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E_1933_Zeitung_Nr.054

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AKTUELLES < Ein verheissungsvoller Saison-Anfang.» Die «Bündner Post» schreibt in einem Bericht über den Pfingstverkehr, dass der Automobilbesuch Dimensionen annahm, wie man sie dort noch nie erlebt habe. Auffallend rege sei der Verkehr nach dem Tessin, via Bernhardin, und umgekehrt vom Tessin ins Bündnerland, gewesen. Zeitweise sei ein Auto dem andern in der bekannten Viamala- Schlucht gefolgt. Auch der Verkehr der Gesellschaftswagen habe eingesetzt, und In den Gaststätten sei über die beiden Festtage Hochbetrieb gewesen. Die Sommersaison habe, so schiiesst der Bericht, einen verheissuragsvollen Anfang genommen. Man'IM" also in Graubünden, unmittelbar nach Inkrafttreten der neuen Verkehrsverordnung, die verkehrsfördernden (Folgen einer etwas freizügigeren Verkehrspolitik verspürt und scheint darob Techt zufrieden zu sein. Es wäre interessant gewesen zu erfahren, woher alle die Fahrzeuge stammten, welche ^über die Pfingsttage dem Kanton Graubünden einen Besuch abstatteten. Aller Voraussicht nach handelt es sich um inländische Automobilisten und -Reisegesellschaften. So erfreulich es ist, wenn schweizerische Reiselustige zuerst das Inland gründlich kennenlernen wollen, bevor sie sich weitere Reiseziele stecken und sich daraus ein recht ansehnlicher Verkehr ergibt, so darf doch nicht ^ßejsehen werden, dass die Einheimischeti^lJ'ein nie genügen können, um den mit dem" ,^emdenverkehr zusammenhängenden GeTverJpen auch nur den notwendigsten Mindesfumsatz zu ermöglichen. Wir sind in grqssetn^Masse auf den Besuch aus dem Auslajjd »"angewiesen, und diese Erkenntnis sollte doch dazu führen, dass alles unternommen wird, die ausländischen Gäste nicht nur pä^- der Schweiz zu bringen, sondern ihnen 4H^n den Aufenthalt in unserem Land so. angenehm wie möglich zu gestalten. Ob dies angesichts der heute in einzelnen Kantonen immer noch bestehenden Verkehrsbeschränkungen der Fall ist, darf füglich bezweifelt werden, und wie wenig Lob wir mit diesen Vorschriften ernten, geht mit aller Deutlichkeit aus einer Zuschrift eines deutschbphmischen Automobil-Clubs an die Schweiz. Verkehrszentrale hervor. Der Kräftfahrer-Club von Reichetiberg, welcher in einer Irfteressenigerheinschaft mit zahlreitheri " arideren angesehenen tschechischen Clubs .steht, veranstaltete mit etwa 45 Teilnehmern eine Rivierafahrt. Im Interesse einer programmässigen Abwicklung der Reise hatte sich die Schweiz. Verkehrszentrale bei den zuständigen bündnerischen Behörden eingesetzt, um für diese Gesellschaft die Erlaubnis für die Durchfahrt von St. Moritz nach Martinsbruck zu erlangen, welche die Voraussetzung für die Führung der Reise durch die Schweiz war. Diese Bewilligung wurde nicht erteilt und so wählte die Gesellschäffc-kurzerhahd den zwar etwas weiteren Weg dufcli Italien. In einer Zuschrift an die Verkehrszentrale nach beendigter Fahrt schreibt der Club folgendes: «•Wrijr Ranken vielmals für Ihre Zuschrift und teilen wir Ihnen mit, dass wir unsere Reise gut beendet haben. Wir hatten 45 Teilnehmer, und eifld ganz iprogrammässig gefahren. Nur von St. Moritz an mussten wir eine aniäere Stt&ke wählen, um den mittelalterlichen Voreehriften