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E_1933_Zeitung_Nr.035

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Man sollte meinen, dass wir alle genug haben von dem unrühmlichen Regime der hinterhältigen Kontrollen, das unter dem alten Konkordat blühte und dessen Beseitigung eines der ältesten und dringlichsten Postulate der Motorfahrzeugbesitzer war. Nun wir so weit sind, soll doch nicht aus eigenem Unverstand der Weg für eine weitere Modernisierung unseres Verkehtsrechres verlegt werden. Es gilt daher mit vereinten Kräften den Auswüchsen entgegenzutreten, mit dem guten, Beispiel mutig und unentwegt voranzugehen, auch wenn es in Einzelfällen schlecht belohnt werden sollte. Nur wenn wir die Erwartungen zu erfüllen in der Lage sind, die das Parlament seinerzeit bei der endgültigen Verabschiedung des Automobilgesetzes auf uns setzte, können wir auch in Zukunft auf dessen ^Verständnis und Entgegenkommen hoffen, wenn wir mit neuen Wünschen und Anträgen vor dieses Forum treten. Im übrigen kann auch die Behörde und vorab die Polizei der Unterstützung aller verantwortungsbewussten Automobilisten in ihren Massnahmeh zur Ausmerzung der Strassenunsitten gewiss sein und die exemplarische Bestrafung von Freibeutern des Verkehrs findet den Beifall der grossen Automobilgemeinde, da auch sie alles Interesse an einer Säuberung der Strasse von solch gefährlichen Elementen hat. ß Aus der Internationalen Automobilindustrie. Die gesamte Automobilindustrie der Welt ist nicht nur durch den harten internationalen Konkurrenzkampf gezwungen, immer neuere Konstruktionen mit immer grösserem wirtschaftlichem Nutzeffekt herauszubringen, sondert sie sieht sich auch in zunehmendem Masse veranlasse gegen die aus fiskalpölitischen Gründen verschärfte Treibstoffpolitik fast sämtlicher Regierungen, sowie gegen die durch zu hohe Steuerbelastungen des Automobilverkehrs hervorgerufenen' Krisenerscheinungen anzukämpfen. Was speziell die Verhältnisse bei der schweizerischen Automobilindustrie anbetrifft, die sich heute ja auf die Fabrikation von Lastwagen konzentriert, so musS ein nie erlahmender Unternehmungsgeist versuchen, die der Schweiz als Fabrikationsstandort anhaftenden Mängel durch Qualitäts- und Forscherarbeit zu überbrücken. Von der gesamten Weltautomobilindustrie dürfte die unsrige mit den grössten Schwierigkeiten zu kämpfen und die grössten Hindernisse zu überbrücken haben, weil das Ausland in zunehmendem Masse versucht, die Er blickte eine Weile in tiefem Nachdenken auf das Gesicht des Toten. Und begann wieder leise die Lippen zu regen: «Du bist gefallen; Bruder! Gibst mir die Fahne des Lebens, dass ich sie weitertrage. Wir waren zwei Zweige, an einem Ast; stirbt der eine ab', muss der andere für ihn wachsen. Er muss sich entwickeln für zwei, muss grünen und sich recken, damit niemand mehr weiss, dass dort etwas abgestorben und verkümmert ist Niemand wusste die vielen Monate lang, da wir noch nicht im Licht lebten, dass wir zwei waren. Als es dann ans Licht kam, das Zwillingspaar, wurde Unheil daraus. Und wieder wusste man Jahrzehnte nichts von unserer Zweiheit Jetzt aber soll für alle Zeiten niemand mehr davon wissen.» Ein Schauer durchrieselte ihn. «Wunderlich,» fuhr er in seinem Gedankengang fort: «Mir ist, als hörte ich einen Ruf aus dem Dunkel, als müsste ich so eine geheime Sendung erfüllen, ein Rätsel lösen... Aber das eine ist gewiss: alles dies wird nicht leicht sein...» 7. Vier langsame