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E_1933_Zeitung_Nr.027

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auf 1. April, statt wie bisher auf 1. J»li, in Verkehr gesetzt werden. Steht erst noch die Möglichkeit offen, statt aaf Ende des Jahres vom i. April bis 1. Oktober die Bewilligung zu lösen bzw. die Steuer für das letzte Vierteljahr zurückzuerhalten, wenn die Schilder auf Ende September abgegeben •werden, wirkt dieselbe derart stimulierend auf den Sommerverkehr, dass auch der Ausfall für das letzte Vierteljahr mehr als gedeckt sein wird. Es dürfte bekannt sein, dass viele Hunderte von gebrauchten, noch in sehr gutem Zustande befindliche Wagen mit relativ hohen Pferdestärken und entsprechend hohen Steuern jahrelang unbenutzt in Garagen und Remisen ruhen, nur weil der Betrieb infolge der hohen Steuern zu teuer zu stehen kommt. Die Möglichkeit, für diese Wagen für die beiden Quartale des Sommer-Halbjahres eine Bewilligung zu erhalten, hätte zur Folge, dass eine grosse Anzahl wenigstens für den Sommer in den Verkehr gebracht würde, während sie sonst überhaupt nicht mehr gefahren und früher oder später mit mehr oder weniger Verlust in einen andern, billigeren Kanton abgesetzt werden müsste. Sicher nimmt der Staat besser die Steuer nur für das Sommerhalbjahr als gar keine. Lehrreich ist nach dieser Richtung das Beispiel der Stadt Danzig, wo nach Halbierung der Steuer die Zahl der zirkulierenden Motorfahrzeuge sich verdoppelte, und das Beispiel von Deutschland, wo im vergangenen Jahre infolge Steigerung des Benzinzolles unH der Autosteuern die bezüglichen Einnahmen, statt sich zu vermehren, von 135 auf 113 Millionen Mark zurückgingen. Auch in der Schweiz hat der Zolleingang auf Benzin im Januar 1933 einen starken Rückschlag erfahren durch die vielen auf 1. Januar des Jahres stillgelegten Motorfahrzeuge, woraus wiederum eine starke Reduktion des Benzinzollviertels für die Kantone resultieren wird. 2. Im Auge zu behalten ist auch folgendes: Für denjenigen, der sein Auto für den Winter stillgelegt hat, stehen schliesslicb unsere Bahnen zur Verfügung. So ziehen die Bahnen einen gewissen Vorteil aus der neuen Möglichkeit einer vierteljährlichen Steuer und der daraus sich ergebenden Betriebseinstellung der Motorfahrzeuge für den Winter, was insbesondere dem Kanton Bern mit seinen Dekretsbahnen nur recht sein kann. Er erhält einen Teil des Ausfalles an der Autosteuer im Winterhalbjahr in Form eines vermehrten Zuspruches gegenüber den Eisenbahnen. Demgegenüber wird heute noch von Seiten der Behörden auf die sog. t Auto-Herren » mit Luxuswagen hingewiesen, bei denen der Staat bei einer Vierteljahressteuer für den Winter der Steuern verlustig gehe, da dieselben in der Hauptsache nur im Sommer reisen und inskünftig auch nur für den Sommer den Ausweis lösen werden, statt wie bisher für das ganze Jahr. Darauf ist zu erwidern, dass es schon lange und besonders infolge der heutigen Krise keine «Auto-Herren» mehr gibt und dass die grosse Masse der Motorfahrzeugfahrer sich aus Kaufleuten, Gewerbetreibenden, Landwirten, Inhabern von sog. freien Berufen, Beamten, Angestellten, Industriellen und aus Lohnarbeitern rekrutiert, die alle das Fahrzeug als Nutzfahrzeug halten und beim heutigen Konkurrenzkampf meistenteils ohne dasselbe nicht mehr auskommen. Naturgemäss muss die Gestaltung der Steuerverhältnisse auch im Motorfahrzeugverkehr in erster Linie auf diese Leute Rücksicht nehmen. Die bisherige Einstellung nach den sog. «Auto-Herren » ist durch die heutigen, hartnäckig andauernden Krisenverhältnisse überholt. Eigentlich sollten entsprechend der heutigen Deflation und Aufwertung unseres Geldes auch die Auto-Steuern ziffernmässig zurückgehen, indem die heute zu leistende Steuer in Wirklichkeit gegenüber früher eine wesentlich höhere Realleistung darstellt Darum sollte zum allermindesten dafür gesorgt sein, dass der Fahrzeughalter nicht noch Steuern bezahlen muss für eine Zeit, da er überhaupt nicht fährt, so vor allem im Oberland und im Jura, wo bisher in den Sommermonaten gefahren wurde, aber für das ganze Jahr die Steuer entrichtet werden musste. Die Auto-Steuern bedeuten heute mehr denn je eine empfindliche wirtschaftliche Belastung für alle Betriebe; um so mehr muss die anbegehrte Erleichterung durch die Vierteljahressteuer als gerecht und notwendig erscheinen. 