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E_1933_Zeitung_Nr.046

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10 AUTOMOBIL-REVUfc

10 AUTOMOBIL-REVUfc 1933 - No 46 Tasse schwarzen- Kaffees und nur einem wir sie deswegen nicht! Wir haben keinen und wird bestimmt im Sommer überall heimisch werden. Vereinzelt tauchten die Sandwich. Nachher wird fieberhaft, aber Grund dafür. Hören wir einmal, was die sparsam eingekauft. Die Yankee-Frau verbringt einen Drittel ihres Lebens in den Anita Loos in einem Interview sagte: «Wenn mersaison an der französischen Mittelmeer- bekannte amerikanische Schriftstellerin Gummiperücken schon in der vorigen Som- Geschäften. Einesteils, weil sie das Einkaufen über alles liebt, zweitens weil sie ich in England meine Jugend verbringen, rikanischen Strand. Sie sind aus gepräg- ich noch einmal auf die Welt komme, werde küste auf. Jetzt beherrschen sie den ame- aus ihrer Garderobe und ihrem Haushalt in Ungarn werde ich verliebt sein und in tem Gummi, und ihre Zeichnung, ahmt Wellen und flache Löckchen moderner Frisuren alles, was sich abzunützen, zu zerbrechen Frankreich alt werden. Nach Amerika und zu zerreissen anfängt, hinauswirft. Ist fahre ich nur zum Flirten, aber das nur täuschend nach. Ihre Kanten sind nicht der Hut aus der Mode gegangen: Hinaus selten!» mit ihm! In Amerika lässt niemand Hüte und Kleider ändern. Läuft eine Masche hinunter: Weg mit dem Strumpf! Die Amerikanerin hat keine Zeit zu nähen, zu stopfen. Dasselbe Schicksal erwartet den lahmen Stuhl und das heiser gewordene Radio. Deswegen das ewige Einkaufen, bis nach 4 Uhr nachmittags. Dann geht es nach Hause. Unterwegs holt unsere Dame die Kinder aus der Schule ab und kauft das Mittagessen ein. Nur drei Büchsen, die zu Hause in heissen Dampf gestellt werden. Bis der Mann von der Arbeit kommt, ist auch das Essen fertig. Konserven-Suppe, Konserven - Fleisch, Konserven - Gemüse. (Lauter Scheidungsgründe für einen europäischen Gatten.) Nach dem Essen wird gemeinsam abgewaschen. Dann ziehen sich beide, Frau und Mann, Abendkleider an und gehen aus. In Amerika verbringen nur Kinder und Greise den Abend zu Hause. Und alles- geschieht schnell, rasend schnell. Das Yankee-Liebespaar fänrt im rasenden Auto und küsst sich bei 100 km Geschwindigkeit, Die Ehe wird im Flugzeug geschlossen (das ist jetzt die modern- , ste Art), und man lässt sich in Express- Geschwindigkeit scheiden. Frauen, Männer arbeiten, flirten, essen rasend schnell. Darum ist es kein Wunder, wenn der am meisten gefürchtete Feind der Amerikanerin die Müdigkeit ist. Dagegen kämpft sie in jeder freien Minute, dagegen kämpfen die Aerzte, die. Schönheitspfleger, Hals-, Augen- und Falten-Spezialisten, und alle Chirurgen, welche mit «Nasen-Grademaohen», Falten- und Fett-Verschwindenlassen ihr Brot verdienen. Die tausend Arten von Gesichtscreme, welche seit ein paar Jahren Europa überschwemmen, kommen alle aus der Neuen Welt Sie erfrischen ihre müden Gesichter mit diesem Creme und ihre müden Seelen mit hundert verschiedenen Cocktailmischungen, die armen Amerikanerinnen. Beneiden Lexikon der Mode Neue Bademoden in Kalifornien und Florida. Die junge Amerikanerin propagiert eine geänderte Silhouette für Bad und Strand. Die langen, rockartigen Beinkleider, die Mode der letzten Jahre, sind nicht mehr neu. Und nur Neues vermag es, die Aufmerksamkeit verwöhnter Frauen zu erringen. Die schicke Tennisspielerin in Hollywood trägt flotte Beinkleider, weiss