Schläge klangen durch die Stille. Die Zeit drängte. Der Unterkiefer des Toten war heruntergeklappt. Im Begriff ihn zu schliessen, erblickte Georg die Zähne. Er schob die Lippen ein wenig zurück und betrachtete sie. Zwar hatte er schon in Nauheim ein paarmal am Brunnen den Bruder Inlandsabsatzmöglichkeiten der betreffenden nationalen Automobilindustrien nach Möglichkeit zu schützen. Nur potenzierte Qualitätsarbeit, der Abschluss von Lizenzverträgen mit ausländischen Unternehmungen, sowie Produktionsverlegung ins zollgeschützte Ausland können das Wenige, was die einheimische Automobilindustrie noch halten konnte, auch für die Zukunft sicherstellen. Etwas besser gelagert sind die Verhältnisse bei der ausländischen Automobilindustrie, von der wir in kurzen Zügen einen summarischen Situationsbericht zu geben versuchen. Allgemein lässt sich, wie dies zum Teil auch bei andern Industriegruppen zutrifft, feststellen, dass zur Zeit die europäische Automobilindustrie, speziell was Deutschland, Grossbritannien und Italien anbetrifft, .zum Teil recht gut beschäftigt sind, und dass eine gewisse Belebungswelle von Europa auch auf die amerikanische Automobilproduktion überzugreif en beginnt. In den Jahren 1924 bis 1929 machte die Motorisierung Deutschlands ungewöhnlich grosse Fortschritte. So sehr dies Produktion und Absatz von Automobilen und viele mit dem Automobilverkehr zusammenhängende Wirtschaftszweige begünstigt hätte, so empfindlich wirkte sich auch der Rückschlag aus, den die letzten Kriserijahre mit sich brachten. Bereits gegen Ende letzten Jahres, speziell aber im Verlaufe des Frühjahres 1933, begannen sich Besserungsanzeichen auf der ganzen Linie bemerkbar zu machen. Im Dezember 1932 war der Absatz fabrikneuer Personenwagen um fast 50 % höher als im Dezember 1931 und nur noch um 15 % niedriger als im Dezember 1930. Der Absatz fabrikneuer Lastwagen überschritt im Dezember 1932 ebenfalls wieder den Vorjahresumfang, während sich der Verkauf von Motorrädern grösserer Dimensionen nicht so günstig entwickelte. Die seit etwa 10 Monaten immer deutlicher hervortretende Widerstandsfähigkeit des Automobilabsatzes ge-- gen weitere Rückschläge berechtigt zur An^ nähme, dass die Krise auf dem Automobilmarkte als überwunden betrachtet werden kann, trotzdem zu berücksichtigen ist, dass der Absatz von Automobilen noch immer gering ist Voraussetzungen für eine fortschreitende Ausweitung des Absatzes von der Einkommensseite her dürfen vorläufig wohl nicht gegeben sein. Soll der Verkauf strukturell gefördert werden, so ist dies wohl in erster Linie, durch weitere Verbilligung-des Auto;mo> bilbetriebes möglich, sei es einerseits durch; Senkung der Anschaffungskosten, :anders|its durch die von der neuen Regierung dekretierten Steuererleichterungen. In den letzten Jahren war es vor allem die starke Senkung der Automobilpreise, welche die rasche Motorisierung begünstigte. Es lässt sieh denn "auch feststellen, dass in keinem Lande der Zug,zum Kleinwagen derart grosse Dimensionen angenommen hat wie im deutschen Reich. Infolge technischer und organisatorischer Produktionsumgestaltung wurden die Preise für deutsche Persqnenautomobile von 1925 bis 1928 um rund 36%, für Lastwagen um rund 25 % reduziert. Von 1926 bis 1929 machte sich eine Bestandeszunahme an Autqmpbilfahrzeugen von jährlich um etwa 30 % bemerkbar. Der Wert des Automobilbestandes hat sich in der Periode von 1924 bis 1928 um mehr als 2,5 Milliarden Franken