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E_1933_Zeitung_Nr.044

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14 AUTOMOBIL-REVUE

14 AUTOMOBIL-REVUE 1933 44 Sehematischer Aufbau einer hydraulischen Bremse, System Lockheed. M) Hauptzylinder; P) Hauptkolben; W) Nebenzylinder; H) Verbindungsleitung; T, E) Rückschlagventile; R) Verbindungsöffnung; L) Flüssigkeitsbehälter; S) Nachstellmuttern; N) Druckleitungen zu den Vorderradbremsen. federnden Widerstand entgegen, während die Bremsen fast ganz unwirksam bleiben. Funktions-Störungen. Das Verändern der Einstellung des Haupt- Bremskolbens hat noch eine zweite typische Störung zur Folge: Ein Selbstanziehen der Bremsen, das sich bis zum Selbstblockieren der Räder verstärken kann, und das scheinbare «Wachsen» des Bremspedals, das oft soggr dazu führt, dass die Bodenbretter gehoben werden. Dehnt sich nämlich die Flüssigkeit infolge Erwärmung aus, so kann sie bei falscher Einstellung des Hauptkolbens nicht mehr durch die Augleichöfinung entweichen, sondern übt dann auf alle Kolben einen mehr oder weniger grossen Druck aus. Die gleichen Erscheinungen müssen sich natürlich auch zeigen, wenn die Einstellung des Hauptkolbens richtig, die Ausgleichsöffnung aber durch einen Fremdkörper verstopft ist. Luft im Leitungssystem. Wie bereits angeführt, verursacht in das Leitungssystem eingedrungene Luft einen starken Abfall der Bremswirkung. In der Nähe der Bremszylinder der einzelnen Räder sind deshalb Ventile angeordnet, die gestatten, dass rrfan die einzelnen Leitungen « zu Ader lassen > und damit von der eingedrungenen Luft befreien kann. Bei einem solchen Aderlass ist folgendermassen vorzugehen: 1. Auffüllen des Reserve-Flüssigkeitbehälters. 2. Anschliessen eines besonders dafür mitgelieferten Schlauches an einem der Abb. 2. Entlüfterventile. 3. Oeffnen des betreffenden Entlüfterventils. 4. Mehrmaliges Hin- und Herbewegen des Bremspedals, bis die am Schlauch austretende Flüssigkeit frei von Luftblasen ist. Das Ende des Schlauches muss dabei immer in einen sauberen Behälter mit etwas Uebertragungsflüssigkeit hineingetaucht sein, damit nicht bei den Rückwärtsbewegungen des Pedals wieder Luft angesaugt wird. 5. Verschliessen des Entlüfterventils und Abnehmen des' Schlauches. Auf gleiche Weise wird zur Entlüftung der übrigen Leitungen verfahren. Während des Entlüftens darf der Flüssigkeitssiegel im Reservebehälter nie so weit sinken, dass von dieser Seite her Luft in das System nachströmen könnte. Die an den Entlüftungsstellen ausgetretene Flüssigkeit ist deshalb von Zeit zu Zeit wieder in den Reservebehälter zurückzugiessen, wenn man es nicht vorzieht, Abb. s. Nachstellung der hydraulischen Bremsen. Abb. A: das zu igrosse Spiel ewiechen der Bremsbacke E und der Bremstrommel M muss durch Verdrehen des Exzenters J vermindert werden. Abb B: Nachstellung EU weil getrieben, Bremsbacke schleift Abb. C: Richtige Einstellunt mit minimalem Spiel, jedoch noch freidrebenden» Rad, die Nachfüllung mit frischer Flüssigkeit vorzunehmen. Ueberhitzung der Bremszylinder. Beim Befahren sehr langer steiler Gefälle besteht bei schwereren Wagen eine gewisse Gefahr der Ueberhitzung der innerhalb der Bremstrommeln untergebrachten Bremszylinder. Eine solche Ueberhitzung bewirkt ein Erweichen und Undichtwerden der Gummischeiben, mittels welcher die Bremskolben in den Bremszylindern abgedichtet sind und kann die Bremse zum völligen Versagen bringen. Bis zu einem gewissen Grad kann man die Empfindlichkeit der Bremslage gegen Ueberhitzung vermindern, indem man durch geeignete Leitbleche, Oeffnungen oder dergleichen dafür sorgt, dass die Bremszylinder beständig von einem Luftstrom bespült werden. Die best© Schufczmassnahme besteht aber im