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E_1933_Zeitung_Nr.053

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12 'AUTOMOBIL-REVUE

12 'AUTOMOBIL-REVUE 1933 - 53 «•• Anfrage 307. Automobilunfall. Auf einer Nebenstrasse ereignete sich beim Vorfahren ein Zusammenstoss. Da die Strasse gerade Platz für beide Autos bot, war das Vorfahren nicht gerade leicht. Der vorfahrende Wagen g&b dem andern, der die Strassenmitte hielt, Signal und beschleunigte das Tempo. Der andere Wagenführer reagierte aber schlecht auf das Signal und wich nur wenig gegen die rechte Strassenseite aus, weshalb der vorfahrende Wagen an den andern anprallte, was aber bei den Insassen des überholten Wagens nicht bemerkt worden sein soll. Der vorfahrende Wagen geriet dann, verursacht durch den Anprall zu weit links, rutschte über das Strassenbord ab und entleerte die Insassen, die zum TeiJ verletzt wurden. Wie ist der Uniall zu beurteilen? L. in L. Antwort: Es handelt sich hier um ein uflsorgfältiges Vorfahren 1 . Der vorfahrende Wagen ist zu rasch in die Fahrbahn des andern gelangt. Damit ist aber das Verhalten des andern Wagenführers nicht ohne weiteres entschuldigt. Es scheint uns, dass dieser gerade in einem entscheidenden Augenblick die Herrschaft über sein Fahrzeug verloren hat. Es scheint uns auch, dass ein Anhalten hätte möglich sein sollen, um so mehr der Anprall des vorfahrenden Wagens nicht besonders heftig sein müsste, da in diesem der Anprall selbst nicht verspürt worden ist. Ohne die Einzelheiten und speziell die örtlichen Verhältnisse genau zu kennen, ist es schwer ein sicheres Urteil zu fällen. * Anfrage 308. Tierhalterhaftung. Ich fuhr mit meinem Motorrad durch das Dorf 0. und hatte eis Mädchen auf dem Sozius. Gerade unterhalb des Dorfes, wo die Strasse leicht biegt und etwas unübersichtlich ist, fuhr ich im 20-km-Tempo gegen die Biegung zu, wobei ich Signal gab. In entgegengesetzter Richtung kam ein Auto in massigem Tempo dahergefahren. Ich sah gerade noch vor dem Auto durch, wie ein Hund wie rasend zwischen, den zwei Häusern hervorschoss. Als das Auto vorbei war, rannte mir dieser ins Vorderrad, was einen gehörigen Sturz zur Folge hatte. Wir erlitten beide Verletzungen, die zwar laut ärztlicher Feststellung nicht gerade gefährlicher Art sind. Die Maschine dagegen wurde miserabel zugerichtet. Eine polizeiliche Untersuchung fand nicht statt, da ich momentan nicht fähig war, etwas anderes zu denken als den nächsten Arzt zu suchen. Es führte uns ein Auto dorthin. Ich ging dann nachher noch zu dem Eigentümer des Hundes und fragte ihn, ob er ohne weiteres für den Schaden haften wolle, ansonst ich sofort Anzeige erstatten werde. Dieser sagte mir, dass er eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen habe für den Hund und die Versicherung für den Schaden haften müsse. Er benachrichtigte die Versicherung am folgenden Morgen auch telephonisch und bestätigte den Unfall schriftlich. Ich meinerseits verlangte auch bei seiner Versicherung Schadenersatz. Wie ist nun hier die Sache, habe ich das Recht, für die stark beschädigten Bestandteile wie Rad, Gabel, Benzintank und was sonst schwer gelitten hat, neue Teile zu verlangen, oder muss ich es flicken lassen? Muss die Versicherung für den ganzen Schaden aufkommen? F.N. Antwort: In Ihrem Falle und der uns von Ihnen gegebenen Darstellung wird es wesentlich sein, ob Sie vermuten konnten, dass der Hund nicht nur gegen das Auto sprang, sondern