erhöht Der Bruttowert der jährlichen Automobilproduktion betrug im Jahre 1928 1,09 Milliarden RM, gegen nur 0,21 Milliarden in der Vorkriegszeit. In der Periode von 1928 bis 1932 folgte ein Rückschlag der Automobilproduktion um 74 %, der aus nächster Nähe beim Sprechen und Lachen auf seine Zähne hin beobachtet und gefunden, dass sie seinen eigenen noch immer ähnlich waren, nur etwas dunkler in der Farbe, augenscheinlich die Patina des Nikotins, die er daraufhin in den letzten Tagen an seinen Vorderzähnen nicht weggeputzt hatte. Aber heute, während des Gesprächs mit dem Bruder, war ein paarmal in einer Ecke seines Mundes ein Goldzahn aufgeblitzt. Georg untersuchte und merkte sich den Zahn, um sich in Berlin einen gleichen anfertigen zu lassen. Er durfte, solange er hier war, nicht versäumen, seine Maske zu vervollkommnen. Da die Leiche noch nicht steif geworden war, konnte er ihr Anzug und Stiefel ohne Mühe ausziehen und mit den seinen vertauschen. Ein widerwärtiges Geschäft, bei dem er ein gequältes Gesicht machte. Der Körper des Bruders fühlte sich unter der Weste noch vollkommen warm an. Leichter Tabakgeruch löste sich aus den Kleidern des Toten beim Ausziehen. Das Unterzeug behielt Georg an. Er wollte sich morgen früh aus dem Wäscheschrank neu einkleiden und seine eigene Wäsche der Sicherheit halber mit den Stiefeln verbrennen oder in den See versenken. Die beiden Ringe des Bruders, einen grossen Brillanten und einen Smafagdring, steckte er an; sie waren nur um ein weniges m gross, doch nicht so viel, dass AUtÖMOBIL-REVUE 1933 - N° 35 vermuten lässt, dass die strukturellen Entwicklungsmöglichkeiten fürs erste bis zu einem gewissen Grade erschöpft sind. Im abgelaufenen Jahre erreichte der Gesamtwert der Automobilproduktion nur noch etwa 300 MiU. RM. Von Mitte 1930 bis Mitte 1931 ist die mit etwa 20 000 Einheiten bezifferte Bestandzunahme an Personenwagen mehrheitlich dem starken Vordringen des Kleinwagens zuzuschreiben. Wie die internationale Automobilausstellung in Berlin gezeigt hat, ist die technische Entwicklung zum billigen Kleinfahrzeug noch nicht als abgeschlossen zu betrachten. Weitblickend hat man, im Gegensatz zu vielen andern Ländern, in Deutschland bereits erkannt, dass von vielleicht noch grösserer Bedeutung als die technische Entwicklung eine Senkung der Haltungskosten für die Aussichten des Automobilabsatzes zu bewerten sind. Sollte es bei einer Besserung der Konjunktur möglich sein, die fiskalische Belastung, welche im allgemeinen nicht viel hinter den Kosten für Verzinsung und Amortisation des in dem Wagen investierten Kapitals zurückbleibt, abzubauen, so werden, wie das Beispiel Danzigs eindeutig gelehrt hat, dem Automobilverkauf neue Impulse zugeführt. Der kommende Sonntag bringt einen Höhepunkt in der diesjährigen internationalen Automobilsportsaison. Zum V. Male wird in Monte Carlo der unvergleichlich interessante Grosse Preis von Monaco ausgetragen. Von Jahr zu Jahr steigerte sich die Bedeutung dieses einzigartigen Rundstreckenrennens, und schon in dieser Saison wird es erstmals als offizieller internationaler Grosser Preis ausgefahren. Das Monte Carlo-Rennen nimmt im internationalen Autosport eine ganz besondere Stellung ein. Im Jahre 1929 kämpften die Rennwagen zum erstenmal auf den Strassen des berühmten Riviera-Kurortes. Die Veranstaltung fand in weitesten Kreisen gleich begeisterte Aufnahme und wurde schon im folgenden Jahre als erstklassige internationale