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E_1933_Zeitung_Nr.044

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AUTOMOBIL-REVUE

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Bern, Dienstag, 23. Mai 1933 III. Blatt der „Automobil-Revue " No. 44 König Lear auf dem Dorfe Peter Uhl. Zeitungsmeldung: «Bei der Vorstellung einer Wandertruppe in einem siebenbürgischen Dorf erschien nach einer Aufführung von « König Lear » der Autor Shakespeare persönlich auf der Bühne. Er wurde jedoch von den Bauern verprügelt ...» Schon das verschnörkelte, handgeschriebene Plakat links vom Eingang erregte Daniel Barghas Missfallen. Er tupfte mit seinem schwieligen Daumen darauf: F E U I L L E T O N Rufe aus dem Dunkel Roman von Karl Strecker. (Fortsetzung aus dem Hauptblatt) «Nein, Mütterchen,» sagte er, «das wird, das kann niemals zu teuer werden. Ueberhaupt,» fuhr er fort, «brauchst du dir über die Geldfragen keine Gedanken zu machen. Mir ist es gut gegangen in letzter Zeit. Vielleicht — doch das alles werden wir später sehen.» Er war aufgestanden und sah sich in dem dürftig möblierten Stübchen um. Dies war nun die Welt seiner Mutter seit Jahren. Bitterkeit und Rührung stiegen in ihm auf. Er trat an das schmale Bettchen, in dem sie gewiss unzählige Male sich schlaflos gewälzt und für ihn gebetet hatte. An der Wand über dem Lager hing eine Holztafel, in die ein Spruch gebrannt war. Georg las ihn. «Das hat Käthe mir mal vor vielen Jahren geschenkt,» sagte -die Mutter, «hat es selbst gebrannt.» Georg las. Es waren altmodische Verse, offenbar die eines Romantikers zu Tiecks Zeiten. Der Verfasser war nicht angegeben: « Leben, Schicksal und Tod des hervorragenden englischen Königs Lear, von W. Shakespeare, unter Mitwirkung erster Kräfte unserer hauptstädtischen Theater.» Dann folgte das Personenverzeichnis. Da- . niel Barghas meinte noch: «Was heisst hier übrigens berühmter Dichter? Wer hat je von diesem Schakspier etwas vernommen? Ja, wenn es von Petöfi, Arany oder Vörösmarty wäre, das waren alles vernünftige Leute! Aber dieser Kerl! Wer kennt ihn? He?» Diese Aufführung fand im einzigen, grösseren Saal der Dorf schenke statt, die Komödiantentruppe war am Vormittag hier eingetroffen und wollte nun, noch am gleichen Abend, zeigen, was sie konnte. Sie bestand aus zwei weiblichen und zwei männlichen Mitgliedern. Aber diese geringe Zahl der Darsteller versuchten Herr Stolzenberg und seine Truppe durch künstlerischen Eifer aufzuwägen. Stolzenberg übernahm selbst die Rolle des freudlosen Königs, sein Freund und Dramaturg Mairinger musste die Herzöge von Cornwall und Alban verkörpern. Hingegen übernahm der Direktor neben der Hauptrolle auch noch die Rollen des Grafen Gloster.und Edmunds, des verworfenen Bastards. 'Die zwei weiblichen Mitglieder der Gruppe, Fräulein Lilli und Fräulein Uonka, spielten die drei königlichen Töchter. Man sieht, die Aufgabe, die sie sich stellten, war keine geringe. Doch ,wahre Kunst pflegt alle Hindernisse zu besiegen! ... Der Saal war ziemlich gefüllt. Im einen Ende hatten Holzenberg und seine Leute ein schnell gezimmertes Podium errichtet, vor dem ein alter, vielgeflickter Vorhang hing. Gegen neun Uhr abends husteten und brummten bereits etwa dreissig Bauern im halbdunklen Saal. Manche hatten ihre Frauen und Kinder