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E_1933_Zeitung_Nr.019

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Die kleine Frau Gibbs

Die kleine Frau Gibbs begann zu laufen. Zehn Schritte trennten sie noch vom Saal, den ihr Sohn eben durch eine Tür verlassen hatte. Sie stolperte und fiel hin. Aber gleich war sie wieder auf den Beinen. Gestalten drängten aus der Dunkelheit auf sie zu, Arme griffen nach ihr, um sie zu halten, aber sie riss sich los und erreichte keuchend die vordere Barriere. Ein paar Stufen waren noch zu erklimmen, dann richtete sie sich auf, grosse Helligkeit umstrahlte sie. Und in diesem Augenblick schwankte die alte Frau wie ein zerraufter, kleiner Vogel, glitt vor der Leinwand mit einem Lächeln hinab und liess sich aus dieser Welt hinüberfallen in die Welt ihrer Sehnsucht. Das Licht drehte sich um sie, und während der letzte, zarte Schlag ihres greisen Herzens verklang, vernahm sie bereits von drüben die Stimme des grossen Regisseurs. Und dieser hob sein Megaphon, das über den halben Himmel ging: «Führt diese Mutter zu ihrem Sohn, denn wahrlich, ich sage euch, aus sieben Wunden blutet ihr Herz!» Der Tagesfilm Eine geschickte Herzoperation im Stockholmer Krankenliause. Neulich wurde im Stockholmer Krankenhaus Sabbatsberg eine bemerkenswerte Herzoperation vollzogen, während der das Herz des Patienten im Laufe von vier Minuten stillhalten musste. Ein junger schwedischer Arzt, Dr. Clarence Crafoord, hat durch einen entschlossenen und schnellen Einschnitt bei einer Patientin eine Herzthrombe entfernt. Das Herz wurde blossgelegt und der Herzschlag während der vier Minuten, die zur Operation nötig waren, unterbrochen. In diesen kritischen Augenblicken atmete die Patientin nicht und war beinahe wie tot. Die Operation gelang, und die Patientin hat ihre Gesundheit wiedererlangt. Dr. Crafoord hat schon zweimal früher ähnliche Operationen ausgeführt. Da Professor Gunnar Nyström in Upsala ebenfalls zwei ähnliche Einschnitte und die Berliner Professoren Hirschner und Meyer drei solche Operationen ausgeführt haben, so kann die medizinische Wissenschaft nun schon acht glückliche Herzoperationen verzeichnen. Ha. «So? Was haben Sie gegen Lavertisse?» «Was ich gegen Lavertisse habe? Nur, dass er mich genasführt, mich komplett beschwindelt hat, wenn Sie es wissen wollen. Sonst nichts.» «Ja, in», sagte Kenyon und nickte verständnisvoll. «Das kann ich mir schon denken.» «Er hat mir Bücher gezeigt», fuhr der graubärtige Schotte fort, der im Sprechen immer heisser und heisser wurde. « dass er fünftausend im Jahr verdiente. Die Bank hat es bestätigt. Ich kaufte das Geschäft und das Lager für zehntausend, lächerlich billig, glaubte ich. Jetzt verdiene ich kaum fünf Pfund in der Woche. Seine Adresse — ich wollte, ich hätte sie, dann würde er sie sehr rasch ändern.» Kenyon musste lachen. «Das mit dem Verdienst wird wohl Ihre Schuld sein,» sagte er, und ging auf die Türe zu. «Sie arbeiten wohl nicht nach M. Lavertisses Geschäftsmethode, das macht den Unterschied.» Er sprang in die Droschke, gefolgt von einem Fluche des Schotten, und liess den Kutscher an der Ecke von Holborn halten, wo er in das Kontor der London County & Westminster Bank trat. Der März ist in den Kreislauf des Jahres eingebrochen, ohne dass am Himmel eine blaue Fahne zu seinen Ehren geflattert hätte. Noch duckten sich die Felder und Hügel im weissen Mantel des Winters, den nur manchmal schmutzigbraun