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E_1933_Zeitung_Nr.050

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AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N« 50 Ökonomischster Betrieb Höchster Kraftgewinn Kein ölaufstieg Kein Ausschlagen der Nuten Weder Klemmen noch Fressen Ausschleifen von Motorzylinderri Einbau von Leichtmetall-Kolben starr oder halbstarr in jeden Motor Ventile aus rostfreien Chromund Silchromstählen Rundschleifen von Kurbelwellen auf Spezialmaschinen Ausgiessen von Pleuel- und Lagerschalen Gepresste Weissmetall-Lager nach patent. Walzverfahren -Starr SIM A.G. BERN, MORGES, ZÜRICH Garagen Reparaturwerkstätten in der Zentral seh wei; Ander matt PANNE IM GOTTHARDGEBIET wenden Sie sich an GARAGE REGLI, Tel. 50 Abschleppdienst, Reparaturen, trustfreier Benzin KILOMETERZAHLER aller Systeme repariert als Spezialität Fischermätteliweg 18 E.O.BÄR, BERN Werkstätte für feinmech. Apparate. Tel. 36.533 JBinningen Garage Central Sorgfältige Reparaturen. Fachmännische Revisionen. Telephon 44.990 Einsiedeln Telephon 283 Garage Thorner Best eingerichtete Reparaturwerkstltte Moderne Wagenwaschanlage Garage Geiser Vertretungen Reparaturen Ostermundigen Vernickeln und Verchromen Selten günstige Occasion 1 Umständehalb, sof. zu verkaufen auffallend eleganter CHRYSLER-DE SOTO 2-Plätzer-Cäbriolet m. Notsitz, 6 Zyl., 14 PS, 1929/30, mit allen Schikaneä ausgerüstet, Oeldruckbremse, Kühlerschutz, Farben hellblau, mit gelbem Lederpolster, 6fach bereift,_ davon 4 ganz ^neue Pneus. Von bekanntem Automobilisten 40 000 \m Sorgfältig gefahren. Steuer und,-Vers~iph. f. 1933 gelöst, Kasko- Versich. bis 21. Juni a~ c. Anschaffungspreis 9000 Fr., Verkaufspreis Fr. 2800.^-. Offerten unter Chiffre 59181 an die Automobil-Revue, Bern. Buchs (SL Gallen) UNION-GARAGE TELEPHON 116 A. SULSER; Mitglied A. C. S. Hinwil werden Sie haben bei sofortiger Bestellung eines solchen Feldes Pneumatik Stock „Qoodyear*! Umtllche Reparaturen an Normal-, Ballon- und Rlesenluftrtlfen sowie Lultschlluchen Tel. 75. Neuprotektieren. E. Muggler, Mitgl. des T.C.S. Reparaturen - Neugummierungen A. L E D E R G E R B E R Nähe Bahnhol Telephon 22 Erfolg Dampf-Vulkanisieranstalt ST. GALLEN mit Garantie Dampf-Vulkanisieranstalt, Pneu-Service Schafifhausen Garage Tivoli DUNfÖ? Telephon 300 STADELMANN & MANTEL. Tel.41.128 Hinter dem Stadttheater - Telephon 28.71 Reparatur-Werks tfltte Quyan

Bern, Dienstag, 13. Juni 1933 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 50 Der Wunderwagen von Nürnberg Kulturhistorische Skizze von Max Karl Böttcher. Der Turmbläser von St. Sebaldus verkündete der freien und Keichsstadt Nürnberg soeben die Mittagsstunde, als von der Burg herab der Schlosshauptmann Joachim von Spengler nach der Stadt geritten kam. Zwei reisige Knechte begleiteten ihn und sorgten am Stadttor, dass ihr hoher Herr dort keinen Aufenthalt hatte. Und als der Burghauptmann dann durch die Gassen sprengte, die Rossknechte mit Geklirr und Geklapper hintendrein, da fuhren die Köpfe der ehrsamen Bürger neugierig aus den Fenstern, zu schauen, was der Besuch des Herrn Joachim wohl zu bedeuten habe. In der engen Kornhausgasse sprang der Burgvogt vom Pferde. Eilends schritt er zu dem Hause des Gildenmeisters Johann Hautsch, hob den Türklopfer am mächtigen Haustor und Hess ihn hart zurückfallen. Eine Magd öffnete ; ihr sagte der Gast: «Ich bin der Burghauptmann Joachim von Spengler und möchte Euren Meister sprechen. Wo ist er? » «In der Werkstatt, ich führe Euch zu ihm!» Und wenig später stand der Burgvogt in der grossen Werkstatt. Ein halb Dutzend Gesellen und viele Lehrbuben arbeiteten hier emsig an Schraubstöcken, Hobelbänken und Werktischen, während der Meister Hautsch an einem Schreibpulte an einer