3. Bereits hat das Bundesgericht in seinem Entscheide vom Jahre 1929 in Sachen Dr. Guillermin gegen Kanton Waadt und Genf auf interkantonalem Gebiete den Weg gewiesen, der beschritten werden muss. Es stellte auf das Kalendervierteljahr ab und verteilte die Steuern zwischen Kantonen, in denen im gleichen Jahre das nämliche Fahrzeug domiziliert war, nach Kalender-Vierteljahren. Auf Kurven ist der Wagen schon ein paarmal ecklig gerutscht, aber Eric kann fahren und zwingt ihn immer wieder in die Richtung. So geht das eine ganze Weile, und Bess denkt, nun müssten sie bald in der Stadt sein; aber sie kommt nicht, und als Bess Eric fragt, ist der recht nervös geworden — natürlich, die Strasse ist glatt geworden, und die Konferenz — er sagt etwas von einer anderen Strasse. Und Bess glaubt ihm. Bess ist in dieser Nacht bereit, alles zu glauben; vorläufig wird sie noch für Meyer & Meyer schreiben, aber die Geschichte mit Friedrich muss schon am Montag aufhören, der hat in den letzten Tagen viel zu viel von Stube und Küche gesprochen. Als « Betty» konnte man vielleicht in dem lichtblauen Bornstein sitzen, aber als «Bess» Bess wird aufgerüttelt, denn es kommt etwas Merkwürdiges, eine Kurve, eine sehr scharfe Kurve. Gerade will Eric etwas abstoppen, um dann wie ein Rennfahrer mit Vollgas hineinzugehen, da steht plötzlich ein Mensch in dieser Kurve und schlägt mit einer roten Lampe einen Kreis. Das ist doch eine Unverschämtheit! Man baut sich doch nicht bei Nacht und Glatteis in einer Kurve auf. Niemand wird doch mitten im Walde anhalten und sich ausplündern lassen! Eric gibt Vollgas, flucht vor sich hin, aber Kurven mit Hindernissen sind auch nicht leicht -r- und nun krallt eiskaltes Entsetzen nach Bess, der Wagen schleudert, rutscht, streift einen Baum, irgendwo kracht es, und dem gleichen Boden steht das neue eidgenössische Verkehrsgesetz in Art. 71, Ziffer 6, wo festgelegt wird, dass beim Wechsel des Standortes eines Fahrzeuges von einem Kanton in den andern, die Steuer im folgenden Kanton « vom Beginn des der Verlegung folgenden Kalenderquartals zu entrichten sei •. Obwohl die bundesrechtliche interkantonale Ordnung die eigene interne Steuerordnung des Kantons nicht berührt, so ist durch die interkantonale Ordnung dennoch für die Kantone der Weg vorgezeichnet. Eine lückenlose und befriedigende Anpassung der kantonalen Ordnung an die interkantonale ist nur denkbar bei Einführung einer kantonalen Vierteljahressteuer; offenbar ist die gesetzgebende Behörde des Bundes auch von einer solchen ausgegangen. Wir können nicht glauben, dass hier der Kanton Bern aus unbegründeten fiskalischen Bedenken und in Verkennung der grossen wirtschaftlichen Bedeutung des Motorfahrzeugverkehrs in der notwendigen Fortentwicklung der Verhältnisse zurückbleiben werde; vielmehr geben wir unserer Hoffnung Ausdruck, dass diesmal unser berechtigter Wunsch gehört werde, und zwar mit sofortiger Wirkung für das Jahr 1933. 4. Ein Umstand, der bis heute wesentlich mitgeholfen hat, die Einführung der gewünschten Aenderungen zu verzögern, ist der Widerstreit der Meinungen darüber, wer zur Einführung der Vierteljahressteuer kompetent sei, der Regierungsrat oder der Grosse Rat. Hierseits besteht die Auffassung, dass aus der Kompetenz des Regierungsrates zum Erlass der Vollziehungsverordnung sich auch diejenige zur Einführung der Vierteljahressteuer ergebe, wie denn auch schon im Jahre 1931 vom 1. Oktober hinweg für das letzte Quartal eine Vierteljahressteuer zugelassen wurde, ohne dass der Grosse Rat diesbezüglich begrüsst worden wäre. Wir haben uns deshalb erlaubt, unsere Eingabe an die oberste vollziehende Behörde des Kantons zu richten. Sollte diese aus irgend einem Grunde zur Auffassung gelangen, dass für die Frage der Viertoljahressteuer der Grosse Rat zuständig sei, so soll unsere Eingabe auch als an den Grossen Rat gerichtet gelten. Wir möchten in dem Falle den hohen Regierungsrat bitten, dafür zu sorgen, dass die Frage der Vierteljahressteuer wesen ihrer Dringlichkeit