mitgebracht. Daniel Bargha und Pettinger sassen in der vordersten Reihe. Die Iangschaftigen Stiefel breit von sich gestreckt, sassen sie da, in tödlicher Langeweile. Endlich ertönte irgendwo ein Glockenzeichen, und der Vorhang fuhr mit einem Knall in die Höhe. (Das war nicht beabsichtigt. Doch Mairinger, der die Schnur bediente, stolperte in Glosters hohen Reitstiefeln über einen Balken und fiel der Länge nach hin.) Dann ging es los. Mit Blitzesschnelle rollten Akt, Szene um Szene vorbei, und Lear irrte bereits wahnsinnsnah in finsterer, stürmischer Nacht umher (von wenigen, unsichtbaren Getreuen begleitet), als Pettinger Daniel schüchtern anstiess: «Nun?» «Blödsinn!» knurrte Daniel, ehrlich erbost. «Schliesslich hat er doch hundert Ritter, hundert Soldaten! Ich an seiner Stelle würde es diesen missratenen Töchtern schon zeigen! Aber der redet ja nur in einem fort! Das ist gar kein richtiger König!» «Hm!» flüsterte Pettinger. «Da stimmt was nicht, Gevatter. Die quatschen nur immer von Soldaten, in Wahrheit ist kein einziger da. Die schwindeln uns hier was vor — für unser gutes Geld!* Daniel knurrte nur als Antwort. Im Grunde verhielten sich die Bauern still und lieSsen alles ziemlich geduldig über sich ergehen. Aber als nach einer Stünde immer noch nichts geschah, was sie als sehenswert empfunden hätten, wurden sie langsam unruhig. Einige begannen mit den Füssen zu scharren. Daraufhin strich der geistesgegenwärtige Dramaturg Mairinger die dazwischen liegenden Szenen und Hess kurz entschlossen einen Zweikampf zwischen Edmund und Edgar steigen. Das Schwertergeklirr 'beruhigte die Zuschauer ein wenig. Trotzdem kicherte jemand im Saal. Das Stück näherte sich seinem Ende. Pettinger äusserte Daniel gegenüber die stille Hoffnung, es sei nicht ausgeschlossen, dass noch alles wenigstens zu einem vernünftigen Ende kommen und der alte König, vom Wahnsinn befreit, wieder in seine Rechte eingesetzt werde. Schliesslich hatte er. ja noch die treue, aufopfernde Tochter Cordeliä, von dereli Güte er sich ja inzwischen überzeugt haben dürfte., Aber es nutzte nichts, und auch Cordelia musste daran glauben. Da wurde Daniel Bargha zornig. Er sprang auf und brüllte, zur Szene gewandt: «Verdammte Mörderbande! Muss denn hier alles sterben?» . — Damit war das Signal zum beginnenden Aufruhr gegeben. Die Leute im Zuschauerraum begannen mit den Füssen zu trampeln. Aber noch einmal fettete Stolzenberg die An den Schlaf. 0 Schlummer, der in heiigem Schweigen Am Rand der Quelle hingelehnt, Sich träumerisch mit Blütenzweigen Die ewig heitre Stirn umkrönt, Du holder, goldgelockter Knabe, Schutzengel über Wieg' und Grab, Komm zu der Leidenden herab Mit deinem linden Zauberstabe! «Da steht ja 16. März. Das ist ja mein Geburtstag,» sagte Georg ergriffen. «Ja, euer Geburtstag, zu dem hatte es mir Käthe damals geschickt. Sie war immer so gut zu mir.» «Wie geht es ihr?