ve/waschene Flächen sprenkelten. Von den Bäumen tropfte der nasse Schnee zu Boden und grub zahllose kleine Löcher in die xveisse Decke. In den Städten, über denen ein regengrauer Himmel hing, floss das schmutzige Wasser gurgelnd in die Ablaufröhren. Auf den Strassen standen grosse Lachen, in denen sich die niedrig ziehenden Wolken spiegelten. Wenn ein Auto nahte, gischtete das Wasser auf, warf eine braune Fontäne hoch und überdeckte die unteren Teile des Wagens mit Dreck und Schlamm. „ Die Luft Hess zuerst den neuen Monat ahnen, in dem die grosse Umwälzung durch die Natur geht. Sie wurde feucht und warm, von schwachen Windstössen bewegt, voll Ahnungen, bedrückend, seltsam. Die Fenster wurden aufgerissen, und in die winterlich vertrockneten Räume strömte die nasse Märzenluft. Sie war wie ein Hauch von den nahen Hügeln, auf denen der Schnee zerging und in Bächen zu Tale floss, sie war über den braunen Aeckern hingestrichen, die den winterlichen Bann bezwungen hatten. Nun sind wieder die Tage nahe, in denen der geheime Entscheidungskampf zwischen Tod und Leben ausgefochten wird, in denen Goldrausch in Serbien. Beim Bau eines Hauses in der serbischbulgarischen Grenzstadt Pirot wurde in der Tiefe von zwei Metern ein merkwürdig geformter Steintopf gefunden. Als die Bauarbeiter den Verschluss des Gefässes öffneten, fanden sie den Topf mit Goldmünzen bis zum Rand gefüllt. Sie wollten erst den Fund unter sich aufteilen, kamen aber eben bei der Teilung in Streit und ins Geraufe, so dass die Polizei geholt wurde, und so bekamen die Behörden Kenntnis von dem Fund. Das Belgrader Nationalmuseum schickte einen Sachverständigen, der die Goldstücke als Münzen aus der Zeit des römischen Kaisers Konstantins des Grossen identifizierte. Ausser den Münzen befanden sich in dem Topf auch noch zahlreiche goldene, mit Edelsteinen verzierte Schmuckstücke. Natürlich -blieb die Kunde «Können Sie mir die Adresse Ihres Kommittenten M. Lavertisse geben?» fragte er den Kassierer. «M. Lavertisse? Er hat sein Guthaben hier im Mai behoben und ist nach Paris gefahren. Von uns bekam er eine Anweisung auf den Credit Lyonnais. Aber zufällig suchten wir seine Adresse für den neuen Inhaber des Geschäftes (Kenyon lächelte) zu erfahren, und da zeigte es sich, dass er dort schon alles in barem Geld behoben hatte, ohne seine Adresse anzugeben.» «Folglich wissen Sie nichts?» «Folglich wissen wir nichts —» Kenyon stiess einen langen Fluch aus und verliess das Kontor. Keine Spur! Keine Spur! Sollte ihm der Schurke entkommen? Es sah so aus, und in seinem Innern gestand er sich, dass er es die ganze Zeit befürchtet hatte. Der Professor war nicht der .Mann, dem irgendein gewöhnliches Versehen passierte. Mit niedergeschlagener Miene kehrte er zu Mr. Cane zurück, der ungeduldig in der Droschke eine Pfeife rauchte. «Na?» rief er. «Nichts!» sagte Kenyon. «Nichts? Das ist doch verteufelt!» «Ja, allerdings.» «Was wirst du tun?» AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N° 19 März die wunderbaren Kräfte der Natur sich nach aussen hin wieder entfalten und die Fesseln brechen. Langsam, langsam weicht die Dunkelheit des Winters dem steigenden Gestirn. Schon blickt der Tag ins morgenliche Gemach, durch das monatelang die elektrische Lampe trüb geleuchtet hatte. Im Osten ist ein erster heller Schein, der die Berge plastisch hervorhebt und näher bringt. Der Abend zieht sich länger hin, das Ringen des Lichtes mit den