konsequenten Einschalten eines kleineren Ganges und damit in der Heranziehung des Motors zur Hilfsbremsung beim Befahren jedes längeren Gefälles. Bremsbacken festgerostet. Zeigt die Bremse trotz richtiger Einstellung der Backen und des Hauptbremszylinders Neigung zum dauernden Schleifen, so kann das daran liegen, dass eine oder mehrere der Backen auf ihren Bolzen festgerostet sind. Die Möglichkeit des Auftretens dieser Störung ist bei hydraulischen Bremsen wegen des verhältnismässig kleinen Bremsbackenweges grösser als bei den meisten mechanischen Bremssystemen. Zeigen eines oder mehrere Räder beim Betätigen der Bremsen Neigung zm unerwünscht starken und raschem Blockieren oder ist die Bremswirkung der einzelnen Räder sehr ungleich, so kommt als Ursache am ehesten eine fehlerhafte Einstellung der Verankerungsbolzen der Bremsbacken in Betracht. Wir haben bereits eingangs erwähnt, dassi die Einstellung dieser Bolzen Abb. 4 Zu starke Servowirkung muss eventuell durch Verdünnen des Belages auf der Auflaufseite der einen Bremsbacke vorhindert werden. ohne Notwendigkeit nicht berührt werden sollte. Tritt jedoch aus irgendeinem Qrund der anormale Zustand ein, dass die, in Fahrtrichtung betrachtet, vornliegenden Bremsbacken beim Betätigen der Bremsen die Trommel zuerst mit ihrem freibeweglichen Ende berühren, so entsteht eine Servobremswirkung von eventuell unerwünschter Intensität. Die Korrektur wird durch Verdrehen des exzentrisch gelagerten Ankerbolzens oder, wenn dadurch nichts mehr auszurichten ist, durch Wegnehmen oder Verdünnen des obersten Teils des Belages der betreffenden Bremsbacke erreicht. Angesichts der hier angeführten langen Liste von Ratschlägen könnte es scheinen, als wären hydraulische Bremsen ganz besonders pflegebedürftig. In Wirklichkeit trifft das aber durchaus nicht zu. Normalerweise genügt eine zeitweilige Nachstellung der Bremsbacken und die Aufrechterhaltung des normalen Flüssigkeitsspiegels im Reserveflüssigkeitsbehälter, m. Stickstoff zur Reifenfüllung. Vielleicht wird man in absehbarer Zeit nicht mehr auf « Luft »-Reifen, foiidern auf « Stickstoff »- Reifen fahren. Die amerikanische Stickstoffindustrie hat nämlich nachgewiesen, dass die Reifen bei Füllung mit Stickstoff eine bedeutend grössere Lebensdauer haben als wenn sie mit Luft aufgepumpt werden. Sie steht nun mit der Standard-Oil Company in Unterhandlungen, um zu erwirken, dass inskünftig an deren Tankstellen neben Benzin und Oel auch Stickstoff bezogen werden kann. -s. Diverses • Divers Offerten an 10579 Percy WIedmer, Garage Moderne, Aeschengraben Nr. 13, Basel. Tel. 24.800. Billig zu verkaufen 1 FiatSOI Motor komplett, mit Getriebe. 1 Vorderachse mit Vorderrad - Bremsen FIAT 501. 10291 Anfragen sind zu richten an Garage 0. Zaugg, Burgstrasse, Thun. Telephon, 30.29.. Zukaufen gesucht von Autobesitzer im Kanton Glarus eine geräumige, doppelwandige Eternit-Garage Offerten unter Chiffre 58974 an die Automobil-Revua, Bern. 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N« 44 - 193$ ÄUTOMÖBTL-REVUE 15 Tech «•» «*dh Frage 8706. Unterdruck Im Ansaugrohr. Wie hoch ist etwa der Unterdrück im Ansaugrohr eines Motors bei den verschiedenen Drosselklappenstellungen? Welcher Unterdruck ist zum Betrieb eines pneumatischen Scheibenwischers minimal notwendig? E. S. in L. Antwort: Der Unterdruck erreicht bei fast geschlossener Drosselklappe die Höhe von maximal 800 g pro Quadratzentimeter, geht aber normalerweise nicht über 650 g hinaus. Bei ganz geöffneter Drosselklappe und langsam laufendem Motor, z. B. beim schweren c Ziehen > des Motors am Berg, sinkt der Unterdruck unter Umständen auf 50 g pro Quadratzentimeter, was ungefähr das Minimum darstellt. Der Betrieb eines pneumatischen