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E_1933_Zeitung_Nr.055

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Strandbad-Nummer ^ Bern, Freitag, 30. Juni 1933 IV. Blatt der „Automobil-Revue" No. 55 Lob der Schweizerseen Jedes Land kennt seine Seen, die es liebt und von seinen Dichtern besingen lässt, seine blauen Wasser, an denen sich das Heimweh seiner heimkehrenden Söhne kühlt. Sie gehören zum Bilde des Landes und tupfen manchmal heitere Töne und manchmal dunklere Töne in die Landschaft. Immer aber lebt die geheime Liebe zum Wasser im Herz der Menschen, und ihr Blick leuchtet auf, wenn sie die weiten Flächen aufblinken sehen. Die Ufer der Seen sind die heimliche Sehnsucht der Städter, der Stolz der sie säumenden Orte. Ihre Schiffe tragen die schwere Fracht freudig erregter Menschen, sterbliche Ode eingefangen, der Vierwaldstättersee hat Goethe stammelnde Worte der Bewunderung entlockt, und Schiller besang ihn in seinem «Teil», des Untersees Zauber kündeten Hermann Hesse und Ludwig Finkh, den Bodensee preist Emanuel Bodmann, er hat auch Scheffels Herz entzückt, des Luganersees Leuchten strahlt in Gerhard Hauptmanns « Ketzer von Soana » wider, des Thunersees Schönheit erlebte Kleist in sich, und am Genfersee warf Lord Byron seine überströmenden Worte aufs Papier. Sie sind die Augen der Heimat, die weit > * ^ & S.t -> s-.? jfr^.^V -' - '•,»* Blick von Fürigen gegen das reizend gelegene Stansstad am Vierwaldstättersee. die im sanften Rauschen der Wellen, im leisen Schaukeln des Bootes Beruhigung und leuchten lassen. Bald sind sie überwölbt von aufgeschlagen die Bläue des Himmels in sich Schönheit finden. den weissen Zacken der Berge, bald umstanden von den duftenden Blumen des Mittel- Auch den Schweizerseen ist ihr Zauberlied schon oft und oft gesungen worden. Des landes, besäumt von sauberen Dörfern, ein- Zürichsees blaue Weiten hat Klopstocks un- gefasst von schönen Städten, überragt von kalten Felsen, immer aber sind sie ein Ausdruck der Schweiz, ein Merkmal und Sinnbild unserer Landschaft. '"Einem jeden wohnen Eigenschaften inne, die. er. mit keinem andern teilt Sie wecken Empfindungen im Herz des wesensverwandten Menschen, der an ihren Ufern Stunden höchster Beglückung verlebt. Die Einen sind von jenem sanften Zauber der Helle und des Lichtes, wie sie nur an Schweizerseen anzutreffen sind. Alles ist von einem lichten Ton, zart wie Musik von Mozart. Das Ufer zieht sich wie ein weisser Strich an den Horizont hin und dünner Nebel spinnt in der Ferne. In die grünen Flächen der Halden sind die Licht — Luft — Sonne. weissen Flecken der Villen und Lusthäuser spielerisch hingetupft. Der Abend zieht milde über das Land, vom Wasser steigt Dunst auf, in den das helle Mond-licht fällt. Die Landschaft wird durchsichtig und rein wie Kristall, und das Hera des Menschen ssueht die Empfindung unendlichen Friedens ~und Ruhe heim. Andere wieder haben diese Zartheit und Helle auch, aber dennoch lässt sich jene gewisse Herbe und Strenge nicht verleugnen, die vielleicht aus den dunklen Tannenwäldern strömt, die auf weite Strecken an das Wasser stossen und kühlen Hauch ausatmen. Ihr Wasser ist oft grün und wirkt bodenlos tief und unheimlich, es sind jene F E U I L L E T O N Rufe aus dem Dunkel Roman von Karl Strecker. (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.) Auf einen verwunderten Ausruf Georgs erzählte er umständlich, wie in Berlin auf der Plattform eines Strassenbahnwagens in grossem Gedränge, bei einem plötzlichen Ruck des Wagens, der alle Fahrgäste durcheinander gerüttelt habe, ihm seine Brieftasche abhanden gekommen sei. Mit zweitausend Mark Inhalt. Sein ganzes Vierteljahresverdienst.» Georg hörte schweigend zu. Wahrheit oder Dichtung? 