des Kantons Graubünden zu genügen. «Ein paar Tage nur. Heutzutage sind die Aerzte ja so geschickt — du weisst ja, wie schnell es bei deiner Augenoperation ging. Und ein Auge-ist doch noch viel empfindlicher als meine Haxen.» In diesem Augenblick meldete der Diener HerniPlath. «Ich lasse den Herrn in mein Zimmer bitten.» «Ich erwarte heute einen Anruf aus Berlin,» sagte er zu der Sekretärin durch die Türspalte ihres Büros, «stellen Sie bitte nicht um, sondern lasseh Sie mich rufen!» Herr Plath war ein staatlicher Vierziger. Georg erkannte ihn sogleich wieder, obwohl er sich ein wenig verändert hatte. Einem leichten Schlackern seiner im übrigen anständigen Kleidung nach, musste er in letzter Zeit etwas magerer geworden sein. Aber unverändert waren der wiegende Gang, die herabhängenden Schultern, das ölige Gesicht, die stete Unruhe und eine Menge überflüssiger Bewegungen. Seine hellgrauen, .beweglichen Augen hatten etwas Abschätzendes, als taxierten sie alles auf seinen Wert. Dann wieder flackerte es darin schwärmerisch auf, und er machte den Eindruck eines geschäftlichen Phantasten. Kaugummi hielt seine Gesichtsmuskeln in steter Bewegung. «Guten Tag, Richard,» sagte er hereintretend und streckte ihm von weitem schon seine Rechte entgegen, von der er vorher den Handschuh gestreift hatte. «Wie geht es dir — oder muss ich Ihnen sagen? Wir sind ja. alte Schulkameraden!» «Gewiss, wie geht es. dir?» *Na, so lila,» erwiderte Plath und rückte Wir veranstalten jedes Jahr einige Reisen und haben seitens unserer Mitglieder auch, immer Zuspruch. Ob wir aber noch einmal den Weg durch die Schweiz wählen werden, müssen wir uns gut überlegen. Denn man kann sich ja der schweren Gefahr aussetzen, hohe Strafen bezahlen su. müsen. Schade, dass gerade die Schweiz, die doch eigentlich ein ausgesprochenes Land für Fremdenindustrie ist, derartige Miassnahmen trifft, welche den Reiseverkehr .so erschweren. Wir danken nochmals für Ihre Intervention und sind überzeugt, dass -gerade Sie unsere Auf* fassung teilen, dass derartige Vorschriften' den Fremdenverkehr nicht fördern können. » Angesichts der wirtschaftlichen und 'politischen Spannungen, welche um unser Land herrschen und zum Teil die Schweiz in Mitleidenschaft ziehen, ist der Fremdenverkehr äusserst empfindlich und die Reisenden in der Wahl ihrer Routen sehr zurückhaltend und vorsichtig. Wir können es uns daher weniger denn je leisten, ausländisch© Clubs, welche uns besuchen wollen, vor den Kopf zu stossen oder ihnen Veranlassung zu geben, gegen die Schweiz als Reiseland zu agitieren. Wenn schon der Bund, trotz seiner kritischen Finanzlage, bereit ist, für den Fremdenverkehr aussergewöhnliche Opfer zu bringen, indem er den Bahnen während der Sommersaison eine Ermässigung der Fahrpreise um 30% ermöglicht, dann scheint es um so weniger angebracht, den fremden Automobilisten zu brüskieren, dessen Besuch uns schliesslich keine direkten Ausgaben verursacht, sondern nur zur Hebung der Wirtschaft beitragen kann. Uns deucht, dass unter solchen Umständen, der Saisonanfang leider nicht halb so verheissungsvoll ist, wie er tatsächlich sein könnte. ß Aus d«~n B 'd«> Wagenverkehr auf Bergpoststrassen. Der zum Teil ungenügende Ausbau unserer Bergstrassen zwingt immer noch dazu, gewisse