> «Ich glaube nicht besonders. Sie ist Witwe, das weisst du wohl, und hat eine Stelle als Haushälterin bei einer alten Dame in Süddeutschland.» «Ich werde sie aufsuchen. Aber vorläufig gibt es hier Wichtigeres zu tun. Ich werde jetzt erst mal mit der Oberin alles ins reine bringen. Du wirst acht bis zehn Tage in der Klinik bleiben müssen, Mama, also richte dich darauf ein. Ich habe schon telephonisch mit dem Professor, übrigens ein sehr tüchtiger Arzt, gesprochen. Er erwartet dich morgen. Die Operation ist leicht und ungefährlich. Ich „Ecke des guten Beispiels «Hoch klingt das Lied...» Dichter Nebel! Die denkbar schlechteste Sicht! Ich fahre sehr langsam, mit abgeblendeten Scheinwerfern, auf meinem Wagen von Zürich her heimwärts. Plötzlich tauchen zwei feurige Augen aus dem dichten Nebel vor mir auf, einige Sekunden lang sehe ich weder Strasse noch Auto; nur eine weisse; blendende Nebelwand ist vor meinen Augen. Der mir entgegenkommende Fahrer hat es nicht für nötig befunden, abzublenden. Ein Stoss, der meinen Kopf mit irgendeinem festen Teil meines Wagens in ziemlich unsanfte Berührung bringt, und ich weiss, dass ich durch das blendende Licht des entgegenkommenden Wagens von der Strasse abgekommen und mit irgendetwas kollidiert bin. Ich steige aus, und «dieses Etwas» entpuppt sich als Barrierenpfosten, der sich aus lauter Aerger über den Putsch ziemlich schief gelegt hat. Noch, in die Betrachtung und Untersuchung des angerichteten Unheils versunken, werde ich durch die schimpfende Stimme der Barrierenwärterin aufgestört, die mir in wenig wählerischen Worten meine Unvorsichtigkeit und Frechheit (!) vorwirft. Um die Diskussion, die zwar hauptsächlich von der Wärterin allein geführt wird, abzubrechen, hülle ich mich weise in den Mantel des Schweigens und untersuche meinen Wagen nach etwaigen Defekten. Er ist zu meiner nicht geringen Freude noch fahrfähig, und ich mache mich wieder auf den Weg. Mit Erfolg kämpfe ich mich eine Zeitlang weiter durch den Nebel, bis das Schicksal mir aufs neue Halt gebietet. Lichtdefekt! Alle meine Bemühungen, die Störung zu beheben, sind erfolglos, da ich bei der herrschenden Dunkelheit mich nur auf mein Tastgefühl verlassen kann. Trotzdem suche und suche ich. Der vorherige Anprall scheint doch nicht so harmlos gewesen zu sein. Verschiedene Fahrer überholen mich, aber keinen überkommt ein menschliches Rühren. Endlich naht aber doch Hilfe, und zwar in der Person eines Motorradfahrers, der seine Mutter im Seitenwagen mitführt; sofort stoppt er und fragt teilnehmend nach meinem Missgeschick. Währenddem ich noch erzähle, packt er Situation, indem er einfach Cordelia aus eigener Machtvollkommenheit wieder auferstehen Hess, um Lear und den Zuschauern habe einen Diener hier, der soll dir alles nötige einpacken.» «O, packen kann ich noch allein,» lächelte die alte Frau selbstbewusst und stand auf. Sie wickelte ihren Strickstrump.f, der in ihrem Schoss gelegen, zusammen und tastete sich nach der Kommode, während Georg den Diener, der draussen mit einem leeren Koffer wartete, hereinrief. Das Rostocker Hotel, in dem sie am Abend eintrafen, hatte einen guten Ruf, namentlich was die Verpflegung anbetraf. Georg Hess ein kleines Nachtessen auf seinem Zimmer anrichten, und sie feierten einen gemütlichen Abend im «chambre separee», wie Georg scherzte. Ihm kam es vor, als sei auf einmal ein Ventil seines Fühlens geöffnet, das jahrzehntelang geschlossen und eingerostet war. Die Mutter nippte am Glase. «Sag' mal, Richard — bist du mir auch nicht mehr böse?» «Aber wieso denn?» lachte er. «Du bist es doch gewesen, Richard, und Ja auch mit Recht. Ich meine, weil ich Georg immer in Schutz genommen habe —» «Aber Mutter —» «Du sagtest