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E_1933_Zeitung_Nr.058

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Die ZufahVtastracsen

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Die Sache war unnatürlich, an den Haaren herbeigezogen, exzentrisch, pflegten wir zu sagen, wenn auch etwas betrübt. Sie hatten ja doch etwas für sich, diese wattierten Achseln, diese aufgedonnerten Epauletten. Im Grunde ist es ja doch eanz nett, In der Silhouette an eine altägyptische Wandzeichnung zu erinnern, mit dem eleganten Dreieck der oben breiten Schultern und der schlanken Hüften. Etwas musste daran sein, sonst hätte man sich nicht damit abgegeben, die Idee heuer in so unzähligen Varianten wieder vorzuführen. Wie unzählig vielen Frauen hat diese Silhouette der künstlich verbreiterten Schultern genützt, angesichts ihrer allzuschmalen, vielleicht gar abfallenden Schultern oder im Verhältnis zu den Schultern doch ein wenig zu stark gewordenen Hüften. Die Phantasie der Modeschöpfer ist nicht brachgelegen, es gibt eine endlose Reihe von Modellen, die unverkennbar verraten, wie diese neue Silhouette zu erzielen ist. Da ist vor allem der neue Mantel mit den so gar nicht übertriebenen, ganz einfach ausgestopften Schultern — nach Art der Männerröcke. Der Mantel hat einen gattz schmalen Kragen mit breitem Revers. Das zweite Modell zeigt einen doppelten, steifen Postillonkragen, der die Schultern deckt. Vorne aber ist der Mantel kragenlos, aus dem Ausschnitt lugt die einfache, bis zum Halse reichende, mit grossen Knöpfen geknöpfte weisse Piqueweste hervor. Dadurch erscheinen die Achseln ganz gerade. Neuartig ist die Machart, bei der die erweiterten Schultern durch den tütenartigen Schnitt des Oberärmels erzielt werden, die in einen Streifen eingereiht sind, der dem Patronengurt des Jägers nicht unähnlich ist. Wenn er auch dessen unangenehmer Regelmässigkeit entbehrt. Dieses mit Qlatteil gearbeitete Modell war bis zum Hals geknöpft und kragenlos. Ein viertes Modell, ein Kostüm, trug schmale Revers, denen ein viereckiger, an den seligen Matrosenkragen mahnendet Kragen angearbeitet war, der in dichten, senk-- rechten Falten gelegt war. Ein anderes Tailleurkostüm hatte einen Doppelsattel, dem als Verlängerung über, die Schultern reichende Doppelepauletten angeschnitten waren. Dieser Mantel war am Halse und in der Taille mit grossen Knöpfen geknöpft, wie sie an Männermänteln getragen werden. Ein anderer Mantel hatte Aermel, die oben offen und wie ein Blätterteig übereinandergeschichtet waren. Eine Variante hiezu war ein dunkelblaues Kleid, bei dem die Falten in dem Aermel mit schwarzer Seide abgefüttert waren. Andere Aermel wieder waren bis zum Ellenbogen ganz schmal über dem Ellenbogen weit und gelegt und in tiefen Orgelfalten weit unter der Achsel eingesetzt. Keines der Modelle wirkt© übertrieben, die Linie war in jedem Falle erweitert, aber durchaus nicht enorm. Und das machte die Gesamtwirkung im Nu annehmbar. So manches ältere Kostüm, so mancher vorjährige Mantel und gar manches Kleid lassen sich auf diese Weise modernisieren, wenn man für das Wagnis nicht gleich ein neues Kleid riskieren will. Der sommerliche Sweaier. Die Sweater des heurigen Sommers unterscheiden sich von >ihren vorjährigen Vettern durch absolute Einfachheit der Grundform und Linie. Alle die komplizierten Zieraten der gestrickten und gehäkelten Sweater, alle die Glatteile, Ballonärmel, Rüschen und Einsätze, die alles nur nicht