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E_1933_Zeitung_Nr.028

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N° 28 Tedin. Si» «dh Frage 8626. Ungleicher Benzinverbrauch. Bei meinem 15-Steuer-PS-Wagen mach« ich die seltsame Beobachtung, dass der Benzinverbrauch auf 100 km manchmal 30 Liter, dann aber plötzlich nur wieder 5 Liter beträgt. Die Messung nehme ich jeweils so vor, dass nach der Fahrt der Benzinbehälter wieder mit soviel Benzin aufgefüllt sich auf Benzin einstellen und nachher wieder auf Rohöl einregulieren lassen, was immer umständlich* ist. Wird die Vorwärmung zu weit getrieben, len. * wird, bis der bei der Abfahrt festgestellte Stand was im praktischen Betrieb nicht immer zu vermeiden ist, so bilden sich im ganzen Ansaugsyetem Anfrage 263. Anhanger an Personenwagen. wieder erreicht ist. Ich verlasse mich also nicht etwa nur auf die Angaben des Benzinetandsanzeigers am Instrumentenbrett. Können Sie mir das Verpichungen und Verschmutzungen, die wiederum ordnung zum Verkohrsgesctz lautet: «Anhänger an einschliesslich der Ventile und Ventilführungen Art. 17, Abs. 4 der bundesrätlichen Vollziehungsver- Rats«! lösen? F. I. in Z. alle möglichen lästigen Störungen hervorrufen könnengepäcis dürfen nicht länger als 2 Meter sein etc. Personenwagen zur Beförderung des Touristenreise- Antwort: Es iet natürlich ohne weiteres die nötige Gasmenge erhältlich. Der Holzgasbetrieb möglich, mit einem 15-Steuer-PS-Wagen pro 100 eignet sich deshalb schlecht für Fahrten in kupiertem Gelände oder in der Großstadt. Vergasermotors auf alle Fälle geringer als bei Ben- die Höchstgeschwindigkeit von Personenwagen mit Die Motorleistung ist bei Rohölbetrieb eines Art. 44, Abs. 1, lit. d enthält die Vorschrift für Kilometer 30 Liter Brennstoff zu verbrauchen, beispielsweise wenn häufig in den kleinen Gängen, an Der Holzgasbetrieb erfordert ausserdem vom zinbetrieb. Rohöl ist eine Erdölsorte, bei der nur starken Steigungen, mit nicht voll ausgenützter Fahrer auch viel mehr Wartung und Verständnis. die gröberen Verunreinijungen beseitigt sind, die Vörzündung, bei starkem Gegenwind oder vielleicht Hat der Fahrer nicht genügend Interesse daran, aber im Gegensatz zum Benzin noch viel niedrig gar teilweise geschlossener Luftklappe (« Choke») treten leicht Betriebsstörungen auf, und Reparaturen können mehr Schaden verursachen, als der Alles in allem Taten -wir Ihnen von dem Experi- siedende Bestandteile enthält. gefahren wird, Sehr schwierig dürfte es aber sein, mit demselben Wagen nur 5 Liter zu konsumieren. billige oder sogar kostenlose Brennstoff einzuspament ah. at. Es' scheint uns deshalb höchst unwahrscheinlich, dass diese VeTbrauchsziffern stimmen. Wir nehmen eher an, dass jeweils bei der Messung des Reservpirinhalts Fehler unterlaufen, die ja tatsächlich nur allzu leicht unterlaufen können. Steht beispielsweise der "Wagen am Rand einer stark gewölbten Strasse, so rinnt der Reservoirinhalt unter Umständen so stark nach einer Seite hin, dass ein« Falsahmessung von 10 bis 20 Liter eintreten kann. Wir können es uns vorläufig nicht ander» erklären, als dass das der Grund war, weshalb ihr Wagen plötzlich nur 5 Liter pro 100 km hätte verbraucht haben eollen. Umgekehrt wurde vielleicht -auch das Messresultat nach der