noch hinter diesem durch auf Sie zu rennen würde. Wenn Sie dies vermuten mussten, so wird es sich fragen, ob Sie noch rechtzeitig Ihr Fahrzeug hätten gemäss Art. 34 des Motorfahrzeug-Konkordates abbremsen können, um so einen bevorstehenden Unfall zu verhindern, oder aber ob die Zeit, um bremsen zu können, zu kurz bemessen war, so dass die Kollision nicht vermieden wenden konnte. War die Kollision unvermeidlich, so können Sie vom Tierhalter vollen Schadenersatz verlangen. Zur Erledigung der Entschädigungsfrage ziehen Sie am besten einen Schadensingenieur einer Autohaftpflichtversicherung als Experten bei. War die Zeit vom ersten Erblicken des Hundes bis zur Kollision aber genügend, um bremsen zu können, und so die Kollision ganz zu vermeiden, so würde Sie ein so schweres Mitverschulden treffen, dass Ihre Schadensersatzforderung ganz oder doch teilweise abgewiesen werden müsste. War die Zeit nur so bemessen, dass Sie durch die Bremsung die Kollisionsfolgen noch hätten vermindern können, so könnte Ihre Schadensersatzforderung nur teilweise gutgeheissen werden. Je nach diesen Umständen bemessen sich Ihre Aussichten, um Schadenersatz verlangen zu können. * Anfrage 309. Fahrprüfung. Bei meiner Fahrprüfung trug sich ein Unfall zu, der zur Folge hatte, dass ich die Fahrbewilligung nicht bekam. Ich bin nicht im klaren, ob der Fehler meinerseits so gross war, dass mir der Experte -die Bewilligung nicht erteilen konnte. Ich fuhr auf einer Hauptstrasse im Tempo von ca. 20 km. Auf der rechten Strassenseite waren ungefähr 20 Autos parkiert. Links zweigte eine Strasse zu einem Parkplatz ab. Plötzlich sagte der Experte: «Links!» Ich stellte den Zeiger hinaus und schaute geradeaus, ob die Bahn frei sei. Da tauchte plötzlich ein Bäuerlein zwischen den parkierten Autos auf und wollte, ohne Umschau zu halten, die Strasse überefueren. Im letzten Moment zog der Experte die Handbremse an und — die Prüfung ist vorbei. 1. Bin ich verantwortlich, wenn mir ein Fussgänger so leichtsinnig in die Fahrbahn läuft? Wäre ich schuldig gewesen, wenn ich den Mann angefahren hätte und schon im Besitze einer Fahrbewilligung gewesen wäre? Wird ein Unterschied gemacht zwischen «schuldig» bei der Autoprüfung und «schuldig» in der Praxis? Ich möchte noch hinzufügen, dass ich die erste Hälfte der Prüfung bereits überstanden hatte, und zwar zur Zufriedenheit des Experten. (Wagenwenden, Fahren auf belebter Strasse, Halten und Anfahren am Berg etc.) 2. Wäre eine Möglichkeit vorhanden, dass ich die zweite Prüfung vor Ablauf der verlangten Mindestfrist von 4 Wochen antreten könnte, da ich noch 8 Tage Ferien habe und nachher eine Stellung antrete, in der ich nicht schon in den ersten Wochen wieder freimachen kann. Dazu kommt, dass ja mein Fehler, falls es einer ist, nicht durch schlechtes Fahren oder Theoriefehler entstanden ist, sondern höchstens durch Unachtsamkeit, so dass in diesem Falle eine Mindestfrist keinen Zweck hat. M. in Z. Antwort: Art. 15. des Automobilgesetzes bestimmt, dass gegen die Verweigerung des Führerausweises binnen 10 Tagen seit der Eröffnung des Entscheides bei der kantonalen Regierung schriftlich Beschwerde erhoben werden kann. Die Frage, ob die Fähigkeiten zur Erteilung eines Führerausweises vorhanden sind oder nicht, ist vollständig eine Ermessensfrage des Experten. Man müsste schon in der Lage sein, Unkonsequenzen oder Ungerechtigkeiten öder allenfalls auch Schikanen nachzuweisen, wenn das Beschwerdeverfähren