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E_1933_Zeitung_Nr.044

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A __•_ -~_d ^v . i — _d_ fl • • • • ^ __ _ ^ iki • • mM _ ^LA 18 AUTOMOBIL-REVUE 1033 U war es um die Geduld der Zuschauer geschehen und sie mächten einen Höllenlärm. Stöckchen. Zu Dutzenden schleppte Charlie Landstreicheranzüge, die unentbehrlichen Die zwei Schauspieler hinter dem nunmehr seine Kostbarkeiten herbei und verteilte sie gefallenen Vorhang hielten dies — mein Gott, unter seine Bekannten. Nur je ein Stück sie waren Künstler — für Beifall. Sie berieten flüsternd, und dann sprang Mairinger, ten — Hess er in der Kammer zurück. jedes Attributs seiner Filmfigur — die ech- von Stolzenberg geführt, vor den Vorhang, reckte stolz die Brust heraus und verneigte Zu denen, die an diesem feuchten Abend sich. Stolzenberg zeigte auf ihn: beschenkt wurden, gehörte auch Thomas A. Colridge, der Inhaber eines Zeitungsausschnittbureaus in Los Angeles. Colridge «Gestatten Sie, dass ich Ihnen Herrn Shakespeare vorstelle, den Schöpfer dieses war mit einem der Stöckchen bedacht worden, einem schmiegsamen Bambusrohr, das Stückes!» Einen Augenblick herrschte drückende er zunächst ziemlich gedankenlos nach Stille im Saal. Dann sprang Daniel Bargha Hause mitnahm und in den Schrank stellte. mit zornig wehendem Schnurrbart auf dasEin paar Tage später kam der grosse Podium, erwischte den strampelnden Shakespeare beim Rockkragen und zerrte ihn in den Zuschauerraum hinab. Es regnete Püffe, und im gewaltigen Lärm rief Daniel Bargha, alle überbrüllend, immer wieder: «Dieser verdammte Schakspier, so einen Dreck zu dichten! Pfui Deubel!» Und er streckte die Hand aus, um den völlig niedergebrochenen Pseudo-Dichter bei den Haaren vom Boden hochzuziehen. Auch die Bauern rückten zum zweiten Angriff vor. Aber jetzt hatte Mairinger genug bekommen. Er schrie mit hoher, quäkender Stimme: «Ich bin gar nicht Shakespeare! Ich bin sar nicht Shakespeare!» Nun Hess Daniel Bargha seinen Haarschopf los. Er trat zurück, spuckte noch einmal aus und sagte bloss: «Dein Glück!» Rer Saal leerte sich. Aus der hintersten Ecke näherte sich, furchtsam schleichend, die Damen Ilonka und Ulli nebst Stolzenberg dem Direktor. Die Sessel waren durcheinander geworfen, Staubwolken schwebten im Saal und in der Mitte des Raumes sass einsam und zerrauft, den Kopf in die Hände gestützt, der durchgefallene Shakespeare — ein Märtyrer der Kunst. Charlie Chaplins Stöckchen... • Unmittelbar vor dem grossen Krach m Hollywood hatte Charlie Chaplin für seine näheren Bekannten ein kleines Fest veranstaltet. Zum Schluss herrschte, obgleich Amerika ja damals noch nicht nass war, eine feucht-fröhliche Stimmung. In vorgerückter Stunde kam Charlie auf einen netten Gedanken: .Er Hess von seinem Sekretär das Requisitenzimmer.offnen und verteilte Schätze an seine Gäste. Die berühmten Schuhe kamen da zum Vorschein, die verbeulten Melonenhüte, die zerfransten Krach in Hollywood. Dass die Filmiirmen wankten und viele Kleine im Sturze mit sich rissen, ist bekannt. Thomas A. Colridge war einer der ersten, die ihr Bureau schliessen mussten; über Nacht verlor er sein ganzes Vermögen. Bei einer letzten Inventur in seiner Wohnung erinnerte er sich aber des Chaplin-Stöckchens, und er müsste kein