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E_1933_Zeitung_Nr.040

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1933 - 40 Die Licht-Anlassmaschine. Nachdem jahrelang die getrennte Lichtmaschine und der An'asser als Standardausführung galten, findet man in der letzten Zeit wieder häufiger die, kombinierte Lichtanlassmaschine, die ständig mit dem Motor gekuppelt ist. Ihre Anhänger sagen ihr als Vorzug das völlig geräuschlose Funktionieren und die bequeme Unterbringung nach. Weiter wird auf den Fortfall der Sdiwungradverzahnung und auf ein leichteres Anwerfen bei kaltem Wetter hingewiesen — das Getriebe rückt nicht mehr bei der ersten Zündung aus. Eine derartige Maschine braucht auch nicht an eineT unzugänglichen Stelle befestigt zu werden. Schliesslich ist bei einer getrennten Lichtund Anlassmaschine jeweils nur eine Maschine in Betrieb, die zweite Maschine wird als toter Ballast mitgeschleppt. Wie weit das alles zutrifft, wird die Praxis noch zeigen müssen. Gewisse Vorteile hat eine Lichtanlassmaschine bestimmt. Da neuerdings Tech din. Rundschau *0» Antwort 8679. Benzolzusatz. Zuschrift weitergeleitet. Red. Frage 8634. Rohölvergaser. Kann mir jemand Firmen, welche Rohölvergaser für Lastwagen und Luxusauto herstellen, angeben? H. R. in 0. Frage 8685. Autoöl «Selekta-Permanent». Das neue .Autoöl « Selekta-Permanent» enthält Kolloidal- Graphit. Ist dieses Oel für einen in gutem Zustande befindlichen Motor zu empfehlen oder ist es schädlich? Uebertrifft dieses Oel die gewöhnlichen guten Markenöle in bezug auf Schmierfähigkeit und Gleitfähigkeit bzw. Kolbenabnützung? M. D. in N. Frage 8686. Um polarisierte Batterie. Die Batterie meines Wagens wurde in einer Garage falsch aufgeladen und dadurch umpolarisiert. Ich habe sie nun entsprechend angeschlossen und auch so benutzt. Nun sollte ich aber neu aufladen Da ich das von jetzt an selbst besorgen kann, habe ich mir einen Gleichrichter angeschafft. Nun möchte ich wissen, oh es für die Batterie vorteilhafter ist, wenn ich ,sie wieder mit der gegenwärtigen Polarität weiterlade oder ob sie zuerst umpolarisiert werden soll, wie dies von Anfang an war? H. H. in T. Antwort: Wenn die Batterie umpolarisiert weiterbenützt wird, wird sie in kurzer Zeit zugrundegehen. Die ursprüngliche Polarität muss also wieder hergestellt werden. Da dazu aber grosse Sachkenntnis notwendig ist, überlassen Sie diese Arbeit am besten einem Fachmann, von dessen Tüchtigkeit Sie Beweise haben. Das spätere blosse Aufladen können Sie dann immer noch mit Ihrem Gleichrichter vornehmen. at. Achtzy '4&dhi allererster europäischer Qualitäts- ' marke, mit voller Fabrikgarantie ' (eventuell Tausch gegen neues Cabriolet oder Limousine im Wert von 10—12,000 Fr.). Offerten unter Chiffre 13316 an die Automobil-Revue, Bern. 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Bei ali len Motoren dürfte die Obenschmierung wenigstens während der Einlaufzeit wünschbar sein. Als Nachteil wäre bei Motoren, die ohnehin schon eine reichliche Schmierung haben, höchstens eine grössere Tendenz zur Verrussung, zum Verölen der Kerzen und zum Verkleben der Ventilführungen zu erwarten, at. Frage 8687. Porzellankitt. Welcher Kitt eignet sich am besten zum Reparieren von Porzellangegenständen? W. Z. inL. Antwort: Die meisten derartigen Kitte bestehen aus Wasserglas, das mit einem Füllmittet zu einem festen Brei angerührt wird; hierzu eignen sich besonders gut fein pulverisierte Austernschalen, gefällte Kreide oder frisch gefälltes, vom Fett befreites Kasein. Ausserdem werden auch Auflösungen von Zelluloid zum Kitten von Porzellan empfohlen. Das richtige Kitten ist eine Kunst, doch