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E_1933_Zeitung_Nr.025

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Autobusse. Wie weit sind

Autobusse. Wie weit sind die Haltestellen voneinander entfernt? Wieviel Fahrgäste sind eingestiegen? Wieviel sind ausgestiegen? Fahrplan (Zeitfolge) an der Haltestelle. Diese Gruppe hatte die Fahrscheine zu ordnen und den Tarif abzuschreiben. Auf den Scheinen stehen auch die Beförderungs- und Umsteigebedingungen. Dann besorgten wir uns die alten Tarife /und berechneten, wieviel die Fahrpreise gefallen oder gestiegen sind. Für%nsere gemeinsamen Rechenstunden, in denen viel geübt wurde, benutzte ich fast ausschließlich Material vom Autobus. Die Aufgaben machten den Kindern Spass und öffneten gleichzeitig die Augen für Verkehrsvorschriften und Unfallverhütung. Im nächsten Jahr wurden alle Zeitungsausschnitte über Unfäille, besonders über Kinderunfälle, gesammelt. Dann wurde an Hand des Stadtplanes genau festgestellt, wo der Unfall geschehen war. Auf einem Plan wurden die Unfälle in farbigen Fähnchen gesteckt. Das Sachgebiet des Autobus beschäftigte uns, ungefähr sechs Wochen. Da die Uebung im, Zusammenhang mit der interessanten Arbeit stand, wurde sie nicht als reine Uebung empfunden. Häufig übten die Kinder allein, um mitarbeiten zu können. Als wir nun am Ende dieses Sachgebietes waren, hatte sich eine Gruppe herausgebildet, die erforschen wollte, wie der Motor im Auto funktioniert. Sie hatten Reklameschriften gesammelt, deren Zeichnungen sie abzeichneten. Jedenfalls verstanden sie mehr davon, als ich annahm. Die Klasse kam durch diesen Eifer auf die Frage der Betriebsstoffe: Benzin, Benzol, Petroleum, Oel. Den Lesestoff hierzu boten uns Reklameschriften, die wir uns schicken Hessen. Die schwereren Geschichten las ich vor. So reisten wir in Gedanken nach Amerika, ins Land der Bohrtürme. Eine Tankdampferfahrt brachte uns wieder zurück. Die Besichtigung einer Tankstelle beendete die « Benzinfährt». Eine grosse Anzahl von freiwilligen Zeichnungen und Niederschriften entstand unter dem Thema: «Benzin, von Amerika* bis zu uns.» Sie schmückten eine ganze Wand unseres Klassenzimmer. — Ganz zum Schluss brachten uns ein paar Fragen in die alte Zeit zurück. Wie war es, als es weder Auto noch Benzin gab? An Hand mehrerer Bilder erzählten wir von der Pferdedroschke und von der Postkutsche. Nun erfolgte die Zusammenfassung der ganzen Arbeit. Alle Arbeiten wurden geordnet und zu Mappen und Gruppen zusammengefaßt. Alle Zeichnungen und grösseren ArbeitM, r wie" Stfasseriplärte und Verkehrsplanes \vurden an, den Wänden befestigt. Das ganze; Klassenzimmer wurde in einen Ausstellungsraum verwandelt. Andere Klassen wifrden "eingeladen. Unserh Gästen wurden von bestimmten Führern die Ausstellung erklärt und gezeigt. Gemeinsame Aussprachen klärten noch manches. Unsere Klassenarbeit war damit beendet; zu Hause haben die Kinder äoch immer an einzelnen Problemen nachgedacht; Bilder und Zeichnungen wurden noch viel später gesammelt und mitgebracht. Selbst nach einem halben Jahr bekam ich noch freiwillige Arbeiten. Wir sehen, wie der Lehrer mit etwas Geschick und gutem-Willen in äusserst anregender und die übrigen Fächer befruchtenden Weise Verkehrsunterricht betreiben kann. Es fehlt erfreulicherweise auch- bei einem Teil unserer Lehrerschaft nicht an Initiative und Interesse für dieses Gebiet. Wenn der obige Bericht neuerdings einige unserer Pädagogen dazu anregen könnte, einen ähnlichen Versuch in ihrer Klasse zu machen, so wäre wiederum wertvolle Erziehungsarbeit im Dienste der Allgemeinheit geleistet. Schweizerische Rundschau Neuregelung des Benzinpreises. Wie offiziös verlautet, hat sich die Preiskontrolle des eidg. Volkswirtschaftsdepartementes mit der: Reorganisation des Benzinmarktes in der Schweiz beschäftigt und dabei die Anregung