Ausnahme-Bestimmungen für das Befahren derselben aufzustellen. So sehr solche Ausnahmebestimmungen auch immer unierwünscht sind, lassen sie sich auf unsern Bergstrassen doch nicht umgehen. Besonders jetzt, da in den Sommermonaten ein ausserordentlich dichter Automobilverkehr über unsere sämtlichen Bergstrassen geht» sind einige einschränkende Bestimmungen so lange am Platze, bis einmal auch unseye Alpenstrassen samt und sonders erstklassig ausgebaut sind. Vor allem der Postautomobilverkehr mit den grossen Car Alpins deV eidg. Postverwaltung verlangt einige einschränkende Bestimmungen. Bedeutende Aenderungen gegenüber früher sind nicht eingetreten und es. weichen wie bisher auf den bedeutenderen Passstrassen nur noch auf der Grimsel-Südseite. dann der Furkastrasse zwischen Gletsch und Reälp und der Lukmanierstrasse zwischen Disentis und Ölivone, die Postautomobile bergwärts aus. Dazu kommen noch einige kleinere Bergstrassen in den Kantonen Wallis, Bern, Tessin und Graubünden. Der Bundesratsbeschluss über den Wagenverkehr auf Bergpoststrassen vom 9. Juni 1933 hat folgenden Wortlaut; Der schweizerische Bundesrat, gestützt auf Art. 36 der Bundesverfassung, in Anwendung von Art. 3, Abs. 3, und Art. 61, Abs. 2, des Bundesgesetzes vom 2. Oktober 1924 betreffend den Postverkehr, und in Ergänzung des Art. 62 der Vollziehungsverordnung vom 25. Novem- ÄUTOMöBIL-REVUE 1933 -N« 54 ber 1932 zum Bundesgesetz vom 15. März 1932 über den Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr, beschliesst: I. Fahrvorschriften für alle Bergpoststrassen. Art. 1. 1 Einem vorfahrenden Motorfahrzeug sowie einem schweren Fuhrwerk weicht der Postwagen immer bergseits aus. Bei Begegnungen an gefährlichen- Stellen hat das andere Fahrzeug auf Verlangen des Postführers bis zu einer für die Kreuzung geeigneten Stelle • 3 rückwärts zu fahren. 1 Auf Bergpoststrecken, die von regelmässigen Posfkursen befahren werden, dürfen die Postwagen 'Anhänger zur Beförderung von Postsachen usw. mitführen. II. Fahrvorschriften für besonders schwierige Bergpoststrassen. Art. 2. 1 Das Post- und Eisenbahndepartement ist ermächtigt, für schwierige Strassenverhältnisse vorzuschreiben: ;. a) dass die Postwagen auch bei Kreuzungen nach der Bergseite ausweichen; • b) dass während der Postverkehrszeiten nur in einer Richtung gefahren werden darf. 8 Fahrzeuge, die auf einer Einbahnstrasse in verbotener Richtung fahren, haben den Postwagen bei Kreuzungen die Bergseite einzuräumen. 3 Auf Strecken, wo das Bergseitsausweichen der Postwagen auch für Kreuzungen vorgeschrieben ist, dürfen Gesellschaftswagen und Lastwagen sowie schwere Fuhrwerke mit den Personenfahrten der Post nur auf den besondern Ausweichstellen und ^strecken kreuzen. * In allen Fällen, wo für, die Kreuzung das Bergseitsausweichen der Postwagen vorgeschrieben ist, darf der Postführer auf der äussßrn Seite vorbeifahren, wenn sich das andere Fahrzeug bergseits so aufgestellt hat, dass die Fahrbahn der Strasse für sicheres Befahren mit dem Postwagen genügend frei bleibt. III. Erkennungsmerkmal der Postwagen. Art 3. 1 Die Postautomobile zeigen vorn ein gelbes Nummernschild und eine Scheibe mit gelbem Posthorn auf schwarzem Grund; hinten ein Kontrollschild mit dem eidgenössischen Wappen sowie dem Buchstaben P und der Wagennummer schwarz auf gelbem Grund. s Folgen dem ersten Automobil eines Pdstkurses noch Beiwagen, so zeigt jedes Postauto, dem ein weiteres folgt, vorn neben dem Motor eine rote Scheibe mit weissem Diagonalstrich. 