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E_1933_Zeitung_Nr.051

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estlos den Kantonen

estlos den Kantonen wieder zugute kämen. Es schwebte dabei wohl das (Beispiel ausländischer Staaten vor, welche vielfach nicht nur die Einnahmen aus Brennstoffzöljen, sondern auch weitere Erträge des Motorfahr- - •zeugverkehrs separat verwalten, um aus» diesen Eingängen den Strassenfond und daraus wieder den nationalen Strassenbau zu finanzieren. Dabei darf nicht vergessen werden, dass unser Zollansatz für Benzin einer der höchsten, nicht nur in Europa, sondern in der ganzen Welt ist! -Würden diese Zolleinnahmen im Betrage von weiteren 30 Mill. Fr. an die Kantone abgeführt, so verbliebe zu Lasten der allgemeinen Staatskassen nur nach ein so bescheidener Anteil, dass dieser kaum mehr zu irgendwelchen öffentlichen Erörterungen Anlass geben könnte. Man mag die aus dem motorisierten Strassenverkehr stammenden Millionen-Einnahmen von Bund und Kantonen verrechnen wie man will, so wird doch kaum mehr jemand in genauer Kenntnis der Verhältnisse dem Motorfahrzeugwesen seine gewaltigen Tribute an den Staat abstreiten wollen. Die Statistik der Schweiz. Strassenfachmänner gibt aber wieder Gelegenheit, sich auf diese Zahlen zu besinnen und sich der zwiespältigen Finanzpolitik des Bundes zu -erinnern» indem er die Sorge um das nationale Strassenwesen zur Hauptsache den Kantonen ftberlässt. b. Zürich . . . . . Bern . . . . . . Luzern Uri Schwyz. . . . . Obwalden. . . . Nidwaiden ... . Glarus Zug Fribourg . . . . Solothurn. . . . Baselstadt . . . Baselland . . . . Schaffhausen . . Appenzell A.-Rh. Appenzeil I.-Rh.. St. Gallen. . . . Graubünden. . . Aargau Thurgau . .. . . Tessih . . . . . Vaud. . . . . . Valais Keuchtfcel. . . . Geneve . . . . . AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N°51 Die Auf Wendungen der Kantone für das Strassenwesen per 1931 Kantone Länge des Strassenneties ) 2,234 2 ) 280 .141 144 . 55 ,85 92 142 581 627 231 374 ? 200 - 216 19 505 1,248 1V269»)' 796 • 931 ' 2,114 371 417 241 , "T/n . Total AusgabenAusgabenVersicherung, ( i« J W » d o n I ü r P e n s i o n - und ^StraBsTnwmn) U * whalt Verbesserungen Krankenkassen 107,8803,829,78110,021,901128,275 160,1374,364,1716,653,528173,093 71,012825,9382,152,85328,710 inKol.3inbegr.252,130213,9235,455 22,327348,7131,491,61211,292 .. •' 20,000«).129,204476,3365,950 7 , 1 3 3 * ) 8 7 , 2 7 6 2 5 0 , 7 9 8 9 6 7 inKol.3inbegr.337,4321,035,4114,037 15,657*)336,658832,7463,137 56,955 '1,069,4891,215,43027,977 52,169638,2912,122,20022,142 74,7001,792,777449,76874,298 49,340625,9651,212,21435,415 - 33,815 277,147199,12213,205 inKol.3inbegr.592,384311,66515,864 2 5 0 * ) 1 2 7 , 6 7 0 ' 1 , 7 6 1 2 , 6 2 6 150,0001,683,5534,002,26073,140 107,8901,623,0202,238,34127,166 69,0341,187,1505,006,74528,891 44,9541,383,4832,150,3369,543 87,2491,581,2302,512,66117,295 ••' 119,6453,403,6084,540,57950,501 65,135678,803492,25618,869 38,108798,0762,012,36722,642 53.308 1,532,263 1,329,076 69,268 Total 15,759 1,406,698 29,551,212 52,325,93» 869,758 1) Einschliesslich 197 kmStaatsstrasse auf Gebiet der Städte Zürich und Winterthur. 2) Ohne Strassen IV. Klasse (Gemeindestrassen = 542 km), für welche der Staat die Wegweiser stellt. 3) Einsohliesslich Ortsverbindungsstrassen (755 km), für welche der Staat die Strassenwärter stellt. 