ersten Etappe durch ein Schiefstehen des Wagens gefälscht. Brennstöffverbrauchsmeseiingen haben nur Anspruch auf einige Genauigkeit, wenn der Wagen beim Auffüllen und Messen, immer an. der genau det gleichen Stelle steht. at. Frage 8627. Holzgasbefrleb. Darf ich Sie um einige Angaben über den Holzgasbetrieb von Automobilen bitten? E. H. in B. Antwort: Das mit dem Holzgasbetrieb ange- j strebte Ziel ist die Verbilligung des Betriebes. Tatsächlich ist eine beträchtliche Betriebsverbilligung möglich, wenn Abfallholz zur Verfügung steht oder j •wenn der Preis für das Brennholz, wie es z. B. in Deutschland der Fall ist, Fr. 1.70 bis Fr, 2.— pro ' 100 kg beträgt. Ein Verbrauch von 1 Liter Benzin. entspricht etwa 2—3 kg Holz. Hieraus lässt sich auch ungefähr der Aktionsradius eines mit Holztas betriebenen Fahrzeuges berechnen. Neben dem Vorteil der Verminderung der Brennstoffkosten hat jedoch der Holzgasbetrieb mehrere zum Teil ziemlich schwerwiegende Nachteile. Infolge -seines Umfanges und Gewichtes lässt sich die Apparatur und darunter vor allem der Ofen nur bei grÖsseren Fahrzeugen. unterbringen. Bei kleineren als 3-Tonnen-Lastwagen wird der Anteil an Reparaturgewicht im allgemeinen IU grosä: Der Ofen erfordert eine Anheizzeit von 5—45 Minuten. Um dabei den nötigen Zug zu- erzeugen, muss entweder der Motor zuerst mit Benzin betrieben werden oder es ist ein elektrisches oder ein von Hand bedienbares Gebl&ie vorzusehen. Die Motorleistung beträgt bei Holzgasbetrieb etwa "H weniger als bei Benzinbetrieb. Durch Erhöhung des Kompressionsverhältnisses ist es allerdings möglich, den Leistungsverlust nahezu ganz zu vermeiden; dafür ist dann jedoch für das Anlaufenlassen des Motors die Anwendung eines besonders kompressionsfesten Brennstoffes wie Benzol oder dergleichen notwendig. Der Hauptnachteil des Holzgasbetriebes besteht darin, dass der Motor wenig anpassungsfähig ist. Fährt beispielsweise der Wagen ein längeres Gefälle hinab oder steht er längere Zeit still und fehlt damit in der Feuerung der Zug, so kühlt sich der Generatorofen ab. Bei einer darauffolgenden Steigung oder zum Anfahren ist dann vielleicht nicht sogleich ren vermag. Bei richtiger Wartung allerdings, -worunter ror allem die periodische Reinigung der Aschefilter zu verstehen ist, besteht ohne weiteres die technische Möglichkeit, einen Holzgasbetrieb störungsfrei durchzuführen. * Fräse 8628. RohBIvergaser. Ich beabsichtige, einen Wagen für den Betrieb mit Gasöl (nicht den Brennstoff für Dieselmotoren) umzustellen (aus ökonomischen Gründen). Was für Aenderuhgen am Vergaser oder Neuanschaffung eines dazu passenden, sind erforderlich? Wird der Brennstoff keinerlei Schäden an den Zylinderwändeh, Kolben und deren Führungen hinterlassen? — Rentiert sich schliesslich die ganze Umstellung, wenn man unter Umständen genötigt wird, ein oder das andere Mal wieder Benzin beizumischen?. Aus was für Mischungen besteht der Brennstoff? Die Startmöglichkeiten werden sicher durch da« hohe Gewicht des Brennstoffes erschwert, ebenfalls wird die Leistung und die Geschwindigkeit nachlassen. C. H. in C. Antwort: Allgemein steht man heute auf dem Standpunkt, dass sich Rohöl ale Brennstoff für Vergasermotoren nicht eignet. Auf die Dauer lässt sich ein richtiger Rohölbetrieb nur