Schatten wird stärker und stärker. Die Lichter der Stadt brennen spärlicher und sind nicht mehr die schweigenden Begleiter durch viele Stunden. Ueber den weiten Feldern steht der März auf, er wirbelt blaue Fahnen durch den Tag, treibt schnelle weisse Wolken über den Himmel hin, bläst die Strassen trocken und staubig, giesst aufs neue wieder Regenfluten übers Land, unter denen sich die Pflanzen regen. Die Aecker sind schon zart grün übertönt, in den Stuben läuten schon, heilig behütet, die ersten Schneeglöckchen in den blassen Tag. Mag nochmals Schnee aus grauen Wolken niederwirbeln, er wird kläglich zerfliessen und dem blendenden Licht nicht mehr standhalten, das von Tag zu Tag wärmere Ströme über die Erde sendet. Das ist dieser Monat des Alles und Nichts, des Ungewissen, des Seltsamen, des Kommenden, des Stirb und Werde, das ist diese Zeit, in der aus den Himmeln die beseligende Ahnung der Auferstehung riiederbricht. bo. von dem gefundenen Schatz nicht verborgen: sie entfesselte einen wahren Goldrausch in dem Städtchen; an allen möglichen und unmöglichen Stellen begann man zu graben, und Kapitalisten aus Belgrad sollen sogar einen ganzen Strassenzug aufgekauft haben mit der Absicht, die Häuser abbrechen und in den Kellern nach weiteren Schätzen graben zu lassen. Bis jetzt ist nichts weiter gefunden worden, ausser einer Kassette mit Silbermünzen, die aber nicht aus der Zeit Konstantins des Grossen stammen, sondern aus der Vorkriegszeit — sie wurden wahrscheinlich bei Beginn des Weltkrieges vergraben und sind in Vergessenheit geraten. Aber die Bewohner von Pirot sind trotzdem unermüdlich: das Städtchen scheint, wenn die Behörden nicht eingreifen, vollständig dem Abbruch zu verfallen. Die Bewohner von Pirot, bisher «Vor allem mir eine Arrestorder verschaffen, um ihn überall festnehmen zu können, wo ich ihn treffen kann.» «Ueberall, wo du ihn treffen kannst, das heisst, nirgends!» rief Mr. Cane erbittert «Vielleicht —» gab Kenyon zu. «Pfui Teufel!» brüllte Mr. Cane, «du willst ein Detektiv sein und weisst nicht, wie du einen gewöhnlichen Schurken fangen sollst, der unser Haus stiehlt, während wir fort sind und uns wegen unserer Kleidung verunglimpft! Pfui, schäm' dich! Und du hast die Falschmünzerbande gefangen!» «Nein,» sagte Kenyon, zu gelindem Wahnsinn gereizt, beständig davon reden zu hören, «nicht ich habe die Falschmünzerbande gefangen, der Professor war es, wenn du es durchaus wissen willst!» Mr. Cane verstummte und betrachtete ihn lange. Dann stieg er rasch entschlossen aus der Droschke aus. «Adieu,» sagte er, «ich habe keine Zeit, mit einem Herrn durch die Strassen zu galoppieren, der einem gewöhnlichen Schwindler seinen Ruhm zu danken hat. Hoffentlich hilft dir der Professor auch noch, sich selbst zu arretieren, so wie er dir geholfen hat, die Falschmünzer festzunehmen.» bescheidene Teppichweber, sind von einem Fieber erfasst, vernachlässigen ihre Arbeit, beschränken sich darauf, zu graben. Und ausserdem ist ein Dutzend von Prozessen um den aufgefundenen wirklichen Schatz im Gang. So werden wenigstens die Advokaten an diesem Goldrausch etwas verdienen! Raupenauto Im Engadln. Eine Sehenswürdigkeit bildet nach der «Prät. Ztg.» das sog. Raupenauto Marke Citroen, welches zur Zeit täglich zwischen Klosters-Davos-Küblis verkehrt. Es gehört einer englischen Sportgesellschaft an. die in Klosters stationiert ist und sich des eigenartigen Beförderungsmitteils für ihre