4) Einschliesslich eines Teiles der Departementsausgaben weil die Baudirektion den Strassenunterhalt Strassennenbauten nnd Beiträge an solche 17,493 256,963 13,550 295,734 474,094 744,385 56,133 76,050 22,000 600,392 201,592 54,113 50 381,430 1,666,332 229,659 216,936 5,306,906 leitet. Gesamtautwendungen tttr das Strassenwesen 14,105,380 11,607,892 3,078,513 471,508 1,873,944 631,490 346,174 1,390,430 588,198 2,665,585 3,353,896 3,135,938 1,922,934 679,422 995,963 154,307 6,509,345 4,198,009 6,345,933 3,588,366 4,579,865 8,114,333 2,921,395 3,100,852 3,200,851 81,460,51« Sportnachrichten VIII. Internationales Kesselbergrennen Starke Schweizer Beteiligung. Der nächste Sonntag bringt eines der grössten Bergrennen Europas in diesem Jahre, das Kesselbergrennen in Bayern. Trotzdem die Veranstaltung nicht für die internat. Alpenmeisterschaft 1933 gilt, erfreut sie sich eines gewaltigen Interesses, das sich in einer beneidenswert guten Nennliste dokumentiert. Dass sich Deutschland dieses Jahr von der internationalen Alpenmeisterschaft fernhält, ist unbedingt zu bedauern. Zum teilweisen Ersatz wurde bei Aufstellung des Reglementes eine Wertungskombination Kesselberg-Qaisberg aufgestellt, die zahlreiche Prämien versprach, doch die leidige Politik hat diesen Zusammenschluss wieder illusorisch gemacht, sodass damit das Kesselbergrennen dieses Jahr in keiner internationalen Wertung gilt. Das Rennen ist für Touren-, Sport- und Rennwagen offen, doch können Tourenwagen nur unter den gleichen Bedingungen wie Sportwagen in deren Kategorie starten und werden somit auch als Sportwagen gewertet. Die Veranstaltung wird, wie gewohnt, auf einem Teilstück der schönen Kesselbergstrasse zum Austrag gelangen. Die Rennstrecke beginnt bei Kochel, direkt am Kochelsee, 64 Kilometer von München entfernt, auf einer Höhe von 605 m über Meer. Sie endet auf der Jochhöhe, 850 m über Meer. Die Länge beträgt genau 5 km, die Steigung rund 250 Meter; sie variiert zwischen 2,5 und 5,5%. Wer indessen, angesichts dieser Zahlen, vermuten möchte, das Kesselbergrennen stelle spielen harmlos Ihre Rolle weiter, so dass keinerlei Verdacht auf Sie fällt.» «Das war auch meine Absicht,» erwiderte Sievers, «ich habe ja Maldress und -gerät bei mir. Ich fahre also wieder als Maler direkt im Auto bis zum Kölmanzer Wald, steige dort aus und kehre von da mit ein paar Skizzen, die ich schon fertig habe, später nach dem Hause Dvorak zurück. Sollte wirklich jemand von meiner Reise nach Berlin etwas gemerkt haben, so habe ich mir Farben gekauft.» «Dann also auf Wiedersehen! Ich darf mir wohl erlauben, einen Vorschuss —» Er durfte es. «Noch eins,» sagte Georg. «Vielleicht ist noch was zu besprechen. Seien Sie doch, bitte, auf alle Fälle heut abend, sagen wir ma) um halb acht Uhr, im Kölmanzer Gasthaus.» Sievers versprach es. Georg telephonierte noch vom Bureau aus an die Kriminalabteilung und bat um eine Verbindung mit Kommissar Quade. Der sei nicht im Hause. Wo er ihn erreichen könne? Der Kommissar sei zurzeit nicht in Berlin. Wo denn? Darüber wurde die Auskunft verweigert. Man wisse es nicht. Georg Hess sich mit Schloss Priebenow verbinden und verlangte dringend den Kommissar Quade zu sprechen. Der habe augenblicklich ein Verhör, erwiderte eine fremde Stimme. Das wisse er wohl, erwiderte Georg, «mit Friedrich und der Wirtschafterin Fräulein Tölsch». Nur mit Friedrich, kam die Antwort, und dem Inspektor, die Wirtschafterin sei