Zeichnung mass und änderte. Lärm und Getöse waren mächtig in dem weitgedehnten Eaume, so dass niemand Herrn Joachims Eintritt gehört hatte. Er schritt an das Pult des Herrn Wagenbauer und Zirkelmacher Hautsch; legte die Hand auf dessen Schulter und sagte: « Es ist Mittag, Gildemeister! St. Sebaldus hat es längst verkündet! i> Meister Hautsch fuhr auf, tmd als er den vornehmen Besuch erkannte, rief er: « Alle Wetter, der Herr Burghauptmann! Das nenn' ich Freud und Ehr' für mein bescheidenes Haus! Gott zum Gruss! Und was führt Euch zu mir? » «Das ist nicht so schnell gesagt, verehrter Gildemeister. Also hört: Unsere F E U I L L E T O N Rufe aus dem Dunkel Roman von Karl Strecker. (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.) Doktor Sievers machte eine Pause und Zündete die ausgegangene Pfeife wieder an. «Was sagen Sie dazu?» fragte er paffend, die Augen über die Flamme seines Feuerzeugs hin gross auf Nicola gerichtet. Oeorg ging schon eine ganze Weile aufgeregt im Zimmer umher. «Das ist ja eine grossartige Entdeckung. Da gratulier' ich. Donnerwetter ja! Haben Sie deutlich den Namen Nollet gehört?» Sievers blies nachdenklich einen mächtigen Rauchkegel vor sich hin. «Natürlich!» beeilte er sich dann zu sagen: «ich glaube ihn ganz bestimmt gehört zu haben.» Georg blieb an den längen Beinen des Doktors, die noch immer wie Querbalken indem kleinen Raum lagen, stehen. «Sie glauben. Und was geschah weiter?» «Etwas sehr Merkwürdiges,» erwiderte def Doktor in sonderbarem Ton, seine Augen neugierig auf ihn gerichtet. «Man sprach nämlich von Ihnen!» «Ach nee,» lachte Georg und freute sich, diesen unbefangenen Ton gefunden zu haben. Burg bekommt hohen Besuch. Kein Geringerer als Karl Gustav, der Kronprinz von Schweden, will auf der Burg Wohnung nehmen, beim Durchzug gen Venedig, und unser kurfürstlicher Herr hat mich durch Eilkurier beauftragt, dem Herrn Kronprinzen alle Sehenswürdigkeiten unserer alten Reichsstadt zu zeigen. Das soll geschehen. Also unsere liebe Kirche St. Lorenzo mit dem Sakramenthäuschen Adam Kraffts, St. Sebaldus mit dem englischen Gruss Veit Stoss', die Marienkirche und alle anderen alten Gotteshäuser will ich ihm zeigen, natürlich auch den « Schönen Brunnen » am Markte. Und nun wird im Volke erzählt, dass Ihr, Meister Hautsch, einen gar seltsamen Wagen baut, einen Wagen, der nicht von Pferden oder anderem Getier gezogen wird, sondern von selbst läuft! Ist dem so? Wenn ja, so würde ich Euch bitten, unserem hohen Besuch dieses Wunderwerk vorzuführen!» «Kurz gesagt, Herr Burghauptmann: Es ist so! Ich habe einen Wagen gebaut, der von keinem Tier gezogen wird, der von allein fährt, denn die Kraft, die ihn treibt, steckt in seinem Innern.» « Und ist kein Spuck und Höllenwerk?» fragte misstrauisch Herr Joachim von Spengler. Der Gildemeister lächelte mild und erwiderte: «Herr, ich bin ein frommer Mann und ein guter Christ, und mein Kirchenstuhl in St. Marien ist nie verwaist. Niemals würde ich mich mit dem Bösen in ein Bündnis begeben. Und wenn Ihr jetzt meinen Wunderwagen seht, werdet Ihr selbst lächeln über den Aberglau- «Ja, von Ihnen,» wiederholte Sievers, ohne seinen Blick zu verändern, «Na—mi, wie kam denn das?» fragte Georg mit einem Gesicht, als ob es sich um einen Spass handelte. «Das kam so,» erwiderte der Doktor, «als der junge Steinitz aufbrechen wollte, fragte er noch, ob die beiden gehört hätten, dass der Kolmanzer See abgesucht werden solle nach der Leiche. Da lachten sie alle drei. Woraus hervorzugehen scheint, dass die Leiche nicht im See liegt.» «Das ist demnach keine Frage,» fiel Georg im Ton der Ueberzeugung ein. «Die haben sie sicher irgendwo eingebuddelt.» Der Detektiv hob bei dem Eifer dieser Bestätigung unwillkürlich den Kopf. Doch verwischte er diese