Scheibenwischers erfordert durchschnittlich einen minimalen Unterdruck von 150 g pro Quadratzentimeter, -s. Frag« 8707. Bruch der Unterbrecherfeder. Letzthin bin ich mit meinem Wagen unterwegs stecken geblieben und musste den Wagen mit Pferden weiter schleppen lassen, weil die Unterbrecherfeder gebrochen war. Ist es notwendig, dass ich in Zukunft immer einen Reserveunterbrecher mitführe? R. K. in Z. Antwort: Nicht unbedingt Die Unterbrecher {eben sehr selten zu Störungen Anlass, und Störungen auf der Strasse sind fast ausgeschlossen, wenn der Unterbrecher von Zeit zu Zeit nachgesehen, gereinigt und eventuell neu eingestellt wird. Auch in Ihrem Fall hätten Sie sich übrigens auf der Strasse behelfen können. Wie unsere Skizze eeigt, hätte die Federwirkung durch ein Stückchen eingekeilten Gummis ersetzt werden können. Im Notfall kann ein solches Gummistückchen aus dem Gleitschutzmuster eines Reifens herausgeschnitten werden. at. Fragt 8708. Nachlassen dtr elektrischen Beleuchtung beim Stillstand des Wagens. Seit einiger Zeit beobachte ich, dass an meinem Wagen die elektrische Beleuchtung bedeutend dunkler brennt, sowie ich mit dem Wagen anhalte. Wenn ich dann wieder anfahre, brennt das Licht tadellos. iWes kann hier die Ursache sein? X. B. in U. Antwort: Ihre Schilderung dürfte insofern ungenau sein, als das Licht nicht beim Stillstand des Wagens, sondern erst beim Abstellen des Motors dunkler brennt. Ein gewisser, kleiner Heiligkeiteunterschied ist in diesem Falle fast stets zu bemerken, weil die Ladespannung der Batterie, bzw. die Gesamtspannung bei zugeschalteter und laufender Dynamo stets etwas höher ist als die Entladespannung der Batterie allein. Wenn aber diese Differenz zu gross wird, so kann die Ursache nur in einer reparaturbedürftigen Batterie liegen. Wahrscheinlich wird eiiie Auswechslung, zumindest der positiven Platten, in allen Zellen der Batterie in Betracht kommen. Wenden Sie sich hierfür aber nur an eine bewährte Firma, bzw. an einen darin erfahrenen Fachmann. — s. Frage 8700. Scharfen abgenutzter Feilen. Ich jibe gehört, dass alte, abgenützte Feilen auf einfache Weise durch Behandlung mit einer Säure wieder geschärft werden können. Wie geht man dabei vor und welche Säure soll zur Verwendung kommen? U. B. in W. Frage 8710. Geschwächt« Ventilfedern. Ich habe kürzlich beobachtet, dass an meinem Motor einige Ventilfedern etwas an Spannung verloren haben. Brüche sind aber nicht festzustellen, und der Motor arbeitet anscheinend so gut wie vorher. Sollten die Federn trotzdem ausgewechselt werden? W. W. in S. Antwort: Die Ventilfedern sind viel häufiger, als man ahnt, schuld am Sinken der Motorleistung und an übermässigem Benzinverbrauch, und zwar dann, wenn ihre Spannkraft nachgelassen hat. Die Ventile schliessen sich in diesem Fall bei hohen Tourenzahlen nicht mehr so rasch, wie es der Nockenform entspricht. Die Einlassventile bleiben zu lange offen, was bewirkt, dass ein Teil der Kompression verloren geht. Den dadurch verursachten Leistungsverlust sucht man durch stärkeres Gasgeben auszugleichen, woraus dann der grössere Benzinverbrauch resultiert. Der ungünstige Einfluss einer zu schwachen Auspuffvehtilfeder ist ebenfalls deutlich, wenn auch nicht so stark bemerkbar, wie der einer entspannten Einlassventilfeder. < at. s» >«»dh Anfrage 287. Entzug des Führerausweises. Ich führte kürzlich mit Vaters VA -Tonnen-Lastwagen, neben Kisten, Körben usw., auch eine Frau gegen Entgelt von B. nach F. Auf zu schmaler Strasse zwängte ein Personenauto, ohne dass ich es rechtzeitig bemerkte, vorzufahren, wobei dieses mit meinem linken Vorderrad kollidiert haben muss. Mein Wagen fuhr übeT eine hohe Böschung hinaus und überschlug sich. Dabei wurde die mitfahrende Frau sofort getötet, der Lastwagen und mitgeführte Sachen stark beschädigt. Ich selber konnte mich durch schnelles niederbücken retten. Ich, wie der Personenwagenführer, wurden wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Die Führerbewilligungen für Auto und Motorrad wurden mir bei der Voruntersuchung entzogen. Meine Haft-' Pflichtversicherung verhielt sich passiv. Ich zog selber einen Fürsprech bei. — 9 Monate später bin ich von Amtsgericht mit einer Entschädigung von Fr. 200.