Veranstaltung wiederholt. In ganz, kurzer Zeit ist das Rennen zu einem der representativsten autosportlfchen Anlässe der Welt aufgestiegen, der an Zahl und Prominenz der Fahrer jeden Vergleich aushält. Wir haben schon in unserer letzten Nummer und auch in früheren Jahren auf einen der wichtigsten Gründe zu der ungemeinen Popularität hingewiesen, die dieses Rennen in ganz Europa geniesst. Kein Rundstreckenrennen kann sich einer solch reizvollen Strecke rühmen, wie sie der Grosse Preis von Monte Carlo aufweist. Mitten durch den wundervoll gelegenen Kurort, vorbei an gewaltigen Hotelpalästen, an üppigen Blumengärten, am Rande des Meeres entlang, überdacht vom ewig blauen Mittelmeerhimmel zieht sich der sorgfältig gepflegte, 3180 MeteT lange Circuit, der sowohl giftige Kurven wie auch wunderbare Geraden besitzt. Mitten in diesem wunderbaren Rahmen rasen die Rennwagen, geführt von den besten Fahrern des Kontinentes, um die zur sagenhaften Berühmtheit gelangte Trophäe des Grossen Preises von Monaco zu erringen. sie heruntergleiten konnten. Auch wechselte er die Uhren und den sonstigen Tascheninhalt aus, Richards Schlüsselbund und ein dünnes Messer steckte er zu sich. Dafür schob er sein Portemonnaie in die Tasche des Toten. Müde und bedrückt setzte er sich eine Weile in den Armstuhl. «Wo ist nun das Tal, in dem ich dich verberge,» überlegte er, «so dass es auch von dir heissen kann: ,Und hat niemand sein Grab erfahren.'» Aber das Ueberlegen dauerte nicht lange. Als er vorher auf dem Balkon stand und über die dunkle Schweigsamkeit des Sees hinwegblickte, war ihm der Gedanke gekommen: kein Grund ist so still wie dieser. Hatte nicht der einarmige Postbeamte erzählt, dass am Kolmanzer Wasserzeichen, etwa tausend bis zwölfhundert Meter von hier, eine der tiefsten Stellen des Sees war, wo drei menschliche Gerippe liegen sollten? Sie würden gute Schlafkameraden für den Bruder sein. Aber diese stille Bestattung musste auf die nächste Nacht verschoben werden, denn jetzt blickte das graue Gesicht des Morgens schon in die Fenster. Für heute galt es, den Toten in ein sicheres Versteck zu bringen. Das einfachste war, ihn in den Weinkeller einzuschliessen. Er fasste den Bruder unter die Arme und schleifte ihn zur Kellertür. Vor dem eigentlichen Keller Jar — ron Die nachstehenden Produktions- und Ab-- satzzahlen der deutschen Automobilindustrie für die Monate Januar und Februar sind gerade jetzt von Interesse, da die neu in Kraft getretene Steuerentlastung für den kommender^ Absatz von Automobilen von besonderer Bedeutung sein wird und durch die Produzenten offenbar schon zum voraus eskomptiert worden ist. JMmr-Ftbrnr MOck PrMnktlm 193X 1933 1(32 (in Itaek) hthwMMiti 1(33 t(3t 1931. (InV.d. Gwiml- Hatiw) ) Personenwagen 5383 6615 5062 5384 70,4 88,4 + 23,3/ s +6,3«/, Lastwagen 1272 1428 1321 1344 63,2 74,3 + 12,3 •/, + 1,7 •/. Beinahe 70 % der Gesamtproduktion werden von den Kleinwagen bis zu 1,5 Liter beansprucht. Wie klein hingegen, trotz der Produktionssteigerung, die Ausnutzung der Fabrikanlagen ist, ergibt sich aus dem Verhältnis der Kapazität im Mittel der Monate Januar und Februar, welche bei den Automobilfabriken folgende Ziffern erreichte: Zahl der beschäftigten Arbeiter: 32,6 % Zahl der geleisteten Arbeitsstunden: 27,7 % Zahl der beschäftigten Angestellten: 48,4%. (Fortsetzung folgt.) Sportnachrichten Grosser Preis von Monaco Am nächsten Sonntag. Start und Ziel des Rennens befinden sich, wie