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E_1933_Zeitung_Nr.026

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14 AUTOMOBIL-REVUE

14 AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N° 26 den damals zu den Liebenden in die einsamen Oberlandgehöfte. Alles war auf die Ewigkeit eingestellt, von langer Dauer. So eine Liebe füllte ein Leben aus. Wie das klingt: Paul kam im vorigen Jahrfällerkolonne nach Oberungarn, denn er hundert als Dreissigjähriger mit einer Holz- stammte von der Tiefebene. Hier lernte er die junge hübsche Rosalie kennen. Sie kam an einem Frühlingsmorgen mit bunten Bändern und wiegenden Röcken aus der Kirche, da sah er sie. Sie stand bei einem Bauern in Dienst damals und hatte schwer zu schaffen. Paul nahm den runden Hut vom Kopf und geleitete sie heim diesen Sonntag. Sie sprachen vom Wetter, von ihrer Arbeit, von ihren Eltern. Paul schritt ehrfürchtig an Rosaliens Seite. Er war weit herumgekommen und erzählte von einem eisernen Wagen, den er in der Nähe von Wien gesehen hatte, einem Wagen, der ohne Pferde durch das Land lief auf zwei langen glänzenden Eisenbalken. Rosalie hing andächtig an den Lippen des weitgereisten Paul, denn von diesen Dingen hatte sie noch nie gehört. In diesem Sommer sahen sie einander fünf-, sechsmal, und sie sprachen von allem möglichen, aber von der Liebe fiel kein Wort zwischen ihnen. Dann, im Herbst 79, musste er fort. Und da sie einander so gut gefielen, hielt er um Rosaliens Hand an, und sie verlobten sich: « Es wird lange währen, eh' ich was Rechtes geschafft habe, Rosalie, » sagte Paul. «Ich werde auf dich warten, Paul,» erwiderte Rosalie. Und dann wurde Paul weit fort in die Karpathen verschlagen, an die russisch-rumänische Grenze und seine Axt klang viele Winter hindurch in den einsamen Wäldern. Im Winter hatten sie oft mit den Wölfen und Bären zu kämpfen, manche von ihnen erfroren oder wurden von Krankheit hinweggerafft, andere erlitten Unfälle durch stürzende Baumstämme oder fielen dem wilden Getier zum Opfer. Ueber Paul aber leuchtete Rosaliens Stern, und es geschah ihm nichts. Er Sandte Briefe, • jedes Jahr zweimal, er habe sie nicht vergessen, er denke immer an sie, aber er habe kein Glück. Das Geld lange noch nicht für den eigenen Hausstand. Sie antwortete. Viele der Briefe gingen verloren, weil die Entfernung so gross war; aber manche erreichten ihr Ziel und erinnerten die Zwei an ihT Versprechen. Dann geriet Paul eines Tages unter die Werber, wurde in den Soldatenrock gesteckt und diente zehn Jahre lang. Er kam weit fort, bis in die Türkei. Lange Zeit kamen keine Briefe mehr. Er wurde krank, lag in fremden Hospitälern, genas und vielleicht, vielleicht hat er in der grossen Ferne manchmal nicht mehr an Rosalie gedacht. Jahre vergingen, er trieb Vieles, versuchte sich in mancherlei Berufen, hatte auch schon ein hübsches Sümmchen beisammen, dann kam die wirre Zeit nach dem Krieg und er verlor wieder alles. Inzwischen waren viele Schienenstränge durch die Wälder gelegt worden und die Bahnen brachten die Post in die entferntesten Gegenden. So erreichte ihn in Konstantinopel im Jahre 1910 Rosalies Brief. Sie denke noch an ihn; hat er sie denn vergessen? Da wusste er, dass die Liebe nur geschlummert hatte in ihm. Nun war sie wieder wach und er schrieb ihr und erzählte von den letzten Jahren. «Ich bin ein .alter Mann», schrieb er, «aber ich habe dich nicht vergessen, Rosalie. Jetzt habe ich bald soviel, als wir beide brauchen. Dann komme ich heim.