täglich«* Parsenntouren auf den Hin- und Rückfahrten bedient. Die grossen Steigungen zwischen Küblis-Saas und Klosters-Wolfeanz werden auch bei ungünstigen Schneevertoältnissen mühelos überwunden. Das ratschende Auto. Eines Abends bringt ein Privatautomobfl den Direktor einer grossen Fabrik nach Hause. Es regnet in Strömen und der Asphalt ist, wie gewöhnlich, lebensgefährlich glatt« Als das Automobil sich einer Verkethrsecke nähert, senkt der dort stehende Polizist de« Arm und gebietet Halt. Der Chauffeur bremst,., aber der Wagen rutscht auf dem nassen Asphalt weiter, rutscht und rutscht — geradewegs auf den Polizisten zu, der dem drohenden Verhängnis den Rücken zuwendet Dem Chauffeur und dem Fabrikanten wird es siedend heiss, der Wagen rutscht immer noch, fährt, o Schreck, dem Manne in — nun, sagen wir — in die Kniekehlen. Er kippte hintenüber, setzt sich vor dem Kühler auf den Stossdämpfer und wird auf diesem originellen Klubsessel-Ersatz noch eine ganze Strecke weit fortgetragen. Der Fabrikant ringt nach Atem und sagt, als er wieder zu sich kommt, im Brustton der Ueberzeugung zu seinem Chauffeur: «Sie, das wird eine teure Geschichte.» Und der Chauffeur erwidert mit der Miene des Leidgewohnten: «Nicht unter 100 Franken.» Da springt schon der Polizist von dem Stossdämpfer herunter, tritt harten Antlitzes an das Auto heran, befiehlt, die Scheibe herunterzukurbeln, und sagt: «Wissen Sie nicht, dass mir Sitzen im Dienst verboten ist?!» Spricht's und — gibt dem Wagen freie Fahrt Man sollte dem Braven ein Denkmal setzen! Er ging seiner Wege, und Kenyon fuhr mit einem Achselzucken zur Scotland Yard, wo er sich die Arretierungsorder verschaffte, die er in seine Ueberrocktasche steckte. Im selben Augenblick kam ihm eine Idee. Mr. Isaacs, Mr. Ernest Isaacs! Er hatte doch auch eine Geschichte mit dem Professor gehabt, wie man sich in den Clubs erzählte. Vielleicht konnte er irgendeine Aufklärung geben, wenn schon niemand anderes e* konnte. Im Fluge raste Mr. Kenyon in die City, wo gerade die Lunchzeit begann. Mr. Isaacs' Kontor in der Lombard Street arbeitete mit Hochdruck, der Chef war zugegen, und Kenyon schickte seine Karte hinein mit den Worten: in Angelegenheit Professor Pelotard. Nach einer halben Minute wurde er von einem bestürzten Bankdiener — denn Mr. Isaacs war für gewöhnlich schwerer zugänglich als ein morgenländischer Fürst — zu dem grossen Börsenmatador geführt. (Fortsetzung folgt.') Billige Lektüre |"")er Verein gute Schriften "-^ in Bern, Distelweg 15, hat seine vor 1930 erschienene Literatur im Preise so angesetzt, dass fast jedes Bändchen nur noch 20 Rp. kostet, einige ganz grosse 50 Rp. 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N« 19 - 1933 AUTOMOBIL-REVUE 23 EDEDEJQ Unbestritten lässt sich auch heute noch ober das Kapitel Haarpflege verschiedenes Notwendiges sagen. Es ist sehr bequem, einen der vielen Schönheitssalons aufzusuchen und sich der Prozedur des Haarewaschens und Ondulierens zu unterziehen, nachdem wir uns den Händen der jungen Dame anvertraut haben, die unsere Idiosynkrasien und vor allem unsere Haare bereits kennt. Aber auch während der Zeit zwischen zwei Besuchen im Schönheitssalon ist es unerlässlich, den Haaren selbst daheim Pflege zuzuwenden. Es gibt ganz einfache und dabei geradezu wunderbar wirksame Prozeduren, die vernachlässigt werden, ja es gibt sogar Frauen, die sich ihrer nie bewusst geworden sind. Wer das Haar glatt, also nicht