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E_1933_Zeitung_Nr.044

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20 AUTOMOBIL-REVUE

20 AUTOMOBIL-REVUE 1933 - " nützliches Utensil dem Bannkreis moderner, schönheitssimüger Frauen Charme und persönliche Laune leihen. Jacken. Weit und lose fallend, nicht mehr den Körper modellierend, diese neue Richtlinie der Mode gilt vor allem für die Jacken. Da sie ausserdem noch ein besonders beliebter Gegenstand dieser Saison sind, sieht man sie bei jeder Gelegenheit und in jeder Länge. Ganz kurz, verdrängen.sie hie und da schon die Schulterkragen; in Hüftlänge trägt man sie entweder ganz offen oder am Hals mit einer Schleife geschlossen. Als dreiviertel langer Mantel am Tag und über dem Abendkleid, wirken sie gar nicht mehr wie ein richtiger, ordentlicher Mantel, sondern eben nur wie eine zu lang geratene Jacke, aber sie sind dabei amüsant und neuartig. Fast immer bilden diese Jacken gleichzeitig einen reizvollen Farbenkontrast zu dem Rock oder Kleid, mit dem man sie trägt. Bevorzugt sind dunkelbraune Jacken zum helleren Rock, oder einfarbige Jacken zum karierten Rock. Neue Jumper. Gestrickte Blusen sind die neue, grosse Mode. Das sind keine Jumper oder Pullover -mehr, die auf wenige Standardformen festgelegt waren. Ueber Nacht hat man hier eine ganz neue Möglichkeit entdeckt, Blusen in allen Variationen werden nicht mehr aus Wolle oder Seide gearbeitet, man strickt sie jetzt. Sie sind knapp und kurz und werden im Rock getragen, sie haben Schösschen und werden mit einem Gürtel gehalten, sie haben eingearbeitete oder angenähte Kragen, sie haben lange, kurze, enge oder weite Aermel, sie sind glatt und schlicht oder durch Knöpfe und grosse Schleifen verziert, aber fast immer sind sie in zweierlei Farben und zwei verschiedenen Strickarten gearbeitet Hohe und niedrige Hüte. Hoch und Niedrig trägt niedrig und hoch! Nach den Fladen, die auf einem Auge schwebten, nach den Kappen — alles ist relativ—, kamen uns die 'Matrosenhütchen schon hoch vor. Aber die Phantasie der Modistinnen scheint immer höher zu streben. Jene weichen Toques aus leuchtendem, schwarzem dickem Satin sollen durch- und aufgesetzt werden, die so hoch drapiert sind, und die sich, dem schiefen Turm von Pisa gleich, ein wenig zur Seite neigen. Auch der hohe Direktoirehut aus englischem Stroh mit Ripsband umlegt spukt zurzeit wieder im Hirn der Modeschaffenden. Wer jung ist, am Hinterkopf einen Lockenkranz zu eigen hat, und wem diese Wolkenkratzer stehen, der soll sie ruhig tragen, wer aber schon in geruhigere Jahre hineingeht, der soll die Hand davon lassen. Der Tagesfilm Die Bergung des alten Visby-Schatzes durch einen modernen Schatzjäger. Der schwedisch-amerikanische Ingenieur und berufsmässige Schatzsucher Gunnar Hall aus New York wird auf dem Boden der Ostsee einen legendarischen mittelalterlichen Schatz, der aus einer Menge von Edelsteinen, Schmucksachen, Juwelen und Kostbarkeiten bestehen soll, suchen. Vor ungefähr 600 Jahren plünderte der mächtige dänische König Waldemar Atterdag die Stadt Visby auf der Insel Gotland, die heute wegen ihrer einzigartigen Schönheit «die Stadt der Ruinen und Rosem genannt wird. Der König liess grosse Fässer auf dem Marktplatz aufstellen und befahl den Einwohnern, sie bis zum Rande mit Geschmeide und Wertsachen zu füllen. Damals war Visby eines der mächtigsten Bollwerke des Hansabundes und so reich, dass der Sage nach die Schweine aus silbernen Trögen frassen. Daher muss Waldemar Atterdag einen ungeheuren Schatz erhalten haben, den er auf seine Kriegsschiffe lud und nach Dänemark entführen wollte. Seine Flotte geriet aber in einen furchtbaren Sturm und versank an der Südspitze von Gotland. Hall, der mit einer grossen New Yorker Taucher- und Bergungsfirma zusammenarbeitet, glaubt, den versunkenen Schatz finden und heben zu können. Sein Vertrauen auf Erfolg gründet sich auf einen sinnreichen Taucherapparat, den er selbst erfunden hat und der aus einer grossen Trommel mit Raum für zwei Mann und Erika SCHREIBMASCHI NE wenig gebraucht, sofort zu verkaufen mit Garantie. Statt Fr. 375.