mit Dieselmotoren durchführen. Im Lauf der Jahre wurden zwar Dutzende von Rohölvergasern gebaut, die jeweils immer alle nur erdenklichen guten Eigenschaften hätten haben sollen. Leider blieb es grösstenteils immer bei den schönen Hoffnungen und Versprechungen. Auch bei guter Vorwärmung, die unbedingt erforderlich ist, ist es ,fast unmöglich, das Rohöl in einigermassen vernebeltem Zustand in die Zylinder zu bekommen und richtig zu verbrennen. Auch wenn ein ": mit Rohöl betriebener Motor einmal leidlich lief und nicht allzuviel Rauch und Gestank entwickelte^, bestand immer noch die grosse Gefahr, dass durch Niederschläge in den Zylindern das Schmieröl innert kurzer Zeit veTdünnt und unbrauchbar wurde. Es hat aber kei* 1 nen Wert,- an Bxennstoffkosten einzusparen, wenn, man dafür ein Mehrfaches an Schmierölkosten > heraufbeschwört, der Motor immei mehr oder weniger launisch ist und ausserdem noöh die Gefahr„ besteht, da« «floh anormal stark« Abnützungen einstellen. Ein Anlassen d«s Motor« mit Rohöl ist überhaupt nicht möglich. Es müssen deshalb entweder zwei Vergaser vorgesehen werden, wovon der eine zur Benzinvergasung beim Anlassen und Anwärmen dos Motors dient, otter der Rohölvergaser muss luvixt. Spsmedaxai Anfrage 262. Haftpflicht für Unfall. Ich hatte vergangenen Herbst einen Autounfall, der sich folgendermassen zutrug: Bei nasser Asphaltstrasse kam mein Wagen, trotz langsamen Tempos, bei einem Dorfeingang ins Schleudern. Im selben Moment näherte sich von der entgegengesetzten Seite ein anderer Wagen. Im Bestreben, diesem Wagen die Fahrbahn frei zu machen, kollidierte ich mit einer Hausecke. Nachher fuhr mir der andere Wagen in meinen Wagen hinein. Es resultierte an beiden Autos beträchtlicher Materialschaden. In meinem Wagen fuhr eine Bekannte mit, welche verletzt wurde. Die Versicherung stellte nun ein grösseTes Verschulden meinerseits fest und bezahlte den Schaden am anderen Wagen. In der Folge stellte sich nun bei meiner Mitfahrerin durch einen bei dem Unfall erlittenen Nervenschock Haaraugfall ein. Es wird nun vom Vater der Verunfallten gegen mich Schadenersatz geltend gemacht, was ich meiner Versicherung mitteilte. Diese verhält sich aber passiv. Ieh frage Sie nun an, ob die Versicherung nicht auch verpflichtet ist, die verunfallte Mitfahrerin zu entschädigen? Der andere Automobilist war bei der gleichen Gesellschaft versichert. Eine Kaskoversicherung war weder bei mir noch bei dem andern Automobilisten vorhanden. Der vom Vater der Verunfallten gestellte Schadenersatzanspruch ist 2000 Fr. plus Arztkosten. Antwort: Nachdem Ihre Versicherungsgesellschaft selbst zugegeben hat, dass Sie an dem in Frage stehenden Unfälle das Hauptverschulden trifft, so hat diese im Umfange Ihres Verschuldens sämtlichen Schaden zu ersetzen. Wenn Sie also z. B. an dem Unfall 75°/« Verschulden trifft, werden die gegen Sie erhobenen Schadenersatzansprüche auf der Basis von 75°/o erledigt Zweifellos besteht Ihre Haftpflicht nicht nur dem andern Automobilisten gegenüber, Sondern auch Ihren Mitfahrern gegenüber. Ihre Haftpflichtversicherung hat dafür aufzukommen, sofern es sich nicht um Ehegatten oder Blutsverwandte des Lenkers handelt. Unserer Auffassung nach hat also wenigstens zum Teil Ihre Versicherungsgesellschaft für den