onduliert trägt, aber auch alle, die Dauerwellen oder Naturwellen haben, können ihrem Haar keinen grösseren Dienst erweisen, als wenn sie es täglich gründlich bürsten. Denn es ist klar, dass kein Kamm der Welt das Haar so vom Alltagsstaub befreien kann wie eine saubere, mittelharte Bürste; wobei der grösste Nachdruck auf «sauber» zu legen ist. Das bedeutet, dass diese Bürste mindestens jeden zweiten Tag in warmem Seifenwasser gewaschen und gründlich getrocknet werden muss. Eine noch feuchte Bürste schadet dem Haar weit mehr, als sie je nützen könnte. Das Bürsten geschieht in der Richtung von der Kopfhaut aufwärts, so dass das Haar schliesslich wie beim seligen Struwelpeter in die Höhe strebt. Nur so ist es möglich, überall dahin zu gelangen, wo das Haar Staub ansammelt und wo das unliebsame Fettwerden des Haares beginnt. Das Resultat dieser Sauberkeitsprozedur ist der Glanz. Glanz ist eine natürliche Eigenschaft gesunden Haares unter normalen Daseinsbedingungen. Das zweite Resultat aber ist, dass man plötzlich doppelt so viel Haare zu haben scheint. Auch flache und nicht ganz glücklich geformte Köpfe können durch fleissiges Bürsten der Haare eine bessere Form erzielen. Dauerwellenbesitzerinnen brauchen nicht ängstlich zu sein. Das Bürsten kann sanft und dabei doch energisch genug sein, und die Zeitdauer darf etwas kürzer gewählt werden als bei Naturwellen. Wasserwellen und normale Ondulation, Locken usw. leiden natürlich durch das Bürsten, wenn man nicht sehr vorsichtig und blitzgeschwind bürstet. Wenn das Haar fett geworden ist, ehe man •wieder den gewohnten Besuch im Schönheitssalon macht, bürstet man mit einer mit Eau de Cologne oder Toilettewasser angefeuchteten Bürste. Allzu trockenes Haar verlangt ata TT Bt ICFDQX^ Pflege des Haares nicht nach Brillantine, sondern nach einer ganz sparsam mit Oel angefeuchteten Bürste. Das Haarwaschen ist ein Kapitel für sich. Sowohl im Schönheitssalon wie daheim muss vor allem auf die Qualität des Haares Bedacht genommen werden, und man darf behaupten, dass dies eine Sache ist, die man oft auch nach zwanzig Jahren noch nicht weiss. Warum, liebe Leserin, liegt Ihr Shampoon behandeltes Haar einmal so schön und warum wellt es sich ein andermal in ganz abweichender Richtung? Weshalb fliegt das Haar manchmal, sobald es gewaschen und getrocknet ist, widerspenstig in der Luft herum, als gehörte es gar nicht zu uns? Die gleiche Friseurin, das gleiche Seifenwasser, der gleiche Toilettenessig zum Nachspülen. Manchmal verplaudert man sich mit dem Friseurfräulein und dieses seift und seift mit tollem Eifer. Das Resultat ist, dass sie nicht nur den Staub von der Oberfläche des Haares fortgewaschen hat, sondern auch die Seife in die mikroskopischen Poren des Haares eingedrungen ist und den letzten Rest natürlichen Saftes absorbiert hat. Das Resultat ist dann, ein Haar, das wohl glatt und glänzend, dabei aber steif und unnachgiebig ist wie Stroh. Deshalb empfiehlt es sich, beim Kopfwaschen — nicht gar zu viel zu reden. Abgesehen davon, dass ein nicht gut genug gewaschenes Haar weder üppig ist, noch den richtigen Glanz hat. Wenn man das Kopfwaschen selbst besorgt, braucht man keine besonderen Pulver, jede fetthaltige, sodafreie Seife leistet denselben Dienst. Ganz vorzüglich eignen sich Marseiller-, Olivenöl- und Glyzerinseife. Blondes Haar pudern ist ebenso unsauber wie unsinnig. Der rauhe Puder ist wie. geeignet dazu, um möglichst viel Staub