- nur 280.-. Anfragen an Postfach 478, Ölten. allen möglichen elektrischen Vorrichtungen, Beobachtungsfenstern, Telephonen, Scheinwerfern, einem Sauerstoffgenerator u, a. besteht und am Meeresboden dicht entlang geschleppt wird. Hall hat schon in der Auffindung anderer mit Gold und Kostbarkeiten beladenen Schiffe, die vor langer Zeit gescheitert waren, recht nette Erfolge gehabt. Neulich hat die chinesische Regierung den Vorschlag gemacht, Hall zum Chef des chinesischen Taucher- und Untersee-Departements mit dem Rang eines Generals zu ernennen, damit er helfen sollte, die vielen mit Reichtümern beladenen Schiffe, die längs der Küste Chinas untergegangen sind, aufzufinden. Hall hat sich zur Annahme dieses Vorschlags noch nicht entscheiden können. Vorläufig üben die strahlenden Edelsteine Visbys, die der Sage nach in mondhellen und ruhigen Nächten von den Fischern gesehen worden sind, eine mächtige Anziehungskraft auf seine Phantasie aus. In diesem Sommer also werden die Touristen, die sich aus den verschiedensten Ländern auf der historischinteressanten und naturschönen Ostseeinsel Gotland zusammenfinden, eine einzigartige spannende Attraktion vorfinden, indem sie ÄUTO. POLSTERUNGEN reinigt und färbt OHNE STOFFABTRENNUNG konkurrenzlos und in kürzester Zeit nach pat. Verfahren . £ ... „FÄRBEKUNST" lefar A.-G., Tel. 35.177 Desgleichen Lederauffärbungen: Sitze Auto- Jacken, MXntel, Sämischlederlll Koffern. Werkstatt«: ZÜRICH 5, Limmatatr. 48. die Arbeit eines modernen Schatzjägers und seiner Bergungsexpedition beobachten können. Ha. Zürcher Wochenprogramm Er wollte Grundbesitzer auf dem Mond werden ... Ein Bauer, der in der Umgebung von Warschau wohnte, ging eines Tages in die Stadt, um dort einige Einkäufe zu besorgen. Auf seinem Wege traf er zwei Männer, die eifrig, laut und aufgeregt über etwas diskutierten. Als er in Hörweite kam, vernahm er, dass sie über die Krise sprachen, und der eine erklärte, dass er sich entschlossen habe, nach den Vereinigten Staaten auszuwandern, während der andere wieder fand, dass ihm Amerika nicht das geringste Interesse abgewinnen könne, da man dort, seiner Meinung nach, das Glück nicht mehr finden könne. Viel einleuchtender erscheine ihm eine Auswanderung auf den Mond. WIRKT P 7iinirN IflFUFNSTBM Der Bauer spitzte nun, so gut es eben ging, seine beiden Ohren und erfuhr aus der Debatte, dass man auch bereits Apparate und Projekte erfunden habe, an Hand , derer man sich bequem auf den Mond befördern lassen könne. Der Bauer dachte nun, allem Anschein nach, dass dieser Planet von Gold, Silber und Edelsteinen übersät sein müsse. Gefangengenommen von dieser leidenschaftlich geführten Debatte, stellte der Bauer bald fest, dass der etwas grössere Sprecher ein Mineningenieur war, der die Chance hatte, ein ziemlich umfangreiches Gebiet auf dem Mond zu erwerben. Er ging auf die beiden zu und bot dem Ingenieur einen beträchtlichen Preis, um damit auch für ihn ein kleines Terrain auf dem Mond zu erstehen. Ausserdem bat et ihn, ihm doch dazu zu verhelfen, damit er in kürzester Zeit durch diesen Besitz Millionär werden könne. Der angebliche Ingenieur ging auf den ihm vorgeschlagenen Handel bereitwilligst ein. In der Hauptstadt angekommen, suchten sie nun gleich einen Notar auf