— freigesprochen woTden. Der Personenwagenführer für schuldig erklärt. Das Urteil wurde vom Staatsanwalt genehmigt, der Personenwagenführer appellierte. Vor kurzem erhielt ich nun die Abrechnung von meinem Fürsprech. Nach dem Urteil habe ich an das Strassenverkehrsamt das Gesuch für die Führerbewilligung gestellt, jedoch bis heute keine Antwort erhalten. Kann ich nun beim PeTsonenwagenführer für den Schaden am Auto noch Entschädigung verlangen, und wie? Was kann ich tun, um die Fahrbewilligung zu erhalten? Wie habe ich mich sonst noch zu verhalten? W. in F. Antwort: Nachdem Sie freigesprochen worden sind, ist es allerdings verwunderlich, dass seitens des Strassenverkehrsamtes Ihnen der Führerausweis nicht wieder erteilt worden ist. Wir empfehlen Ihnen, daselbst persönlich vorzusprechen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass das Strassenverkehrsamt das oberinstanzliche Urteil abzuwarten gedenkt. Zweifellos wird Ihnen das Strassenverkehrsamt auf Anfrage hin Auskunft geben, weshalb eine Wiedererteilung des Führerausweises noch nicht erfolgt ist. Was sodann die Frage der Anwaltskosten anbelangt, erscheint uns, dass Ihnen diese durch die verurteilte Gegenpartei zurückvergütet hätten werden eollen. Wir nehmen an, dass Sie sich im Prozessverfahren als Privatkläger gestellt hatten. In diesem Falle wird in der Regel die verurteilte Gegenpartei zum Ersätze der Interventionskosten des freigesprochenen Privatklägers verurteilt Warum dies im vorliegenden Falle nicht erfolgt ist, können wir Ihnen, ohne die Akten zu kennen, nicht sagen. Das gleiche ist der Fall, wenn Sie durch die verurteilte Gegenpartei Schaden erlitten haben. Für den Fall, dass Ihre Schadenersatzansprüche nicht bereits im Strafverfahren geltend gemacht worden sind, können Sie die Gegenpartei in einem besondern Zivilprozessverfahren zur Leistung von Schadenersatz einklagen, sofern eine gütliche Erledigung der Angelegenheit mit der Haftpflichtversicherung der Gegenpartei nicht möglich sein «sollte. Anfrage 288. Schadenersatzanspruch gegen den Führer eines Pferdefuhrwerkes. An einem Januarabend, um 19.00 Uhr, passierte ein Zusammenstoss zwischen einem Milchfuhrwerk, das von einem Knecht geführt war, und einem Automobil. Ursache des Unfalles war das unvorsichtige Einbiegen des Pferdefuhrwerkes in eine Nebenstrasse. Der Knecht wurde wegen unvorsichtigem Verhalten vom Statthalteramt mit Fr. 20.— gebüsst. Die Schadensforderung, die sich insgesamt auf mehr als 6000 •Franken beläuft, wurde auf den. Zivilweg verwiesen. Der Knecht verliess inzwischen seine Stelle und ist mittellos. Der Landwirt selber hat eine Haftpflichtversicherung für seine Angestellten, die aber unter Berufung auf Art. 55 O.-R, (Haftung des Geschäftsherrn) jegliche Bezahlung,ablehnt Hat in diesem Fall der Arbeitgeber für den verursachten Schaden aufzukommen? K. L. Antwort: Es besteht kein Zweifel, dass den Führer des Milchfuhrwerkes sowohl strafrechtlich als auch zivilrechtlich ein Verschulden trifft und dass er infolgedessen für den verursachten Schaden haftbar ist. Nachdem aber dieser Führer über keine finanziellen Mittel verfügt, bleibt einzig zu prüfen, ob er allenfalls zur Leistung von Schaden- Antwort: Nachdem die Feilen vollständig ersatz herangezogen werden könnte. Art. 55 des von den etwas anhaftenden Metallteilchen, sowie O.