Erfolg haben soll. Es wird unserer Auffassung nach in Ihrom Falle nicht viel anderes übrig bleiben, als sich einer neuen Prüfung zu unterziehen. Was sodann die Wiederholung der Prüfung vor Ablauf von 4 Wochen anbelangt, so ist zu sagen, dass Alinea 6 des Art. 33 der Vollziehungsverordnung die Vorschrift enthält, dass in der Regel ein« zweite Prüfung erst nach Ablauf von 4 Wochen stattfinden darf. Wenn Sie also in der Lage sind, stichhaltige Gründe geltend zu machen, so ist es nicht ausgeschlossen, dass Ihnen gestattet wird, sich bereits vor Ablauf von 4 Wochen erneut zu einer Prüfung zu stellen. Bezüglich des Verschuldens für die Verursachung eines Unfalls ist es irrelevant, ob der Fahrzeugführer erst im Besitze einer Lernfalirbewilligung ist, oder ob er bereits den endgültigen Führerausweis erhalten hat. Aus diesem Grunde hat das neue Automobilgesetz die obligatorische Versicherung des Fahrschülers voreeschrieben. Der Fahrschüler ist somit also für die Folgen allfälliger Unfälle versichert. Anfraae 310. Vorfahren. Bei der Durchfahrt von H. fuhr ich bei der leichten Kurve 4 Autos vor, nachdem ich mich jedoch vergewissert hatte, dass die Fahrbahn frei war. Ich hatte 30 km Tempo. Für diese Uebersehreitung der Verkehrsvorschriften wurde ich vom Polizisten angehalten. Ich wurde zu einer Busse von Fr. 25.— inkl. Kosten verurteilt, bezahlte aber die Busse nicht. Der Richter nahm dann einen Augenschein und reduzierte die Busse auf 15 Fr., Hess aber rund 30 Fr. an Kosten aufschreiben. Was kann ich dagegen unternehmen? P in B. Antwort- Die Frage, ob Sie in jener Kurve vorfahren durften oder nicht, wurde durch den Richter beim örtlichen Augenschein geprüft. Offenbar ist der Richter der Auffassung gewesen, dass Sie an dieser Stelle nicht hätten vorfahren sollen. Wenn eine Widerhandlung von einem Polizeiorgan festgestellt -und Anzeige eingereicht worden ist, erlässt der Gerichtspräsident ein Strafmandat, in welchem er dem Angeschuldigten eine Busse eröffnet. Nimmt der Angeschuldigte diese Busse an, ist der Fall erledigt. Erhebt er binnen einer Frist von 5 Tagen Einspruch, wird das gerichtliche Verfahren, wie es in Ihrem Falle geschehen ist. durchgeführt. In diesem gerichtlichen Verfahren hat der Angeschuldigte Gelegenheit, alles vorzubringen, was zu seiner Entlastung dienen kann. Oftmals ist es wohl möglich, in diesem Verfahren die im Strafmandat ohne genaue Kenntnis des Sachverhaltes ausgesprochene Busse zu reduzieren. Sobald aber überhaupt eine Verurteilung erfolgt, ist eben der Verurteilte gehalten, die Gerichtskosten zu bezahlen. Das Urteil ist in Rechtskraft erwachsen, so dass dagegen nichts mehr gemacht werden kann. * Buckevl X«h Bericht über die Arbeiten der Studiengasellschatf für Automobilstrassenbau 1928—1932. Verlag dez. Studiengesellschaft für Automobilstrassenbau, 193.. Berlin-Charlottenburg. Dieser Bericht, der 183 Seiten traifasst, ist eine Fortsetzung des im Jahre 1928 publizierten Rapportes über die Arbeiten der nämlichen Gesellschaft im Zeitraum zwischen 1924—1928. Die neue Veröffentlichung umfasst die Berichte der bestellten Ausschüsse. Solche wurden für die Landes- und Stadtplanung, die Verkehrsregelung, für wissenschaftliche Untersuchungen, Gesetzgebung und Finanzierung sowie für die Fragen betr. Konstruktion und Material gebildet. Letzterer gruppiert sich wieder in Unterabteilungen für Steinpflaster, Asphalt, Teer, Beton, andere Strassenkonstruktionen und