oder beige, seitlich mit bunten Knöpfen geschlossen, die den kurzen Knabenhosen ähnlich sind. Manche wirken wie ein kleines Röckchen. Als Bluse aber fungiert ein Tuch. Geschickt gebunden, lässt es den Rücken frei und schlingt sich über die Schultern und um die Taille. Es ist bunt und lebhaft gemustert. Manche der Tücher sind chinesisch, andere persisch, noch andere japanisch eingestellt. Ein dunkelrotes Tuch oder ein sehwarz-weisses Tüchlein zur weissen Hose wirkt sehr modern. Man darf das Tuch auch zerschneiden und eine rükkenfreie, ärmellose Bluse daraus anfertigen, besser gesagt, einen Latz mit Trägern und Gürtel, der die Sonne unbehindert über die helmartig wie bisher, sondern ausgezackt wie die kapriziösen Wellenfrisuren schöner Frauen. Von weitem muss man glauben, die kühne Springerin, die nach einem Doppelsalto aus den Wellen auftaucht, habe durch ein Wunder ihre tadellose Coiffure behalten. Schwarz, blond, braun, platin und rot sind die Gummihauben. Aber mit Gold, Bronze und Silber, ja mit allerlei phantastischen Farben bringen sie Modelaunen, die die Frauen bisher ihren eigenen Haaren noch nicht aufzwangen. Gummiperücke, kurze Hose und Blusentücher sind der neueste Modedreiklang auf dem amerikanischen Strand des Atlantik und des Pazifik, und die Wellen der Ozeane werden diese Ideen bestimmt an die Küsten des badefreudigen Europa hinübertragen. Rock und Hose? Was wird man an den mondänen Strand mitnehmen? Wird man Strandkleider oder Pyjamas tragen? Die Antwort auf diese jetzt wieder aktuelle Frage wird auch heuer nicht vom allgemein gültigen Modestandpunkt, sondern nur nach individuellen Gesichtspunkten zu beantworten sein. Während im Vorjahr die Bestrebungen der Couture, an der Riviera schürzenartige Rockmodelle und Strandkostüme zu lancieren, Haut scheinen lässt. Neue Tüchlein werden durch einen Schlitz über den Kopf gestülpt und mit Erfindungsgeist um dieund die Pyjamas nicht zu verdrängen ver- beinahe vollständig Schiffbruch erlitten Taille gebunden. Clips und Bänder helfen mochten, nahm man an def spanischen den Tennisdress zu drapieren, der aber Küste im September die proponierten auch in Florida und in Kalifornien bereits Schürzenkleider und Mäntel mit Enthusiasmus auf und die Mehrzahl der schicken zum Strandkleid avanciert ist. «Keine langen Pyjamis mehr», sagt die junge Amerikanerin, und ihr Wort ist Befehl. Sie trägt ten Kabriolett entstiegen, trugen über dem Frauen, die in Biarritz ihrem selbstgelenk- sogar Badeanzüge aus Gummi. Gummi in Badetrikot den geschneiderten Strandmantel. Für heuer würde man wohl mit dem hellen und dunklen Farben ist ungemein kleidsam, das bewiesen bereits die Kappen, Fortschreiten dieser Bewegung mit mehr die grossen Gummihüte, die Gummiblumen Sicherheit rechnen dürfen, wäre nicht in und die Gummihalsschals der letzten Jahre. der maskulinen Moderichtung unserer Ein Gummibadeanzug ist eine nette Laune Strassenkleidung des heurigen Frühjahrs der mondänen Amerikanerinnen. Die neue ein Moment aufgetaucht, das zur Vorsicht Frisurhaube aber ist der Clou der Saison mahnt. Auch die Sommerkollektionen der Pariser Modehäuser haben die Frage bis jetzt nicht eindeutig beantwortet, sondern die Wahl den Damen selbst überlassen; wenngleich die Mehrzahl der neuen Strandmodelle dem Rocktyp folgt oder, wie bei Lelong, einen Kompromiss im geteilten Rock sucht, ist das Strandpyjama noch lange nicht den abgetanen Grossen zuzuzählen. Die elegante Italienerin. Seit