Bewegung mit einer gewissen Beflissenheit, indem er schnell fortfuhr: «Da sagte der alte Dvorak: ,Im See verstecken tut bloss der Herr Fabrikdirektor Nicola was, Rittergutsbesitzer auf Schloss Priebenow.' Und nun erzählte er eine wunderliche Geschichte.» Georg, der bei dieser Wendung erblasst war, lachte auf. «Ach — jetzt weiss ich, was er für eine Mordsgeschichte aufgetischt hat! Hahaha! Das ist ja kostbar!» Er schlug mit der Hand auf den Tisch und Hess sich lachend in einen Sessel fallen. «Ist der alte ben, dass der Wagen auf unnatürliche Weise vorwärtsgetrieben würde!» Er führte den Burgvogt auf den Hof. Dort war ein grosser Holzschuppen erbaut worden mit eisernem Tor, das jetzt zwei Lehrlinge öffneten, und mit aufrichtiger Verwunderung stand nun der Burghauptmann vor dem Wunderwagen. Dieser war ein aussergewöhnlich grosses, vierrädriges Fahrzeug, das aus einem mit reichem Schnitzwerk versehenen Kutschwagenkasten bestand, wie sie zu jener Zeit, also Mitte des 17. Jahrhunderts, gebräuchlich waren. Das Schnitzwerk, die Malerei und die ganze übrige reiche Ausstattung des Gefährts machten es an sich schon zu einer Sehenswürdigkeit. «Ganz herrlich, ganz kostbar! » lobte der Burgvogt und fragte dann schnell: « Und die Deichsel? Der Wagen hat doch keine Deichsel.» « Braucht ja keine, edler Herr! Nun will ich Euch im Vertrauen, dass Ihr bis zur Probefahrt schweigt, erklären, wie sich mein Wunderwagen fortbewegt: Schaut in das Hinterteil der Kutsche! In diesen Raum werden zwei oder drei Männer gestellt, von aussen nicht sichtbar, die vermittelst dieser Kurbeln, welche Ihr hier seht, ein Zahnrad in Bewegung setzen — schaut, dieses hier! und die Drehung des Zahnrades wird durch Hebel — hier seht Ihr sie — auf die hinteren Räder des Wagens übertragen. Also, Ihr erkennt, ganz natürliche Kräfte walten, und Hölle und Teufel haben nichts bei mir zu tun. Und drei Männer stecken im Triebraume, damit sie sich oft ablösen oder bei einer Bergfahrt zu zweit an der Kurbel drehen können.» « Ganz grossartig, ganz grossartig! Aber sagt noch: Wie wollt Ihr den Wagen lenken, da Ihr keine Rosse am Zügel habt? » «Kommt mit nach vorn! Nun schaut: Die Wagenachse, die vordere, ist mit einer senkrecht nach oben stehenden Stange verbunden, an dieser ist ein Griff — hier ist er — den ich am Kutschersitz leicht handhaben kann, und mit diesem Griffe und dieser mit der Achse verbundenen Stange lenke ich den Wagen nach rechts oder links, wie ich es brauche! ». Mit grenzenlosem Staunen hatte der Burghauptmann diese Erklärungen angehört, dann rief er aus: «Ihr seid der klügste Mann, den icH jemals sah, Meister "Hautsch! Sagt, wie alt seid Ihr eigentlich? > «Ich wurde 1595 geboren, und da wir itzo 1650 schreiben, könnt Ihr leicht errechnen, dass ich im 55. Lebensjahr stehe. Aber Euer Lob vom «klügsten Manne» muss ich ablehnen, denn der Gedanke des Wunderwagens stammt gar nicht von Fuchs doch hineingefallen auf den Köder. Nun hören Sie: ich will Ihnen die Geschichte erzählen. Also ich hatte aus Versehen in der Schonzeit eine Ricke geschossen und sogar leider — trotz der späten Jahreszeit —noch eine tragende. Na, mir war die Sache peinlich, denn die Dienstboten sorgen schon dafür, dass sich so etwas rumspricht.» Er erzählte sein nächtliches Abenteuer mit Dvorak. «So ungefähr hat er es aucli erzählt,» sagte Doktor Sievers. «Nur meinte er, das mit der Ricke, das » er hob den Kopf von seiner Beschäftigung mit der Pfeife — «das glaube er Ihnen nicht!» «Famos,» rief Georg vergnügt. Sievers wurde durch diesen unerwarteten Heiterkeitsausbruch ein wenig aus dem Konzept gebracht und hielt verwundert inne. «Ich werde Ihnen gleich erklären,» rief Georg mit ausgestreckter Hand, «bitte fahren'Sie fort.» «Dvorak erzählte, es sei ihm merkwürdig