Baumaschinen. Alle diese Kommissionen haben Leitsätze und Merkblätter für ihr Arbeitsgebiet ausgearbeitet, welche in der Broschüre sorgfältig und übersichtlich zusammengestellt ".nd durch erläuternde Pläne ergänzt und illustriert sind. Verzeichnisse der Vorstands- und Ausschussmitglioder, sowie der zahlreichen bisher erschienenen Publikationen runden den Bericht ab. Er gibt im weiteren Aufschluss über die jeweilen sehr gut besuchten und vorzüglich vorbereiteten Hauptversammlungen. Wer sich in der Schweiz mit Fragen des Autostrassenbaues irgendwie beschäftigt, wird in diesem Bericht eine wertvolle dokumentarische Ergänzung und wohl auch manche An- rpjrnnff finden. Handel u. Industrie Einheimische Zubehörindustrie und der Automobilimport. Seit einigen Monaten wer*, den sämtliche Citroenwagen, welche in die Schweiz importiert werden, mit elektrischen Apparaten und Zubehörteilen der Scintilla A.G. in Solothurn und der Akkumulatoren- Fabrik in Oerlikon ausgerüstet. Im Interesse der Arbeitsbeschaffung im Inlande ist dies ein sehr wichtiger Faktor, wenn man berücksichtigt, wie sich die Schwierigkeiten unserer Exportindustrie jeden Tag vergrössern. Mit Recht werden daher solche Importeure ermutigt, indem sie von der eidg. Zollbehörde eine Vergünstigung erhalten, ähnlich wie dies für Wagen die in der Schweiz karossiert werden, seit mehreren Jahren schon der Fall ist. Da wir in der Schweiz keine inländischen Automobilfabriken besitzen, wäre es sehr zu begrüssen, wenn beim Kauf eines neuen Wagens wenigstens die Zubehörteile, welche in der Schweiz in erstklassiger Qualität fabriziert werden, vom Käufer verlangt würden, so dass nach und nach andere Automobilimporteure sich entschliessen, gleich wie Citroen, im Interesse unserer Industrie vorzugehen. DILAMBDA DILAMBDA ASTURÄ: ARTENA: ; 7 places, grand luxe, avec Separation pour Chauffeur. Voiture ä l'etat de neuf. 2 vitesses silencieuses. ; Cabriolet, 4 places, avec malle, carrosserie Farina. 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N° 53 — 1933 AUTOMOBIL-REVUE 13 V«->»l*ek» Dringende Verkehrspostulate wurden anlässlich einer kürzlich im Bundeshaus Bern stattgehabten Aussprache zwischen dem Vorstand der parlamentarischen Gruppe für Verkehr und Touristik und einer Delegation des Hoteliers-Vereins behandelt. Der Sitzung wohnte auch Herr Dr. Ehrensperger, der Präsident des Schweizerischen Fremdenverkehrsverbandes bei. Es wurden der parlamentarischen Gruppe eine Anzahl Postulate vorgelegt, deren Prüfung und Behandlung von deren Vorsitzenden zugesagt wurde. Unter anderem kamen die Fragen der Benzinzollerhöhung, die Haftpflichtversicherung ausländischer Automobile, die in Aussicht stehende Strassenbau-Initiative zur Sprache. Herr Valloton, der ebenfalls beigezogen wurde und bekanntlich mit seiner Interpellation die Angelegenheit des Eisenbahnrabattes während der Reisezeit ins Rollen brachte, gab seine Auffassung über die Lage der Hotellerie bekannt. Er betonte die Notwendigkeit einer Herabsetzung der Eisenbahntarife und der sogenannten « Extras ». welche den Reisebesuch aus dem Auslande in letzter Zeit stark beeinträchtigten. Brückensignalisierung. Wie erinnerlich, beschloss der Verwaltungsrat des T. C. S. auf Vorschlag eines seiner Mitglieder im November 1932 die Frage der Brückensignalisierung zu studieren. Der Touring-Club sandte dann auch an die kantonalen Baudirektionen ein Zirkular, in dem er vorschlug, dass man in der Schweiz, wie in vielen