> 1914 kam der grosse Krieg, die Grenzen der Länder wurden gesperrt. An eine Heimfahrt war nicht zu denken. Die alte Rosalie war in einer kleinen Stadt bei einem Kaufmann in Dienst, dem sie die Wirtschaft führte. Man belächelte sie oft, wenn sie von ihrem Paul sprach. «Er lebt vielleicht gar nicht mehr, Rosalie», sagten die Leute. Aber sie schüttelte nur den grauen Kopf: «Er lebt und eines Tages wird er kommen.» Als auch die grosse Not des Krieges vorbei war und die schweren Wirren der Nachkriegsjahre langsam verebbten, verlor selbst die standhafte Rosalie allmählich den Glauben an ihr Glück. Und als das Flämmchen der Hoffnung in ihrem Herzen am Verlöschen war, gerade in diesem Augenblick klopfte es draussen an die Küchentür. Ein hochgewachsener, weisshaariger Mann trat ein und da war es wie ein Wunder, dass sie sich gleich erkannten. «Da bin ich», sagte Paul. «Endlich!» erwiderte Rosalie. Er kaufte ein kleines Häuschen, denn ef hatte doch noch etwas geschafft, der alte Kerl. In aller Stille sollte ihre Hochzeit sein, aber weil alles, was sie anging und dies ihr spätes Glück wie ein Märchen war, erfuhr die ganze Welt davon. Und viele Menschen waren dabei, als die alte Rosalie und der greise Paul getraut wurden. Denn so etwas hatte noch keiner gesehen. Das grenzte ans Lächerliche. Viele waren dabei. Aber niemand lächelte... Der Wegweiser Von Peter Omm. Ich frage Semanden nach dem Wege: «Wie komme ich nach der Paulstrasse?» «Paulstrasse? Da gehen Sie am besten geradeaus, dann rechts um die Ecke, immer auf der linken Seite entlang, nein, lieber rechts die Strasse hinauf, dann noch einmal rechts, und wenn Sie an den Zeitungskiosk kommen links halten und die zweite 'Querstrasse rechts rein.» «Also, erst rechts und dann links...?» «Natürlich, erst rechts und dann linker Hand, vorher um die Ecke, vergessen Sie das nicht, sonst sind Sie falsch, und immer auf der linken Seite, nichts als links, nicht wahr? Und dann rechts die kleine Strasse hinein —» «Dass ich mich nicht irre — ich gehe erst rechts und dann —?» «Aber das ist doch ganz einfach, erst geradeaus, dann gehen Sie die Strasse rechts hinauf, denn die teilt sich in zwei Strassen, die eine geht rechts und die andere gerade entgegengesetzt. Also rechts hinauf, nicht wahr, dann die erste Strasse ein Stück nach rechts rein, da können Sie sich gar nicht verlaufen, dann sehen Sie schon den Zeitungskiosk, daran gehen Sie einfach vorbei'; u|id.- dann Immer links, verstehen Sie? Immer links an der linken Seite entlang und: dann »-» «Ja, danke, ich verstehe Sie vollkommen, erst links, dann rechts, dann links —» «Links? Wer redet denn hier von links?» «Sagten Sie nicht so?» «Aber erlauben Sie mal! Links? Keine Spur, rechts! Rechts!» A «Ja, aber dann links?» Da blickte mich der Biedere fuchsteufels-. wild an und sagte verächtlich: «Tja, wenn Sie nicht mal rechts und links unterscheiden können!» Und ging beleidigt davon. Der Tagesfilm Die unwiderruflich letzten Mohikaner. Ueber die Zahl der heute noch in Nordamerika lebenden Vollblutindianer findet man selbst in den besten geographischen Lehrr büchern übertriebene Angaben. So sollen nach einer amtlichen Zählung vor dem Krieg in den Vereinigten Staaten allein noch über 260,000 Rothäute zu verzeichnen gewesen sein, ja, sie sollen seit Beginn des Jahrhunderts sogar um mehr als ein Neuntel zugenommen haben ' Offenbar hat man bei die- Karosserten- Wünsche