verreist. — Georg bat, dem Kommissar sogleich zu melden, dass ein ihm bekanntes Detektivbureau ihn in der schwebenden Angelegenheit aufs dringendste persönlich zu keine Anfofderungen an die Fahrer, übersieht, dass sich auf den 5 km der Renni strecke eine beängstigende Zahl von Kurven findet, die in immerwährender Abwechslung zu höchster Konzentration zwingen. Kaum 200 Meter geht dje Strecke ganz gerade aus j Für die beste Zeit des Tages sind 600 RM., für die zweitbeste 400 und für die drittbeste 200 RM. ausgeschrieben, sowie für die beste Zeit jeder Kategorie 300 RM. Für den.Siei. ger jeder Wertungsgrüppe kommen fernef je 150 RiM. zur Verteilung, für den Zweiten 100 RM. Für die Verbesserung der bestehen* den Bestzeiten der einzelnen Wertungsgruppen um mindestens 10 Sek. gelangen Geldt Prämien in der Höhe von 100 RM. zur "Ver| ! gabung. ' : '^ I Das Kesselbefgrerthen verfügt' in die'sem Jahre über eine ganz hervorragende- Nentp liste, die es, in Abwesenheit des Klausens, zu einem der grössten Bergrennen dieses Jahres stempeln. Abgesehen von den Motorradfahrern, die vor dem Hauptrennen starten, vereinigt die Nennliste der Autofahrer 56 Namen. Wie wir schon in unserm Montreux-Caux-Bericht erwähnen konnten, wird die Schweiz an dem bayrischen Rennen in sehr erfreulicher Stärke vertreten sein. Bis. zum Redaktionsschluss ist die Teilnahme von acht Schweizern bekannt geworden. Mit ganz grossen Chancen geht Hans Stuber auf Bugatti, der letztes Jahr die zweitschnellste Tageszeit am Kesselberg fuhr, in den Kampf 1 ihre anerkannten Fahrerfähigkeiten; die,sie schon zu manchem verdienten Sieg führte, sprechen wünsche. Bald darauf ertönte.idie etwas belegte Stimme Quades im Hörrohr. «Hier Direktor Nicola! Herr Kommissar, der Fall Nollet ist so gut wie aufgeklärt. Ich habe Ihnen eine höchst wichtige, entscheidende Mitteilung zu machen. Wo und wie kann ich Sie schleunigst sprechen?» Der Kommissar war anfangs nicht sehr überzeugt von dem Wert der Mitteilung, liess' sich aber auf bestimmte Andeutungen Georgi hin zu einer sofortigen Unterredung umstinfr men^ Um keine Zeit zu verlieren, wollte maft sich entgegenfahren und verabredete eine Zuisammenkunft in einer Stunde in Wuster* hausen. Georg fuhr im Auto dorthin. Im Hinterzimmer des dem Bahnhof gegenüberliegenden Gasthofes trafen sich die beiden Herren. «Herr Kommissar,» begann Georg, «ich weiss wohl, dass ich heute früh bei der Vernehmung einen etwas sonderbaren Eindruck machte.» Im Gesicht des gespannt zuhörenden Kommissars veränderte sich kein Zug. «Das kam daher,» erklärte Georg, «dass ich durch meine privaten Nachforschungen dem Verbrechen dicht auf der Spur und daher bei Fragen, die teilweise auf ganz etwas an^ deres hinauszulaufen schienen, sehr zerstreut und nervös war. Namentlich dann, wenn ich befürchtete, die Untersuchung würde mich irgendwie behindern können.» «Wie wäre das möglich gewesen und woraus konnten Sie diese Vermutungen schöpfen?» «Zur Antwort bitte ich sogleich einen Sprung in mediäs res tun zu dürfen. Also; ich halte die Tatsache, dass die beiden Steinitz und Nollet an jenem Nachmittag über den See gefahren s?nd, aufrecht!» «Mit einemmal?» werden auch E. Markiewicz (Bugatti), U. Maag (Bugatti), Hans Rüesch (Alfa Romeo), Hans Kessler (Amilcar), Hans Gübelin (Chrysler - Plymouth), Oskar Zwimpfer (Chrysler-Plymouth) und Ernst Schneider (Derby) zu verteidigen wissen. Ihnen allen sei zu dem harten Kampf