aufzufangen, nebstdem verbindet er sich mit dem natürlichen Fett zu einer dicken Schicht. Eine ganz dünne Lösung gewöhnlichen Waschblaus eignet sich sowohl für graues, wie ganz hellblondes Haar. Ueber Grossmamas Universalmittel: den Kamillentee braucht man auch heute nicht zu lächeln; chemisch bleicht er einigermassen, ebenso wie Zitronensaft, ohne mindesten schädlich zu sein. Und ausserdem gibt er dem Haar ein angenehmes Aroma, das mit den Lotions klangvollen Namen immer wetteifern kann. Wer kann denn wissen, ob ein berühmter Spezialist nicht in ein paar Monaten ein Haarwasser auf den Markt bringt, das nichts anderes ist als Kamillenabsud, von dem es sich nur durch den hohen Preis und den Namen «Camomille supreme» unterscheidet?... Was Frauen interessiert: Blumen und Rüschen. Wird auch gegenwärtig die einheitliche Silhouette der Mode angestrebt, soll die Uniformierung doch streng vermieden werden. Die schlichten Linienkleider werden beinahe schon zur Schablone. So entdeckten die Modeschöpfer, auf Wunsch der Damenwelt, für die Ballsaison wieder die Rüschen, die noch gar nicht lange aus dem Programm verbannt scheinen. Maschen, Rüschen, Blumen und Schleifen geben den Toiletten und ihren strengen Grundlinien Bewegung und den kostbaren Reiz der Persönlichkeit. Dazu kommen die neuen hellen Farben. In feiner, lichter Nuance bringen die Stoffe und Seiden die zarten Obstfarben, die sich zum Teint der Frauen so hübsch schattieren lassen, bringen ein helles chinesisches Rot und ein starkes leuchtendes Blau. Grüne Gartenblätter und Glashaüspflanzen violetter Schattierungen, vor allem das Parmaveilchen, leihen ihre Töne der Schönheit der Pariserin, die wie immer, auch in dieser Saison die Pflicht hat, die neuen Kleider als Erste zu akzeptieren, um den Amerikanerinnen, den Engländerinnen, den Berlinerinnen und auch den Schweizerinnen sowie allen anderen Frauen, die Sinn für Eleganz besitzen, mit der Mode ein Beispiel zu geben. Dieses jüngstersonnene Beispiel ist unbedingt nachahmenswert. Manche Rüschen scheinen die enge Hälfte des Rodkes zu halten und geben dann dem Fall des Gewebes freies Spiel. Andere Volants haben ihren Platz rund um den Saum, der den Fussboden erreicht. An den Enden des Schals reihen sich viele Plissees aneinander. Bisweilen laufen die Schleifen und Träger durch Strassringe, o'ft werden die Nähte nicht ganz unsichtbar gearbeitet, um die Kompliziertheit des Schnittes erraten zu lassen. Die Blume aber gehört unbedingt zur neuen Abendtoilette. Eine Blumenhalskette wirkt bezaubernd. Ein Blumenarmband oder ein mit Blumen kombinierter Schal betont die zarten Kontraste der Pastellfarben und der modernen, lichten Modeskala. Da sieht man oft gewagte Kombinationen, wie Hellblau und Rosa, Rosa und Gelb, Grün und Violett. Ein interessantes Modell ist ein weisses Kleid, das aus schmalen Bahnen und Hohlfaltenrüschen fassoniert ist und einen rubinroten Gürtel trägt. Ein anderes zeigt gigantische rosa Samtrosen auf dem zartgrünen Tanzkleid einer jungen Frau. Blumen aber brininu ?en ^' e son 4 er ' 3ar ? ten ungewohntesten Far- ' bendisharmonlen zii feinen Ueberstimmungen und zu verschönernden Nuancen für die Abendroben der Ballsaison. Ein « Puder-Mischer ». Die Damen haben erst in den letzten Jahren die Kunst gelernt, sowohl einen Cocktail als auch ihren Puder richtig zu mischen. Was den Puder angeht, so ist es gar nicht so leicht, die Farbe ganz genau zu treffen, die man einmal für