gemacht, dass das Land in verschiedene Preiszonen aufgeteilt werde. Die Benzin- Import- und Vertriebsgesellschaften sollen diesem Vorschlag zugestimmt und ein konkretes Projekt ausgearbeitet haben. Die Benzinpreise würden je nach den durch den Transport bedingten Mehrkosten abgestuft, doch würde der durchschnittliche Landespreis von 38 Rappen beibehalten. AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N°25 Der private Konsument wird sich nicht ohne weiteres von der Notwendigkeit oder gar Zweckmässigkeit dieser erneuten staatlichen Intervention überzeugen lassen. Die Bildung von Preiszonen mit verschiedenen Ansätzen werden unfehlbar dazu führen, dass jeder Automobilist vor Antritt einer Reise oder während der Fahrt danach trachten wird, seinen Tank und eventuell gar noch mitgeführte Reservekannen in einer Zone mit niedrigem Benzinpreis aufzufüllen. Dagegen wird sich jeder Motorfahrzeugführer bestreben, jene Gebiete mit überhöhten Benzinpreisen möglichst abzufahren, ohne Betriebsstoff nachtanken zu müssen. • Die Absicht der Preiskontrolle wird dadurch grösstenteils durchkreuzt. Da diese gerade auch für den Autotourismus überhaupt wenig zweckmässig erscheint und das engmaschig angelegte Netz von Benzintanksäulen seine Bedeutung für einen erleichterten Brennstoffbezug teilweise einbüssen wird, so wäre es interessant, zu er- Der Automobilbestand 1932 in Europa Verminderung von 5,58 auf 5,49 Millionen. Land Automobile Albanien 1,035 Oesterreich . 28,100 Azoren . 749 Belgien 150,000 Bulgarien 3,500 Tschechoslowakei 85,500 Danzig 2,355 Dänemark 126,321 Estland 3,063 Faröer Inseln 82 Finnland . . . 31,800 Frankreich 1,710,955 Deutschland 659,532 Gibraltar 600 Grossbritannien ,. 1,493,474 Griechenland 17,226 Holland 136,100 Unearn . , . . . v . . . ......„_._. ........16J80'« Island 1,434 Irland, Freistaat * . 49,223 Italien 301,533 Lettland 3,234 Litauen 2,370 Luxemburg 9,947 Malta 2,85f Monaco 1,625 Nordirland 26,650 Norwegen 61,183 Polen 27,369 Portugal 30,850 Rumänien 37,500 Spanien 172,000 Schweden 151,500 Schweiz** 90,100 U. S. S. R. (Russland) Jugoslawien . 60,324 11,733 Total 1932 Total 1931 5,498,704 5,586,320 Unter den fünf Kontinenten mit ihrem Totalbestand von 33,1 Millionen Automobilen (35,3 Millionen im Jahre 1931) steht Europa mit 5 498 704 (5 586 320) Automobilen an zweiter Stelle, aber weit zurück hinter Nord- und Südamerika mit seinem Riesenbestand von 26,2 Millionen (28 Millionen) Wagen. In der Statistik von Europa sticht als Land mit grösstem Autobestand Frankreich mit 1,7 Millionen Wagen hervor. Mehr als eine Million Wagen verzeichnet nur noch Grossbritannien, nämlich 1,49 Millionen. Weitere sechs Länder notieren Bestände über 100 000 Wagen, so Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Spanien und Schweden, währenddem die Schweiz bereits rund 90 000 Wagen aufweist. Ein Vergleich der Bewegung in den einzelnen Kategorien ergibt folgende Verminderungen: beim Gesamtbestand der Automobile um 1,55 Prozent, bei den Tourenwägen um 1,51, bei den Lastwagen um 0,54 und bei den Autobussen um 13,97 Prozent. Die Tabellen über die Bestände in den übrigen Erdteilen werden wir in den kommenden Nummern veröffentlichen. Europa Tourenwagen 610 14,900 645 95,000 2,500 64,000 1,560 82,820 1,711 21,000 1,273,088 485,828 1,060,889 11,198 1 ' 84,500 i 12,750 584 40,100 214,975 1,795 1,450 6,691 2,042 1,325 19,200 29,197 19,006 20,750 27,250 122,000 10fi,300 69,750 15,212 7,703 *3,908,229 *3,968,228 Lastwagen 525 13,200 41 65,000 1,000 26,500 750 34,501 1,156 9,400 437,867 152,420 360,195 6,028 47,600 4,130 850 8,287 77,457 1,184 550 3,139 250 200 6,500 19,686 5,544 10,100 8,200 50,000 45,200 19,800 42,914 3,147 *1,453,321 *l,460,711 Antobnsse 63 5,000 45 196 11,274 72,390 3,700 836 9,101 255 370 107 665 100 550 2,300 2,819 2,050 550 2,198 883 •116,752 *136,747 Motorräder 29,800 90 45,000 650 40,000 2,055 25,000 736 6,200 488,147 819,178 434,399 33,800 10,950 105 5,668 98,471 1,669 1,200 2,776 322 200 4,100 6,500 8,201 2,050 14,800 55,000 47,300 5,692 3,436 *2,192,395 *2,243,267 Von einzelnen Ländern fehlen noch Ziffern. ** Abgeleitete, approximative Ziffern, denn die Ergebnisse pro 1932 für die Schweiz sind noch nicht erhältlich. 