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E_1933_Zeitung_Nr.048

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18 AUTOMOBIL-REVUE

18 AUTOMOBIL-REVUE 1933 - 48 an der Universität Zürich hinaus. Dann packten ihn wieder die grossen Gedanken, die von ihm ihre Verwirklichung zu fordern schienen. Die Rechtsgelehrsamkeit wurde an den Nagel gehängt, nnbekümm«rt des väterlichen Bannfluches. Sein erstes grosses Projekt, angeregt durch die kläglich gescheiterten Versuche der Luftschiffhauer Dupuy de Dome in Paris und v. Hänlein in Brunn 1872 war die Konstruktion eines lenkbaren und wirklich manövrierfähigen Luftschiffes. Er glaubte, den Schlüssel zur Lösung des Problems gefunden zu haben, und zwar in der Maxime, die Graf Zeppelin später in die Praxis umsetzte: Der Luftballon ist lenkbar» wenn er nur gross genug gebaut wird. Ganswindt schrieb über seine Erkenntnisse eine Broschüre, die er an alle öffentlichen Adressen versandte, um sie für sein Projekt gewinnen zu können. Einer der damaligen Empfänger war der damalige Kronprinz Friedrich. Er las das Büchlein durch und veranlasste das Kriegsministerium, Ganswindts Plan zu prüfen. Der junge Erfinder sah schon Welt und Himmel offen. Doch eines schönen Tages im Jahre 1884 kamen die Pläne vom KriegsministeVium zurück mit der Bemerkung: Luftschiffe von der Länge von hundertfünfzig Metern überschreiten militärische Bedürfnisse. Mit unermüdlichem Optimismus wurde er immer wieder vorstellig, und es gibt wohl kaum eine deutsche Behörde, die von Ganswindt keine Eingabe erhalten hat. Es ist über allen Zweifel erhaben, dass Ganswindt tatsächlich eine Anzahl aerotechnischer Erfindungen authentisch zugeschrieben werden muss.' In den achtziger Jahren konstruierte er — wenn auch nur auf dem Papier — ausser dem lenkbaren Luftschiff auch schon einen drehbaren Ankermast, wie man ihn gerade in den letzten Jahren als besseren Ersatz für die unpraktischen Hallen erkannt hat. Fast gleichzeitig trat Ganswindt mit einem andern Flugverkehrsmittel hervor, das sowohl als erster Aeroplan der Welt, wie als durchaus beachtlicher Vorläufer des Autogiro des Spaniers de Ia Cierva betrachtet werden muss: es war der Hebelluftschraubenapparat, der senkrecht aufsteigen und landen sollte. Mit der Verwirklichung dieses Hebelluftschiffes bombardierte er das Kriegsministerium und verlangte dafür einen Verkaufspreis von zwanzig Millionen Mark. Postwendend kam die Absage. Versperrten sich ihm die Behörden, so musste aus privaten Quellen Kapital herbeschafft werden und er gründete im Jahre 1888 den Patriotischen Verein für Luftschiffahrt. Dabei ist es bemerkenswert, welcher Taktik sich Gandwindt bedient«, um seine Mitglieder zu gewinnen. Monatelang übte er vorher Sonaten, um dann mit einem Klaviervortrag vor die Oeffentlichkeit zu treten. Im Rahmen dieses Klavierabends gab er dann einen kurzen Vortrag über seine Pläne zum Besten und gewann so seine Anhänger. Nun begann seine grosse Zeit, indem er über die nötigen Mittel verfügen konnte, um sein Etablissement zu erstellen. In Schöneberg bei Berlin erstand ein handhaben muss, um nach allen Richtungen fahren zu können. dieses monströse Buch befindet. Der Bibel wurde, in der sich ein eigener Raum für Komplex verschiedenartigster Anlagen. Es gab Flugzeughallen und ein Bassin In einer Petition an den Reichstag forderte er, um den Bau des Probeschiffes fassenden Gotteshaus auch regelmässig .. zu Ehren wird in dem hundert Personen für Wasserflugzeuge, eine asphaltierte Startbahn und Werkstätten, Bureau und beginnen zu können, eine Entschädigung Gottesdienst abgehalten. Echt amerikanisch! Wohnhaus, und wenn die Besucher des für das ihm zugefügte Unrecht. Diese Petition aber verlief sich im Sand der zu- Magiers von Schöneberg durstig waren, konnten sie sich im