1 bis 2 Mill. Fr. Im Jahre 1932 betrugen die Grenzen für diese Schwankungen nach unten 800 000 Fr. und nach oben 1,8 Mill, Franken. Die Kurve, die den Verlauf der Ausfuhr schildert, begann im Monat Januar mit einer ansteigenden Bewegung, die bis zum Monat April anhielt; im Mai erfolgte eil} leichter Abstieg, der aber im Juni wieder durch eine Gegenbewegung abgelöst wurdeT Nach einem erneuten Abstieg im Juli verzeichnete die Statistik der Oberzolldirektion im August und September wiederum einen Anstieg, im Oktober und November erneut rückgängige Bewegung und schliesslich im Monat Dezember nochmals ein Anziehen der Ausfuhr. Die Kulminationspunkte des Jahres 1932 fallen auf den April (Maximum) und auf den November (Minimum). Das Maximum des Jahres 1931 notierte man im Juni und das Minimum im Juli. Die Differenz zwischen den Kulminationspunkten betrug im Jahre 1932 932 382 Fr. und im Jahre 1931 nur 626 722 Fr., bei einem Ausfuhrtotal von 14 653 529 Fr. für das Jahr 1932 und 18 363 945 Franken für das Jahr 1931. Die nachstehenden sieben Monate des Jahres 1932 verzeichneten ein unter dem Durchschnitt liegendes Monatsergebnis: Januar, Juli, August, September, Oktober, November und Dezember. Im Vorjahr 1931 notierte die Statistik für sechs Monate ein unterdurchschnittliches Monatsergebnis: Januar, Juli, August, September, Oktober und Dezember. AUTOMOBIL-REVUE Jahresbilanz 1932 des Motorfahrzeug-Aussenhandels H.*) Die Ausfuhr 1932. ) Siehe auch Nummer 13. Die einzelnen Zollkategorien 1 ) nahmen an unserer Ausführ in nachstehenden Prozentzahlen teil: 1932 1931 a 5.08% 11,37% b — 0,05% o 0,04% 0.16% f 90,01% 80,19% :>"• g 0,03% 0,10% ..... ........ ,!„,,, $M%,. ,. ,,.8,13%, . Der Vergleich der prozentmässigen Anteile der einzelnen Zollkategorien an den Ausfuhr- Ergeiuiissen pro 1932 und 1931 ergibt^ dass alle Kategorien, mit Ausnahme der Kategorie f) (Automobile und Chassis über 1600 Kilo), sich im Rückgang befinden. Die Kategorie f) umfasst bekanntlich noch die elektrischen Apparate zum Anlassen, zur Zündung, zur Beleuchtung usw. und die Kilometerzähler für Motorfahrzeuge, über die wir seit dem Monat April 1932 bzw.. Juli 1932 gesondert berichtet haben.- Weiter unten werden wir uns noch mit den Positionen 924 c und 924 d befassen. Der stärkste Rückgang ist bei den Kate- *) Kategorien und Positionen: a) Motor-Zwei- und Dreiräder ohne Lederüberzug; b) Motor-Zwei- und Dreiräder mit Lederüberzug; c) Automobile und Chassis im Stückgewicht bis und mit 800 kg; d) Automobile und Chassis im Stückgewicht von 800 bis und mit 1200 kg; e) Automobile und Chassis im Stückgewicht von 1200 biä und mit 1600 kg; f) Automobile und Chassis im Stückgewicht über 1600 kg; g) Karosserien aller Art für Automobile; h) Elektrokarren; i) Traktoren ohne Karosserie; 924 c: elektrische Apparate zum Anlassen, zur Zündung, zur Beleuchtung und Fahrsicherung für Motorfahrzeuge und Fahrräder, Scheibenwischer und andere Apparate, einzelne Teile von solchen; 924 d: Kilometerzähler für Motorfahrzeuge (Fortsetzung Seite 5) 1933 - N°l& welche ein unteres oder oberes Kommando in Verbänden innehaben, denen Motorfahrzeuge zugeteilt sind. In diesem zehn Tage dauernden Kurs wird mit Recht das Hauptgewicht auf die praktische Seite der Einführung in die Geheimnisse des Motorwagendienstes gelegt, doch werden die praktischen Uebungen geschickt durch theoretische Instruktion über Organisation des Dienstes, die Kriegsmobilmachung des MWD., die