1,400 fahren, aus welchen Gründen die Benzingesellschaften diesem wenig einleuchtenden Plan staatlicher Organe beigepflichtet haben. Es wäre wohl viel wertvoller, wenn die Preiskontrolle sich auf anderen Gebieten betätigen wollte, nachdem das bisherige System des Benzin-Detailhandels auf alle Fälle bei den Abnehmern zu keinen besonderen Klagen oder Wünschen auf Aenderungen Anlass gab. Die Interessen der Kundschaft scheinen aber in diesem Falle wieder einmal die kleinste Rolle zu spielen und man bemüht sich offenbar auch hier, die Sache möglichst zu komplizieren, anstatt im Interesse des Käufers zu vereinfachen. Der Ertrag des Benzinzolles für 1932, den wir bereits Anfang Februar in einer vorläufigen Zusammenstellung der Zolleinnahmen mit 44,7 Millionen Fr. angegeben hatten, beläuft sich nach amtlichen Mitteilungen auf rund 45 Mill. Fr. Es ergibt sich, dass der Benzinzoll eine der wenigen Einnahmequellen des Bundes ist, welche im abgelaufenen Jahre neuerdings gesteigerte Erträgnisse abwarf. Nachdem sich der Ertrag für 1931 auf 39,9 Mill. Fr. gestellt hatte, wurde der Benzinzoll mit 35 Millionen im Voranschlag 1933 eingesetzt. Das Ergebnis steht nun 10 Mill. höher und fällt um so mehr ins Gewicht, als der Rechnungsabschluss im Zeichen des Einnahmerückganges steht. Da aus dem Ertrag ein Viertel den Kantonen für die Finanzierung ihres Strassenwesens rückvergütet wird, so haben diese mit ungefähr 11 Mill. Franken zu rechnen. Der genaue Verteiler ist noch nicht erstellt worden und wird sich der Bundesrat sehr wahrscheinlich in der heutigen Sitzung damit befassen. Das schweizerische Verkehrsproblem Im ausländischen Urteil. Der eminente Nationalökonom Andre Sayoux befasst sich in einer eingehenden Studie in der belgischen « Revue Economique Internationale» mit der Krise der schweizerischen Bundesbahnen und kommt zu folgenden' bemerkenswerten Feststellungen : « Selbst in dem Falle, dass man eine gewisse Koordination der Transporte befürwortet, muss doch gesagt werden, daes die Generaldirektion der S. B. B. bisher kaum den Beweis dafür geliefert hat, dass sie die nötige Kompetenz zur Lösung dieses Problems besitzt. Sie ist viel zu sehr vom Kampfgeist erfüllt und bat zu wenig Respekt vor den rechtlichen und wirtschaftlichen Grundsätzen eines modernen Staates, um ihr ohne Bedenken die delikate Mission übertragen zu können, das Transportwesen auf eine solide und gerechte Basis im Interesse der Kollektivität zu Stollen. Im Falle eines Referendums besteht wenig Aueeicht, dasa sich eine Volksmehrheit für ein Konzessionsgesetz ausspricht, das den Warenverkehr ähnlich regeln würde, wie es jetzt schon durch das Postregal für den Personentransport auf der Strasse der Fall ist. Für ein so vielgestaltiges Problem gibt es auf alle Fälle keine Einheitelösung, sondern eine Gesamtheit von Lösungen, die den verschiedenen Ursachen der jetzigen Situation Rechnung tragen und gleichzeitig die Laßt des Defizits fio gerecht und gleichmässig wie möglich verteilen. » z. Standbesprechungen. In dieser Nummer schliessen wir die Besprechung der Stände am Genfer Salon ab. Die meisten Aussteller erfuhren eine eingehende Würdigung entweder in der französischen oder der deutschen Ausgabe unseres Blattes. Wir sind gerne bereit. Interessenten die betreffenden Belegexemplare zu liefern. z. die sind so überlaufen, dass sie Ihrem Fall keine fünf Minuten opfern können. Wenn ich an Ihrer Stelle wäre, ich, ginge zu einem geschickten Privatdetektiv. Ich