Amerikaner gewesen sein, wenn ihm jetzt nicht der Gedanke gekommen wäre: «Aus dem Stöckchen ist Kapital zu schlagen!» Mit seinen letzten Dollars bezahlte -er das Inserat in der grössten Zeitung von Los Angeles: Zu verkaufen! Das Stöckchen, das Charlie Chaplin btrühmt machte! Besser als neu erhalten! Garantiert glückbringend! Colridge, 24, Park Avenue Der heroische Kampf eines Arztes. Der Kreisarzt der lappländischen Gemeinde Dorotea, einer der wildesten und entlegensten Gegenden Nordschwedens, Doktor Sten Strömbom, ist für einen schweren, beroiseben Kampf um die Rettung Eine halbe Stunde nach Erscheinen der Zeitung war Colridge sein Stöckchen los. Für 35 Dollar hatte er es an einen Obst- Engroshändler verkauft. Fünf Minuten später kam der zweite Interessent, der sogar 40 Dollar bot, aber das Stöckchen war schon weg, nichts zu machen! Kaum war dieser Besucher verschwunden, rannte Colridge mit seinen 35 Dollar in der Tasche auf die Strasse, zum nächsten Stockgeschäft, und kaufte 17 Stöcke ä 2 Dollar. Am Abend hatte Colridge 18 Stöcke für insgesamt 419 Dollar verkauft: der Preis der Stöckchen war gestiegen! Die ganze Nacht war Colridge unterwegs. Am nächsten Morgen durchstreiften zwanzig Agenten für ihn Los Angeles, jeder mit einem Stöckchen in der Hand, das sofort verkauft wurde. Schleunigst kehrten die Agenten in die Park Avenue zurück, lieferten Geld ab, holten neue Stöckchen — Los Angeles ist eine grosse Stadt •—. Mittags war Colridge wieder ein reicher Mann: 880 echte Chaplin-Stöckchen waren verkauft, an jedem waren gut 40 Dollar verdient worden. Nachmittags, als die ersten Prügeleien zwischen den Besitzern echter Chaplin- Stöckchen ausbrachen, sass Colridge in einem eleganten Auto, das sich bereits weit ausserhalb der Grenzen Kaliforniens mit ziemlicher Geschwindigkeit bewegte. An der Rückwand des Wagens war, als Talisman, ein schmiegsames Bambusstöckchen aufgehängt, das in gleichmässigem Takt gegen die Scheibe schlug... Bunte Chronik aus aller Welt Art Operationstisch entstand. Dann öffnete er den Hals der Kranken mit einem gewöhnlichen Messer, so dass sie atmen konnte, schnitt ein Stück vom Gummischlauche seines Stethoskops ab und führte es in den Einschnitt ein. Dank der Ruhe eines Menschenlebens neulich mit derund Selbstbeherrschung der kranken Frau schwedischen goldenen Medaille «Für verdienstvolle Taten> ausgezeichnet worden^ Am Morgen wurde ein Ambulanzflug- gelang die Operation. Von einer einsamen Kötnerhütte weit in zeug aus der nächsten Stadt Oestersund der Wildnis war an ihn der Ruf ergangen, gerufen. Auf einem Schlitten wurde die eine Frau, die eine Geschwulst im Halse Patientin an einen See geschleppt, auf dem hatte, vor dem Erstickungstode zu retten. das Flugzeug niedergehen sollte. Während Nach einer 8—9 Stunden langen Heise, die dieser Schlittenfahrt, die teilweise über gebirgige Pfade ging, litt die Kranke schwere zum Teil zu Fuss zurückgelegt wurde, kam der Arzt um 2 Uhr nachts zur Stelle und Schmerzen. Das Flugzeug konnte aber infolge des Nebels nicht landen, obwohl, die sah sogleich, dass eine unmittelbare Operation nötig! war. Nuii hatte er aber Seine Bauern grosse Feuer gemacht hatten, um Instrumente zur Hand. Sogleich befahl er dem Flugzeug die Orientierung zu erleichtern. -Die unglückliche Frau musste