angegliederten Restaurant erfrischen. Dann geschah das Reichstag verwiesen hatte. Nun scheint ständigen Ausschüsse, an die sie derSchäferroman im modernen Griechenland. grosse Ereignis, im Juni 1901 erhob sich sich diese Erfindertragik ohne lichtere Georgitsa Avgheris, eine zwanzigjährige der erste Flugapparat, schwerer als dieSchlusspointe langsam ihrem Ende zu reiche Bauerntochter aus einem Dorf bei Luft, mit zwei Mann Besatzung gen Himmel — ein Ereignis, das sogar gefilmt Finger dozierend zu erheben und dieten Athanasios Papiras verloren. Der junge nähern. Es ist nicht schwer, heute die .Athen, hatte ihr Herz an den jungen Hir- wurde und im Wintergarten zur Aufführung gelangte. Doch sollte trotz dieses gewindt mit seinen erprobten Ideen keinen Schüchternheit der Werbung der stürmi- Gründe zu analysieren, aus denen Gans- Mann setzte in seiner unglaublichen glückten Versuches Ganswindts Hoffnungen nicht erfüllt werden, denn schon in- denen niemand von seiner neuen Schiffsstand entgegen. Er wies nicht nur ihre Erfolg erzielen konnte, die Gründe, aus schen jungen Bäuerin hartnäckigen Widerszenierten seine Gegner einen Feldzug erfindung etwas wissen will, die vielleicht Avancen zurück, sondern wandte sich so- • gegen ihn, man warf ihm vor, dass die ebenso brauchbar und im Prinzip richtig -gar an den Vater mit der Bitte, dafür zu Sache nicht mit rechten Dingen zugegangen sei, dass er ein Betrüger sei und ist, wie es seine Luftschiffs- und Flugzeugkonstruktionen auch waren. Herde in Ruhe lasse. Der alte Bauer nahm sorgen, dass ihn seine Tochter bei seiner Ganswindt kam ins Gefängnis. Ein Lokaltermin wurde festgesetzt und Gans- schlägt dem alten Mann als lästigem Que- Aber wer will das beschreiben? Man sein Töchterlein ins Gebet und verbot ihr, das Haus zu verlassen. Aber die Liebe windt stieg zum zweiten Male mit seinem rulanten die Türen zu und wird, wenn kennt kein Hindernis. Eines Tages bemächtigte sich die schöne Georgitsa eines Flugapparat in die Luft, bestaunt von man seine Eingaben nicht mehr zu fürchten braucht, später ein Denkmal auf seine Revolvers und allen Geldes, dessen sie hab- vielen anwesenden Experten, welche nun wohl oder übel diesen Unglücksraben von Grabstätte setzen mit den bedauernden haft werden konnte, und stieg in die Berge der Beschimpfung eines Schwindlers entlasten mussten. Mit dem Freispruch hatte lassen. C. H. D. ihn mit vorgehaltenem Revolver, sich von Worten: Die Mitwelt hat ihn verhungern hinauf. Dort traf sie Papiras und zwang er nicht viel erreicht, denn nach und ihr entführen zu lassen. Nach ein paar nach zogen sich seine Freunde zurück, Tagen glückte es der Polizei, das Paar zu verlangten ihr Kapital, und Ganswindt Bunte Chronik erwischen. geriet in schwere finanzielle Nöte. 1905 wandte er sich nochmals an das Kriegsministerium, um den Bau seiner Flugzeuge als Serienkonstruktion zu ermöglichen und wies darauf hin, dass er gezwungen sei, seine Pläne einer fremden Macht verkaufen zu müssen. — Man habe keine Bedenken dagegen, dass die Erfindung ins Ausland gehe, kam als Antwort zurück. Ganswindt wandte sich verzweifelt an Frankreich, aber seltsamerweise kamen seine Pläne niemals in die Hände der französischen Behörden. Die Auslandspatente verfielen. Er hatte nicht einmal die nötigen Mittel, um seine Miete zu bezahlen und musste mit eigener Hand die vielen Modelle und Apparate vernichten. Dann kam der Krieg, Graf Zeppelin und die Schütte-Lanz-Werke bauten Luftschiffe für die Heeresleitung, verdienten dabei enorme Summen. Ganswindt geriet in Vergessenheit. 