-R. bestimmt, dass der Geschäftsherr haftet für von Fett- und Oelspuren durch Kochen in einer den Schaden, den seine Angestellten oder Arbeiter Sodalösung mit darauffolgendem Abwaschen in in Ausübung ihrer dienstlichen oder geschäftlichen reinem Wasser gereinigt sind, werden sie in ein Verrichtungen verursacht haben, wenn er nicht Säurebad gebracht, das aus einem Teil Salpetersäure, drei Teilen Schwefelsäure und sieben Teilen botene Sorgfalt angewendet habe, um einen Schaden nachweist, dass er alle nach den Umständen ge- Wasser besteht Die Dauer der Säurebehandlung dieser Art zu verhüten, oder dass der Schaden auch bewegt sich je nach dem Grad der Abnützung, der bei Anwendung dieser Sorgfalt eingetreten wäre. Grosse der Feilen, dem Schnitt und der Härte zwischen zehn Sekunden und fünf Minuten. Feinübung einer dienstlichen oder geschäftlichen Ver- Sicher ist, dass der Schaden entstanden ist in Ausschnittige Feilen werden in erheblich kürzerer Zeit richtung. Es fragt sich nun einzig und allein, ob geschärft als sehr harte und körnige Feilen. Nach dem Geschäftsherrn der Exkulpationsbeweis gelingt, dem Aetzen werden die Feilen gut in reinem Wasser gewaschen und endlich in Kalkmilch ge- angewendet habe, um einen Schaden dieser Art zu dass er alle nach den Umständen gebotene Sorgfalt schwenkt um die letzten Spuren von Säure zu entfernen. Nachdem die Feilen an einem warmen und dung dieser Sorgfalt eingetreten wäre. Die Sorg- verhüten, oder dass der Schaden auch bei Anwen- trockenen Ort getrocknet sind, werden sie mit einer faltspflicht des Geschäftsherrn besteht darin, dass Mischung aus gleichen Teilen Olivenöl und Terpentinöl abgebürstet und hierauf mit gepulvertem, vollsen Befähigung, berufliche Ausbildung, körperliche, er bei der Auswahl des Angestellten sich über deskommen trockenem Koks bestreut. Sollen Teile der geistige und moralische Befähigung im Hinblick auf behandelten Feile gegen einen korrodierenden Einfluss der Säuremischung geschützt werden, so sind welcher die schädigende Handlung eingetreten ist, seine ganze Tätigkeit und die besondere anlässlicb diese Teile mit einem geschmolzenen Gemisch aus vergewissert hat. Ferner hat der Geschäftsherr gleichen Teilen gelbem Wachs und Leinsamenöl bei dem Angestellten die notwendigen Weisungen zu einer Temperatur von 30 Grad G. zu überdecken. erteilen. Schliesslich ist der Geschäftsherr verpflichtet, den Angestellten in seiner Tätigkeit zu —s. beaufsichtigen und zu überwachen, besonders auch im Hinblick auf die erteilten Instruktionen. Die Sorgfaltspflicht hat sich im Rahmen des üblichen zu halten, wobei die Bildung und Stellung des Angestellten, die Organisation und Grosse des Geschäftsbetriebes, und die besondern Gefahrsmöglichkeiten zu berücksichtigen sind- Der Geschäftsherr muss nachweisen, dass er die objektiv gebotenen Massnahmen zur Vermeidung eines derartigen Schadens getroffen hatte. Es wird also im vorliegenden Falle zu untersuchen sein, ob überhaupt der Geschäftsherr den Angestellten über die Verkehrsregeln, das Verhalten auf der Strasse etc. instruiert und ob er sich vergewissert hat. dass der Angestellte überhaupt weiss, wie man sich mit einem Pferdefuhrwerk auf der Strasse zu verhalten hat. Ferner wäre festzustellen, ob der Führer des Milchfuhrwerkes ein zuverlässiger Angestellter war oder ob er bereits wiederholt Weisungen und Instruktionen seines Herrn übertreten und solchen zuwidergehandelt hat Es kann aber nicht ohne weiteres gesagt werden, dass der Geschäftsherr im vorliegenden Falle nicht haftbar ist. Es kommt auf die besondern Verhältnisse an, die in jedem einzelnen Falle sorgfältig untersucht werden