andern Ländern, an den Brükkenenden Tafeln anbringe, ganz ähnlich den Ortsbezeichnungstafeln, die mit weissen Lettern auf blauem Grund den Namen des Flusses oder Baches angeben. Diese Signalisierung bezweckt, sowohl den einheimischen wie auch den fremden Automobilisten durch Angabe des Flussnamens möglichst rasch zu orientieren. Der T.C.S. erklärte sich auch bereit, die Kosten für die Herstellung dieser Tafeln zu übernehmen, währenddem das Anbringen der Tafeln zu Lasten der Kantone fallen sollte. Dieser Vorschlag des TjC.S. wurde kurz nach Inkrafttreten der eidgenössischen Verordnung über die Strassensignalisierung eingereicht, wodurch nun die Lösung dieser ganzen Frage vom eidg. Polizeidepartement aus geregelt werden musste. Dieses stand denn auch dem Vorschlag des T.C.S. sehr sympathisch gegenüber, schlug aber vor, dass vorläufig das Projekt noch etwas zurückgestellt werden solle, um erst die übrige Strassensignalisierung durchzuführen. Nun scheint sich aber doch die Sache etwas allzusehr in die Länge ziehen zu wollen. Tatsächlich hat denn auch das Justiz- und Polizeidepartement mit Schreiben vom 13. Juni dem T.C.S. mitgeteilt, dass der Bundesrat den Zeitpunkt bis zu welchem die neue Strassensignalisierung durchgeführt sein müsse, noch nicht festgelegt habe. Aller Voraussicht nach werde.aber der 31. Dezember 1934 in Aussicht genommen. Infolgedessen könne die Brückensignalisierung erst nach diesem Zeitpunkt verwirklicht werden. Selbstverständlich wird der Touring-Club auch in Zukunft die möglichst baldige Verwirklichung seines Projektes anstreben. Nur schade, dass die Ausführung doch in etwas weite Ferne gerückt erscheint. Wir bedauern das um so mehr, als gerade im jetzigen Moment nichts, aber auch gar nichts unterlassen werden sollte, was zur Hebung des Tourismus in der Schweiz dienen kann. Dazu würde selbstverständlich auch eine einheitlich durchgeführte Brückensignalisierung gehören. Wir wollen hoffen, dass trotz allen momentanen Schwierigkeiten sich diese Orientierung doch rascher durchführen lasse, als augenblicklich angenommen wird. Lr. Die Vollziehungsverordnung des Kantons Wallis trat Mitte Juni, d. h. mit ihrer Publikation im Amtsblatt in Kraft. Mit dem Vollzug des Bundesgesetzes über den Motorfahrzeugverkehr ist das kantonale Justiz- und Polizeidepartement beauftragt worden. Einzig die Durchführung des Artikels 4 über die Strassensignalisation wurde dem Baudepartement überlassen. Die Artikel 8 bis 21 der Verordnung befassen sich mit allen andern Strassenbenützern ausser den Motorfahrzeug- und Fahrradlenkern und stellen einige interessante Bestimmungen auf, die als Beweis für die sorgfältige Ausarbeitung der Verordnung durch die massgebenden Instanzen angesehen werden können. Fuhrwerke und Gespanne, die auf Strassen zirkulieren, auf denen die Motorfahrzeuge zugelassen sind, dürfen nur von qualifizierten Personen betreut werden. Für das Kreuzen und Vorfahren gelten die Bestimmungen des Motorfahrzeugverkehres sinngemäss übertragen. Schlafende oder angeheiterte Fuhrleute werden bestraft. Das Stationieren von unbeladenen oder beladenen Fuhrwerken auf Strassen, die für den Motorfahrzeugverkehr bestimmt sind, ist nur für ganz kurze Zeit gestattet. Bei Nacht muss eine Laterne angebracht werden, die in beiden Fahrrichtungen sichtbar ist. Der Fussgängerartikel des Bundesgesetzes (35) ist auf ausdrücklichen Wunsch des Grossen Rates in die kantonale Verordnung übernommen worden. Die