habe viel von einem Irländer gehört, einem Mr. Kenyon, der phänomenale Sachen geleistet haben soll. Unter anderem hat er die Falschmünzerbande von 1908 festgenommen, die der Scotland Yard über drei Wochen getrotzt hat.» «Glauben Sie, dass er sehr teuer ist?» fragte Fräulein Holten. «ÄCh nein, gewiss nicht. Er übt seinen Beruf mehr als Amateur aus, für einen interessanten Fall nimmt er vielleicht überhaupt nichts. Ich bin überzeugt, dass er sich für den Ihren interessieren wird, Fräulein Holten. Auf der Strasse bestohlen — ohne dass Sie etwas merken, ohne dass Ihnen das Täschchen entrissen wird. Nicht übel.» «Und er kann meinen Dieb arretieren, wenn er ihn findet?» «Aber ja, seien Sie ganz •ruhig, Fräulein Holten. Er ist ein ebenso richtiger Detektiv, wie pur irgendeiner von der Scotland Yard. Ich kann Ihnen seine Adresse auf eine Karte aufschreiben.» «Danke, wenn Sie sq freundlich sein wollen...» Philipp riss ein Blatt aus seinen Block- Notes und schrieb mit zierlichen Buchstaben: Mr. J. Kenyon, 5 Bradford Mansions, W., und übergab; es Fräulein Holten, die es in ihr Täschchen steckte. «Wenn er nach Empfehlungen fragen sollte —• man weiss ja nicht —, so berufen Sie sich nur auf Professor Pelotard.» «Aber ich kenne ja keinen Professor Pelotard,» wendete sie ein. «Das macht nichts. Ich kenne ihn gut. Und ich nehme mir die Freiheit, Ihnen in seinem Namen die Erlaubnis zu geben. Ich weiss auch, dass Kenyon grosse Stücke auf den Professor hält.» «Danke,» sagte Fräulein Holten, und nippte an ihrer Kaffeetasse, während Philipp etwas bleich in sich hineinlächelte. «Haben Sie das Signalement der verschwundenen Sachen gegenwärtig, Fräulein Holten?» ;v Sie stutzte, offenbar aus ihren eigenen Grübeleien herausgerissen. «Das Signalement? Ja, natürlich.» Philipp betrachtete sie einige Augenblicke, während die bittern und die hoffnungsvollen Gedanken sich sekundarisch in seinem Innern ablösten. War es möglich? Musste er ihr nicht unrecht tun? Konnte sie eine angenommene Rolle so gut spielen? Oh, Weib, Weib... der erste Gedanke, den Loke hatte ... aber wir wollen sehen. Die Zukunft wird mir bald zeigen, ob ich recht habe oder nicht, und heute ist heute. Er «raffte sich auf und sagte: «Fräulein Holten, was meinen Sie? Darf ich die Freude: haben, Sie zu einem kleinen Theaterbesuch einzuladen? Garrick gibt ein Stück, das interessant sein soll: The Woman in the Case.» «Danke,» sagte sie und lächelte unmerldich über den Titel. «Sie überhäufen mich mit Freundlichkeiten, Herr Collin, aber ich kann doch nicht im Strassenkleid kommen?» «Wir nehmen eine Loge für uns,» sagte Philipp. «Ich glaube wahrhaftig, es ist schon 8 Uhr. Kellner, die Rechnung, und ein Cab.» Bevor sie spät abends vor ihrem Boarding- House voneinander Abschied nahmen, kam Philipp ein Gedanke. Während er dem Chauffeur bezahlte und sie noch in dem scharfen Licht der Signallaternen des Autos stand, sagte er unbefangen: «Apropos, ich fahre bald wieder nach Schweden zurück.» Kein Zögern! Ach, kein Zögern! Sie zuckte in unverkennbarem Staunen zusammen und stammelte: «Wie... nach Schweden zurück... Sie fahren nach Schweden zurück?» «Fassen Sie sich,» sagte Philipp lachend, «morgen verlasse ich Sie auf jeden Fall noch nicht.» Sie war, als er von seiner Reise nach Schweden sprach, misstrauisch zusammengezuckt, also kannte sie seine Stellung daheim, also waren seine Vermutungen gerechtfertigt. Oder... konnte es sein, weil sie ihn nicht verlieren wollte? Ein Beben durcheilte ihn trotz alledem bei diesem Gedanken, und er fasste einen raschen Entschluss. «Ja, richtig,» sagte er, während das Auto fortrollte. «Darf ich Sie um etwas bitten, Fräulein Holten?» «Gerne.» > '• «Wollen Sie mir versprechen, mich zu benachrichtigen, falls ich Ihnen in dieser Polizeigeschichte irgendwie von Nutzen sein kann? Hier ist meine Adresse — Sie