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E_1933_Zeitung_Nr.020

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18 AUTOMOBIL-REVUE

18 AUTOMOBIL-REVUE 1933 - NO 20 Ozeanflüge... Weltflüge... Stratosphärenflüge... Polarflüge... ja, das gibt es heute. Und wir Alten, die wir damals noch in geringer Höhe über dem Boden dahinschwan'kten, hatten auch das Ziel schon vor Augen, wenn wir uns auch kaum vom Flugplatz wegtrauten. Wir sahen das alles kommen, und wir Hessen uns darob verlachen. Junkers Q38... DoX... Riesenflugzeuge. Wir ahnten sie, nein wir wussten, dass sie kommen würden, die heute da sind (und in fünfzig Jahren Schon längst wieder überholt sein werden von gigantischen Welt-Rundreis&maschinen), und wir Alten haben noch Zeichnungen von früher, auf denen sie schon in ähnlicher Form entworfen waren. Das schönste an der Fliegerei aber waren doch die Zeiten des Anfangs, denn da waren sie keine Selbstverständlichkeit, sondern von Begeisterung getragene Pionierarbeit. Da war das Fliegen noch eine Kunst, die man nicht durch Lehrer erlernen konnte. Tech Sf» '«»«I« Antwort 8588. Verölen der Zündkerzen. Zuschrift weitergeleitet. Red. Frage 8608. Graphitzusatz «Autrosol». Wer liefert den Graphitzusatz « Autrosol»? H. S. in C. Frage 8609. Der fliegende Tank. Wie verhält es sich eigentlich mit dem fliegenden Tank, von dem man schon seit Jahren spricht? Handelt es eich da nicht nur um eine Ausgeburt einer verängstigten Phantasie? Es ist doch sicher nicht möglich, einen Tank mit seinem ganzen schweren Gewicht zum Fliegen zu bringen? E. I. in G. Antwort: Leider besteht der fliegende Tank in Wirklichkeit doch. Er kann zwar nicht von sich aus fliegen, sondern nur kraft eines Bombenflugzeuges, das ihn in sich aufnimmt und an die gewünschten Orte trägt. In den Vereinigten Staaten wurde erst kürzlich wieder ein neues Modell dieses Tanks ausprobiert. Der Konstrukteur der Kriegsmaschine heisst Christie, und hergestellt wurde diese in den Werken der ü. S. Wheel Track Layer Corp., Linden, N. J. Der Tank ist mit einem 400-PS-Motor ausgerüstet, läuft auf acht doppelten, pneubereiften Rädern und einer darübergelegten Stahlraupe, soll annähernd 100 Stdkm. Fahrgeschwindigkeit auf den Raupenbändern und bis 160 Stdkm. auf den Rädern erreichen und ist mit mehreren 75 mm Schnellfeuergeschützen bestückt. Man kann nur hoffen, dass er mit seiner zweifellos furchtbaren Wirkung nie zur Anwendung kommen wird. at. Frage 8610. Asphalt und Bitumen. Was versteht man unter Asphalt und Bitumen? Was ist der sog. Kaltasphalt? H. K. in S. Antwort: Unter Asphalt versteht man in erster Linie einen von der Natur vorgebildeten Stoff, dem mineralische Stoffe beigemischt sind. Der reine ölige Bestandteil wird mit Asphaltbitumen oder abgekürzt auch als Bitumen bezeichnet. Er wird an verschiedenen Stellen der Welt gefunden, wo er aus der Erde quillt, meist durch organische und unorganisch«, Stoffe Teronreinirt, *. B. auf der Insel Trinidad, in Venezuela, am Kaspischen Meere, am Toten Meere und vielen anderen Stellen der Welt. Wahrscheinlich sind es die Ueberreste untergegangener Fauna- oder Floramassen, die bei tektonischen Umlagerungen eingeschlossen und im Laufe geologischer Zeiträume durch Hitze und Druck in einen Zustand umgebildet wurden, der ein gewisses Mass von Unveränderlichkeit erreicht hat. Man nimmt wohl mit Recht an, dass Asphaltbitumen aus dem Rohöl entstanden ist Asphaltbitumeb ist aber auch in andere geologische Schichten von oben oder unten eingedrungen und wird heute als Durchtränkungsmasse in Sand, Kalkstein und Schiefer in Deutschland, bei uns im Traverstal, Italien, Südfrankreich, Ungarn, Dalmatien, Russländ, Kuba, Kentucky, U. S. A. und anderen Stellen der Welt abgebaut. . Was die Natur in Jahrtausenden mit ihren Kräften zustande gebracht hat, nämlich die Verhärtung des Roböls zu Asphaltbitumen, hat die Technik in wenige Vorgänge zusammengedrängt Durch Abdampfen der leichten Bestandteile des Rohöls ergibt sich als Rückstand ein Rohpech, und dieses ist, wenn das Rohöl ein asphaltisches gewesen i3t, dem durch natürliche Vorgänge entstandenen Asphalt sehr ähnlich. Dieses künstlich gewonnene, als