des Vollblut-Autosportlers, äes Sachverständigen, der für Linie schwärmt... und des einfachen Bürgers, der mit seiner zahlreichen Familie ausfahren will. («L'Auto italiana».) sen Zählungen Vollblutindianer und Mischlinge nicht immer scharf genug voneinander unterschieden. Am zuverlässigsten scheinen die Angaben des Deutschamerikaners Dr. Kartzke zu sein, der auf Grund sehr sorgfältiger Nachforschungen sagen zu können glaubt, dass es in den Vereinigten Staaten vor 12 Jahren höchstens noch 170,000 Rothäute von reinem Blut gab. und in Kanada vielleicht noch 100,000. Wie sehr und wie schnell die Zahl der Indianer in Nordamerika zusammengeschmolzen ist, geht auch aus einer Mitteilung eines Missionars, des Paters Charlevoix, aus dem Jahre 1720 hervor, wonach damals schon von der früheren Indianerbevölkerung Kanadas kaum noch der zwanzigste Teül übriggeblieben war. Diese erstaunliche Dezimierung führt Charlevoix zum Teil auf die Brutalität und Grausamkeit der mit Feuergewehren bewaffneten Europäer und den von ihnen eingeführten Branntwein zurück, in erster Linie aber auf die Einschleppung der Pocken. Wie sehr diese Krankheit unter den Indianern bis in die neuere Zeit gewütet hat. davon kann man sich kaum eine Vorstellung machen. Fielen doch in den Rocky Mountains und am Columbia River noch in den Jahren 1829—1836 nicht weniger als sieben Achtel aller dort lebenden Rothäute dieser Seuche zum Opfer, und zwei Jahre später am obern Mississippi alle Mandam-Indianer bis auf 30 oder 40 Personen. Das alte Indianerwort: «Der Hauch des weissen Mannes ist Gift für den roten », hat sich also in trauriger Weise bewahrheitet. Heute werden die Indianer der Vereinigten Staaten in den « Reservations » von den schuldbewussten Weissen gepflegt und als Rasse zu erhalten eresucht, doch wird auch der letzte von ihnen bald in die ewigen Jagdgründe hinübergegangen sein. Eine Rente für die Lebensrettung Napoleons I. Kürzlich feierte in Koblenz in Deutschland ein Bildschnitzer, namens Louis Gervin, seinen fünfundsiebzigsten Geburtstag, der heute noch im Genuss einer Rente steht, die Napoleon I. einem seiner Korporale, dem Rheinländer Franz Spohn, ausgesetzt hatte, weil ihn dieser in der Schlacht bei Austerlitz gerettet hatte. Der Lebensretter, der, als sich Napoleon in dieser Schlacht zu weit vorgewagt hatte, Hut und Mantel seines Kaisers angelegt und so die Verletzungen empfangen hatte, war in Wien gestorben, wo er sich durch unvorsichtige Flucht aus dem Spital den Tod geholt hatte. Napoleon hatte nun die Verfügung getroffen, dass alle männlichen Erben Spohns eine Lebensrente in Höhe von 500 Fr. erhalten sollten. Der letzte Nachkomme dieses Spohns ist nun Louis Gervin. der allerdings die Rente während, des Krieges 1870—71 und während des Weltkrieges nicht ausgezahlt erhielt. Im Jahre 1927 bekam er dann nach Intervention des deutschen Reichsausgleichsamtes eine Nachzahlung in Höhe von 2390 Mark. Seit dieser Zeit wird die Rente von Frankreich wieder halbjährlich pünktlich ausbezahlt. Schade, dass man nicht auch so tapfere Vorfahren hatte... Wissen Sie schon dass 0,5\ Nikotingehalt im Rauchtabak, nach den wissenschaftlichen Versuchen und Feststellungen, Ihrer Gesundheit nicht mehr schadet uie »Weber-Stumpen sind einzigartig!" 