wie- dem Kötner, mit der Axt die Enden und Seiten des Bettes abzuhauen, so dass eine der viele Stunden durch die unwegigsten Gebirgsgegenden auf dem Schlitten transportiert werden. Oft waren die Männer, die den Schlitten zogen, nahe daran, voi Müdigkeit zusammenzubrechen. Aber die . Kranke, obwohl sie nur flüstern konnte, flösste ihnen durch ihre unglaubliche Selbstbeherrschung und Tapferkeit neuen Mut ein. Endlich erreichten sie das kleine Krankenhaus im Dorfe Dorotea, und sogleich wurde eine kunstgerechte Operation vorgenommen. Anfangs ging alles gut. Aber nach einigen Wochen entwickelte sich bei der Kranken infolge der schweren Leiden "während des Transportes ins Krankenhaus eine Thrombe, die sich auf eine der Lungen legte und ihrem Leben ein Ende bereitete. Als der Arzf von seiner Auszeichnung erfuhr, protestierte er und meinte, er habe nur seine Pflicht erfüllt, die Medaille hätte der heroischen Patientin gebührt. tia. Das Schlankheitsrezept von Hollywood. In der Mode ist nichts bleibender als der Wechsel. Aber der Wunsch der Frauen von heute, schlank zu bleiben, scheint alle diese Wandlungen zu überdauern. Seiner Erfüllung zuliebe wird manches Opfer gebracht;: das Schlankheitsrezept von Hollywood legt dafür Zeugnis ab. Die Filmstars haben folgenden spezialärztlich zusammengestellten Speisezettel: zum Frühstück gibt es ein Ei, eine Melbaschnitte, Lattich, eine Orange und Tee. Zum Mittagessen ein gebratenes Steak, wiederum Lattich, eine Tomate, zrcvei Orangen und Tee. Am nächsten Tag weist der Speisezettel beim Frühstück zwei Orangen, ein Ei, Lattich, acht Gurkenschnitten, Tee oder Kaffee auf; das Mittagessen ein Hammelkotelett, ein Ei, drei Radieschen, zwei Oliven, zwei Orangen, Lattich. Tee oder Kaffee. Manchmal tritt an die Stelle des Steaks ein gebackener Fisch, an Stelle des Lattichs Spinat, und die Gurke wird durch Oliven ers-etzt. Immer aber bleiben die Orangen. C Im Grünen oder Im Wagen l«t fidel, schmeckt besser und ist billiger., Verlangen Sie / ' Proviant-Tasche Fr. 10,80 für 2 Personen Auto-Touring-Sack für 6 Personen zur Meise Münsterhof 7 •••••Ah fcUNBII Ideal« Luft- u. Bada-Kgrort, taltaDtai Ausflugulal, in Klcha and Ktllar, dakal praiawart BiUtr. DlUtlwh, Der Touren-Onkel Dia Zufahrtestrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich In O, R, Wagner« CH Touring, Führer der Automobilfahrer, offiziell* Ausgabe des T, O. 8. Liri.l7ll/PU „Weber-Stumpen sind einzigartig!" eröffnet! Wo nicht erh<liob zn beziehen beii RP.II AR RSTCPI ete iiii K. Lier, Zürich 1 a. Detektiv der Stadt Zürich und städtischen Fremdenpolizei. Telephon 32.918 Löwenstrasse 56, beim Hauptbahnhoi Für diskrete private VertrauensnngeJegenheiten Jeder Art. 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No 44 - 1933 AUTOMOBIL-REVUE 19 lED? HD» OB Die Mode kehrt wieder zu einfacheren Auslcksformen zurück. Auch bei den Mänteln t sie sich endgültig von den Exzentritäten äuge wendet, ohne die man noch im Vorjahr nicht auskommen konnte: die grossen Kragen, die oben und unter künstlich verbreiterte Silhouette und die verschiedenen, durch Epauletten noch unterstrichenen Ballon- und Schinkenärmel. Man fand Gefallen daran, wenn man auch fühlen mochte, dass all dies gewissermassen ephemer war, eine zumindest lur Krisenzeit unangebrachte Mode, die in