kann man sich die nötigen Handgriffe durch einige Uebung gut aneignen. Wichtig ist es, die Bruchstellen zuerst mit Benzin oder in einem Sodabade gut zu entfetten und dass man die Bruchstücke gut anwärmt, ebenso wie den Kitt. Ein längeres Aneinanderpressen und Trocknen der Bruchstellen bei höherer Temperatur bewirkt eine grössere Haltbarkeit der gekitteten Teile. at. Frage 8688. Nach einer nebligen Nacht will oft mein Motor trotz Vorwärmen und allen möglichen Schikanen nicht anspringen. Schliesslich bin ich aber darauf gekommen, dass ich nur die Zündkerzen gegen andere auszuwechseln brauche, dann läuft er sofort. Woher kommt nun das? Die herausgeschraubten Zündkerzen sind nicht verrusst. A. H. in G. Antwort: Bei feuchtem kaltem Wetter schlägt sich an den Zündkerzen eine FeuchtigkeitSschieht nieder, die den Isolator kurzschliessen kann und so den Zündstrom ableitet. Vielleicht genügt es, wenn Sie vor dem Anlassen jeweils den aussenliegenden Teil des Isolators trockenwischen. Vielleicht muss die Zündkerze aber auch innerlich getrocknet werdem , at,. , Occasions-Automobil Belage mit 10—15 PS, 4 oder 6 Zylinder, in gutem Zustand. — 'In Gegenrechnung muss Ia. Autoöl genommen Mod. 26, Torpedo, 6/7pl, werden. — Ausführliche Offerten sind zu richten 11 Steuer-PS. Der Wagen unter Chiffre 58759 an die befindet sich in tadellosem Zustand. Preis Fr. 1850.-. Automobil-Revut, Bern. Es wird auch Holz oder Grobeisen an Zahlung genommen. — E. Frech- Hoch, Carrosseriewerke, Zu verkaufen BUICK MASTER Automobil-Revue, Bern. Zukaufen, gesucht gegen Barzahlung Ia. OCCASIONSWAGEN Zu verkaufen: Umstände halber vollständig neues nder-Chassis Automobil-Revue, Bern. Frage 8689. Oelrauch aus dem Kurbelgehäuse. Am Kurbelgehäuse meines Motors tritt, seit einige'iv Zu verkaufen: Sissach (Bld). Tel. 96.'- Zu verkaufen ein 5-Tonnen- SAURER Motorkipper älteres Modell, auf Pneus, zum Preise von Fr. 4000.-. 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Glauben Sie, durch bei hohen Motortourenzahlen gedrosselt. von der Pumpe geförderte Wassermenge würde da- eine grössere Untersuchung könnte sich lohnen? Würde es sich aber zeigen, dass dabei die Kühlung zu wünschen übrig liesse, so müsste ein an- Das verwendete Oel ist immer dasselbe. R. U. in Z. Antwort: Es empfiehlt sich dringend, dem derer Kühler eingebaut werden. Im Ueberlaufrohr ; Ursprung des beobachteten Rauches nachzugehen. ein Ueberdruckventil einzubauen, wie es manchmal Sehr wahrscheinlich sind einer oder mehrere Kolben stark undicht, so dass Verbrennungsgase in vorgeschlagen, wird, ist nicht ratsam. Ein solches Ventil kann leicht durch Rost oder sonstige Kor-* grösseren Mengen in das Kurbelgehäuse gelangen rosion steckenbleiben, so dass dann die Gefahr besteht, dass der Kühler im Fall des Siedens des und dann von hier zusammen mit Oeldämpfen durch den Entlüfter entweichen. Die Undichtigkeit Kühlwassers explodiert. at. der Kolben erklärt sowohl den Leistungsabfall wie den Mehrverbrauch des Motors. Die in den Passagierraum gelangenden Gase sind sehr gefährlich, s»» weil sie Kohlenoxyd enthalten, das bekanntlich eine starke Giftwirkung auf den menschlichen Organismus ausübt, die sich zuerst in leichtem Schwindelgefühl und Kopfschmerz, bald darauf aber in Bewusstlosigkeit und Blutzersetzung äussert. Am leichtesten können Sie sich über die Undichtigkeit der Kolben Gewissheit verschaffen, indem Sie die Kompression prüfen. Der Motor wird dazu mit der . Andrehkurbel langsam durchgedreht. Bei dichten Kolben und guter Kompression ist beim Durchdrehen der Kurbel ein gleichmässiger, auch bei ganz langsamem ; Drehen nicht wesentlich abnehmender Widerstand