jeher wussten weitgereiste und ästhetisch eingestellte Leute, dass die Italienerinnen zu den elegantesten Frauen der Welt zählen. Auf der Turiner Nationalen Modemesse werden im Rahmen einer grossen Moderevue im Teatro della Mode bezaubernde Abendkleider gezeigt. Die italienische Mode charakterisiert sich durch besonderen Farbenreichtum und zugleich durch eine immer wiederkehrende Bevorzugung von Schwarz. Bezaubernd sind die Florentiner Hüte und die Toiletten, die ihre Anregungen aus der Epoche der Renaissance und ihres überkultivierten Geschmacks holen. Man verleugnet Pari8 aber keineswegs. Die Grundlinien der Silhouette bestimmt immer wieder die Pariser Haute Couture, grosse Häuser in Mailand und Turin und in anderen italienischen Städten ersinnen entzückende Ergänzungen. Die Wahl der Farben ist ganz eigenartig, und der diskrete Dekor von Schwarz und Rot oder einer anderen blumigen Tönung wird nirgends so bezaubernd ausgeführt wie in Italien. Die erfinderischen Goldschmiede und Schuhmacher schaffen die nötigen und unentbehrlichen Accessoires. Sport- und Nachmittagskleider sind nicht so vollendet und scheinbar ursprünglich italienisch wie die Toiletten des Abends. Für das Bad aber gilt Frotte. Alles, was gewebt wurde, um Pyjamas und Bademäntel, Kleider, Jäckchen und Capes zu ergeben, ist locker, weich und porös« nach dem Muster der im Meere heimischen Schwammpflanze, nach der die Stoffe auch Tessuto di Spungua genannt werden. Sanft und fliessend sind diese Schwammstoffe» leuchtend in ihren Farben, die sie den schönsten italienischen Seiden entlehnen. Mondän und elegant werden auch die schönen Italienerinnen sein, denen man am Ligurischen Meer in Viareggio, auf dem Strand des Lido und der Adriabäder der Romagna in diesem Sommer begegnet... ACADEMIE DE BEAUTE DE PARIS z ÜRIC \V\ RÄMI STR. 6 BÜß RAMI I Selbst schneidern ist Jeishft wenn Sie Ihre schönen und guten Stoffe zuschneiden, und probieren lassen. — Wir arbeiten nach jedem Bild und zu jeder Idee und beraten unsere verehrten Kunden ganz individuell, der Figur angepasst. — Jede Bestellung innerhalb 3—5 Tagen: günstigste Berechnung. Garantie für tadellosen Sitz. Zuschneideschule ZÜRICH FRIEDMANN Weinbergstr. 31 Die erste und grösste der Schweiz. Bären, Schwarzenegg, T.G.S. empfiehlt den werten Ausflüglern seine guten Mittagessen u. Z'vieri bestens. Frau Berger. Tel. 6. Durch sparsamen Betrieb macht er sich in kurzer Zeit bezahlt! DER SCHWEIZER-KÜHLSCHRANK mit dem vorzüglichen amerikanischen Kühlaggregat «Mono-Unit». 4 Modelle von Fr. 975.— bis 1900.—. 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NO - 1933 AUTOMOBIL-REVUE Der Tagesfilm Der Karpfen Napoleons I. Fontainebleau, das entzückende und berühmte Städtchen, südöstlich von Paris, ist um eine Sehenswürdigkeit armer. Die Fremden, die Paris und selbstverständlich auch Fontainebleau besuchen, werden nun nicht mehr Polo bewundern können. Polo war ein ganz seltsamer Zeitgenosse Napoleons I. Er ging nicht etwa in dem wunderbaren Schlosspark oder in dem prächtigen Eichenwald spazieren, sondern er schwamm im Schlossteich von Fontainebleau lustig herum. Jahrzehnte und Jahrhunderte. Die Fremdenführer werden sich jetzt mit dem Hinweis auf die drei Sehenswürdigkeiten von Fontainebleau begnügen müssen. Erstens das Schloss, wo Napoleon I. mit Vorliebe weilte, zweitens der wundervolle und bereits erwähnte Eichenwald und drittens der Schlossteich, in dem Polo, der Riesenkarpfen, bis vor einigen