noch in der kommenden Märzsession des Grossen Rates behandelt und erledigt werden kann. J«MT» Der Verkehr an Niveauübergängen. (Aus dem Bundesgericht.) Die Bahnlinie Bern-Luzern kreuzt südwestlich von Escholzmatt die Kantonsstrasse in einem durch eine Barriere gesicherten Niveauübergang. Einige Minuten vor dem Eintreffen des Morgenzuges Langnau-Luzern fuhr daselbst am 5. Mai 1929 ein Personenauto unter nicht ganz abgeklärten Umständen von Escholzmatt her in die herabgelassene Barriere, knickte die erste Barriere, die in die Höhe geschoben wurde, geriet über die Geleise weg an die zweite Barriere und kam erst 30 m jenseits des Bahnüberganges an der Strassenböschung zum stehen Der Autofahrer musste sich einer Spitalbehandlung unterziehen und sein Wagen war stark beschädigt.. Nachdem sowohl der Autofahrer als die diensttuende Barrierenwärterin in dem gegen sie eingeleiteten Strafprozess freigesprochen worden waren, belangte der Automobilist die Bundesbahnen und die Barrierenwärterin in einem Zivilprozess auf 10 000 Fr. Schadenersatz unter solidarischer Haftbarkeit. Die Wärterin hatte kurz vor dem Eintreffen des Autos die bereits herabgelassene Barriere ein wenig gehoben, um eine Fussgängerin und zwei Radfahrer durchzulassen. Der Kläger behauptete nun, er habe beim Heranfahren auf 60 bis 70 m Entfernung gesehen, dass sich die Barriere in die Höhe bewege und dann der Barrierenwärterin zweimal Signale gegeben; doch habe sich diese nicht darum gekümmert, sondern in der entgegengesetzten dann rutschen die Hinterräder ganz sanft in den Graben. — Die Fahrt ist aus. Das alles geschieht nicht weit entfernt von dem Mann mit dem Licht. Natürlich wird ihm Eric jetzt unheimlich grob werden; er wird Schadenersatz fordern, es gibt einen Prozess, eine recht böse Geschichte für Bess. Eric ist natürlich herausgesprungen, aber man hört ihn nicht schimpfen, er ist ganz Kavalier. Aber dafür hört Bess etwas schrill pfeifen — wie eine Polizeipfeife klingt es — und dann brechen trockene Aeste, ein Hund bellt, und dann steht ein Polizist in Uniform vor dem Wagen: «Kommen Sie mal raus, Fräulein! » Es hilft nichts, dass sie schrecklich vornehm tut, sie muss mit ihren dünnen Schuhen in den hohen Schnee hinaus, die Kunstseidenen werden im Augenblick pitschnass. «Na, S i e haben wir wenigstens», sagt der Wachtmeister. «Haben Sie Papiere?» Woher soll sie denn Papiere haben? Aber der Herr Eric... «Der wird wohl auch keine haben! Kennen wir. Wie heisst er denn?» Das weiss Bess nicht einmal. Eric heisst er, das hat bisher genügt. Der Polizist wird immer gemütlicher: «Na, den Eric werden wir bald haben, der kommt nicht weit. Und dann steigen wir ins Polizeiauto, und dann geht's gratis und franko ins Kittchen. Und morgen früh sehen wir weiter.» AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N°27 ^re Richtung nach dem Zuge ausgeschaut. Erst als er bei der Barriere angelangt sei, habe sie die Barriere herabgelassen, so dass dem Wagen das Verdeck weggerissen und die Windschutzscheibe zertrümmert worden sei, während er selber einen solchen Schlag an den Kopf erhalten habe, dass er das Bewusstsein verloren habe. — Die Barrierenwärterin behauptete dagegen, die Schranke sei schon völlig,geschlossen gewesen, als der Kläger in sie hineingefahren sei. Das Amtsgericht Luzern, das Lazerner Obergericht und in oberster Instanz das Bundesgericht haben die Klage des Automobilisten abgelehnt und eine Widerklage der S.B.B, auf 290 Fr. Schadenersatz für die zertrümmerte Barriere gutgeheissen. Es entsprach der Uebung und widerspricht nicht den geltenden Vorschriften, dass die schon geschlossene Schranke für einen Augenblick wieder gehoben wurde, um Fussgänger und Radfahrer passieren zu lassen. Dagegen dürfen Fuhrwerke und Autos nach einmal herabgelassener Barriere vor der Durchfahrt des Zuges nicht mehr durchgelassen werden. Sodann war die Barrierenwärterin nicht verpflichtet, sich um die Signale des Klägers zu kümmern; bei vielen Niveauübergängen, namentlich solchen mit Fernbedienung, hat der Barrierenwärter überhaupt keine Sicht auf die Strasse, und die Strassenbenützer wurden im vorliegenden Falle 150 m vor dem Niveauübergang durch eine