spürbar. Dichten dagegen einzelne Kolben schlecht ab, so ist der Widerstand verschieden gross, und lässt die Kompression in allen Zylindern zu wünschen übrig, so verschwindet der Widerstand beim langsamen Durchdrehen fast vollständig. Um den Austritt reiner, wenig gefährlicher Oeldämpfe könnte es sich bei der beobachteten Erscheinung nur handeln, wenn der Motor übermässig heiss würde. Bei den normalerweise vorkommenden Motortemperaturen tritt keine starke Oeldampfbildung auf. at. Frage 8690. Wasserverlust im Kühlsystem. Ich habe in der letzten Zeit mehrmals beobachtet, dass der Kühler meines Wagens durch das Ueberlaufrohr Wasser verliert, wenn ich den Motor auf höhere Tourenzahlen treibe. Händelt es sich da um eine normale Erscheinung? Oder was ist zu tun, dass ich' nicht immer wieder wegen des Wasserverlustes den Kühler nachfüllen muss? Ein Entweichen von Wasser an anderer Stelle als durch das Ueberlaufrohr ist nicht festzustellen. S. E. in Z. Antwort: Die von der Wasserpumpe geförderte Wassermenge nimmt mit steigender Motortourenzahl ungefähr quadratisch zu. Es kann deshalb der Fall eintreten, dass bei hoher Motortourenzahi mehr Wasser nach oben gepumpt wird, als durch den Kühler wieder abzufliessen vermag. Die im oberen Kühlerbehälter entstehende Stauung bewirkt dann das Entweichen des Wassers durch das Ueberlaufrohr. Normal ist allerdings ein solcher Wasserverlust bei einem guten Wagen nicht. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass in Ihrem Fall der Kühler verstopft ist, oder dass vielleicht der untere Gummischlauch, der den Kühler mit der Wasserpumpe verbindet, eine Knickung oder anderweitige anormale .«Querschnittsverminderung aufweist. Unterziehen Sie das Kühlsystem in dieser Hinsicht einer Kontrolle; , ., Zu verkaufen FORD Limousine 2 Türen, Md. 29, Aussehen fast wie neu, prima Läufer, kann jederzeit besichtigt und gefahren werden. Offert, gefl. unt. Chiffre 58603 an die Automobil-Revue, Bern. 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Ihm zufolge ist das Verhalten der Motorfahrzeugkontrolle in den einzelnen Kantonen verschieden. So wird das Hörn im Kanton Bern gestattet. Zürich lehnte es bei der Wagenabnahme mit der Begründung ab, dass es wegen seines durchdringenden Tones mit dem Signal von Feuerwehrwagen verwechselt werden könne. Immerhin wird das Hörn in Zürich toleriert. Wie die Praxis in andern Kantonen ist, ist dem Generalvertreter noch nicht bekannt. Bevor er das Geschäft weiter forciert, wäre es ihm wichtig, zu wissen, ob er sich an irgend eine eidgenössische Instanz wenden kann, die darüber zu entscheiden in der Lage ist, ob das Signal den Bestimmungen von Art. 12, AI. f, der Vollziehungsverordnung entspricht. Bleibt es den Kantonen überlassen, hierüber zu entscheiden, so ergibt sich eben die bereits erwähnte Zwiespältigkeit, indem das Signal in den einen Kantonen gestattet, in den andern verboten wird, ein Zustand, der doch nach der Vereinheitlichung der Vorschriften sollte vermieden werden können. A. R. in B. Antwort. Das Bundesgesetz über den Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr, s"owie die bundesrätliche Vollziehungsverordnung streben eine Vereinheitlichung aller Verkehrsvorschriften an, auch soweit ergänzende Bestimmungen oder Verfügungen der Kantone in Frage kommen. Allerdings wird die frühere kant. Verschiedenheit in der Ueber« gangszeit noch etliche Abweichungen in den kant, Verfügungen bringen. Das eidg. Justiz- und Polizeidepartement sucht jeweilen, sofern es die Wichtigkeit des Falles erheischt, -durch Kreisschreiben den Kantonen einheitliche Richtlinien zu vermitteln (z. B. Kreisschreiben über die landwirtschaftlichen Traktoren.) Sie wenden sich deshalb am besten an das eidg. Justiz- und Polizeidepartement in Bern. * Garantie-Reparatur von durch Kolbenbolzen verriebenen Zylindern konkurrenzlos billig, in 24 Stunden. Keine Aenderuna der Bohrung! Dieselben Kolben, Bolzen, Ringe wieder verwendbar. Reparaturen von Aluminiumgehäusen etc. Lote f. 