zweckmässig sind, scheinen ihre Daseinsberechtigung verloren zu haben. Der Sweater von 1933 kehrt, wenn er Anspruch auf Eleganz erhebt, zur klassischen Einfachheit zurück. Wohlgemerkt: ich spreche vor allem vom handgearbeiteten Sweater. Die Kompliziertheit äussert sich nur noch in den immer neuen und immer anmutigeren Mustern, den neuen Sorten Wolle, von fadendüntier bis zur leichten, flauschigen' Wolle, die insbesondere für den Wintersport bestimmt ist, von den verschiedensten Sorten Baumwoll- und Leinenzwirn und Garn. Diese verschiedenen Garne und Wollen erhält man in den erdenklich schönsten Farben. Wird nun der Sweater nach einem gutpassenden Schnitt gehäkelt, so dass er genau so passt wie ein gutsitzendes Kleid, kann er mit einer gleichgearbeiteten Mütze oder einem Hute in derselben Technik ein ausserordentlich elegantes Ensemble ergeben. Sehr schön sind Sweater, die aus ganz dünnstem Leinenspagat gestrickt oder gehäkelt werden, in Naturfarbe zu einem Kostüm aus grünem Homespun oder in Korallenrot zu einem sandfarbenen Leinenkostün getragen. Die Regel verlangt heute, dass de Sweater dunkler ist als das Kleid, das Ko stüm oder der Mantel, zu dem er getragei wird. So kann ein ärmelloser Jumper au; Zwirn, der in dunklem, schottischem Kare gearbeitet ist, zum weissen Kostüm getragei werden und es empfiehlt sich, hiezu durch' brochen gestrickte Handschuhe zu tragen deren Manschette das schottische Karo des Jumpers wiederholen. CIre-Satin. Dieses Gewebe mit seinem teils matten teils feuchtglänzenden Aussehen Ist ein« wahre Gabe Gottes, wie Peau d'ane« und ei wird von den grossen Modekünstlern aucl nur ganz sparsam, gleichsam als Würze ffl: den cordon bleu behandelt. Gürtel um Schleifen aus Cir6 sind eine sehr schön« Garnitur für Abendkleider, an denen si< glänzend zur Geltung kommen. Gerade di< Einfachheit wirkt höchst modern und zeit gemäss. Ursprünglich war Cire nur in Schwarz e* hältlich, heute nahezu zu jeder moderne! Farbe. Und obwohl das Material hauptsäch lieh als Aufputz verarbeitet wird, bring« verschiedene Salons bereits ganze Toilettei aus Cir6, die natürlich nur für den Abem und für Frauen geeignet sind, deren Stil si< entsprechen. Selbstredend nur für gan: schlanke, hüftenlose Gestalten mit ausge prägten Zügen und ausgesprochenem Charakter. Ueppige, biedere Damen, die viel leicht darauf erpicht sind, «jede Mode mit. zumachen >, laufen dabei allerdings Gefahr als Karikatur TU wirken. Sehr schön sine Cire-Hüte, die smart und kleidsam sind aber eine sehr sorgfältige, glatte Frisur ver langen. Jede noch so schöne Lockenfrisui ist im Verein mit dem Hute aus Cir6 untnS* lieh. Aatler-Cocktail Von Mara. Der Halsketten-Kult scheint immer nocl kräftig zu blühen. Zugegeben: es sieht of reizend aus, wenn ein Kleidchen durch di< passende Kette herausgeputzt wird. Ali Uebertreibung, ja sogar Unsinn muss mal es aber bezeichnen, wenn Häuser Kettet herstellen, die wie Hundehalsbänder aus sehen. Hoffentlich begeht keine Frau di< Geschmacklosigkeit, eich so ein ledernei Etwas um den Hals zu hängen. Mode hin Mode her; wir sollten endlich s'ö" vernünftig sein, kategorisch eine Sache abzulehnen die uns zum Tierchen stempelt. Ein weiterer neuer Beitrag znr «Verschönerung» des weiblichen Geschlecht* wird von Paris lanciert: versilberte Augen? lider. Man nimmt eine ölige Silberfarbe etwa wie Quecksilber anzusehen, und las» sich damit die Lider bestreichen. Sobalc die Farbe getrocknet ist, glänzen die