Erdölasphaltbitumen bezeichnete Rohpech wird jetzt für die sogenannten Kunstasphaltbeläge überwiegend verwendet Bitumen ist an sich nicht wasserlöslich, aber durch Erhitzung, durch geringe unschädliche chemische Zusätze und mechanische Zerstäubung kann es in einen solchen Zustand gebracht werden, dass es sehr fein verteilt im Wasser schwebt Solche Mischungen von Wasser und Bitumen werden als Suspensionen bezeichnet Sie sind so haltbar, dass man sie in Kesselwagen oder Fässern weit verfrachten kann. Auf der Strassenoberfläche bricht die Mischung und trennt sich wieder in Wasser und Bitumen. Das Wasser versickert oder verdunstet; das Bitumen, infolge der leichtflüssigen Form, dringt in die Decke ein und überzieht die Gesteinsoberfläche mit einer Bitumenhaut die erhebliche Bindekraft ausübt und in erstaunlicher Weise die Oberfläche schützt und festigt. Besonders vorteilhaft ist dieses sogenannte Kaltverfahren, weil die immerhin umständliche Schmelzerei und die heikle Natur des geschmolzenen Bitumens, da ein Gelingen der Arbeit immer eine trockene Fahrbahn und heiteres Wetter voraussetzt — was übrigens für alle Kunstasphaltbeläge, ganz besonders aber für den Teerstrassenban gilt — umgangen wird. Solche Asphaltsuspensionen oder Emulsionen werden mit Kaltasphalt bezeichnet. Sie können auf einer feuchten Fahrbahn, sofern sie nur genügend gereinigt ist, auch bei feuchter Witterung aufgebracht werden. $P >««lasEa< 2. Antwort zu Nr. 233. Hat das Automobilgesttz rückwirkende Geltung? Es wird in Nummer 8 der c Automobil-Revue» die gerichtliche Erledigung eines Unfalles vom 14. September 1932 herangezogen und gefragt, ob das Automobilgesetz rückwirkende Geltung habe. Der Angeschuldigte hatte seine Fahrbewilligung nicht mitgefühlt, eine Forderung, die im neuen Automobilgesetz gemacht wird, und die in der kantonalen Verordnung übe.r< den Strassenverkehr der Stadt Basel, vom 17.'S tembwr 1029, nicht enthalten sein «ou. Dieses Arrument brachte auch der Verteidirer in der betr. Gerichtsverhandlung. Nun gibt es aber zu der oben erwähnten Verordnung im Kanton Basel-Stadt noch einen Nachtrag vom 20. Oktober 1931, in welchem der § 90 der Verordnung wie folgt abgeändert wurde: « Hat der Bewerber die Prüfung mit Erfolg bestanden, BO stellt ihm das Polizeiinspektorat eine Fahrbewilligung aus; diese ist auf allen Fahrten mitzuführen. » Hieraus geht hervor, dass das Gericht folgerichtig eine Strafe für das Nichtmitführen der Fahrbewilligung aussprechen konnte, und zwar auf Grund des Nachtrages zur ursprünglichen kantonalen Verordnung. — H. H. Zweite Antwort zu Anfrage 247. Insassen-Versicherung. Die auf diese Anfrage erteilte Antwort sei wie folgt vervollständigt: Gemäss Art. 87, Ab- Batz 2, des Gesetzes besteht keine Haftpflicht, wenn der Schaden durch höhere Gewalt, durch grobes Verschulden des Geschädigten oder eines Dritten verursacht worden ist, ohne dass den Halter selbst oder Personen, für die er verantwortlich ist, ebenfalls ein Verschulden trifft. Fällt dem Geschädigten oder dem Dritten nur ein leichtes Verschulden zur Last, so kann der Richter die Entschädigung angemessen reduzieren. Forner kann gemäss Absatz 4 des gleichen Artikels, falls den Halter kein Verschulden trifft, der Richter die Entschädigung ermässigen oder gänzlich ausschliessen, wenn der Geschädigte unentgeltlich im Motorfahrzeug mitgeführt wurde. Die Insassen-Versicherung ist auch in diesen Fällen immer noch wertvoll. D. in W. Anfrage 253. Haftung des Gastwirtes. Im Sommer 1931 spielte sich in der Garage eines Hotels an der Simplonstrasse ein Autodiebstahl ab. Ein italienisches Paar mit drei eingeladenen Freunden, wollte im Hotel übernachten. Bevor das Auto in die Garage kam, nahm der Besitzer des Autoe auf offener Strasse, wo Leute anwesend waren, sein Gepäck heraus und liess dabei eine Kassette, die verschiedene Wertsachen enthielt, sehen. Er übergab diese Sachen nicht dem Hotelbureau, sondern schob alles wieder in den Gepäckraum des Autos und fuhr den Wagen selbst in die Garage. Der junge, noch unerfahrene Portier sagte ihm, dass in der Garage noch nie ein Diebstahl vorgekommen sei. Der junge Mann waT für das