Tagen herumgeschwommen ist. Polo war der ausgesprochene Liebling aller Fremden. Dies zeigte sich darin, dass die Besucher sich verpflichtet fühlten, Polo zu füttern. Und Polo war nicht unhöflich. Er frass, was ihm gegeben wurde, mit Vorliebe Kuchen. Kein Wunder also, dass Polo im Laufe der Jahre dick und fett wurde, bis er in dem Rufe stand, ein Riesenkarpfen zu sein. Wie jedes viel bewunderte Tier hatte Polo auch Launen. War seine Stimmung besonders gut, dann soll er so zahm gewesen sein, den Fremden aus der Hand zu fressen. Die Fremdenführer wussten auch stets die entzückende Geschichte von Polos Herkunft zu erzählen. Der Karpfen soll von Kaiser Napoleon I. selbst in den Teich gesetzt worden sein. Die Fremdenführer behaupteten aber noch mehr. Es hiess, dass Polo einen Ring durch die Nasenlöcher trage, den die Worte «Napoleon Empereur» zieren sollten. Besonders Neugierigen aber tischten die Fremdenführer noch mehr auf. Als Napoleon im Jahre 1814 nach Elba gehen musste, soll er noch vorher den Karpfen in den Teich gesetzt haben. Dabei wurde ihm der denkwürdige Ring mit der Inschrift «Napoleon Empereur» durch die Nasenlöcher gezogen. Dieser Tage nun wurde der sonderbare Zeitgenosse Napoleons I. vom Tbde ereilt. Verschwundene Riesenschlange. Die Einwohner von Paris leben in grosser Sorge. Täglich, ja stündlich kann ihnen ein furchtbares Unheil geschehen. Was ist passiert? Weshalb fühlt sich niemand mehr seines Lebens sicher? Vor einigen Tagen brach aus einem kleinen Zirkus des 16. Stadtbezirks eine Pythonschlange von drei Meter Länge durch ihren Käfig aus. Die Riesenschlange hatte sich kurz zuvor noch vom Publikum bewundern lassen und ist wahrscheinlich nur deshalb - entschlüpft, weil sie in ihrem Käfig nicht wie sonst eine Schale mit Milch vorfand. Der Hunger mag das Tier dazu getrieben haben, in die Freiheit zu fliehen, um sich dort selbst Nahrung zu suchen. Bevor Sibylle, so heisst die Pythonschlange, dem Zirkus durchbrannte, hatte sie noch zwei Kaninchen verzehrt. Aber auch diese Speise muss sie nicht recht gesättigt haben. Die Pariser Hausfrauen suchen nun ängstlich alle Winkel der Wohnungen durch. Vielleicht könnte sich Sibylle in die Nähe eines warmen Herdes verirren! Trotzdem auf die Wiedereinbringung der Schlange eine Belohnung von 500 Fr. ausgesetzt ist und sich selbst Polizisten um die Ergreifung von Sibylle bemühen, ist es noch nicht geglückt, die Schlange in ihren Gewahrsam zurückzuschaffen. Die erste Frau im Männerclub. England ist das klassische Land der Traditionen. Das Gesellschaftsleben konzentriert sich hier seit Jahrzehnten in mehr oder minder exklusiven Clubs. Einer der berühmtesten Zirkel Englands war seit jeher der Devonshire-Club, der schon vor mehr als hundert Jahren nur Männer als Mitglieder aufnimmt. Keine Frau durfte die Räume des Vereins betreten, keine noch so gute Empfehlung konnte einer Dame den Zutritt in das Haus des hochfeudalen Clubs verschaffen. Die Emanzipation der Frauenwelt scheint nun auch bis nach England gedrungen zu sein. Jahrhundertealte Traditionen werden gebrochen. Die Gesellschaftskreise Englands befinden sich augenblicklich in grosser Aufregung, denn dieser Tage hat die erste Frau die Räume des Devonshire-Clubs betreten. Diese Sensation verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch London. Die frauenfeindliche Tradition des berühmtesten englischen Männerclubs musste eines mehr unnatürlichen als natürlichen Todes sterben. Zwar wurden wiederholt von -jüngeren Mitgliedern Anträge gestellt, auch Frauen zuzulassen, doch • ife** .