Lider als wären sie aus Silber. Um diesen letztet «Schrei» richtig zur Geltung zu bringen bedarf es allerdings zeitweise schamhaf' niedergeschlagener Augen, eine Sache, di« die Frauen von heute nicht mehr so rech* gewöhnt sein sollen?! Vielleicht wird « den silbernen Lidern zu lieb wieder Mode Eine Freundin, die seit Jahren in Amerika verheiratet ist, weilt bei mir zu Besuch. Sie ist äusserst elegant, sieht blendend aus und versteht es fabelhaft, siel von ihrem Manne bedienen zu lassen. Immerhin: einmal bin ich doch Zeuge, wie ei ihr verschiedene unerträgliche Charakter eigenschaften vorhält. Sie bleibt seelenruhig dabei. Ich frage sie etwas später, ol sie sich das nicht zu Herzen nimmt. Sie lächelt mit vollkommen unbefangene! Miene: «Wenn er an meiner Figur oder an meinem Teint etwas auszusetzen hätte würde ich mich allerdings aufregen; abei wegen solcher Kleinigkeiten? Ist docl nicht der Rede wert.» — Gott behüte uns vor dieser amerikanischen Kultur. • Wir sitzen beim Tee. Eine von uns verzehrt Kuchen en gros. Da ihre Linie nui noch aus Höflichkeit mit vollschlank bezeichnet werden kann, frage ich sie erstaunt, ob ihr die Zukunft nicht bangt mache. «Im Gegenteil», meint sie vergnügt «ich warte!» — «Du wartest — worauf?» — «Dass Zunehmen modern wird, dann bir ich euch Gott sei Dank auch mal um etwas voraus!» — Wenn das nicht Optimismus ist! Picnics und Ausflöge sind herrlicher, seit man allen Comfort mitnehmen kann. Denkt cfodi nur an die vielen pikanten P 11 JE E nvsen- MM 1M^ • U.WURST-

NO 58 - 1933 AUTOMOBIL-REVUE 21 Rufe aus dem Dunkel. Roman von Karl Strecker. (ForfMtzung von 1. Seite «Aufler-Feitrabtnd».) Käthe und das Brautpaar trafen erst am letzten Dezember mittags ein. Es hatte allerhand Umzugsschwierigkeiten gegeben. Man war entzückt von der neuen Wohnung, die Georg mit zarter Rücksicht und gutem Geschmack eingeteilt hatte. Seine Mutter sollte die eine Hälfte, fünf Zimmer, bewohnen, wo dann auch für ihn Platz war; Käthe und Anni die andere. Ausserdem war da noch eine geräumige Fremdenstube — in der Otto Wermstedt Unterkunft finden konnte, der freilich in München jetzt eine möblierte Wohnung hatte. Das Auspacken der Koffer und Einrichten nahm den ganzen Nachmittag in Anspruch. Georgs Absicht, Käthe noch einmal vor dem Abendessen unter vier Augen zu sprechen, um sie zur Vorsicht und Verschwiegenheit zu Dezember sieben Uhr ein schwerer runder Tisch mit nur fünf Gedecken zu einem kleinen Kunstwerk hergerichtet: Silber, Damast und Kristall funkelten um die Wette, dazu altes Porzellan und eine Fülle herrlicher Blumen. Zwei Diener in Eskarpins bedienten lautlos. Und da der Wein ebenso erlesen war wie die Gerichte, so kam sehr bald eine Stimmung in den kleinen Kreis, wie sie sonst erst zu späterer Stunde sich einzustellen pflegt. Namentlich Käthe, die von jeher keine Verächterin guter Gottesgaben gewesen war und in den ersten Jahren ihrer Ehe vor dem Kriege einen verstehenden Kameraden in ihrem Mann gefunden hatte, wusste das Gebotene nach so langer Einschränkung zu schätzen, und als zur Pute neben einem alten Bordeaux auch Pommery geschenkt wurde, hatte sie bald ein rosiges Gesichtchen, das sie um zehn Jahre verjüngte. «Es lebe der Ritter Georg,» rief sie, ihr Glas gegen Georg hebend. Der errötete und stiess sie unter dem Tisch — er sass zwischen ihr und der Mutter — mit dem Fuss an. «Wieso Georg?» rief Otto. Die alte Frau Nicola hob ihren Kopf wie ein Rabe und sah Käthe mit runden Augen