3 Die Postautomobile verwenden ein Dreiklanghorn. Mehrklanghörner dürfen auf Bergpoststrassen nur von Postautomobilen verwendet werden. IV. Kennzeichnung der Bergpoststrassen. Art. 4. , : * Das Post- und Eisenbahndepartement bezeichnet die Bergpoststrassen im allgemeinen gemäss Art. 1 und im besondern gemäss Art. 2. 1 Die gewöhnlichen Bergstrassen (Art. 1) sind aß beiden Enden durch eine schwarze Scheibe mit gelbem Rand und gelbem Posthorn auf der Vorderseite, mit gelbem Rand, gelbem Posthorn und gelbem Querbalken auf der Rückseite kenntlich gemacht. !.' Auf der Vorderseite unnötigerweise an dem ihm angebotenen Sessel, bevor er sich setzte. Dabei musterte er erstaunt Gesicht und Gestalt Georgs.» Du siehst ja brillant aus. Es ist jetzt wohl bald ein Viertelsäkulum her, dass wir uns nicht gesehen haben. Uebrigens siehst du deinem Bruder Georg fabelhaft ähnlich. Noch mehr als früher. Nur bist du ein ganz Teil dicker als er.» -•-_ • ;- «Du hast Georg drüben gesehen?» «Gesehen? Wir haben monatelang hinter einem Zaun gelebt. Ich meine Drahtzaün,» lachte er. «Interniert! Sage mal: Ist Georg denn noch nicht hier gewesen?» «Nein! Georg hier? Unmöglich. Ich wenigstens weiss von ihm nichts!» «Sonderbar! Hm, das ist wirklich merkwürdig. Sage mal, Richard,» er blickte ihn treuherzig zwinkernd an und dämpfte seine Stimme zu vertraulichem Ton, «wie steht ihr euch denn eigentlich?» «Gott, wie sollen wir uns stehen? Wir sehen uns ja gar nicht. Seit einem Viertelsäkulum, wie du sagst —» «Habt ihr euch denn gar nicht geschrieben?» «Wenig. Da kam dann der Krieg, na, da hörte die Korrespondenz auf.» «Und seitdem hast du gar nichts mehr von ihm gehört?» «Wenig.» «Er wird doch deine Adresse wissen?» «Sicher. > «Die hat sich ja freilich verändert. Ich war zuerst auch auf Schloss Priebenow. Man sagte mir, du hättest ganz plötzlich verkauft und wärst auf Reisen. Aber durch Zufall erfuhr ich dann deine hiesige Wohnung. Uebrigens- war das ganz ulkig, dieser Zufall, davon muss ich dir später mal erzählen. Es betrifft eine Dame. Ja, aber um auf Georg zu kommen, so muss er meiner Meinung nach jetzt in Deutschland sein.» «Nicht möglich!» «Ich sage dir, er" muss hier sein! Das ist mir ganz schleierhaft!» Er dachte" einen Augenblick nach und neigte sich dann zu Georg vor: «Sag mal, Richard, ihr wart ja doch immer ein bisschen sozusagen feindliche Brüder?» «Aber durchaus nicht!» «So hast du nichts gegen Georg?» «Im Gegenteil, ich darf wohl sagen, ich liebe ihn wie mich selber!» «Donnerwetter, das ist viel! Hm!» Er drehte nachdenklich einen Ring mit einem winzigen Brillanten am kleinen Finger. «Weisst du — ich glaube aber — ich muss es,dir frei heraus sagen — ich glaube Georg hat was gegen dich !