Schaden Ihres Mitfahrers aufzukommen. Sollte sie sich weigern, müssten Sie sich von dem Mitfahrer einklagen lassen. Die Versicherung hätte dann den Betrag, zu dem Sie verurteilt werden, zu bezah- Anhängern. Art. 63, Abs. 5 lautet: «Personenwagen dürfen einen einachsigen Anhänger zur Beförderung de« Touristenreisegepäcks mit sich führen.» Art. 82, Abs. 5 lautet: «Nach Ahlauf von '*rtl Jahren dürfen schon im Verkehr stehende Anhänger an Personenwagen nicht mehr verwendet wenden. Während der Uebergangszeit gelten für sie die Art. 17, Abs. 4 und Art. 44, Abs. 1, lit. d.» Nachdem also unter Art. 63 die Anhänger aa Personenwagen generell bewilligt werden, werden sie unter Art. 82 generell verboten, und die Einschränkungen der erst erwähnten Artikel Kelten nur für die Uebergangszeit. Die Anwendung sämtlicher Vorschriften wflr6to bedeuten, dass ein Anhänger, der heute schon im Verkehr steht und z. B 3 m lang ist, auf 2 m vw. kürzt werden müsste, nach Ablauf von drei Jahres aber nicht mehr verwendet werden darf. Dann aber darf ein neuer Anhänger, der jetzt nicht im Verkehr gestanden ist, nach Art. 63 verwendet werden. Es würde mich interessieren, zu vernehmen, wt» Sie diesen Widerspruch erklären. Antwort: Grundsätzlich ist festzuhalten, dam durch die Vollziehungsverordnung Anhänger an Personenwagen grundsätzlich verboten sind mit Ausnahme der in Art. 17, AI. 4 vorgesehenen Anhänger zur Beförderung des Touristenreisegepäck«. Die heute noch vorhandenen Anhänger an Personenwagen dürfen, soweit sie dem Warentransport dienen, noch drei Jahre lang verwendet werden. Nach diesem Zeitpunkt dürfen mit Personenwagen keinerlei andere Anhänger zirkulieren als die bebreits erwähnten Anhänger zur Beförderung des Touristenreisegepäcks. Personenwagen, die mit solchen Anhängern ausgerüstet sind, dürfen ausserorts mit 50, innerorts mit 30 km pro Stunde fahren (Art. 44 der Vollziehungsverordnung). Die Vorschrift des Art. 44, Abs. 1, lit. d gilt ausschliesslich nur für Anhänger zur Beförderung von Touristenreisegepäck. Desgleichen ist der Fall in Art. 63, AI. 5. Hier wird ausdrücklich die Erlaubnis eines Anhängers zur Beförderung des Touristenreisegepäcks stipuliert. Dieser Anhänger darf nur einachsig sein, und es darf sein Gesamtgewicht 500 kg nicht übersteigen. Art. 63 der Vollziehunjrsverordnung enthält keineswegs eine generelle Bewilligung von Anhängern an Personenwagen, sondern ausschliesslich nur eine Bewilligung von Anhängern für den Transport des Touristenreisegepäcks. * SEGN ALISATION rar „Kleine Anzeigen" nachstehenden Coupon ausfüllen I Hier abtrennen An dl« Administration der .Automobil-Revue", Bern Nehmen Sie nachstehenden Text ein-, zwei-, dreimal (Nichtzutreffendes bitte streichen) in Ihrem Blatte aut. Betrag folgt anbei • per Postcheck HI/414 - ist per Nachnahme zu erheben (Nichtzutreffendes bitte streichen). (Ort und Datum) (Adresse) Zu verkaufen DELAGE Limousine, 6pl. Mod. 1928, 4 Zyl., 11 PS, in prima Zustand. Für Mietfahrten sehr geeignet. Offerten gefl. unt. Chiffre 13258 an die 10733 Automobil-Revue. Bern. Prima Occaslon. 