den Tag und dann für den Abend wünscht und braucht. Während ihnen aber für den Cocktail ein Qefäss zur Verfügung stand, welches das Mischen und Mengen leicht machte, mussten sie die verschiedenen Farbtöne des Puders in primitivster Art anrühren und verarbeiten. Da ist als letzte Neuheit jetzt ein Apparat erschienen — Mix-Max heisst er — in Form und Aussehen einem richtigen Cocktailmixer ähnlich, dessen Aufgabe darin besteht, die verschiedenen Nuancen des Puders gründlich zu vermengen und zu einer Einheit werden zu lassen. Der untere Teil dieses Pudermixers besteht aus Glas, ist also durchsichtig, und enthält in vertikaler Richtung ein wellenförmiges kleines Sieb. Der obere Teil besteht aus hübschem japanrotem Bakelit und schliesst so fest den Glaskörper ab, dass auch beim stärksten Durchrütteln kein Stäubchen hinausdringt Zu diesem Pudermixer kann man sich sechs unzerbrechliche, durchsichtige Röhren mit Puder in den Grundfarben zulegen. Tourismus Frühling in Sevilla Von Kasimir Edschmid. Dem in der letzten Nummer des « Autler- Feierabends » besprochenen neuen Reiaebuch Kasimir Edschmids « Zauber und Grosse des Mittelmeeres > (Societätsverlag, Frankfurt a. M.) entnehmen wir das nachfolgende kurze Kapitel Sevilla, die südliche Hauptstadt Spaniens, bedeutet für Spanien etwas Aehnliches, wie es Nizza für Frankreich oder wie es Venedig für Italien bedeutet. Zwischen der Lässigkeit und der Anmut Sevillas liegt der glücklichste Moment Spaniens: die einmalige Harmonie seiner Natur. Selbst die Palmen von Sevilla besitzen etwas von jener zarten Höhe, welche den Dom von Sevilla mit seinen unendlichen Pfeilern zu einer Grosse erhebt, die zugleich starr und voll süsser Lebendigkeit ist. Sevilla hat einen mit Phantasie gemischten Charakter und deshalb hat ja auch die Literatur und die Oper Sevilla zu ihrem Liebling erklärt. Die weibliche Bevölkerung Sevillas, das eine republikanische Tradition hat und dessen Tabakarbeiterinnen einmal sogar ihren König während der Zeit der Monarchie öffentlich ausgelacht haben, fährt heute noch mit dem hohen Kamm und dem Schleier in den Parken von •Sevilla spazieren. Und die Feinbäcker von Sevilla haben aus den Heiligen der höchsten Kirchenfeste, bei denen sogar im Dom getanzt wird, ihre nettesten Kuchen hergestellt, und man braucht sich nicht zu wundern, wenn man die heilkräftigen Madonnen neben den Bildern der berühmtesten Stierkämpfer bei den Buchhändlern Schulter an Schulter findet. Die heilige Woche in Sevilla ist ein Fest für die Spanier selbst. Auf den vier grossen Für den Automobilisten sind nicht nur Haftpflicht-Versicherungen notwendig, sondern auch Unfall- und Lebensversicherungen, CALORA A.G. Küsnacht-Zürich Fabrik elektrischer Apparate Heizkissen Binden Der beliebte Teppiche Gummistiefel Bettwärmer etc.etc. für Automobilisten und Chauffeure nicht radiostörend Preis Fr. 19 50 Hohe HOftstlefel mit Anschnallriemen zu Fr.23 50 Versand gegen die wirksamen materiellen Gchutz Institut Lemania, Lausanne vor mancherlei Schicksalsschlägen Modern» Sprach- u. Ilandelsf aelisehule mit abschliessendem Diplom. gewähren. Gründliche Erlernung des FRANZÖSISCHEN. Rationelle Vorbereitung auf Universität (Mnlurilfil) verlangen Sie unsere Prospekte ond Offerte. und Polytechnikum. Internat und Externat. Sport. Lebens- Verslcherungs- Gesellschaft Knaben-Erziehungsheim „Alpina" Walliser Alpen Champsry 1070 m y. 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