•» «Das kann ich mir gar nicht vorstellen!» sagte Georg mit einem Ausdruck der Verwunderung, während er bei sich dachte : «Du scheinst ja ein netter Halunke zu sein, alter Schulkamerad!» «Oh, du ahnungsloser Engel,» lachte Plath, «da könnte ich dir manches erzählen. Georg und ich haben ja oft über dich gesprochen!» : «Allem Anschein nach nicht sehr Günstiges?» «Was. mich betrifft, doch! Du und ich, wir waren ja.immer gut Freund—» «Waren wir das? Wir haben eigentlich, soviel ich mich erinnere, wenig miteinander • Di« schwierigen Strecken dieser Strassen. (Art. 2), wo die Postwagen auch bei Kreuzungen bergseits auszuweichen haben, sind an beiden. Enden durch eine schwarze Scheibe mit gelbem Rand und gelbem Posthorn auf der Vorderseite, und. durch eine schwarze Scheibe mit gelbem Rand auf der Rückseite, kenntlich gemacht. Unter der Scheibe ist eine rechteckige weisse Aufklärungstafel mit schwarzer Aufschrift angebracht. Auf der Vorderseite Postautomobile kreuzen bercMK* Auf der Rückseite Ende des Bergseits-Kreuzen« Wo das Ende des Bergseitskreuzens mit den Ende der Bergpoststrasse zusammenfällt, ist du schwarze Scheibe mit gelbem Rand, gelbem Posthorn und gelbem Querbalken sowie die rechteckige weisse Aufklärungstafel «Ende des Bergs'eits-Kreuzens» aufgemacht. 4 Die Strecken, wo während der Postverkehrszeiten nur in einer Richtung gefahren werden darf, sind an beiden Enden durch die in Absatz 3 hiervor bezeichneten Signalscheiben gekennzeichnet, unter denen Tafeln mit Angabe der Verkehrszeiten angebracht sind. Au s f ü h r ungsbes t immun g en des Post- und Eisenba hndepaxtemente zu Art. 4, Abs. 2. Als Bergpoststrassen werden folgende Strassenzüge bezeichnet: Wallis: Champex - Les Valettes, Som-la-Proz - Champex, Lourtier - Fionnav, Orsieres - Grand St- Bernard, Sion - Les Agettes - Les Mayens de Sion, Sion - Les Hauderes, Sierre - Ayer, Vissoie - St- Luc, Vissoie - Grimentz, Brig Gondo - Landesgrenze (Simplon); , Wallis und Bern: Gletsch - Meiringen (Grimsel); Bern: Reichenbach - Kiental, Brünig - Reuti,' Innertkirchen - Gadmen; Wallis und Uri: Gletsch - Andermatt (Furka); Unterwaiden: Kerns - Melchthal; Uri und Glarus: Altdorf - Linthal (Klausen); Uri und Tessin: Hospenthal - Airolo (St. Gatthard); Tessin: Morbio Siiporiore - Muggio. Castel S. Pietro - Gasima, Meride - Serpiano, Maroggia - Arogno, Paradiso - GarOna, Paradiso - Agra, Lugano - Breganzona - Muzzano, Crocifisso - Comano, Magliaso - Astano, Vezia - Tesserete - Bidogno, Tesserete - Maglio - Bog.no, Magadino - Indemini, Contra - Mergoscia, Gavigliano - Spruga, Russo - Gressö, Cevio - Bosco, Peccia - Fusio, Gordola - Sonogno, Locarno - S. Bernardo, Bironico - Isone, Guibiasco - Carena, Lavorgo - Sobrio; Faido - Osco; Tessin und Graubünden: Acquarossa - Disentis (Lukmanier); Graubünden: Reichenau - Flims - Ilane-Vale, Ilanz- Vrin, Ilanz - Obersaxen, Tavanasa - Brigels, Waltensburg - Andest, Versam - Safien Platz - Thalkirch, Ada - Tenna. Chur - Tiefencastel (Lenzerheide), Araschger Rank - Tschiertschen, Seewis - Valzeina, Küblis - St. Antönien, Rothenbrunnen - (Schluss Seite 11.) verkehrt. Aber immerhin, wir sind ja Schulkameraden. Jedenfalls danke ich dir, dass du, wie ich nach deinen Worten wohl annehmen darf, für mich eingetreten bist!» ,. «Aber das ist ja doch selbstverständlich, Richard, Ehrensache!» «Was hatte denn Georg gegen mich?» Herr Plath streckte den Kopf vor, zum Zeichen der Wichtigkeit seiner Mitteilung, und sagte in halbem Flüsterton mit bedeutsamer Miene: «Er gibt dir doch die ganze Schuld, dass er hat nach drüben müssen und das es ihm zwanzig Jahre dreckig gegangen ist und so —» Georg zog