•» «V tu. * " M '-^MM&* ^äii diese Anträge sind bisher stets abgelehnt ff ,, JöOS '• " 'u^\J^^$^^^^ß" : W^ worden. Diesmal ging aber ein solcher An- . • , '' .-*P3^A"* ' •^^^'l^^^^^^^f'^Jsä trag durch. Trotzdem wurde verfügt, dass -'; • ."*? t •**^". #^~* •'; *^^^fe' ( a^P^^^^?i3t^ die Damen nur durch einen besonderen \ ."V «/•* / - V \' V. '^^H^^^nw0 Eingang das Clübhaus betreten dürfen. - ' ' #f *:/• - ¥" ' ' ^ M S m ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ Nach dieser Vorschrift richtete sich aber ., ',. •'. : . "'*• 'i'\- I-'^JBPV^^^^^^^^^T^^^ nicht eine kühne junge Dame, die den Man- |^ $, * •. '• - -Jh • • j^^S^^^yESS^^^^^^^fi nereingang benutzte und sich in den für :.%$«.-.*.!••«, ""T '-• • ^ -'^^'^ tt^^^SBBKtKKeS^^k Frauen verbotenen Sälen mit der grÖssten »^MSrS^JJ/'*^-* ,- •• * \- ' -; '. - Bk ^88BHBS»^9&3B9 Selbstverständlichkeit niederliess. M^^-^v^w^ ~C£ *•*!&*&'•£ »ÄJBE".'" -' -"v" fti^^^^^^^^P^i^^S^ Das Telegramm wird 100 Jahre alt. tL>— V r i :^" "• 2*v* - .^^3B^^^^^^TO^S^^ Hundert Jahfe sind vergangen, seit di* J»\ ,'^-^gP £•£ -*'.* w"^ ~ ^^^j^^^^^fW^^j^^Bt^^^f^ Ostern 1833 dem Magistraten die Tatsache ';., ,^_ *,, ' _ _ t.A' < ••; , ^la^^^^^ ' J^Lm^mMM^S^s^Hjtf*^ wie es in der Geschichte der Erfindungen ,..,'. -\ "'"j " *"'. . -.*"•*•*"*• " • mffüi^llM^SSmiifamW^' s- &* häufig vorkommt, keineswegs das Ergebnis •,'•"" . • '*"*;' - . •>. ** - > _ :•«#•„%. , .~* 7 ~*.", *\5^siääifeä von Bemühungen, die sich etwa die Reform ,,.;.,. • -V" -.'. -,.«:**-* .' "1^*>,^^.??Ä^^ des Nachrichtenwesens zur Aufgabe gesetzt " ' ' Grindelwald, das sonnige'Gletschertal. " "(Photo Sctaldol.) hatten. Sie war gewissermassen ein Ge- ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ - | ^ 1 | ^ i | — — — schenk des Zufalls, weil sich die beiden Ge- " " ^ lehrten, die an verschiedenen Stellen Mes- der von der Sternwarte zum Institut gezo- die bescheidene Drahtleitung zwischen den sungen vornahmen, verständigen wollten, gen wurde. Auf halbem Weg diente ein beiden Instituten hängen, bis der Blitz sie Ihre Forschung galt der Untersuchung des Kirchturm als «Telegraphenstauge». Der bei zerstörte. Die Welt bestaunte die gerade Erdmagnetismus. Karl Friedrich Gauss den Messungen benutzte galvanische Strom ein Jahr vorher eingerichtete «drahtlose (geb. 1777) stellte die Messungen in der wurde nun hindurchgeleitet und erzeugte Telegraphier, das Winkersignalsystem, das Göttinger Sternwarte an und Erich Eduard am Endpunkt ganz schwache Auswirkun- eine Nachricht von Berlin nach Koblenz Weber (geb. 1804) im physikalischen In- gen an den dort aufgestellten Apparaten, in 6 Stunden leitete — erst 15 Jahre später stitut der Universität. Es handelte sich um Die beiden Gelehrten hatten sich nun ein wurden die ersten elektrotechnischen Tele- Beobachtungen über die Einwirkung galva- ganz einfaches Zeichensystem ausgedacht, graphenlinien gebaut. Gauss, der 1855 nischer Ströme auf die Magnetnadel. Um "wie es später von Morse ausgebaut wurde, starb, hat die Anfänge noch erlebt; Weber, sich während der Experimente verständi- und konnten sich auf diese Weise sehr gut der als hochbetagter Mann erst 1891 das gen zu können, stellten sie nun auf höchst verständigen. Gauss hatte schon damals Zeitliche segnete, wurde noch Zeuge des primitive Weise eine Verbindung her. Als die ungeheure Bedeutung dieser ersten Sieges des