mit international erprobten Konkurrenten alles notwendige Glück gewünscht! Deutschland ist mit Manfred von Brauchitsch (Mercedes-Benz), Pietsch (Alfa Romeo), Burggaller (Bugatti), Steinweg (Bugatti), Simons (Bugatti), Kohlrausch (Austin), Bäumer (Austin), Macher (D.K.W.) u. a. hervorragend gut vertreten. Aus Italien kommt der berühmte Borzacehini auf Alfa Romeo, ein ganz gefährlicher Fahrer, ferner sein Ställgenosse Siena auf Alfa Romeo, weiter Tadini auf Alfa Romeo, d'Ippolito auf Maserati usw. England schickt Whitney Straight auf Maserati, Frankreich Vagniez auf Maserati, Schweden Wjdengreen auf Alfa Romeo.und,Ungarn;;Hajfcntann i auf Bugatti. J2s dürfte somit auf dem Kesseiberg zu einem "prachtvollen" Kampf, um, die Siegespalme kommen. * Das Training ist auf Samstag morgen 3 bis 7 Uhr früh angesetzt; die Abnahme der Fahrzeuge findet am Sanistag um 9 Uhr vormittags statt. Das Rennen beginnt Sonntag, den 18. Juni, morgens 10.30 Uhr. Die offizielle Preisverteilung findet am Sonntag abend 21 Uhr in der Feldherrenhalle in München statt. Sie soll als Schlussfeier des Rennens grosses nationales Gepräge bekommen. Den Rekord des .Kesselbergs hält Rudolf Caracciola, der letztes Jahr auf einem Alfa Romeo-Rennwagen die Zeit von 3 Min. 52,2 Sek. erreichte (Stundenmitfel 77,4 km/St.). Den Sportwagenrekord besitzt Stuck auf «Ja, ich kann es nicht beschwören, wohlgemerkt, aber der Umstand, dass ich es zu meinem Diener sagte, bezeugt doch, dass ich damals den bestimmten Eindruck hatte. Und dieser Eindruck wird durch folgende sehr wichtige Mitteilungen bestätigt!» Er erzählte nun alles, was Sievers — «mein Detektiv», betonte er — herausbekommen hatte, und schloss: «Sie sehen also, Herr Kommissar, meine Befürchtung, mir könnten ifl einer nahezu abgeschlossenen Verfolgung der Mordsache irgendwie Schwierigkeiten entstehen, war, wenn vielleicht nicht begründet, so doch jedenfalls zu verstehen. Und ich bitte sehr um Verzeihung, wenn ich dabei etwas heftig wurde.» Quade lächelte. «Gewiss, das versteht sogar ein Kriminalkommissar, dessen .Scharfsinn' Sie bewundert: sechstausend Mark sind ja immer mitzunehmen. Jedenfalls danke ich Ihnen, Herr Direktor Nicola,» fuhr er schnell fort, als Georg eine Einwendung machen wollte, «für Ihre Nachforschungen. Es gilt nun, die Bande im rechten Augenblick zu fassen, und der ist natürlich morgen nacht, wenn der junge Steinitz die Wertsachen abholen will.» «Ganz recht.» «Bis dahin bitte ich Sie also, gegen jedermann unbedingtes Stillschweigen zu bewahren.» «Ich möchte meinerseits die Bitte aussprechen, mich bei der ganzen Untersuchung möglichst aus dem Spiel zu lassen und auch nicht als Zeugen zu vernehmen.» «In Anbetracht der grossen Dienste, die Sie uns in dieser Sache erwiesen haben, will ich gern versuchen, Ihren Wunsch zu erfüllen. Es kommt da natürlich auf den Untersuchungsrichter an. Vorläufig danke ich Mercedes mit 4 Min. 03 Sek. (Stundenmittel 74,07 km/St.). Die Nennungen. Deutschland: Manfred Brauchitsch (Mercedes-Bena) Paul Pietsch (Alfa Romeo) Ernst Günther Burggaller (Bufatti) Rudolf Steümeg (Bugatti) Herbert Wimmer (Bugatti) Frl. Edith Frisch (Bugatti) Hans Simons (Bugatti) Wolf Bretschneider (Bugatti) Karl Frhr. von Michel-Tüssling Günter Lehmann (Mercedes-Bena) Albert Sachs (La Salle) Hans H. von Helldorff (Ford) Otto Schlicht (Amilcar) J. Hummel (Amilcar) Karl Blank (Amilcar) Willy Briem (Amilcar) Fritz Hedderich (B.M.W.