entschuldigen, ich habe keine Visitenkarte.» Mit seiner Füllfeder schrieb er rasch ein paar Zeilen auf ein Blocknotesblatt. «Ich bin immer gegen 5 Uhr nachmittags zu Hause, oft länger, und ich stehe jederzeit zu Ihrer Verfügung, Fräulein Holten.» Mr. F. Collin, 19 Inverness Crescent, NW., las sie und steckte das Blatt in ihr Täschchen zu Mr. Kenyons Adresse. «Danke,» sagte sie, «aber Sie sind schon zu freundlich gewesen, Herr Collin. Ach, ich müsste mich ja schämen, wenn ich...» «Wenn Sie mich in Anspruch nehmen sollten,» ergänzte er rasch. «Im Gegenteil, ich bitte Sie, tun Sie es. Es wird mir nur ein Vergnügen sein, wenn Sie mich im Bedarfsfall aufsuchen oder mir schreiben.» «Gehen wir noch einen Augenblick die Strasse hinunter,» brach sie ab. «Ich brauche ein bisschen Luft.» Er beeilte sich, zuzustimmen, und sie gingen schweigend einige Schritte unter den Bäumen, die ihre Zweige über das Qitter von Regents Park streckten. Plötzlich blieb sie stehen und wandte sich ihm zu. «Sie sind sehr freundlich gewesen,» sagte sie. «Ich hatte Sie mir so ganz anders vorgestellt ...» «Ach, Fräulein Holten, Sie kannten mich doch kaum, einmal in Stockholm, vor zehn Jahren, das ist doch nichts. Aber inwiefern hatten Sie sich mich anders vorgestellt?» fragte Philipp mit klopfendem Herzen. Oh, Weib! Weib! «Ich weiss nicht,» sagte sie lahm, und ohne irgendeinen Uebergang fügte sie plötzlich hinzu: «Küssen Sie mich... aber nur ein einziges Mal...» (Schluss folgt.)

N» 25 - 1933 AUTOMOBIL-REVUE Sportnachrichten rw Die Scuderia Ferrari probt. Nun geht in -Äürze der wilde Tanz um die Geschwindigkeit wieder los; schon in acht Tagen setzt die offizielle Saison in Tunis ein. Die Scuderia Ferrari, die bekanntlich dieses Jahr überaus stark ist, macht nun ernst und hat anfangs dieser Woche auf der Monzabahn die von ihr umgebauten Alfa Romeo-8-Zylinder ausprobiert. Die Aenderung betrifft vor allem die Auswechslung des Zylinderblocks, um statt des Zylinderinhalts von 2336 ccm einen solchen von 2500 ccm zu erhalten. Der Wagen wurde abwechslungsweise von folgenden Fahrern ausprobiert: Nuvolari, Trossi, Ferrari, Brivio, Siena, Foligno, Ramponi und Comotti. Die Versuche ergaben sehr gute Resultate. Der Wagen wird unter Borzacchini und Nuvolari in Tunis seine Feuerprobe bestehen, x. Vor dem Grossen Preis von Tunis. Die meisten Rennfahrer sind bereits nach Tunis aufgebrochen, um das Training für den am 26. März dort stattfindenden Grand Prix rechtzeitig aufnehmen zu können. Die italienischen Fahrer schifften sich Mitte dieser Woche mit ihren Wagen in Genua ein; der Bugatti von Varzi trat in Marseille die Ueberr^tahrt an, und Zehender und Sommer verluden '•ihre Maserati-Wagen in Neapel. Auch der Deutsche Paul Pietsch ist mit seinem Alfa Romeo nach Neapel unterwegs. Rennen in Brooklands. Das Eröffnungsrennen der neuen Saison auf der Brooklandsfcahn in England wickelte sich vor einer ziemlich spärlichen Zuschauermenge ab und ergab die folgenden Resultate : Erstes Handycap-Rennen (Länge 2,02 km, 7 Startende): 1. T. Delaney (Lea Francis); 2. H. Dun- harn (Alvie); 3. Kaye Don (Bugatti). Zweites Handycap-Rennen (Länge 2,01 km, 7 Startende): 1. Le Strange-Metcalf (Abbot-Nash); *. L. Baker (Minerva); 3. G. Dobhs (Riley). Drittes Handycap-Rennen (Länge 5,6 km, 5 Star- IsMo): 1. D. Evans (M. G.); 2. C. Paul (Maserati); ,' ^-. Aldington (Frazer Nash). Viertes Handycap-Rennen (Länge 9,6 km, 6 Startende): 1. Noble (SaLmson); 2. R. 3. W. Appleton (Bugatti); 3. R. Bowes (Bugatti). Eisrennen In Schweden. Bei einem in der Nähe des Wintersportortes Lillehammer auf dem Mjosensee in Schweden stattgefundenen Eisrennen wurden die folgenden Resultate erzielt: Tourenwagen: 1. J. Hansen (Chrysler), 8,43 7/10. 2. Jwar Olrud (Ford). Sportwagen: 1. Arvid Johansen (Poid), 19 Min. X Karl Jensen (Bugatti). Rennwagen: 1. Eugen Björnstad (Alfa Romeo), «S. Hin. 43 Sek. 2/10. Stornfahrt In England. Die vom 14.