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E_1933_Zeitung_Nr.053

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so kann er eines Tagesi

so kann er eines Tagesi einem solchen Anfall erliegen, zur grössten Ueberraschung selbst der näheren Umgebung. Derartige Kranke sind als schwer herzkrank unfähig zur Bedienung einer schnellfahrenden Maschine. Tritt ein solcher Anfall am' Steuer auf, seist der Kranke praktisch fahrunfähig. Kranke, bei denen der Blutumlauf im Gehirn mit und ohne Blutdruckerhöhung durch krankhafte Veränderung nur „ an, den kleinsten Blutarterien gelitten hat, können nach einer •" anstrengenden Autofahrt beiTschwülem "Wetter unter dem. Einfluss einer, unvorhergesehenen Erregung — Schrecksekunde — eine kurzdauernde Trübung' ihres Bewusstseins erleiden, bei deren Eintritt sie um Schreibtisch vieleicht nur ein -paar Sekunden die Feder aus der Hand- legen, mit der Hand über die Stirn fahren, und sich dann wieder wohl fühlen. • Am Steuer aber, können sie einen Unfall erleiden, weil das Fahren bei hoher Geschwindigkeit -jeden Augenblick ein besonderes Mass an Konzentrationsfähigkeit und Intaktheit des Gehirns erfordert, über das sie in ein paar Augenblicken durch ihre Krankheit nicht verfügen. Auch diesen : Kranken kann 4er Ar/i leider kaum • den Ernst der Situation am Steuer klar machen und das Autoselbstfahren verbieten. Endlich" ist es auch im Laienkreise zur Genüge bekannt, dass gerade sogenannte nervöse Menschen zu ihrer Erholung Auto fahren. Vom ärztlichen Standpunkt kann man Bedenken haben, -wenn man jahrelang die Frage des «Kranken(am;Steuer» -verfolgt hat, ob Menschen, die beispielsweise an Depressionen leiden, nicht £ich und den Verkehr gefährden. Denn auch hier, ist ohne weiteres die Forderung berechtigt, das Auto als, Maschine zum Abreagieren seelischer Disharmonien abzulehnen. .Sicher sind zahlreiche Unfälle, unsinniges Ueberholen vom krankhaften Geltungsbedürfnis bis zur Gleichgültigkeit und Gewissenlosigkeit., dem eigenen oder fremden Dasein gegenüber weniger durch die körperliche als durch die seelische Verfassung des Fahrers bedingt. Bei der Beschränktheit des: zur Verfügung stehenden Raumes muss ich. darauf verzichten, durch einwandfreie • Einzelbeobaehtungen das hier .Allgemeingesagte im Einzelnen zu belegen, , - Die Erfahrung, hat mich gelehrt, dass eine Reihe von besonders unerklärlichen,, Autounfällen vermieden werden könnte.,, wenn .die berechtigte Forderung verwirklicht werden könnte, die das hier angedeutete Problem implicite enthält. Die Massnahmen hierzu sind nur auf dem gesetzgeberischen Wege der Gesundheitsbehörden unter Mithilfe der Aerzte möglich. Am Steuer des .Wagens sind vor allem Kranke mit Arterienverkalkung mit und ohne Blutdruckerhöhung häufig gefährdet. Deshalb erfordert der Herzkranke , als Fahrer grösste Aufmeksamkeit der Aerzte. die Werbung für den Autotourismus. Unter diesem Titel hat sich in den Nummern 32, 34, 37 und 44 der A-R. eine recht interessante Diskussion abgespielt, die sich mit den Plänen der Schweizerischen Verkehrszentrale für die besondere, Propaganda unter ausländischen Automobilisten befasste. Nachstehend möchten wir,dem Korrespondenten, welcher