gewohnt, am Boulevard Albert Ier. Von hier aus zieht sich die Strecke in einer starken Kurve an der Kirche von St-Devote vorbei nach der scharfen Steigung der Avenue Monte Carlo. Am Kasino vorüber führt die Route weiter in sehr scharfer Haarnadelkurve am Bahnhof vorbei und auf den Quai. Achthundert Meter lang zieht sich die Strecke dem Meere entlang, dann biegt sie wieder in den Boulevard Albert Ier ein. Diese ganze einmalige Romantik des ätisseren Rahmens und die Beteiligung von allen interna v tionalen Fahrern von Ruf sicherten zusammen* dem Grossen Preis von Monaco den beispiellosen Aufstieg zu einem der bedeutendsten Rennen des Jahres. Selten noch sah man einem Monte Carlo- Rennen mit grösserer Erwartung entgegen, als gerade in diesem Jahre. Zum ersten Male in der neuen Saison tritt sich alles, was int internationalen Autosport Klang und Namen, hat, gegenüber, um die frisch geschärften Waffen im ersten heissen Kampfe z'u erproben. Erstmals trifft die in diesem Jahre zu ungeheurer Stärke herangewachsenen Scuderia Ferrari, die über die Alfa Romeo-Fah- Ter Nuvolari, Borzacchini, Trossi und Siena verfügt, der offiziellen Mannschaft von Btigatti (Varzi, Dreyfus und Williams) gegenüber; zu diesen beiden Gegnern kommen, noch als gefährliche Dritte Chiron and Caracciola mit zwei Alfa Romeo, weiter die Maserati-Fahrer Sommer, Zehender und Fa^ gioli, und endlich die international erprobtet. Einzelfahrer Lord Howe, Birkin, Wimille, Harjimann, Lehoux, Etancelin und Benoit Falchetto. Der Generalangriff aller Fahrer, wird sich selbstverständlich gegen den zu fabelhafter Grosse aufgestiegenen Tazio Nuvolari richten, der auch das letzte Monte, Carlo-Rennen als Sieger beendete. Die Mähner der Scuderia Ferrari rücken mit den vier Alfa Romeo von 2600 ccm an, deren Zylinderinhalt bekanntlich vergrössert wurde und die sich schon in Tunis ungemein gut bewährten. Die Bugatti-Equipe verfügt über drei 2300-ccm-Bugatti, deren Kompressoren. dem ehemaligen Weinhändler sorglich angelegt — der Rotweinkeller, ein kleiner Raum, der im Winter geheizt wurde und nur zwei Stufen tiefer lag als das Trinkzimmer. Dann ging es elf Stufen hinab zum Weissweinkeller, der mehr als noch einmal so gross war wie jener. Es war ein stattliches Lager von Flaschen, alle sorgsam aufgestapelt und mit Namenbrettchen versehen. Drei Weinkisten standen noch ungeöffnet im Vordergrunde. Hinten, nach dem kleinen Fenster zu, lag der Sekt. Dort war zwischen dem letzten Flaschenstapel und der Wand unten ein kleiner Raum, gerade gross genug, die Leiche vorläufig zu verbergen. Georg leuchtete den Raum mit seiner Taschenlaterne ab. Er las auch die Flaschenetiketten. An der einen Seite lag französischer Champagner, an der anderen Assmannshäuser Sekt. Ein schwaches Lächeln flog über Georgs Züge. Wenn ich dich dazwischen bette, alter Junge, wirst du dich nicht beklagen können.* Wie heisst es doch in jenem Kneiplied, das du wohl auch als Pennäler mal gesungen hast: «Im Keller sollt ihr mich begraben... den Kopf will ich am Zapfen haben, die Füsse nach der Wand gekehrt. So!» Er legte den Körper in der dunklen Ecke auf den Boden und bedeckte ihn ganz mit leeren Strohhüten, die hinter den Kisten aufgestapelt lagen. (Fortsetzung folgtJ