unwillkürlich die Nägel in die Handballen. Aber mit ruhiger Stimme fragte er: «Hat er das zu dir gesagt?» «Freilich! Ich tat ja mein'Möglichstes,ihm das auszureden. Aber er blieb dabei!» Georg fühlte jezt, wie ihm das Blut in die Stirn stieg. Er befürchtete einen Ausbruch seines Jähzornes und stand plötzlich mit einem Ruck auf. Verwundert, beinahe erschrocken, blickte Plath ihn an. «Entschuldige,» das Wort kam etwas rauh heraus, aber sogleich hatte er seine Stimme wieder in der Gewalt, «mir fiel eben ein: da sitzen wir beide — zwei alte Schulkämeraden bei solchem Wiedersehen trocken! Das ist ja unerhört!» Er ging zur Klingel und drückte auf den" Knopf. «Trinkst du lieber weiss oder rot? Nachdem er dem eintretenden Diener die entsprechende Bestellung gemacht, nahm er seinen Platz wieder ein.

NO 54 - 1933 Zündung hatte nun mal ihre Tücken und so kam er. um seine Chance. Dafür konnte Blattzeit ebenfalls keinerlei Illusion hin. Defekte, die nun einmal zum täglichen Brot des Rennfahrers gehören, blieben auch nicht aus. So erlitt Schneider Kupplungsdefekt, der über Nacht nicht mehr vollständig behoben werden konnte. Er erschien zwar am Start, gab aber dort endgültig auf, da keinerlei Aussicht bestand, die Strecke in einer irgendwie anwsftfihmbaren Zeit hinter sich zu bringen. Jüholten scheint sein Debüt auf Bugatti mit ^allerlei Enttäuschungen bezahlen zu müssen. Kaum, dass er einige Male in flotter Fahrt trainiert hatte, wurde der Wagen durch Pleuelbruch' ausser Gefecht gesetzt und es blieb ihm nichts anderes übrig, als dem Rennen in der Rolle des Zuschauers beizuwohnen. Hoffentlich gelingt es ihm nun am Gaisberg, für welche Veranstaltung neben ihm noch einige weitere Schweizer, so Stuber und Maag sich gemeldet haben. Das Rheineck—Walzenhausen- Rennen. (Forts, von Seite 1.) *i»sfar durch den vielen herausgewaschenen Kfes «lebendig» geworden, und so hatten die Fahrer alle Mühe, ihre Maschinen sauber im Kurs zu behalten. Allgemein herrschte daher die Meinung vor, dass den bestehenden Bestzeiten nichts anzuhaben sei und selbst Stuber gab sich bezüglich der Tagesdenn schon beim ersten Anlauf machten sich Zündungsstöningen deutlich bemerkbar, so dass der Wagen einfach nicht den gewohnten Elan hatte. Anstatt nun vor dem zweiten Anhieb den Defekt zu beheben, vertraute Gübelin einfach auf die ihm bekannte Zuverlässigkeit des Motors und legte, wohl in der bestimmten Hoffnung auf eine zweite verbesserte Auflage, sofort wieder los. Allein die 0. Zwimpfer fuhr auf seinem Chrysler Gahriolet die beste Zeit der Tourenwagen. ner um so mehr mit sich und seinem Ford zufrieden sein und belegte in flottem Tempo den ersten Platz der Klasse. Blieb noch Zwimpfer, dem die Strecke kaum noch eine Ueberraschung bringen kann. Mit erstaunlicher Sicherheit lavierte er seinen Chrysler durch alle Kurven und Kehren. Dieser reagierte auch folgsam auf jeden Wink und Druck und so war es fast eine ausgemachte Das Rennen der Tourenwagen brachte keine besonderen Ueberraschungen. Ein einziger Klassenrekord wurde verbessert, sonst war der Austrag: zum Teil eine zahme Angelegenheit. Die Möglichkeiten von Züst's M.Q. kamen im Einzelgang, mit dem er die Konkurrenz eröffnete, nicht zur Geltung. Estler, der vor einigen Jahren auf seine ersten Versuche gemacht