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E_1933_Zeitung_Nr.055

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18 AUTOMOBIL-REVUE

18 AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N» U See, das Boot darauf und in dem Boot Bobby und Grit. Herr Bim dazu, das ist selbstverständlich. Sie lassen sich treiben, Bobby sitzt hinten und Grit liegt lang ausgestreckt da und hat den Kopf in seinen Armen gebettet. Das kann man stundenlang tun und Sonne baden. «Erzähl' mir etwas», sagt Grit. Bobby erzählt; er kann wundervolle Luftschlösser bauen, mit Wänden aus Glas und mit Türmen aus Gold. Oder: Sie haben das Zelt aufgebaut, dicht am Wasser, und es ist Abend. Der Mond wird bald aufgehen, dann wird das Lagerfeuer bunte Reflexe auf Grit und Bobby werfen, und es' wird in der Luft leise klingen. Und Bobby wird Spiegeleier braten — er macht immer Spiegeleier —, und Grit wird Kaffee kochen. Und nachher holt Bobby die Zupfgeige und singt — und dann kriechen sie in ihre Schlafsäcke — und am anderen Morgen geht es kopfüber in die Flut — und dann kommt wieder ein langer Tag voll Sonne, Sonne, Sonne! Schade, dass sie ihm das nicht gesagt hat. Nun ist es so- Bobby trainiert für irgendein Rennen, Bobby ist eifriger Sportsmann und mächtig ehrgeizig. Und Grit ist allein. Dabei hat er erst vor acht Tagen gewonnen. Er bat einen gewaltigen Schlag; Grit hat auf dem Steg vor dem Klubhaus gestanden, und ihr Herz hat geklopft. «Der kann was!» hat einer gesagt. «Netter Junge!» hat eine gesagt. So eine Gans! Und dann hat Bobby gewonnen. Herr Bim fängt an, sich zu langweilen. Mit ihm ist das so: Er liebt Grit abgöttisch, aber er liebt eben auch Bobby. Grit ist zärtlich zu ihm, und Bobby ist wild. Manchmal tolpatschig, findet Bim. Aber gerade das gefällt ihm, weil es seiner Art so ähnlieh ist. «Dumme Töle!» sagt Bobby, weil es so komisch klingt, und lacht jungenhaft. Weil Bobby nun nicht da ist, und weil Grit träumt, hat Bim nur das Boot und den FJuss. Das Boot ist ein totes Ding, gerade gut, in ihm zu schlafen, weil die Sonne da besonders wärmt. Der Fluss ist schon lustiger. Manchmal ist er ganz ruhig und träge, manchmal hat er vergnügt tanzende Wellen, und manchmal wird er ganz wild. Dann überschlägt er sich und tobt und kollert. Es ist einfach zum Totbellen. Jetzt ist er träge, und ausserdem ist das Boot festgemacht. Mit einer Leine. Genau so eine Leine hängt manchmal im Garten, und man kann sie knautschen. Das darf man eigentlich nicht, aber wenn Grit nicht zusieht —. Ob man vielleicht? Bim hat sich erhoben und schnuppert zuerst einmal die Leine an, dann Grit. Grit schläft, und die Leine pendelt. Und weiter draussen ist der Fluss mächtig lustig. Rrrr — macht Herr Bim. Ganz leise. Grit hört nichts. Rrrrrr — Pfote drauf, Zähne hinein. Ordentlich schütteln einmal, das Boot fängt schon recht hübsch an zu wackeln. Noch einmal: Rrrr — Rrrr. Spassig: Jetzt ist überall Fluss — und Grit? — Eben war sie doch noch da? — Jetzt ist viel Wasser zwischen ihr und Herrn Bim. Lustiger, springender Fluss ... Herr Bim steht aufrecht, hat beide Pfoten auf den Bootsrand gelegt und freut sich. Das ist beinah so schön, als ob man mit Bobby spiele. Der wird manchmal auch tapsig, manchmal sogar sehr tapsig, dann bekommt man genug. Eine Welle schjägt ins Boot und macht Herrn Bim näss. Viel zu tapsig, der Fluss! Und ausserdem fehlt Grit. Vorhin war sie noch da, aber jetzt kann man sogar nicht mehr sehen. Nur der Fluss ist da. Und der wird wilder und wilder. , Noch freut sich Herr Bim, aber das kleine Hundeherz beginnt doch schon ängstlich zu schlagen. Man mag nicht al- lein sein. Grit fehlt. Ausserdem wird es erst richtig lustig, wenn sie mit dem Holzpaddel so komisch das Wasser schlägt, dass man immerzu die Tropfen fangen möchte. Dieser Fluss wird zu wild, wenn man allein ist. Noch wilder als Bobby. Herr Bim bellt — schon ein wenig ängstlich. Aber niemand hört ihn, der schäumende Fluss verschlingt jeden Laut. Als Grit aufwacht, ist kein Boot mehr da. «Bim!» schreit sie. «Kleiner Bim!» Lieber Himmel, das Boot muss abgetrieben sein — und ein paar Kilometer weiter unten beginnen die Stromschnellen. Da liegen Felsen im. Flussbett, und Strudel sind da. Ein führerloses Boot muss kentern. Und Bim! Sie rast am Ufer entlang, sie denkt fieberhaft nach: Sie wird das Boot einholen, sie wird sich ins Wasser stürzen, sie wird schwimmen! Wenn man jetzt nur ein Boot hätte. Sie läuft und läuft — biegt um eine Ecke. Da, ein Zelt! Den Wimpel kenqt sie doch? Ein Boot davor! Ein Mensch! Bobby! Bobby! Fliegende Worte erklären alles, was notwendig ist, dann ist das Boot im Wasser und schiesst davon. Bobby hat wirklich einen mächtigen Schlag! Aber so ein führerloses Boot kommt auch weiter. Manchmal dreht es sich ja, aber dann schiesst es wieder nach vom. Herr Bim steht aufrecht drin und winselt; er hat eine ganz gemeine Hundeangst und möchte nicht mehr mitmachen. Aber dieser tapsige Fluss will es anders. Und die Stromschnellen kommen immer näher. Bobby spurtet! Bobby ist nicht umsonst Wildwassermann und Regattensieger. Das soll doch! Bobby holt gewaltig aus und denkt nicht an die Gefahr. Aber Grit denkt daran. Sie kann Böbby nicht mehr sehen, aber der Fluss neben ihr tobt, und nun hat Grit Angst um Bobby und um Bim. Zuerst einmal um Bim, dann um Bobby — und immer mehr um Bobby, während die Stromschnellen näherkommen. Dabei findet Bobby, dieser Unmensch, das Ganze nur lustig. Er schafft wie ein Morgen wird es sehr schön werden, nicht nur, weil gutes Wetter ist, auch sonst noch wird es schön sein Herr Bim schläft sehr diskret ein. Das Geheimnis des Tutankhamen Fluchs Flösser und hält Ausschau. Drüben, wo der Fluss in den Kessel zieht, entdeckt .er das Boot. Und Herrn Bim. Das Boot tanzt, Pharao beraubt!» weicht geschickt den Felsen aus, aber so'* Die Teilnehmer der Expedition sahen ein Boot ist eben ein dummes Ding', und sich, als die Inschrift entziffert wurde, betroffen an, aber Lord Carnarvon zuckte bis zum Ende wird es nicht gut gehen.. 8 Bestimmt nicht. ' ••;'"* *''" '** Also vorwärts! *