grosse Tafel gewarnt. Die Beschädigungen und Farbspuren am Auto, sowie die Beschädigung der Barriere sprechen eher dafür, dass sich die Barriere beim Zusammenstoss schon in der Gabel befand, also gänzlich geschlossen war In diesem Falle wäre der Kläger auf grob fahrlässige Weise in die Abschrankung hineingefahren. Aber auch wenn man der Darstellung des Klägers folgt und annimmt, dieser habe die Barriere auf 60 bis 70 m in Bewegung gesehen, muss sein Verhalten als fahrlässig bezeichnet werden. Sowie der Kläger an der übrigens sehr übersichtlichen Strassenstelle die Barriere in Bewegung sah, war er verpflichtet, seine Fahrt zu verlangsamen und wenn nötig anzuhalten. Die Barriere kann unmöglich erst im letzten Augenblick auf ihn herabgelassen worden sein, weil das Schliessen der Schranke nach den kantonalen Feststellungen fünf bis neun Sekunden in Anspruch nimmt. Das schwere Verschuldet, des Autofahrers bildet demnach die einzige Uniallursäche. Der Rechtsfall bildet eine unmissverständliche Warnung vor allzu «forschem» Forcieren von Niveauübergängen! Wo. Ortsbehbrden und Geschwindigkeitsvorschriften. Dürfen Ortsbehörden generelle Geschwindigkeitsvorschriften erlassen ? Die Stadt Zürich trug sich dem Vernehmen nach mit dem Gedanken, für ihr Gebiet für den motorischen Fahrzeugverkehr eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km generell einzuführen. (Wie uns mitgeteilt wird, ist man zuständigen Ortes von dieser Absicht bereits wieder abgekommen. Die Red.) Die Frage, ob ein Fahrtempo von höchstens 40 km für städtische Verhältnisse angemessen oder ungenügend sei, mag hier offen bleiben. Dagegen stellt sich die Rechtsfrage, ob eine «Kittchen?» schreit Bess. «Um Gottes Willen! Was ist denn los!» «Ja, Fräulein, auf Sie haben wir gerade gewartet, auf Sie und den feinen Herrn.» Und dann kommen wieder zwei Polizisten an, und die haben Eric in der Mitte, und der eine hat ihm eine Fessel angelegt, und Erics Anzug ist zerrissen, er hat eine Beule am Kopf und sieht gottesjämmerlich aus. «So ist's recht», sagt der Polizist. «Erst einen Wagen klauen, mit der Braut losfahren, dann in den Graben und zuletzt losschieben wollen.» Betty — «Bess» ist in der Versenkung verschwunden— schreit auf. Nein, sie hat nichts gewusst, sie hat nichts damit zu tun! «Aber woher denn», meint der Polizist. «Kein Mensch hat was damit zu tun, der Autokarl und die Olga in der Stadt auch nicht und der Mann in der Garage, der anstatt der vorgeschützten Reparatur die Nummern änderte, erst recht nicht. Und der Wagen soll auch nicht versilbert werden, der fährt nur spazieren. Betty setzt sich, so kalt es auch ist, aufs Trittbrett, heult und sieht gar nichts mehr. Sieht auch nicht, als Scheinwerfer herankommen, als ein Wagen in der Nähe hält, und schreckt erst entsetzt auf, als sie eine bekannte Stimme hört. «Was ist denn hier los?» Wahrhaftig, es ist Friedrich, und der Wagen der lichtblaue Bornstein, und Friedrich Ortsbehörde befugt ist, generelle Geschwindigkeitsvorschriften zu erlassen. Gemäss Art. 25, Abs. 3 des Gesetzes setzt der Bundesrat für schwere Motorwagen Höchstgeschwindigkeiten fest. Für andere Motorfahrzeuge kann er durch Verordnung Vorschriften über die Höchstgeschwindigkeit erlassen. Demnach ist für den Erlass von solchen generellen Vorschriften einzig der Bundesrat sachlich zuständig. Eine Delegation dieser Befugnis an kantonale oder lokale Instanzen hat nicht stattgefunden. Die Botschaft des Bundesrates zum neuen Gesetz hat ausgeführt: «...Man würde, wenn man den Kantonen das voraussetzungslose Bestimmungsrecht, z.B. über Geschwindigkeit, Belastung, Beleuchtung, einräumen wollte, mit der einen Hand nehmen, was man mit der anderen gegeben hat. Und es würde damit der ganze Zweck der einheitlichen Regelung eines seinem Wesen nach die Kantonsgrenzen überschreitenden Verkehrs vereitelt.» Geschwindigkeitsvorschriften unterliegen daher grundsätzlich der bundesrechtlichen Regelung. Nun haben wir allerdings einen Art. 3, der folgendermassen lautet: « Die Kantone können die Benützung aller oder einzelner Strassen, die dem Durchgangsverkehr nicht geöffnet sind, durch Motorfahrzeuge und Fahrräder, soweit sie nicht im Dienste