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Bern, Dienstag, 28. März 1933 III. Blatt der „Automobil-Revue " No. 28 Heimkehr im Steppenfrühling Er wandert über die Steppe, immer m ostlicher Richtung. Die Sonne am weissen, dünnen Himmel brennt das fahle Gras. Sie spiegelt sich im Schneewasser zwischen den gelben Halmen. Die frühlingshafte Ebene atmet und weitet sich, als wollte sie bersten. Der Wanderer fühlt bei jedem Schritt, dass er sich der Heimat nähert. Dort in der Ferne kommt der Himmel mit der Erde zusammen. Und der dunkle Fleck ist der Hof, seine reiche Heimat. Und er lächelt unbewusst. Er fühlt, wie die Sonne ihm durch den Schafspelz dringt. Das ist eine andere Sonne in der Heimat. Man kennt sie und weiss, dass sie einem liebt. Er atmet den feuchten Duft der erwachenden Erde ein. Es wird Frühling, denkt er. Das Gras wird bald grün werden. Und er schaut wieder über die Ebene. Er hört das Wasser durch die Erdkruste rinnen. Das ist das Blut, das kostbare, ohne das die Erde nicht leben kann. Der Wanderer fühlt, dass sie lebt, und er schämt sich vor ihr. Er staunt, wie er seine Heimat, die Steppe, verlassen konnte. Sie heisst ihn willkommen, den Abtrünnigen. Sie ist nicht kleinlich, die Erde. Er weiss nicht, ob er sich freuen soll. Es ist wie ein unverdientes Geschenk. Aber die Erde hängt sich an ihn und will ihren Sohn nicht mehr lassen. Da fühlt er die unendliche Liebe in sich übergehen und in sein Herz rinnen. Er weiss, dass er mit ihr verwachsen ist und sich nicht mehr von ihr zu trennen vermag. Behutsam testen seine Stiefel über die armseligen Gräser. Es ist, als ob er sie schonen wollte. So wandert er über seine Erde, die ein Stück von ihm, von seiner Seele und von seinem Körper ist. Seine Gedanken sind Frühlingsgedanken. Er muss sich zuerst zuzecht finden unter ihnen. Dann steht er vor dem Brunnen, wo die Pferde seines Vaters im Sommer tränken. Man wird ihn flicken müssen, denkt er, und "er beugt sich über das dunkle Loch und sieht den weissen Himmel im Wasser. Ueberall ist der Himmel und die Erde. Kann man von der Erde los? Immer ist derselbe Himmel über uns. Er fühlt aber, dass dieser Himmel nicht flber die ganze Erde geht. Es ist sein Himmel, der Himmel über der Heimat. Er ist anders. Man kennt ihn. Er ist wie unser Bruder. Und plötzlich erwacht die Lust in dem Einsamen, 3{les wieder an sich zu reissen, was er verlassen hatte. Man hat mich vermisst, fühlt er, nnd ich werde wieder gut machen müssen. Die Heimat hilft ihm. Sie gibt ihm die Erinnerung. Es wäre kein Strauch in der Ebene, der ihm nicht aus seiner Jugend er- zählt hätte. Unter jener Birke schnitt ich mir eine Schalmei, denkt er. Die Weise eines alten Kinderliedes schwebt um seine Ohren, und ci sucht die Worte. Kälbchen, Kälbchen, scheckig, warum bist so fleckig, hast kein Kopf und hast kein Schwanz, komm mit mir zum Tanz... so war es. Da sieht er in ein Leben zurück, wo alles Freude und Genügen war. Es ist nichts Fremdes mehr in ihm. Er spürt, wie aus ihm weicht, was nicht mit ihm geboren ist. So nah zu Hause kann er nicht gehen, ohne sich gefasst zu haben. Er legt sich zurecht, was er seinem Vater sagen wird. Das Verhör Oberst Baginski warf sich erschöpft in den Sessel zurück. Wartete, bis der Militärschreiber den letzten Satz in die Maschine getippt hatte. Der Oberst hob mit jähem Griff den Briefbeschwerer auf. Es war ein grotesk geformter Granatsplitter, ein Andenken an das Gefecht bei Grodno, die Entscheidungsschlacht