hatte, "ji offenbar durch die damaligen Achtungserfolge ermuntert worden und präsentierte sich nunmehr auf Bugatti, wobei das Debüt gleich mit einem Klassensieg abschloss. Mme Stürzinger gab sich zwar alle Mühe, sich nicht allzusehr distanzieren zu lassen und konnte denn auch noch eine recht respektable Zeit buchen. Der Damenpreis fiel ihr auf alle Fälle mühelos an, nachdem sie als Einzige die Aufgabe hatte, das « schwache > Geschlecht zu vertreten. Riva hatte offenbar allzuviel Schwung in die Sache gelegt, denn an kritischer Stelle wurde, allen Bemühungen zum Trotz, der Wagen doch aus der Bahn hinausgetragen und erledigte sein Pensum programmwidrig im Dekorum. Gübelin musste deshalb zweimal starten, was für jeden Fahrer eine recht leidige Sache ist. Allerdings hätte er seine Aussichten diesmal nur verbessern können, J. Villars, der Rekordmann der Sportwagen. Sache, dass ihm die beste Zeit der Kategorie zufallen musste. Um den Erfolg noch etwas eindrücklicher zu gestalten, Hess Zwimpfer gleich noch den alten Klassenrekord mitlaufen. Bei den Sportwagen AUTÖMOBIL-REVUE kam das sportliche Element durch das scharfe Tempo und auch äusserlich durch die eigenartige Musik der Kompressoren schon.erheblich prägnanter zur Geltung.Die kleineren Kaliber gebärdeten sich freilich noch nicht so wild, wenngleich einzelne Zeiten allerhand Respekt verdienen. Rileys Maschine kam wegen Kerzenstörungen nicht auf Maximalleistung und der Fahrer damit auch nicht ganz auf seine Rechnung. Immerhin lässt sich das Resultat angesichts der verminderten Motorleistung sehr wohl sehen. Schumacher, ein treuer Gast aus dem Schwabenland, hält ebenso treu an seinem kleinen B. M. W. fest, der nun schon weit über 100,000 Kilometer auf seiner Zählscheibe hat. Trotzdem gelang es ihm, seine letztjährige Bestzeit neuerdings um mehr als 6 Sekunden zu verbessern und damit einen frischen Rekord für seine Klasse zu registrieren. Da Schneider gar nicht vom Start wegkam, blieb Hummel, ein weiterer deutscher Gast, in der 2. Gruppe allein. Seine Zeit reicht bei weitem nicht an den bestehenden Rekord heran, doch wird sie sich bei genauerer Kenntnis der Strecke noch wesentlich verbessern lassen. Villars, der zweimal in dieser Kategorie startete, brachte zuerst mit dem 2,3-1-Alfa Romeo-Modell die Zeit unter 6 Minuten. Mit dem nach dem System der Scuderia Ferrari auf 2,6 1 abgeänderten Typ fegte er in neuer Rekordzeit über die Strecke und hinterliess einen vorzüglichen Eindruck. Klassen- und Kategoriebestzeit wurden von ihm neu bestellt, und wenn er nicht zweimal wegen vorwitzigen Zuschauern das Tempo hätte herabmindern müssen, so wären seine Aspirationen auf den Tagessieg wohl nicht von der Hand zu weisen gewesen. In der Gruppe der Amateure sicherte sich Ruesch den ersten Platz, gefolgt von Godeffroy, der immer mit der nämlichen Zuverlässigkeit seine Rennen absolviert. Deck kam den beiden gegenüber nicht sehr zur Geltung, was einem etwas launischen Motor zuzuschreiben ist, dem es offenbar auf ein paar Aussetzer nicht ankam. Hörnine war nicht mit von der Partie, in- sen. dem sein Wagen an der Jungfrau-Stafette übermontiert worden war und nicht mehr rechtzeitig instand gestellt werden konnte. Schade, denn er hätte Gelegenheit gehabt, sich mit Konkurrenten von Format zu meswiesen