} Heina E. Schumacher (B.JT.W.) Ernst von Delius (B.M.W,, zwei Wagtn) Eugen Stösser (B.M.WJ Karl Götze (B.M.W.) Johannes Ladenburg (B.M.W.)' Robert Kohlrausch (Austin) Walter Bäumer (Austin) Willy Friedrich (Austin) Gerhardt Macher (D.K.W.) Hans Simons (D.K.W.) Karl Steiner (D.K.W.) Josef Pollin (D.K.W.) Fritz Wagenführer (D.K.W.)' Börris Frhr. von Münchhauseu Hallen: BoTzacchini (Alfa Romeo) Eugenio Zuccarini (Alfa Romeo) Mario Tadini (Alfa Romeo) Siena (Alfa Romeo) Ippolito Berone (Maserati) Luciano Uboldi (Maserati) Luigi Villoresi (Fiat) Guido Landi (Ford) Schweiz: Hans Stuber (Bugatti) Edgar Markiewicz (Bugatti, zwei Wagen) Ulrich Maag (Bugatti) Hans Ruesch (Alfa Romeo) Hans Kessler (Amilcar) Ihnen sehr, Herr Direktor. Ich hätte nun heute gern noch eine Unterredung mit Sievers, möglichst hier draussen.» «Habe ich mir schon gedacht,» sagte Georg lächelnd. «Er wird heute abend halb acht im Kölmanzer ,Krug' sein.» 22. Erna Schultze, die Frau des Gastwirtes zu Kolmanz, wollte hoch hinaus. Nachdem ihre geräumige, wenn auch dürftig eingerichtete Gaststube im Frühjahr durch Aufstellung eines neuen Büffets mit drei hohen, blitzblanken Bierkrähnen einen einladenden Schmuck erhalten hatte, war sie darauf erpicht, durch weitere zeitgemässe Neuerungen Ruf und Ansehen ihres Lokales zu heben. Jüngst, auf einer kleinen Berliner Bierreise mit dem jetzigen Villenbesitzer, ehemaligen Schlächtermeister Bölkow, hatte der flotte Betrieb einer Bar starken Eindruck auf Frau Schultze gemacht, und die Folge davon war, dass sie vor ihrem Schanktisch vier Stühle als Barhocker aufstellte, während sie die Zahl ihrer Likör- und Schnapsflaschen verdoppelte und einen Kranz von holländischen Likörgläsern um sie gruppierte. Leider fehlte für solche grossstädtische Neuerungen zurzeit das rechte Publikum, und an diesem Oktoberabend hatten auf den Stühlen der «Bar» nur zwei Waldarbeiter, die von der Duberow kamen, Platz genommen, deren «Drinks» in zwei Seideln Patzenhofer bestanden. Es gesellte sich bald ein dritter Gast hinzu, anscheinend ein älterer Handlungsreisender, der indessen an der anderen Seite der Stube, wo am Ofen ein gedeckter Tisch stand, Platz nahm. Er erkundigte sich, ob er einen Einspänner zu dem Zuge 8 Uhr 50 haben könne, und bestellte ein Fischgericht zum Abendessen. (Fortsetzung folgt.)

N° 51 - 1933 AUTOMOBIL-REVUE Hans Gübelin (Chrysler-Plymouth) Oskar Zwimpfer (Chrysler-Plymouth) Ernst Schneider (Derby) Oesterreich: Charly Jellen (Alfa Romeo) Walter Wustrow (Bugatti) Fritz Hell (Bugatti) Robert Mayer (Midget) ; Belgien: i J. M. de Texidor (Bugatti) : England; •| Whitney Straight (Maserati) Frankreich: Andre Vagniez (Maserati) Schweden: H. P. Widengren (Alfa Romeo) Tschechoslowakei: Wilfried Proskowetz (Bugatti und Amilcar) Ungarn: Laszlo Hartmann (Bugatti, zwei Wagen). Das 24-Stundenrennen von Le Mans Schlag auf Schlag folgen sich die internationalen grossen Sportereignisse, die zu Marksteinen jeder Saison werden. Nur acht Tage nach dem Grossen Preis von Frankreich in Montlhery folgt am nächsten Samstag und Sonntag das grandiose 24-Stunden- Rennen von Le Mans, eine der grössten sportlichen Veranstaltungen des ganzen Jahres. Dieses Rennen, das zum elftenmal vom Automobil-Club de l'Ouest de la France in vorbildlicher Weise organisiert wird und schon über eine interessante Tradition verfügt, scheint in diesem Jahre von ganz be- "sdnderer Bedeutung zu