N« 54 - 1933 AUTOMOBIL-REVUE 19 LDIIEIDP Es lässt sich nicht gerade behaupten, dass uns die Sonne dieses Jahr schon sehr verwöhnt hat. Wieder wurde der Vorsommer das Opfer eines scheusslichen Dauerregens, der alle sommerliche Freude zerinnen Hess. Doch ein Umschwung ist noch jedesmal gekommen, und so haben sich denn schon die meisten Strandbad-freunde nach den notwendigen Necessarien umgesehen. Seitdem die Mode sich um Badetrikots und Strandbadtoiletten kümmert, erfordert diese sportliche Tätigkeit viel mehr Studium. Denn die Mode hat auch hier ihre Gesetze verwirklicht, duldet keine Nachlässigkeit und diktiert vom Kopf bis zur Spitze der Schwimmschuhe. Selbst der Gang zur Badeanstalt, zum Strandplatz unterliegt ihrem Gesetz. Sind die Tage kühl oder doch sonnenlos, so tritt der Shetlandmantel in Funktion, oder das Trois-piece aus Trikot, dazu ein Beret aus Filz oder eine kleine Cloche, denn die Hutmode holt bereits den Filz wieder hervor, der meistens schmeichelnder ist als Stroh. Sportlicher und habille zugleich ist dieses Material, je nach Art und Verarbeitung. An den Füssen stecken natürlich Halbsportschuhe mit niedrigem Absatz, mit neuen, leichten Crepe sohlen, die Ghillieform mit der offenen Schnürung dient dem Schuh aus sportlich grainierten Ledern, aus Elk- Boxcalf in dunklem Braun; oft tragen diese Schuhe weiche Kappen, können auch von