die Zeit der Demokratie so gar nicht hineinpasste. Die Mäntel von heute sind vernünftiger geworden, die Grundlinien sind gerade, was durchaus nicht bedeutet, dass der Mantel von den Schultern bis zum Rand gerade hinunterhängen müsste. Genau wie die Kleider und Röcke werden auch manche Mäntel von den Knien abwärts glockig gearbeitet, die massige Verbreiterung der Schultern wird durch den Schnitt ohne Epauletten ebensogut erzielt. Diese Machart bietet unendlich viele Möglichkeiten, deren eine darin besteht, dass der Oberteil des Mantels beispielsweise durch den rückwärts eckigen Matrosenkragen ein kantiges Aussehen erlangt Der Frühjahrsmantel kann offen, wie auch geschlossen sein. Oft ist das Vorderteil des kragenlosen Mantels schief geschnitten, so dass die eine Spitze über die Schulter hinaufragt Ein dunkelblauer Mantel in dieser Machart war z. B. oben an der Achsel mit einem grossen, viereckigen dunkelblauen Holzknopf verschlossen, dessen Duplikat den Mantel in der anliegend gearbeiteten Taille zusammenhielt Der Mantel wirkte durchaus klassisch in seiner Einfachheit, wobei er ausgesprochen den Stempel: Frühling 1933 trug, kragen fehlen heuer an der Mehrzahl der Mäntel im Gegensatz zum Vorjahr, wo sie, hochgestellt den Kopf der Trägerin beinahe umschlossen. Aufputz? Neben dem Schnitt und der Machart sind es heuer wieder einmal Knöpfe. Knöpfe aus allem erdenklichen Material, in allen möglichen Farben und Formen. Und Taschen. Zwei, vier, auch mehr, wenn man gerade will. Eine Laune. Manchmal sind die Taschen dem Mantel angeschnitten, so dass sie sich ihm tütenförmig anschmiegen, was ebenso hübsch als unpraktisch ist. Denn was kann man schon in einer solchen Tasche unterbringen? Die Schlüssel, das Taschentuch und das Kleingeld fallen nur zu leicht hinaus. Gürtel. Ledergürtel in Naturfarbe, mit dem Material des Mantels kombiniert. Ein spagatfarbener Homespunmantel mit breitem Schweinsledergürtel und vergoldeter Schnalle --teht fabelhaft aus. Natürlich gehören «achweinslederschuhe und Handschuhe dazu. Die Länge der Mäntel? Standardmässig. Sehr modern sind aber auch die dreivierteloder siebenachtellangen Mäntel, etwas raglanartig erweitert, kragenlos, am Halse mit einem grossen Knopf geschlossen, so dass das darunter getragene Kleid oder Kostüm fast ganz sichtbar bleibt Bequem und unendlich chic. Statt des Knopfes manchmal durch eine Krawatte abgebunden, die aus dem Mantelstoff, aus abstechendem Material, aus Wolle gehäkelt oder gestrickt sein kann. Die Farben? Natürlich alle Modefarben, also Hellgrau, Beige in den verschiedenen Abstufungen, Dunkelblau, Braun, Schwarz, Schmutzigweiss — alle uns vertrauten konservativen Farben. Das grelle Blau, Fuchsienrot and Hyazinthenfarben sind, gottlob, völlig verschwunden — man muss wieder einmal die Vergänglichkeit der Mode anerkennen und die vorjährigen Herrlichkeiten einfärben lassen. Wie? Am besten Schv/arz, eine Farbe, die immer elegant ist und, um absolut 1933 zu sein, mit Weiss kombiniert werden muss. Für Mäntel zumindest etwas Neues. Wie? Man darf es ruhig wagen, den Mantel am Halse mit einer Schleife aus Pikee oder weichem Wollstoff zu knüpfen. Ergänzt wird dieses Weiss am Halse durch weisse Handschuhe. Das Ideal eines Frühjahrsmantels? Schwarzer, dichter Wollkrepp* vorne bis hinunter mit