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Bern, Dienstag, 9. Mai 1933 III. Blatt der „Automobil-Revue " No. 40 Jdylle Müde der Abend fällt Gott aus der Hand. Leis' umflort sich die Welt, entschlummert das Land. Gold in den Fenstern lacht gütig den Strossen. Alliebender Arm der Nacht hüllt ein, die verlassen. Sehnend ein Brunnen spricht mit heissem Beben, ein Satz, ein Wort, ein Gedicht: Kleines Stück Leben. Gertrud Bürgt „Autofahrt"in Venezuela Die folgende Schilderung einer c Autofahrt > in Venezuela stammt aus der Feder eines Schweizers, der in Venezuela im Dienste einer amerikanischen Mine igesellschaft steht. Wir drei Mann erhalten für morgen den Befehl, mit dem Wagen in die Stadt zu fahren, um die Post zu holen, Proviant und andere Sachen zu kaufen. Qewiss: eine schöne Sache, wieder mal in die Stadt zu kommen! Doch, wenn 120 km grundlose Strassen dazwischen liegen, ist es kein Vergnügen mehr. Eine besonders angelegte Strasse gibt es nicht. Unsere Autos haben sich den Weg selbst ausgefahren. Man folgt einfach dem alten Pfade, den die Esel und Maultiere früher gingen, wenn sie die Waren von Cindad- Bolivar nach Upata im Innern des Landes brachten (150 km). Unsere Fahrstrecke von " 120 km führt zuerst 20 km über das Konzessionsgebiet unserer Eisenminengesellschaft. Der «Ford» ist voll getankt. Eine «Winde, ein Flaschenzug, Aexte, Pickel und Schaufeln, unsere «Reiseutensilien», sind auch da. Jetzt legen wir noch um die Hinterräder starke Ketten, ohne die es in der Regenzeit hier einmal nicht geht. 7 Uhr 30 morgens sind wir startbereit, also los! Vorerst geht es eine Meile weit steil den Berg hinunter, denn wir wohnen oben auf dem Berg. Das Gelände wird langsam flacher, aber wir stecken immer noch tief drinnen im Wald. Nun kommen wir zu einer Mulde, die von einem Wässerlein durchflössen ist. Unser «Chauffeur», ein Mulatte, weiss Bescheid: Hart am Wasser angelangt, gibt er Gas, und unser Ford saust durch das hoch aufspritzende Wasser und auf der andern Seite den Abhang hinauf. Dies wiederholt sich noch - J mzählige Male auf der ganzen Strecke. ""lötzlich, bei einer Biegung stoppt unser Vehikel. Aussteigen! Ein dicker Baum liegt quer über die Strasse. Seitlich von ihm kommen wir nicht durch, unmöglich, denn der Wald ist zu dicht. Ergo: Aexte her und dreingehauen, was das Zeug hält! Nach einer Rufe aus dem Dunkel Roman von Karl Strecker. (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.) Ei, ei, dieser alte Fuchs! Ja, rechnen konnte er immer schon, der Richard. Bei nicht weniger als vier Banken hatte er Konten, davon eins in Holland und eins in der Schweiz, die anderen beiden in Berlin: ein ruhiges Konto bei einer grossen Bank in der Friedrichstadt und ein sehr wechselvolles bei der Filiale einer kleineren Bank im Südosten. Sieh da: welch eine interessante Korrespondenz mit einem Angestellten dieser kleinen Filiale. Der berechnete sich zwölf Prozent. So, so! Na ja, mir soll's recht sein! Eine gute Stunde brauchte Georg dazu, um nur einen ungefähren Ueberblick zu bekommen. Nicht übel gemanagt, das muss man sagen ! Was ? Sogar Frankenspekulation ä la hausse? Und gut angelegt. Ein Hotel in Garmisch-Partenkirchen, ein Haus in Berlin, drei «gutgeschnittene» Bauparzellen an der Ostsee und dann am Scharmützelsee, nicht weit von