an. Dann öffnete sie ihren eingefallenen Mund und sagte: «Ja, wir können wohl mal auf unseren lieben Georg anstossen, auf dass er gesund und recht baJd wieder in der Heimat landen möge!» Georg hatte Käth zugetuschelt: «Still doch! Mutter weiss noch von nichts!» «Kommt Ihr Herr Bruder denn?» fragte die ahnungslose Anni. «Voraussichtlich — hoffentlich,» erwiderte Georg, der seine Verlegenheit schnell überwand. Er stiess mit ihr an und lächelte, beglückt von dem freundlichen Blick ihrer Augen. «Wozu die Heimlichkeit,» flüsterte, während die anderen laut sprachen, Käthe Georg zu. «Wir sind doch ganz unter uns!» Georg wollte erwidern, aber seine Mutter hatte das Tuscheln bemerkt und wandte beobachtend den Kopf Käthe zu. «Ihr Bruder Georg muss ja nach allem, was man von ihm hört, ein prächtiger alter Herr sein,» sagte Otto zu Georg. «Ich möchte ihn wohl kennenlernen.» Georg versicherte lächelnd, dass dieser Wunsch bestimmt einmal in Erfüllung gehen werde. Käthe brach in glucksendes Lachen aus. Otto, in dem Glauben, er habe sich unhöflich ausgedrückt, bemühte sich hinzusetzen: «Womit ich natürlich nicht gesagt haben will, dass Sie nicht auch ein famoser alter Herr sind. Auf Ihr ganzes Spezielles, Herr Direktor!» «.Alter Herr' ist ein studentischer Ausdruck,» hielt Anni für nötig Georg schmerzlindernd zu belehren, «damit sind alle Herren gemeint, — die —» «Ich weisSi ich weiss,» wehrte Georg lächelnd ab, «sonst fühle ich mich auch noch gar nicht, .alter Herr'.» Mit einem liebenswürdigen Blick versicherte Anni Georg, das glaube sie ihm schon! «Sieh da, ein Vielliebchen!» rief Käthe, die aus dem Fruchtkorb, der vor ihr stand, eine Knackmandel naschte. «Zwei Zwillinge. Komm Richard, wir wollen Vielliebchen essen. Da! Auf .guten Morgen Vielliebchen.' Du 3?eu in Xiividk vom H bahnhof nimmst den einen Zwilling, ich den anderen.» Georg sah sie ernst an. «Nein, wir,» rief Anni übermütig. «Ich will mit Herrn Nicola Vielliebchen essen.» Und sie riss Käthe die Knackmandel aus der Hand. «Hier bitte,» sie schob Georg die eine Mandel in den Mund und ass selbst die andere. Schon nahm man es nicht mehr genau mit den Worten; eine ausgelassene Stimmung webte über der Tischrunde. Wie bunte Schmetterlinge flogen die Scherzworte darüber hin. Nach Tisch ging man in den Salon der Frau Nicola — sie selber aufrecht an ihrem Stock und an Georgs Arm —, wo vor einem der hohen Fenster auf einem vierbeinigen Holzbänkchen ein Weihnachtsbaum brannte, eine prachtvolle Edeltanne, nur mit Silberfäden und vielen Wachslichtern geschmückt, deren Duft sich bald mit dem frischer Pfannkuchen und dampfenden Burgunderpunsches mischte. «Der Punsch war schuld,» sagten die mei- später, wenn sie an diesen Abend zurück- mahnen, misslang, da Anni immer in dersten Nähe war und auch Otto mehr als nötig sich betulich zeigte. Anni hingegen übte eine solche Anziehungskraft auf Georg aus, dass er zweimal die Gelegenheit, mit Käthe allein zu sprechen, unversehens hatte verstreichen lassen. Aber sie würde sich schon vorsehen, hoffte er. In der Mitte des Speisezimmers war am 31. dachten, aber schliesslich war dies nach einem vorzüglichen Rezept gebraute Silvestergetfänk nur das Tüpfelchen auf dem J des ganzen Abends. Die kargen Kriegs- und Nachkriegsjahre hatten den Genuss an seltenen Getränken erhöht, und • leder der Fünf hatte wohl des Guten ein wenig zuviel getan. Es ereignete sich nun, dass Käthe, nachdem sie das zweite Glas Punsch getrunken, den Dienern