die Debatte veranlasst hatte, nochmals das Wort erteilen, erklären da- In diesem Augenblick brach, zehn Schritte neben ihm, mit einem Krach, der den Orkan übertönte, ein starker Eichenast und schmetterte splitternd zu Boden. Der erregte, vom Sturmwind trunkene Mann hob den Ast und schüttelte ihn grüssend. Das Morsche müsste brechen! Nun sah er, dieweil das Donnern und Brausen vor ihm zu ohrenbetäubendem Getöse wuchs, zwischen den silbergrauen Säulen der Buchenstämme das tosende Chaos .der gepeitschten See, haushoch bäumten sich die Wogen, mit weissem Gischt gekrönt. Still und verlassen lag das grpsse Kurhaus Heiligenda.mm. Kein Mensch war zu sehen. Georg, dem jetzt der Sturm zeitweise den Atem benahm, schritt im flatternden Mantel: zur verödeten Landungsbrücke. Lange stand er dem Rasen der Elemente von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Nie hätte er, der den Ozean kannte, der Ostsee diesen Orkan zugetraut. Immerfort bäumten sich dicht vor ihm die Riesenleiber mit wildfliegenden Schaummähnetj. Das Brüllen und Donnern der rasenden See betäubten., deji Einsamen. Aus den Lüften "begleitete ein hohles Singen und Sausen das Krachen der Wogen. Wolkenfetzeri, wie Rauch von nassem Holz zu schauen, wirbelten zerrissen am Himmel. Unten am Strande 1 flogen die Weissen Schaumflocken wie. grosse Wattebäusche. Je lauter um ihn,, desto stiller wurde" es in ihm. Y Erfrischt, gestähft r stand er- in diesem Höllenlärm. Was war sein kleines Menschenschicksal gegenüber diesem Chaos? Was mit aber gleichzeitig Schluss der Diskussion, womit nicht gesagt sein soll, dass dieses Thema nicht auch weiterhin aus nächster Nähe verfolgt werde. Unter obigem Titel wurde in No: 44 der Automobil-Revue vom 23. Mai auf' unsere Ausführungen über die Propaganda -für den Autoreiseverkehr in der Schweiz nochmals geantwortet. Die neuerlichen, Entgegnungen verlangen begreiflicherweise nochmals-y eine Erklärung, wobei wir allerdings vermeiden wollen, auf bereits Gesagtes nochmals zurückzugreifen. Der Schreiber der Entgegnung in No. 44 scheint in automobilistischen Fragen bewandert zu sein, weniger aber vielleicht in propagandistischen Fragen. Er verkennt dabei vor allem völlig die; Schwierigkeiten, die gerade die Schweiz. Verkehrszentrale bei der .Entfaltung einer eigentlichen Propaganda für den Autotourismüs hat. Man darf nie vergessen, wie die Leitung der Schweiz. Verkehrszentrale zusammengesetzt ist, und dass so die Direktion allen Wünschen, von denen diejenigen der Bahnen ein grosses Schwergewicht besitzein, , möglichst entsprechen muss. Von den ^Bahrten wird die .Entfaltung dieser Auto-Propaganda gar nicht gerne gesehen. > Es ist zweifellos richtig, dass in Sachen Automobil-Propaganda noch viel mehr zu tun wäre, aber aus dieser Tatsache darf nicht etwa der Verkehrszenträle ein Vorwurf gemacht werden, die sich nach Möglichkeit bemüht, auch in dieser Richtung für die Schweiz zu werben, dabei aber auf grosse Schwierigkeiten stösst. Hier gerade könnte die Mitarbeit der Automobil-Oiubs.. grosse Pionier- und Hilfsarbeit für den Autor tourismus leisten,, wenn sie die, Arbeit der Verkehrszentrale und ihre Bestrebungen iür diese, Spezialpropaganda