flachen, schwarzen Lederknöpfen geknöpft, weisse Pikeeschleife und weisse Pikeehandschuhe, dazu ein kleiner schwarzer Filzhut in der Chechia genannten Fasson (die hohe Türkenmütze mit dem Stengelchen), schwarze Schuhe aus Antilopenleder. Versuchen Sie doch an dem vorjährigen schönen Mantel, den Sie mit ein wenig schlechtem Gewissen angeschafft hatten, dieses Verwandlungsexperiment. Der Mantel hat Kragen und Aufschläge? Nun, lassen Sie den Kragen wegschneiden, das Ganze schwarz einfärben, denn Schwarz ist das sicherste fürs Färben, die übriggebliebenen SeBTE Die neue Mantel-Mode Aufschläge knöpfen Sie übereinander, nehmen Sie neue Knöpfe, die Sie noch vermehren und dann einen Meter Pikee. Die Hälfte für die Schleife, die andere zum Handschuhmacher. Der würde das nicht zustande bringen? Lächerlich. Natürlich kann solch ein Pikeehandschuh mit Manschette sich nicht so anschmiegen wie Antilopenleder. Aber in der saloppen Lockerheit liegt der Chic. Aber ohne den Handschuh erreicht man nur den halben Effekt. Und dann soll jemand sagen, Sie hätten einen vorjährigen Mantel. Steppnähte, Säume und Passepoiles sind die beliebtesten Verzierungen der heurigen Mäntel;' wer aber den Eindruck billiger Konfektionseffekte vermeiden will, verzichtet besser darauf. Kleines Mode-Lexikon Frühlins Im Boudoir. Es ist wieder sehr modern, weiblich zu sein und die Weiblichkeit zu betonen. Die elegante Dame empfängt ihre Gäste nicht mehr am wuchtigen Diplomatenschreibtisch, im dunkel getäfelten Bücherzimmer, nein, sogar moderne Junggesellinnen beginnen ihren Wohnraum, der mit seinen spärlichen Stahlmöbeln leer und unpersönlich wirken wollte, mit allerlei persönlichen Kleinigkeiten auszustatten. Der neue Zug der Zeit stellt einen Teil der Geselligkeit auf das Heim, auf das «Zu Hause» ein, und so ist es begreiflich, dass die Dame ihre Wohnung mit verschiedensten Neuanschaffungen auffrischen und beleben will. Sie macht dabei die Entdeckung, dass sich zu guten alten, altmodischen und antiken Sachen, zu schweren Möbeln und historischen Bildern hübsche, farbenfrohe Details, moderne launige Kleinigkeiten ausgezeichnet fügen. Vor allem nehmen sich die neuen Lampenschirme im Zimmer der Dame entzückend aus. Eine Mittelbeleuchtung? Nein, die gibt es heute nicht mehr. In allen Schickes, dunkelblaues Crepe-Kleid mit weisser Garnitur. (Photo Winterfeld.) Ecken und auf allen Tischen aber sieht man dekorative Lampen. Eine Vase, die man nicht mehr für Blumen verwenden will, von der kostbaren oder altmodischen Porzellanvase angefangen bis zur opalisierenden Glaskugel, ergibt den Fuss und die Basis für die modernen Lampenschirme, die unbedingt in einer für Madame vorteilhaften Farbe gewählt werden. Rosa oder gelblich, zartlila oder mattgrün ist er, oder mächtig glatt oder gefältelt aus « Rhodoide», das kompakt und schimmernd scheint wie Glas. AU diese reizvollen Lampenschirme sind abwaschbar und sauber zu halten und erleichtern die Mühe im Haushalt mit verringertem Personal. Auf einem niedrigen Sockel steht eine grosse Opalkugel mit künstlichen Hortensien, die, Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich In O. R. Wagners CH Touring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. S. CAR Idealer Ferienaufenthalt. Grosser Park. Moderner Komfort. Weekend-Arrangements. Zeitgemässe Preise. Strandbad. Garage, Boxen, Service. Tel. 623. C. A. REBER I I P ? T p( beim Bahnhof. 