Verwendung der Motorwagentruppe, der Nach- und Rückschub des Motorfahrzeugwesens, die Pflichten und Aufgaben des eine zugeteilte Kolonne kommandierenden Offiziers u. a. m. ergänzt und abgerundet. Für das notwendige technische Verständnis werben Filme, Demonstrationsstunden, Führungen durch die aus den Tiefen der Parkhallen zur Ehre gezogen, die für diesen Zweck ihren Dienst vollständig versehen. Dabei muss man sich nur wundern, wie sich diese Veteranen, die meistens auf ein Dienstalter von etwa fünfzehn Jahren zurückblicken können, noch gut erhalten haben. Wenn man bedenkt und es in den ersten Stunden ja selbst immer wieder hört, wie unsäglich viele 'schmerzhafte und jammernde « Zahnoperationen » ihr Getriebe schon überstehen musste, wie wenig Steuer und Bremse gegen ungewollte und brüske Zugriffe und Manipulationen geschont waren, wie schülerhaftes Einkuppeln ihr ganzes System bis zur letzten Schraube erschütterte, dann gewinnt man allerhand Hochachtung vor diesen Produkten schweizerischen Gewerbefleisses und man möchte sie gern durch zärtlichere und verständnisvollere Behandlung in ihren alten Tagen,entschädigen! . . , Dabei sind die Fahrzeuge während den Fahrstunden streng und dauernd beansprucht, denn die knapp bemessene Dauer des Kurses verlangt beste Ausnützung der verfügbaren Zeit. Da wird unermüdlich auf dem markierten Strassenviereck des Uebungsplatzes nach allen Seiten gewirkt. Vor Eifer glühen die Gesichter und bei aller winterlicher Kälte eines frischen Dezembermorgens sieht man die angehenden Fahrer tüchtig schwitzen, sei es hinter dem Lenkrad, sei es bei der Behebung einer supponierten Panne, in deren Verursachung die Fahrlehrer eine raffinierte Kunst an den Tag legen und sich dann ordentlich und schadenfroh blinzelnd an der anfänglichen Ratlosigkeit ihrer Schützlinge weiden, bis bei gemeisamer Beratung und Aufklärung der « Schaden » wieder behoben ist. Es ist erstaunlich, in welch kurzer Frist auch den blutigsten Laien das Fahren beigebracht wird, und wenn der Kurs nur wenige Tage länger dauern würde, so wäre bestimmt der letzte der Anfänger imstande, die kantonale Prüfung zu bestehen. Aber auch für die Fortgeschrittenen gibt es noch viel zu lernen! Da staunt selbst der mehrjährige Fahrer, wie viele Finessen die richtige Führung eines Wagens verlangt, besonders, wenn es gilt, in grösseren Forma* hatte, gingen sie wieder ins Rauchzimmer, und da stand schon Kaffee mit Kognak und Punsch. Mr. Johnson wurde gebeten, auf dem Sofa Platz zu nehmen, was er nach vielem Zureden auch tat. Dann war es mit Kaffee und Punsch losgegangen, den Mr. Johnson seit vierzehn Jahren nicht mehr genossen hatte, und der ihm wie Manna vom Himmel schmeckte. Und dazu hatte man die feinsten Zigarren geraucht, während der fremde Herr zu plaudern anfing. Zuerst hatten sie über den «Strix» gesprochen, auf welches Blatt Mr* Johnson abonniert war, und hatten sich Anekdoten daraus erzählt, bis sie sich vor lauter Lachen nicht mehr rühren konnten, auch hatten sie so manches Glas in herzlichem Gedenken an Albert Engström, den grössten unter den Smaländern, geleert. Dann hatte der Herr so allmählich weitergesprochen, von Dackemala — wie schön es jetzt da im Sommer sein musste, der Himmel ist tiefblau über den Seen, die Sonne brennt glühend heiss auf die Pappdächer der Häuser, und es dampft aus den grossen, Mooren. Die Vesperglocke läutet vom Werk, es riecht nach braunen Bohnen und Kaffee aus den Hütten,, und