1917 wandte er sieh wiederum an das Kriegsministerium. Der massgebende Herr schrieb auf seine Eingabe mit Eotstift: Lebt denn dieser Uli» glücksrabe immer noch! • Und der Unglücksrabe lebt noch, es war ihm sogar noch das bescheidene Glück vergönnt, nach der Katastrophe des Shenandoa ein ausführliches Gutachten für die amerikanische Regierung auszustellen. Ganswindt lebt heute noch in seiner alten Schöneberger Dreizimmerwohnung, möbliert vom Wohlfahrtsamt. Das Erstaunlichste aber ist, dass er nicht nur lebt, sondern immer noch mit grösstem Eifer arbeitet und an seine Berufung glaubt. Vor einigen Jahren konstruierte er einen neuen Schiffstyp, den er folgendermassen definiert: Ein Segelschiff typ, der ohne Segel, Motor und Rotor kentersicher fährt, so dass man nur das Steuer Portugal will blutige Stierkämpfe. Im Gegensatz zu Spanien werden in den Stierkampfarenen von Portugal die Stiere nicht getötet. Nunmehr scheint für diese unblutigen Schaugefechte die letzte Stunde geschlagen zu haben. Die massgebenden Stellen in Lissabon tragen sich mit der Absicht, das Verbot der Tötung des Stieres aufzuheben, weil Tausende von Portugiesen die Reise nach Spanien nicht scheuen, um sich dort den Nervenkitzel zu verschaffen, der ihnen zu Hause verwehrt ist. Ueberdies sind auch die Stierzüchter bei der Regierung vorstellig geworden und haben die Aufhebung des Verbots mit der Begründung gefordert, dass sie von einer solchen Massnahme eine Steigerung ihrer Einkünfte erwarten dürften. Ein Ausschuss prüft zur Zeit im Auftrag der Regierung, was geschehen kann. Inzwischen haben in Lissabon bereits zwei Stierkämpfe stattgefunden, bei denen die Stiere zur Strecke gebracht wurden. Da .die Veranstaltung einem wohltätigen Zweck diente, hatte die Polizeibehörde ein Auge zugedrückt. Dass in der Bevölkerung ein starkes Bedürfnis nach erregenden Schauspielen dieser Art vorhanden ist, beweisen die hohen Eintrittspreise, die ohne Anstand für beide Vorstellungen gezahlt wurden. Eine Kirche für eine Riesenbibel. Volle zwei Jahre hat ein Buchdrucker in Los Angeles an der Herstellung einer Bibel gearbeitet, die so gewaltige Dimensionen aufweist, dass ihr Gewicht mehr als tausend Pfund beträgt; Die handgedruckten Buchstaben auf den 8000 Seiten dieser Riesenbibel sind so gross, dass man den Text erst auf eine Entfernung von mehr als fünfzehn Meter hin lesen kann. Als die Bibel fertiggestellt war, fand sich natürlich kein Platz, sie würdig unterzubringen, weshalb kürzlich eine kleine Kirche gebaut Aspirin als chemische Tinte. Während des Weltkrieges gelangten von deutschen Kriegsgefangenen oft Briefe mit wichtigen Nachrichten in die Heimat, obwohl sie vor dem Absenden einer strengen Zensur unterworfen worden waren. Erst kürzlich hat man herausgefunden, wie es möglich war, dass viele dieser Briefe ungeachtet ihres durchaus harmlosen Inhalts dennoch die Vermittler bedeutsamer Mitteilungen sein konnten. Als man sie nämlich im Licht der ultravioletten Strahlen untersuchte, erschienen zwischen den mit Tinte geschriebenen Zeilen auf einmal andere Zeilen, die im gewöhnlichen Licht nicht sichtbar waren. Die chemische Untersuchung dieser Geheimzeilen hat nun eine sehr einfache Lösung ergeben: die Zeilen waren nur mit einer Flüssigkeit geschrieben, die aus in Wasser gelösten Aspi-, rintabletten bestand. Aspirin gehörte bekanntlich zu den Arzneimitteln, die den Gefangenen im Bedarfsfall zugewiesen wurden, und war so ziemlich das einzige chemische Hilfsmittel, das ihnen zur Verfügung stand. «Für einen Mann ohne jegliche Erfahrung ist Ihre Gehaltsforderung aber reichlich hoch!» «Sie müssen berücksichtigen, Herr Direktor, dass einem eine Arbeit, von der man nichts versteht, viel schwerer fällt!» Jftcm in «Ttfricfi v.a.i__L I.. •KM4I 7!aa>MA»n Wenn Sie bei dem heutigen Tempo erfolgreich sein wollen, sollten Sie eine Erika für Ihre Korrespondenz haben. Alle Erika-Besitzer loben ihren unerreicht leichten Tastenansohlag, die klare, regelmäßige Schrift — selbst bei vielen Durchschlagen. Ueberhaupt hat die Erika alle Vorzüge einer grossen Büromaschine, kostet jedoch nur halb so viel. Immer mehr Geschäftsleute ziehen sie den grossen, teuren Büromaschinen vor. Generalvertr.:W. 