müssen. * S4a»a»s«&n Zum Ausbau des thurgauischen Strassennetzes. Der Kanton Thurgau setzte für die Strassenkorrektionen des Jahres 1933 einen Gesamtbetrag von 1,84 Millionen Fr. aus. Die Gemeinden steuern daran 390,000 Fr. bei. Im Programm 1933 sind 20 km Strassen für den Ausbau vorgemerkt. Wir erwähnen darunter: die Seestrasse mit Korrektionen von Mammern bis Qlarisegg, in Triboltingen und bei Güttingen, die Korrektion der Strasse durch das Thurtal (zwischen Islikon und Niederwil Erstellung eines Betonbelages), der Ausbau der Strasse Frauenfe/Id-WH (in Matzingen, Stettfurt und Wittenwii), die ebenfalls mit Betonbelägen ausgebaut wird. Rund 2,5 km müssen an der Strasse durch« Murgtal noch korrigiert werden bis die gut frequentierte Strasse durch eine solide Fahrbahn von langer Lebensdauer gepanzert ist. Der Kanton Thurgau bestrebt sich, auch die wichtige Verbindung Romanshorn-St. Gallen auszubauen. Von der thurgauischen Teilstrecke wird dieses Jahr das Stück Neukirch-Egnach-Winden ausgebaut und zwar mit Betonbelag. Die Hauptstrasse Amriswil- Bischofszell soll in der Gegend von Mühlebach-Schocherswil und Zihlschlacht erneuert werden, teilweise durch Pflasterung, teilweise Teerasphaltbeton und teilweise durch Mexphalt. In den nächsten Jahren werden die Strassen über den Seerücken in Angriff genommen werden müssen, nachdem die Bodenseestrasse bis auf wenige Strassenstücke als ausgebaut angesehen werden kann. Als bestfrequentierteste Verbindung des Thurtal es mit der Seestrasse gilt das Teilstück Pfyn- MMheim-Sonterswilen-Tägerwilen^Emmishofen des Strassenzuges Zürich-Winterthur- Frauenfeld-Konstanz. Die andern Verbindungen: Steckborn-Pfyn und Emmishofen-Berg- Bürglen oder Berg-Sulgen und die Variante Frauenfeld-Märstetten-Wäldi des Strassenzuges Zürich-Konstanz erreichen an Bedeutung die erstgenannten Verbindungen noch nicht. Immerhin dürfte das thurgauische Baudepartement auch deren Ausbau in den nächsten zwei Jahren in Betracht ziehen. Die Konstanzerstrasse verdient Vorzug beim Atisbau. unbedingt den go. Der Kredit für die Zufahrtsstrassen zur Basler Dreirosenbrücke genehmigt. Der Grosse Rat des Kantons Baselstadt nahm dfe Kreditvorlage betreffend die Zufahrten und Brückenrampen zur Dreirosenbrücke, die wohl in einigen Wochen fertiggestellt sein dürfte, mit grossem Mehr an. Der regierungsrätliche Sprecher sagte in der Debatte noch die Prüfung einiger Detailabänderungsanträge zu, worauf d«r Rat keine Bedenken hatte, den Kredit von 3,09 Millionen Fr. zu bewilligen. lt. Zur Stadtkorrektion in Basel. Das Stadtkorrektionsprojekt wurde, wie bereits gemeldet, im Monat April durch. Herrn Schuhmacher, Stadtplanarchitekt dem Reglerungsrat überreicht. Bis Ende Juni haben quo die Baukommission, die Strassenbabnkommission und die Verkehrskommission an Hand der Pläne und eines schriftlichen Exposes (nachdem bereits der Stadtplanarchitekt in einem grösseren Referate über die Gesamtkorrektion der Innerstadt referiert hatte) Teilberichte auszuarbeiten. Die Kommissionen haben also keine Zeit zu verlieren, denn der Regierungsrat wurde durch den Grossen Rat verpflichtet, seine Korrektionsvorlage bis zum 1. August fertigzustellen. hi. A. C. S. Die Jubiläumsschrift der Sektion Basel des A. C. S. Wir haben vor kurzem an dieser Stelle auf die geschmackvolle Jubiläumsschrift hingewiesen, die die Sektion Basel des A. G. S. anlässlich des 35- jährigen Bestehens des « Automobil-Club von Basel» und der 30jährigen Zugehörigkeit der Sektion Basel zum Automobil-Club der Schweiz herausgegeben hat. In übersichtlicher, fesselnder Darstellung wird auf rund 60 Seiten ein eindrückliches Bild vom Wachsen und Werden der Jubiläumssektion entrollt Die Lektüre der flott geschriebenen Denkschrift, die zudem noch mit zahlreichen guten Bildern illustriert ist, hat doppeltes Interesse: Einmal wird einem die ganze Geschichte einer grossen, rührigen A. C. S.