—18. März stattfindende Sternfahrt des Kgl. Automobilclubs von Grossbritannien weist eine Teilnehmerzahl von 357 Konkurrenten auf, 10 Fahrer weniger als bei dem letztjährigen Rallye. Die Teilnehmer starteten in den verschiedensten Orten Englands und müssen * C auf besonders vorgeschriebenen Strekken das Ziel Hastings erreichen. ' Den Zoll zuerst! Eine nicht besonders kluge gesetzliche Bestimmung in England verpflichtet jeden Gewinner eines Sportpreises im Ausland, bei der Einreise nach der englischen Heimat einen bestimmten Zoll zu entrichten. Der Königlich Englische Automobil-Club hat an Zöllen für die verschiedenen Gewinner der letzten Alpenfahrt nicht weniger als 1300 Fr. ausgelegt. Der Club will natürlich diesen Betrag zurückbekommen; deshalb erhält nun kein Alpenfahrtgewinner seine Trophäe ausgehändigt, bevor er nicht den schuldigen Tribut für seine Leistung (!) entrichtet hat. Also muss man für eine das Land ehrende Tat auch noch Gebühren bezahlen. Welche Logik! x. Neue Autorundstrecke in England. In England wird demnächst mit dem Bau einer neuen, 14 Meilen langen Strassenrundstrecke für Automobile begonnen. Die Bahn wird bei Ivinghoe, 50 km vom Zentrum Londons entfernt, erstellt werden. Die Rennwagen sollen auf der neuen Strassenrundstrecke Geschwindigkeiten bis zu 200 Stdkm. erreichen können. Die Bahn soll so erstellt werden, dass fünf verschiedene Strecken-Varianten, die teils länger, teils kürzer sind, möglich sind. Das Innere der Rundstrecke wird zu einem Flughafen ausgebaut werden. Grosser Preis von Spanien. Die spanische Regierung stellte den Organisatoren des Grossen Preises von Spanien in San Sebastian eine Summe von 250,000 Pesetas zur Verfügung, um eine gute Durchführung der Veranstaltung garantieren zu können. , Die Pläne Graf Czaykowskls. Graf Czaykowski, der in diesem Jahre bekanntlich für den südfranzösischen Rennstall Friedrich ^starten wird, hat sich einen neuen 1500 ccm "Bugatti 8 Zylinder zugelegt, mit dem er vor allem in Nordafrika, sodann auch in Deutschland und England sich an den Rennen beteiligen wird. Der Bugattifahrer Williams, der bekanntlich der offiziellen Equipe angehört, hat bereits das Training auf die neue Saison hin aufgenommen. Gegenwärtig befindet er sich in Molsheim, um an den letzten Vorbereitungen der Bugattirennwagen für die neue Saison hin mitzuwirken. / x. Der französische Fahrer Wimille. der in dieser Saison als Mitglied des südfranzösischen Rennstalles Friedrich starten wollte, konnte sich mit dem Leiter der Fahrervereinigung nicht einigen und bleibt deshalb für diese Saison weiterhin unabhängiger Alfa Romeo-Einzelfahrer. Mme Itier, die bekannte französische Autosportlerin, wird mit einem neuen 8-Zylinder 1500-ccm-Bugatti auch in der kommenden Saison an den wichtigsten sportlichen Veranstaltungen teilnehmen. Ihr Programm sieht verschiedene grosse Rennen in. Italien, Frankreich und Deutschland vor. x. Der norwegische Rennfahrer Björnstad, der erst 20 Jahre alt ist und bereits mehrere Erfolge in Schweden und Norwegen hinter sich hat, erwarb sich kürzlich in Mailand einen 2,3 Liter 8 Zyl. Alfa Romeo-Rennwagen, mit dem er die Farben der italienischen Firma an allen grossen skandinavischen Rennen verteidigen wird. Der italienische Fahrer Premoli, der beim letztjährigen Montenero-Rundstreckenrennen schwer verunglückte und nun nach einer langen Rekonvaleszenzzeit wieder völlig hergestellt ist, wird auch in diesem Jahre sportlich aktiv sein. Bekanntlich baute Premoli in das Chassis eines Bugatti-2300-ccm-Rennwagens einen 3000-ccm-tMaseratimotor ein. Der Wagen wurde nun einer gründlichen Ueberholung unterzogen und stark verbessert, so dass Premoli sich von der neuen Saison viel verspricht. x. Enthüllungsfeier des Karl-Benz-Denkmals in Mannheim. Der Reichspräsident