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N° 26 - 1933 AUTOMOBIL-REVUE im TP irrT !n?YiD /K\ m i %£*"** tra * sie tosekränktesOe - unähnlicher sie der Greta Garbo wurde, um • 1 I y II "Ä II V< II P (I M-«C jA/\ \ 11 1 ) Sie glich in ihrer Haltung einer Frau, die eine prächtige Schleppe trägt; aber die »• • *-y Schleppe, in Fetzen gegangen, war gar nicht Zwei trauen ******- von Hans Naton*. Frühling im Modereich Verteidigung der Xanthippe. nen, überschüttet mit allen Zaubereien der Warum zankt sie, die Nachbarin? Der Natur; sie h waren reich und wurden überdies „£*£?%* stn*& Ä S S Lärm ihrer keifenden Stimme dringt durch nocn beschenkt; und jetzt, da sie bedürftig kokett die Tailleurs, die drei viertelslangen Mäntel, die Wände, «Xanthippe!» sagen die Leute sind, gibt ihnen niemand was; das tut weh, überraschend wirken die feinen, wohl ausstudierten oben, unten und nebenan Und durch alle un d sie zanken sich ihren Schmerz von der Details an Halsausschnitten, die Knopfverschlüsse Zeiten tönt's: Xanthippe!' Seele - hört nur richtig hin ihr Männer. -J ^^XlZ^LTJ^^J^ Ein schlechtes Weib — schnell fertiges Ur- Aber die Frauen, die das Leben nicht arm, Ensembles ein« teilweise noch ungewohnte Note. teil. Still, ihr Leute! Ich sage euch ein Qe- sondern reich gemacht hat, sind von der Zeit Es lebt viel Geschmack in dieser neuen Mode auf, heimnis. (Sokrates kannte es gewiss, er nicht auszuplündern. Sie wissen, was sie be- die seit dem Winter wieder virtuos mit Farben umwusste um die tieferen Gründe der Dishar- sitzen sie haben ihr seelisch Erspartes, un- 3fiS»Rto Ä ÄnfcShSL SnÄ morae, deshalb lächelte er, wenn seine Frau verletzliche Schönheit. Und merken es nicht gewisses Gachet verleiht. Die Mode ist den Puff- höchste Fülle aus. Könnte auch einem kleinen Chignon wieder Raum lasse». Cloehes und Canotiers werden wenig schief in die Stirn gedrückt, andere decken den Nacken mehr oder weniger: besonders gilt dies für die grossen, breitkrempigen Schattenhüte, die zu den duftigen Sommerkleidern gehören. Picotstroh für togueartige Formen, leichte Stroharten, breit geflochten für Canotiers. reizvolle weisse Panamas für Gloch-es und Canotiers. Paillassons, Liserematerial, allerlei kunstseidene Geflechte mit Strohcharakter sind an der Tagesordnung. Gelegentlich tauchen auch Ueberzangsformen aus Filz und Stroh auf. Was der Globus brachte, war in Linie und Garnitur wirklich apart und kleidsam. Schwarze, weisse, ziemlieh viel rote Hüte wie beigefarbene stehen im Vordergrund vor andern Tönen. Seidenband, Blumentoufft. leichte Phantasiefedern bilden oft ganz neu interpretierte Garnierungen. Hut, Handtasche und Echarpen treten mit Vorliebe als farbiger Kontrast zum silberoder sonstwie grauen Mantel, zum schwarzen Kleid wie zum braunen Ensemble. Rot ist hierfür sehr beliebt, sei es Mohn-, oder Blut-, oder Karminrot. Auch hierin bot die Globus-Kollektion sehr zeitgemässe Beispiele. Aus dem Modeprogramm heben wir den mehr oder weniger klassischen Tailleur hervor mit lusti- kreischte.) Sie grollt mit der Natur, mit dem die Männer ihrer Generation, so fühlen es ämein nicht recht treu; sie zieht jetzt den halbgen Verschlüssen, mit Knöpfen und kleinen Schösschen, mit aufgesetzten Taschen in sportlicher Inter- Schicksal, sie will sich ihm nicht unterwer- doch die Söhne und Enkel. { *- n &*< « eine s grossen Originals. Es war, als hätte £ nIä8 1 sli< * d " Mrieschau der Magazine zum Glow uiuii. '"7 »B uaiiunwus wwucii, w sui n#»cfc»tit nirhi A\» KVa« A\t> ^ohfthhflif rr< bu * ln Zürich, die eine gute Uebersicht über die sie kann. Und dieses Schweigen reizt ihren > ttr u Qesi £ ht ch\