des Bundes beansprucht wird, ganz untersagen oder zeitlich beschränken. Vor der Aufstellung dauernder oder periodisch wiederkehrender zeitlicher Beschränkungen hören sie den Bundesrat an. Die Kantone können für bestimmte Strasseostrecken, wo die Sicherheit des Verkehrs oder die Anlage der Strasse es notwendig macht, weitere beschränkende Massnahmen treffen. Gegen Verfügungen, die dauernde Beschränkungen enthalten, kann innert drelssig Tagen, von der Veröffentlichung ap gerechnet, beim Bundesrat Beschwerde erhoben werden. Ebenso bleibt für besondere Strassenverhältnjsse die örtliche Regelung durch polizeiliche Verkehrsvorschriften vorbehalten; sie bedarf der Genehmigung der kantonalen Behörde. » Aus dem dritten Absatz dieses Artikels ergibt sich zwar, dass örtliche Polizeimassnahmen zulässig sind, jedoch nur für besondere Strassenverhältnisse und flicht allgemein. Es darf sich dabei zudem nicht um eine Beschränkung des Verkehrs handeln, sondern bloss um dessen Regelung, im Gegensatz zu den Beschränkungen nach Abs. 1 und 2. Unter einer solchen Regelung kann Festlegung einer Einbahnstrasse, Zirkulation zwischen Fussgängerinseln, Verbote des Ueberholens an bestimmten Stellen, Höchstbelastung beim Befahren von Brücken etc. verstanden werden. (Vgl. Kommentare Badertscher Seite 7 und Strebel Seite 133.) Der Gedanke, dass in Art. 3, Abs. 3 eine Delegation des Bundes an die Ortsbehörden zur Festsetzung von generellen Höchstgeschwindigkeiten liege, ist bestimmt abzulehnen. Das Gesetz und die bisher erschienenen Kommentare unterscheiden zwischen räumlichen und funktionellen Beschränkungen. Für erstere sind zugunsten der Kantone und Ortsbehörden in Art. 3 gewisse Vorbehalte gemacht worden; iunktiO" neue Beschränkungen (Geschwindigkeit, Beleuchtung etc.) sind grundsätzlich dem Bunde reserviert geblieben. Die Botschaft des Bundesrates hat ausgeführt: « Dass man den Kantonen mit dem Rechte der Beschränkung auch die Befugnis habe erteilen wollen, tunktionell den Auto- und Fahrradverkehr nach Belieben zu gestalten, würde im Widerspruch stehen mit der im ersten Absatz von Art. 37bis dem Bunde verliehenen Bestimmungsfreiheit.» Auch wo ortspolizeiliche Verkehrsvorschriften gemäss Art. 3, Abs. 3 an sich zulässig sind, können sie sich jeweils nur auf besondere Strassenverhältnisse erstrecken und dürfen erkennt sie natürlich sofort, sagt «Nanu», und holt zuerst einmal Erics Wagen mit aus dem Graben. Und als der mit zerbeultem Kotflügel wieder auf der Strasse steht, fragt er den Polizisten, was hier gespielt wird, und als der was von der Diebeskolonne sagt, schüttelt er den Kopf. «Stimmt nicht ganz», sagt Friedrich. «Braut ist schon richtig, aber nicht von dem da. Die Betty ist meine Braut. Den alten Gierke von der Grossgarage kennen Sie doch. Na, und die Betty ist dem seine Tochter!» «Ja, aber ins Kittchen muss sie doch!» sagt der Polizist. Und nun redet Friedrich das Blaue vom Himmel, und schliesslich fährt Eric allein ins Kittchen, und Betty kuschelt sich neben Friedrich in den Bornstein. «Du, Friedrich», sagt Betty, «das war mächtig anständig, dass du mich als deine Braut ausgegeben hast.» Und nun muss er doch langsam fahren, weil zwei Arme sich um ihn schlingen und weil er mitten auf der Strasse einen Kuss kriegt. Beinahe wäre der Bornstein auch noch in den Graben getrudelt. Vier Wochen später schreibt Betty nicht mehr «Sehr geehrter Herr!» und «Hochachtungsvoll», sondern sie sitzt an der Nähmaschine und näht Aussteuer. Und Eric sitzt auch irgendwo und klebt Tüten. Und Stube und Küche sind gemietet. Aber den Namen « Bess » mag Betty nicht mehr hören...