vorgekommen, dass Sie eine Ricke geschossen haben wollten, der Sie gar nicht mehr auf Jagd gingen.» «Meint er das?» lächelte Georg und nickte nochmals zufrieden mit dem Kopf. «Er hatte zum Ueberfluss noch im Schloss herurngefragt. Alle hätten ihm bestätigt, dass Sie niemals mehr auf Jagd gingen, und der „Ecke des gutenBeispiels " Das folgende Beispiel hat den Nachteil, sich in Kalifornien ereignet zu haben. Wir geben dieser Einsendung einer gelegentlichen Mitarbeiterin des «Autler- Feierabend» dennoch gerne Raum, da Hilfsbereitschaft und Menschenfreundlichkeit immer lobenswert bleiben, ob sie nun hier oder dort anzutreffen sind. Wettlauf mit dem Zuge. Ich war in Pasadena, einer Stadt in Südkalifornien, als Dienstmädchen angestellt. An meinem, freien Donnerstag ging ich oft mit der Vorortbahn nach Los Angeles. Eines Tages fuhr mir diese vor der Nase ab, und ich sah ihr höchst enttäuscht nach, da ich nun längere Zeit warten sollte. In dem Moment hielt ein Auto neben mir; die Tür öffnete sich und eine weibliche Stimme sagte: «Schnell in mein Auto! Wir holen die Bahn ein.» Ich hinein, und fort sausten wir! Bei der nächsten Haltestelle wollte der Zug schon abfahren. Da machte die Dame im Auto ein solch polizeiwidriges Gehupe — in USA. ist die Hupe fast nur Dekorationsstück, sie wird höchst selten gebraucht, und der Autoverkehr wickelt sich sozusagen geräuschlos ab — dass sich der Führer des Bahnchens betroffen fühlte und wartete, bis ich glücklieh im Zug war. Die Hilfsbereitschaft dieser Dame hat mich wahrhaft sehr gefreut! L. G. L. mir, sondern von einem, der wirklich berühmt ist und den die Welt nie vergessen wird: Albrecht Dürer. Der schuf vor mehr denn hundert Jahren ein herrliches Bildwerk, den «Triumphzug Kaiser Maximilians », einen grossen Holzschnitt, der 1515 erschien. Und auf diesem Bilde befinden sich zehn Wagen, die nicht von Pferden gezogen, sondern von Menschen vermittelst eines Kurbel Werkes in Bewegung gesetzt werden. Und nach diesem Bilde habe ich nun zum grössten Teil meinen Wunder wagen gebaut! » *) Aufmerksam hatte der Burghauptmann *) Heute hängt dies Bild: Triumphzug Kaiser Maximilians von Albrecht Dürer im Deutschen Museum in München, Abteilung: Verkehr! Diener insbesondere hat gesagt, er habe seit eirrem Jahr oder länger kein Gewehr mehr von Pulverschleim zu reinigen brauchen.» «Weil ich in solchen Fällen meine Flinte selber putze. Gott sei Dank, also ist es mir doch gelungen, die ganze Bande zu täuschen. Sehen Sie, Herr Doktor, darauf bin ich stolz, wirklich stolz, wenn Sie mich auch verwundert ansehen.» «Ich sehe Sie gar nicht verwundert an, Herr Direktor, aber natürlich interessiert mich das, was Sie sagen.» «Sie glauben ja nicht, Herr Doktor, wie es hier in der Peripherie Berlins — im Weiehbilde sagt man ja wohl so schön — wie es hier von Spitzbuben wimmelt, von Wild-, Fisch- und anderen Dieben. Denken Sie —» und er erzählte eine merkwürdige Diebesgeschichte, die kürzlich passiert war. «So gehen die Leute vor. Dagegen hilft nur eins. Immer heimlich auf der Lauer sein. Und das war ich. So heimlich, dass selbst meine Leute im Schloss und sogar Dvorak, der Marder, nicht wussten, wie oft ich unbemerkt mit der Flinte herumschMch und in der Nähe meines Chäteauchens hinter dem Busch sass.» «Was machten Sie denn mit dem geschossenen Wild?» «Ich schiesse oder vielmehr schoss Ja nicht Im Auto über die grossen Alpenpässe - St. Gotthard, Lukmanier, S. Bernardino, Simplon - zum Aufenthalt in den kühlen Tälern des oberen Tessins oder zur Badesaison an die Gestade der Seen von LUGANO und LOCARNO - überall finden Sie Erholung und Freude. Grosse Beständigkeit des schönen Wetters. Hotels und Pensionen zu zeitgemässen Preisen. Auskünfte und Prospekte durch die Verkehrsbüros.