'fragte er sich. Jedenfalls darf ein Lügner, der soeben mit dreister Stirn aus Schwarz Weiss gemacht hatte, nicht beanspruchen, dass ihm geglaubt werde. Um der peinlichen Anbettelung zuvorzukommen, erklärte Georg ihm aus freien Stücken, er würde ihm gern aushelfen, aber leider sei er augenblicklich auch nicht sehr bei Kasse. Plath machte ein verdutztes Gesicht. Er zog die Unterlippe ein und runzelte die Stirn. Natürlich glaubte er nicht einen Augenblick, dass ein so wohlhabender Mann, der vor kurzem noch ein Rittergut verkauft hatte, ihm nicht mit ein paar tausend Mark würde aushelfen können. Er gab sich auch sobald nicht zufrieden und meinte, ein Scheck oder ein Wechsel genüge ja. Dabei wurde der Ton seiner Worte immer zudringlicher. Georg erwiderte, er habe kein. Scheckbuch da, das alte sei abgelaufen, Wechsel gebe er nicht, und übrigens — um weitere Einwände abzuschneiden, fügte er sehr bestimmt hinzu, dass er eben nicht in der Lage sei. «Ich nehme davon Notiz,» sagte Plath langsam, indem er von unten zu Georg aufschaute, «und bedaure sehr, dass du dich in dir mit dieser Kleinigkeit gedient ist —» Er reichte Plath den Schein, und da dieser zögerte, ihn zu nehmen, legte er ihn in Greifnähe vor ihn auf den Tisch. «Uebrigens,» fragte Georg wiie beiläufig, «was ist denn aus dem Penkun geworden?» «Der — der ist tot! Ja. Zwei Tage nach der Entlassung aus dem Lager hat man ihn erschossen gefunden.» «Nicht möglich!» «Ja, Selbstmord — vielleicht. Die Pistole — eine amerikanische Militärwaffe — hat so neben seiner rechten Hand gelegen, dass sie ihm anscheinend nach dem Schuss entfallen ist. Aber man munkelt, das könne auch so von fremder Hand hingelegt worden sein.» «Wurde denn keine Untersuchung eingeleitet?» so schlechten Verhältnissen befindest.» Er hatte die Worte im Ton tiefen Bedauerns gesprochen, so dass Georg der Spott, der darner hielten Selbstmord für die Todesursache. Plath schüttelte den Kopf. «Die Amerikain lag, nicht entgehen konnte. Basta!» Aber kein Zug in seinem Gesicht Hess etwas davon erkennen. Als nähme er die Worte Vorzimmer auf, und die alte Frau Nicola In diesem Augenblick ging die Tür zum für wahr, erwiderte er mit einem leichten stand aufgerichtet an ihrem Stock auf der Seufzer: «Ja, es sind böse Zeiten. Kein Schwelle. Vom Doppellicht der beiden Stuben bestrahlt, machte sie mit ihrer schwar- Mensch hat bares Geld!» Er nahm einen j Hundertmarkschein aus der Tasche. «Wenn ' zen Schneppenhaube über dem charakteristischen Matronengesicht, dem Spitzenfichu und der goldenen Uhrkette, die zierlich über das Seidenkleid herabfiel, einen stattlichen Eindruck. «Richard, du wirst von Berlin am Telephon gewünscht,» sagte sie. Sie hatte schon längst nebenan wie auf Kohlen gesessen: der Rundfunk brachte heute Mignon, und ihr Sohn hatte neulich beim Lesen des Wochenprogramms gesagt, dass er sich darauf freue, weniger weil er die Oper, als das sehnsuchtsvolle Lied: «Dahin, dahin» so liebe. Jetzt hatte die Ouvertüre begonnen, und dieser lästige Besuch schien noch immer nicht gehen zu wollen. Da war ihr der Anruf von Berlin sehr gelegen gekommen, und sie nahm der Sekretärin die Meldung ab, um dem Sohne einen Wink zu geben. «Darf ich bitten, mich deiner Frau Mutter vorzustellen,» sagte Plath höflich, indem er die Banknote unauffällig vom Tisch nahm. Georg genügte der Form mit dem Zusatz: «ein alter Schulkamerad». «Wer ist denn da?» fragte er die Mutter. «Der Detektiv Doktor Sievers.» Plath horchte auf und merkte sich den Namen. (Fortsetzung siehe S. 28.)