N° 27 - 1933 AUTOMOBIL-REVUE nicht generell für ein ganzes Stadtgebiet erlassen werden. Eine andere Auslegung des neuen Verkehrsgesetzes würde die unerfreuliche Folge haben, dass jede Lokalbehörde Höchstgeschwindigkeiten nach Belieben festsetzen könnte, die eine 20 oder 30, die andere 40 oder 50 km. Dadurch würde die erzielte Vereinheitlichung des Verkehrsrechtes in einem wichtigen Punkte wieder hinfällig gemacht werden können. Adv. Lutz (Flawil). Schweizerische Rundschau Die Verteilung des Benzinzoll-Viertels. Der Bundesrat hat in seiner letzten Sitzung die Verteilung des den Kantonen zukommenden Anteiles am Ertrag des Benzinzolles oro 1932 auf Grund der durch Bundesbeschluss vom 21. Februar 1928 festgelegten Rechnungsbasis vorgenommen. Es stehen 11,205 Mill. Fr. zur Verfügung, die auf die Kantone wie folgt verteilt werden: Zürich Fr. 1.297.212 Bern » 1.558.918 Luzern > 320.S34 Uri » 126.583 Schwyz » 218.944 Obwalden » 97.015 Nidwaiden » 64.552 Glarus » 179.534 Zug » 118.579 Freiburg » 380.820 Solothurn » 303.773 Baselstadt » 254.245 Baselland » 252.024 Schaffhausen » 105.889 Appenzell A.-Rh. » 161.770 Appenzell I.-Rh. » 33.465 St. Gallen » 748.326 Graubünden > 942.573 Aargau ^ 725.321 Thurgau » 489.138 Tessin » 617.120 Waadt » 1.097.170 Wallis » 501.292 Neuenburg > 373.185 Genf » 227.926 Bekanntlich besteht noch ein Ausgleichs- "^•nds, um hauptsächlich den weniger finanzkräftigen Qebirgskantonen in vermehrtem Masse entgegenkommen zu können, und ihnen den Ausbau und Unterhalt der Gebirgsstrassen besser zu ermöglichen. Für diesen Zweck stehen 250,000 Fr. zur Verfügung, die nachstehende Verwendung fanden: Url 75.000 Fr., Schwyz 15.000 Fr., Obwalden 50.000 Fr., Nidwaiden 20.000 Fr., Zug 10.000 Fr., Baselland 10.000 Fr., Appenzell I.-R. 10.000 Fr., Tessin 20.000 Fr., Wallis 40.000 Fr. Wir werden in nächster Nummer nochmals auf diesen Strassenbeitrag an die Kantone zurückkommen. Ausland Die Steuermodalitäten Im Ausland. Die « R.A.C.I.», das offizielle Organ des italienischen A. C, brachte kürzlich eine interessante Zusammenstellung über die Vorschrif- ^n bezüglich Zahiungsweise der Motorfahrzeugsteuern in verschiedenen europäischen Ländern. Mit Rücksicht auf die gerade auch bei uns aktuelle Frage der Neugestaltung der Motorfahrzeugbesteuerung mas nachstehende Uebersicht von Interesse sein : Oesierreich: Die Verkehrssteuer kann vierteljährlich bezahlt werden. Belgien: Die Jahressteuer kann in 3- oder 6monaU liehen Raten bei einem Zuschlag von 10 Prozent bezahlt werden. Tschechoslowakei: Die Steuer kann in zwei Raten, also semesterweise, bezahlt werden. Es wird ein Zuschlag von 5 Prozent erhoben. Dänemark: Steuern*im Betrage zwischen 160 und 260 Kronen können in 2 Teilzahlungen gemacht werden. Beträgt die Steuer mehr als 260 Kronen, so ist vierteljährliche Zahlung zulässig. Frankreich: Die Steuer kann vierteljährlich bezahlt werden. Deutschland: Bei monatlicher Zahlung wird ein Zuschlag von 8 Prozent, bei vierteljährlicher Zahlung ein Zuschlag von 6 Prozent und bei halbjährlicher Zahlung ein solcher von 3 Prozent erhoben. Nach der neuen Regierungsvorlage sollen diese Zuschläge sogar wegfallen. England: Die Steuer kann viertel- oder halbjährlich bezahlt werden. Bei quartalsweiser Entrichtung beträgt die Abgabe 27 % Prozent der Jahressteuer. Norwegen: Die Steuer ist für 1 Jahr «u entrichten, doch wird eine Zahlungsfrist bis zum 1. März eingeräumt. Holland: Die Verkehrssteuer kann vierteljährlich oder jährlich bezahlt werden. Polen: Die Steuer kann quartalsweise bezahlt werden. Spanien: Die Steuer ist in zwei Semesterraten zu entrichten. Ungarn: Die Steuer kann in vier Quartalsraten bezahlt werden. Rumänien: Die Steuer kann quartals- oder sernestervveise bezahlt werden. Schweden: Die Steuer ist jährlich zu entrichten mit einer Zahlungsfrist bis zum 15. Februar. Aus dieser Uebersicht, welche keineswegs Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, ist zu ersehen, dass die grosse Mehrzahl der europäischen Staaten weitgehende Zahlungserleichterung einräumen, und die ganzjährliche Vorausbezahlung, wie sie die meisten Kantone der Schweiz bisher kannten, die Ausnahme bildet. s*> Sitzung der nationalen Sportkommission. Die nationale Sportkommission des A. C S. trat in Genf anlässlich des Salons zu einer von Herrn Decrauzat, Präsident der N. S. K., geführten Sitzung zusammen. Die Verhandlungen wurden mit den von Herrn Decrauzat vorgelegten Vorschlägen eingeleitet, die eine Unterkommission der internationalen Sportkommission in Monte Carlo über den genaueren Begriff der «Sternfahrt» ausgearbeitet hatte. Die N. S. K. beschloss, durch ihre Delegierten bei der nächsten Sitzung der internationalen Sportkommission in Paris die in Monte Carlo gefassten Beschlüsse zu unterstützen. Nach den von der Unterkommission vorgeschlagenen Bestimmungen stellt eine Sternfahrt eine sportliche Veranstaltung dar, die mit beschränkter Schnelligkeit ausgefahren wird und bei der für das Klassement nicht die erzielte Geschwindigkeit, sondern nur die Regelmässigkeit der Innehaltung des Durchschnitts gewertet wird. Der Start muss auf verschiedene Orte verteilt sein, alle Fahrer müssen sich an einem als Ziel geltenden Punkte treffen. So ist z. ß. die Veranstaltung Paris—Nizza keine Sternfahrt, sondern eine Tourenprüfungsfahrt Die verschiedenen A. C. S.