nach Harz von den Tannen, die in der Wärme schwitzen. Unten am See steht das Schilf dicht wie ein Wald in dem lauen Wasser, die Hechte springen, und wenn es dämmert, kommen die Barsche heraus. Ja, das ist ein Land! Die Stachelbeerbüsche stehen gelb von Beeren in den Gärten, die Kirschbäume blühen, und am Abend hört man an der Wegbiegung die Ziehharmonika. So sprach der fremde Herr, der Punsch floss in Strömen, und Mr. Johnson nahm alles in seinem Herzen auf. Nach einiger Zeit war er so beschwipst und krank vor Sehnsucht nach der Heimat, dass er weinend von seinen alten Bekannten in Dackemala zu v erzählen anfing. Und da hatte der fremde Herr mit dem wunderlichen Namen Pelotard gesagt: «Warum denn nicht? Warum denn nicht heimreisen? Nach Dackemala. mal seine Leute besuchen und sie samt und sonders mit seinen englischen Kleidern und seinem guten Money verblüffen!» «Unmöglich,» schluchzte Mr. Johnson, «die Bäume müssen begossen und,die Häuser beaufsichtigt werden.» — «Das ist richtig,» sagte der fremde Herr, «aber das werde ich besorgen, einer meiner Diener kann es für Sie tun.» — «Ach, mein lieber Herr, das geht nicht, das geht nicht,» sagte.Mr. Johnson seufzend. — «Famos geht es,» sagte der fremde Herr, «verlassen Sie sich nur auf mich.» — «Nein, nein, wenn Mr. Smedley das hört, ich verlier' meine Stelle, ich verlier' meine Stelle.» — «Mr. Smedley erfährt das doch nie, dafür verbürge ich mich,» sagte der fremde Herr. — «Wirklich?» fragte Mr. Johnson, in dessen Seele der Dämon des Misstrauens mit dem der Lust kämpfte. — «Jawohl, Mr. Johnson,» sagte der fremde Herr. «Ich bin reich, Sie haben mein Haus und meine Autos gesehen, hier sehen Sie mein Bankbuch!» Mr. Johnson nahm das Bankbuch, las die Schlusssumme von 60 000 Pfund und gab es so behutsam zurück wie ein neugeborenes Kindlein. — «Na, also, Mr. Johnson, ich mache mir ein Vergnügen daraus, Ihre kleine Ferienreise zu bestreiten, und damit Sie ganz ruhig sind, nehmen Sie hier diesen Scheck, den Sie gleich bei der Heimkehr beheben können, wenn Sie nicht zufrieden sind.» — «Wie gross ist der Betrag?» fragte Mr. Johnson. — «500 Pfund,» sagte der fremde Herr.- Und Mr. Johnson wäre fast ohnmächtig geworden. 500 Pfund, das war mehr, als er in all den Jahren erspart hatte. — «Ich reise, mein lieber Herr,» sagte er, innerlich noch erwägend, ob er den Scheck nicht noch hinaufschrauben könnte; denn dass er bei der Heimkehr nicht zufrieden sein würde, darüber war er sich schon jetzt im klaren. , Und so sass Mr. Johnson in dieser Sommernacht auf dem Verdeck des Dampfers und sah England in einer Reihe blinkender Lichter verschwinden. Rote und grüne Schiffslaternen leuchteten auf der Nordseite, das Meer ging in langen Wellen, und durch den nachschleppenden Rauch seines eigenen Dampfers blickte Mr. Johnson zu den sommerlich fernen Sternen empor, in tiefen, smaländischen Grübeleien über die Schickungen des Lebens. Mr. Johnsons Besuch in der Heimat gestaltete sich zu einem grossen und berechtigten Sukzess, und er begann schon mit Wehmut die Tage bis zu seiner Rückreise zu zählen, als eines schönen Morgens ein Brief aus London eintraf, der seine Seele mit strittigen Gefühlen und das Postamt von Dackemala mit vielen Ausrufen und Flüchen erfüllte. Er war von dem fremden Herrn Pelotard und lautete so: - «Dear Mr. Johnson, nur einige kurze Zeilen, um Sie zu benachrichtigen, wie es in Bradford Mansions steht und um mich zu erkundigen, ob Sie Vergnügen an Ihrer Reise gehabt haben. Ich hoffe von Herzen, dass dies der Fall ist, und dass Sie eventuell nichts dagegen hätten, Ihren Trip auf unbestimmte Zeit zu verlängern, mit änderen Worten, in Schweden zu bleiben! (Fortsetzung folgt.)