Auffassung, das Bundesgesetz wolle den Kantonen die Kompetenz zum Erlass weitergehender Vorschriften über das Verhalten der Fussgänger erteilen, mag bei diesem Beschluss des Walliser Parlamentes mitgewirkt haben. Die Artikel 23 bis 31 der Verordnung beschreiben sodann das Vorgehen der Polizei bei Unfällen. Es wird dafür eine mobile Gruppe geschaffen. hl. Lichtenstein übernimmt das Schweiz. Automobilgesetz. Die Finanzkommission des Lichtensteinischen Landtages hat dem Antrage der Regierung zugestimmt, demzufolge das Schweiz. Bundesgesetz ober das Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr auch auf dem Gebiet des Fürstentums Lichtemstein zur Anwendung kommt Aufnahme und Erweiterung des Betriebes von Autoposten. Die Betriebsaufnahme bzw. die Betriebserweiterung der nachstehenden Kurse ist auf den 25. Juni vorgesehen : (Freiburg-Plaffeyen)-Sckwefelberg, Erweiterung; Orsieres-La Fcmly-Le Sepey-La Forclaa: (Sion-Basse Nendaz)-Haute Nendaz, Erweiterung; u^eichenbach- Kienthal)-Tschingelboden, Erweiterung; Andermatt- Gotthard-Airolo; Andermatt-Furka-Gletsch; Flüelen- Klausen - Linthal; Isleten - Isenthal; (Schaffhausen- Bargen) - Donaueschingen, Erweiterung; Andeer- Gresta im Avers; (Chur-Bivio)-Julier-St. Moritz. Erweiterung; Fideris Station bis Fideris Bad; (Thusis- Hinterrhein)-San Bernardino-Mesocco, Erweiterung; (Versam Safien - Safien Platz) - Thalkirch, Erweiterung; Versam Station-Acla-Tenna; Disentis-Lukmanier-OIivone. Die Kurslinie Zillis-Lohn wurde bereits am 12. Juni eröffnet. Die Jahresfrequenz 1932 des bernischen Stadtomnibus. Die Frequenz des Omnibusbetriebes der Stadt Bern erhöhte sich von 4,535,407 Reisenden um 13,82 % auf 5,164,397 Reisende. Gleichzeitig stiegen die Einnahmen von 1,069 Mill. Fr, auf 1.205 Mill. Fr., dJi. um 12,67 %. Die Ausgaben im Jahre .1932 belaufen sich auf 874.467 Fr. Der Einnahmenüberschuss von 330,589 Fr. erlaubte neben einer öprozentigen Verzinsung des Anlagekapitals eine Amortisation von 234,895 Fr. Wir verweisen auf einen ausführlichen Artikel über den Stadtomnibus von Bern inder soeben erschienenen Lastwagennummer der « Illustrierten Automobil-Revue ». lt. Schweiz. — Alpenpässe. Nachdem am 16. Juni auch der Umbrailpass für den Kraftfahrzeugverkehr geöffnet hat, sind mit Ausnahme des Fl'üelapasses, der für den privaten Autoverkehr voraussichtlich erst Anfang Juli öffnen wird, sämtliche schweizerischen Alpenpässe durchgehend befahrbar. ET Von den Alpenstrassen. Wie der urnerische Kantonsingenieur mitteilt, ist die Gotthardstrasse infolge des Unwetters von Mittwoch auf den Donnerstag zwischen Altdorf und Gurtnellen zirka an 10 Stellen unterbrochen. Von der Klausenpasshöhe werden 30 cm Neuschnee gemeldet, während auf der Oberalp, dem Gotthard und der Furka ca. 50 cm Neuschnee liegen. Frankreich. — « Route d'ete des Alpes» befahrbar. Die «Route d'e"te des,Alpes» ist auf ihrer Gesamtstrecke durchgehend passierbar. ET Oesterreich. — Sämtliche Alpenpässe befahrbar. Seit der Öffnung des Arlbergpasses am 4. Juni sind sämtliche österreichischen Alpenpässe dem Kraftfahrzeugverkehr freigegeben. ET Italien. — Sämtliche Alpenpässe befahrbar. In Italien können jetzt sämtliche Alpenpässe in den Dolomiten und im Ortlergebiet mit Autos befahren werden. ET die Lastwagen-Nummer der «Illustrierten Automobil-Revue ». Aus dem Inhalt erwähnen wir folgende Artikel, die auch den Lesern der «Automobil-Revue » eine vorzügliche Orientierung bieten: Die Au4«»l«UB»