und machten einen Kontrakt. Während die Banknoten ihren Besitzer wechselten, bot der Notar seinem Klienten eine Flasche Wein an, und der Bauer, der dem Getränk mehr als eifrig in seiner Freude zusprach, hatte keine Ahnung, dass dem Wein ein Narkotikum beigemengt war und dass er es mit Schwindlern zu tun hatte. Nach wenigen Minuten verfiel er in festen Schlaf. Als der Ahnungslose erwachte, war der Notar mit dem Ingenieur verschwunden und mit ihnen die Kontrakte und was die Hauptsache war — auch das ganze Geld des Bauern war weg. Der Gefoppte lief nun zur Polizei, wurde dort aber für einen Verrückten gehalten. Erst nach und nach merkten die Beamten doch, dass der Mann die Wahrheit sprach. Er schilderte den phantastischen Ingenieur und den Notar, und man versprach ihm, nach den Schwindlern zu fahnden. Seine Habsucht hatte bewirkt, dass er sein durch Jahre bitter erworbenes kleines Vermögen mit einem Schlage verloren hatte. Er sah nun ein, dass es vif» 1 rentabler sei, Grundstücke auf der Erde l"W erwerben als auf dem Mond. E|n guter Havanna-Stumpen, mild und fein 10 Stock Fr. 1.—. RÜesch, Kunz & CiC, Burg bei Menziken vorm. R. Sommerhaider Stadttheater nachmittags 8 Uhr. Dl. aaenfS 23. Mai Schülervorstellung: Don Carlos. Mi. abenls 24. Mai MSdl. Do. abends 25. Mai 6 Uhr: Rltnzf. Fr. abends 26. Mai Midi. Sa. abends 27. Mai Zum letzten Male: Viktoria und ihr Husar. SO. DIChB. 28. Mai 4 Uhr: Die Meistersinger von Nürnberg. Schauspielhaus ^^ ?* Uhr, Sonn , Uf nachm. BÜ Uhr. > ,? Di. abends 23. Mai Ki. abends 24. Mai Do. abends 25. Mai Fr. abends 26. Mai Sa. abends 27. Mai So. nachm. 28. Mai So. abends 28. Mai wollen Sie nicht meine Freundin werden? Clnema Ap0ll0 y stauffaenerstr. 41 «Es war einmal ein Musikus», Tonfilm- Lustspiel. Restaurant Urania, uiwiiwtr. 9 Die beliebte Unterhaltungsstätte, Konzert und Variete 1 . Anerkannt eute Küche. Grand Cafe Esplanade, Utoquai 21 Grosse Konzerte des modernen Schweizer Orchesters Charles Pilet. Im Tabarin: Kapelle Meiga u. Tanzattrakt. In der Bar: Carl Fröhlich am Flügel. SIE AU FALLES und seine Fachleute helfen mit. Wir wollen nicht nur verkaufen - wir wollen unsere Kunden wirklich zufriedenstellen. ...und zeitgemäße Preise - selbstverständlich! 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N° 44 - 1933 AUTOMOBIL-REVUE 21 Rufe aus dem Dunkel Roman von Karl Strecker. (Fortsetzung aus dem Hauptblatt von « Autler-Feierabend >.) «Richard! Was wäre möglich?» rief die Alte aufgeregt, «dass er lebt?» «Sogar wahrscheinlich. Ich glaube, das Gerücht damals beruhte auf einer Verwechslung.» «Richard!» schrie sie und sprang auf, «wäre das möglich?» Aber sogleich schüttelte sie traurig den Kopf und sagte vor sich hin: «Ach, ich glaub's noch nicht.» «Qlaub's nur, Mama. Die Namen werden bei solchen Kriegsmeldungen, wenn es sich um viele handelt, manchmal verwechselt. Jedenfalls habe ich noch einmal Erkundigungen »«gezogen. Es scheint wirklich eine VerwecMung vorzuliegen. Sogar ziemlich sich*r. Aber vorläufig — Mutter, ist es nicht Ean* gleich, ob ich hier sitze oder Georg?» EW* Mutter hatte den Kopf zur Seite gedreht, so dass er ihr Gesicht nicht sehen konnte. Aber er wusste, dass sie weinte, er meinte ihre Tränen zu hören, wie sie ganz lelM die Wangen herabglitten. «Sieh, Mütterchen, du musst eben mit mir vorlieb nehmen,» sagte er und streichelte ihre Hand. Sie fasste nach seiner Hand und drückte sie leise, während sie mit dem Kopf nickte und verstohlen über die Augen wischte. «Lieber Gott,» betete sie leise, «lass mich nur den einen Tag noch erleben.» Tiefes Mitleid regte sich in Georg. Er erinntrte sich, dass die Mutter früher zwar gläubig, aber nie eigentlich fromm gewesen, und