N» 18 - 1933 AUTOMOBIL-REVUE tionen und den militärischen Anforderungen entsprechend Transporte auszuführen. Der Automobilist, der zuerst überlegen und sicher seinen Lastwagen bestieg und, sich auf seine Praxis verlassend, drauflos fuhr, musste überrascht feststellen, dass ihn eine korrekte Fahrt in Kolonne währschaft ermüdet und hernimmt. An die Selbständigkeit und den Orientierungssinn des Motorwagenfahrers in Uniform werden ganz andere Ansprüche gestellt als an den privaten Automobilisten, der sich jederzeit auf das Netz der gut eingerichteten Werkstätten und Garagen, die über das ganze Land verteilt sind, verlassen kann und als freier Schweizer nach eigenem Gutdünken seine Strasse zieht, ohne auf Mitfahrer und weitere Fahrzeuge besonderen Bedacht nehmen zu müssen! Wenn man früher, in Unkenntnis des verantwortungsvollen und strengen Dienstes der Motorwagenfahrer, sie um scheinbare Freizeit oder dann als «Fussgänger» darum beneidete, weil, sie rasch und nach unseren Begriffen mühelos die grössten Distanzen hinter sich brachten, so zeigte dieser Kurs recht eindringlich, welch' vollgerütteltes Mass an Arbeit ein richtiger Fahrtag bringt, und wenn das Benzinross auch kein Heu frisst und keinen Stall beansprucht, seine Wartung weit mehr Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt als die der Vierfüssler. Die Erstellung von Fahrplänen, die Berechnung von Fahrzeiten, Ausarbeitung: von entsprechenden Tagesbefehlen ergaben, welche sorgfältige Vorbereitung das Kommando einer Kolonne verlangt und wie der Marschbereitschaft zeitraubende Vorarbeiten vorausgehen. Bestimmt wird jeder Kursteilnehmer in kommenden Diensten den Motorwagendienst von einer neuen Warte aus beurteilen, bisherige Auffassungen und Urteile gründlich revidieren und versuchen, dem Motorfahrzeug und der zugehörigen Mannschaft die Stellung im Truppenverbande und die Aufgaben zukommen zu lassen, die eine maximale Nutzanwendung dieses modernen Hilfsmittels im beidseitigen Interesse gestatten. Die Kursteilnehmer sind denn auch ieweilen einmütig der Auffassung, dass für Offiziere anderer Truppen* die mit dem Motorwagendienst der Armee in engeren Kontakt kommen, die Absolvierung dieses Instruktionskurses unentbehrlich sei, und allgemein wird bedauert, dass, wohl aus Budgetrücksichten, die Kursdauer nicht verlängert werden kann. Gerade wenn die Ausbildung so weit ist, dass äusserst instruktive Uebungen grösseren Ausmasses, die das erworbene Wissen vertiefen und solid verankern müssten, sei es im Theoriesaal oder auf der Strasse, durchgeführt werden können, macht die Entlassung einen Schiassstrich unter das Ganze. Im Interesse einer wirklich hundertprozentigen Ausbeute des Gebotenen sollten die gewiss geringen Mehrkosten einer bescheidenen Verlängerung dieser Kurse nicht gescheut werden, da die Ausgaben für den Staat schlussendlich erheblich grösser sind, wenn mit der Ausbildung nicht etwa auf halbem Wege, aber doch vor der Erreichung des vom Kurskommando gesteckten Zieles abgebrochen •werden muss. Eine militärisch sinngemässe und taktisch-technisch richtige Zusammenarbeit der Truppe mit den zugeteilten Motorwagendetachementen verbürgt einen Gewinn m der Ausbildung unserer Armee und