zwischen Polen und Sowjetrussland. Wog ihn in den nervösen Fingern. «Leutnant, ich gebe Ihnen die letzte Chance. Legen Sie ein offenes Geständnis ab. Es kann Ihren Kopf retten. Ich kann Ihre Beweggründe verstehen, als Sie nach der Schlacht bei Kiew zu den Russen übergingen. Polen schien verloren, die Russen waren wenige Kilometer vor Warschau. Nun, Sie sind ehrgeizig. Sie wollten Kar- auf das Schlossportal hatte. Der Gastwirt F E U I L L E T O N nahm ihm den Umzug nicht übel. Seine paar Logierstuben waren von Ostern ab bis spät Rufe aus dem Dunkel in den Herbst hinein immer besetzt. Ueberdies nahm der Fremde seine Mahlzeiten nach Roman von Karl Strecker. wie vor im «Krug» ein und sass dort oft des (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.) Abends, solange als Gäste da waren, in einer Ob sie ein Gericht Fische brauchen könne? Ecke, ein Buch vor sich aufgeschlagen, und Das Lächeln erstarb. Was sie denn kosten hörte rauchend den Gesprächen zu. Er selber sollten? Nichts, natürlich. Er bäte sie nur, sprach wenig und sphien viel mit seinen Gedanken beschäftigt. ihrer Mutter zuzureden, dass sie ihm das Stübchen vermiete. Wenn der Sohn zurück Am Sonnabend vor Palmarum ging es lebhafter als sonst im Gasthause zu. Es waren käme, würde er natürlich am selben Tag noch ausziehen. Er wolle die Stube auf einen halben Monat mieten, zwei Mark für den Tag bardörfern, die auf dem Heimweg noch zu meist Einheimische oder Arbeiter aus Nach- zahlen und das Ganze im voraus. Er entnahm seiner Geldtasche drei Zehnmark- Während Manthey auf sein Essen wartete, einem Glas Bier einkehrten. scheine. kam der Kolmanzer Tischler, mit Handwerkzeug und ein paar Latten beladen, herein. «Das können wir ja nicht annehmen, Herr,» sagte das Mädchen. Manthey sah sie aufmerksam an. Ihm gefiel ihre selbstsichere, ab- dann auf «die Wirtschaft da im Schloss». Er schimpfte zuerst auf das «Sauwetter», geschlossenß Art; wenn sie sprach, strahlte Man hatte ihm heute seinen Lohn für ein paar aus ihren grauen Augen eine Erfahrung, die Tage Arbeit aus Mangel an Kleingeld nicht furchtlos war und etwas Tröstendes hatte. So auszahlen können. bestimmt ihre Worte klangen, merkte er «Ob ick auf 'nen Hundertmarkschein 'rausgeben kann, fragt mich der Inspektor. Beim doch, dass sie vernünftigen Schlüssen zugänglich war. Lohnauszahlen heut am Sonnabend hätt' er Am nächsten Tage bezog er das Giebelstübchen in der Kate, von wo man einen Blick -immer 'ne Wechselkasse mitschleppt! alles Kleingeld ausgegeben. Als ob unsereins Ich «Da bin ich. Ich habe die grosse Stadt gesehen. Sie ist wie ein Tier, das immer verschlingt. Da bin ich wieder in die Heimat gekommen.» So denkt er und weiss doch genau, dass er nichts von alledem sagen wird. Er ist wie seine Heimat, karg, und was er fühlt, ist unbewusst und er spricht nicht davon. Es ist, wie wenn er sich schämte, dass er eine Seele hat. Er lässt sich auf die feuchte Erde nieder und starrt in den weissen Himmel und über die weite Steppe. Der herbe Heimatduft berauscht ihn. So nah an die £rde geschmiegt, spürt er ihr Afmen und das Leben in sich übergehen. Da weiss er, dass sie ihm verziehen hat. Seine Sinne lösen sich auf, seine Glieder lösen sich auf, und er wird wieder eins mit seiner Heimat ee. riere machen. Sie traten aus der polnischen in die Rote Armee über, trieben Spionage. Es ist Ihr Pech, dass wir Sie erwischten.