von Hindenburg hat die Schirmherrschaft des Karl- Benz-Denkmals übernommen, das unter grossen Feierlichkeiten am Ostersonntag in Mannheim enthüllt werden soll. An die Spitze des Ehrenausschusses für das Denkmal sind Mitglieder der Reichsregierung und die bedeutendsten Persönlichkeiten des deutschen- „Elle colle litteralcment a la route, c'est parce qu'elle a ete construite en Europe pour les routes europeennes" Ainsis'expnme leplusgrand consortium de fabricants d'automobiles americains ä propos d'une de ses marques fabriques en Europe. Les voitures sans soupapes sont, construites depuis 30 ans en Belgique pour les routes beiges, dont l'etat defectueux surtout de suite apres la guerre est reste legendaire. C'est une des raisons pour lesquelles leur tenue de route, aussi bien que leur Suspension sont irreprochables. Aveo une IVIINERVA vous roulerezavec le maximum de securite et de confort, specialement aux grandes allures. PRIX de 10 a 40,000 frs Automobilismus getreten. Die eigentliche Enthiüllungsfeier, die zu einer Manifestation für den Automobilismus werden soll, wird von einer historischen Automobilschau «Einst und Jetzt» begleitet. Ein grandioser historischer Korso wird eine noch nie gesehene Zahl von Fahrzeugen aus den Anfangszeiten des Automobils vereinigen. Viele hundert Zusagen inund ausländischer Automobilvereinigungen lassen daraus schliessen. dass die Mannheimer Benz-Woche in der kommenden Osterzeit zu einer Weltfeier des Automobilismus wird. x. A.D.A.C.-Reichsfahrt 1933. Nachdem die letztjährige Reichsfahrt einen sehr grossen Erfolg ergab, ist sie auch für 1933 wieder als 6-tägiger Wettbewerb in Tagesetappen von rund 500 km aufs neue ausgeschrieben worden. Als Startort der vom 2.—7. Mai stattfindenden Fahrt ist Eisenach, als Ziel Dresden in Ausssicht genommen worden. Die Strecke weist folgenden Verlauf auf: Eisenach, Harz, Magdeburg, Berlin. Stettin, Stolp, Danzig, Königsberg, Tilsit, Lyck, Allenstein, Osterode, Schneidemühl. Lanzberg a. Warthe, Grünberg, Breslau, Beuthen (Oberschlesien), Gleiwitz, Ratibor, Neisse. Glatz, Waidenburg, Hirschberg, Görlitz. Dresden.: Auf der Berliner Avusbahn ist eine Sonderprüfung für die Wagen über zwei Runden vorgesehen. Der Bewertung der geforderten Minimalzeiten werden die Geschwindigkeitsangaben der Fabrikkataloge zugrunde gelegt. In Masuren wird eine Geländeprüfung veranstaltet und im Riesengebirge eine Bergprüfungsfahrt, die aber keineswegs als Rennen aufgezogen werden soll. mb. Rennen für Gebrauchswagen. Die Oberste Sportkammission, des Oesterreichischen A.C. hat den Bescbluss gefasst. die Kategorie « Tourenwagen » für Wettbewerbe aufzulösen und als neue Kategorie den « Gebrauchswagen > einzuführen. Begründet wird der Beschluss damit, dass die an den Autokonkurrenzen teilnehmenden « Tourenwagen > doch immer mehr oder weniger frisierte Spezialwagen waren. Künftig sind zu derartigen Wettbewerben nur normale Serienwagen zugelassen, die entsprechend den Bestimmungen der Sportkommission bereits seit längerer Zeit im Besitz des Teilnehmers sein müssen. K. K. SALON DE L'AUTOMOBILE GENEVE- STAND 23 Filiale Suisse: Utoquai 29, ZÜRICH, Telephone 27.083 S. A. Perrot. Ouvai & de., GENEVE • Garage de Montchoisi. 8. A., LAUSANNE • Auto-Stand S A.. VEVEY - Widmann & Revaz. Garage Moderne, SION - Garage M. Lmdic. YVERDON - W Segessemann & fils, Garage de la Rotonde. NEUCHATEL - L. Baudere. Garage de Perolles, FRIBOURG • Percy Wiedmer, Garage Moderne, BASEL - Chr. Beyer, Kreuz-Garage, SCHAFFHAUSEN - Schnetz&Co., Garage Central, SOLOTHURN - F.Kfaiber, Sternacker-Garage, ST GALLEN - Dos.h & Meier, Grd. GaragajCHUR - W. Herbst, Maihof-Garage. LUZERN - Auto- Garage W. Kündig. SCHWYZ - Garage A'.Sabatinl, LUGANO - Garage J. Rlnaidi, LOCARNO. Ende Feuer! Vor Salon-Schluss. Noch zwei Tage, und der Salon 1933 gehört der Geschichte