N°35 -1933 AUTOMOBIL-REVUE nun schneller angetrieben werden, so dass sich eine Motormehrleistung von 15 PS und eine Totalleistung von 190 PS ergibt. Diese letztere bleibt aber immer noch um etwas hinter den Leistungen der Alfa Romeo 2600 ccm zurück. Nach unbestätigten Meldungen soll Varzi unter Umständen mit einem neuen 2800 ccm antreten; wir geben diese Nachricht allerdings mit allem Vorbehalt wieder. Chiron und Caracciola verfügen über zwei Alfa Romeo 23O0 ccm. Vor wenigen Tagen nahmen die beiden in Mailand ihre Wagen in Empfang. Dabei zeigten sie sich nach ihren ersten Probefahrten von den Maschinen sehr befriedigt. Vor allem Chiron war über die erreichten Resultate begeistert und erklärte, mit einer solchen Maschine Hessen sich in Monte Carlo Wunder vollbringen... Es wird sich zeigen, welcher Art dieses Wunder sein wird. Nicht vergessen werden dürfen auch die mit grösster Spannung erwarteten Maserati-Monoposto 2995 ccm, die in Monte Carlo einen grossen Tag erleben dürften. Die beiden Maschinen sind Sommer und Zehender anvertraut, während Fagioli mit einem bereits bewährten Maserati-Modell in den Kampf eingreift. Jedenfalls ist der Ausgang des Rennens durchaus ungewiss, da es diesmal in Monte Carlo gleichermassen auf j Fahrer wie auf Maschinen ankommen wird. Gestern Donnerstag morgen begann in aller Frühe das Training zum Rennen, das allein schon überaus interessant zu verfolgen ist. Ganz Monte Carlo hat sich wieder auf das Rennen eingestellt. Alle die Bauten, Abschrankungen und Sicherungsmassnahmen sind wieder aufgetaucht, die die Stadt in ein riesiges Autodrom verwandeln. Vieles ist nuT während den Trainingsstunden zu sehen und verschwindet nachher wieder, um den Fremden kein verunziertes Stadtbild zeigen zu müssen. Es dürfte noch interessieren, zu erfahren, aus welchen Gründen bei diesem bedeutenden Rennen, bei dem die Fahrer von fünf Nationen vertreten sind, die Schweiz zum mindesten in der Person ihres tüchtigsten Fahrers, Hans Stuber, nicht ebenfalls in Monte Carlo zu sehen sein wird. Wir haben uns zur Aufklärung dieser Frage, die alle Sportsfreunde beschäftigen wird, an dieOr- -^-aisatoren in Monte Carlo gewandt und da- Ci erfahren, dass Stuber leider seine Anmeldung ganz kurze Zeit zu spät einsandte und deshalb nicht mehr berücksichtigt werden konnte. Unser schweizerischer Meisterfahrer war leider an der rechtzeitigen Absendung der Nennung verhindert. Wäre die Anmeldung nicht um ein kleines zu spät eingelaufen, so hätte man Stuber, wie uns die Organisatoren schrieben, sehr gerne ebenfalls berücksichtigt. Das Rennen wird auch im Radio zu hören sein, und zwar übertragen die folgenden französischen Stationen den Start und den ersten Teil des Rennens von 13 Uhr bis 14.45 Uhr franz. Zeit und von 16 Uhr 45 franz. Zeit bis zum Schluss des Rennens: Radio Paris - Eiffelturm. Marseille - Provence und Radio-Cöte-d'Azur. Die Nennungen: Nuvolari (Alfa Romeo) Bnrzacchini (Alfa Romeo) Trossi (Alfa Romeo) Brivio (Alfa Romeo) Varzi (Bugatti) Dreyfus (Bugatti) Williams (Bugatti) Chiron (Alfa Romeo) Fagioli (Maserati) Sommer (Maserati) Zehender (Maserati) Birkin (Maserati) Lord Howe (Bugatti) Etancelin (Alfa Romeo) Wimille (Alfa Romeo) Hartmann (Bugratti) Falchetto (Bugatti) Lehoux (Bugatti) Caracciola beim Training verunglückt! Wie wir kurz nach Redaktionsschluss aus Monte Carlo erfahren, hat sich beim Training gestern Donnerstag früh ein schwerer Unglücksfall ereignet. Caracciola (Alfa Romeo) versuchte die von Chiron (Alfa Romeo) gefahrene beste Rundenzeit von 2 Min. 03 S. noch zu verbessern. Dabei nahm er eine spitze Kurve zu scharf und raste mit voller Geschwindigkeit in eine Wand hinein. Der Wagen ging in Trümmer und Caracciola erlitt einen Oberschenkelbruch und leichte Gesichtsverletzungen. Sein Zustand soll nicht lebensgefährlich sein. Im folgenden seien noch die Sieger der vier vergangenen Grossen Preise von Monaco genannt: 1929: 1. Williams auf Bugatti in 3 Std. 56' 11" (Stundenmittel 80,194 km/Std.). 