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N»48 — 1933 AUTOMOBIL-REVUE 19 EDEEuTO HD HE Kein Mensch kann behaupten, dass unsere sogenannte Kulturwelt eine Erziehungsanstalt ist. Nur in einem Punkte hält sie daran fest, pädagogische Wirkum gen auszuüben: niemand darf verwöhnt werden. Es herrscht eine Todesangst, durch allzugrosse Freundlichkeit Grössenwahnsinn zu erzeugen. Man kann sich so schön machen als man will, niemand, der nicht gerade in einen verliebt ist, bemerkt es. Wenn man die Gedankenarbeit von zwanzig Jahren in einem Buche niederlegt und es in hundert Gratisexemplaren versendet, so kann es geschehen, dass nicht ein anerkennendes Wort als Echo widerklingt. Dass eine Leistung für die Gemeinschaft einem üble Nachrede zuzieht und die Begründung einer neuen Kunstrichtung Beschimpfungen, gehört nicht hierher. Die Bejaher und Schätzer wissen sich nun einmal besser zu beherrschen als die anderen. Woher das kom- >men mag? «Wir machen keine Komplimente» sagen die Leute kurz und schlicht. Dabei machen sie ein Gesicht, als ob es sich um eine Heldentat handelte, als ob es sie den ganzen Tag drängte, der Erde, der Sonne, den Blumen, den Kindern, den Künstlern anerkennende Freundlichkeiten zu sagen! Aber sie beissen sich auf die Lippen und sagen höchstens zu jemandem, der in der Garderobe (einen Augenblick vor ihnen) seinen Mantel haben will: «Sie Lümmel, Sie!» Kompliment ist kein schönes Wort. Aber die Sache, um die es sich handelt, ist wunderschön. Das wissen vor allem auch wir Frauen! Man braucht dazu ein liebenswürdiges Herz und einen anmutigen Geist. Beides hat man nicht oder man spart es auf das äusserste, für Zeiten der Not. Vielleicht ist das Kompliment desnalb in Verruf, weil es ein Fremdwort ist. Dieses erscheint in der deutschen Sprache BEB IT HE DTO/O^tDJ Komplimente Frau Dr. Eugenie Schwarzwald. in seinem Gefühlswert ja oft herabgewürdigt. Es ist natürlich nicht dasselbe, ob man von einer «edlen Leidenschaft» ergriffen ist oder nur eine «noble Passion» hat; ein Lob, eine. Anerkennung, eine Freundlichkeit oder, wie man in alter Zeit sagte: «eine Artigkeit» ist ganz 1 etwas anderes als ein «Kompliment». Das gilt für die Form, in der Sache ist anzunehmen, dass die meisten Menschen dem Gehege ihrer Zähne kein freundliches Wort entfliehen lassen aus Angst, für einen Schmeichler gehalten zu werden. Das Misstrauen, welches die Welt erfüllt, ist schuld daran. Vielleicht haben alle Menschen, in ihrer Jugend eine Zurechtweisung erfahren, die ihnen da'uernden Schaden zugefügt hat. Ich kenne ein kleines Mädchen, welches sein Leben lang eine gewisse Scheu nicht überwinden kann, weil ihr Vater, als sie ihm, durch seine spiegelnde Glatze verlockt, auf diese einen Kuss drückte, fragte: «Was willst du eigentlich von mir?» Auf jeder Stirn steht geschrieben: «Was willst du eigentlich von mir?» Deshalb bleiben einem heiter anerkennende Worte im Munde stecken; deshalb werden sprer chende Blicke abgewendet, ehe sie ihr Ziel erreicht haben, deshalb bleiben dankbare und herzliche Briefe ungeschrieben. Deshalb ist die menschliche Gesellschaft eine Wüste! Natürlich gehört Mut dazu, einem anderen etwas Freundliches zu sagen. Nicht jeder kann sichs erlauben; man braucht in dieser Sache Pioniere; nur Leute, "die so aussehen, dass man ihnen glaubt, dürfen Komplimente machen: die so klug sind, dass man auf sie hört, und die so geschickt sind, dass sie den richtigen Ausdruck für ihre Empfindung finden. Wür~ den oft mit fester Stimme, mit dem Klange der' Wahrheit, mit wirklicher Wärme Artigkeiten ausgesprochen,, die Welt würde sofort ein bisschen heiterer und