> Oberst Baginski brach kurz ab. Forderte mit seinem Schweigen die Antwort des Gefangenen heraus. «Ich bin nicht Leutnant Masny», sagte er mit müder Stimme. «Gut!» Der polnische Offizier wandte sich langsam zu seinem Militärschreiber herüber. «Mateyko», strich mit sonderbarer Bewegung die Fingerspitzen über das linke Gesicht. «Mateyko, holen Sie den — Wärter.» Der Soldat blinzelte mit flüchtigem Blick zu dem Gefangenen herüber, ging mit raschen Schritten aus dem Zimmer. Oberst Baginski lauschte ihm mit gespanntem Gesichtsa:usdruck nach, hörte sein Sprechen aus dem Nebenraum. Nun kamen die Schritte zurück. «Gehen Sie», befahl der Offizier schnell. Winkte herrisch zur Tür. Der Gefangene hatte gerade die Klinke erfasst, als die Tür rasch geöffnet wurde. Oberst Baginski forschte mit spähendem Blick in den Zügen des Gefangenen. Eine Dame trat ins Zimmer.' Stand einen Bruchteil einer Sekunde vor dem Gefangenen. Sah mit erschreckten Augen zn ihm auf. I „Kein Muskel zuckte in dem Gesicht des Gefangenen. Trat höflich einen Schritt zurück. «Verzeihung, gnädige Frau..^.* Gab ritterlich den Weg frei. Oberst Baginski hatte sich ans seinem Stuhl erhoben. Stand nun zwischen der Dame und dem Gefangenen. «Frau Masny, dort, Ihr Mann. Er wird morgen früh erschossen. Nehmen Sie von ihm Abschied.» Marja Masny blickte erstaunt von dem Obersten auf den Gefangenen, «Hier muss ein Missverständnis vorliegen. Ich habe den Herrn dort nie in meinem Leben gesehen.» Musterte den Gefangenen mit fremdem Blick. «Herr Oberst, ich verstehe diese Szene nicht. Bin ich mit meinem Kinde „Ecke des guten Beispiels'* Ein nächtliches Intermezzo. Es war im Sommer, schon zu sehr später Stunde. Ich begleitete meine Freundin, die ihren Bruder, einen Leutnant, zur Bahn nach Arth-Goldau führte. Es war schon nach Mitternacht, als wir zwei Jungen Mädchen allein wieder zurückfuhren. Weder die schlechten Strossen noch der strömende Regen vermochten unseren Humor zu dämpfen. Es war ein helles Vergnügen für uns, schön im Trockenen zu sitzen und dabei die Wassertümpel durchsausen zu können. « Du, ich sehe einen Einäugigen», bemerkte plötzlich meine forsche Chauffeuse, und richtig erreichten wir einen Wagen, der zur Hälfte im Strassengraben steckte, und dessen eine Lampe nicht mehr brannte. Ohne langes Hin und Her waren wir gleich einig darüber, den Unglückswagen aus dem Dreck zu ziehen. Der Führer war schon ein älterer Herr, und seine Kutsche nur um ein paar Jahre jünger. Rasch ging's ans Werk. Der nächste Bauer musste seinen holden Traum unterbrechen und uns Unbekannten ein Seil leihen. Unterdessen stand die fassungslose Begleiterin des Herrn frierend und jammernd unter einem Baum. Bald war unser Wagen vorgespannt, und schon nach dem zweiten Ruck brachte er das Auto aus dem sumpfigen Graben. Jetzt leuchtete das Gesicht des Herrn heller als die einsame Lampe an seinem Wägen. Er mag nicht weniger erstaunt gewesen sein, als die tapfere Helferin, ohne dass er noch lange danken musste, schon an seiner Nase vorbeistob und mit ihrem Wägen wieder weitergefahren war. Sicherlich werden wir den beiden Pechvögeln in angenehmster Erinnerung bleiben. Um halb 2 Uhr morgens