-Sektionen, die in diesem Jahre sportliche Veranstaltungen durchführen, haben sich für die Unterstützung durch den Sportfonds angemeldet. Die Sektion Genf des A. C. S. hat dies für ihr Kilometerrennen von Saconnex bereits vorher ebenfalls getan. Folgende Sektionen haben sich nun weiterhin eingeschrieben: Sektion Waadt für das Bergrennen Montreux—Caux, Sektion St. Qallen-Appenzell für das Rheineck—Walzenhausen-Bergrennen und Sektion Tessin für das Monte Ceneri-Rennen, weiter haben sich auch die Sektionen Luzern und Graubünden für ihre Sternfahrten nach Luzern und Arosa um Unterstützung beworben. Ueber den Sportfonds entspann sich in der N. S. K. eine Diskussion, die bei der nächsten Sitzung, die am Vorabend der Delegiertenversammlung des A. C. S. in Basel stattfindet, weitergeführt werden soll. Der Grosse Preis der Schweiz in Bern ist schon jetzt, wenigstens vom sportlichen Standpunkt aus, gesichert Rund 30 Fahrer haben sich damit einverstanden erklärt, bei den vorgesehenen finanziellen Bedingungen zu starten. Alles hängt nun von der Bildung der Genossenschaft ab, die die Finanzierung des Grand Prix zu übernehmen hätte, und von dem rechtzeitigen Ausbau der Rundstrecke. Für die verschiedenen nationalen Rennen wurden die Sportkommissäre wie folgt bestimmt: Montreux—Caux (11. Juni) die Herren Napp, Chantre und Decrauzat; Rheineck—Walzenhausen (25. Juni) die Herren Frei, Lumpert, Töndury und Decrauzat; Monte Ceneri (3. September) die Herren Pierrenumbert, Thommen und Decrauzat oder Töndury. Beim Grossen Preis der Schweiz vom 25. August wird die gesamte nationale Sportkommission vertreten sein. Bei früheren Rundstreckenrennen Hess sich nämlich feststellen, dass eine Delegation von drei Mitgliedern nicht genügte. Die N. S. K. hat weiterhin beschlossen, neue Chronometreure heranzubilden, und versendet an diejenigen, die sie darum ersuchen, das Reglement über die Chronometrierung. Der sportliche Jahresbericht 1932 wird von Herrn Decrauzat ausgearbeitet und wird sich in den Linien der Ausführungen bewegen, die von der N. S. K. bereits angehört und bestätigt wurden. Der Bericht wird der Zentralverwaltung vorgelegt und sodann am Vorabend der Hauptversammlung in Basel den Delegierten übergeben. Die Erkundigungen, die die N. S. K. im letzten Jahre erstmals bei den Rennfahrern wegen den eventuellen Aenderungen im nationalen Sportreglement und im Reglement der Schweiz; Automobilmeisterschaft einzogen, bildeten den Grund einer Anregung der Sektion Bern des A. C. S.> die wünscht, dass in Zukunft auch die Organisatoren angefragt werden sollen. Dieses Verlangen hat durchaus seine Berechtigung, und es wird das nächste Mal auch Berücksichtigung finden. Zum Schluss hatte sich die Kommission noch mit einer Anfrage der U. M. S. zu beschäftigen, die sich danach erkundigte, ob die N. S. K. damit einverstanden ist, dass sich Mitglieder der U. M. S. mit ihren Wagen an den U. M. S.-Tourenwettbewerben beteiligen. Die N. S. K. erblickt in dieser Konkurrenz der U. M. S. keine eigentlichen sportlichen, sondern touristische Prüfungen, so dass sie nicht gezwungen ist, die Teilnahme von Autos zu regeln. bo. Grosser Preis von Tunis. Am nächsten Sonntag. Nach dem Grossen Preis von Pau findet am nächsten Sonntag in Nordafrika das zweite grosse Automobilrennen der neuen Saison statt. Nach einem monatelangen Unterbruch, der mit Vorbereitungen der LE SYMBOLE DE LA QUALITt Wanderer correspond en Performances, spaciositg et agr6menl, aux grandes et puissanfes voitures. Elle a la ligne accomplie et les ra||inements de la voilure la plus diere mais est tr£s £conomique a l'adiat. l'usage et l'entrefien. 