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E_1933_Zeitung_Nr.032

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18 «UTOMOBIE-REVUE 1935

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Bern, Dienstag, 11. April 1933 IV. Blatt der „Automobil-Revue" No. 32 Heiliges Oster-Geschenk Ich war daran, zu verzweifeln. Zu Hause stand ein grosses Ereignis bevor, dessen Eintritt eine Wiege erforderte, und jene verwickelte Angelegenheit, zu deren Erledigimg man mich' nach Frankreich geschickt hatte, wo ich schon beinahe drei Monate weilte, wollte mich nicht loslassen. Hatten meine Anstrengungen die Dinge einer nahen Lösung zugetrieben, so warf etwas Unvorhergesehenes alle Pläne wieder über den Haufen. Rieselte da eines Morgens die warme, sil- Von Kiüan Kerst. berfädige Frühlingssonne so fröhlich über meinen Schreibtisch, den ich in der Hoffnung, noch am gleichen Tage in meiner Mission zu Ende zu kommen und dann eiligst den Zug in die Heimat besteigen zu können, sauber aufgeräumt hatte, als zu meinem Entsetzen ein amtlicher Eilbrief eintraf, der wie ein plötzliches Gewitter vor dem hellen Sonnenschein stand. Ich wollte desertieren, davonlaufen. Ich musste, musste ja nach Hause. Jeden Tag konnte das Grosse sich ereignen. Ich griff nach Hut und Stock, um sie aber gleich wieder hinzulegen. Es war ja unmöglich, aus Gründen grössten Gewichts, von denen die schwerwiegendsten nicht zuletzt im Wohle meiner vor dem ersten lieblichen Eheereignis stehenden Familie bestanden, denn deren Sicherheit hing an meiner Stellung, und diese wurde mir einzig durch äusserste Pflichterfüllung garantiert. Ich seufzte und machte mich erneut an die Arbeit. Die ganze Nacht sass ich wach und schrieb. Am anderen Morgen kam eine Nachricht von zu Hause. Ich lief, bevor ich den Brief öffnete, eine Weile im Zimmer umher. Zitternd, unter schweren Ätemstössen, las Soli, nachdem ich das schneeige, nach der Schatulle meiner Frau duftende Blatt aus dem Umschlag gezogen hatte, die schöne, gleichmassige fliessende Schrift erst in der Mitte, dann am Ende, wieder in der Mitte und dann am Anfang der Mitteilung, gleichsam das Feld abtastend, ob nicht etwas Gefährliches, etwas Beängstigendes drohe. Es gab nur Liebliches, nur warm an das Blut rührendes zu lesen, und ich las langsam, jedes Wort wie einen klingenden Vers auskostend, den Brief von Anfang bis zu Ende. Es war noch nicht geschehen, und da nichts diesbezügliches für die allernächsten Stunden in Aussicht gestellt würde, durfte ich es wohl miterleben. Denn das stand jetzt bei mir fest, am Osterrriorgen wollte ich zu Hause sein. Mochte das Geschäft, das saumselige, stehen wie es wollte. Das schwur ich mir und schrieb es sofort nach Hause. Da fiel mein Blick auf den Kalender. Es war Karfreitag. Ich hatte es vorher nicht gewusst, so sehr belästigte mich meine Aufgabe. Es schwamm mir vor den Augen. Am Ostertag früh wollte ich zu Hause sein, und vor mir lag der höhnische amtliche Eilbrief, den ich zum Teufel wünschte! Da begann ich aus Verzweiflung wieder zu arbeiten und arbeitete fieberhaft während der ganzen Nacht. Am Morgen in der Frühe, kurz nach acht Uhr, wurde zu meinem Erstaunen Monsieur Bouvard bei mir angemeldet. Ich lief selbst in das Vorzimmer und riss ihn förmlich in mein Kabinett. Der hohe Herr war verblüfft. Ich entschuldigte mich höflichst und konnte kaum das Französisch herausbringen, so lauernd Der Osterhase wird geplündert. sass mir schon das liebe Deutsch auf der len Umständen wieder Zunge, das ich am anderen Morgen unter al- Frau sprechen wollte. mit meiner guten Rufe aus dem Dunkel O N Roman von Karl Strecker. (Fortsetzung aus dem ersten Hauptblatt von « Autler-Ostern >.) «Freilich, freilich, lieber Bruder, ich habe. iAls ich von Nauheim zurückkam und noch einigermassen anders aussah als jetzt, bin ich direkt nach Mecklenburg gefahren und habe in dem Stift angefragt, ob noch eine Stelle frei wäre