erstemal Portier. Die Garage wurde geschlossen und der Schlüssel abgezogen. Kurz nachher kam ein zweites Auto mit Franzosen zum übernachten. Diese brachten ihr Auto in die gleiche Garage. Die Garage wurde wieder geschlossen. Der Portier nahm den Schlüssel wie immer zu sich. Die Garage liegt an der Hauptstrasse, mit starken Mauern und je 4 mit Eisenstäben versehenen Fenstern. Die Türe ist stark mit soliden Angeln und gutem Schloss versehen. Früh am folgenden Morgen meldete der Portier der Hoteldirektion einen Einbruch in die Garage und Bestehlen beider Autos. Der Dieb drang durch ein hinteres Fenster, dessen Eisenstangen mit einer langen Holzstange auseinandergebogen wurden. Die Polizei traf aus B nach 20 Minuten in der Garage ein. Die bestohlenen Autoeigentümer konstatierten, dass ihre Wertsachen und Kleidungsstücke weg waren. Die Untersuchung erf&b nicht* Positives. E« wurde auch nicht» von den gestohlenen Gegenständen wiedergefunden. Die Italiener zeigten einen Schaden von 100 000 Lire an. Die Franzosen einen solchen von ca. 60000 Schweizerfranken. Das Hotel ist versichert gegen Diebstahl und ist Mitglied des Schweiz. Hotelier-Vereins. Der Schweiz. Hotelvereinführer nun sagt, dass der Hotelier höchstens für Fr. 1000.— pro Fall haftet und für nicht im Bureau abgegebene Wertsachen nicht verantwortlich sei. Ist der Hotelier verpflichtet, jedem der 5 Reisenden des ersten Autos z. B. 1000 Fr. zu vergüten oder eben nur 1000 Fr. total pro Auto? B. Antwort: Axt. 487 des Obligationenrechtes bestimmt, daas Gastwirte, die Fremde zur Beherbergung aufnehmen, für jede Beschädigung, Vernichtung oder Entwendung der von ihren Gasten eingebrachten Sachen, haften, sofern sie nicht beweisen, dass der Schaden durch den Gast selbst oder seine Besucher, Begleiter oder Dienstleuto oder durch Höhere Gewalt oder durch die Beschaffenheit der Sache selbst verursacht worden sind. Diese Haftung besteht jedoch, wenn dem. Gastwirte oder seinen Dienstleuten kein Verschulden zur Last fällt, für die Sachen eines jeden einzelnen Gastes nur bis zum Betrage von Fr. 1000.—. Die Haftung des Gastwirtes ensteht aus dem Beherbergungsvertrag für die eingebrachten Sachen des Gastes, d. h. für diejenigen Sachen, die auf Grund des Beherbergungsverhältnisses in den Herrschaftsbereich des Gastwirtes gelangt sind. Die Haftung erfordert kein Verschulden des G««twirtes oder eines seiner Angestellten, sondern es ist eine durch einen genau umschriebenen Entlastungsbeweis gemilderte Verursachungshaftunj. Er haftet, sofern er nicht beweist, dass der Schaden nicht durch den Gast selber oder eine dureh denselben im Beherbergungsvertrag aufgenommene oder dem Gast ohne solchen Vertrag freiwillig aufsuchende Person verursacht (NichtVerschulden) wurde. Also auch durch Handlung eines Handlungsfähigen, oder dass der Schaden seinen Grund in der Natur der Sache selber babe( ein Hund stirbt z. B. an Altersschwäche), oder dass er durch höhere Gewalt verursacht sei. Höhere Gewalt Ist ein von aussen wirkendes aussergewöhnliches Ereignis, das unvorhersehbar und unberechenbar ist und daher auch nicht durch die verkehrsübliche Sorgfalt abgewendet werden kann. Der Schadenersatz des Gastwirtes ist begrenzt, indem er nur einen Schaden bis zu Fr. 1000.— per Kopf (nicht per^ Gruppe der Gäste) zu ersetzen hat. Trifft ihn oder seine Angestellten ein Verschulden, so haftet er unbeschränkt. Das Verschulden ist aber vom Gast zu beweisen. Für Kostbarkeiten, grössere Geldbeträge oder Wertpapiere die dem Gastwirte nicht zur Aufbewahrung übergeben worden sind, haftet er nur, wenn ihm oder seinen Dienstleuten ein Verschulden zur Last 'fällt. Hat er die Aufbewahrung aber übernommen oder lehnt er sie ab, so haftet er für den vollen Wert. Darf dem Gast die Uebergabe solcher Gegenstände nicht zugemutet werden, so haftet der Gastwirt für die wie für die andern Sachen des Gastes. Der Gastwirt ist also nicht verantwortlich, für Wertsachen, die ihm nicht zum Aufbewahren übergeben worden sind, es sei denn,; es treffe ihn oder seine Dienstleute diesbezüglich ein Vorschulden. * Zürcher Wochenprogramm Stadttheater *>«

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