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Eine Kunstgewerblerin arbeitete diese Blüten aus den Schuppen grosser Tannenzapfen; die schlanken Apfelblüten aber, die den Lesetisch rosie zieren, wurden aus abwaschbaren, unzerbrechlichen, echten Muscheln hergestellt Sie sind ein kleines Kunstwerk — wie ein Stilleben — und muten nicht an wie die staubfangenden künstlichen Blumen. Neben dem Sofa ruht ein Spieltier, ein Terrier aus echtem Fell, ein bisschen stilisiert und outriert, aber ebenso amüsant wie der klobige rote Elefant aus glänzendem Wachstuch. Nicht einmal die sachlich-vermännlichte Frau Hess sich das Spielerische ihrer Umgebung rauben; die bewusst weibliche Dame aber liebt kokette Kleinigkeiten, ja sie umgibt sich mit zarten Parfüms, mit welchen der Rauchverzehrer neuesten Systems die blauen Rauchwolken der Zigaretten zu vertreiben hilft Friihsommer auf der Veranda. Früher einmal, da gehörte die Fahrt in die Sommerferien unbedingt zum Jahresprogramm. Heute müssen auch diese eingeschränkt werden, und es heisst, sich mit weniger begnügen. Viele trösten sich ... mit dem Umzug auf den Balkon oder in die Loggia und machen die Veranda, wenn sie solch eine Bereicherung ihres Heimes besitzen, wohnlich und bequem. Der Tisch wird mit einem Tuch aus buntgestreifter Toile basque gedeckt, die, gewachst, einen Regenschauer vertragen kann. Das kostbare Porzellan und das Kristallglas ist unaktuell geworden. Fürs Freiluftleben passt nur, wie die geschmackvolle Französin es entdeckte, eine etwas rustikale Ausstattung, und das Keramikservice, selbstverständlich in den Lieblingsfarben der Hausfrau gehalten, kommt für das sommerlich frugale und doch abwechslungsreiche Menü zu Ehren. Wie spät ist es? Die Verandauhr, auf hohem Stil, rot lackiert, wird es sagen. Auch sie ist gelackt und gut verschlossen und kann einen Gewitterregen aushalten. Der fahrbare Liegestuhl aus leichtem Holz und buntem Bast steht für die Siesta bereit, und der Blumenwagen aus patiniertem Schmiedeeisen, gefüllt mit lebendigen, duftenden Blumen, wird an sehr heissen Tagen auf seinen Rädern ins Zimmer geschoben, um die Blüten vor dem Verdorren zu bewahren. Regen macht ihm nichts! Im Gegenteil, auch der schmiedeeiserne Rauchtisch mit gemalter Kachelplatte, ein Ständer mit Kerze und Weinheber erhalten erst durch das wechselnde Wetter ihre edle Patina. Sogar das Spieltier aus farbiger Wichsleinwand ist für Freiluft und Regen berechnet, und der fahrbare Schleiflacktisch macht für das improvisierte Abendessen auf dem Balkon das Tischdecken überflüssig. Es ist besonders schick, Wurst, Fleisch und Salat, Butter und Torte auf glatten Holzbrettchen oder Holzschüsseln zu servieren; die bunten Gläser für Limonade, die Tassen für schwarzen Kaffee wurden aus unzerbrechlichem Kunstharz gearbeitet. Die Schirme der Lampe sind aus Toile basque oder aus farbigem Pergament; manche Frauen aber verzichten beim «Fruhsommer-Kampieren» auf der Veranda auf die Segnungen des elektrischen Lichtes und finden bunte Kerzen mit gläsernen Windschirmen ganz bezaubernd. Damit die Verandatüren nicht zufallen, stützt man sie mit Door stops, mit kleinen, aus schwerer Masse modellierten Modehunden, die als