vorhin, Georg wäre mein Liebling, du hast auch früher schon gesagt, ich bereits einen Strick aus seiner Tasche, um meinen Wagen an sein Motorrad anzuhängen. Noch einige Verhaltungsmassregeln, und schon geht es mit erneuter Kraft weiter, wenn auch langsam. Doch das Sprichwort von des Geschickes Mächten, mit denen kein ewiger Bund zu flechten sei, wird uns nach einigen Kilometern deutlich in Erinnerung gebracht. Auf der vereisten Strasse gerät mein Wagen ins Schleudern, plötzlich reisst der verbindende Strick, und ich lande mit Schwung im ziemlich tiefen Strassengraben... Meinen Helfer muss ich nur bewundern, wie er meiner gewiss begreiflichen Aufregung nur ein beruhigendes Lächeln entgegensetzt. Schon legt er wieder Hand an, und mit vereinten Kräften, natürlich auch mit Hilfe seines Motorrades, bugsieren wir den Unglückswagen wieder auf die Strasse. Das Resultat dieses unerwarteten Seitensprunges ist eine Verbiegung der Spurstange, wodurch das Lenken ziemlich erschwert wird. Trotzdem beschliessen wir, die zwei Kilometer, die ich noch zu fahren habe, unter die Räder zu nehmen, und im Schneckentempo geht es nun wieder vorwärts. Ohne weiteren Zwischenfall gelangen wir dann endlich, durchfroren und beschmutzt, zu Hause an. Ich lade meinen Retter samt seiner Mutter, die während der ganzen Fahrt geduldig im Seitenwagen gesessen hat, zu einer Tasse heissen Kaffees ein, was dankend angenommen wird. Auf die Frage, was ich dem Manne schulde, antwortet er mir bescheiden, dass er mir nicht geholfen habe, um Geld zu verdienen, aber wenn ich absolut darauf bestehe, dann möge ich ihm eben'5 Fr. geben. Nachdem auch dies bereinigt ist, verabschiedet er sich dankend von mir, bettet seine Mutter wieder sorglich in den Seitenwagen — noch ein letzter Abschiedsruf, und schon sehe ich nur noch das rote Schlusslicht im Nebel verschwinden. In- Gedanken sende ich dem Manne noch die besten Wünsche für seine glückliche Heimfahrt nach, und als ich dann nach einer Viertelstunde ins mollige Bett schlüpfe, muss ich mir gestehen, dass die Bescheidenheit und Hilfsbereitschaft in der heutigen Zeit doch noch nicht ausgestorben ist. ' R. H. in W. eine Freude zu bereiten. Als er aber, unfähig, dem Pathos Learschen Schmerzes zu entsagen, auch weiterhin jammernde Reden hielt, zöge ihn dir vor. Ja, das hast du gesagt, und damals, als du sein Bild auf meinem Tisch fandest und sein kleines Wintermützchen in meinem Nähtisch, warst du ganz verstimmt. Aber Richard, er ist doch auch mein Kind.» Ihr magerer Körper bebte, als sie fortfuhr: «Und sie haben ihn doch alle so schlecht gemacht hier hinter seinem Rücken. Und das ist alles nicht, wahr. Er war ein so gutes Kind!» Sie hielt das Taschentuch vor die Augen und konnte sich gar nicht beruhigen. Georg hatte Mühe, an sich zu halten. «Aber liebe Mutter! —» «Und nun ist er tot,» weinte die Mutter in ihr Taschentuch und konnte vor Schluchzen nicht sprechen. «Tot?» wiederholte Georg erstaunt. «Ist das auch ganz gewiss?» Die Mutter blickte auf. «Du hast es mir doch selbst geschrieben.» Georg fuhr zusammen und es vergingen einige Sekunden, bevor er das erste Wort fand. «Ja, freilich habe ich dir das damals Aber — aber es wäre doch immerhin möglich —» (Fortsetzung siehe Seite 21.) Hotel Krone b. 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