unterstützen, würden. • Zum einen kritisiert der Einsender, es werde in den Kollektivinseraten nicht gesagt, dass die Auskünfte auch' bei den Touristikbureaus der Clubs usw. bezogen werden können. Diese Forderung erstaunt eigentlich. Das sollte doch jedes Clubmitglied ohne weiteres wissen, dass alle Touristikauskünfte selbstverständlich bei den Clübbureaüs bezogen werden können', und es wird deshalb wohl niemand im Ernste verlangen, dass die' Inserate mit Texterweiterungen belastet iter* den, die infolge ihrer Selbstverständlichkeit ganz und r gar unnötig sind. Die Clubs und auch ihre*Sektionen geben doch Bulletins,* Zeitungeti usw; heraus, in 'denerf sie ihrea gilieder immer' orientieren. Was ;nun dir Sekretariate der ausländischen Äütomebilclubi' anbetrifft, so wäre es Wirklich wunderbar, wenn man dieselben veranlassen könnte, ohne Einschränkung bei ihren Mitgliedern Propaganda für den Besuch der Schweiz zu machen. Die Schweiz. Verkehrszentrale be-, müht sich deshalb auch, in guten Beziehungen mit diesen ausländischen Clubs zu stehen. Aber man wird ohne weiteres einsehen, dass diese,.sich nicht aussehliesslich für ein^ fremde Propaganda exponieren können, be,, sonders heute ; in der Zeit'der nationalen Be* strebungen nicht. Zum andern kritisiert der Einsender auch die Auswahl der Zeitungen. Hier sei Vor allem, auf das Grundsätzliche .der Automobil-. Propaganda der Verkehrszentrale verwiesen: sie will nämlich nicht etwa nur die Clubmitglieder erreichen, sondern auch die. vielen Outsider, die keiner solchen Vereinigung, angehören. Solche gibt es viel mehr als man nämlich annjmmt, das beweist die zunehmende Zähl der provisorischen••. Eintrittskar- waren Recht und Unrecht, Gut und Böse? Das Starke hat Recht! Seine Brust -weitete sich. Mit den Wogen hob sich sein Mut und trotziger Sinn. Wiedurfte er an sich zweifeln und an seinem guten Recht! Zweifel lähmt den stärksten Arm. Aber sein Werk sollte doch erst beginnen! Wohlan: er wollte seiner Tat gewachsen sein, er musste es! Halb durchnässt schritt er den zitternden Landungssteg zurück, ohne einer der über^ das Geländer klatschenden Spritzwellen auszu weichen. . . . ftUTt>lttöBMEVÜk ten. Clubmitglieder beschaffen sich doch triptyks, die ja für mehrere Länder gültig sind. Die vielen Outsider sollen also auch bearbeitet werden, .die nicht durch Publikationen von Automobilclubs erreicht werden. Dies ist natürlich bei der Auswahl der Zeitungen wesentlich mitbestimmend. Des weiteren ist auch sicher, dass die Verkehrszentrale die Auswahl der Zeitungen nicht planlos «vornimmt. Im Gegenteil, sie" zieht sogar bei 4en Konsulaten der-Schweiz im Ausland eingehende Erkundigungen, darüber ein, in welchen Zeitungen inseriert werden soll und die •eingehenden Auskünfte sind dann für die Auswahl der Zeitungen wegleitend. Es ist doch anzunehmen, dass die Konsulate und Handelskammern irrt Auslande am besten wissen, welche Zeitungen für eine solche Propaganda geeignet sind. - Es steht also fest,- dass die Auswahl der Publikat-onsqrgiane auf Grund sorgfältiger Auskünfte und Erwägungen erfolgt. Dass die von der Verkehrszentrale durchgeführte Automobil-Propaganda allgemein Anklang findet, beweist