1930: 1. Dreyfus auf Bugtti in 3 Std. 41' 02" % (Stundenmittel 86,317 km/Std.). 1931: 1. Chiron auf Bugatti in 3 Std. 39' 09" % (Stundenmittel 87,062 km/Std.). 1932: 1. Nuvolari auf Alfa Romeo. 3 Std. 32' 25" % (Stundenmittel 89,822 km/Std.). Die Karl-Benz-Feier in Mannheim. Mannheim stand über Ostern im Zeichen der grossen Karl-Benz-Feier. Zu Ehren des berühmten Pioniers auf dem Gebiete des Äutomobilwesens wurde am vergangenen Sonntag unter grosser Anteilnahme der Behörden, der Automobilclubs und weiterer Volkskreise das Karl-Benz-Denkmal eingeweiht. Bekanntlich hatte seinerzeit Benz in Mannheim sein grosses Werk begonnen und Jahrzehnte lang fortgeführt. Aus allen Teilen Deutschlands waren die Automobilisten nach der Stadt am Rhein geströmt, um über Ostern an dieser grossen Weltfeier des Automobils teilnehmen zu können; auch aus allen umliegenden grösseren Städten war das Volk in Massen herbeigekommen und stand Die Stadtrundstrecke des Grossen Preises von Monaco. dicht gedrängt in allen Strassen der Stadt. In den Rheinhallen hatte man eine sehr interessante Schau « Automobile einst und jetzt » veranstaltet, bei der man neben den neuesten Modellen die ältesten Wagen studieren konnte, die seinerzeit Karl Benz und Gotti. Daimler in den 80er und 90er Jahren herstellten. Auch verschiedene alte Rennwagen, die seinerzeit im Automobilsport Grosses leisteten, konnten bestaunt werden. ,Ein grosser Teil dieser Fahrzeuge war von kundiger Das Karl-Benz-Denkmal in Mannheim nach seiner Enthüllung am Ostersonntag. (Photo Atlantic.) Hand sorgfältig hergerichtet und wieder fahrbar gemacht worden. In einem grossen Korso klapperten alle diese Wagen zum grossen TECHNISCHE UND KÜNSTLERISCHE VOLLKOMMENHEIT Qualität, Präzision und Schönheit stechen Ihnen am WANDERER besonders in die Augen. — Drei ausserordentlich schöne und bequeme Karosserien: Limousine 5 pl. (Fr. 9 200 u. 98001, Cabriolet 5 pl. (Fr. 118001 Vergnügen der riesigen Zuschauermengen durch die Strassen Mannheims. Die Hauptstücke des Zuges bildeten ein Benz-Viktoria aus dem Jahre 1893, das Motorzweirad, das 1885 Gottfried Daimler als sein erstes Motorfahrzeug schuf, die ersten Modelle verschiedener bekannter Automobilmarken. Fahrzeuge des französischen Clubs «Vieux du Volant» und der englischen Vereinigung « Veteran Car Club ». Sehr grosses Interesse weckten auch die verschiedenen Sportwagen, die seinerzeit grosse Leistungen vollbrachten. So sah man einen Benz-Sportwagen von 1908 und den Benz-Weltrekordwagen von 1909, weiter den berühmten Mercedes Grand Prix-Sieger von 1914 und den Targa Florio-Sieger-Wagen von 1924. Die Wagen wurden alle von Männern gefahren, die eine Rolle in der Automobiltechnik oder im", Automobilsport gespielt haben oder noch spielen. An die lange Reihe der alten Fahr- 6 Zylinder, nur 10 HP, sparsam im Betrieb und Unterhalt. Erstklassige Ausrüstung: Zentralschmierung, Silentgelriebe, Oeldruckbremse und Schwingachsen hinten. BAS ECuhlofterbeck ZÜRICH VÄUTOMOBILE VAUTO A.