werden. Nicht weniger als 41 Wagen werden an diesem einzigartigen Rennen teilnehmen, das ohne Unterbruch 24- Stunden andauert. Die Sarthe-Rundstrecke, die eine Länge von 13 km hat und vor den Toren von Le Mans liegt, ist im letzten Jahre verbessert •worden und befindet sich nun in ausgezeichnetem Zustande. Sie ist fast durchwegs 10 bis 15 Meter breit und verfügt über zahlreiche scharfe Kurven, die indessen sehr gut ausgebaut sind. Zu beiden Seiten der Rundstrecke zieht sich ein ziemlich hoher Erdwall dahin, der aus der Fahrbahn geratene Wagen vor schweren Stürzen bewahren soll. Die Formel für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans, das bekanntlich für Sportwagen reserviert bleibt, ist ausserordentlich streng. Bei keinem Rennen in Europa kennt man derartig scharfe Bestimmungen, wie in Le Mans. Die Wagen werden während den 24 Stunden einer unglaublich starken Zerreissprobe ausgesetzt. Ein Versagen der Beleuchtungsanlage während der Nacht ge* nügt z. B., um aus dem Rennen auszufallen. Die Veranstaltung von Le Mans hat deshalb jedes Jahr technisch ausserordentliche Bedeutung. Ein kurzer Ueberblick über die Wagen zeigt eine sehr interessante Marken- Zusammensetzung. Insgesamt sind 16 englische, 15 französische, 8 italienische, 1 deutscher und 1 amerikanischer Wagen angemeldet. Nicht weniger gross ist auch das sportliche Interesse, das das französische Rennen verdient. Unter den Teilnehmern befinden sich viele längst bekannte Fahrer. Um nur die wichtigsten zu nennen, seien erwähnt: Nuvolari und Sommer, die zusammen wohl eine der aussichtsreichsten Equipen bilden, Chinetti, der letztes Jahr zusammen mit Sommer das 24-Stunden-Rennen gewann, Whitcraft, Driscoll, Mme Siko, Mme Mareuse, Wimille, de Garbardie (der den letzten Bol d'Or gewann), Graf Czaykowski, Sebilleau, Barnes, Prinz Nikolaus von Rumänien usw. Für die Piloten wie für die Wagen bildet das 24-Stunden-Rennen eine Dauerprüfung, wie man sie schärfer kaum denken kann. Von Samstag nachmittags 4 Uhr an bis Sonntag nachmittags 4 Uhr müssen die zwei Fahrer, die je eine Equipe bilden, ihre Maschine ununterbrochen über die Piste führen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass ein grosser Teil der Fahrer, die als Co-Equipier mit ihrem Mechaniker starten, fast ausschliesslich allein fahren. So sass beispielsweise der letztjährige Sieger des 24-Stunden-Rennehs von Le Mans. Sommer, während 21 Stunden allein am Lenkrad seines Alfa Romeo! Auch für das Publikum ist das Rennen von Le Mans unvergleichlich spannend. Ein grosser Teil der sportfreudigen Zuschauer — und es sind jedes Jahr viele Zehntausende — harrt fast während des ganzen Rennens geduldig aus. Viele campieren in der Nacht längs der Rundstrecke und erleben das unvergleichlich phantastische Schauspiel der im Lichte ihrer starken Scheinwerfer dahinrasenden Maschinen. Für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans kommt jedes Jahr eine Trophäe, die «Coupe Biennale» zur Ausschreibung, um die die Fahrer des letztjährigen Rennens kämpfen, und die nach zwei Jahren in die Hände der bei beiden Rennen bestklassierten Equipe gelangt. Das letztjährige 24-Stunden-Rennen gewann, wie erwähnt, die Equipe Sommer- Chinetti auf Alfa Romeo, die in 24 Stunden 2984 km zurücklegte. Den Streckenrekord hält allerdings das englische Team Earl Howe-Sir Birkin, das im Jahre 1931 auf einem Alfa Romeo 3017 km fuhr. bo. Erfolgreiche Fahrer am Montreux-Caux-Rennen: U. Maag auf Bugatti (1), O. Zwimpfer auf Chrysler (2), H. Kessler auf Amilcar (4) und F. Lanz auf Bugatti (5), die sich all« als Erste ihrer Klassen placierten. A. Hörning auf Bugatti (3) erzielte die beste Zeit der Sportwagen und stellte einen neuen Kategorienrekord auf. Die Nennungen: (Da noch nicht alle Co-Equipiers bekannt sind, sind zum Teil nur die Namen der Hauptfahrer angeführt.) 