elektrotechnischen Zeitalters. Leitung benutzten sie einen haardünnen elektrotechnischen Nachrichtenübermittlung Kupferdraht, den sie, um ihm einen Halt geahnt, aber das allgemeine Interesse war Auto und Rinderknochen. Vor dem Pariser zu geben, an einem Bindfaden befestigten, noch nicht zu erwecken. Einige Jahre blieb Zivilgericht kreuzten kürzlich eine Blumen- ^•••••[^MMMBiMMw»^MMpM«^5^« M «^ffl^ap Br^ händlerin und ein Autobesitzer die Klingen. ' "~ ! ————•—— • r Streitgegenstand war ein Rinderknochen von dreiviertel Pfund Gewicht und 15 cm Länge, den irgend jemand zu irgend einer Zeit auf die Strasse geworfen hatte, just auf jene Strasse und an jener Stelle, wo die Blumenhändlerin ihren Laden hatte. Vielleicht würde A • ::. rV^!:. L/IC, ^^_ '.^^ «a_^ >^». _ _ besagter Knochen heute noch dort liegen, w enn nicht der beklagte Automobilist über ihn hinweggefahren wäre. Er tat es sicher nicht absichtlich, aber er fuhr eben doch über inn h inwe &> wobei der Knochen in die Höhe • • ^V* ^^^k V^k I tf^ "V hüpfte, das Schaufenster der Blumenhänd- • • • • • I M I ^^. I ' e " n zertrümmerte und schlussendlich in • • • Ä M m ^ I ^% • einem Rosenstrauss landete, der daraufhin, % ^ • ^0T B^i I ^0 m inklusive Vase, für den Handel nicht mehr zu gebrauchen war. 1100 Franken betrug der Schaden und zur Bezahlung dieser Summe Selbstaufzug-Armbanduhr S'SSSI/Sl jenen Unbekannten wenden, der den Knochen auf die Strasse geworfen habe. Die weisen Pariser Richter aber waren an- Wenn 7e\\ kt Geld" Dein Wflhknmrh kt derer Meinung; sie fanden, ein aufmerksamer WCIIU „£.CIl DL V3CIU L^Ciri Wdni5prUCn I5t, Automobilist hätte den Knochen unbedingt -^ - , , _ , »..^- Ä^.^-.« sene n und vermeiden müssen, darüber zu Dann DraUChSt DU eine „AUTORIST , Mif ihr I/nmmct nlpmalc Hu IM cisüf I III ml KOmmSI niemaiS UU ZU Spat, fahren. Da er das nicht getan habe, habe er es an der Automobilisten obliegender Vorsicht und Aufmerksamkeit fehlen lassen und deshalb sei er schuldig und haftbar. Fiat Justitia! bie. Weil sie genau die Zeit verrät. Weltwanderuns einer Flaschenpost. Auch musst Du dich nicht mehr bemüh'n, A 3 Ä iSn a S le v„äÄ m Flasche mit einer schriftlichen Mitteilung ZfitVPri!ICli" ^lp flllf7M7iph'n aus dem Wasser, die vor fünf Jahren ein ^.CIIVCIIUDL 5IC aUI£U£ICIIII. Passagier des Orientdampfers «Orvieto» C' ' L j c L » i _i i über Bord geworfen hatte. Der auf einem Oie ISt OeS OpOrtuiann S Ideal Briefbogen des Schiffes in englischer Sprache geschriebene Brief lautete: «31. Januar I InH Irififf tÄnanc tanoin onal 1928, an Bord des «Orvieto». Ich bitte den una laurt tagaus, tagein egal. Finder der NotiZ) mir unter Angabe seines _^ _i K>I i i Namens und seiner Adresse mitzuteilen, Drum trägt der nensch der Zukunft nur: waim u . nd w .° er die Fiasch e aufgefischt hat.» Die Notiz trägt die Unterschrift T. E. ni*a AI ITODKT" alc Armkan^nlir Williams, Pontypool in Wales, postlagernd. UIC „MUI VJkljl aiS ArmDanClUnr« Vor vier Wochen schrieb der Finder unter der angegebenen Adresse und erhielt erst AuTefeisT —^—^— FrOhsommer in den Bergen jetzt von Williams folgende Antwort: «Ich warf diese Flasche von der «Orvieto» im Jahre 1928 auf halbem Wege zwischen Colombo und Australien über Bord. Ich bin erst Zu haben in den UhrpnoPSrhÄfren kürzli ch von Australien zurückge- 4.u iiauen in ueu unrengesenauen kehrt und war über ^ Schreiben sehr % v _ freut. Ich hatte bereits die Hoffnung aufgegeben, von der Flaschenpost noch etwas zu hören.»