ßV Vertretung für einige Kantone noch zu vergeben zeuge sehloss sich eine Auswahl der jüngsten Modelle an, die u. a. von Caracciola, von Brauchitsch und Karl Kappeier geführt wurden. Der Enthüllungsakt wurde vom deutschen Reichsverkehrsminister vollzogen. Die ganze Weihe gestaltete sich in erster Linie zu einer rein deutschen, nationalistischen Kundgebung. Verschiedene Persönlichkeiten, die im Automobilismus Deutschlands führend sind, sprachen anlässlich der Einweihung. Das Denkmal erhebt sich in einer Höhe von 6 m auf einem umfangreichen rechteckigen Sockel von 15 cm Höhe. Auf eine riesige Platte trug der Künstler, Dr. Max Läuger. nach Vorbildern der ägyptischen und assyrischen Monumentalkunst die Gestalt des Erfinders ein, neben dem sich das erste von Benz geschaffene Automobil wiedergegeben findet. Das gelungene Denkmal stellt eine schöne Ehrung des um den Automobilismus hochverdienten Karl Benz dar. mb. Bergrennen von Torigni. Das Bergrennen von Torigni in der Normandie, das über einen nur äusserst schwach ansteigenden Kilometer führte und zu dem die Wagen mit fliegendem Start antraten, ergab die absolute neue Bestzeit von Böuriat auf Bugatti. Die Resultate: Tourenwagen 750 ccm: 1. Giroud (Amilcar), 5O s /s Sek. (Stimdenmittel 71,1 km-Std., neuer Rekord). 1100 ccm: 1. Gallot (Fiat), 50Vs Sek. (Stundenmittel 71,4 km-Std.). .1500,ccm: 1. Josse (Peugeot), 48 Sek. (Stundenmittel 75 km-Std.). 2000 ccm: 1. Desbois (Roseneart), 44*/» Sek. (Stundenmittel 80,7 km-Std.). 3000 ccm: 1. Cattaneo (Bugatti), 25 4 /s Sekunden (Stimdenmittel 139,5 km-Std.), neuer Rekord, beste Zeit' der Tourenwagen; 2. Bouriat (Bngatti). 8000 ccm: 1. Vautier (Panhard), 32 Sek. (Stundenmittel 112,5 km-Std.), neuer Rekord. Sportwagen 500 ccm: 1. Jahan (Salmson), 36V« Sekunden (Stundenmittel 98,3 km-Std.), neuer Rekord. 1100. ccm: 1. Ato (Derby), 28 s /s Sek. (Stundenmittel 126.7 km-Std.). 2000 ccm: 1. Roumin (Bugatti), 30 Sek. (Stundenmittel 120 kmrSt-d.). 8000 ccm: 1 TourbieT (Parihard), 22*/s Sek. (Stundenmittel 159,2 km-Std.), neuer Rekoid; beste Zeit der Sportwagen. Rennwagen 750 ccm: 1. Lagroliere (Salmson), 32 Sek. (Stundenmittel 112,5 km-Std.), neuer Rekord.' " 1100 ccm: 1. Soaron (Amilcar), 23'/s Sekunden (Stiinriepmittel 155.1 km-Std.), neuer Rekord. 1500 ccm: 1. Druck (Bugatti), 24 Sek. (Stundenmittel 150 km-StdO, neuer Rekord. 2000 ccm: 1. Coohin BugattO. 20Vs Sek. (Stundenmittel 178 km-Std.). neuer Rekord. 3000 ccm: 1. Bouriat Bugatti). 19Vs Sekunden (Stundeamittel 187,5 km-Std.), neuer Rekord; beste Zeit des Tages. 8000 ccm: 1. Michel Dore (Panhard), 20 Sek. (Stundenmittel 180 km-Std.). x. Ein spanisches Mille MiRlia-Rennen. Der katalanische A.C..wird in diesem Jahre nach italienischem Vorbild, ein. 1000-Meilen-Rennen organisieren, das in einem Tag gefahren werden muss; Der Start soll um Mitternacht im Parc de Gracia in, Barcelona erteilt werden. Das genaue Datum des Rennens ist noch nicht bekannt. x. Neue Rekorde in Montlheiy. Der 1500 ccm- Wagen < Petite Rosalie» der Firma Yao •Shrt in Montlhery immer noch weiter und hat folgende neue internationale Rekorde seiner Klasse aufgestellt: 60 000 Kilometer: 641 St. .31 Min. 19 Sek. 31/100 (Stundenmittel 93.5 km/St). , 27 Tage: 60 625 km 9G0 (Stundenmittel 93.5 km/ St.). 40 000 Meilen: 686 St. 57 Min. 6 Sek. 96/100 tunrienmittHl 93.7 km/St.) 29 Tane: 65 245 km 242 (Stundenm. 93.7 km/St.). 28 Tflqe: 62 925 km 320 fStundenm. 93.6 km/St.). 30 Tane: 67 311 km 598 (Stundnnm. 93.4 km/St.). 31 Taqe: 69 611 km 107 (Stundenm. 93.5 km/St.). 33 Tage: 74 116 km 125 /Stundenm. 93.5 km/St.). 34 Tage: 76 417 km 022 (Stundenm. 93,6 km/St.).