Ersparnisse im Betrieb der Fahrzeuge, so dass diese j Einführungskurse sich nicht nur weitgehend rechtfertigen, sondern in oben angedeutetem Sinne, man möchte sagen, von selbst bezahlt machen. B. Schweizerischer Kongress für Touristik und Verkehr. Bekanntlich ist für diesen vom 30. März bis 2. April in Zürich stattfindenden Kongress auch eine Ausstellung in Form einer Schaufensterschau vorgesehen. Es stehen zu diesem Zwecke die Schaufenster der Bahnhofsträsse zur Verfügung, die abschnittweise für die verschiedenen Landesgebiete der Schweiz eingeteilt sind. Auch der Automobilismus wird hiebei durch den Kraftwagendienst der eidg. Postdirektion, die A.S.P.A, den A.C.S. und T.C.S. vertreten sein, die den Abschnitt im seewärts gelegenen Teil der Bahnhofstrasse zugewiesen erhalten haben. Ausserdem wird der Schweizerische Autostrassenverein seine Strassenprojekte in der Eide. Techn. Hochschule zur Schau stellen. Unsere Salon-Berichterstattung wird, um möglichst vollständig und prompt zu sein, auf eine Anzahl Nummern verteilt, welche voraussichtlich wie folgt erscheinen werden: /. Salon-Nammer: Dienstag, 7. März 2. » Freitag. 10. März 3. » Samstag, 11. März 4. » Montag, 13. März 5. » Dienstag, 14. März 6. » Donnerstag, 16. März Wir bitten Mitarbeiter und Inserenten, von diesen Terminen Vormerk nehmen zu wollen, l Sportnachrichten Den Genf er Sporttagen entgegen Die Sternfahrt. Das Reglement für die Sternfahrt nach Genf, die anlässlich des Autosalons am 11. März stattfindet, geht, wie wir an dieser Stelle bereits ausführten, diesmal ganz neuartige Wege. Es stand zu erwarten, dass die mit Geschick ausgearbeiteten Bestimmungen in autosportlichen Kreisen viel Inter- .esse hervorrufen würden. Sowohl an unsere Redaktion wie auch an die Organisatoren in Genf sind zahlreiche Anfragen gerichtet worden, die auf eine grosse Teilnehmerzahl für die Sternfahrt hoffen lassen. Bekanntlich hat der von uns angeregte Wunsch, die Veranstalter möchten die Bestimmung betreffend den offiziellen Bahnhofzeiten durch eine andere, günstigere ersetzen, vollen Erfolg gehabt, indem die offizielle Zeit nun durch das Telephon an die verschiedenen Orte geleitet wird. Bei der Neuartigkeit des Reglementes musste von vornherein damit gerechnet werden, dass einzelne Punkte noch nach einer genaueren Umschreibung verlangten. Es hat sich auch tatsächlich gezeigt, dass in den für die Sternfahrt interessierten Kreisen vor allem über drei Fragen Unklarheiten herrschen. Wir möchten im folgenden diese scheinbar nicht genügend klaren Angaben des Reglementes noch näher umschreiben. Als erste der Fragen wurde den Organisatoren die folgende gestellt: «Wenn der Konkurrent A neun Kontrollabschnitte durchfährt und der Konkurrent B bloss sechs, erhält dann A, auch wenn beide Fahrer stets die vorgeschriebene Durchschnittsgeschwindigkeit einhalten, doch mehr Punkte?» In Wirklichkeit besteht kein Unterschied in der Klassierung zwischen A und B. Das, was unter Kontrollabschnitten verstanden wird, betrifft bloss die Strecken zwischen den einzelnen Orten, in denen sich offene Kontrollposten befinden; diese kontrollieren aber die eingehaltene Geschwindigkeit nicht, wie der Fragesteller annimmt, sondern lediglich das von den Konkürrenten eingehaltene Itineräire! Die Geschwindigkeiten werden dafür von geheimen Posten gemessen, die voraussichtlich ausserhalb der Städte liegen; jedenfalls an Punkten, die zum voraus nicht bekanntgegeben werden. Währenddem