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Aus den 23 konkurrierenden Teilnehmern seien nur einige besonders favorisierte Namen genannt: Nuvolari, (Alfa Romeo), Varzi (Bugatti), Borzachini (Alfa Romeo), Fagioli (Maserati), Sommer (Maserati), u. a. Wie man sieht, treffen in Tu^ nis die stärksten internationalen Gegner aufeinander. Das Rennen hat für die Schweiz besondere Bedeutung, da auch drei schweizerische Konkurrenten sich gemeldet haben, und zwar Braillard auf Bugatti, Villars auf Alfa Romeo und Baron von Waldthausen auf Alfa Romeo. Unsere an dieser Stelle vor kurzer Zeit ausgesprochene Vermutung, dass Villars unter Umständen mit seinem am Genfer Kilometerrennen erstmals erprobten Spezialwagen starten werde, hat sich als falsch herausgestellt, in Wirklichkeit starten sowohl Villars wie auch Baron von Waldthausen auf zwei Alfa Romeo, 2300 ccm. Man darf mit Recht gespannt sein, wie die drei Schweizer in Tunis abschneiden werden. Das letztjährige Rennen gewann vor 50,000 Zuschauern Varzi auf Bugatti mit dem hervorragenden Stundenmittel von 145.242 km. Der französische Einzelfahrer Lehoux (Bugatti) kam an die zweite Stelle. Die Nennungen; Borzacchini (Alfa Romeo), Nuvolari (Alfa Romeo), Villars (Alfa Romeo), Baron von Waldthausen (Alfa Romeo), Paul Pietsch (Alfa Romeo), Zanelli (Alfa Romeo), Etaneelin (Alfa Romeo), Benoit Falcetto (Bugatti), Bninet (Bugatti), Graf Czaykoweki (Bugatti), Gaupillat (Bugatti), Joly (Bugatti), Lehoux (Bugatti), Moll (Bugatti), Tosselli (Bugatti), Hartmann (Bugatti), Ghersi (Bugatti), Varzi (Bugatti), Braillard (Bugatti), Sommer (Maserati), Zehender (Maserati), Fagioli (Maserati), Premoli (Maserati). mb. Ein kleiner schweizerischer Rennstall. Schon seit einiger Zeit machen sich erfreulicherweise in der französischen Schweiz neue Kräfte im Automobilsport bemerkbar. Wie wir nun erfahren, haben sich die beiden auch beim Genier Kilometerrennen wieder hervorgetretenen Fahrer Baron von Waldthausen und J. Villars zu einem kleinen Rennstall zusammengeschlossen, um gemeinsam an Rennen teilnehmen zu können. Diese schweizerische Equipe, deren Sitz Versoix bei Genf ist, verfügt vorläufig über folgende Wagen: zwei Alfa Romeo-Achtzylinder-Rennwagen 2300 ccm und ein Alfa Romeo-Sportwagen 1750 ccm, sowie über den von Villars selbstgebauten Spezialwagen, der auch beim Genfer Kilometerrennen startete. Wie wir schon in unserem Rennbericht von Genf meldeten, musste an dem Wagen fast bis zur letzten Stunde vor dem Rennen noch gebaut werden, so dass es Villars nicht mehr möglich war, Versuchsfahrten zu unternehmen. Im übrigen erhielt er den für die Konkurrenz notwendigen Brennstoff nicht, so dass es unter diesen Umständen nur zu begreiflich erscheint, dass der Wagen noch keine überragende Zeit aufstellen konnte. Der Motor des Spezialwagens ergab bei Versuchen die folgenden guten Resultate: 95 PS bei 2500 Touren und 152 PS bei 6000 Touren. Der Spezialwagen von Villars bedarf selbstverständlich noch einiger Zeit, bis er bis in alle Details durchstudiert und erprobt ist. Villars beabsichtigt, mit seiner selbstgebauten Maschine an den schweizerischen Bergrennen teilzunehmen. Den mutigen beiden Fahrern darf man zu ihrem Unternehmen nur Glück wünschen. Neue Rekordversuche in Montlhery. Auf der bekannten Autorennbahn von Linas- Montlhery herrscht gegenwärtig lebhafte Tätigkeit. Neben den \on der Firma Yaco sich in Durchführung befindenden Rekordversuchen hat nun auch die Firma Spido Versuche aufgenommen. Man beabsichtigt die internationalen Rekorde der Klasse 3000 ccm zu schlagen. Fünf Fahrer bilden die Equipe, ausser Yves Boillot sind alle vier andern Piloten (Albert Guyot, Louis Wagner, Arthur Duray und Lucien Haubourdin) über 50 Jahre alt. Der Wagen «Petite Rosalie» der Firma Yaco hat folgenden neuen internationalen Rekord aufgestellt: 6 Tage. 12.945 km 323 (Stundenmittel: 89 Kilometer 898). Bergrennen von Chanteloup. Das schon im Jahre 1898 erstmals durchgeführte französische Bergrennen von Chanteloup bei Paris wird auch in diesem Jahre wieder veranstaltet. Das Rennen, für das sich eine schöne Teilnehmerzahl gemeldet hat, findet am nächsten Sonntae statt