hier ein Waldstück mit siebenhundert Meter Seeufer. Ueberall hatte er nur kleine Teile angezahlt. Hypotheken aufgenommen, mit diesem Geld neue Grundstücke erworben und so aus der späteren Entwertung der Hypotheken Gewinn gezogen. Georg bekam eine gewisse Hochachtung vor der Nicolaschen «Mentalität» — so geschickt hatten wenige operiert. — Alles in allem ein hübsches Vermögen, was da herauskam. Und wie sieht's mit der Steuer aus? Aha, hier ist das Fach! Hm. Die Erträge der Likörfabrik und des Schlossgutes Stunde schon fahren wir wieder los. Vorsichtig, im 10-km-Tempo geht es weiter. Wir fangen schon an, uns zu fragen, ob wir wohl heute noch die Stadt erreichen werden. Eine Stelle, wo wir vor 14 Tagen infolge einer Panne drei Stunden mitten in der Nacht verloren, passieren wir glücklich. Endlich kommt der «Caroni», ein Zufluss des Orinoco, in Sicht! Zur Trockenzeit fährt man ohne Schwierigkeiten bis an den Landungssteg und dann auf die Fähre, die einem ans andere Ufer des Flusses bringt, der ca. 200 m breit ist. Jetzt aber, in der Regenzeit, misst er 600 m, denn das linke Ufer, dem wir uns nähern, ist mehr als 300 m breit überschwemmt. Geradeaus können wir nicht fahren, denn da liegt ca. 1 m tiefes Wasser und der Boden ist aufgeweicht. Eine Wagenspur im Grase führt links hinauf, und da versuchen wir auch unser Glück. 20 Minuten geht es leidlich. Dann kommen wir an eine sumpfige Stelle, und richtig: das Verhängnis will es, dass wir in einem Loch stecken bleiben. Die linke Hinterachse ist im Schlamm versunken. Aussteigen! Vergebens versucht der Chauffeur, den Wagen mit Vollgas herauszubringen. Die Kette ist zerrissen und das Loch ist noch tiefer. Wir drei Mann versuchen es mit ' der Winde. Es geht nicht. Mit dem Flaschenzug am Ast eines dicht daneben stehenden Baumes versuchen wir, den Karren hochzuziehen. Verlorne Müh'! Der Baum wird umgehauen und eine Unterlage und ein Hebel daraus gemacht. Indem wir unter der Achse ansetzen und mit vereinten Kräften auf den Baumstamm-Hebel drücken, hebt sich unser Wagen ein wenig, und nun stopfe ich das Loch mit Steinen und Holz voll. Nach drei solchen Versuchen haben wir endlich das Rad auf der richtigen Höhe. Der Chauffeur setzt sich ans Steuer. Ein Ruck, und 2 m weiter vorn landen wir im nächsten Loch. Und nun soll dieser Krampf von neuem beginnen? Wenn immer möglich nicht! Wir laden unsern Wagen ab und bringen ihn gottlob so bald von dieser verflixten Stelle weg. Kette in Ordnung und Fracht aufgeladen! Vor uns liegt scheinbar besseres Gelände. Wir schwenken nach rechts ab, Richtung Fähre. Schon wieder sind wir im Wasser. Der Chauffeur geht voraus, um einen Durchgang zu suchen. Dort nähern sich ein paar Kühe, und da diese gut durchkommen, ohne einzusinken, hoffen wir auf festen Grund und schieben los. Vorsichtshalber stellen wir noch zuerst den Ventilator ab, damit er kein Wasser in den Motor wirft. Langsam schlängeln wir uns durch Wasser und Gestrüpp bis zur Fähre. Die Uhr zeigt auf drei. Wir haben also für 40 km 7^ Stunden gebraucht und* sind dabei noch froh, schon da zu sein. Die ca. halbstündige Ueberfahrt wird benützt, den mitgenommenen Proviant zu verzehren, die Ketten zu lösen und Wasser aufzufüllen. Ruhe können wir uns keine gönnen, denn noch sind sehr gewissenhaft detailliert. Aber die sind doch wohl nicht die Hauptsache! Ach du lieber Himmel, sind sogar sehr Nebensache. Und das andere? Na„ mit dem System werde ich bald brechen müssen. Dazu bin ich doch nicht der gerissene Geschäftsmann, der mein Bruder zweifellos war. Was für ein Geizkragen! Da hat er ein Vermögen, dessen Grosse niemand ahnt! Und verbraucht nur für sich. Sorgt