die Zahl der passierten offenen Kontrollen, entsprechend der Länge des Itineraires, bei den einzelnen Konkurrenten verschieden gross sein kann, bleibt die Zahl der geheimen Posten, die die Geschwindigkeiten kontrollieren, für alle Konkurrenten gleich gross. Eine weitere Frage, die aus interessierten Kreisen den Organisatoren gestellt wurde, lautete: «Ist es den Fahrern freigestellt, während der neutralisierten Stunde, die von 12—13 Uhr vorgesehen ist, weiterzufahren? » Natürlich steht es dem Teilnehmer frei, auch während dieser Stunde zu fahren, nur riskiert er, dadurch eine gehörige Zahl von Strafpunkten einzuheimsen, da eine Nichtinnehaltung des vorgeschriebenen Stundendurchschnittes, werde er nun über- oder unterschritten, Bestrafung nach sich zieht. Die Neutralisationsstunde ist von den Organisatoren eingeschaltet worden, um den Konkurrenten die Möglichkeit eines kurzen Imbisses, einer Erholung und einer Uebersicht über die noch zu fahrende Route zu geben. Eine weitere Frage betrifft schliesslich noch die Geschmeidigkeitsprüfung nach der Ankunft in Genf: « Muss bei der Geschmeidigkeitsprüfung von der langsamen in die schnelle Fahrt vor dem Punkt B oder genau auf diesem Punkt geschaltet werden? » Zur Verdeutlichung dieser Frage geben wir nachstehend nochmals das bereits veröffentlichte Schema der Geschmeidigkeitsfahrt wieder. fci B 30 m 100 m 100 m ä» v DIE ZÜNDUNG Die Strecke a'—A dient zum Anfahren, darauf ist die Strecke A—B mit möglichster Langsamkeit, und sodann die von B—C mit der grösstmöglichsten Geschwindigkeit zu fahren. Es liegt nun im eigenen Interesse des Konkurrenten, wenn er genau auf dem Punkt B umschaltet. Das Sekretariat der Sektion Genf des A.C.S., 43, rue du Rinne, Genf, wird bereitwilligst alle Anfragen wegen der Sternfahrt beantworten. Es sei nochmals daran erinnert, dass morgen Samstag, 24 Uhr, die Meldefrist für die Sternfahrt mit dem einfachen Nenngeld von Fr. 30.— zu Ende geht. Bis zum 8. März, 18 Uhr, werden noch Melfunktioniert nur dann einwandfrei, wenn die nötigen Voraussetzungen hierzu gegeben sind. »Zündkerzen und -BaUericn sind in ihrem Zusammenspiel ein homogenes Ganzes, das diese Voraussetzungen glänzend erfüllt Ihre Verwendung ist desha 1 b auch bei höchsten Ansprüchen gegeben. düngen mit doppelter Einlage entgegengenommen. Das Kilometerrennen von Grand-Saconnex. Auch das Kilometerrennen von Grand-- Saconnex vom 12. März scheint die neue Saison vielverheissend einzuleiten: Zahlreiche Anfragen laufen bei den Organisatoren des Rennens, der Sektion Genf des A. C.S. und dem Genfer Moto-Sporting-CIub, ein. Es konnten schon mehrere Anmeldungen vorgemerkt werden, u. a. auch die von Hans Stuber (Bugatti). In den einzelnen Klassen dürften sich wieder erbitterte Kämpfe um die Rekorde abspielen, so dass ein Besuch des Rennens im Zusammenhang mit dem Salon schon jetzt empfohlen werden kann. Die erste' Meldefrist für das Kilometerfennen läuft am 6. März um 24 Uhr ab. Bis zum 8. März, 18 Uhr, können noch Nennungen mit ,dem r doppelten Einsatz eingereicht werden. Der Bali. Der gesellschaftliche Höhepunkt des Genfer Salons wird auch diesmal am 11. Märzder grosse Ball im «Hotel des Bergues» sein. Um 20 Uhr beginnt ein fakultatives Diner, dem sich um 22 Uhr sodann der eigentliche Ball anschliesst. Die zwei Orchester « Broadcasting Serenaders » und « The Night Birds » werden um die Wünsche der Tanzlustigen besorgt sein. Wie gewohnt, fin^ det um Mitternacht die vornehme Modeschau statt, im Zusammenhang damit wird ein besonderer Wettbewerb für Damen durchgeführt, bei dem als erster Preis ein prächtiges Geschenk winkt. Die Karten für das Diner und den Ball kosten zusammen 16 Fr., für den Ball allein 9 Fr. Für A.C.S.