die Beteiligung an der diesjährigen Kampagne, welche eine derartige ist, dass der Tnsertionsplan im vollem Umfange durchgeführt werden kann, während^die' allgemeine "Kollektivreklame für die Fremdenwerbung ,der Schweiz im Ausland lange 'keine derartige Beteiligung erfahren hat. Auf Grund der Umfragen >bei den Interessenten hat -' sich < ferner auch ergeben, dass. lallgemein die Einbeziehung Englands in diese Kollektivreklame :m'cht gewünscht wird. Hätte sich hiefijr starkes Interesse gezeigt, so wäre von der .Verkehrszenträle England selbstverständlich auch in dieTKoIIektivwerfyung einbezogen-.worden. Die Ausführungen des Einsenders in- No. 44 sind unbedingt gut .gemeint, sie zeugen vom festen Willen,, zur Förderurig der Aütomobilreise-Propagandä beizutragen. Dabei darf mattiaber unbedingt nicht die fielen Schwierigkeiten übersehen und ebenso wenig die Tatsache, dass in Anbetracht der Verhältnisse Mögliches getan wird, die Verkehrszentrale aber wiederum gewissen (bekannten) Widerständen gegenübersteht. -u.- Schweizerische Rundschau Gegen das Verkehrsabkommen zwischen Bahn und Auto hat, sich vergangenen Sonntag'die :Berner';Delegäertenversa.jnmlpig des äcbw,:&iz§risc:hen::'Fuhrhalter-, Pierdebesitzer- ,u,n.ii: .Spediteurenverbandes ausgesprochen. ^}e*',Befiändlun'g des Träktandums rief eine "Reihe von Diskussionsredner auf den Plan, welche sich durchwegs gegen die völlige Freigabe des Werkverkehrs und die Einbeziehung der bisher freien gewerbsmässigen Autotransportunternehmungen in die vorgesehene Genossenschaft aussprachen. Die Delegiertenversammlün£ • beschloss daher, das Übereinkommen wie auch den Gesetzeserrtwurf., abzulehnen und erteilte dem Zenitralvorstnd den -Auftrag, mildem eidg. Ei 'Settftähndepartenient und der Generaldirektion der S.B.B, neue Unterhandlungen aufzunehmen. Wie uns mitgeteilt wird, war dieser Verband an den Verhandlungen zwischen Eisenbahn- und Automobilinteressenten, welche zu dem bekannten Abkommen geführt haben, nicht vertreten, doch sei er seinerzeit ^aufgefordert- worden, seine Delegierten hiezu abzuordnen. Die Ratifikation des Abkommens scheint sich demnach nicht so rasch und reibungslos zu gestalten, wir ursprünglich angenommen würde. z. 24. Eine Erkältung, die er sich ättfdenr Heimweg in den nassen Kleidern zugezogen, bestärkte ihn in dem Entschluss, nicht als Zeuge bei der neuen Voruntersuchung zu erscheinen. Er telegraphierte an den Uhtersuctiungsrich-r ter, der jetzt den Fall Nollet bearbeitete, dass er wegen Erkrankung nicht reisen könne. Bei der kommissarischen Vernehmung in, Doberan wiederholte er seine frühere Aussage Beschwören könne er seine damalige Wahrnehmung nicht. Zu seinem' nicht geringen Staunen erfuhr er aus einem Brief des Sievers, dass die Ueberrumpelung der Dvoraks und des jungen Steinitz im weiteren Verfolg der Angelegen* heit missglückt war. Man hatte weder den Ring noch sonst ein Corpus delicti gefunden, trotzdem, man Haus, Hof und Garten auf das sorgfältigste durchsucht und selbst an der Priebenower Grenze mehrere Stellen, an denen frisch gegraben zu sein schien, aufgebuddelt hatte. Es blieb nur die Behauptung des Doktor Sievers, dass vom Mord Nollets gesprochen