nicht einmal ordentlich für seine alte Mutter! Mit einer Erleichterung, wie er sie gestern noch nicht gespürt, schloss er für diesmal die Bücher und Schubfächer, dann mit grosser Vorsicht, nicht ohne die einzelnen Schlösser wiederholt auszuprobieren, die grosse Tür des Eisenschrankes. Was er eigentlich nie bezweifelt, was ihm allein den Mut zu dieser Tat gegeben, das hatte er nun schwarz auf weiss: dieser Richard Nicola war ein Raffke, ein ausgesprochener Egoist, ein Schädling der menschlichen Gemeinschaft gewesen. Ihn zu beseitigen — so versicherte Georg sich selber — war ein Verdienst, vorausgesetzt, dass man von dem Besitz einen besseren Gebrauch machte als dieser Hamster. Und das wollte er! Die Sonne sank schon als glutroter Ball auf den Rohrgürtel des Sees nieder, als Georg den ersten Ueberblick über den Stand seines Vermögens beendet hatte. Er warf noch einen Blick durchs Fenster auf den See, wo jetzt die Riemen der Sportruderer golden im letzten Licht aufblinkten. Dann ging er hinüber zur anderen Seite des Schlosses und überblickte den Gutshof. Der Inspektor kam gerade auf das Portal zu, um das Geld zur Löhnung in Empfang zu nehmen. liegen 80 km vor uns. Diese Strecke ist aber zeitlich gewöhnlich die kürzere, denn sie führt über ebenes, sandiges Gelände und weist nur wenige Wasserläufe auf. Auch hat der Staat einige Verbesserungen vorgenommen, indem er die schlimmsten Stellen mit Steinen ausgefüllt und einige kleine Brücken erstellt hat. Kommt man dann gleichwohl an eine unpassierbare Stelle, so fährt man einfach in einem grossen Bogen um diese herum, denn hier ist alles Land Weideland und Strasse zugleich; auch erhebt kein Besitzer Einsprache (nicht wie die Gurten-Bauern). Zur Trockenzeit fehlt hier jegliches Wasser. Nur ein paar verkrüppelte Bäume strecken ihre Aeste gegen den Himmel, gleichsam als wollten sie ihren Schöpfer anklagen, dass sie in ein solches Milieu hinein versetzt wurden. Soweit das Auge blickt, nichts als dürres Gras! Trostlos! Eine unheimliche Hitze brütet ständig über diesem ausgebrannten Grasmeer. Der Luftzug beim Fahren genügt nicht zur ersehnten Abkühlung. Der Schweiss rinnt aus allen Poren. Durst? Eine selbst gedrehte Zigarette aus schwarzem, duftendem brasilianischem Tabak bringt Linderung! Erst die rasch hereinbrechende Tropennacht verspricht einigermassen Kühlung. Endlich um 22 Uhr rattern wir über die holperige, mit Steinen besetzte Hauptstrasse von Cindad-Bolivar. Wie freue ich mich auf ein Bad und auf meine Hängematte! Mehr als auf die morgige Rückfahrt... J. St. Rennfahrer im Film Manfred von Brauchitsch, der junge deutsche Rennfahrer, spielt bekanntlich in dem Film « Kampf » die Hauptrolle. In der « Neuen Freien Presse » erzählt er von dem Werdegang des Films interessante Einzelheiten. Das ging auch so im 200-Kilometer- Tempo wie auf der Avus: «Machen wir mal gleich ein paar Probeaufnahmen!» — Bums! Ein Kameramann, ein Regisseur und weiss der Teufel wer noch alles, ich dazwischen, der Rennfahrer als Film-ABC- «Schüler. Na, das kann ja nett werden. «Gehen Sie mal ein paar Schritte, sprechen Sie mal was vor, denken Sie mal, da steht Ihre Geliebte, unterhalten Sie sich doch mal (mit der Luft!) etwas temperamentvoll, kommen Sie nochmal zurück, so, ja, so ist's richtig, denken Sie, dort steht das Mädchen, stürzen Sie, von Liebesglut gepackt, auf sie zu .., tun Sie das, tun Sie jenes..!» Heiliger Bimbam! Und die Leute in den Fenstern: Operngläser, glaub' ich, hatten sie, schrecklich, einfach schrecklich war das... «Kommen Sie nun mal ins Bureau — wir wollen den Vertrag unterschreiben !