für eine Tante von mir. Ich bat, mir die Zimmer ansehen zu dürfen, und da sah ich dann unsere Mutter — von weitem.» Seine Stimme bebte kaum merklich. Richard stotterte: «Aber ich kann dir einen Brief von Mama zeigen, worin sie schreibt, sie sei äusserst zufrieden.» «Wann erhieltest du den Brief?» «Vor — es können vierzehn Tage — es können auch drei Wochen gewesen sein —» «Aha, das ist möglich. Als ich Mutter besuchte, bewohnte sie mit zwei grässl.ichen alten Schachteln zusammen ein kleines Zimmer und eine Kammer. Sie selber, obwohl sie die bei weitem älteste war, schlief mit einer dicken Schnattergans zusammen im Zimmer, die Kammer hatte die dritte, eine überspannte Schriftstellerin, beansprucht, weil sie nervös sei und für sich arbeiten müsse. Von alledem weisst du nichts?» «Mama hatte mir früher allerdings geschrieben, dass sie seit einiger Zeit nicht allein wohne, aber sie beklagte sich nicht darüber» — Georg stiess ein knurrendes Lachen aus — «und ich hielt es auch für wünschenswert, sie braucht doch Gesellschaft. Ihre Augen sind ja leider so schlecht, dass sie nicht mehr lesen kann.» Georg wurde blass vor Zorn. «Genug!» rief er. Und nach einer Pause: «Es freut mich, dass du so gesprächig wirst. Ich habe jetzt einen Zweck erreicht, ohne den ich diese nutzlose Unterhaltung natürlich niemals so in die Länge gezogen hätte. Ich konnte dich wieder ausgiebig in nächster Nähe und im Affekt sprechen hören und werde es jetzt leicht haben, deine Stimme in allen Tonstärken und Klangfarben nachzuahmen.» Richard presste die Lippen zusammen. «Glaube mir, Georg, hätte ich gewusst, dass Mama sich dort nicht wohl befindet —» «Hätte ich! Es gibt nichts Dümmeres, als diesen Konditionalsatz! Hättest du! Ja, hättest du gesehen, wie unsere arme Mutter im Spital am Fenster sass, die Hände im Schoss —•- und hinaussah mit ihren halbblinden Augen. Weisst du, dass sie am Star leidet? Dass sie längst hätte operiert werden müssen —?» «Keine Ahnung!» «Natürlich, keine Ahnung, wenn du dir hier nur den Bauch vollstopfst, du Halunke!» «Georg, mein Wort darauf, ich ahnte es nicht Sie soll jetzt natürlich sofort —» «Bemühe dich nicht. Das ist meine Sorge. Meine erste Sorge.» Er brach ab, um seine Bewegung zu verbergen. In Richard schimmerte eine jähe Hoffnung auf. «Die arme Mutter,» sagte er mit reuevoller Miene. «Lass mich wenigstens an ihr alles wieder gut machen! Georg, erinnerst du dich, wie sie mit uns beiden, als wir noch klein waren, den Laubengang: im Garten spazieren ging? Du an 4er rechten, ich an der linken Hand. Du warst ja immer ihr Liebling!» «Kostbar! Schon damals hast du also aufgepasst, ob ich vor dir bevorzugt würde!» «Georg! Wir haben uns doch als Kinder gut vertragen! Was für glückliche Jahre haben wir damals zusammen verlebt! Weisst du noch, wie wir vor Weihnachten abends mit den Eltern am runden Sofatisch bei-der Lampe sassen und aus buntem Papier Körbchen und Ketten für den Weihnachtsbaum schnitten?» Georg sah still vor sich hin und nickte leise. Richard glaubte den richtigen Ton gefunden zu haben und fuhr schnell fori: «Georg, haben nicht unsere Bettchen nebeneinander gestanden? Haben wir nicht am gleichen Tage den kleinen Schulranzen bekommen? Und weisst du-noch, wie wir zwei in den Herbstferien abends auf dem Felde am Kartoffelfeuer sassen und Kartoffeln rösteten. Nicht anders als zwei Indianerhäuptlinge sassen wir an dem brennenden Feuer und rauchten ehrbar unsere Friedenspfeife — Kartoffelkraut, pfuideuwel — aber schön war's doch, bis uns schlecht wurde. Wenn es dann auf den Stoppeln dunkelte und die Pflüger heimritten und die ziehenden Brachvögel hoch über uns ihre langen flötenden Pfiffe ausstiessen. Ich sehe es noch immer, das helle Feuer mit der langen wejssen Rauchfahne im Herbstdunkel. Das waren glückliche Kindertage...!» (Fortsetzung folgt.) B.-BÜFFET rieh H.B. Inh. P. Bon AUFENTHALT PARK-HOTEL V tznau Oebr. Bon III II IOi^