1. Finale der IX. Coupe Biennale. 8. Lorraine 3446 cem (Roger Labric-Daniel) 12. Alfa Romeo 2336 cem (Sommer-Nuvolari) 14. Alfa Romeo 2336 cem (M A. W. Fox) 20. Alfa Romeo 1750 cem (Mme Siko-Sabipa) 22. Aston-Martin 1500 cem (Bertelli-Whitcraft) 23. Aston-Martin 1500 com (Oats-Driscoll) 26. Amilcar 1500 cem (Martin-Bodoignet) 32. Riley 1100 cem (Jean Sebilleau) Ausscheidungsrennen um die X. Coupe Biennale. 1. Mercedes-Benz 7000 cem (Foucret Preres) 2. Duesenberg 5975 cem (Prince Nicolas de Roumanie-Cattaneo) 3. Bugatti 4965 cem (X) 4. Bugatti 4945 cem (X) 5. Bugatti 4900 cem (Ernest Friderich) 6. Bentley 4398 cem (Gas-Trevoux) 7. Lorraine 3483 cem (Roger Labric-Daniel) 8. Alvis 2511 cem (Sir Ronald Gunter-Dr. Benjafield) 9. Alfa Romeo 2336 cem (X) 10. Alfa Romeo 2336 cem (Heide) 11. Alfa Romeo 2336 cem (Louis Chinetti-Varont) 12. Alfa Romeo 2336 cem (Sommer-Nuvolari) 14. Alfa Romeo 2336 cem (A. W. Fox) 15. Alfa Romeo 2336 cem (G. E. T. Eyston) Wechseln Sie Ihre Zündkerzen 15,000 Kilometer dies Ist der Rat. den Ihnen CHAMPION gibt. 16. Bugatti 2000 cem (Renaldi-Gaillard) 18. Marendaz-Special 1869 cem (D. M. Marendaz) 19. S. A.R. A. 1818 cem (Charlier) 20. Alfa Romeo 1750 cem (Mme Siko-Sabipa) 21. Alfa Romeo 1750 cem (Andre Rousseau) 22. Aston-Martin 1500 cem (Bestelli-Whitcraft 23. Aston-Martin 1500 cem (Oats-Driscoll) 24. Aston-Martin 1500 cem (Morris-Sosdall) 25. Bugatti 1500 cem (Mme Mareuse-Wimille) 26. Amilcar 1500 com (Martin-Bodoignet) 27. Bugatti 1493 cem ^Czaikowsky) 28. Rally 1300 cem (Duruy-Danne) 29. B. N. C. 1100 cem (Alin freres) 30. Riley 1100 com (Newsome-Peacock) 31. Riley 1100 cem (Delaroche-Sebilleau) 32. Riley 1100 cem (Jean Sebilleau) 33. Amilcar 1100 cem (de Gavardie freres) 34. Amilear 1100 cem (Luden Buquet) 35. Salmson 1092 cem (J. E. Vernet-Vallon) 36. Alta 1074 cem (John Ludovic Ford) 37. Tracta 990 cem (Soc. des Automobiles Tracta) 38. Austin 747 cem (Metchim) 39. M. G. 746 cem (N. Black) 40. M. G. 746 cem (Honorable Mrs Chetwynd) 41. M. G. 746 cem (F. S. Barnes) 42. M. G. 746 cem (Bernard Rubin). Nach dem französischen Grand Prix Wir haben unsern Bericht über den Grossen Preis von Frankreich in der letzten Nummer mit dem Titel «Ueberraschungen in Montlhe'ry» überschrieben und dabei wohl Die Automobil - Konstrukteure empfehlen einstimmig, denselben zu befolgen. Dieses Jahr sind die Vorteile, die Sie mit neuen Cha xxx pion erzielen, ausgeprägter denn je, weil Ihnen CHAMPION neue, verbesserte Kerzen anbietet, deren Widerstand gegen Hitze, raschen Temperaturwechsel und Verrussung noch höher ist als je zuvor. Rüsten Sie Ihren Wagen heutenoch mit einem Satz neuerCHAMP ION-Kerzen aus. Dia Zündkerze Champion ist überall erhältlich. GENF 8, Av. Pictet de Rochemont ZUR ICH Talstrasse 32 B ERN Monbijoustrasse 16 am besten den Gesamteindruck charakterisiert, den dieses Rennen hinterliess. Es war, das darf man wohl behaupten, ein durch zahlreiche Zwischenfälle gekennzeichneter Grand Prix, bei dem alles, aber auch alles