> Das war der Anfang! Schüchtern bin ich ja nun gerade nicht! Aber soll man da plötzlich jemand lieben, den man einmal auf der Leinwand gesehen «Na, Brandt, wieviel brauchen Sie denn,» empfing ihn Georg freundlich. Er knüpfte noch ein kleines landwirtschaftliches Gespräch an über Angelegenheiten, die er bei seinem Herumspionieren hier kennengelernt hatte, so dass, er sachkundige Antwort geben konnte. Auch wollte er sich das Korn auf dem Boden des Wirtschaftsgebäudes noch ttedß Die weissblauen Engel der Landstrasse. Mit Vergnügen lese ich jeweils Ihre «Ecke des guten Beispiels». In dieser gehören nach meiner Ansicht auch die Führer der bekannten weissblauen grossen Lastwagen erwähnt, die die ganze Ostschweiz mit dem vorzüglichen Haldengutbier bedienen. Wer täglich auf der Landstrasse fährt, weiss, wie unangenehm es ist, lange Strecken hinter einem Lastwagen mit Anhänger kleben zu müssen, dessen Chauffeur mit der ganzen Welt wütend zu sein scheint und zudem einen magnetischen Zug zur linken Strassenseite hin offenbart. Nicht nur, dass diese « Weissblauen » hievon eine löbliche Ausnahme bilden — sie stellen überhaupt Lastwagenführer von aller korrektester. Strassenhaltung dar. Die Schreiberin dieser Zeilen hatte schon Gelegenheit, die aussei•ordentliche Hilfsbereitschaft dieser Mannschaft kennenzulernen. Ganz am Anfang meiner Fahrpraxis passierte mir als frisch ausgeschlüpftes Autokücken ein nicht gerade rühmliches Malheur. Ich versuchte einem Lastwagen, dessen Führer eben jenen magnetischen Zug nach links zeigte, vorzufahren. Mangels nötiger Erfahrung überschätzte ich den zum Vorfahren nötigen linken Strassenraum, und ehe ich mich versah, stak mein Wagen in einem Strassengraben. Ich repetierte im Geist — nun leider zu spät — die Grundregeln des Vorfahrens, die mir mein Fahrlehrer noch vor kurzem eingetrichtert hatte. Bedrückt kroch ich aus meinem Gefährt und stellte fest, dass es ohne fremde Hilfe unmöglich war, aus dem durch lange Regen aufgeweichten Graben zu kommen. Da nahte plötzlich in langsamer Fahrt ein «Weissblauer». Ehe ich noch ein Zeichen gegeben hatte, hielt der Chauffeur schon an und besah sich mein Pech. Er entnahm seinem Wagen eine Eisenkette und kuppelte meinen Wagen an. Noch unterwies er mich, wie ich die Lenkung meines Autos zu bedienen hätte, und schon hatte er durch vorsichtiges Rückwärtsfahren mein Gefährt aus dem Graben gebracht. Nachdem der Chauffeur sich rasch versichert hatte, ob mein Wagen durch den Sturz nicht einen Schaden erlitten hatte, fuhr er, kaum dass ich recht danken konnte, wieder davon. Man sage ja nicht, dass unter den Automobilisten Mangel an Hilfsbereitschaft sei. Ich durfte davon schon schöne Beispiele erleben. Auch unter den Lastwagenführern gibt es viele solche vom Schlage der Haldengut- Chauffeure, und es gäbe vielleicht deren noch mehrere, wenn nicht ein oft allzu grosses Arbeitspensum solche Chauffeure manchmal dazubringen würde, mehr auf das Vorwärtskommen als auf Pannen-Pechvögel zu achten. B. T. in F. einmal ansehen und Hess sich den Kornbodenschlüssel geben. Die Begleitung des Inspektors sei nicht nötig. Nach einer Viertelstunde kam Georg im Halbdunkel vom Kornboden herunter und ging um die Scheune herum ins Schloss, die beiden Hände auf dem Rücken. Er trat in das altdeutsche Zimmer, schloss die Keller- Kaffee Hagr-Bohne „ Ecke des gutenBeispiels " hat ihr volles Aroma, und ihren feinm (kschmäck.so wie die Trroenscmne und das Klima sud-und zentralamerikanischer Berge sie hervorzaubern • Nichts wird dem Kaffee Hacr genommen ausser dem Coffein und dem unverdau — liehen Hafifeewachs. nichts wird hinzöge« fugt* Kaffee Hagr schon} He» und Nemn, aber Kaffee Hagr verwohnt auch Ihren ßaumen •