bunter aussehen. Vor allem aber wäre der Schmeichelei, die oft gegenüber den Frauen ausgeübt wird, das Handwerk gelegt. Denn jede aus dem Herzen dringende Aeussefung unterscheidet sich von dem, was wir heute ein Kompliment nennen, wie ein emailliertes Damenangesicht von dem Antlitz einer holden Siebzehnjährigen. Wer von uns hat es nicht erfahren! Man tritt unbefangen in einen Eaum. Dieser ist von Kritik und Uebelwollen angefüllt. Eine Viertelstunde später ist man vollkommen verwandelt. Unser Stoffwechsel verlangsamt sich. Der Teint wird käsig, die Haltung schlapp, das Lächeln eine Grimasse, die Witze haben keine Pointe. Es ist sogar schwer, ein Prädikat zu seinen Subjekten zu finden. Denn man fühlt: «Ich bin am »Krebs der Seele' erkrankt». Da fällt ein menschenfreundliches Wort, und die Atmosphäre ist entgiftet. Wer einer leidlich hübschen Frau ihr gutes Aussehen attestiert, verwandelt sie für einen Augenblick in eine transparente Schönheit. Natürlich darf es keine von jenen Gänsen sein, die, wenn man ihre kleinen Füsse lobt, sagt: «Dabei sind mir die Schuhe um eine Nummer zu gross.» Wer eine nette Aeusserung eines anderen mit wahrem Interesse aufnimmt, macht den Betreffenden für den ganzen Abend produktiv, beinahe geistreich. Es' gibt Mensehen, die so herzlieh und so gern lachen, dass in ihrer Gegenwart alle Leute witzig sind.. Die ausgesprochene Anerkennung ist im höchsten Grade gesellschaftsbildend; aber sie ist sogar pädagogisch. Zu einer jungen Frau, die sich seit der Geburt ihres Kindes etwas vernachlässigt hat, sagt ein guter Freund: «Ich erinnere mich noch genau, was für eine gute Figur du hattest, weisst du, damals auf dem Ausflug?» Eine Viertelstunde später kauft sie sich einen Punktroller und ist in kurzem so schön wie vorher. Wenn man zu einer Freundin sagt: «Puder lässt dein Gesicht lei* chenhaft aussehen,» so wird sie gelb;' wenn man sagt: «Wie schön du ohne Puder aussiehst,» so wird sie rosig. «Schreie nicht anr Telephon, du zerreissest mir die Oh- Die neue Mode Leinenkleid mit assort. Hut und Handschuh mit reicher ä-jour-Stickerei. (Entwurf von Atelier G. Spieser, Zürich.) ren» hat' genau den gleichen Inhalt wie das ebenso wahre: «Du kannst dir gar nicht denken, wie reizend deine Stimm« klingt, wenn du am Telephon leise sprichst.» Sehr wirksam wäre es auch, wenn man etwa sagte: «Hast du eine neue Schneiderin? Ich glaube nämlich zu bemerken, dass der Versuch, dich jünger erscheinen, zu lassen, fallen gelassen wurde. Jetzt sieht man erst, wie jung du noch bist.» Am meisten Erfolg erntet bei der ausserordentlichen Empfindlichkeit der Kinderseele, wer in einer Schulklasse mit Lob operiert. Allerdings muss dieses Lob hier ganz besonders wahr empfunden sein, denn Kinder haben die feinsten Ohren. Sagt-man zu einem Mädel: «Was für eine herrliche Haltung du hast!» so setzt sich mit einem Schlage die ganze Klasse in Positur. Und sagt der Lehrer in der Klasse der sechzehnjährigen Knaben: «Wir Männer,» so ist er für die nächsten vierzehn Tage vor Bubenstreichen sicher. Die Dichter haben es schon immer gewusst, was Lob für die Kinderseele bedeutet. Lässt doch Andersen ein kleines Mädchen, Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich in CH Touring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe O. R, Wagners T. C. S. des LANGENTHAL T - as - Hotel Kreuz HUTTWIL. T.C.S. Rendez-vous der Automobilisten! Im Zentrum der Ortschaft. Qescllschaltssäle. Schfine oüece und gedeckte Veranda. Stets Forellen und Güggeli. Prima Weine. Garage, Benzin, Oel TelODhon Nr. 11. »» c * m > HUTTWIL tUfzensforf HERZOGENBUCHSEE Ä.C.S. Hotel Sonne T. C. S. Bestbekannter Landgasthot. Prima KUche, feine offene und Flaschenweine. Leb. Forellen, Hähneli, Berner Spezialitäten. 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