anders kam, als man es dachte. Es begann mit dem Forfait der Bugatti-Equipe, das für die Organisatoren, die sich in aufopferndster Weise für das Rennen eingesetzt hatten, einen furchtbaren Schlag bedeutete. Am Samstag noch war es ebenfalls durchaus unsicher, ob auch die Scuderia Ferrari offiziell starten werde — bis zu der definitiven Zusage für die Veranstalter Grund genug, um ein völliges Fiasko des Rennens zu zittern! Der Sonntag war grau und neblig, im letzten Teil des Rennens fiel starker Regen, so dass auch dies den Gesamterfolg beeinträchtigte. Am Morgen des Rennsonntags, als sich Zehntausende von Fahrzeugen aller Art in unvorstellbarem Durcheinander, auf den Zufahrtsstrassen von Montlhery drängten, entstand durch Nachlässigkeit der leitenden Organe ein schwerer Wirrwarr und heilloses Durcheinander, so dass sehr viele Zuschauer nicht mehr zu Beginn des Rennens kamen. Und wie begann der Kampf selbst? Kaum hatten die Wagen einige Runden zurückgelegt, so häuften sich schon die Ausfälle mit geradezu fürchterlicher Konsequenz. Bald lagen 2 / n aller gestarteter Fahrer im ausgefallenen Feld, so dass man eine Zeitlang wahrhaft das Allerschlimmste befürchten konnte. Alle diese Einzelheiten störten den Gesamteindruck dieses mit Ueberraschungen allzu reich gespickten Grand Prix, der nur durch die tadellose Organisation des Rennens selbst und den blendenden Schlusskampf einigertnassen verbessert werden konnte. Campari und Etancelin, dies sind die Namen der beiden Fahrer, die es verdienen, in das goldene Buch der französischen Grossen Preise eingetragen zu werden. Sie blieben nach den 13 Ausfällen als die Dominatoren des Kampfes übrig, und was an Quantität des übriggebliebenen Feldes fehlte, das ersetzten sie durch ihre überragende Qualität. Campari, den man schon zu den Senioren der Rennfahrer zählen darf, und der selbst von sich gemeint haben soll, er wäre «troppo vecchio», legte einen Beweis davon ab, dass er immer noch zu der ersten internationalen Garde zählt. Seine Leistung ist um so höher anzusprechen, als er schon lange Zeit sich nicht mehr aktiv beteiligt hatte und im übrigen der siegreiche Maserati-Monoposto sehr schwer zu fahren, ist. In Montlhery hat der berühmte Bariton Campari, der bekanntlich neben einer glänzenden Stimme auch über einen ansehnlichen Körperumfang verfügt, gezeigt, dass der «vecchio» noch so jung und gefährlich wie ehemals ist. Nicht geringeres Lob gebührt Etancelin, dem französischen. Einzelfahrer, der wie noch kaum einer der unabhängigen Fahrer in letzter Zeit stets in den vordersten Rängen rangiert und zu der Spitze der internationalen Extraklasse gezählt werden muss. Trotzdem er in Montlhery einen Wagen pilotierte, der gegenüber dem schnellen Maserati mindestens 20 km/St, langsamer war, bildete er eine furchtbare Bedrohung für den Italiener, und es war auch nur einem Kupplungsdefekt zuzuschreiben, dass er in der letzten Runde schweren Herzens Campari an sich vorbeiziehen lassen musste. Alle bis zum Schluss im Felde gebliebenen Fahrer verdienen ebenfalls ehrenvolle Erwähnung. Der Dritte, Eyston, auf Alfa Romeo, kämpfte mit bewundernswerter Ausdauer, Sommer und Moll bewiesen weiterhin ihre grossen Qualitäten, und auch der Sechste, der Schweizer Villars, legte ein Zeugnis von seinem Können ab. •, Die ausgefallenen Fahrer hatten beinahe alle ihre Wagen auf der schwierigen Rundstrecke zu sehr forciert. Auch Nuvolari und