bedeutete, sie könnten jetzt auch einmal für sich und das übrige Personal sorgen, was Punsch und Pfannkuchen anbeträfe. Man würde schellen, wenn man sie brauche. Was die beiden Blaufräcke sich nicht zweimal sagen Hessen. Ein entschlossener Zug stand in Käthes rosigem Gesicht, und zugleich strahlte eine Fülle von Liebe und Güte aus ihren Augen, dieweil sie jetzt an ihr Glas klopfte. Georg, der inzwischen in ein angelegentliches Gespräch mit Anni vertieft gewesen war, erschrak, als Käthe aufstand und zu sprechen begann: «Hört mal bitte einen Augenblick zu! Wir sind hier unter uns, ganz unter uns. Und in einer Stunde ist Neujahr. Ich finde, es geht nicht, dass wir hier unter uns mit einer grössen Unwahrheit ins neue Jahr einrücken.» «Mach keine Dummheiten», tuschelte ihr Georg zu. Dann laut lachend zu den anderen: «Frau Käthe will eine Rede halten. Geschenkt, geschenkt! Ist übrigens noch lange, nicht zwölf, noch lange nicht. Prosit!» «Lass mich!» rief Käthe, «ich spreche im Namen der Liebe.» «Bitte, keine Rede, beschwor sie Georg und suchte sie auf das Sofa niederzudrücken. «Keine Feierlichkeit!» «Von Feierlichkeit ist gar keine Rede, sieh nur deine Mutter an,» sagte Käthe und drängte sich zwischen Tisch und Sofa an Frau Nicola vorüber, um aus Georgs Nähe zu kommen. «Es handelt sich um die Wahrheit und um das höchste Vertrauen unter uns... Ihr müsst aber alle euer Ehrenwort geben, dass es ganz unter uns bleibt!» «Käthe!» rief Georg jetzt zornig und stampfte mit dem Fuss auf. Aber es war schon zu spät. Mit dem Zeigefinger auf ihn hinweisend, rief sie: «Da steht unser Ritter Georg! Das ist er! Zu ihm bekennen wir uns in dieser Stunde! Nicht Richard, Georg ist hier unter uns!» Die alte Frau Nicola war die einzige, die sofort das Gefühl hatte, dass Käthe die Wahrheit sprach. Ihr mütterlicher Instinkt hatte ihr schon lange manches Rätsel aufgegeben, dessen Lösung jetzt mit einem Schlage da war. Darauf, dass sie wirklich Georg statt Richard hätte vor sich haben können, war sie bisher nicht verfallen, das hätte ja nimmermehr mit rechten Dingen zugehen können. Aber jetzt ging sie, noch bevor sich die beiden jungen Leute von ihrem Staunen erholt hatten, ohne weiteres auf ihren Sohn zu. Mit der tiefen Erschütterung der Freude in ihrer herzbezwingenden Mutterstimme rief sie. «Georg! bist du es wirklich?» Sie umarmte ihn unter Tränen. «Mein lieber, lieber Sohn! Wie ist denn das möglich. Was ist denn für ein Wunder geschehen?» «Das erzähle ich dir alles zu gelegener Zeit, Mama,» sagte Georg verwirrt. «Also wirklich? Ritter Georg?» fragte fast gleichzeitig Anni erstaunt und mit so freudig überraschten, strahlenden Augen, dass Georg das Blut schneller durch das Herz schoss. «Da ist mein Wunsch ja rasch in Erfüllung gegangen,» lächelte der Ingenieur. «Weshalb hast du mir denn das nicht eher gesagt, du böse Mutti!» schmollte Anni mit Käthe. «Dein Jugendgeliebter!» «Still, du Naseweiss,» verwies sie Käthe lachend. Dies alles wurde von den Erhitzten schnell hintereinander und durcheinander gesprochen. Währenddessen hielt Frau Nicola ihren Sohn noch immer Weinend umschlungen. (Fortsetzung folgt.) Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind erslohtlion in u. H. wagners OH Tourlng, Führer för Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. S. Im Automobil nach rein bürgerliches Haus. Zentral in eigenem Orchester. Tennis. Weekend-Arraogements. 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