eine ganz ansehnliche Besetzung auf. H. Kessler hatte Glück im Unglück. In äusserst rasanter Fahrt hatte er bereits die erste Hälfte der Strecke hinter sich gebracht, wozu er weniger Zeit benötigte als einige Fahrer mit grösseren Maschinen, als es ihm in der aufgeweichten Strassenpartie im Wäldchen den Wagen vollständig um die eigene Achse drehte. Er blieb freilich Meister der 1100—1500 ec 2000—3000 cc. 3000—5000 cc Ueber 5000 cc. Bis 1100 ce. 1100—1500 ec 1500—2000 ec 2000—3000 cc Solo 1. 2. 1. 2. Solo Solo 1. 2. Solo 1. 91 14 verschiedene Karosserie-Modelle auf 11-Steuer- P8.-Cha8sis stehen zu Ihrer Wahl. sind ihre Merkmale. Einen Steyr besitzen, heisst Ober einen Wagen mit allen bewährten technischen Neuerungen verfügen. Ueberzeugen Sie sich selbst, Indem Sie diese Automobile kostenlos und unverbindlich bei uns besichtigen und probleren. 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Angesichts dieses Zwischenfalles muss das Resultat als eine ausgesprochene Meisterleistung bewertet','.'werden. H. Ruesoh, der sich zu verschiedenen Malen nun auch schon im Ausland Geltung zu verschaffen wusste, hat in der Klasse bis 1500 ccm den letztjährigen Rekord von Täuber um eine Fünftelssekunde verbessert, ein Erfolg, der um so eher ins Gewicht fällt, als er mit dem nämlichen Wagen erzielt wurde, den der Vorgenannte seinerzeit pilotierte. Leider hat sich H. Täuber, den wir übrigens neben anderen bekannten Sportleuten^ wie Dr. Karrer und Keller, unter den Zuschauern antrafen, zur Zeit vom aktiven Rennsport zurückgezogen. Wenn aber Alfa Romeo ein neues Modell herausbringt oder den Monoposto-Typ freigibt,, so besteht Aussicht, dass er wieder mit von der Partie sein wird. Der im Jahre 1931 von Stuber erzielte Rekord der Zweiliterklasse, der auf 5'27" 00 stand, hielt dem Ansturm von U. Maae nicht stand. Der Zürcher Sportsmann, der in allen Die Resultate des Rheineck-Walz enhausen-Rennens. Klasse Rang Fahrer Marke Zeiten Bemerkungen SPORTWAGEN: Exp. Amat. Exp. 7.28,0« 6.42,00 7.38,06 6.32,08 6.43,06 6.14,02 Beete Zeit der Tourenwagen- Amateure. Neuer Klassenrekord, ,;und beste Tourenwagenzeit. Neuer Klassenrekord der Klasse bis 750 cc Neuer Klassen- und Kategorienrekord. .. _.-.:• Bester Sportwagenan)*teur. Neuer Klassenrekord Nener Klassenrekord. Beste Zeit der Rennwagen, beste Tageszeit. Die Marke des Antomobilkenners RASSE - SICHERHEIT - EDLE LINIE - KOMFORT Fabrikniederlage für die Schweiz] Bis 1100 ce. 1. 2. Solo 1100—1500 cc Solo 2000—3000 cc Solo 3000—5000 cc Solo 1. 2. 3. B. M. W. 7.23,04 Fiat 7.47,04 M. G. Kompr. 6.54,08 Amilcar-Komp. 7.13,04 Alfa Romeo-K. 5.55,02 Alfa Romeo-K. 5.26,00 Alfa Romeo-K. 5.33,02 Bugatti-Komp. 5.43,02 Bugatti-Komp. 5.56,06 NWAGEN: Amilcar-Komp. 6.23,02 Alfa Romeo-K. 5.28,08 Aston Martin 6.19,02 Bugatti-Komp. 5.24,06 Bugatti-Komp. 5.20,06 Bugatti-Komp. 5.20,08 Bugatti-Komp. 5.28,00 STEYR-WERKE A. G-, ZÜRICH - Albisriederplatz - Telephon 56.596 Karl Laubacher; Bahnhofgarage, Brugg, Telephon 318 A. H. Sprattler, Bodanstrasse 3, St. Gallen, Telephon 56.598 Service-Stationen: L. Hahn, Moosstrasse 2, Luzern Louis Hafen, Altenbergstrasse 40-44, Bern, Telephon 21.497 Marcel Schweizer, Grand Garage, Caroline, Lausanne, Tel. 27.749 Excoffier & Bovy, Bd. Georges Favon 26, Qeneve, Telephon 44.S44