worden sei, was jene drei natürlichentschieden bestritten. Immerhin genügte die eidbereite Aussage; des < Detektivs, die ^Untersuchung auf diesem; "Wege weiterzuführen und die drei in Haft zu behalten. . Georg schüttelte sich unwillkürlich, als er den Brief gelesen hatte. Was ging ihn dieser verdammte Fall Nollet an! Weg damit! Doch versäumte., er nicht, alle Schriftstücke, die sich darauf bezogen, in eine besondere Mappe zu legen.. Ueberhaupt,brachte er jetzt Ordnung in seine Papiere. Er vereinfachte seine ganze .Geldwirtschaft .und bereitete im übrigen alles vor, sein Vermögen, das sich auf annähernd drei Millionen belief, zur Verwirklichung seiner grossen sozialpolitischen Idee bereitzuhalten»! Freilich waren-diese Ideen im einzelnen vorläufig nichts weniger als reif; Aber ihre Ausführung stand für ihn fest. Für jandere,, nicht für jnich; wiederholte er sich dabei oftj um ein Gefühl der Trauer, das dem Gespenst der Reue so ähnlich war wie er Seinem* Bruder, tti verscheuchen. Von einer Münchener Bank 'hätte er die Abschrift 'folgenden Briefes erhalten, den diese in seinem Auftrag geschrieben hatte: I «Herrn Ingenieur Wermstedt, München. Im Auftrag des Herrn Artur Laurisch, zurzeit Berlin, teilen wir Ihnen mit, dass Herr Laurisch.,..sich zu einer formell verjährten Schuld; seines verstorbenen ;Vaters an Ihren Herrn Vater beziehungsweise dessen Erben in Höhe von zechzehntausend Mark nebst den Zur Arbeitszeitregelung für Chauffeure. Die kleine Anfrage von Nationalrat Pfister, ob der Bundesrat in der Lage sei, in absehbarer Zeit den Entwurf für einen Bundesratsbeschluss betreffend Regelung der Arbeitszeit der berufomässigen Chauffeure gemäss Art. 17 des Automobilgesetzes, vorzulegen, würde von diesem wie folgt beant^ wortet : Zur Vorbereitung des BundesratsbeseMuss«s über die Ruhezeit und die Arbeits- und Präsenzzeit der berufsmässigen Motorfahrzeugführer im. Sinne von Art. 17 des Bundesgesetzes über den Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr haben, da es sich um einen, freilich einen besondern Chajak-» ter-aufweisenden Ausschnitt aus dem Arbeitszeitgesetz handelt, zwischen dem Justiz- und Polizei-, departement und dem Volkswirtschaftsdepartement umfangreiche Verhandlungen stattgefunden, die zu verschiedenen Zwischen-Entwürfen geführt haben. Die .Vorarbeiten haben ziemlich viel Zeit ia-»Anspruch genommen. .Gleichzeitig mussten zur Durch-., führung des Automobilgesetzes andere dringende Fragen, insbesondere solche technischer Natur, abgeklärt werden. Zudem wurde es als zweekmässig erachtet, noch den voraussichtlichen Ausgang der Verhandlungen zwischen den Bahnen und und den Automobilinteressenten abzuwarten, von dem angenommen werden durfte, dass er auf die gegenwärtigen Beziehungen der Interessenten abklärend wirken und ©ine ruhigere Atmosphäre schaffen werde. Die Expertenkommission, in der alle Interessentenkreise gebührend vertreten sein sollen, wird Ende Juli zusammentreten und es besteht die .Absicht, die Vorordnung so frühzeitig zu erlassen, dass sie den eidgenössischen Räten voraussichtlich ia der Septembersession vorgelegt werden kann, 1933 — N°53 Man warnt vor der Schweiz! Im Organ des. A.D.A.C, einem