den Namen Gottes hatte er selten von ihr gehört. Mit wehem Herzen erkannte er, wie die einsame, hilflose Alte in langen Jahren der Verlassenheit als einzigen Trost ihren Gott gefunden hatte. «Und es ist gut so,» sagte das Weltkind im stillen. Ein religiöses Verstehen, das ihm bisher fremd gewesen, wuchs zart aus seiner Liebe zur Mutter auf. «Du wirst ihn erleben, den Tag, Mütterchen, trau' nur deinem alten Qott.» Er sah, wie ein feines Rosa die welken Wangen färbte. Schüchtern sah sie zu ihm auf. «Richard,» sagte sie mit weicher Stimme und stockte sogleich. «Eins musst du mir versprechen. Du musst nicht mehr schlecht von Georg sprechen.» «Tue ich ja gar nicht, Mutter. Ich freue mich, dass er wieder kommt. Die alten Geschichten sind längst begraben und versessen.» «Lieber Sohn;» mit rührendem Lächeln schlang sie einen Arm um ihn. «Du hast ihn doch immer lieber gehabt als mich, Mamachen,» sagte er ablenkend. «Georg war immer ein bisschen anders zu mir als du. Aber es ist merkwürdig, heute bist du beinahe ebenso wie er. Im Ton, weisst du, in der Stimme, ach, die konnte bei ihm so weich und so lieb sein. Aber bei dir ist das jetzt auch. Vielleicht habe ich das früher nicht so beachtet. Oder es ist wohl wahr, was ich mal irgendwo gelesen habe, dass sich Zwillinge in ihrem Wesen immer ähnlicher werden, wenn sie älter sind. Dank, Dank, lieber Sohn!» «Du hast mir nichts zu danken, Mütterchen.» Er legte seinen Kopf an ihre Schulter und fühlte sich still und geborgen wie seit Jahrzehnten nicht. Ihm war, als lache die Sonne der Kindheit heute wieder über ihm und über Weidenbüschen am Bach. Eine Weile lag er so still, ein Heimgekehrter im tiefsten Sinn. «Wie sollte ich wohl von Georg schlecht sprechen, Mutter. Ein jeder von uns hat seine schwere Last an Schuld.» «Pst!» sagte die Mutter und sah sich um, als könnte sie jemand hören: «Sprich nicht davon!» Georg richtete steh jäh auf. Und nicht ohne Scham über die Komödie, die er jetzt spielen musste, fragte er: «Du weisst?» «Eine Mutter Tveiss alles.» «Und du verdammst mich nicht?» «All unser Tun kommt von Gott, mein Kind, das Gute wie das Böse. Aber das weiss wohl nur eine Mutter, die ihre Kinder gleich lieb hat, ob sie Gutes oder Böses tun, ja manchmal dann erst recht, wenn sie Böses tun.» «Aber du hast Georg doch lieber! Wenn er jetzt kommt —» «Ich sagte schon: Ihr seid beide meine Kinder. Wenn ihr an meinen Brüsten gelegen habt, da habt ihr auch nicht gefragt, welche von den beiden Zwillingen hier, die euch nährten, besser ist. Ihr wusstet nur, dass es 'Quellen des Lebens sind. Sieh, Richard, und so wart ihr beide für mich Quellen der Liebe.» «Da höre ich meine junge Mutter, die Dichterin, wieder.» in ZUriffk vom T.UKb IM «l-Ü 7lMMMnl cDichterin? Ich? Ach, du lieber Gott.» «Du hast das Leben gedichtet,» sagte e und küsste ihre knochige Hand. «Das ist Georg,» sagte die Mutter, wie in süssetn Schreck, und betastete ihn kopfschüttelnd. «Den wirst du auch bald wieder haben,» rief Georg, indem er aufstand und sich schüt telte, um seiner Bewegung Herr zu werden. «Und inzwischen, liebe Mutter,» fuhr er mit beherrschter Stimme fort, «nimm mich — auch für Georg. Weine doch nicht immerfort, Mutter!» rief er ungeduldig. «Ich weine vor Glück, mein Kind,» sagte sie leise. «Ach Gott, so was hätte ich ja gar nicht mehr für möglich gehalten. Lieber Richard, lieber Georg! Komm, setz dich zu mir. Es wird bald dunkel...» Und Georg sass neben ihr. Und beide schwiegen. Sie hielt seine Hand fest auf ihrem Schoss. Endlich begann Georg in tiefen Gedanken: «Sieh, Mutter, seit zweiundzwanzig Jahren hast du von uns beiden immer bloss mich allein gesehen. Denke mal, wenn dich jetzt das Schicksal