-Mitg!ieder sind die Preise auf 12 Fr. 50 resp. 6 Fr. reduziert. Jedes A.CS.-Mitglied kann diese gleiche Begünstigung einem weiteren begleitenden Gast zukommen lassen., ungeachtet ob dieser dem A.C.S. angehört oder nicht. Es wird empfohlen,, sich diese Karten schön frühzeitig beim Sekretariat der Sektion Genf des A.C.S. zu sichern.. Bei rechtzeitiger Anmeldung wird es möglich sein, nach den speziellen Wünschen auch die Tische'für das Diner zu reservieren. bo. Nach Campbeils neuem Rekord. Wie wir noch in der letzten Nummer meldeten, hat Campbell auf weitere Rekordversuche in diesem Jahre verzichtet. Unter Umständen hätte: der Weltrekordmann in den letzten Tagen noch eine weitere Fahrt gewagt, allein die Aerzte verboten ihm das Unternehmen wegen, seines kranken linken Armes. Der Engländer verlässt heute Freitag New York und wird am 9. März wieder in England eintreffen« Am 10. März wird zu seinen Ehren in London ein grosses Bankett abgehalten. In England hat natürlich der neue Erfolg des grossen Landsmannes stürmische Begeisterung ausgelöst. Ueber die Vorbereitungen zu der Fahrt erfährt man übrigens aus einem Bericht eines deutschen Journalisten, der Campbell interviewte, noch folgende interessante Einzelheiten: Campbell erzählte uns, dass er noch nie eine Rekordfahrt so sorgsam vorbereitet habe wie die jetzige. «Was zu einer solchen Expedition alles gehört, werden Sie erst ermessen können, wenn ich Ihnen berichte, was wir alles herübergebracht haben. Erstens begleiten mich sechs Mechaniker, darunter mein Hauptmonteur Harry Leech, der seinerzeit bei dem abgestürzten Zeppelin an Bord war und durch sein mutiges Eingreifen vier seiner Kameraden aus den .Flammen herausholte. Wir haben einen ganzen Ersatzmotor und 26 Werkzeug- und Ersatzmaterialkisten mitgebracht. Ferner 18 Extraräder, 36 Reifen, 1500 Liter Oel und 2000 Liter Benzin. Sogar die Sauerstoffzylinder und Kompressionsmaschine, die wir zum Starten des Motors brauchen, haben wir mit von drüben hiertier gebracht.» Im übrigen veröffentlicht das « Auto» die Meinung des Ex-Weltrekordmannes Ren6 Thomas, der im Jahre 1924 auf einem Delage die absolute ,Weltbestzeit von 230 Stdkm. fuhr, über die Zukunft der Weltrekorde. Der französische Pilot ist der Auffassung, dass Campbeils Rekord noch ins Ungemessene weiter verbessert werden könne, und dass es gegenwärtig noch zu früh sei, schon von Grenzen des Weltrekordes zu reden. Die Wagen, die man heute zu bauen imstande sei, würden Geschwindigkeiten bis 500, 600, ja auch 700 Stdkm. erlauben. Der Fahrer werde eine solche Geschwindigkeit gut aushalten, wenn er wenigstens genügend geschützt und unter Umständen mit besonderen Atmungsapparaten versehen sei. Thomas glaubt fest daran, dass Campbell seine eigene Bestzeit noch bedeutend erhöhen werde. mb. Damen-Tourenprüfungsfahrt Paris—St-Raphael. Vergangenen Sonntag ging die Damen-Tourenprüfungsfahrt Paris—St-Raphael zu Ende. Die 38 gestarteten Fahrerinnen hatten die Strecke' Paris-Vichy-Grenoble- Marseille-St-Raphael in einzelnen Etappen zurückzulegen., Das Wetter erwies sich für die Veranstaltung als sehr hinderlich. Die Etappe Vichy-Grenoble bot am meisten Schwierigkeiten, da die Strassen hoch mit