deutschen Spitzenverband der Automobilisten, erschien eine Warnung in welcher mitgeteilt wurde, dass kürzlich einem Mitglied dieses Clubs bei der Durchfahrt durch Zürioh auf dem Löwenplatz von einem Radfahrer der schwarzweiss-rote Wimpel mit Gewalt vom Wagen abgerissen worden sei. Bekanntlich kam es in letzter Zeit verschiedentlich zu derart unüberlegten Handlungen, wobei es die ordnungswidrigen Elemente "besonders auf die Hakenkreuz-Fähnchen abgesehen hatten. Anlässlich der Hauptversammlung des Bodensee-Verkehrsvereins wurde bereits auf diese unerfreulichen Folgeerscheinungen der gegenwärtigen politischen Spannung verwiesen. Man gab schweizerischerseits der Hoffnung Ausdruck, dass die in deutschen Blät-i tern verschiedentlich angedeuteten Boykott* androhungen gegen die Schweiz als Fremdenverkehrsgebiet aufhören möchten. Deutsche Vertreter wiesen daraufhin, dass diesem Drohungen auf wiederholte Belästigungendeutscher Automobilisten in der Schweiz, zurückzuführen seien. Man war allgemein der Auffassung, dass möglichst alles zu vermeiden, sei, was irgendwie zu einer Provokation Veranlassung geben könnte, dass man aber anderseits im gegenseitigen Interesse und gutem Einvernehmen, die politische To« leranz achten und wahren solle, indem gerade das Bodenseegebiet, an welches fünf Länder stossen, auf eine gegenseitige Unterstützung zur Belebung der Wirtschaft ange«. wiesen sei. Wenn wir trotz allen Interessenam Fremdenverkehr auch keine politischen- Bücklinge zu machen brauchen, so sollte, doch die Gastfreundschaft, welche bisher der Schweiz nachgerühmt wurde, von allen Seiten so respektiert werden, dass sich ausländische Verbände nicht zu Warnungen, wie sie oben widergegeben wurden, veranlasst sehen. Hoffentlich zeigen auch die Behörden eine genügend starke Hand, um solchem Unfug, wie er sich in Zürich ereignete, den Riegel zu stossen. ß. Zinsen seit 1912 bekannt hat. Herr Laurisch hat diese Summe an uns "überwiesen, und wir bitten Sie, veranlassen zu wollen, dass die legitimen Erben darüber verfügen.» Am folgenden Tage schon war Otto Wermstedt auf der Bank gewesen, hätte sich als alleinigen Erben seines Vaters ausgewiesen und die Summe auf ein eigenes, hiermit angelegtes Kontp überschreiben lassen. ; Inzwischen waren vierzehn Tage vergangen. Georg hatte seit seinem Besuch nichtsvon ihm und auch nichts von Käthe und ihrer Tochter gehört. Er schrieb jetzt einen kurzen launigen Brief an Wermstedt, in dem er sich nach seinem Befinden und seinen Erfindungen erkundigte. Was er Fräulein Anni gegenüber einmal geäussert, hielte er vollkommen aufrecht: er wäre gern bereit, eine durch-, führbare Erfindung von ihm ZK finanzieren. 'Und was er ihm in der «Post» über den Einfluss des «Ungeheuers» gesagt, werde er auch in nüchternem Zustand aufrecht erhäl-' ten; Auf diesen Brief hatte er niemals eine Äht-^ wort erhalten. "' Inzwischen- schlug das Wetter um. Das; Quecksilber war in der letzten Nacht schon -auf zwei Grad unter. Null gefallen. Den gan-. zen Vormittag hatte andauernder Schneefall-, die Welt mit weissen Gardinen verhängt*, aber anv nächsten Vormittag lachte und blitzte, die Sonne auf endlosen Linnenglanz^ (Fortsetzung folgt.)