-Sektion nahegebracht, und darüber hinaus läuft die ganze Entwicklung des Clubs parallel mit der des Automobilismus in der Schweiz. Der « Automobil-Club von Basel > wurde im Jahre 1898 gegründet. Seine ersten Zwecke waren, « das Motorwagenwesen zu fördern, die Mitglieder über Neuerungen zu orientieren und durch Vorführungen, Musterfahrten, Wettfahrten, Prüfungen von Fahrzeugen usw. belehrend zu wirken ». An der konstituierenden Versammlung wurde auch beschlössen, sich dem « Automobil-Club der Schweiz in Genf», der kurz vorher entstanden war, anzuschliessen. Der Verwaltungsrat des A. C. S. in Genf sah aber das Entstehen eines Automobil-Clubs in Basel nur ungern und lehnte ein Aufnahmegesuch ab; nur als Einzelmitglieder konnten die Basler Automobilisten aufgenommen werden. Die Sektion führte in ihren ersten Jahren mehrere Fahrten durch, die dramatischer Episoden nicht entbehrton. Zahlreiche der ergötzlichen alten Vehikel sind in der Denkschrift wiedergegeben. Als erste grössere sportliche Veranstaltung wurde 1901 ein Automobilrennen Basel-Solothurn abgehalten. Im Jahre 1903 zählte der « Automobil- Club von Basel» 43 aktive Fahrer Und 19 passive Mitglieder. Mit den Behörden trat der Club schon bald in Kontakt; viele dringende Probleme waren zu lösen. Eine Grosszahl der Zürcher und ostschweiz. Automobilisten schloss sich in den ersten Jahren dem « Automobil-Club von Basel > an. Der bereits erwähnte « Automobil-Club der Schweiz in Genf > War ursprünglich eine mehr lokale Gründung; durch einen vermehrten Zusammenschlüss der deutschschweiz. Automobilisten wurde aber dann die Trennung zwischen deutscher und welscher Schweiz mit der Zeit unhaltbar und der Widerstand des Verwaltungsrates in Genf gegen die Bildung von kant. Sektionen beseitigt. So fand am 18. Mai 1903 (gestern Donnerstag Waren es genau 30 Jahre her!) die konstituierende Versammlung des A. C. S. statt, dem als erste Sektionen Basel, Genf und Montreux angehörten. Die Entwicklung der Basler Sektion, die wir natürlich in diesem Rahmen nur ganz kurz streifen können, ging rasch aufwärts. Sowohl in sportlicher wie in gesellschaftlicher Hinsicht war der Club stets sehr rege. Auch für die Bedeutung des Automobils wurde immer und immer wieder bei den Behörden eingetreten. Vom 8. bis 10. Juli 1606 fand in Basel in Verbindung mit der Generalversammlung des A. C. S. ein grosses Zentralfest statt. Der langjährige Präsident der Sektion, Richard M. an der Mauer, erwarb sich um die Entwicklung des Clubs ausserordentliche Verdienste. Die Denkschrift widmet auch dem freiwilligen Automobil-Korps der Armee, das sich bis zum Kriegsausbruch ausschliesslicb aus A. C. S.-Mitgliedern zusammensetzte, einen illustrierten Abschnitt. 1011 wurde erstmals das Gempenrennen durchgeführt. Der sportliche Erfolg bewog die Organisatoren dazu, auch in den Jahren 1812 und 1914 das Rennen wieder zu veranstalten. Der Weltkrieg setzte auch der Entwicklung des Basler Clubs ein vorläufiges Ende. Nach dem Kriege folgte ein neuer Aufschwung des Automobils und damit auch der Sektion. 1920 fand zum 2. Male seit Bestehen des A. C. S. die Generalversammlung und das Zentralfest in Basel statt. Die Sektion veranstaltete jedes Jahr grössere und kleinere Clubfahrten; auch in Vorträgen wurde das Touristikgebiet stets eifrig gepflegt. 1922 wurde das Gempenrennen nach acht Jahren Pause wieder durchgeführt. 1923 und 1924 folgten weitere Gempenrennen; beim letzteren siegte der berühmte Campari auf Alfa Romeo. 