an. Wer bis jetzt nicht den Weg nach der Völkerbundsstadt gefunden hat, um der internationalen Versammlung modernster Automobile eine Visite abzustatten, wird sich sputen müssen. Blau lachen letzt die Tage, frählingshafte Lüfte streichen durchs Land, und die Genierseelandschaft erglänzt in zarten Lenz färben': doppelten Grund, sich zu entschliessen! Noch strömen die Besucher unaufhaltsam an den Ständen vorüber, noch wird gehandelt, erwogen, diskutiert, noch sind die Wagen für aller Augen sichtbar und in keiner fremden Hand. Sonntag abend um 8 Uhr aber schliessen sich die Pforten, dann fällt der Vorhang. Eine schwache Stimmung wie Wehmut schwingt jetzt in dem riesigen Raum. Es gilt, sich von Wunderwerken zu trennen, von liebgewordenen Wagen. Letzte Frist ist übrig für die Kauflustigen, die sich noch nicht entschlossen haben, noch können sie den grossen Sprung wagen. Bald aber hämmern wieder Arbeiter, bald werden Teppiche gerollt, Blumen weggetragen, und die Strossen ^Genfs werden wieder ruhiger und nicht mehr von Autos aus allen Landesteilen durchfahren. Dann, wenn der Vorhang über dem Salon gefallen ist, werden vom Direktor bis zum kleinen Boy alle sich recken und strecken: Feierabend! lehn Tage lang flutete die Masse vorbei, zehn Tage lang musste Rede und Antwort gestanden werden. Ebenso sachkundigen wie unwissenden Fragern musste mit der gleichen Liebenswürdigkeit begegnet werden, und oft blieb der Erfolg doch aus. Es war eine grosse, anstrengende Zeit. Der künstliche Hampelmann wird in sich zusammenklappen und nicht mehr seinen vorwitzigen Schnabel vor allen Vorübergehenden aufreissen. Der Lautsprecher verstummt, und vor dem Eingang ruft die Gilde der Programm- und Zeitungsverkäufer sich nicht mehr heiser. Dann kommt die grosse Abrechnung, Soll und Haben dieser Ausstellung werden verglichen, und es wird sich zeigen, wie der Salon 1933 in die Geschichte eingeht. Aber noch hat die Stunde des Torschlusses nicht geschlagen, noch lebt der Salon und es heisst, auf seinem Posten stehen. Eines aber hat die Schau schon jetzt gezeigt: dass sie kraftvoll die Krise zu überwinden verstand. Und das ist der schönste und erfreulichste Sieg, den man sich denken kann! ho. Genf^a* Salon Der Donnerstag am Salon. Ein gutes Omen waltete über dem gestrigen Tag im Salon. Vom frühen Morgen an herrschte ein emsiger Betrieb; 15 310 Personen (12 234 am entsprechenden Tag des Vorjahres) wälzten sich durch die Kontrolle am Saloneingang. Es wurden 1050 (1119) Bahnbillette im Salon abgestempelt. Der kleine Rückgang der abgestempelten Billette ist auf die "besseren Witterungsverhältnisse im Vergleich zum letzten Jahr zurückzuführen, was ja den einen oder anderen Besucher veranlasste, seinen Wagen zu benutzen. Gestern veranstaltete die Sektion Genf des T. C. S. im Salon ihr Bankett Salonbesuch 1933 1932 1933 Becher jg* Besneher | jgfc Freitag 4 891 365 5 203 201 Samstag 8 220 1307 8 753 896 Sonntag 17 441 3 418 17 718 3 857 Montag 6 437 812 7 707 712 Dienstag.... 9 783 784 6 361 698 Mittwoch... 6 911 805 6 662 823 Donnerstag.. 12 234 1119 15 310 1050 Freitag 6 435 815 Samstag .... 13 265 220 Sonntag.... 16 706 3245 Total 102 323 12 890 Aus dem allgemeinen Programm: Samstag. 18. März. 9 Uhr: Eröffnung. — Eintrittspreis: Fr. 1.50 (inkl. Steuer). 15.30 Uhr: Konzert. 20 Uhr: Taverne des Salons: Nachtessen der Sektion Genf des Ae>o-Club Suisse. 23 Uhr: Schluss. Sonntag, 19. März. 9 Uhr: Eröffnung. — Eintrittspreis: Fr. 1.50 (Inkl. Steuer). 9 Uhr: Cross-Country des Salons für Fahrräder, veranstaltet von der Union Cycliste Suisse. 9.45 Uhr: Ankunft der Teilnehmer des Cross-Country auf dem Qual de l'Ecole-de-M£deeine. 15.30 Uhr: Konzert. 16 Uhr: Taverne des Salons: Bekanntgabe der Resultate und-Preisverteilung vom Cross-Country des Salons. 20 Uhr: Schluss. Die Taverne des Salons bleibt bis 23 Uhr geöffnet