fragte, ob es dir recht wäre, dass ich jetzt stürbe, und dass Georg an meine Stelle käme —•» «Richard, versündige dich nicht! Wie kannst du so was sagen! Nein, was du auch für Einfälle hast.» «Denke dich, bitte, mal da hinein, Hebe Mutter; denke mal, ich wäre jetzt Georg. Und Richard wäre tot —?» «Du bist Ja schrecklich, Richard. Wie kannst du deine Mutter vor solche Fragen stellen? Wie kannst du denken, dass ich einem eigenen Kinde den Tod wünsche?» «Aber wäre es nicht eigentlich gerecht, Mutter? Sieh mal, der arme Georg hat nun fast ein Vierteljahrhundert in der Fremde und im Elend gesessen — eigentlich wäre es doch eine Art Gerechtigkeit, wenn Georg sich jetzt einmal auf meinen Stuhl setzte. Meinst du nicht?» Die Alte nickte nachdenklich vor sich hin; plötzlich schüttelte sie heftig den Kopf, als wollte sie einen peinlichen Gedanken abschütteln. «Richard, Richard,» sagte sie vor-, wurfsvoll, «wie kannst du mich so versuchen und so verwirren! Ich habe euch beide gemeinsam unter dem Herzen getragen, ich trage euch beide im Herzen. Wie sollte es anders sein können? Und sieh, ich sagte dir schon, heute seid ihr zum Verwechseln ähnlich. Vielleicht täuschen mich da meine Augen, die ja kaum noch etwas sehen kön- ; nen. Aber Georg konnte sich so ankuscheln und so lieb sein. Manchmal neckte er mich auch ein bisschen, er hatte dabei eine so nette Art. Aber dann war er gleich wieder eine kleine Schmeichelkatze, der gute Junge! Komm, wir wollen mal auf ihn anstossen.» «Ja, das wollen wir! Dass Georg noch am Leben ist und dass es ihm gut gehe! Und auch auf dein Wohl!» «Und auf deines, mein lieber Junge. Mir ist so leicht ums Herz, ich kann es gar nicht sagen, dass du so gut von ihm sprichst, wie nie zuvor. Du kannst deine Mutter heute mal zu Bett bringen.» Sie stand auf, fasste mit der Linken Georg unter den Arm, während sie mit der Rechten ihren Handstock fest aufsetzte. «Einen so schönen Abend habe ich seit habe ich seit mehr als zwanzig Jahren nicht mehr erlebt.» Die alte Frau konnte trotz der drei Gläschen Wein, die sie getrunken hatte, nicht einschlafen. Und während sie nach Gewohnheit der letzten Jahre ihr Nachtgebet sprach, überkam ihr gläubiges Herz auf einmal eine stille Seligkeit, ein ahnungsvolles Vertrauen, dass ihr Gott endlich die vielen Gebete erhören und ihr Georg wiederschenken wolle. Und selbst wenn Georg wirklich tot war, so Hess ein göttliches Wunder Richard jetzt so wie Georg erscheinen, um sie zu trösten und zu erhören. Und sie dankte inbrünstig mit diesen Worten: «So will ich denn beide in einem lieben, guter Gott, so wie ich dich und deinen lieben Sohn in einem liebe...» Dann kam ihr wieder der Glaube, dass Georg lebe. Und unversehens hatte sich ihr Gebet so gewendet, dass sie für Georgs Leben bat... Und über diesem Gebet schlummerte sie endlich ein. 17. Da Frau Nicola nach der gut verlaufenen Operation noch eine Woche in der Klinik bleiben musste, benutzte Georg diese Zeit, um Käthe aufzusuchen. In fünf Tagen würde er zurück sein. Inzwischen sollte sich die Mutter ausdenken, wo sie am liebsten mit ihm wohnen möchte, ob in Nord- oder Süddeutschland, in der Stadt oder auf dem Lande. Nur nicht in Berlin oder in der Umgegend. Am liebsten schon hier in der Nähe, meinte die Mutter. Sie habe ein so grosses Vertrauen zu diesem Augenarzt Kurz vor seiner Abreise diktierte Georg einer Sekretärin, die er genommen hatte, einen Brief. (Fortsetzung folgt.) MONTREUX ein Frühlingstraum M O N T R E U X - P A L A C E - H O T E L das vornehme und prelswOrdige Hotel am Genfersee. GARTEN, TENNIS, GOLF. 300 Zimmer, 150 Bäder. Grosse Garage mit Werkstatt und Boxen. 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