erreichten wir wieder die heimatliche Garage. Möchten doch viele Autler meine Freundin, die mutige Fahrerin, zum Beispiel nehmen and immer hilfsbereit und selbstlos sein! M. Seh. in A. nur zu- diesem Zweck aus Minsk nach Warschau gerufen worden?» Rascher Zorn flammte in den Wangen auf. Der Oberst trat achselzuckend an-seinen Tisch zurück. «Gnädige Frau, ich bewundere Ihre Verstellungskunst, aber sie ist zwecklos. Sie verschlimmern nur das Los Ihres Gatten.» Die schöne Frau wandte sich zum Ausgang. «Ich denke, wir beenden diese Komödie, deren Zusammenhang mit allerdings völlig unklar ist. Ich werde—» «Mateyko, unterbrach der Oberst brüsk. Strich wieder in sonderbarer Manier die Fingerspitzen über das Gesicht. brauch' aber mein Geld für die "Feiertage. Ich also rin nach dem Direktor. Der sitzt wie, gewöhnlich abends an der Radiostrippe und hat 'ne Buddel vor sich auf dem Tisch. Er war gar nicht so brummig wie sonst, sah nach in seiner Tasche, hatte aber auch nicht vierundsechzig Mark klein. Da gab er mir denn 'nen Scheck. Na, den Wisch hab' ick nu. Aber deswegen muss ick doch nach Berlin und einlösen. Sind das soziale Zustände?» «Deswegen brauchen Sie nicht nach Berlin,» sagte Manthey. «Geben Sie her, ich zahle Ihnen den Scheck aus. Soviel Kredit darf man,» setzte er lächelnd hinzu, «dem Herrn Direktor wohl noch bewilligen.» «Ih allemal,» schmunzelte der Tischler und strich das Geld ein, «der hat es ja dicke.» «Ich weiss auch woher,» murmelte ein .alter Fischer. Manthey schien die Bemerkung nicht zu hören, er prüfte aufmerksam den Scheck und steckte ihn ein. Als er an diesem Sonnabend gegen 10 Uhr nach Hause kam, scheuerte Christine, die den Tag über auf dem Feld Kartoffeln gelegt hatte, noch die Treppe. Die Mutter war schon zu Bett gegangen. Christine, die, nur mit Rock und Hemd bekleidet, auf der Treppe kniete, musste erst aufstehen und den Eimer nebst einer schwelenden Laterne beiseite rücken, um Manthey den Weg. frei zu machen. Er brachte eine Welle frischer Luft in das nach Seife und Wasserdunst riechende Treppenhäuschen. Als er auf einer Stufe mit Christine war, reichte er ihr die Hand. Der offene Hemdkragen des Mädchens Hess den Hals bis tief auf die Brüste frei. Aus dem losen Leinen stieg ein* leichter Duft zu ihm auf, der frische Hauch eines gesunden, atmenden Weibes. Als sie sich so gegenüberstanden, rührte sie beide etwas wie der verborgene Sinn des Augenblicks an. Er hielt ihre Hand fest, eine schlanke und kräftige Hand, die, etwas feucht und kühl, seinen Druck ohne Schüchternheit erwiderte. Eine .süsse Unruhe stieg von den klopfenden Pulsen in die Herzen. Das Flackerlicht der Laternen fiel seitwärts von unten auf die beiden Gestalten und bestrahlte den blossen, flaumbehauchten Arm Christines, während die Gesichter im Halbdunkel blieben. Jedes von beiden fühlte eine reife Kraft sich gegenüber, schnell, wie damals- der Blick, ging jetzt ein Herzschlag hinüber und herüber. Der federleichte Dampf, der von den nassen Stufen aufstieg, hüllte sie beide in einen magnetischen Dunstkreis, der sie mit geheimnisvollen Kräften willenlos zueinander zog. Manthey stockte einen Augen- Einheitspreis Zimmer mit Bad 7.60 5O Neubau, ehemals Seidenpost • Ca. 250 m vom Hauptbahnhof • und fliessondes Wasser In sämtl. Zimmern