55 — 1933 Sportnachrichten Der 24-Stunden-Kampf von Le Mans Das elfte 24-Stunden-Rennen vonLeMans, die zweite internationale Veranstaltung auf französischem Boden, ist, ganz im Gegenteil zu dem enttäuschenden Grossen Preis von Frankreich, zu einem grossartigen Erfolg geworden. Einmal mehr wurde am Samstag und Sonntag bewiesen, dass dieses klassische Rennen zu den bedeutendsten Anlässen der ganzen Saison gehört. Die 24 Stunden von Le Mans halten den Vergleich mit der Mille Miglia, bei der ebenfalls die Ausdauer der Sportwagen mit der Geschwindigkeit kombiniert ist, in jeder Beziehung aus. Die Notwendigkeit zur Schaffung dieses Rennens entstand aus dem immer grösser gewordewar vor allem, wie er noch im Schlusskampf mit seinem halbdefekten Alfa Romeo den gefährlichen Chinetti schlug. Sommer hat seinen Sieg am letztjährigen 24-Stunden- Rennen am Sonntag erneuert, dies spricht genügend für die Qualitäten dieses energischen, klugen Fahrers. Sein Equipengenosse vom letzten Jahre, Chinetti, der sich mit Sommer in den Sieg teilte, wurde dieses Jahr Zweiter, nach einem Rennen, in dem er stets zusammen mit Varent in vorderster Linie gelegen war. Chiron befindet sich gegenwärtig in ganz grosser Form, dies bewies er schon beim Grossen Preis von Frankreich, und nun erneut auch wieder in Le Mans. r ATrmMrmTT_PFvrTi* * Die Sieger-Mannschaft Nuvolari-Sommer auf Alfa Romeo am Ziel. nen Unterschied zwischen den serienmässig hergestellten Wagen und den Rennmaschinen, wie er sich zwangsläufig durch die freie Formel ergeben musste. Die Veranstaltung von Le Mans bleibt jedes Jahr für serienmässig hergestellte Sportwagen reserviert, sie hat deshalb für das kaufende Publikum einen ganz ausserordentlichen Wert. Die Organisatoren, der äusserst verdienstvolle Automobil-Club de l'Ouest de la France, stellten für das Rennen eine Formel auf, die an Härte in der ganzen Welt nicht übertreffen wird. Das allerkleinste Versagen des Wagens genügt, um unrettbar auszufallen. So wird beispielsweise eine vollständige Sportwagenkarosserie verlangt, mit Windschutzscheiben, Kotflügeln und einer vollständigen Beleuchtungsanlage für die Nacht. Die Ingangsetzung des Motors nach jedem Halt darf nur durch den Anlasser geschehen. Nur alle 350 km können die Wagen behn Ziel Benzin, Wasser oder Oel aufnehmen. Eine leere Batterie, eine nicht völlig funktionierende Beleuchtung oder die Brennstoff auf nähme vor dem 350sten Kilometer zwingen unwiderruflich zur Aufgabe. Die Wagen, die dieses unerhört strenge Rennen erfolgreich durchgehalten haben, erbrachten jedenfalls einen Beweis ihrer bewunderungswürdigen Leistungsfähigkeit. Der grosse Sieger bei diesem 24-Stunden-Rennen blieb auch diesmal wieder Alfa Romeo. Die Siegerwagen kreisten während den 24 Stunten ununterbrochen mit einem Stundenmittel von 131 km. Auf der Geraden kamen die Maschinen bis an die 200-km-Marge heran ! Für die italienische Firma stellt dieser Erfolg ein unvergleichlicher Triumph dar, der unbedingt anerkannt werden muss. Anspruch auf besonderes Lob hat auch die englische Firma Riley. Die Mannschaft Van der Becke-Peacock fuhr einen kleinen Riley mit dem Zylinderinhalt von bloss 1091- ccm; während den 24 Stunden des Rennens hielt dieser Wagen ohne jeden Defekt, mit einem Stundenmittel von rund 107 km durch. Der Wagen schlug damit alle Konkurrenten seiner Klasse und wurde Vierter im Gesamtklassement. Erwähnung verdient auch noch der kleine M. G. von Ford-Baumer mit dem Zylinderinhalt von 745 ccm, der das ganze Rennen ebenfalls mitmachte und als Sechster im Klassement 2385 km hinter sich brachte. Die Sieger des 24-Stunden-Rennens von Le Mans, Nuvolari und Sommer, die beide zum vorneherein die Favoriten dieser Veranstaltung waren, verdienten ihren Triumph ohne Zweifel. Sie mussten aber buchstäblich bis zur letzten Sekunde ein verzweifeltes Ringen um den Enderfolg führen. Einige hundert Meter vor dem Ziel entschied sich erst dieses 24-Stunden-Rennen, eine Tatsache, die zur Genüge auf die unvergleichliche Dramatik des Kampfes hinweisen dürfte. Nuvolari zeigte in Le Mans seine gewohnte Tili*r1i9