1925 wurde das Rennen bloss als interne Sektionsveranstaltung abgehalten; 1926 galt es indessen wieder als Lauf für die schweizerische Automobil-Meisterschaft. Die Wettbewerbe zwischen Auto, Flugzeug und Ballon werden in Basel immer eifrig gepflegt; mehrere Anlässe dieser Art wurden in den letzten Jahren durchgeführt. Auch Zuverlässigkeitsfahrten und Geschicklichkeitsprüfungen fanden mehrmals statt. Als letzte grosso Sportveranstaltung der Sektion sei noch die internationale Gordon-Bennett-Sternfahrt 1932 erwähnt. Gesellschaftlich war der Club ebenfalls immer sehr rege. Mit den Behörden steht die Sektion in engem Kontakt; viele Errungenschaften sind seinen immerwährenden Bemühungen zu verdanken. Die Stellung der Sektion Basel dem Gesamtclub gegenüber charakterisiert den Zentralpräsidenten Herrn Dr. Mende mit seinen einleitenden Worten in der Gedenkschrift treffend: «Treue dem Gesamtclub gegenüber, und bei aller Wahrung eigener Interessen nie das Ganze vergessend. > Schon seit 1907 unterhält die Sektion auch eine Rechtsauskunftsstelle, und seit 1929 besitzt sie ein eigenes grosses Sekretariat. Mit 13 Mitgliedern wurde die Sektion gegründet, und heute zählt sie über 1300! Die hübsche Denkschrift sehliesst mit einem TJeberblicK über den gegenwärtigen Vorstand und die Verwaltung des Clubs, sowie mit einer bildlichen Ueberschau c Einst und jetzt» Der Sektion Basel des A. C. S. ist zu ihrer Jubiläumsfeier auch weiterhin Erfolg und steter Aufstieg zu wünschen, in deren eigenem Interesse wie auch in dem des A. C. S. und des Schweiz. Automobilismus. bo. Liste der Strassensperrungen und Verkehrserschwerungen. Bulletin Nr. 20a vom 20. Mal 1933. Nachdruck verboten. Offizielle Zusammenstellung durch dat Sekretarial der Baudirekforenkonferenz. Kanton Schaff hausen. Sperrungen: Strasse Scbaffhausen-Singen im Dorf Thayngen, Umleitung über Randegg-Dörflingen. Touristik-Bulletin des A.C.S. Bulletin Nr. 13 vom 19. Mal 1933. Schweiz. Das schlechte Wetter der letzten Tage, das in den Hochalpen zu starken Schneefällen führte, verzögert die Freilegung weiterer Passübergänge. Julier, St. Bernhardin und Lukmanicr sind nunmehr ohne Ketten gut befahrbar. Die Gotthardstrasse ist seit 16. Mai nachmittags wieder durchgehend mit Ketten passierbar. Seit Erscheinen de» letzten Bulletins öffnete die Splügenstrasse (16. Mai). Der Stand der übrigen Paßstrassen war am 19. Mai folgender: Albula Nprdseite aper bis kurz oberhalb Weissenstein; Südseite offen bis zur Alp Nova, 2 krn unterhalb Hospiz. Freilegung der Albulastrasse für Sonntag, den 21. Mai, vorgesehen. Bernina, Engadinerseite schneefrei bis Arles, halbwegs Berninahäuser und Hospiz; Puschlaver- Seite offen bis oberhalb La Motta. — Flüela, Strasse im Flüelatal ohne Ketten befahrbar bis Gasthaus Tschuggen; Engadinerseite offen bis zur Pignaibrücke 2 km ob Süs. welche wegen Bauarbeiten bis ca. 15. Juni gesperrt ist. — Futka, Ufnerseite ohne Ketten befahrbar bis Hotel Galenstock; Walliserseite unpassierbar ab Gletsch. Ca. 1 m Neuschnee auf Passhöhe. — Grimsel, Haslitälstrasse ohne Ketten befahrbar bis zur Zentrale Handeck, wo Strassenarbeiten die Weiterfahrt verunmöglichen; Walliserseite schneefrei bis Gletsch. — Grosser St. Bernhard, offen halbwegs Cantine de Proz und Hospiz. — Klausen, Zufahrt von Linthal her aper bis Urnerboden, Weiterfahrt mit Ketten bis Vorfrutt möglich. Schächental offen bis zur Gallerie ob Urifjen. — Oberalp, Urnerseite ohne Ketten befahrbar bis Hotel Oberalpsee; Bündnerseite mit Ketten offen bis ca. 1 km unterhalb Pagshöhe; Ketten notwendig ab Wegerhaus ob Tschamut. — TJmbrail, Schweizerseite schneefrei bis AJp Muranza; wegen Bauarbeiten nur befahrbar bis Pardatsch. — Das TeiLstück der Engadinerstraase Lavin-Schuls weist zahlreiche Baustellen auf; es ist daher vorsichtiges Zirkulieren in diesem Abschnitt angezeigt.